oder.
| “ welche
‚ Recensionen), ..
Neuii
eiten und Nachrichten »
die
i B2 Herausgegeben ”
' & : ' von
| Kr kön igl. botanischen. Gesellschaft.
} ar. in Regensburg.
kn Kor. Geidu
ei '
\ ‚ Fünfter Jahrgang
Erster Band, \,
"Mit 5 Kupfertafeln und 5 Beilagen. \
na
Bu u B
Regensburg, 1822
x
} Botanische Zeitung
. Abhandlungen , Aufsätze » .
Ihrem
würdigen Mitgliede
dem. |
‚H err n
Lorenz von Vest
Doctor der Medicia und Chirurgie, Professor der
Botanik und Chemie am löblichen Johanneum in
Grätz, Mitgliede mehrerer gelehrten. Ge- '
"sellschaften vu. s. w.
!
widmet
gegenwärtigen Band der Flora
die
=
königliche botanische Gesellschaft
in Regensburg,
! , Pa
Flora
oder
Botanische Zeitung,
Nro. 1! Regensburg, am 7. Januar ı8a2.
I. Aufsätze
* Ueber Genesis und , Metamorphose der
Spiralgefälse; von Herru Dr. Ernst
Meyer
Use wenige Gegenstände in der Botanik, sind
die Meinungen vielfacher getheilt, als über den
Bau, die Entslehung und Metamorphose der Spiral-
gefälse. Nicht an Beobachtungen fehlt es, nor an
der einenden, scheinbare Widersprüche lösenden
Idee, Vielleicht eignen 'sich folgende Betrachtun«
gen, einige jener scheinbaren Widersprüche, wo-
von ‚selbst die Beobachtungen der besten Anato
men nicht frey sind, auf eine leichte Art auszu=
gleichen. , ”
Wie alles Spätere und Höhere in der Natur
nur aus dem Niedern und Frühern, worans es
hervorging, wie jede Naturerscheinung nur gene
‚ tisch verstanden ‘und erklärt werden kann: so
müssen wir, meines Bedünkens, auch in der Ana-
‚ tomie der Pilanzen vom Mittelpunkt der gesamm«
;; tan Vegetalion ausgehen; wir müssen nicht nur in
A
2 an
räumlicher Metamorphose mit der Untersuchung
der niedern pflanzlichen‘ Organismen, welche noch
ganz.in. der ‚Bedeutung Jes. Mittelkörpegs stehn *),
den, "Anfang nrachen, sondern auch -in zeitlicher
Metamorphose den Bau des ganzen Stengels nur
aus dem, ‚Bau des. ganzen. Mittelkörpers,, den, Ban ,
des Sinzelnen Internodiuios. aus. ‚dem "Bau des ein-
zelnen Knotens zu erklären suchen. Dieser Grund-
salz wird jeden, Schritt. unserer Untersuchung leiten.
- Die ersten Spuren einer Spiralwindung, oder
drey über, einänder liegender‘ Kreise im "Inhein der
Pflänzen; "welche so oft: die Stelle Henleigenitlichen
Spiralwindung vertreten, sind von denbefseiin Beo-
bachtern an den Zellwänden der Confervoideen und
dev. verwandten Gattung'Chara nicht überselin'wor-
- dem. "Vorzüglich. wichtig "scheirierr aber:solche Be-
obachtungen; wo der: körnige Inhalt: der-Zellen
in Ireyer' Bewegung ' gleichsanı überrascht ‚ward;
ünd: wo diese Bewegung dann entweder 'mit einem:
Altsschütten des Inhalts; als mit einem Gebären zu
neuem selbstständigen Leben; oder imit! 'spiral-
oder: kreisförmiger Anlagerung desselben "an. xlie
Zeilwände- sich 'endigte*), ‚Diese Erkokeimngen
lassen über die Wichtigkeit des > Amylum ionpflanz-
PR
Y : a #
® win! zer ol vira B
ee See Va EEE SEE EEE , win
*), Elosa 3821. 8 162...
") Tyeviranus Be,
9 1% #
Chara, ‘Mödena 1818. Im kungen in ne
‘ nalen‘ 2820, Stück: io nen en egbeiuan
wo " a
3
lichen’ ‚Organismus keinen Zweifel übrig. Nicht
ohne Grund hat man:die Körnchen desselben: im
pflanzlichen; mit den Blutkügelchen im’ thierischen
Organisnius! werglichen.‘: Und wie 'das'Blut, :öb-
gleich eins, die höchst verschiederien Systeme im
Thierleibe‘, jedes duf seine: Weise, ernähit; 'so
scheint mir ‘das Amylum nicht nur die. verschie.
denen, ‘doch weniger 'geschiedenen , "Systemie "des
Pilänzenleibes zu‘ ernähren; '!sondern sogar durch
unmittelbare ' Vereinigung: Seiner: Körner auf ver«
schiedene: Weise die. wahre. Grundlage beyder Sy-
steme auszumächen, und ihre Form zu bedingen. :Dafs
sich die. Körnchen zu Zellen'erweiterten; zu Zel-
lengewebe äteinander legten), hat Treviran us?);
wenigstens sehr wahrscheinlich gemacht; und seine
Hypöthese-(deun nur als solche giebt. eu sie.selbst):
ist bis jetzt weder durch Mirbel’s Widerspruch,
noch durch Link’s und Kieser’s Gegengründe: wi-
derlegt worden; dafs, aber, diese Körner, indem sie.
sioh..der Länge nach zusammen reihen, die ersten
Spiralzüge bey. den, niedern Pflanzen hervorhrin«
gen, scheint mir. ‚deutlich, genug auf den gleichen
. Ursprung des Spiralgefäls - wie des Zellsystems hin-
zuweisen. Man erinnere sich hier an den eigen-'
thümlichen: ‚Bau‘ der Apothecien der Gattung "Verrii-
caria: bei ändern Licheneh ‚Sind die Spördu seitlich
zusammengestellt, und "Bilden eine Lage von "Zell-
=, um. r
FOreeeE Fu ’ rm TR ht KalEn
2 Trev irantıs vomt inwendigen Bau der: ‚Gewächsen
Sri x le :
Desselben Beyträge, s. 5 .
A2
4 a
göwäbe; bei Vernucakia (wie.bei Sphaeria} sind, sie
zu Kettenschnüren. verbunden.; . Es . darf..uns, übri-
gens: nicht: befremden, dafs iwir.'an der. Spiralfaser
höherer! Pflanzen diesen Ursprung; nieht. mehr. er-
kennen ;..däfs. sie: sogar ‚dem. schwachen - menschli-
chen Auge nicht ‘einmal: als Röhre, sondern! als so-_
lider Farlen :erscheinen.: ‚Denn: wie 'grofs ist: der.
Eihflafs der lebendigen;-Melamorphosel: ‚wie wenig
entscheidet. bey. so:.kleimen Gegenständen, : die. un
mittelbare: Beobachtung! Der Werth ‚solcher ‚Hype-
thesen ist.än sich. gerings. wenn. sie. aber über eine.
Reihe geheimnisvollen Vorgänge, in der: Natur ein,
gewisses. Licht: verbreiten ‚. wenn. keine. Erfahrung,
kein innerer. Grund’ ihnen geradezu entgegen ‚steht,
so. verdienen‘ sie wenigstens der fernern ‚Aufmerk- !
samkeit und, Prüfung der. Naturforscher‘, ‚empfohlen
zü.werdeh,. 0 lee m ae E
' Weiterhin; > "doch- ehe. wir zu Aönieigenilichen
. Gefälspflanzen kömiien, “finden wir no6h öfter Spis
yalwitdüngen in völlig geschlossenen Schläuchen;
so'ih den Blättern von S phagnum obtusifoliümt);
in ‚den ‚Sdamenschleudern aller Ingerainsien
N Moldenhawer, 5 Beymäge. Tahı: v, ig 3; F- Bu.
Dafs er die. Faser. aulser. dem Schlauch, glaubt, int
nicht sowohl directe, „Beobachtung, ale, Folge’ ‚seiner
Theorie. NSNOERE
*”) Treviranus vom inwendiger Bau, Fig. 2d.. ,
Kieser"s Anatomie 9 | | .: PERS BER
Sprengel’s Anleitung. zte Aufl, ' Eh. Ku Fig. eLn
TI 72 ” io niale ss
5
Noch weiter hinauf finden wir dergleichen Zellen
mit einliegender Spiralfaser .bey Pflanzen, welche
ausserdem rioch mehrere Spiralgefälse besitzen; ' so
in der‘Kapselmembran von Equwisetum arvense*),
und 'selbst’im Holz von Taxus baccata”).: Alle
diese Zellen scheinen; gleich den eigentlichen Spi-
ralgefälsen, statt des Zellsaftes nur Luft zu 'enthal-
ten. : Wem: dringt sich hier nicht die: Vermuthung
auf, dafs eben. das Amylum welches den-frühern
Inhalt der ‘Zellen ausmachte,. durch : die: Bildung‘
der Spiralfaser gleichsam erschöpft sey? .dals die.
einmal gebildete Spiralfaser, ihrer lebendigen Func-.
tion gemäls, das Eindringen sines. neuen Zellsaftes
verhindere? on
Betrachten wir.nun die eigentlichen Spiralge-.
fälse höherer Pllanzen, doch nicht, wie zu gesche-
hen pflegt, ' zuvörderst im‘ Internodium}'und dann
erst’im Knoten, sondern im Gegentheil zuvördexst
als rosenkranzförmige Gefäfse im Knoten, und dann
erst in der Gestalt, in welcher sie sich, zugleich
mit ihrem Internodium, aus dem Knoten erheben.
Die grolse Achnlichkeit der einzelnen sogenannten.
wurmförmigen Körper, aus denen’ das rosenkranz-
‚förmige’ Gefäls besteht, mit den Zellen des Eiben-
baums;.wörin eine Spiralfaser liegt, ist: bei unbe»
fangener. Ansicht unverkennbar, Man. wird einwen-.
den, dafs. den wurmiörmigen Körpern immer.noch
das: Wesentliche der Zelle, nämlich die geschlos- :-
*) Treviranns Bau. Fig. a
*) Kieser Fig. 4% 48.
6. .
sene Zellwand fehle. Denn inden! man den Spiral-
gefäfsen im Internodium die membranöse Wand ab-
spricht; und die rosenkranzförmigen Gefälse nur
als eine Metamorphose jener betrachtet, ist man
'freylich,: genöthigt , auolh bey ihnen die äulsre
Wand zu läugnen, Ich werde mich aber sogleich
zu zeigen. bemühn, dafs die bisher vorgebrachten
Einwendungen gegen dıe Wand 'der Spiralgeläfse,
nicht genügen, und dals die gröfseste Wahrschein-'
lichkeit für sie rede, . fir jetzt sey mir erlaubt
eine Zeilwand bey den wurmförmigen Körpern _
vorauszusetzen, und folglieh diese als zusammen-.
gereihte Zellen mit einliegender Spiralfaser zu be-
trachten. Jedes Glied, jede Zelle mit ihrer ein-
liegenden Faser, ist hier im Knoten noch geschlos-
sen, nach Kieser’s Ansicht‘ noch ein verkürztes
Gefäfs. Bis hieher bälten wir also, freilich unter _
gewisser Voraussetzung, die Bildung des Spiralge-.
fäfses von den Amylumkörnern in der Conferye
bis zu den Knoten höherer Pflanzen in räumlicher
Metamorphose verfolgt, und überall im. Wesent-
lichen dasselbe gefunden.
Sobald aber der 'wurmförmige Körper aus sei-
nem Knoten ins Internodium tritt, streckt er sich
aus zum regelmälsigen Spiralgefäls, und durchzieht
als solches. ohne Unterbrechung den ganzen, oft
sehr langen,. Zwischenraum von einem "Knoten bis
zum andern, z. B. Scirpus lacustris, den ganzen.
Schaft, vom Rhizom bis zum Knoten der Inflores-
zenz, welcher oft gegen zwölf Fuls Länge erreicht.
Dieser Unterschied in der Ausdehnung des Spiral-
\
gefälses im Knoten und im Internodium, ist in der
That höchst auffallend; indessen ist es der einzige
Unterschied, und 'gänk ’entsprechend der verschie-
denen Bildung von Knoten und Interhodium über-
hanpt. Ja bei den Monokotyledonen sollen zıwei-
len die Spiralgefälse mehrere Knoten durchsetzen*);
so mächtik ist hier die Herrschaft des 'Längenproi
zelses: dürfeh wir ins verwundern, ddßs Sie inih-
rem eigentlichen Gebiet, im Internodium, den ent-
schiedensten Einflufs auf das Spivalgefäls atısübt ?
Sogar schon bey den Confervoideen zeigte sich
eine entsprechende Erscheinung, die hier manches
zu erläutert dient; je rascher ihr Wächstium, de-
sto länger strecken sich die Glieder der Conferve,
und bey den zusehends wächsenden Oseillätorien
ist der ganze Faden nur ein langer Schlauch, von
Ringen, > sch nicht von Scheidewähden dürch“
zogen © ' .
Im Knoten selbst, noch deutlicher im Interno-
dium, lafsen sich nun, nach Kieser und Andern,
drei Hauptformen. von Gefälsen unterscheiden :
1) einfache Spiral- und Ringgefäfse. 2) neizför-
mige Gefälse, und 3) poröse Gefäße, welehe wir
einzeln durchgelm wollen, :
br ur 5,
1 Einfache Spital und Rittgefätse,
Beide ‚Formen der’ Spivalfaser- können nur. als
Varietäten betrachtet werden, da sie oft an einem
*) Kiesers Anatomie. 8, ı3ı, et
8
'Gefäßs :dicht: neben einander vorkommen). Indes-
sen scheint doch die.Spixalform. ‚öfter bey. Mono-
katyledonen., die Ringform ‚öfter bey Dikotyledo-
“nen sieh zu zeigen) Ob nun .diese Gefälse, aus-
ser ihrer. Faser, noch eine .eigenthümliche mem-
branöse Wand haben oder ‚nicht, möchte wahl
bey. der Zartheit des Gegenstandes. durch. unmit-
‚telbare Beobachtung eben so wenig bewiesen, als
widerlegt werden können, Ich lege daher gar
kein. Gewicht: darauf, dafs ein trefflicher Beobach-
ter**). diese Wand ‚gesehn haben will, und ahbile
- den liefs; undich weifs recht gut, dafs Kieser"),
dessen. Autorität hier am .meisten gelten mufs,. sie
geradezu läugnet. Die,Gründe, welche mir das
Daseyn dieser Membran höchst wahrseheinlich ma-
chen, sind von ganz ' andrer, Art. .
3) Das edelste Organ: pflegt nicht ohne eigenthüm-
liche Hülle im Organismus zu. liegen, Be-
stände das Spiralgefälk nur aus. ‚seiner "Faser
EEE;
Tanz:
2) Bernhardi über Üanzengefätke Taf. 2. Fig. a
Kieser. Fig, 3. j
“, Kieser behauptet freylich $ 283,, dals die Ringge-
fäfse am. deutlichsten und gröfsten bei den Monokar
tyledonen erscheinen; hier ist aber nur ‘von ihrem
häufigern ader seltnern Vorkommen die Rede,
Krk) Bernhardi Taf, ı. "Fig. Es j Taf. 2. Fig. 7. — ım
“er, 2 114 — Auch Sprengel läugnet die Gefäßwand
noch jn, seiner neuesten Schrift. ‚Ein Irrthum: ist es
aber, weun er behauptet,: dafs Treviranus ebenfalls
dieser Meinung sey. Maän vergleiche dessen Werk vom
inwendigen Bau der Gewächse, 8. 38 — 4o,
29
so würde:wenigstens. die äulsere.Seite .dersel-
ben dem rohen Intercellularsaft ausgesetzt: ..;...
:9) Die ersten Spuren der Spirälfaser finden, wir,
wie hereils: angegeben, , wirklich. in Zellen. ein!
geschlossen“). , ni
3) Auf der letzten Bildungestufe der Spiralgefäßse,
\
das heilst:hey den :porösen ;, ‚Gefäßsen, ist, die
. Membran. sogar. dem Auge: "wahrnehmbar. Bass
aber‘ die Membran dieser ‚Gefälse: ‚nicht; blofs,
j zwischen. den einzelnen Windungen: der: Faser,
wie Kieger **) erinnert, ‚sondern aulserhalb
derselben . liegen’ müsse, werde | ich ‚unten. zu
beweisen-suchen. ln. :. "0
Fuer EHE TEN Ps
Ay Wenn :man das Daseyn. einer; membranösen. Ge-
‚ selbe zu ‚erfordern, ein
fälswand zugiebt, lassen sich die Entstehung den
: Gefälse aus Zellen, und- die: Fortbildung’ der-
selben, einerseits in 'neiz[örmige.,‘ andrerseits”
‚in poröse Gefäfse, Zusammenhängend und ge-
nügend erklären; ohne diese Annahme ist
noch keine Erklärung gelungen. Die: Einheit
. des pflanzlichen Organismus; scheint‘ ‚also: die--
B BR Sr
Es wäre am unrechten, Orte, hier diese. wier
Gründe für die Gefäfswand.. einzeln ‚durchgehn zu
wollen.: Die beiden ersten: sind.im obigen. sohon
‚ erläutert; von"den porösen-Gefälsen wird: bald die
9 Vergl, "auch Kieser $. abi Anmerkung. a
"Rede seyn; aber däs Härmonische dieser "Ansicht
ie ten aber
u u . .
”) Kieser fi Zoß, ’ BR
10
katın nur 'aus der: ganzen Darstellung, und allem
was sich daran knüpft, hervorgehn.
“"..Inseihiem gewilsen- Alter erscheinen nun, stait
der:einfachen' Gefälse,’hei den Monokotyledonen,
bei denen die Spiralfaser vorherrschte, die netz+
förmigen Gefäfse, beiden Dikotyledönen, bei de-
nen , „die Ringfaser vorketrschte, die porösen Ge-
fäfse. *) Beide: Gefälsformen halte ich: für Resul-
tate rückschreitender Metamorphose, Diese An-
sicht, welche. von der äller mir bekannt geworde-
nenAnatomen abweicht, ist nicht etwa Meiner
Meinung -von-der Gefälswand zu. Gunsten ersonnen,
sondern bat sich schon weit früher aus’ der Betrach-
tung des. gesammten' Pflanzenlebens in--mir- entwi-
ckelt.: "Die weitere Ausfülirung derselben mufs ich
auf einen andern Ort versparen, hier nur die noth-
wendigen Grundzüge Von Knoten zu Knoten,
vom Internodium zu :Internodium, von Blatt zu
Blait, schreitet die Metamorphose der Pflanze. anf-
wärts, bis 'sie die Blüthe:erreichtt von hieraus,
mit der höchsten ihr’möglichen Spannung, mit den
Geschlechtswerkzengen“‘) j beginnt die normal zu-
"*) Doch kommen ach in "einigen Diköryledanen) netzför-
° mige, und noch seltner ;: doch hie und da, in\einigen
‚Monokotyledonen Sporöse: ‚Gefäfse vor. Es ist hier nur
von dem Gewöhnlichen,, ‚Normalen, die Hede.: Kieser
läugnet,die porösen, Gefälse bei. den Monpkotyledonen
ganz. $. 359. 498. 514,
*) Ich_scheue mich nicht, diesen Ausdruck ferner zu ger
brauchen, doch ist hier freilich nicht der Ort, ihn gegen
Schelver’s und Henschel’s Einwendungen zu
behaupten. ;
j
ı1
rückschreitende : Metamorphose .his zum Embryo,
welcher..den. Vollkreis der Vegetation beschliefst.
Eben so ist in’jedem einzelnen Knpten mit seinem:
Internodium und .Blatte eine immer fortschreitende
Metamorphose, : welche sich in..den verschiedenen
Graden der. Weichheit,: Bildsamkeit und: Producti-
vität kund..giebt; weiterhin: .schliefst sich wieder
unmittelbar. an die aufsteigende ‚Metamorphose der
Jugend die xückschreitende- Metamorphose. des Al-
ters, das Weiche erstarret, Bildsamkeit und Pro-
ductivität "hören: auf, und von der innersten Mark-
röhre greift die Zerstörung immer weiter um sich,
Es ist also; gar.’ kein Grund :vorhanden,. den. star-.
ren. Holzkörper ‚für: pflanzlich vollkommener zu.
achten - als die jugendlich kräftigen Triebe; viel-.
mehr zeugte .das. Hohlwerden des “Holzes; oder
doch der Markröhre , vom. Gegentlieil. In letz-
tern aber finden wir stets einfache Spiral- oder
Ringgefälse, die beyden andern Formen erschei-
nen erst im Alter, bey rückschreitender Metamor..
phose des ganzen Theils, in welchem sie liegen.
Sollten sie daher nicht selbst für Producte dieser
rückschreitenden Metamorphose gelten? Und für
diese Meinung spricht, nach unserer Ansicht, 'änch
ilıre eigne. Bildung. _
. Wenn nämlich das, einfache Gefäls aus zwey.
heilen bestehend angenommen ivurde; aus einer
einfachen Spiral- oder Ringfaser, und aus. einer
durchsichtigen äufserst feinen (daher so schwer
wahrzunehmenden) Membran: so scheint nun, hier
im netzlörmigen Gefäfs die. Faser auf Kosten. der
\
/
i4
Baur IL Botanische Notizen!
in Bl an Tara Re
3. Beme nkungen über Genchrus’fru tescens
lage: Eryngium: trifolium..Alpin. und
= „Sämpanula' ‚pelviformis Lamarck; von
" Heren‘ Dr: Sieber: in Prag in ner
r od .r hen h Pre Pr ee
Laien Bsp EEE SE Pa Tai. ol or! ee!
.n Von mehreren Seiten bin ich ghgegängen wor-
‚den ‚mich:über dem‘Ce nchrus frutesoens , welcher
auf. Kretargiachden soll}: zu äufsern; die.-Sache‘ver-.
hält sich so: Towirnefort. fand.in: Armenien ein
Gras, welches Linh&.Cenchrus frutescens nann-
td,und: Alpins Abbildung, eines: Kretifchen Ge-
wächses, welches bei. Ganea am Seestrände. wäachse ,
nach. seinem :Göständhifse aber nie blühe), als. ein
..
eymonymamı eitierteltuie u ‚sh
"Herr Professof. ‚öpr engel in Halle hatte die
eier wich Yor'üek ; Abreise nach Kreta "besonders
darauf” uiimerksant" zu ihächen” — Ich eilte auch
sögleich dahin, und Tahd; indem’ ich der kriechen-
den Pilanze bis zu Ihrem ‚Ursprunge überall 'nach-
giöng, dafs & nichts" inders als Arundo "Donax. E.
sey, weldlie' sich von" "allen übrigen Exemplären,
die‘ich. anderswo gesammelt hatte, in: gar nichts
er vr »
unterschied, 2" was. ic
Ich bin daher nach Bereisung der. ganzen.
Nordküsie-dieser Insel vollkommen überzengt, dals
dieser Cenchrus frutescens L., insofern. 'es. Al-
pins Pilanze betrifft, durchaus nichts anders als
15
die oft 3 Klafterlangen Ausläufer von A'rundo-Do«
nax seye, und das Gewächs, da’ es nicht jährlich ab-
gehauen wird, :der' gelinden, Witterung. wagen fru-
tescire, die. wahre Pflanze dieses, ‚Namens äber-im
Tournefortischen Herbar aufgesucht werden mülse,
Wie.nothwendig es sey, Standörter, ‚wo. man
seltene Pflanzen sammelte, ‚genau. anzugeben; da-
von liefert Eryngium. trifglium ein Beispiel, ,Al+
pin fand,;es. auf Kreta, und nach'ihm weder Toqux-
nefort:noch Labillardiere, weder: Olivier
noch Siebthorp. Aus Zufall kam ich dureh.die
Schlucht ‚von Nibro. nach dem unabhängigen, Ge
biete, der alten Sphaxiotfen,.. und war. blos..eine
‚halbe Stunde. ‚von ‚Acomitades,. an der Südseite der
Insel, entfernt, als ich. es ‚von, den ‚Felsen, kerah-,
hängen. sah, .-—, Die Pilanze,. war sogleich, eykannt,
leider- aber. ‚verblüht; ändefsen änderte ‚sich; mein
Bedauern in, Freude um, da der. .Saame ‚zeif war,
Die blühende Pilanze ist.noch. nicht recht beschrier
ben. worden... een :
‚Cam pannla pelviformis. ist, eine. dureh. den
Bißs der Ziegen verkrüppelte .C. sorymbosa,,.4. an;
du: Mus,,., deren. untere Knospen: stehen |: ge
blieben, und; durch, ‚den Trieb- der Pllanze, so,gruls .
_ wie. bei. den. iC, ‚Medium. ‚gewonden sind... Ich ‚habe
diefs häufig: beobachtet;. selbst. die: Abbildung. ‚am,
Ann, du Museum. spricht ganz dafür, ‚: C.. pelwifor-
mis ist-daher für keine. ‚eigene Art: ‚anzusehen. Das
in meinem. Herbarium.. ‚cretipum unter..dem Namen,
c. pelviformis vorkommende. Exemplar. äst ‚eine
- von den Ziegen nicht verunstaltefe und frei eut-
16
wiokelte Pilanze, welche .den passenden Namen C
sorymbosa: zu erhalten hat, 2!
" Berichtikungen zu meiner’ kretischen ler lies
Bere ich nächstens. oo: BE
hrs. tn.
"#2 Herbariüm Flörae Germaßlcae.
"> Die botanische' Geselischaft zu Regensburg hat
in’.der' Sitzung: vom':i16.' November "unter andern
auch. den "Beschlufs gefalst, dafs, neben ihrem all-
gerheinen Herbarium,' noch ein "Zwreites ji ' blos aus
deütschei Gewächsen bestehend, ängelegt werden
soll, welches, deh jetzigen Anforderungen der Wis-
senschaft entsprechend; nicht nur aus guteingeleg-
ten Exemplaren’ bestehen‘, sondern diese’ auch in
mehrfächer Zahl äus verschiedenen Gegenden, be-
sönders 'weni'sie Abweichungen von der gewöhnli=
-&heii‘ Form unterliegen, enthalten wird. "Obwohl
un schon einige Mitglieder (Hr. Dr. Koch mit
Weidenarten; Hr) Pröfeet Emmerich und Hr, Apos
theker Funck. mit Laubmoosen, Hr. Apotheker Laus
rer‘ mit" Flechten) dazW’eirien schätzenswerthen An-
fang’gemacht häben;'sö wird doch: die Beihülfe atis-
wärtiger Mitglieder"vorzüglich mit in Anspruch zu
nehmen seyn. Wir ersuchen also: diejenigen Bota-
nike, welche die Kunst ‘des Pflänzeneinlegens sich
eigen gemacht häben, ünd’an unserm Begininen theil-
nöhrlieht wollen, bich init ihren Anträgen an unszu..
wenden, indem’wir Vergüfung.mit alern getrockne=-
ten Pllanzen, oder’ baäre Bezahlung dagegen anbieten.
„Regensburg, deu 3. Januar 1822. :
imo. "R b botan. Ges elschaft
s “
® DE RP on *“r DE BEE EEE See u
Ku er‘ $ ar aEEEE
F 1 6) T a ir
; oder ..
Botanische, Zeitung.
Nro: 4... Begensburg,! Fartt- 28. Jannar, 1p2:.
Ber II
B Cr
om: ia an Her 5 ein
ru L Aufskize,
Ueber das. Geschlecht der Pflanzen;
“yon Herrn Direktor, Ritter von
LE
"Schran ak, we 0
> FR: Pure u 7 NZ Et In ‘ ; ”
Ma »Sucht- in’ unsern; Tagen: das Geschlecht
der -Pflauzen zu bestreiten; ‚und; es. ‚fehlt "nicht
an Schriftstellerny. welehe glauben, die: seit.weis
über hundert Jahre ‘alte. und ‘tausendmal- bewie-,
SenerBehaüptung defselben sey ohne Rettung ‚zu
Boden gestreckt, Rud, Camerariuys, ‚Sebastian
Vaillantj'und Kölreuter. seyen’schlechte. Bes
obachtei! gewesen, aber. Friedrich Georg! Miöl«
ler und.Spallanzani,..die keine Botanisten
waren; "haben unumstöfslithe Gründe und Erfah-
zungen: "beigebracht. ‚Und .-dann erst, was.:ınan.
diesem alten Vorurtheile‘, wie’man« &s nennt‘,
; neuerlichst ‚entgegen ‚gesetzt. hat! Man meint,
seime noch"immer bestehenden Anhänger haben '
kein anderes Mittel, als die vorgebrachten Go
gengründe vornehm zu:ignoriren, ' Andere spra=
; ehen in. einem weniger 'triumphirenden: Tone,
i D .
x
bo a ‘
‘andermal fallen gerade zur Blühezeit des Wei-
”.
TE Be
‚meinten, die Gegner ‚hätten zwar ihre Gegenbe-,
hauptung noch nicht vollständig erwiesen, doch
. seyen; ihre Zweifel, "Gründe ‚und ‚Beobachtungen
‚yon 'soleher Wichtigkeit ; “Hals es "wnerläßsliche.
Pflicht für die, Naturforscher sey, die Untersu-
chung der Sache von.Vorne anzufangen, nament-
lich. die. Kölreutgrischen. Versuche zu wieder-
holen, aber sie mit ungleich grölserer Sorgfalt
und Umsicht anzustellen‘, ’ als der - ‚gute. Kölrew
ver ‚angewandt hat. ..-.. .:.», u
. ‚Man, kann darauf, antworten, ‚die, Natur“ na
bereits in diesem Streite geantwortet, 1 Re, 5) pon- |
sa venerunt; causa decisa est. Es” kömmt
‚nur:darauf an,’ dafs-man’sie recht'verstehe ; aber
üm'sie.'recht zu verstehen;'muls man.im bestän: !
digen! Umgang mit ihr seyn, nieht:ihr ä priori
‚Gesetze‘vorschreiben,' sondern, wie schon .dex
alte Plinius lehrte, hingehen und sehen ;!quid
„natura ferat aut: faciat. . Ich könnte hinzu-
fügen, dafs .die Menge. der Beobachtungen;; . die
man'alleTage zu machen Gelegenheit hat, :die
man’ ‚sogar wider seinen Willen zu: machen ge:
zwungeh‘ wird, die Sache völlig entscheiden. Ds
pflückt ein.unwissender. Gärtner seinen. Melonen«
pflanzen die wenigen Blüthen noch vor dem Aufk
bruche weg, . welche. unten keinen Fruchtknoten
haben, ‘weil sie taub "sind, sagt‘ er, und-der. Pflan«
ze nur ihren Saft rauben ; und wartet vergeblich.
darauf, dafs ihm die: andern Frucht ‚bringen. Eis
'
re
zens heftige Regenschauer, und der Landmann
ist untröstlich, weil er vorsieht,. wäs die, Folge
davon seyn werde. Die Bandblüthen der Son.
nenblumen, der Gentaureen, der Rudbeckien, der
Berckheyen hringen keinen Saamen, obschon sie
selbst. viel ansehnlicher, und, wie wohl auch ihr
Wuchs, anzeigt, viel.befser genährt sind, als die
Mittelblüthehen. Diese und ähnliche Beobachtun-
gen macht der gemeine Gärtner und oft’auch der
Bauer tausendmal, Sie. wilsen zwar. die Ursache
dieser Erscheinungen nicht, aber der Botanist,
welcher sie. weils, belehrt sie, sie folgen. ihm,
wenn es in ihrer Macht steht, und finden Ursa-
che, ihm für seine Lehre zu danken. . -.
‚Er: selbst, -der Botarist, begnügt' sich mit
blofsen Beobacbtungen nicht, er stellt Versuche
an. Kaum öffnet sich eine von andern Blütlien -
ihrer Art hinlänglich abgesonderte Blume, .so
schneidet er die Staubgefäfse, ‚ehe sich noch ‚die
Beutel. öffnen, oder -in. einer andern unter: glei-
chen Umständen. die Narbe weg, und heyde Blü-
then bleiben unfruchtbar. Er wiederholt, diesen
Versuch hundertmal, wiederholt ihn an verschie:
denen Pflanzen, allemal mit demselben. Erfolge.
Seine Folgerung, diese beiden Blüthentheile ‚und - :
ihre Funktionen müfsen also wohl für einander be- '
rechnet seyn, und. ich habe sie als zwo Kräfte zu
betrachteu, welche zu einerlei Zweck vorgebildet
sind, Kräfte aus deren Verbindung. die künftige
Generation hervorgehen soll, die dann. der Mut
Da
52 \ t u
terpflanze wieder ähnlich seyn, und sie ersetzen, _
‚wieNeicht mit Wucher ersetzen soll; diese Fol
gerüngen sind logisch richtig:
. Nünigeht er einen Schritt weiter.: Ich kann
diese beiden Kräfte, sagt er. wie Stofskräfte an- '
sehen; welche den Trieb. zum Wachsthum in den .
Fruchtknoten bewirken. Da sie sich in einerlei
Pfläanze'beisammen befinden, so ist wohl beiden
einerlei. Ziel vorgesteckt; einerlei Richtung gege.
benz;wie-aber, wenn ich idie Kräfte zweier un.
gleichartigen: Pflanzen in Verbindung‘ 'bringe?
Das werden Kräfte seyn,-die nach verschiedenen
Richtungen wirken, ich: habe: sie wie 'Stöfskräfte
zu betrachten, die unter‘ieinem gewilsen"WVinkel
gleichzeitiß, auf denselben Körper wirken, deren
Erfolg..dann die Diogonale ist, welche: keiner der
beiden : Richtungen folgt, sondern zwischen bei«
den in.einem gewifsen ‘Mittel bleibt. WVenän ich
also den Blüthenstaub z. B. von Malva Alcaea
auf ‚die.Narbe :von -Malva mauritiana oder
umgekehrt bringe, so werden mir die ‚dadurch er-
haltenen: Saamen weder. die Eine noch die ande-
; ze Art geben, sondern eine Pflanze, die immer
noch: eine Malva’ist, :aber- üngefähr’die Mittel-
form: Zwischen beiden genannten Arten hält. Wie
aber wenn ich ‚diese Blendlinge: wieder mit der
Einen’ der. :Stammälten in: Verbindung bringe,.
und die daraus 'erhälletien Blendlinge. wieder mit
der Stammart verbinde, und durch einige "Gene-
ratiönen fortfahre, muls : nicht auf‘ diesem wege
3
55
die Stiamtüart ‚wieder hergestellet. werden. -Nach
den: ‚physischen, Gesetzen muls das wohl:'geschei
hen: denn: wenn man die. erhaltene Diagonale mit
einer dei: :beiden- ersten: Linien.. in. Verbindung
bringt, .so ‚wird ‚sich: die’zweite ‚Diagonale: schon
mehr ‚dieser. ersten, nähern, jede‘folgende;wird
es. noch: mehr thun , «undicendlich-wird eitie :Dia-
gongle entstehen, ‚die mait-ähnt zisammenfällt;sund
'allen‘Untenschied der: ‚Riehtungen ‚aufbebt. “Unser
‚Bötanist»miaeht ‚alle diese Versuche:.in seinen Gar-
ten, und erhält:aus,.ihneh die erwärteten Erfolge.
: Ob v:Kiöölreuter"bei..seinen . Versuchen:'ge-
xadd..so.mathematisch.Sedacht. habe, weis ieheben
nicht. "Er hatte unter''dep.'Thieren’Beispiele von
‚Blendlingen.: vop::!sich.;. welche ihm”; den: Ge-
danken.:einzuflöfsen: 'veruidchten , ‚Pflanzeikletid.
linge zusenzeugen.=:Aber-darani.liegt ‚wenig, was
und-wi& er- gedacht';habey'genug, er: handelte 'als
wenn''er :50, mathematisch;i:gedacht» hätte; "aber
die: Möglichkeit ‚der -Blendlinge; und‘ihrerEinar-
tung ‚wird "durch diese..ldeen:erwiesän, ud ‘hätte
‚sichr.mit:Gewilsheit voraus» bestimmen. lassen: '
® :: Man: setz6! aber «diesen ‚Vernänftschlüfsen,,
die die Stärke.mathemätischer:iErweise haben,
und :es: ‚wirklich sind; „Beobachturigen entgegen,
"wodurch::man.sie‘züber den: Haufen: zu. werfen
glaubt: Wir :wollen.:hören;-; wir: dürfen hoffen,
sie :werden..eine ‚UÜeberzeugung imit: sich führen,
welche‘ schlechterding» keine Einzede: zuläßst, und
ihre Urheber‘ haben sietmit:einer. Ahfmerksan.
54
keit und Sorgfalt gemacht, mit einer, Einsicht. in
die ‚Natür der. Pflanzen angestellt, welche: durch
vichts. ‚übertroffen werden können. —.. Man. hat
wielfältig: ganz einzeln’ stehende sogenannte weib-
liche: Pflanzen vom Hanf, :Spinat, u. s. w. Früch«-
te‘ bringen.'sehen.: Zugegeben; sogar: bestättigen
kann..ich ‚diese Erscheinung, : und auf Martini.
'qwe,:hati.man.. sie bei den Phapayen sogar regel-
mälsig ,.. welswegen .sich’ auch Labat auf: Ko-
‚sten den‘Vertheidiger des Pflanzengeschlechtes lu- _
süg macht... Allein man 'hat:'gar.nichts gewonnen:
denn: einmal tät zwischen Frucht: und fruchtbaren _
‚Saamen, :ein: gar }sehr erheblicher :Unterschied.
‚Die Gorinthen..sind.'sögut-Prüchte des Weinstöcks
-.alsı die‘, Rosinen,..äber sie: sind. saamenlos;...es _
‚giekt/eine.säänenlose Abart des Berberizenstrauchs
Apit scheinbar vollkonimenausgewachsenen. Früch-
‚ten „und. gegen: das Einde ides vorigen Jährhun-
„dertes;, in: einem nalsen‘Jahrgange,, brachte ein
‚sonstfordentliche Früchte tragender Pflaumenbaum
‚ganz !gnte,Pflaumens:säben: ohne Steinkern ‚und
Mandel... Die Maldivennüfse, welche :auf ‘den: Se-
‚cheleg;ibei ‚Isle de ‚Fraiice -zu Hause sind, und
‚bistan die: Maldiven. getrieben. werden, und an-
‚sere-VWVassernüfse‘;- welche uf. unsern Teichen her-
aim: ‚treiben; "scheinen: vallkommen ausgebildet,
‚aber: vergeblich. versucht inlan. sie zu stecken, weil
‚sie tahbisind. Will man säebare haben, so fische
‘man sie;jaus«dem. Grunde: des Wassers auf. Unter
‚güinstigen..Ilmständen vermögen sich nämlich wohl
die Ausserfie Umkleidungens:der Früchte sogar
nockridas’,Eyweils:der: Säamen! ganz gut augzubil:
den, aber?der.Keimtäist.nichz vorhanden; dahen
pflegen 'die'Gärtnerundwohlsauch:die. Landleuie
ihre! Syanen”'vor der’ Aüssaat&iner :’Wasserprobe
Zutimsenwerfenyssäen indie; was. zul Boden’gesuns
keh ist. “Früchte? kömiöndalse'wohl: vollkomkment
gesiahtersiwerlden;bunddanita dieitPapäjien sdanthun;
öhneihäörgegangene‘ Beßrucktunk dusch« Blülhenur
stäüb35:50HarlSaanien!.könhen, ohne »dieses-Eilfsa
mittel ’erzeugtiwerdenjsiab&&-keimlös werden sie
seyn.2i:Däs'ist>sogar'im Thierreiche:keine seltene
Erscheiminggiwir" sehen‘Siethäufig an:unsermHaus«
geilügel'; welches: öhne-Begattung:' Eyerr legh,, Nie
aber: nur Windeyer sindy«Eür: unsere: -KüchexwohE
eben. so:brauehbar, ald aundexeindbeitkedine Kinchleitt
gebönr. "Mändhattsich‘ aldo:lurchrden Scheingrüglen
lassen gi ‚weitsiweiblich6 Diöcisten Früchte, soder
Saamen*trägen ; so schlofs::män übereilt, däfsider
Blüthenstäuß kein erheblichesBedirfnifssey«Schor
durch: 'die:Seltenheit :derBirscheiäung: hättenan)
aufmerksam gemacht werdewjshätte:diese Erücht&
untersuchen ‘sollen, öb ‚siei:ähth Saämen sBaben,
die! Saameil: untersuöhen ‚sollen, ob sie -auch:eineh
Keim. beherbergen, ssie'säen sollen," ums zusei
- Sähreny."'öh” dieser Keimiauchtivollkonimen aüsge& :
bildet ‚ob. er'"im! Stande : 'sey, :eine: Pflange: zu .
geben: :Man has';abar...alle'.diese' Untersuchungen.
vernächlässiget; ‚und. lieber ‚Philosophirt,„. als ex-
Derimentidt, el elta En De
56
u Dopkyiich gestehe,sa,.duan hat eben-an. übel
ninht.gethan, dafs: man..diese. Forschungen unter- _
lasdeh hat: "Denn gesetzt: die Eanfkörner, oder
die-Spimatsaamen von :gank.isolirten Pflanzen: ge-
ndmmen, "hätten 'brauchbäre. Pflanzen gegeben,
so. würde damit noch nichts gewonnen, seyn:..Maan
fürchte ;nicht, dafs-iehndie, Winde. oder die An-
secten.zu Hilfe. rufei} ohschon diese beiden Hilfs-
mittel: von: den Händen. dei Natur ‚viel käufiger
anfjextendlet' werden „-aleinan bei. Hlüghtigen:Be-
obachttmgen -denki! Kol.seiztim hiesigen sGiauten
Yallisnenia: 5piralis moch; mier-Früchte an;
obschom ‚sie: männlichen ;Blüthen: sich. loarzidsen,
wa ‚dgel weiblichen‘ euipar kommen; ahker' die:
Pflauzed::stehen -im Hause, in. ganz. rubendenn
Wasser‘; und die 'beiderlei Blüther.komuien nicht
gelyinig mimtereinänder,.daks..dem:Staub. der männ«
lichen ‚wedhtzeitig auf,.die Narlkien. der..weihlichen
gebracht ‚wierden.. könntsie:, ie der nbepienn Natur
sind.6s.iressende Wasser, die sowohl udnnch ihre
Stnämung! splbst sale. Alırah: gelindere Wände: viel-
Killig gekeäuselt werdenbısdber, wie gesagt, ich.
verzieiter.auf die Winde, die. Ingeeten , und auf
alleı' anileım Erklärungen, «die ,man ‚für. die Er»
scheiaung,;: dafs ganz..isolirte weibliche Pflanzen
Frucht brachten, die ich: gerne für vollkommen
ausgebildet annehme; :und die in eimem:Zustaride,
dals sie unter die Erde gehracht; und''nach, ‚den.
Regeln, der: Kunst behandelt, eine :oden.mehrene.
Pflanzen ihrer Art wiedergebe, Ich 'habe..eine
57
keäftigere, Antwast,. welchp. ich, der :Natur vom _
danke, und ‚welche alle Grühgleien niederschlägt,
.ı Man hat.sich. selbst :heiyogen, als man. glauby
te,:.daßs,.dig..Blüthe, ..auf welehe wohlgebildete
Truceht ‚folgte, lediglich sBRE „weiblich: "WAT 5 sı5Re
wax:hörkstwahrscheiplich, einerZwitterblüthe ;. und
unsere, regney haben: vox.i ihrem "Triumphe way
erst, an begraisens. dafgausispuein weiblich „genresen
say 3 aaoäs agiebt, keine., unbedingt: BELERAUHEI
Geschlechtex bei..denPflannen ; alle Blürhemsinid
Zwitter, nur, mit dem Unterschiede, dafs beirvies,
len: Axten.'ymi: ganzen ‚Gattungen in. den Rege}
nur ügs.Bine: ader das anderg: Geschlecht Ausgax
bildet: ‚werde. ‚Diese. Behauptung wände. schön ı
durch die ganze: 23. Klasse. des Linnisinahen Ayie
stems bestättiget, in munlaklen auarex desımäugk-
ehen ‚allen weiblichen Bjütken.;wollständige Zwät-
terblüchen Regel sind. Was aber.hier Hegel ist,
erscheint. .in. andern Klassen vielfältig: ale Auss
nahme ;;::Aie: ;männliche Blüthe . der. Nessel' ist
nichts. als. eine. Zwitterblüthe,, in welcher der
Stempel. verkümmert jst „welchen dapn Lians
as N.aetamnigm ‚angegeben. hatz- so ‚int esihei
Xantbjum, 39 bei vieler. andern Gewächsen
Die beiden. Lychnis-Atten, welche von Linnd
und einigen;aydern. Botanisten unter dem. Namen
des.zweihäusigeu vermengt werden, kommen hä
Sg mit. Zwitterblüthen ‚vor, und :es hält nieht
schwer ‚sogar in ihrem ‚getrennten Zustande. in
den männlichen Blüthen den unentwickelien Ste.
58
pel; und-in der: weißlichen. die‘ 'värkrüppelien
Stadbgefaßie:zu- Andei. "Der Pisang unserer
warmer Häuser hat'deitliche Staubgefäßsey:macht
viele reife Früchte‘, aber : die Saamen : bleiben
ohme: gebörige ‘Ausbildüng#'so-ist er’in de Gr
ten: der’ fieurdschafffeheifihnd: gwsällschaftlichen
Inseln ‚'we er hiigegen atf:den Felsenriffen uns
kewohnter Inseln 'vörköimmt, da hat :eriBrüchte
mit:sollkommenen Suanteıt;' welche ’den'vollstän-
dig entwickelten Blatkieh'lfgigem ' Die” meisten
Air ste Pliis - Arteh sid Jschwer- dahir zusbrih-
gen;'idafs: man --von- ihnen: reife‘ Eiteliteierhiel-
te, obschon sie-’ah Stempel und: Staubewfälsen:
sehr;ausgubildet au ‘seyn’ scheinen ;- sie‘ befinden
sich nämlich mit ‘dem Gäften‘ - Pisang in 'dem-
selben Fälle, sie" erhalten zu reichliche Nah-
zung, wodurch die’ Säfte zu wässerig 'däs Odh
des Blürienstaubes- und das «des Warbetropfens
zu: unkräftgi werden ; auf den "sanligen“ Cap-
vofaldes des” Caps’, wo’ sie gröfstenitheils zu
Hanse sted, bringen 'sie Saamen, und’ ein ab-
geschnittener eben blühehrder Stengel von Ama-
syllis Reginae' reife. dem 'berührten Ca-
eimir Medieus’ ebenfalls Frucht utid- Saamen.
Durch feine Menge vergleichende Bebkachtuhgen
istiesjeizt erwiesen, dals‘ das berüchtigte Mut-
terkorn, welches auf einigen unserer Getreide-
‚Arten und auf mehreren andern Gräsern vor-
könemt , nichts als ein auf Kosten des Heims
stärker gewachsenes Hörnchen sey; man: findet \
59
es nicht nur in regnerischen Jahrgängen,- in Walz
chen’ durch die fallenden Begentropfen der’'Narz
betropfen oder der Pollen des Blüthchens 'wegge#
schwemmt worden ist, durch die ganzen Ascher
sehr häufig, sondern auch in den fruchtbarsten
Jahrgängen auf den üppigsten Aeckern, welche
an Landstrassen gränzen, vom angränzenden Ban-
de bis auf eing.gewifse.Strgcke, ‚hinein gar, nicht
sparsam, weil hier durch den Staub der benachz
barten Hochstrassen der Narbetropfen überklei«
det und zur Empfängnifs untauglich gemacht wird,
während gleichwohl ‚in dem einen wie in dem
andern Falle die Pflanze vom Boden, des 'näh,
renden Stoffes. mehr als genug erhält. Diese, ‚Bes
‚merkung,, dafs vom Strafsenstauhe die naturge-
mälse Bildung,,gex Früchte und Saamen gestört,
wohl gar unterdrückt werde, ist nun freilich nicht
tröstlich für diejenigen, welche da, seltsam ge-
nug, behaupten, jeder Staub, auch der Strassen
"staub, an. die Narbe gebracht, befördere die Aus«
bildung der Früchte und der Saamen. Meint man
denn, der Pollen, weil wir ihn Blüthenstaub nen-
nen, sey weiter.nichts, als gefärbter Staub, weil
er für das unbewaffnete Auge die Form davon
hat? Sorgfältig angestellte Beobachtungen unter
dem zusammengesetzten Mikroskope würden leh-
ren, dafs dieser vermeintliche Staub sehr künst-
lich organisiret sey, dafs er aus lauter Büchsen
bestehe, welche eine Feuchtigkeit einschliefsen ,
welche sich mit dem Wasser nicht vermischt,
2
6o
wohl aber von feinen ätherischen Oelen ausge.
sogen. wird. Clandius Joseph Geoffroy hat in
den. Denksehriften der Akademie der Wissenschaf-
ten’ für ayıı einige dieser Formen abgebildet,
“"Zuweilen wird das Eine Geschlecht durch
Kärglichkeit der Naftung oder durch Schwäche
des''Alters unterdrückt. ‘ Ich hatte im ‘hiesigen
botanischen Garten mehrere Saamen' von Guis
tafdina Bondactella gesteckt, welche viel ;
über 36 Jahre alt wären. Ich erkielt schöne Bäume
5% Ihnen, äber alle’waren männlich; auch Bumpf
erzählt, auf Amboind bringe der Baum, wann er
äuf'dürrem Grunde steht, nur männliche Blüthen,
'Hier'ist im erstern Fälle angestammte Schwäche,
die von hohem Alter des Saamens herrührt, im
zweiten: wirklicher’ Mangel an Nahrung die Ur-
sache yon der Unterdrückung des Einen Geschlech-
tes; aber auch jugändifthe Schwäche hewirkt mehr
oder wenig dieselbe Erscheinung; "so:tragen alle
ınhr bekannten Arten von Aesculus in der Ju-
gend blos männliche Blüthen, und viele andere
Bäume werfen, ohne deutlich das Eine Geschlecht
zu unterdrücken, gleichwohl ihre Blüthen ab,
ohne Frucht anzusetzen; es. giebt auch Bäume,
welche in der Jugend scheinbar sogar Früchte
bringen, aber ihre'Saamen taugen. nichts.
Wenn ‚aus diesen gar nicht seltenen Unter-
drückungen des Einen Geschlechtes bei Pflanzen,
u bei welchen sonst Zwitterblüthen vorkommen, er-.
61
hellet, dafs man alle Blüthen, welche gewöhnlich
nur das Eine Geschlecht haben, für Zwitterblü-
then ansehen müfse, bei welchen das Eine Ge-
schlecht unterdrücht ward, welches aber gleich-
wohl unter günstigen Umständen, etwa bei reich-
licherer Nahrung, hervor tritt; so sah ich in den
beiden ersten Jahren des kotänischen Gartens'zu
Landshut in den männligkes Achren der Mays?
pflanze Körner kommen, und in der “weiblichen
Hanfpflanze findet man vielfältig unter den weiß:
lichen Blüthen einige Zwitterblüthen. ' Es "Kan
sich sogar der Fall ereignen, däfs die beiden Ge.
schlechter sich umtauschen; so liefs einstens Prof.
Herrmann einen weiblichen Negundo‘--Ahorh,
für den Garten zu Strafsbüurg kommen; das wär
der einzige Baum dieser Art im gahzeır' ehrent
aber der Gärtner suchte ibn durch ablegen zu
vermehren, 'und einer von diesen Ablegern wug
männliche Blüthen. Bauder, ehemaliger Hopfen-
händler und Bürgermeister ö zu Altorf, düngte ‘ein.
stens seinen Hopfengarten mit, unabgelegenem
Teichschlamme , und seine sämtlichen‘ Hopfen-
ranken trugen nun statt der Zapfen männliche
Blüthen; und in Gegenden, in welchen viel Ho-
pfen gebaut wird, ist diese E Erscheinung sehr ge
mein, man hat auch dort eigene Namen dafür:
'man nennt einen solchen‘ Hopfen blinden odef
Nessel - Hopfen; man hit sogar gesehen, - dils
dieser Nessel - Hopfen Tediglich durch Yerän-
derte Wäitüng in einen seht: schönen weiblichen
62
zurück gebracht wurde (Wochenbl. d. landw.
Ver. .VIH. Jahrg. p.. 827). Auch ganz ge-
schlechtlosen Blüthen ‚fehlen die Geschlechtsthei-
le nicht nothwendig, sondern ihr Mangel ist nur
Verkümmerung. So kam mir eine Centau-
rea Crupina, die man auf einem Mistbeete
gezogen hatte, mit Griffeln in den Randblüth-
chen vor.
‚Man. studiere ‚nur flleifsig, ein gutes Suchglas
in-, ..der Hand, die ‚Blüthen .mit getrennten Ge-
schlechtern; man wird bei den meisten in den
wännlichen Blüthen Spuren, oft, es ist wahr, sehr
unkenntlich, aber doch Spuren eines verkümmer-
fen Stempels antreffen, welche in der Nessel so
sichtbar sind, Seltener wird man zwar in den
weiblichen Blüthen verkümmerte Staubgefäfse
finden ‚ was aber auch sehr begreiflich ist: denn
der stärkere Körper des Fruchtinotens muls nack-
theiliger auf die für sich dünnen Staubgefäfse als
diese auf jenen ‘wirken. Ist aber das einmal durch
Beobachtungen und Versuche dargethan, dafs bei
den meisten Blüthen mit getrennten Geschlechtern
der Mangel, des Einen Geschlechtes lediglich aus
Unterdrückung herstamme, so ist für die andern
die Vermuthung derselbigen Ursache gegründet.
‘Was man von den Asclepiadeen und Orchideen
sagt , weis ich freilich nicht zu beantworten, weil
ich gestehen mufs, den Einwurf nicht zu be-
greiffen; aber das weis ich, dafs wohl bei kei-
ner Pflanzenfamilie die Begattung ungehinderter
63
vor sich gehe, als gerade, hei, diesen, - Bei As
elepias, Scholia, und Stapelia Sind. fünf
sackförmige Narben da’,: fn jede hängen zwei
Pollen - Würstchen hinein.” Bei den Orchideen "
stehen. diese ‚WVürstchen aufrecht, aber unmittel-
bar über der Narbe. Bei heiderlei Familien sind
wohl diese Würstchen keine Staubbeutel, und be-
stehen nicht aus staubähnlieheh Büchsen, sondern
sind unbedecktes gerönnenes Oer,' weltheb in
geeigneter .VVärme langsam schmilzt, ‚und sicher
und nothwendig. an die Narbe kömmt, die mit
ihnen fast in‘ unmittelbarer‘ Verbindung ist,
on 2 (Beschlufs folgt.) Bu nn
%
MW, Kürzere Briefstellen, ...
Ich habe Hrn. Siebers Sectio II. seiner
Flora maytinipensis:m die Florula Do.
mingensis für das hiesige botan. Cabinet ge-
kauft, und bin mit diesem Kaufe sehr Zufrieden.
Hr. Sieber schrieb mir, dafs ‘er erfreuliche
Nachrichten von seinem, Vöyageur, Hin Hil-
senberg, aus Isle de France erhalten‘ habe,
der den Gouverneur und’ die Einwohner" sehr
lobt. Hr. Sieber will in wenigen Wochen
selbst dahin, und dann am Vorgebirge der guten
Hoffnung herborisiren. Der gute Sieber “wird
bald allen Welttheilen angehören, Es ist unglaub-
lich, was‘ dieser junge Mann in so kurzer Zeit
dus allen Winkeln der Erde zusammen 'getromk
melt hat, und diefs ohne alle Unterstützung 'voh
seinev Hebierung, die ihm nicht eintial' seine
ägyptische Sammlunrk abnahm, welche 'hekanne:
libh dieK, Aktdemie' zu München Kaufte/l Schös
neren Gewinn. .kätte: die Wissenschaft mit dem aus
64
dieeir Verkaufe'erlösten Capitale wohl nicht leicht
imatben können, als durch diese grolsen‘,. alle
‘Welttheile umfassenden, Unternehmungen des Hrn.
Sieber,, deren Ausführung nur Max Joseph
Inöglich machte.” "\ el
imo tea. 2: Hofe, S:chultes,
er)
>
„BD Anzeigem ....,
".... Von den, von Heren Dr. Sadler und Herrn
Apatheker Pauer in. Pesth angekündigten sel-
tenen Pflanzen, aus Ungarn, Cröatien und Sie-
behbärget‘, -(verkl?Plor& i8aı id) sind uns
einige Exempläre rin dem ı. und‘2. Faseikel in
Commission zugesandt. worden, „Die Liebhaber
belieben sich daher mit ihren Bestellungen an uns
zu wenden, da dank jeder Fascikel, aus 60 Arten
bestehend, für einen Ducaten, sofort abgegeben
wird... 3. te ln rn rar |
’.
AK,
ie hafısa
BT. arar
, .. Expedition der Flora
nn WE An die hesen
„. „Mit. gegenwäxtiget „So A, den Fhaya wird
vgleich. ‚der. .ıste. Bogen der Syl 0.8.01 ausgege-
ep, und: damit, dem Plan gemäfs, nach und
nanh.: fortgefahren ‚werden. Wir, ersuchen die
eser, für diese einzelne Blätter einen sichern
Aufbewahrungsort zu, bestimmen, damit nicht ein-
zelne Blätter, die wir nicht ersetzen können, ver-
loren ‚geben, . Yorgüglich werden. diejenigen Le»
ser, welche ihre. Exemplare. quautaljveise duxch
den Buchhandel beziehen, wohlthpn, .die der
Flora angehefteten ‚Blätter ;der- Bylloge bei
Zeiten ‚davon abzusondern,. damit ‚sie nicht aus
Versehen. der Flora beigebunden werden, indem
späterhin, wie schon gemeldgt,.gin eigener Titel
nebst Register nachgeliefert wenden, wird.
nn. Doro. Expedition:der Flora
Flora
oder
Botanische Zeitung.
Nro. 5. Regensburg, am 7. Februar 1822.
ill in - men
L Aufsätze in
Ueber das Geschlecht der Pflanzen;
von Herrn Direktor, Ritter von
Schrank. (Beschlufs.)
D: vorzüglichste Schwierigkeit, welche zur
Bestreitung des Pfilanzengeschlechts die meiste,
vielleicht einzige Veranlalsung war, ist wohl diese,
dafs man sich die Saamen als Knospen vorstellt,
eine Idee, welche ich bereits vor ı7 Jahren aus-
gesprochen (Grunds. einer Naturg. d. Pflanz.
$. 231), aber darum nicht aufgehört habe, das
doppelte Geschlecht in den pbancerogamischen
Pflanzen anzuerkennen, Man machte darüber et.
wa folgende Vernunftschlüfse: die Knospen bil.
den sich aus ohne vorgegangene Begattung; wenn
nun die Saamen Knospen sind, so wird auch für.
sie Begattung nicht nöthig seyn. Dafs zwischen
beiderlei Fortpflanzungs - Weisen derselbe Unter-
schied obwalte, welcher zwischen den Lebendig-
Geburten und Eyern bei den Thieren obwaltet,
liegt wohl bei einiger Betrachtung der Sache am
E | j
66 :
Tage, und sogar. bis auf den Umstand, dafs man
sogar in dem noch unbelruchteten Fruchtlnoten
Eyerchen antrifft (oft mehrere als Saamen in
den Befruchteten), wie bei den eyerlegenden
weiblichen Thieren Windeyer, wenn sie nicht
‘Gelegenheit gehabt haben sich zu begatten. Nun
lehrt uns wohl die alltägliche Erfahrung, dafs die
Pflanzen, se lange sie reichlich genährt werden,
einer Begattung nicht bedürfen, um lebendige
Junge (Knospen) zu erzeugen; aber wann der
starke Saftumtrieb schwächer wird, also wirklich
einige Hemmung des Wachsthums eintritt,.dann ist
ein Reitzmittel nöthig, um die Säfte zu wermö-
‚gen nach bestimmten Stellen ihre vorzüglichere
Richtung zu nehmen, um dort die Lehenskraft in
Thätigkeit zu setzen, welche nöthig ist, wenn Jun-
ge sich bilden oder ausbilden sollen. Das ge-
schieht nun durch die Begattung *). VVenn sich
die Erscheinung der doppelten Fortpflanzungs -
Weise, durch Lebendig - Geburten und Eyer,
und letztere erst nach vorgegangener Begattung, bei
den Thieren nicht wohl nachweisen lälst, so ist an
der Sache ausser mehrern andern Ursachen auch
der gar sehr tomplicirte Organismus Schuld,
Gleichwoht fehlt es auch hier nicht an sehr über-
einstimmenden Beyspielen. Die Blattläuse brin-
gen bei der ersten HEnospenentwickelung der
Pflanze, worauf sie hausen, lebendige Junge,
*), Vergl. meine Briefe an Nau, Zweite Abhandlung,
ohne vorgegangene Begattung hervor; diese Jungen
sind wieder lauter Weibchen, welche nach einiger
Zeit wieder lebendige VVeibehen gebähren, ohne
sich begattet zu haben, weil es in der That kein
Männchen ihrer Art giebt; so geht es fort, so
lange die Pflanze vollsaftig und im Stande ist,
diesen unabläfsig saugenden Inseckten Nahrung
im Ueberflufse zu gehen; sobald sich aber diese
vermindert, ist auch die nächste Zeugung Zwar
noch immer eine Lebendig - Geburt, aber nicht
mehr rein weiblich; auch Männchen werden mit-
. gebohren; diese begatten sieh in der Folge mit
ihren Schwestern, und diese, bereits gar viel spar-
samer genährt als ihre Mütter, gebähren nicht
mehr lebendige Junge, sondern legen Eyer, aus
welchen die ausgeschlüpften Weibchen im fol-
genden Frühlinge: die Erscheinungen des vor-
hergehenden genau wiederholen werden. Ich
weils wohl, dals man diese Erscheinung durch
eine Begattung erklärt hat, welche für Enkelinen'
in der zehnten Zeugung noch hinreichen soll;
aber man hat nicht bedacht, dafs man sich durch
diese Erklärung wider die gesammte Naturlehre
sehr versündiget habe; das wäre also eine Ur- .
sache, welche bei ihrer ersten Anwendung schwä-
cher wirkt, als nachdem ihre Kräfte vertheilt
worden sind, ein Stols, welcher bei dem unmit«
telbaren Auftreffen eine geringere Bewegung her-
vorbringt, als in der Folge, nachdem er riele
Monathe vorbei ist, ein Gährungsmittel, das in
Ea
63
seiner Vollkraft weniger vermag, als nach seiner
Zersplitterung in tausend Gaben, ein Pigment,
welches dicht aufgetragen eine bläfsere Farbe
giebt, als nachdem es reichlich verwälsert wor«
den ist. |
Ob die Thiere durch das doppelte Geschlecht
zu den Pflanzen herab gewürdiget, oder diese
zu den Thieren hinauf gesteigert werden, dar«
an liegt wohl gar nichts; Unterschied zwischen
beiden ist allemal da: bei den Thieren ist die
Begattung eine Handlung, zu welcher das 'I'hier
den Trieb in sich wahrnimmt, bei den Pflanzen
eine blosse Begebenbheit, die in ihr vorgeht, und
wovon sie nichts weils, nichts wissen kann, weil
ihr das wahrnehmende Prineip, die Seele, fehlt,
Zugeben kann ich wohl, dafs nicht alle Be-
weise, welche man für das doppelte Geschlecht
der Pflanzen vorgebracht hat, von gleicher Stärke
seyen. Man kann z. B. nicht läugnen, dafs Conr,
Sprengel’s äusserst mühesames Werk, und
seine darauf gebaute sinnreiche Vorstellung da-
für nichts beweise, was er auch nicht geradezu
bezweckte, sondern erst in der Voraussetzung
sowobl des doppelten Geschlechtes als der Hilfs-
begattung durch Insekten Wahrscheinlichkeit er-
halte, die aber vielleicht auch dann nicht jeder-
mann befriedigen dürfte, weil die Insekten besser -
durch den Geruch als durch das Gesicht geleitet
werden.
Allerdings können dem Naturforscher sowohl
69
bei den phanerogamischen als bei den agamischen
Pflanzen Fälle vorkommen, welche ihn stutzig
machen, besonders wenn er sie nur liest, oder
erzählen hört, nicht selbst beobachten kann; aber
dann wird er nicht vorschnell urtheilen, sondern
wiederholte Fälle erwarten, die Gelegenheit er-
warten, 'alle: Umstände genau zu untersuchen,
überzeugt, dafs dureh. ein: Psar: Erscheinungen,
welche hinlänglich zu studieren ihm Zeit-und
Umstände nicht erlaubten, Wahrheiten, durch
Tausende von Beweisen erhärtet, nicht umgestos-
sen zu werden vermögen.
, Vor allem aber .sey man unabläfsig mit an-
schaulicher Beobachtung der wuklichen Natur be-
schäftiget, hehe keine Aufschlüsse aus der Ideen.
welt, welche durchaus nur auf Witz gebaut ist,
aber ehen darum so schwankend als menschliche
Gedanken ist, und ganz und gar den festen, un.
veränderlichen, obgleich manchfaltigen, Bau nicht
hat, welchen der Schöpfer in seine wirkliche
Welt gelegt hat, Wir wifsen von der physischen
Welt nichts, schlechterdings nichts als mittels
der Beobachtung, aber die Beobachtung, , wenn
sie richtig seyn soll, mufs man mit heiterer un-
getrübter, ich möchte sagen wasserheller Seele
vornehmen ,. bringt man eine vorgefafste Idee
mit ‚sich;.so gleicht man einem Manne, welcher
alles mit gefärbten Gläsern ansieht, und so frei-
lich alles. anders sieht als andre Menschen. .
Was ich. bisher gesagt habe, geht allerdings
70
vur die phanerogamischen Pflanzen an; bei den
wahren Kryptogamisten ist es wohl höchst wahr-
scheinlich, dafs keine Begattung vor sich gehe, ob-
gleich daraus noch gar nicht folgt, dafs bei ihnen,
oder bei mehreren Gattungen derselben, eine Epi-
genesis Platz habe, eine Entstehung ex Putri,
wie die alte Schule sprach, und wie die neue Schu-
_ le, nur noch seltsamer zu sprechen beginnt, eintrete,
oder nach und nach eine Art in die andere, wohl
gar in eine andere Gattung hinüber trete, oder,
wie in eine Feenwelt aus Pflanzen 'Phiere wer-
den. Nichts kann trüglicher seyn, als das Mikros-
kop, besonders das zusammengesetzte, nicht aus
seiner Schuld, sondern aus Verschulden des Beo-
bachters. Dieses optische Werkzeug spricht eine
Sprache, welche sich nur durch langen Umgang
mit demselben lernen lälst, in welcher man, wie.
in der chinesischen, nie auslernt, und bei deren
Erlernung man alle Voruriheile ablegen mufs;
welche man aus dem Gebiethe des freien Auges
mit hinüber bringt. Geht man hier nicht völlig
unbefangen an das Beobachten, so siehi man, was
man will, nur nicht die Wahrheit. Am allermei-
sten hüte man sich vor dem Trugschlufse: hoc
post hoc, ergo ex hoc. Jeder. unpolirte
Kalkstein, jeder ‘Sandstein ist fähig,die Brutkeime
einer Flechte aufzunehmen, und nach Jahrhunder-
ten werden majestätische Eichen ihren Platz ein-
nehmen, aus den vermoderten Resten dieser Flech«-
ten, und .der nach ihnen gefolgten krautartigen
zı
Pfianzen den gröfsten Theil ihrer Nahrung neh:
men, aber nicht äus ihnen entstanden seyn, son-
dern aus Eicheln, welche ein lärmender Heher
dort vergraben hat. Wozu hier Jahrhunderte
nöthig sind, das geht in der mikroskopischen
Welt in ein Paar Tagen, und vielleicht, wenh
der nöthizge Wärmegrad da ist, wie in den tro-
pischen Ländern, in einem: Boar-Stunden vor sick;
Ich hin in diesem Neuholland einige.-Mellen
weit eingedrungen, aber diese Reise zu machen
wurden viele Jahre erfordert, und ich bin darüber
am Mikroskope grau geworden; dafür habe ‘ich
aber eine beträchtliche Bekanntschaft mit seinen
Einwohnern gemacht, und werde erzählen, "was
‚ich von ihnen über die angeblichen Verwandlun-
gen erfahren habe. BE
Im Garten zu Landshut erhielt ich ein \grofses
Stück von Tremella Nostoc. Oline weitere
Umstände klebte ich es in einen zurücktretenden
Winkel einer künstlichen Felsenparthie, welche
an einem etwas schattigen Platze des Gartens
hingebaut war; es trocknete bei jeder etwas an-
haltenden schönen Witterung in das Collema Ii-
mosum ein, und ward bei jeiem Regen, oder nur
Nebel, wieder zum Nostoc. Im hiesigen hota-
nischen Garten ist’der erste querlaufende Gang
ganz mit Nostec ühbersäet, der aber überall nur
klein ist, daher bei trocknem Weiter ganz vor-
schwindet, doch, wenn man ihn mühesam anf-
sucht, allemal beim aufweichen wieder als Nostoc
72
erscheint. Die Folge davon ist, dafs Collema
limosum keine Flechte, sondern ein trocken ge-
wordener Nostoc sey. Ausserdem sind vielfältig
die‘ Agamisten in ibren Formen, Bekleidun-
gen und Farben nicht standhafter als manche
Phanerogamen, Viola tricolor, z. B. Ruizia
variabilis, Pelargenium zonale, Syringa
peisica, bei welchen man häufig die verschiede-
nen Spielarten auf einem Stamme beisammen an-
trifft, oder als die ährenblüthigen Ehrenpreis-
Arten ,. die verschiedenen Arten der Rosen, un-
sefer Getreide- und Obst- Arten, Ists dann VYun-
der, wenn man eine Art in eine andere verwandelt
werden sieht, die nur Spielart ist? Sah ich doth
eine Catalpa cordifolia, die standhaft herzför-
mige Blätter trug, nachdem sie versetzt worden
war,. keine andern als vollkommen eyförmige .
brachte, und, nachdem sie an ihrem zweiten
Standorte bis an die Wurzel erfroren war, an
ihren neuen Trieben wieder herzförmige Blät-
ter erhielt. CGonferva quinina Müll. kömmt
meistens nur in reineım Gewässer, und ziem-
lich einzeln vor; läfst man das Wasser, wor-
in sie schwebt, am Lichtstrale stehen, so zer-
setzt sie sich, es enistebt eine gelinde Fäulnils,
und von dieser werden je nach dem zunehmen-
den Grade der Fäulnils verschiedene Aufgufs-
thierchen- nicht erzeugt, sondern aus den bereits
im Wasser vorhandenen : Keimen ausgebrütet }
unterdessen bildet sich nach und nach meine
t
75
Vaucheria microscopiea, die deutlich ihre Brut
keime in unendlich viele Quadrate durch die
ganze Pflanze zerstreut in ihrem Innern trägt.
Coder sind etwa diese Brutkeime wohl gar in
Punktform angehäufte Sammlungen noch weit klei-
nerer Brutkeime?) Sie umwickelt alles, Confer-
ven und Aufgufsthierchen, mit Ihrer klebrigen
Substanz, bleibt anfänglich nebst. den verstrickten
Körpern, die sie allmählig zu verzehrek. scheint,
eigentlich aber.nur ihre Auflösung befördert, am
Boden des Gefälses; aber wenn der Sonnenstral
länger auf sie eiawirkt, entwickeln sich aus ihr
Luftbläslein in grosser Menge, wodurch sie spe.
ceifisch leichter. als Wasser, und von diesem em.
porgehoben wird.‘ Sie. ist dann eine von. deu
verschiedenen Arten der priestleyischen "Mate-
rie, aus eigemen Brutkeimen entstanden, nicht
‚aus Aufgufsthierchen, wie diese nicht aus Con-
ferven geworden.
Wenn man einen Pflanzenkörper (es: gilt
gleich, eine Blume, ein Blatt, ‘ein Stück vom
Stengel, einen seiner Decke beraubten Saamen) |
in Wasser legt, und diefs in den Sonnenstral
hinstellt, so erzeugen sich sehr bald, und vor al-
‚len andern sehr kleine lebendige Punkte in un«
geheurer Menge; einige Tage später erscheiner
Encheliden, und zuweilen Vibrionen, letz5
tere meistens etwas später als die erstern; von
diesen letztern sind einige Arten haarfein und äus-
'serst iräg, wahre Oseillatorien, die sich zu-
.
7%
weilen ‚schnell vermehren, indem sie diefs durch
Quertheilungen ihrer selbst thun, wobei es gar
micht'neihwendig ist, dafs der abgesonderte Theil
erst wieder bis zur Gröfse des Matterthierchens
auswachse : denn kaum führt er ein Paar Stun
den lang ein abgesondertes Leben für sich, so
theilt er.sich oft wieder.
‚Warum trägt man auch Bedenken, anzuneh-
men, dafs es im dieser mikroskopischen Welt
Schmarozer- Pflanzen gebe, wie in der grossen?
Man denke sich eine Eiche mit ihrer heiligen
.Mistel (Loxanthus), einen Birobaum mit sei-
ner gemeinen Mistel his zur mikrosköpischen
Gröfse herabgebracht, wird man sich. berechtiget
glauben, anzunehmen, dals eines der beiden Ge- .
wächse in das andere übergehe, weil man es
nicht vermag, ihrer beiderseitigen zufälligen Ver-
wachsung auf. die::$pur zu kommen? Man sieht
zuweilen aus den Köpfen der Weiden, welche
durch das Ahhauen ihres Gipfels, und das wie-
derhoke Abhauen ihrer Aeste dann endlich all-
mählig absterben, Bäume anderer Art, oder kraut-
artige Pflanzen hervorwachsen, ohne dafs es je-
manden einfällt zu glauben, die Weide verwandle
sich in eine Birke oder ein Habichtskraut; war-
um erlaubt man sieh aber diese Vorstellung bei
den Pflanzen aus den niedrigsten Klassen? Wohl
nur darum, weil uns die Gesetze der Fortpflan-
zung in den höhern Klassen bekannt sind, in die-
sen untern Hlassen aufzufinden bisher unmöglich
75
schien. Sie scheinen wirklich etwas verschieden
zu seyn, aber weit genug hinab in diese agami-
sche Welt finden wir noch immer -Brutkeime,
und sollten nicht auch hier, wie im Thierreiche
endlich die Arten durch Theilungen fortgepflanzt
werden ?. Diefe . Art von Fortpflanzung ist doch
sonst auch den Pflanzen nicht fremd, und wird
an den gröfsten ‚unter ihmeny'"den Bäumen, von
der Kunst bewirkt. ern
Setzt man endlich noch hinzu; dafs höchst
wahrscheinlich nicht alles Pflanze ist, was auf
Pflanzen einen organischen Bau hat, ihnen aber
fremdartig ist; dafs die Pflanzen wohl eben so
gut als die Thiere Hautausschläge, Balggeschwul-
sten, u. d..gl. haben können, dafs diese: Kranks
heiten. wie''bei den Thieren einen :organischen
Bau haben müfsen; dafs bei den Pflanzen nicht,
wie bei den höhern Thieren, die Lebensquelle
an eine oder zwo Stellen gebunden, sondern’ dureh
den ganzen Körper vertheilt ist, dafs also noch
lange nach dem Hiebe, welcher den Baum von
der Wurzel trennt, noch theilweise Lebenskraft
da seyn könne, wohl nicht hinreichend, das totale
Leben wieder herzustellen, was gleichwohl in
einzelnen Fällen möglich ist, aber doch hinreicht, .
Ausschläge zu bewirken, welche auf organischen
Wegen, und organischen Substanzen gebildet,
nothwendig eine organische Form haben müssen.
Dadurch wird begreiflich, ‘wie sogar aufgeschei«- '
tertes Holz noch verschiedene sogenannte Haut«
pilze, und einige Substanzen, die man nnter die
Flechten bringt, zu erzeugen vermöge.
WW Correspendenz
(Ueber Myosotis.)
ı. Das prachtvolle Exemplar Ihrer Myosotis
alpestris von der Pasterze hat mir viel Freu-
de gemacht, allein ich bitte Sie, diese Pflanze
der Wahrheit zu Ehren künftig als M. suaveo-
lens Kit. zu geben, denn es ist eine ganz an-
dere als diejenige welche Sie in Ihren ehemali-
gen Cent. plant. rar. praes. alpin. mit gedruck-
tem Zettel als M. alpestris Schmidt, vom Unters-
berge ausgegeben haben... Diese Smidtische
Pflanze ist der M. sylvatica Ebrh. sehr ver-
wandt, und unterscheidet sich fast blos durch die
kurzen Blüthentrauben, die jedoch auch in der
Ebene, bei der Kultur im Garten so kurz blei-
ben, bei der M, sylyatica aber wie bekannt oft
die < Länge des ganzen Stengels übertreffen.
- Meine. Observationes in Myosotidis
genus, in den Amoenit. Bot. Dresd. spec. I.
sind in der Flora so ehrenvoll erwähnt woı den,
dafs ich mich dadurch beschämt fühlen möchte,
denn ich habe Ursache gefunden, die Mängel die-
ser kleinen Gelegenheitsschrift verbessert zu
wünschen, und für Schuldigkeit erachtet, die Re-
sultate meiner fernern Untersuchung über diese
zierlichen Gewächse, den Botanikern mitzuthei«
len, Ich fand hierzu keinen angenehmern Weg
als die geschäzte Deutschlands Flora von unserm
ag)
77
vortrefflichen Sturm. Das 42, Heft derselben
enthält eine Monographie der deutschen
Vergifsmeinnichte, wozu ich auch die Plat-
ten gezeichnet habe, es aber als einen wichtigen
Umstand erkenne, dafs der scharfblickende Her
ausgeber jener Flora, bei dem Stiche derselben
meine Originalexemplare nochmals genau geprüft,
mit den Zeichnungen verglichen, und, was mich
am meisten freuete — alles richtig befunden hat.
Da dort der Einrichtung gemäfs, alles deutsch
seyn mufs, so würde es vielleicht nicht unzweck-
mälsig seyn, die lateinischen Diagnosen, Ihrer
Sylloge, welche eine recht angenehme und
wichtige Erscheinung werden wird, zu inseriren,
zu welchem Behufe ich sie beilege. Die Mono-
graphie ist übrigens fertig, und enthält auch eine
allgemeine Einleitung. Die dabei angezeigten
Druckfehler bitte ich vor dem Gebrauch zu ver-
bessern. Im. 43. Heft folgt die Gattung Echi-
'nospermum, wozu E. Lappula Sw. (Myos.
Lappula L. Wahlb.) E. squarrosum R. (M. squar-
rosa Retz M. Lappula 'auct.) und E, deflexum.
Lehm. (M. deflexa Wahlb.) fertig sind: Die-
sen folgen Tetradynamisten, und Barbarea
vulgaris RB. Br, nebst Barb. arcuata R. (Evys.
arcuatum Op. Pr.) sind auch fertig, und so hoffe
ich zu Erfüllung des allgemeinen Wunsches,. die-
ses Werk schneller fortgesetzt zu sehen, ein
Scherilein beizutragen,
L. Reichenbach.
78
2. Die mir gütigst mitgetheilte Nachricht
von dem diesjährigen gelinden Winter und der
damit verbundenen frühen Vegetation zu Regens-
burg, *) so wie mehrere Zeitungsartikel über die-
sen Gegenstand im südlichen Deutschlande, ver-
anlassen mich Ihnen nachstehendes aus unsern nörd-
lichen Gegenden zur Vergleichung mitzutheilen.
Im botanischen Garten zu Greifswald blühe-
ten in den letzten Tagen des Decembers folgende
Pflanzen im freien Lande: Hyacinthus botry-
oides, Thymus montanus, Erica carnea, und
Daphne Mezereum; in fast allen andern Gär-
ten aber Primula acaulis purpurea, und alle
Staudengewächse trieben so freudig aus der Er-
de hervor, wie solches sonst kaum im Anfange
- März zu geschehen pflegt. VVährend unsere Gär-
ten auf diese Weise ein Bild des Frühlings ga-
‘ben, umschwärmten Eisenten, nordische Gänse
und Alken unsere Küsten.
Greifswald im Jan, ı822.
Dr. Hornschuch
If, Botanische Notizen
(Neueste Nachrichten aus England und Schott-
land; mitgetheilt von Hrn. Dr. Hornschuch.)
Sir Jac, Smith hat Linne’s Correspon-
denz bekannt gemacht, welches Werk für den
Naturforscher von hohem Interesse ist — Ge-
genwärtig beschäftigt sich derselbe mit der Her-
ausgabe einer englischen Flora in engl. Sprache.
John Lindley setzt seine unübertrefllichen
Collectanea botanica fort und erndtet dafür
*) Bei Regensburg hatten wir his Ausgangs Decembers
1821 weder Frost noch Schnee, sondern meistens trübe
Tage, Regen und Wiud, bei 5 — 8 Grad Wärme, An
blihendeu Gewächsen wurden Ende Dec, folgende be-
merkt: Achilles millefolium, Tedia olitoria, Gerautum.
eicutarium, Sherardia arvensis, Bellis perennis, Viola
arvensis, Anemone Pulsatilla, Caltha palustris, Pimpi-
nella Saxifraga und Primula acaulis purpuren.
79
Ruhm und Bewunderung. Robert Brown,
den von Humbaldt einen der gelehrtesten Bo-
taniker unserer Zeit und aller Jahrhunderte
nennt, *) arbeitet gegenwärtig an einer Ab-
handlung, betiteli: „Botany of the Arctic
Regions‘“ weiche einen Theil von Parrys
Narrative ausmachen und sehr interessant wer-
den wird. Er beschreibt in dieser Abhandlung
ein neues Genus und mehrere sehr merkwürdige
Pflanzen, unter diesen befinden sich Voitia ni.
valis! und eine neue Braya! W.J, Hooker
gab im verwichenen Sommer seine Flora Sco-
tica heraus und beschäftigt sich gegenwärtig mit
der Herausgabe einer Zeitschrift über ausländi-
sche Pflanzen mit Bupfern, die sehr viel Neues
und Interessantes enthalten wird Den letsten
Sommer machte derselbe eine Reise in die Schot«
tischen Hochgebirge, auf welchen er unter an-
dern seltenen und interessanten Pflanzen auch
Eriocaulon septangulare und Andreaea ni.
valis in sehr vollkommenen Zustand, so wie viele
andere seltene Moose sammelte Auf dieser
Reise begleitete denselben Mr Greville aus
Edinburg, ein sehr tüchtiger Botaniker, der ge.
genwärtig ein Werk über die Pilze Schottlands
ausarbeitet, welcher Arbeit er in jeder Hinsicht
vollkommen gewachsen ist.
IV. Anzeigen
(Ueber einen Verein zur Beförderung naturwis-
senschaftlicher Heisen.)
„Zum Andenken an den in der Gegend von
„Palermo ermordeten Naturforscher, den Prof,
„Schweigger aus Königsberg, soll ein Verein
„zur Beförderung naturwissenschaftlicher Reisen
„gestiftet werden. Denn es würde unschicklieh
„seyn und unwürdig zugleich, ein so empören-
„des Ereignils, wie jene grausame Ermordung
„eines bekannten und verdienten Naturforschers,
*) 8. Isis Heft IL. p. 103%.
D
r
60
„vorübergeben zu lafsen, ohne wenigstens etwas
„anzureihen, was im Geiste des Verewigten ver-
„anstaltet, das Gemüth derer, die ihn seines Sin-
„nes und seiner Wissenschaft wegen. liebten und
„jetzt ungern vermilsen, wieder aufrichten und
„ibnen gleichsam als ein Denkzeichen dienen
„könnte an der Stätte seines Todes. Und wenn
„seine Geistesverwandten schüchtern durch sein
„trauriges Ende gemacht werden möchten, bei
„ähnlichen ruhmwürdigen Beginnen : so geziemt
„es sich, neben jene entsetzliche Geschichte et-
„‚ was hinzustellen von entgegengesetzter Art, was
„wieder ermuntern und dem Muth beleben könne.“
Mit diesen Worten eröffnete der Bruder des
Verblichenen, der Hr. Prof. Schweigger zu
Halle, im 3. Heft des dritten Bandes des neuen
Journals. für Chemie und Physik, seinen wohl
ausgedachten Plan einer mit der Frankischen Stif-
tung zu Halle zu verbindenden Stiftungsgesell-
sehaft zur Verbreitung reinerer Naturkunde, zu
nächst für Ostindien berechnet, und nicht blos
darauf gerichtet, Beute zu holen, sondern auch
Gutes zu bringen. Ausserordentliche Mit.
glieder unterzeichnen einen nach Willkühr zu
bestimmenden Beitrag, und auch die kleinste Ga-
be wird dankbar erkannt. Der jährliche Beitrag
eines ordentlichen Mitglieds geht von ei-
nem Dukaäten bis zu einem Friedrichsd’or,
wofür ihm die entsprechenden Vorrechte zu Theil
werden. Das Uebrige ist a. a. O, nachzulesen.
Um dem ausgezeichneten Verdienst des bei
Palermo ermordeten Prof. Schweigger,
nach meinen schwachen Kräften, die beste Steuer
zu bringen, erbiete ich mich, in den Gegenden
des Niederrheins Beiträge anzunehmen, und hoffe,
dafs Freunde und Gönner der Wissenschaften
mich nicht werden leer ausgehen lassen.
Bonn den 20, Jan. 1822.
Prof. Nees v. Esenbeck.
Flora
‘oder
Botanische Zeitung,
Nro. 6. Regensburg, am ı4. Februar 1822.
wen Wyenweh or
1. Recensionen.
Lehrbuch der Botanik, zu. Vorlesungen und zum
Selbststudium, von G. W. E. Wenderoth,
: Prof. der Botanik zu Marburg etc. Marburg
bei Krieger 1821. XVI. und 590 S. in gr. 8.
‚Wi. eilen, unsere Leser auf ein nenes Lehr-
- buch der Botanik aufmerksam zu machen, das, al-
len Erfordernifsen eines solchen Werks im schön-
sten Ebenmaalse genügend, werth ist, von Anfän-
gern studirt, von Meistern gelesen und benuizt zu
werden.
‚Da der Zweck .einer Anzeige und’ der einer
Kritik wesentlich verschieden sind, indem jene zu
charakterisiren, das Uebereinstimmende zu zeigen
und das organische Bild eines Geistesprodukts zu
entwerfen hat, indels_die letztere den. dialectischen
Gegensatz hervorruft, damit, {nicht wie es so oft
leider der Fall ist, das liebe Ich des Rezensenten,
sondern) die Idee in ihrem Verhältnifs zu diesem
Besonderen sichtbar werde, so halten wir uns hier
an folgende, mit dem Inhaltsverzeichnifse zu bele-
gende Eig genschaften dieses Werks :
u F
82
"Wohlbegründete Ordnung, forischreitend
vom Allgemeinen zum Besondern der speciellen
* Kenntnifs und praktifchen Anwendung, Die Ein-:
leitung von $. ı — ı4. bestimmt das Object und
den Begriff der Botanik, und zeigt den Organismus
des. Begriffs dieser Wissenschaft als Encyklopädie
derselben. Naturwissenschaft und Naturbe-
schreibung der Gewächse werden mit Recht als
untrennbar und nur im Begriff gesondert darge-
stellt‘; — von dem Aeussern ‘dringt die Zerle-
gung mechanisch oder chemisch ein. — Das
'äusserlich und innerlich Betrachtete zeigt die Phy-
tonomie,im bewegten Leben, Kultur und Phy-
toiatrie schlielsen sich an, aber die Form, wie
die Erde, als Ganzes, ihre Pflanzen anpflanzt und
kultivirt, erweitert, als Phytogenie und Geo-
graphie der Gewächse, (Phytotopologie,) bald
den ‚Gesichiskreis. Die Systemkunde wird Mitt
lerin und Führerin durch den. weiten Garten, —
sie ruht auf der Terminologie und sucht, als
"höchste Idee ihrer Stufe, die Metamorphosenlehre,
Aus diesen acht Gliedern baut sich die allge-
meine Botanik und geht mit ihnen, als mit. le-
bendigen Organen, hinüber in die beschreibende
und behandelnde Praxis: — So geht die Wis-
senschaft aus einem allgemeinen Theil, der Ge-
schichte, Literatur und Hilfsmittel des Stu-
diums, (Herbarien, botanische Gärten, Beisen etc.)
abhandelt, — also rein historisch und dadurch ih-
Ten praklischen Zweck ankündigend, — auf den
besonderen Theil über, und erscheint hier wie-
83
‚der dreikörperig, als. Bhytonomie, Methadplo-.
gie,und Phytographnlogie. Als Phytanomie
durchläuft sie die oben benührte enceyk]epädische:
Gliederung, sucht im,.ersten, Kapitel Begriff und
Wesen, der Pflanze ‚erfahrungsgemäls. ‚ZU: bestim-
men, und.handelt dann im zweiten. ‚Kapitel, PO
den ‚gnatpmischen,; Systsmen, der „Rilanze;. im
dritten von ihren Orgagen, im vierten, von,
den äussern. Formen,rats Merkmalen, Ada der
Kunstspxache, : im, fünften, von dex, Marphgr .
logie, im sechsten ‚yon,;den inner ‚Lebens-
verrichtungen der Pflanze ‚. (die, wir. doch nicht,
als Phytochemig bezeichnen, müchten) „im aiebenr.
ten ‚yon. der P.hytoiatgie,.im, achten. ‚von, den.
Mifshildungen, im nennten ‚von, dem,;V.are,
kommen der Verbgeitung ‚und, Yenthalpus,
der-Gewächse auf dex,Erde,, im zehnten: von,
der irdischen Geschichte, der Pilanzen, ‚im.
eilften endlich von der, ‚Pflanzenphysjologie.
Die Methodologie zerfällt in fünf, Kapitel, ı)
Von den Ver wandtschaftsverhältnißsen den
Gewächse und der Zusammenreihung der Ner=,
schiedenen ‚Formen‘. derse!ben überhaupt, >) Von.
den Pflanzensysitgmenm insbesondere, nach
Zweck, Art und Geschichte, 3) Linne’s System,.
als Repräsentant der künstlichen _ Methode, 4)
Jussiews Pflanzensystem, als Repräsentant der
natürlichen Methode, — 5) Oken’s System, ala
natürliches System. ‚Eine Anleitung zum Ge
brauch der künstlichen Methode schlielst,
Die Phytographologie giebtim ersten Kapitel
' Fa
84
die thHödretischen Elemente der beschrei-
benden’Bötanik, als Anleitung zur Praxis; und
im Eee. praktische Regeln für den’an-
gehenden Botaniker, 'womit' der" Verfasser sei-
ne "Föglidge, wohlangewieseh, an der eröffneten
Pfoftd des Gartens, f freündlich ermahnentl, und
gleichsain ‚Zurü Abschied ‚die‘ ‚Bande! "aüskend;
verlätst, ' BE ee
» Freilige una: yerdhlitke Ausführung im
Bersnaehen "Keit "Elssdiwiid vor’ dem ander
vörgezögen "dder um "der ‚ändern? wiflenverhach-
1abagt." ey Können: hieb: Tresonders . ‚die Behand!
king‘ "der Organiölögie zühklen‘, und die "Art had
weise, wie -daratıs mit: weriigen! "Zügen die Gfund-
sätzedet T erminologie hergeleitet werden; ebenso
die gründliche Behandlung der Systematoliogiej
die iff-der' gweckmäfsigsien Folge von 5 387
449, wäshden? sie den’ „wichtigen Punkt der Achn-
Yichkeit"den Forkt'ubdder wie barühre
hät,. die’ Begriffe von natürlichen! »Fahhilien,
Sippen, Arten, Zusammenstellungen des Be-
sonderen nach natürlichen und künstlichen Syste-
zen und ‘Methoden erörtert, dann die Theorie
derselben ’ aufstelli, das Positive über Klassen-
Ordnungs - Gattungs - 'Artencharaktere,
Namengebung, Synonymik etc. ansspricht, und
überall das Nöthige und Wesentliche zur Verstän-
digung des Schülers hervoxrhebt.
Praktische Richtung und Anleitung, so-
wohl zur Kenntnils, als zum Gebrauch der
Mittel. Wir rechnen hieher den ganzen allge-
meinen Theil, der eine reiche, wohlgeordnete
Literatur auf 57 enggedruckten Seiten enthält, und
sich miltelst dieser an die darauf folgenden Para-
graphen: ‚Literatur, Herbarien ete. anschlielst; —
desgleichen den ganzen Abschnitt von der Phyto-
graphbologie, der die praktischen Regeln über die
Erfordernißse einer gnien ‚Beschreibung, über ihre
Bestandihgile, über Nanengefung, Diagnosen, Ab-
hildungen, Formen der ‚Werke der Beschreihenden
Botanik 1, s. w., enthält. — Eine vollständige
Pflanzenbeschreibung ist „die Naturge-
„schichte ‚dieser Pflanze ($. 522.) sie mufßs uns al-
„so mit ihrem ganzen Seyu und Wesen, bekannt
„machen und soll sich daher keineswegs mit der
„Darstellung ihres Bildes, in , einem bestimmten
„Momente, des, Seyns, als. etwas. Ahgesehlofsnen
„und: Vollendaten, begnügen.* Dieseg.ist nur die
partielle. Beschreibung; zur vollständigen. Be.
schreibung ‚gehören noch ferner: Namen der
Pilanze und deren. Ableitung, Angabe der Klasse
und Ordnung, so wohl des künstlichen als des
natürlichen. Systems, in welcher die Pflanze steht,
der Charaktere, die sie dahin verweisen und
der Unterscheidungsmerkmale, die sie von
den Angrängern sondern, Aufführung der Spielar-
ten, Synonymik, Bezeichnung der Abbildun-
gen, topographisches Verhalten, (Verbreitung,
Standort.etc,) Zeit des Aufkeimens, des Aus-
schlagens, Aufblühens, der Fruchtreife, Ei-
'genihümliehkeiten anderer Art, Anomalien,
Kräfte, Nutzen und Gebrauch.
-
86
Als Beispiel praktischer Gründlichkeit, worin
:sich zugleich der ‘Ton des Vortrags spiegelt, gebeh
wir aus $. 368, die nach der Philosophia botanich
Fecht nähe gelegten Vorschriften für den angeher-
den Botaniker De .
3, Mit" sämmtlicher Theilen der Pilanze, Be
nennung, Bedeutung und Bestimmung derselben,
nebst‘ den vpn ihnen hergenommenen' Merkmalen,
sich sö genau und vollständig, als möglich, bekannt
zu machen, ist Has Erste Art 1 Nöthigste, v wonach zu
"strebeh: Bin en . i
gr Die Semeinsten ; "überall vorkommenden
Pflanzen 'nirr" erst empirisch (dem Habitus nach)
kennen Zu ‚lernen, muls man sich ‚benühen und da-
"zu die Excursionen benutzen! er
3. Daneben sammle, betrachle, untexsuche,
trockne mahı so viele Pflanzen, als man nur immer
"Kann, kunstmäfsig nach den gegebenen Regeln, und
bewähre sie 'alsdann auch ‘also geordnet Auf,
'4. Mit dem Systeme sich recht vertraut zu ma-
‘chen, muß’ ıhan 'unablälsig bemüht seyn: zu dem
Ende an allen bekannt gewordenen Pflanzen div
Fractificationstheite untersuchen, und mit’dem Clas-
sen - 'tnd Ordnungscharakteren vergleichen , sich
aber auch an unbekannten üben, ihre’ Stelle im
Syätem ausfindig zu machen. Ani besten dienen
anfänglich dazu Pllanzen ‘mit grolsen atıd vollstän-
digen Blüthen, und keine sind mehr zum ersten
Studium zu empfehlen, als die der ı2. Classe, be
sonders die aus der Familie der rosenaxtigen Ge
wächse, und von diesen wieder die Obstarten.
N
87
5. Von den kennen gelernten Gattungen unter-
suche und vergleiche man nur erst ungefähr 50
mit den Beschreibungen ihrer Charaktere in den
generibus plantarım,
6. Darauf versuche man, die Gattungscharaktere
von 50 anderen auf dieselbe Weise zu entwerfen:
diese werden dann mit denen in den generibus plan-
tarum gegebenen verglichen und nach ilınen he-
richtiget, “
7. Von ebenso viel oder auch mehreren Arten
verfertige man Beschreibungen (descriptiones) nach
den Regeln der Kunst: so, dafs man vom Einfa-
chern und Leichtern zum Schwierigern übergeht, —
Diese Beschreibungen werden dem Lehrer zur Be-
richtigung vorgelegt.
8. Den Demonstrationen und Excursionen flei-
fsig beyzuwohnen, soll man sich zur besondern
Pilicht machen.
g. Die Grundsätze der Wissenschaft kennen
und verstehen zu lernen, mufs man mit unabläfsi-
gen Fleilse bemüht seyn. — Sie zu erläutern und
immer mehr zu begründen, st das lebenslängliche
Bemühen des ächten Botanikers.
ı0, Mit der Geschichte und Literatur der Wis-
senschaft muls man sich vertraut zu machen und
besonders’ die Werke wohl kennen zu lernen su-
chen, welche über die Arten Auskunft geben,
®
11. Man mufs sich gewöhnen, die Synonymen
zu verfolgen, von den neuesten bis zu den ältesien,
oder dem Entdecker kin, und daher das Studium
88
der Alten und, der Quellen überhaupt sich - anpe-
legen seyn lassen,
ı2, Soll man den besondern Eigenschaften der
Gewächse, ihrer innern Natur, dem’ Nuizen und
Gebrauche derselben fleisig nachforschen und das
Erforschte bemerken,
13. Neben dem künstlichen Systeme, und über.
seinem Gebrauche, das natürliche nicht zu vernach-
lälsigen, mitröfster Aufmerksamkeit vielmehr den
Verwandtschaftsverhältnissen der Gewächse nach-
zuforschen, und jenes zu studieren, kann nicht
genug empfoblen werden.
'ı4. Dafs man keinen Theil der Wissenschaft
und des Systems vernachläfsige; sich nicht begnüge
mit irgend einer Auswahl, eiwa nur die vollkom-
menen, phanerogamischen Gewächse allein studiere,
und die cryptogamischen verachte, davor sollte
‘schon die Bemerkung bewahren, dals die Natur im
Kleinen am Grölsten; in einem, organischen Ganzen:
aber auch kein Theil überllülsig. ist, vielmehr einer-
den andern trägt, und einer durch den andern er-
hellt und erläutert wird,: auch das Studium des
Ganzen nur allein ein gründliches und fruchtbares
seyn kann.
15. Den Gebrauch der Göttergabe, Mikroskop
genannt, kennen zu lernen, um die feinern Theile
und den. innern Bau untersuchen und bemerken
zu können, mufs man 'sich bemühen,
16. Endlich hüte man sich zu wähnen, dals
Botanik im Pflanzensammeln und in blosser Namen-
kenntnifs bestehe; dafs derjenige schon ein Bota-
89
‚niker sey, welcher viele Gewächse dem Namen
nach kennt: denn nur derjenige ist es, der sie wis
senschaftlich kennt; der die Wissenschaft "selbst
pflegt, und ihre Grundsätze befolgt.
Guter historischer Hintergrund, von
$. 30 — 37. ee
Vollständige Auseinandersetzung dex
beiden einflufsreichsten‘,Systeme,. des Lin-
neischen und Jussieuischen, inf 356 und 357.
Beachtung höherer Bestrebungen in
Okens System.
Alle diese Darstellungen nicht ohne eigne,
mehr durch die Behandlung, als durch 'egoistische
Opposition lautwerdende Beurtheilung ,', und im
.Ganzen daher, vornehmlich ansprechend, ein klarer
und lebendiger Gedanke des Autors. .
Die bequeme Eintheilung in Paragraphen, zwi-
schen denen erläuternde und ausführende . Sätze
mit kleinerer Schrift, eingeschaltet werden, erleich«
tert den Gebrauch, Die. Verlagshandlung hat ih.
rerseitg auch für eine angenehme Aussenseite ge-
sorgt. Kupfer fehlen, E ‘ Nvw.E
UL. Botanische Notizen.
(Kurze Hindentung anf Okens Pilanzensystem,)
‘.Oken war bekanntlich einer der ersten, wel-
che den Begriff von Natürlichkeit läuterten, der
erste aber unstreitig, welcher diese wahre Natür-
lichkeit auf Klassifieation der organischen Reiche
durchgreifend praktisch anwendete, und diese in
reine Beziehung stellte mit der unorganischen Welt,
Er war nämlich der exste, welcher sie durchführte
95
bis-äng kleinste Detail, und nur sein Prinzip, die
. Beachtung .der.Entwickelung einzelner Organe aus-
einander,:und deren Verhältnils zu einander, konn-
te eine folgerechte Zusammenstellung zulalsen, Die
Unmöglichkeit, einer linearen Anreihung natürli_
‘cher Wesen für natiwrliches System, sprang nach
der: durch ihn gewährten Anschauung deutlicher
ins Auge, ‚und nur .die auf diese Basis gestülzten
spälern Versuche. sind als wahre natürliche Syste-
me zu betrachten, . Aber ziemlich das Thierreich
allein hatte sich dergleichen zu erfreuen, für das
"Gewächsreich erwartete man von dem Gründer die-
ser. Schöpfung selbst noch. eine fafslichere Deu-
tung, und. diese ist es, welche wir in dem Hand-
buche der Naturgeschichte für Schulen
(Leipz. b. Brockhaus) finden. Schon die frühere
Entwickelung des Pllanzensystems, in Dietrichs
bot. Jousnal St. 1..dsgl. in der Isis ı8ı9. Ill, p. 445,
Zeugte von einem freien Ueberblicke über die ve-
‚geiabilischen Wesen. Man findet dieses System
doch wenigstens in einem Handbuche der Bota-
nik, nämlich in dem zuleizt erschienenen von Wen-
deroth, in welchem man überhaupt, ungeachtet
seines geringen Volumens, so manches nicht ver.
geblich sucht, gehörig gewürdigt; und wir wün-
schen, dafs alle, die für so etwas Sinn haben, selbst
nachlesen möchten, was der Verf, den selbst ähn-
liche Ideen leiteten, ohne durch diese ein Priori-
tätsrecht erlangen zu wollen, theilnehmend und
durchdrungen von der: Vortrefllichkeit der Oken-
‘schen Ansichten, in’ einer lebendigen Sprache über
9%
letztere ausspricht, da wir'niellt im Stande sind,
einen Leser tiefer in das Wesen der Sache einzu-
führen, als dort. geschehen is. Okens jetziges
System, eigentlich dasselbe, ist vorzüglich nur in
der höheren Gliederung ‚abgeändert, und wie wir
meynen, verbessert; denn diese Gliederung greift
tiefer ’ ein in das Wesen der Vegetation, sie stellt
üte Gesammtkeit. eines 'wegetabilischen Organismus
in der Gesammtheit eines organischen’ Systems le-
bendiger dar, und wird so die Lösung des höch-
sten seit Anbeginn der Wissenschaft gegebenen
Problems, Die obersten Glieder waren sonst :
A. Stock.
L Wurzel = = Acotyledoneae.
1 ‚Stengel == = Monoecotyledoneae,
On Laub == Apetalae. ”
B. Blüthe
IV. Saame == Gymnospermae
V. Gröps == Angiospermas,
VL Blume = Polypetalae,
GC, Frucht,
\ vu. Fracht — == Pentapetalae,
Gegenwärtig erscheinen ‚die Stufen zweckmäs-
siger 50:
A. Bingeweide R
l. Mark, inneres Gewebe. (Pilze.)
4, Zellen == Zeller.
© 2. Adern oder Saftröhren (Zwischemick-
lengänge.) &= Aderer.
3. Drofseln, Spiralgelälse = Drolsler. .
. B. Leib.
„SE x IL. Stock.
ı -& Wurzel, grüne Acatyledoneae.
..&. Stengel, Monocotyledoneae, . >
6. Laub. Apetalae.
1; Blüthe
“7. Saame = Gymnospermae..
8: Gröps (Kapsel, Hülle u. s. w.) = Mo-
nopet, angiospermae.
g. Blume (Corolle) — Polypei calyci«
florae min. :
IV. Frucht. u
10. Frucht == Polypet. thalamillorae.
Wenn man die Durchführung dieses Systems
verfolgt, und anstait der den Unkundigen stören-
den neuen Namen der Sippschaften und ‚Sippen,
die bisher dafür gebrauchten nimmt, so kann man
sich nicht enthalten diesen Bau freudig anzuslau-
nen, und mit Dankbarkeit gegen seinen Schöpfer
zum 'erstenmale mit einem Blicke das Ganze der
Vegetation lebhaft zu überschauen. Das Einzelne
unterliegt hier und da noch kleinem Abänderungen,
allein das Schema, so wie es jetzt ist, möchte fest
stehen. . Die drei Gliederungen 7, 8, g. wollen an-
fangs nicht einleuchten, betrachtet man aber die
Entwickelung der Organe, so werden auch diese
klar. Der Einflufs dieses Systems auf ein, philose-
phisches Studium der Botanik kann: nicht unbe-
deutend seyn. Mehrere Mängel im Einzelnen er-
kennt der bescheidene Verf. schon selbst, und wird
sie abändern. Es wäre,zu wünschen, dafs recht
98
viele däfür empfängliche Botaniker diefs System
studirten,; und die aufgefundenen Mängel in der
Flora anzeigten. Die Mittel zum Studio: des. na-
türichen Systems denke man sich nicht zu. uners
reichbar, ‘denn: sehr richtig wer gewißs..der uns
brieflich gegeben& Ausspruch eines einsichtsvollen
und mit dieser Sache 'gariz vertrauten Botanikers:
„inöge. doch -heiner die Flerw deinen Donfer zu ge-
ring achten) um durch‘ sie zur Ausbiltumgr ddsinan
tüirlichen : Systems beizutragen !* — . Wir behäkten
uns vor; ein auf obige Weise (durch Umtuuschung
der Namen) -abgeändertds: Schema des Okenscheh
Systems, nebst einigen Berherkungen, der Redaotion
der Plön! 'zu beliebigen Gebrauch vorzulegen,“ S
" - ö ar GE 70
IH. Bea tan rung ed. 2 my
- Antwort di Wie Aufrage :in’dew Flora 1821. pP. 74y,
In Mönchs Herbarium- findet: sich keinel:Ga-
rex graeilis, wie in Marburgs Flora kein Beeren-
berg. Den Berg welchen Mönch fälschlich so nennt,
habe: ich ‘oft genug durchsucht, aber niemals das
von ihm unter obigen Namen beschriebene Riedgras,
noch auch anderwärts in’ unsrer Gegend gefunden;
. wohl aber in meiner Sammlung, noch aus jener Zeit
her, wo ich mit Mönch botanisirte, eine Pflanze
dieses Namens, welche ‘aber ganz gewils Carex
montana L, ist. Was Mönch für diese ansah, ist
Leers Carex montana i. e. €. ciliata Willd; -Ob
nun auch Mönch die C, montana L, unter seiten
C. gracilis verstanden, wage ich nicht mit-Gewils-
heit zu entscheiden, weil mir grade in diesum Falle
A
g%
die dazu erforderlichen‘Notizen abgehen; wir auch
leider.sein Herbarium nicht zugängig ist, um. aus,
andern anf der Stelle anzustellenden. ‚Untersuchun-
‚gen und Vergleichungen geeignete Conjeeturen zie-
ben zu können. Doch zweifle ich. aus guten Grün-
den an.diesem Verhalten. der;Saghe; und ‚erkläre
mir dieselbe . vielmehr auf.andere Weise, ‚Mönch
war (aus! allerlei‘. Absichten) eine. Zeitlang .eifrig
bemüht ‚mehrere der, Marburgischen Flora ahge-
hunde. deutsche Gewächse . durek.. Ausstreuen von
Seastsndersblbengi. ginzumerleiben. Sie..sind, bei-
länfig ‚erwähnt; sich selbst überlafsen, natürlicher
Weise;alle wieder. darang verschwunden, So mag
es auch „mit Car ex: mucronata. All, gegangen ‚seyn:
denn das ist doch höchst wahrscheinlich das Sy-
nonym zu ‚0. grarilis Mönch —. Carex ambigua
Miöngh ‚äst. „diejenige; Form -von C. glauca Scop.
beiyder:die Achreu.sahr ‚genähert stehen, .
welt ba, Proß, Wenderoth.
. . W.Corriosa,
‚ Nach Poiret’s Behauptung (Eneyel. method.
Botanigne Suppl, T, Il. unter dem Artikel Correa)
wäre der Name Cörrea für vier verschiedene
Genera gebraucht; nämlich. ı) für. das von Smith
so benannte genus Correa. 2) für das genus
Aegle. 3) für Ferronia,und 4) für Doryanthes,
Die drei letzteren genera sind aber von Correa
de Serra in den Transaotionen der Linneischen
Gesellschaft beschrieben worden, und werden das
erste von Persoon synop. 1l.-p, 73. mit dem Citat,
Correa in aclis etc. das zweite von Willdenow
Ei
Tom. IV, p. 973. mit dem Citat: Correa, Act. soci
Lond. etc. und das dritte von RB. Brown prod, Nov’
Holl, p. 298. ‚wieder mit dem. Citat: Correa
Act. soc. Lond, etc, abgehandel; Poiret nalım
nun das Correa, was der:Name des Autots'ist,
Jür den Namen eines Synonyms. : Auch. inintuerer
Zeit war Poiret von seinen Wahne noch“ nicht
zurückgekommet, denn’ sewagbam. Dictionnaire des
sciences ‘hist, nater.. T: KIN. X 46% - Wter:dem
Artikel Doryanthes: le.genre avoit- d’abord recu
le nom de Correa. applique:& plusieürs autres
genres eic. ee Er ü
4 Lesefrücte oo
Die Isis, ‚die bekannte: encyelopädische Zeit-
schrift von Hrn, Hofrath. Oken, enthält ' Folgende
botanische Aufsätze und Naehrichten: - .! i
Jahrg, ı822. ' Erstes Heft.
Ueber. Hrn. Prof. Wenderoths Lehrbuch der
Botanik eine sehr lesenswerthe. Recension, davon
wir folgendes ausheben: „das. erste Erfordernifs
eines guten Lehrbuchs der Botanik ist ‚jetzt, dals
es die Terminologie zurück dränge und an deren
Stelle den Geist der Pflanze in das Pilanzenreich
ausbreite, damit der Zögling erkenne, das Pilanzen-
reich sey nur eine Ausbreitung der Pllanzen -Idee
oder der höchsten Pflanze selbst, damit er deren
\ Repräsentanten in Feldern und Wäldern selbst auf-
zusuchen gereizt werde, und sich freue, au dem
Bau des Pflanzentempels selbst zu arbeiten, nicht
‚» blos Steine und Mörtel herbei zu schleppen“ u, s. w,
Eine Anzeige von Legons de Flore, per 4
96
E..M. Poiret-{Vergl. Flora 1822. Beil. p, 42.) nach
welther ‚von diesem. Werke das leizte Heft oder
das ı7le ı820 erschienen ist. Jedes Heft enthält
2.4 Bogen Text; mehrere gut illum. Kupfer, und
kestet.2 Fr. . „diese Hefte enthalten eine vollstän-
dige.Germinologie,.bildlich und. nach neuen Zeich-
niuigen’ dargestellt, reinlich und bestimmt, wie al-
les was die Franzosen machen. In den 5 lelzteh
Heften ist eine Art won botan. Theorie von Tur-
pin, worinn viele interessante Ideen, Vergleichun-
"gen und Combinationem vorkommen, welche den.
Geist anregen, der Botanik neue Freunde gewin-
nen, ung ein neues, Feld eröffnen werden u, s. w.
-W. Bemerkungen
.... (Ueber cultivirte :Aconita.)
Ich habe es sehr 'zu: beklagen gefunden, dafs
mir die prächtige Monographie der Gattung Aco-
nitu-m nieht- eher zu Gesicht kam, worin ich aus
meiner gar nicht angenehmen Erfahrung, alle die-
jenigen welche Aconita anbanen wollen, recht sehr
bitte, die Worte der Vorrede: „plantarum a me antea
in hortis qui cum iis negotiantur, determinatarum
nomina minime a me defendi, eosque qui forte eas
sibi coemexint, ne meum laborem in dis — cernere
eredant, ceupio rogatos“ zu beherzigen, damit sie
es nicht zu bereuen haben, wie ich, .B
V. Ehrenbezeigungen., |
Der durch seine hotan. Schriften rühmlichst
bekannte Hr. Dr. Fr. G. Dietrich zu Eisenach, ist
von der Rais. pharmacentischen Gesells. zu St. Pe-
tershurg zum Ehrenmitgliede aufgenommen worden,
F lo T a
rn oder. u ed
Botanische Zeitung,
LER 2
” Nag. 7. Ragenehärg,, am. 2. Tobranr 1832,
en rau dlagnir u" .
- ent oT a dieeätde' E u
Usher die Entwickelung der Wedel der
Ophioglolsees; von ‘Hrn. Dr. Kaulfulfs.
Veranlafst durch. die ‚Anfrage in ‚der "hotan,
Zeitung Jahrg, 1821. RB 192.; R „Entwickeln sich die
Wedel ‚von. Botr: ye ium schneckenförmig, oder
nicht?” Das Letztere behauptet Sprengel (Anleit,
ed. I. p.ıyı. J: dgs Erstere "Lamarck un Decän-
dolle (EI. Fr. 'ed. it vol, IK p-- 569).
(Hiezu die Kupfertafel T. M. p 97. ”
D
I.
‘ D. Art, wie sich die Wedel der eigentlichen
und uneigentlichen Fartn entwickeln, ist’ seit ei-
niger Zeit der Gegenstand‘ aufmerksämer Beobäch-
tung geworden. Schüeckenförmig zusaihiriengerollt
findet ‘man die Wedei bei” eigentlichen Faren‘ tRi-
Hices Wild: Polypodiaceae R;' Br.); ferner‘ bei’üen
Gleicheneen, Osmundadeen und einigen’ ‘Mar-
sileaceen. "Bei den 'Ophioplosseen hd’ Dr
vopödineen' bemerkt ‘nian’ keine eigentlich schne“
‚ckenförniige Entwickeltink (Beinhardia“ ist‘ Shi Yin
dieser Rücksicht noch’ nicht Bekannt), > bef 'den
Equisetaceen' aber wird sie Niemanit' "suchen.
G
08 . . 2%
‘ „
en * 4
ws - ..
Der Wurzelstock der .Farrn mit schneckenförmig
eingerolltem Laube ist sehr verschieden. Sehr oft
ist er zusammengedrängt entweder rasenartig oder
fortichreitönd, oder er isekrfechend und die Wedel
enispringen meistens einzeln, sehr oft aus den En.
den defselben und der Aeite. —, Zu den erätern ge-
hört’auch der baumförmige‘ Wurzelstock, 2. B. der
‚Gyatkea, den wir, wiewohl unvollkommen, auch
bei einheimischen Arten, z.B, bei Struthiopteris
germanica,' finden, Zusammengedrängt fortschreis»
tend; ist der Wurzelstock bei Aspidium fragile;
den kriechenden zeigt, Polypodium vulgare. Be-
vor sich der Wedel entwickelt, ist er bisweilen
durch Schuppen ‚ welche dent Wurzelstock angehö-
ren, beschützt, nicht ‚selten ‚aber umhüllt ihn ‚eine
zarte Haut, welche bei der Entwickelung zerreifst,
und deren. Veberreste hie und da als Spreublätt
chen am, Strunke, ‚stehen bleiben, oder ganz unte
“an demselben ein breites Schild darstellen „wis
bei Osmunda regalig und mehrern andern. Dit
Lycppodineen haben gröfstentheils einen Stamm,
welcher; ausdauert, nach gewilsen Gesetzen, blalt
reiche ‚stehenbleibende ‚Aeste treibt... die in da
Form, des Stammes sich. fortbilden, und mit de
Zeit; auch, ‚wie dieser, fie Blätter fallen lassen
Sie unterscheiden sich, also von allen Farrn durd
‚einen ausdanernden hlattreichen Stengel, .. welche
sich nach und nach verzweigt. ‚Unter den Mar
sileen ‚findet man an Pilmlaria und Marsile
einen kriechenden Stengel, aber das Lanb entwr
ckelt sich aus einzelnen Knoten defselben. schnt
Er
‘99
ekemformig; Salvinia'sst eimjährig und‘ die Dauer
menıAzolla- gewils ‚auch "nicht .viel-länget, Die
Art," wie sich das !Laub der Gleicheneen zu
vergrößern pflegt,:indem' nemlich die in der Ga-
bei befindliche Gemme: auswächst, kann mit dem
Fortwachsen der Lycopodineen nicht verwech-
selt werden, indenr jene Gewächse wie die. eigent-
lichen Farrn 'einen meistenthöils krieckenden Wur-
selstock. besitzen, und. die. ersten, bisweil&t" auch
schon: fruchtbaren, Wedel der jüngern Pflanze
noch : gar- nicht ‚gabelförmig,' sondern wie bei
andern .‚Farrn: gefaltet sind, Das Verhalten der
Ophioglofseen bei der Entwickelung der Wedel
unterscheidet sich von dem der Lycopodineen
so. sehr, dafs die Zusammenstellung nach Willde-
now als Stachyopteriden nicht..ganz bequem
scheint,.sie haben: aber hierin auch gegen die an-
dern Farren etwas sehr eigenthümliches,
Der Zweck. dieser-Zeilen ist die Angabe des
von mir in dieser Rücksicht Gesehenen; die Ver-
aulassung. aber erheischt, so wie die Gerechtigkeit
gegen frühere Beobachter, eine Zusammenstellung
defsen, was schon über die Sache bekannt ist.
Er:ist beinahe zweihundert Jahre her, als Fa-
bius Columna :(Adnot, et. addit, in..Recchi res
med. N. Hispaniae; in Hernandez regni mexicani
histor, Romae ı651. p. '875. mach. Haller bibl,
-botz 1. p. 381. schon im Jahre 1627. aufgesetzt)
folgendes schrieb: „Et quia locus videtur, adden-
- dum censwimus . . . . plantam quoque esse, quae
integro anno nterum cum loetu gerat infra terram
652 Zr
100
ohrutum;, nae:nisl post anaum Supra Terra profe»
zeit, et.perficere. Hpc:in planta evenit- a’nabis
dicta in nostro Phytobasano,'Epimedium, et vulge
Lunaria racemosa, (quae Majo. mense’exit aupra, ter
‘ram fuliosa. tantum, vel foliosa cum raceino. eliam,
sic. enim a terra assurgit, eb-quae. ab ‚inilia caret
racemo, illo semper carere. est observatum; si enim
ab:initio nalam prodnxit,. nee amplius racemum
apta est'proferre. Et nas: observavimus in quame
plurimis ‚plantis in-'Aetitieslarum montibus omnes
plentab An imo. petiolo supra radicem Follicalum
habere. quendam,..veluti Ari florem exiguwm;' in
quo plantulem exignam: veluti foetum,: complica-
tum extare. vidimud infra folliculam uteri vicem
gerentenf, integram foliosam tanfum, 4uae. raceme
vidua erat post annum proferenda, et quae race
mosa, cum ipso exigno, sed.iniegro racemd con- -
voluta” etc, — (Siehe auch Bay hist, plant, I, p. 126.)
Fäst hundert :Jahre'näch-Bekanntmachung die-
ser Beobachtung, welche Ton Fabius Columna;
dem Schmucke seines Jahrhunderts, ausgieng, bes
schueibt. Linne das altjährige Entstehen des Bo»
trychium Lunaria (Fl, suec. edit. Il: p. 370.) mit
folgenden: Wortän: „iriira basin stipitis, dum tem-
pore vernali'enata zst, (Osmünda Lunaria) ze sislit
Zuturi anni planta ommibus suis partibus: eruendaz
annuo spatio, anteguam pvpdeat, perfeota, eviden-
tius quam in Hepalica aut Daphne.” Diese kurze
Nachricht ward hie und da angeführt, aber wie mit
scheint noch nicht recht benutzt. . Uebersetzt fink
det man sie in Houltuyas Pilanzensystem 13. 'Els
‘
107
p- 57. und in Sturms Flora 2. Abtheilung 1.B. —:
Sprengel (Anleit. ı. Ausg.) sagt unter: andern::
(p- 166.) „Rumphius hat das Ausschlagen des
Botrychium zeylanioum treu. dargestellt, - woraus
man sieht, ‚dafs die jungen Wedel vom Arifange-
. nicht spiralförmig gewunden, sondern gerade ge--
streckt sind.” Ferner: (p. ı167.): „Die Pteroiden
pllanzen. sieh, sehr leicht .‚durole Ninrzeiknellen fort,
und: die.Boirychien thun diefs am. meistew; : weil.
sie am nächsten den Farrnkräutern: stehen. Daher
sagt schon Liune in der Fl. suecica, man finde
im hohlen Stengel des Botrychium Lunaria 'nahe
an.der Wurzel fast allemal einen Keim der künf-
tigen Pflanze,” Weiter unten (pag. 171.) heilst es
endlich: „Von den Osmunden und Onocleen, mit
denen diese Pteroide (Botrychium) eine natürliche
Verwandischaft hat; trennt sie sich selbst im na-
tüplichen Systeme durch den Mangel an spiralför-
miger Windung des aufschielsenden Wedels.” —
Willdenow (praefatio ad Rebentisch Fl, neont
p, IX.) erklärt sich über Ophioglolsum und Bo-
tvychium ganz ausdrücklich: „Frondes ‚horum
binorum. generum vernahtes sunl re vera circina-
‘ tae, sed lateraliter.” — Swartz (Syn. fl. p. XV.)
„Vernationem eireinalem Äilicibus solitam, quoque
etiam ‚Danaea et Maraitia gaudent, eis (Botrychio_
et-Ophioglofso Jesse valde dubito.”— Weher und
Mohr (Handb. d. krypt. Gew. p. 50.) haben sich
von ‚der Linnedischen Beobachtung an Botry-
chium Lunaria überzeugt und erklären. die lasi-
nias frondis für „complicatas, non vero vzeapse eir-
102°
cinales” — Decandolle (Fl, Fr. 3. ed. vol,'a-
pag. 569.) zählt Botrychium Lunaria nebst: Os-:
munda regalis zu den Farrn, deren Kapseln keinen’
elastischen Ring haben, und.deren Ashre in. der!’
Jugend. 'eingerollt ist; Ophioglossum hingegen:
macht die. dritte- Ordnung der Farrn aus, welche
keiner gegliederten‘ Kapselring haben, in der Jugend»
aber nicht eingerolli sind. — Sprengel (Anleit
ganz umgearb. Ausg, 2. pag. 107.) führt: Botryck:
und Ophiogl, unter der dritten Abtheilung seiner.
Pteroiden, ‚welche (p: 104.) „in dem: gekräuselten.
Aufschlagen der jungen Triebe den Familiencha-
rakter der Farrnkräuter tragen,” als Stachyopte-
riden Willdenows auf „deren Laub wie bei äch-
ten Farrnkräutern ist.” — Cassel (natürl; Pflan-.
zenordn. pag. ı35.) hat: den Umstand nicht über«
gangen und drückt sich folgendermalsen aus:. „Die
Osmunda (?) ist eine lebendig gebährende Pilanze,
In einer an der Wurzel befindlichen Höhle des
Stammes findet sich eine kleine, der Osmunda völ«
lig ähnliche Pilanze,” — Ich selbst erklärte mich,
(kurze Anleit, im Berl. Jahrb. f£. Pharmacie 20. Jahrg.
pag, 42.) so. „Die Arten der Gattungen Botrych.
und Op hiogl. zeigen eine ausdauernde etwas knol-:
lige Wurzel mit sehr starken Nebenwurzeln. Das
Laub entwickelt sich nicht schneckenförmig, son-
dern die junge Pflanze liegt schon vollkommen in
dem häutigen Grunde des Strunkes vorgebildet und
entwickelt sich beim allmähligen Absterben dessel-
ben immer mehr” — Ganz neuerlich beschreibt
Sprengel (Musterbeschreibungen im Anhang zu
105
Decandolle und Sprengel Grundzügen pag. 583.)
Botrychium:- Lunaria weitläuftig, gedenkt aber,
ausser zweier 'scheidenförmigen Blättchen, welche
die Wurzelfasern treiben sollen, die sich aber ei-
gentlich nur in schlechten Abkildungen findens
keines Umstandes, der sich hieher beziehen liefse,
Die Wurzeln der Botrychien, welche ich
untersucht habe, kommen darinn überein, dafs sie
fast knollig, mit unverhältnilsmäfsig dieken Sei-
tenwurzeln versehen und fleischig sind. Freilich
waren die Exemplare von Botrych. fumarioides,
- obliguum, ternatum, dissectum, virginicum und
cieutarium, welche ich sah, nicht vollkommen ge=
nug, um über die Gestalt der Wurzel etwas Be.
stimmtes sagen zu können; eben so genügen die
Abbildungen fast gar nicht, nur Plumiers Ab-
bildung des letztern (flices t. 159) zeigt viel Ue-
bereinstimmung in der Form der Wurzel mit un-
sern einheimischen Arten. Botrychium zeylani-
cum Sw. Willd. welches Rumphius: (herb, am.
boin. 6. pag. 153, f. 68. f, 3.) ganz herrlich be-
schreibt und abbildet, hat eine kriechende Wurzel
und unterscheidet sich auch im übrigen eben so
auffallend: von Botrychium, als von Ophiogl.,
ich nenne es daher Helminthostachys dulcis. —
Hat man eine Pilanze von Botrychium Lu- |
naria (rutaceum aller Schriftsteller ist mir nur eine
verkümmerte Abweichung davon) oder matrica-
rioides sorgfältig mit der Wurzel aus dem Boden
gegraben, so bemerkt man, dals der untere Theil
des Strunkes von einer dunkelbraunen häuligen
104
Röhre umgeben ist, welche sich, da sie gewöhn;
lich nicht einmal unten befestigt ist, ‚auf und ab,
schieben lälst. Diese Röhre ist nach den Umstän-
den, welche darauf einwirkten, nach oben öfters
eingerissen, auch wohl nach ihrer ganzen Länge auf-
geschlitzt und bat so Veranlassung zu der Sage von
scheidenartigen Blättchen gegeben. Bisweilen fin-
det man, dafs sie aus einer doppelten Haut besteht,
und an einem Exemplare aus Unalaschka sah ich
‚ sie dreifach. Untersucht man die Pflanze im Monat
Juni und entfernt dabei die häutigen Röhren, so
zeigt sich der darunter befindliche Theil des Sirun-
kes bleichgrün und hart, Später im Jahre schwillt
derselbe etwas auf, er ist dabei weicher anzufüh-
lea, und man bemerkt nur innerhalb der fast ab-
gestorbenen eigentlichen Bedeckungen einen klei.
nen harten Körper, zu dessen näherer Betrachtung
. man sehr leicht durch einen Längeschnitt in die
gleichsam sackförmig erweiterte Haut, welche jetzt
den Grund des Strünkes ansmacht, kommt. Ist der
Schnitt bis auf die Wurzel geführt, so geht durch
die Oeffnung der erwähnte harte Körper, welcher
im Monat August oft schon die Länge eines halben
Zolles hat, als die junge Pflanze, die im nächsten
Jahre sich aus der. alten über die Erde erheben
sollte, aus seiner häutigen Hülle hervor, Die Sub-
stanz des Strunkes scheint, so weit das junge Pflänz-
chen reicht, bis auf zwei Gefäfsbündel und die äus-
sere Haut, welche so einen geschlassenen Sack bil-
det, aufgezehrt,. Das junge Pilänzchen ist fast wal-
zeuförmig, bleichgrün, der Strunk eben so lang als
109
das Laub, dessen Fiedern Hachziegtlförmig: über
einander und von beiden Seiten gegen. einander
liegen , so: dafs sie die Fruchitraube bedecken,
welches durch. Umbengung ‚der obersten Lappen.
ganz bewirkt wird, Entfernt man das kleine Laub‘,
so zeigt sich die Fruchtiranbe mit . ihren, gegen
einander, geschlagenen Aestchen, an welchen. die
Kapseln‘ auch ‚schqu;. gang . deutlich -wahrzuneh«
men sind. ‚Ganz unten am, Strunke dicht üben der
Wurzel entdeckt man an einer Seite endlich noch,
einen kleinen Waulst,, dessen Ursache eine sorgfäl-.
tige Untersuchung ganz klar enthüllt: . Hier 'nem-
lich hat, eine noch. spätere: Generation ihren Sitz,
welche sich durch einen Einschnitt in den kleinen
Strunk und Zurückbeugung desselben unter: hehntr
samer Erweiterung der. gemachten Osfinung ganz
rein als ein nach viel kleineres, aber nicht’ weniA
ger. vollkommenes Pflänzchen darstellt. Zu Ende
des Sommers hat diese dritte Generation ohngefähr
die Gröfse einer halben Linie, und die genaue
Uebereinstimmung derselben mit der Mutter kaun
freilich nur durch eine starke Loupe wahrgenom-
men werden. h
Die Wurzel des Botrych. ist offenbar vom
sehr langer Dauer, ‚denn: man hat bisweilen Gele=
genheit, die Spuren von‘sechs Generationen auf
einmal zu sehen, wenn man weils, dals die Röhs
xen, welche den in der Erde befindlichen unter
Theil des Strunkes umgeben,: weiter nichts sind;
als die zurückgebliebenen ‚ durch das Aufscielsen
der jungen Pflanze erweiterten, Häute..dex Striunke
xo6
vergangener Jahre, Hat die ‘Wurzel einmal die
Stävks erreicht, dafs ste eine Fruchttraube erzeugt,
so nimmt sie im Umfange nicht mehr sehr zu, aus.
genommen in recht fruchtbarem Boden, wo denn
der Strunk eine ziemliche Stärke erlangt, 2 bis
Stheilig wird, und die ganze Pflanze mancherlei
Abnormitäien darbietet, Leider habe ich die ganz
junge Pflanze des Botrych. Lunaria, welche nach
Sprengel (Grundz. p, 483.) gleich einem grünen,
gelappien Zellgewebe aus dem Saamen aufgehen
soll, nech nicht beobachten können, mit Gewils-
heit aber glaube ich, nach Untersuchung einer gros-
sen Menge Exemplare des Botrych, Lunaria, ru-
tacenm, und matricarioides aus den verschiedensten
Boden: und den verschiedensten Klimaten, behaup-
ten zu können, dafs die beiden ersten zu einer
Art gehören, von welcher das zweite nur eine un-
bedeutende etwas verkümmerte Varietät ist, das
letztere hingegen eine sehr ausgezeiehnete und un-
ter allen Umständen wieder zu erkennende Aıt
ausmache,
. Das Hervorgehen des jungen Triebes von
Ophioglossum ist von dem des Botrychium
. zwar verschieden, in gewisser Rücksicht aber dem-
selben ähnlich, Die Wurzeln von Ophiogl. val-'
gatum und Iusitanicum sind knollig, aber weit
dicker, als bei Botrychium, und mit stärkere
Seitenwurzeln versehen. Nach den vorhandenen
Abbildungen findet diese Beschaffenheit der Wur-
zel noch statt bei Ophiogl, ovatum, nudicaule,
reticnlatum -und palmatum; über Oph. gramineum,
107
bulbosum’und pendulum habe ich noeh nichts er-
fahren können,- und in Betreff des Oph, ovatum
giebt die Beschreibung von Rumphius (Herb,
amb. 6, p. 152.) noch nicht den gehörigen Auf-
schlufs. Der Unterschied der alljährigen :Entwi-
ckelung des Ophiogl, vom Botrych. besteht’ märr
ı) darin, dafs sich dort das junge Pflänzchen neJ
ben dem alten unmittelbar 'aus‘ der $leischigen
Wurzel; und nicht aus dem alten Strunke erhehly
2) dafs, sich immer nur. eine’ Generation das Jahr
zuvor deutlich ausgebildet’ vorfindet, Bei Oph.
vulgatum und: lusitanicum bemerkt man im Monat
Juni neben dem Strunke auf der Wurzel eine klei-.
ne kegelförmige Erhöhung, aus ‚welcher später das
junge Pllänzchen für das nächste Jahr sich erhebt.
Oeffnet man diesen. Wulst, so ‚sieht man in seiner
Hleischigen Substanz einen kleinen, grünen Körper
an dem sich ganz deutlich das einwärts geschlagene
Laub des Ophiogl., welches die Fruchtähre noch
umfalst, erkennen lälst. Sollen sich im nächsten
Jahre mehrere. Strünke aus der Wurzel erleben,
so findet man dieselben auch schon durch eben sa
viele kleine Erhöhungen angedeutet, welches bei,
Oph. Ausitanieum mehrentheils der Fall ist. Im
August. ist nun das junge Pilänzchen schon mehr
ausgebildet, aber noch immer in der Erde verbor«
gen, es hat die Grölse eines halben Zolles erreicht,
wovon der Strunk, der durch eine braune Haut,
eine Fortsetzung des Wurzelüberzngs, scheidenar-
tig umgeben wird, die Hälfte beträgt. Aus dem
einwärls gebogenen Laube ragt die Fruchtähre
108 . er
schon "etwas ‚hervor,. die sorgfältig rein. darges
stellt. die Form der. ausgewachsenen. vollkommes
und selbst die. zusammengewachsenen Kapseln ganz
deutlich. zeigt. Zu dieser ‚Zeit, ist der alte Strunk;
von. seiner scheidenartigen Haut, die ‘öfters einge
xifsen ist, umgeben, noch vorhanden. : "Wenn auch
Plumiers Beschreibung und Abbildung des Oph
retieulatum -(Fil. 141, t, 164.) ‚nicht ganz damit
übereinstimmen, ‚so ' geht doch henvor, dafs dis
Beschaffenheit von.!der. ‚unserer Natterzunge hicht
sohr- verschieden seyn mag,
Wenn wir nun nach "dieser Auseinandersetzung
zur Beantwortung obiger Anfrage schreiten wollten,
so mülste dieselbe ohngefähr so ausfallen: Die
Wedel von Botrych, sind in der frühesten
Jugend, also vor ihrer Entwickelung, auf
recht; die einwärtsgeschlagenen Lappeı
des Laubes verhüllen die zusammenge-
schlagene Fruckttraube, —: Eben so verhält
sich Ophioglossum. Nur zeigt sich hier der
Keim des neuen Triebes unmittelbar auf der Wur-
zel neben dem älten, dort aber innerhalb des alten
und zwar mehrere Jahre zuvor. Meine Untersu-
chungen stimmen demnach mit der Angabe Spren-
gels überein, aber freilich nur in der einzigen vom
Anfrager angezogenen Stelle, denn später mulste,
wieich eben nachgewiesen habe, diese richtigere
Vorstellung der ganz entgegen gesetzten vom‘ ge-
kräuselten Aufschlagen des Laubes weichen. Auch
wird mir leider das Ausschlagen des Botrych:
206
zeylanicum durch:Rumphius eben so wenig deut-
lich, wie. ich imir'von der Fortpflanzung der Botry--
chien durch Wurzelkhollen eine Vorstellürig machen
kann, 'Decan aölle’s Trennung des Boti'ych,
von Opkiögt, und. das‘ Zusammenbringen,, des. ax=
stern, mit Osmnnda, in. ein ‚and. dieselbe. Abthei-
lung der Farrn, blos dureh.die Art der Entwioker
Jung’ bestimmt, setzt eine genweilkttersuchung vor!
aus, der ich nur’ mit der grölsten Schüchterhneif
das Resultat der meinigen entgegen setze. Unter de
übrigen oben angeführten Schriftstellern hat Linne
das Verhalten des jungen, Triebes von. ‚Botrych.
klar und wahr ausgesprochen, öhne, jedoch die
Lage des‘ Laubes und der Früchttraube i im’ Mutter+
schoofse näher zu beschreiben, welches durch die
Angabe der Aehnlichkeit mit der er wachsenen Pflänze
überflülsig wurde, Weber und Mohr bestätigen
Linnes Beobachtung und haben die klarste Vor-
stellung von der Sache, drücken sich daher auch
richtiger darüber aus als Willdenow, der die
Frondes von Botrych. und Ophiogl. lateraliter
ceircinatas nennt, Swartzens bescheidene Zwei
del an schneckenförmiger Entwickelung des ‚Laubes
jener beiden Gattungen konnten spätern Schrifstel.
lern 'als ‚gute Leiter dienen, Cassels gepriesene
natürliche Pilanzenordnungen "enthalten so viele
naive Stellen, dafs ich die hieher' gehörige nicht
zu prüfen wage. Wiefern meine Angabe der Stelle
wo sich der junge Trieb des Ophiogl. zeigt, eine
Berichtiguhg'erheischte, geht aus der r jetat Begebe-
nen Beschteibang hervor. - Zu
Pr
E20
& Erklärungider Kopfeätafel: FT. IL’:
„u ige 2, Eine ‚erwachsene Pflanze des Bauyckiam Lai
naria, ‚pnten aufgeschlitzt, um das. junge Pflänzchen, 2y
zeigen,,, A Letäteres ‚herausgenommen „ . „ebenfalls. aufger
sehlitzt, mit dem enthalienen Pflänzchen „, welches. bei bi
Kötansgenommen und | von "der andern Seite ' dar gestellt Bi,
Pix: 22 Öyiogtdahlin "vilgatunrhhi "&r "Wariel, ai
welcher‘. ımlan ehem ‘dem 'alten ‘Schafte‘ den die junge
Püanze, ‚enthaltenden. Hügel; bemerkt, a... Eine Wurzel, an
der: das. Fleisch des Hügels weggenommen, um. das junge
Pflänzcheu in seiner Entwickelung zu zeigen. b. Eine
Wurzel, woran das ‚Junge, Pflänzchen schon weiter vorge:
zückt‘ ide. j .
" ns Schriften
“ Eine sehr Wichtige Erscheinung, ist: „Schultr
über den Kreislauf des Saftes im Schöll-
kraut u. s. w. mit einer Vorrede von Link.
Berlin b. Dümmler 1822, 8. (10 Ger.) — Eine:
genügende Benrtheilung dieser Schrift. ist für jetzt
noch nicht möglich; wir müfßsen den Sommer ei
warten, um die merkwürdigen Beobachtungen und
Versuche des Verfaßsers durch Wiederholung und
mannichfaltige Abänderung zu prüfen. Da aber
beides keine vorzügliche, Instramente Tordent, und
Gelegenheit dazu aller Orten sich findet, so wäre
zu wünschen, dafs die kleine Schrift vecht schnell
verbreitet würde, und dafs Bestätigung, Widersprugh,
Deutung und Einwürfe recht bald von verschiedenen
Seiten in der Flora zusammentreffen möchten.
D)
eo:
IL Anfragen.
(1. Ueber Sphaerococeus Helminthochortos.)
Wo wird derjenige Fuous Helmintbochor
41
tos oder Museus Corsigus gesammelt, ;welcheii
die norddeutschen Apotheken von.den Hanseestädten
* beziehen? In.bedeutenden Vorräthen ‚desselben; fand .
Einsender dieses nicht eine: einzige. Alge, : weiche
der Nordsee fehlt, am wenigsten. den ächtenSphae.
Tocorscus,flelminikochortos En: .
i (2. Ueber 'vothen. Schnee.)
ı Die Reise vor schneBiolätkatdie Aufmerksam
kest der Natnkförscher. neberlich. wiedel "auf 'das
merkwürdige: Phänomen des vothen' Schnees ‘geleit
tet, und Wollaston vermuthet; dals die Kügel:
chen, ‚denen:der Schnee die rothe Farbe verdatıkt,
wegetabilischen Ursprungs :seyen; Da nun schon‘R äi
mond und Saussure ähnliche Beobachtungen ge:
" macht.haben, so wünscht Einsender dieses zu er- ,
fahren, ob ausser den Schriften jener beiden Män-
ner, in deutschen oder IParizösischen Werken, noch
keine Untersuchung über diesen interessanten. Ge
genstand vorkomme?
(3. Ueber Schraubengänge und Spaltöffn. der Moose.}
“Wo und an welchen Moosen hat man Schrau-
bengänge und Spaltöfinungen (die an den Ansätzen
der Brya, Splachna cetr. ausgenommen) be-
merkt? — Der Recensent von Raums Först-
kräuterä‘ in den Gölting. gel. Anzeigen 1820,
St. 5. S,.46. rügt, dals diese, jenen Pilanzen abge- .
sprochen: würden.
:(4, Wegen. Hallerische Moose.)
Bekanntlich‘ findet sich in Suler’s Flor# hel-
velica ein Verzeichnils der Nummern‘ der 'grofsen
ı1%
Hallerischen Selrweizerllora mit (wi&wohl nicht
immer. ganz sichern) Angabe der von’ Linnd oder
ündern denselben beigelegten Benenntngen.‘ Man
wünscht:zu wilsen, ob“irgendwo auch die Crypto-
‚gamen ‘idenn ‘Suter ümfalst 'blos''die Phäncroga:
men) auf ähnliete Art: auf die: Pfleiizen 'andereh
Botaniker vollständig. zurück. geführt. sind. Was in
dieser Hinsicht im Einzelnen, von Weifs, Schre-
her; Schäffer „iMüller,- Bridal, Achaärins,
Desandolle; neuerlichst von Fries geleistet wor-
den ; Haxf als "bekannt: vorausgesetat: werden, : Allein
eine grolse Anzahl ‚dar. Erallerschen Nummern
(2.,.B. 1920. — 22, 30 — 33, 47,.— 51,.12057 —. 61%
64 — 69, 71 — 76, 2152 — 57, 2208 At 12403 — 19,
61. — 66, 69 — 78 und sehr viele amsterg) sind;
so viel dem Anfragenden bekannt.,.. von keinem
’ neuern. Schriftsteller citirt worden..!. Viele mögen
auch wirklich wegen Kürze der.: Beschreibungen
- und: wegen Mangel an zu vergleichenden Exempla-
ren nicht zurück geführt werden können. ‚Wo Gn-
den sich die meisten Beiträge zu einen, ‚Reduction
dieser Hallerischen Nummern?
W. Beförderungen und Belohnungen,
-.. Sr, Maj. der Kaiser von Rufsland haben dem
Herrn Staatsrath von Langsdorf bei seiner Anwe-
senheit in Petersburg jährlich 20,000 'Rubl. B. A. an-
gewiesen, um dafür Naturgegenstände aller Art aus
Brasilien nach Petersburg zu senden... Für Botanik
wird Hr, v.Langsdorf densich bereits in Brasilien
befindenden Botaniker und Gärtner Riedel enga-
gieren, welcher neben der Botanik auch Kenntnisse ,
in der Ichtbyologie und Entomologie besitzt. .
Flora
“oder
Botanische Zeitung,
Nro. 8. Regensburg, am.28. Februar 1822.
' LAnfsätze
"Wodurch unterscheidet sich die Gattung
Sedum von Sempervivum? Von Herrn
C. Beinert,
Diese Frage wird gewils ein jeder aufwer-
fen, der die Charaktere beider Gattungen verglei-
chend gegeneinander hält, und auf einen Grund,
gebaut findet, der bisher von allen mit der Wis-
senschaft vertrauten Männern, als schwankend und
unzureichend anerkannt wurde, Trotz dem findet
man bis auf die neueste Zeit eine unveränderte
Beibehaltung desselben.
In der Mehrzahl botanischer Werke ist der
Gattung Sedum die Zahl 5 als Norm zugeschrie-
ben, wobei jedoch die Zahl der Staubgefälse nicht,
berücksichtigt wurde, indem man diese wahrschein-
lich für zu sehr veränderlich und unbesimmt hielt,
‚Herr de Candolle (Flora gallica) achiete indefa
sowohl auf die Zahl der. Letzteren, wie auch auf
die gänzliche Unzulänglichkeit der Zahl fünf, in-
dem er den Gattungscharakter so aufstellte: -
HM
114
„Calyx 4 — 7fidus, saepius 5ädus, petala et
„ovaria totidem, stamina numere petalorum du-
‚„pla; Squamae ovatae obtusae integrae”.
Allerdings scheint dieses auch der befste Cha.
rakter zu seyn, allein dadurch ist gerade der Un.
terschied vom Sempervivum gleich Null gewor-
den, und man weils eigentlich nicht, wie die bei-
den Gattungen getrennt nebeneinan:ler stehen kön-
nen. Denn findet bei Sedum eine Zahlenreihe von
4 — 7 statt, so mülste Semperv, globiferum durch-
aus zu Sedum gezogen werden, denn es waltet in
den Blüthentheilen dieser Pflanze die Zahl sech
und ihre Verdoppelung, ausserdem aber nur habi-
ineller Unterschied. Nun müßsten aber anderseil
die Sedum Arten, die auch, dem de Candolli
schen Gattungscharakter nicht gehorchend, mit &
nem gröfseren Zahlverhältnisse auftreten, zu Sem
pervivum verwiesen werden. Eine solche Abär
derung vorzunehmen, lälst aber der eigenthümlich
Habitus dieser Pflanzen nicht zu, hingegen die Ver
‚einigung beider Gattungen selbst möchte weniger ı!
bezweifeln seyn,
Für.die vereinigte Gattung würden nach g
nauerer Untersuchung aller Arten, gewils cons
quentere Charaktere gefunden und festgesetzt wer
den, selbst auch dann, wenn man wiederum zw
;Numerus Zuflucht nebmen müfste; denn die Zar
lenreihe würde dann, von der durch: Untersuchuf
gefundenen niedrigsten Zahl. bis zur höchsten, ul
unterbrochen fortlaufen,
Es ist schon oben eingestanden,. dals den Ser
115
pervivis ein ganz eigener Habitus zukömmt, dafs
ihre kugelförmigen Propagines eigenthümlich schei-
nen u. s. w. Indefs der Habitus allein kann keine
Trennung bedingen, denn: weicht nicht ebenfalls
unser. gemeines Sedum Telephium, und alle die
Arten, welche zur Unterabtheilung „Foliis planis”
gehören, im Habitus sehr von denen ab, die zur
zweiten Abtheilung „Foliis terelibus” gehören? —
Darf aber der Habitus im Betreff der Gattung
sein Recht nicht geltend machen, was hindert dann
noch die Vereinigung? — Sorgfältige Untersuchnn-
gen, sowolil’aller Sedum - als auch Sempervivum- _
Arten würden wahrscheinlich den Ruin einer von
beiden Gattungen nach sich. ziehen, welche Mei-
nung durch nachstehende Untersuchung ungemein
viel Wahrscheinlichkeit zu gewinnen scheint,
In Thüringen, vorzüglich in Erfurt, findet sich
auf Mauern, Begräbnifsplätzen u.a. O, ein Sedum,
welches durch seinen sehr schlanken Wuchs aus-
gezeichnet ist, Im ersten Augenblicke hielt ich es
für eine mir unbekannle Species, durchlief deshalb
in mehreren Werken vergleichend die verschiedenen
Arteh,. allein meine Pilanze wollte sich nicht un-
terhringen lassen, Später erfuhr ich, dafs die Pllanze
Sed, recurvum Bernhardi sey, hielt. es aber
doch für gut, von der frischen Pflanze eine um-
ständliche Beschreibung abzufassen, aus der ich nur
dasjenige herausheben will, was erforderlich ist,
um die innigste Verwandtschaft dieser Pflanze mit
Sempervivum zu beweisen,
Ha
116
„Der Blüthenstand ist ganz derselbe, wie bei
Sempervivum globiferum, nur sind die Trau-
ben weniger gedrängt,
Die Blumen überraschten mich durch eine
(bewundernswerthe) Aehnlichkeit mit denen von
Sempervivum,
Das Zahlenverhältnifs besteht hier nach eben den
Regeln, wie man es bei Semp. findet. — ÜUnter-
sucht man die Hauptblumen zuerst, so findet man:
Den Kelch gewöhnlich g selten 8mal eingeschnit-
ten; Die Einschnitte linienlanzettförmig, stumpf;
die Aussenseite in der Mitte ausgehöhlt, die Innen-
seite gewölbt..
Biumenkrone gblättrig: Blumenblätter linien-
lanzettförmig, etwas stumpf, doppelt so lang als
die Blüthendecke, gelb, in der Mitte mit einem
grünlichen Streifen durchzogen,
Staubgefäfse ı8, oder stets das Doppelte der
Kelchzipfel und Blumenblätter. Hier, wie auch
überhaupt in den feineren Bildungen der Evolution
erscheint die Analogie mit Semperv. am denutlich-
sten. Man findet nicht allein Gleichheit im Zahlen-
verhältnisse, sondern sogar dieselben Bildungen
monströser Staubgefälse, die bei Semp. als Honig-
gefälse gelten.
Fruchtknoten g. An der Basis eines jeden sitz
eine deutliche Honigdrüse. Uebrigens findet, ab-
gerechnet kleine Abweichungen im äussern Ansehen,
ganz dieselbe Bildung wie bei Semperv, stall
Ebenso verhält es sich mit der reifen Frucht, De
117
Saamen konnte ich, wegen meines frühern Ver-
lassens jener Gegend, nicht mehr beobachten.
In den Denkschriften der K. botan, Gesellsch.
Band I. p.ı09, hat Herr Director Ritter von Schrank
den obigen Gegenstand vollständig in Erwägung
gezogen, und nach sorgfältigen Prüfungen mehrerer
Arten von Sedum und Sempervivum den An-
trag gemacht, beide Galtungen in eine einzige zu
verschmelzen, wie schon Haller gethan habe,
Redaction,
IL Correspondenz
(Aus einem Briefe des Herrn Professors Dr. Leh-
mann. in MNamburg,)
Wunderlich genug ist es mir auch mit den Po-
tentillen ergangen. Nur einige Proben als Beispiel.
Der Recensent meiner Monographie dieser. Gattung
in der Jen. Lit, Zeit, (Ergänzungsbl. Pag. 275 von
1820) nennt Herrn Nestlers Monographie dieser
Gattung eine gründliche Arbeit. Wäre sie das wirk-
lich, so war wohl meine Monogr, überflüssig. Wie
ich höre,. soll Herrn N estlers Schrift für einen
nicht botanischen Zweck in grofser Eile geschrie-
' ben seym. Ber Arbeit sieht man die Eile freilich
an, dasjenige etwa. ausgenommen, was eigentlich
von Richard ist, Pag..278 der besagten Recen-
"sion wird meine Beschreibung der Pot. intermedia
naeh einem Exemplar von canescens cortigirt, wie
ich jetzt aus eigener Ansicht mit Gewilsheit weiß;
daher werden dieser Pflanze folia eigentlich vil-
losa, zugeschrieben u, s. w. Der Recensent dieser
118
meiner Schrift in der Hall. Lit, Zeit, 1821. Nro, 115,
will mit Herrn Nestler den Potentillen einen Cal.
quinquef, bracteis 5 zuschreiben, Wie sollen aber
dann die eigentlichen ‘Bracteen der Potentillen
genannt werden?— In einer andern Recension lesd
ich: „Es versteht sich, dafs dem Verf. nicht alle
Arten bekannt seyn konnten. So P. calabra und
Thomasii Tenore, P. pumila und dissecta Pursh”
u. s.'w. Doch aber findet sıch dasjenige, was sich
damals über diese Pflanzen sagen liels, Pag. 195 —-ig4,
der Monogr. P'ot. calabra soll ich zu P. geoides ge-
bracht haben‘, vermuthlich "weil im Index meiner
Monographie'ein, jedoch ‚angezeigter, Druckfehler
sich befindet. Einer andern, ‘offenbar hämischen
und absichtlich verfälschenden Beurtheilung dieser
Schrift, mag ich gar nicht gedenken,’ weil das,
was ich’ darüber zu. sagen: hätte, der’ Raum dieses
Biiefes nicht aufnehmen kanı. Endlich nun lese
ich in der botanischen Zeitung vom 7. Dec; 1821,
dafs ich P. aurea L,, intermedia L., opaca L., sub-
acaulis L,,''&e. &c. nicht gekannt habe. Weder
die Decaden: von Seringe, noch den Theil des Mu-
see helvetiqud, der über die Potentillen handelt,
habe ich gesehen. Ich habe aber die Sammlungen
in Paris. und Wien, in Copenhagen, Stockholm und
Upsala verglichen, und so viele andere Sammlun-
gen während fast fünfjährigen Reisen benutzt, ‚habe
bekanntlich die Willdenowische Sammlung für die
Arbeit verglichen, nnd die 'Potentillen des reichen
Vahlischen Herbariums, so wie Vahls sämmtliche
Collectaneen über diese Gattung Jahre lang mit
319
mir geführt, und bei der Bearbeitung vor mir ge-
habt. Doch Sie antworten mir vielleicht, wie mir
einmal jener Engländer antwortete: „Vahl is no
authority.” Gur denn! Ich besitze auch 'als Ei-
genthum, (Ein Geschenk von O. Swartz und dem
Academiker Ritter Caström in Stockholm, der
vielleicht das gröfste und interessanteste Herbarium
in Schweden hat), auf’halbe Bogen geklebte Exem-
plare von den besagten Potentillen, unter welche
Linne mit eigener Hand den Namen dieser
Potentillen geschrieben hat. Auf den Bogen der
Pot. subacaulis hat Caström bündig attestirt, dafs
der Name von Linne’s eigener Hand geschrieben
sey. Diese Pflanzen sind, wie gesagt, mein Eigen-
tum; mancher Freund der Botanik hat sie schon
der Lin. Handschrift wegen bey mir gesehen, wie
noch neulich Dr. Siemers und Dr. Nolte; der
Besitzer des Flüggischen Herbariums; und doch
will'man mich nun über die Lin. Potentillen be-
lehren! — Wenn man unter so günstigen Umstän-
den und mit solchen Materialien,. wie ich sie be-
sals, nicht mehr leistet, als einige zu glauben schei-
nen, dafs durch meine Monographie geleisiet wor-
den, so wäre es denn wohl kaum noch der Mühe _
werth, eine Feder anzusetzen, (Bei Pot. intörme-
‚dia bot. Zeit, 1. o.’lese ich: „die Verwirrung der
Synonyme dieser Art ist so grols, dafs man’ sie zu
entwirren fast verzweifeln mufs.”)
Ich habe in allen den angeführten und nicht
angeführten Recensionen nichts gefunden, was mich
‚ berechtigen könnle, noch jetzt im Wesentlichen
120
etwas an meiner Monogr. zu ändern, und ich werde
auch nur wenig ändern, wenn ich nächstens einige
Addenda' zu dieser Monogr. drucken lasse, Diese
Addenda werden hauptsächlich neue Arten enthal-
ten, wovon auch einige sehr eigenthümliche aus Ne-
paul durch Wallich in Calcutia eingegangen sind.
P.S. Jetzt erst sehe ich, dafs ich besser ge-
than hätte, bei manchen wichtigen Citaten in mei-
ner Monographie anzuführen, wodurch ich aufs Be-
stimmteste berechligt ward, diese Citate eben dalıin;
und ohne Fragezeichen, zu bringen, wo gie stehen,
Damals glaubte ich, und hatte vielleicht nicht Um
recht zu glauben, diefs sey überllüfsig, —
Es ist kein Gedächtnifsfebler,. dafs ich Pot.
aurea Smith Fl. Brit, bei Pot. crocea und auch
bei P. aurea L. citirte. Beide Pilanzen wachsen in
England, wie sich ausExemplaren von doriher er-
‚giebt. Auch ist bei diesem Citat unter P. aurea aus
drücklich angeführt; exelus. icon Fl, Dan, was det
Herr .Recensent, wie es scheint, hat überschen
wollen. P, opaca soll nicht von der dunkeln Farbe
Uer Stengel u. 3. w., sondern vom Standorte so
benannt seyn, und soll „an behaarten (?) Hügel-
abhängen, unter Gestränch wachsen, Ich habe diese
Pflanze vielfältig selbst gefunden, aber immer au
freien sonnenreichen Plätzen, z, B, in den Wegen
im Schönbrunner Garten zunächst am Schlosse, bei
Dresden an den Feldern, und bei Malmaison an
der Heerstrasse. - Lebmann, Dr.
* * *
In der bot, Zeit. vom 7, Dec. werden bekannt-
\
121
lich aus dem Museum helveticum die Aufsätze über
die Potentillen von Haller und Seringe ange.
zeigt. Der Refer. nimmt dabei, wie uns dünkt,
sehr zweckmälsig, das neueste und vollständigste
Werk, nemlich die Monographie de Potentilla
des Hrn. Prof, Lehmann zur Hand, vergleicht
jede Nro. und referiert treulich, wo die Verf. über-
einstimmen, wo sie abweichen. . In wiefern nun
durch letztere Darstellung in der bot. Zeit. gesagt
sey, dafs Hr, Prof. Lehmann mehrere Polentillen
nicht gekannt habe, stellen wir billig dem Urtheil der
Leser anheim, glanben aber das Vertrauen zu ver-
dienen, dafs wir solchen Stellen den Druck um sa
mehr verweigern würden, als es bei Monograpbieen
gebräuchlich ist, die dubia in den Anhang zu ver-
weisen und wir ganz den Grundsätzen beipflichten,
mit welchen der Rec. von Lehmanns Monogr, de
Potentilla (ate Beil, zur Flora 1822 ı. Bd. 5, 57.)
seine Recension eröffnet hat, Ze
Dafs übrigens das beigefügte P, $., insbeson-
dere was darinn von der Ursache der Benennung
von P, opaca und von dem Wohnorte derselben
vorkommt, sich nicht, wie es des Zusammenhangs
wegen scheinen könnte, auf die botan, Zeitung
beziehe, :wird jeder Leser selbst finden.
Redaction,
I. Botanische Notizen. i
(1. Blühende Gewächse zu Ausgang d. Jahrs 1821.)
Die gelinde Witterung im Ausgange d. & 1821,
und die damit verbundene fortwährende Blühezeit
‚mehrerer Gewächse, verdient um so mehr aufge
122
zeichnet zu werden, als solche noch immer fort.
dauert und auf das zeitige Hervorkommen der Früh-
lingsvegetafion ungewöhnlich einzuwirken scheint,
worüber wirin der Folge ebenfalls berichten werden,
Nach den Beobachtungen des Hrn, Fürnrohr,
eines Dleilsigen jungen Botanikers in Regensburg,
blüheten im Decemb. 1821 noch folgende Pilanzen:
Achillea Millefolium, Alyssum incanum, Ana-
gallis plıoenicea, Anthemis arvensis, tincloria, An-
tirrkinum Cymbalaria, (im Hofgarten wie es scheint
wild), Arenaria serpyllifolia, Artemisia campestris,
Ballota nigra, "Bellis perennis, Campanula rapun-
culoides, Centaurea Cyanus, Cerastium vulgatum, '
Cnicus lanceolatus, Delphinium Consolida, Dian-
thus carthusianorum, Erodium cieutarium, Filago
.arwensis,. Fragaria vesca, Geranium molle, Jasione
:montana, Lamium amplexicaule, purpureum, Leon- .
todon Taraxacum, Lychnis vespertina, Medicago Iu-
pulina, Mereurialis annua, Myagrum paniculatum,
Myosotis, arvensis, Plantago media, Poa annua,
trivialis, Polygala Chamaebuxus, Ranunculus acris,
repens, Sagina procumbens, Senecio vulgaris, She-
rardia arvensis, Sonchus oleraceus, Stellaria media,
'Thlaspi arvense, Bursa pastoris, Thymus Serpyllum,
Trifolium- campestre, Veronica agrestis. *
Der 'Thermometerstand war in diesem Monathe
für Regensburg folgender;
höchster + 10, 7 R. am. ı, Dec. Nachm.
niedrigster — 3, ı — — 18. — Früh.
mittlerer + 1, 9 — warm,
Das vieljährige Mitiel des Decemb. für Regengburg
123
ist, nach den genauesten Beobachtungen des Herın
Professors und ‘jetzigen Domkapitularen Placidus
Heinrich — 0, 7 Reaum,, heuer also um mehr
als 2 Grade höher‘ — eine Temperatur, dergleichen
seit 50 Jahren nur 4mal' vorkömmt. Blos vom 7,
bis ıg. sarık das ''Therm. früh im- Freien unter den
Gefrierpunkt, und nur am ı6.,-17., ı8 blieb es
ganz unter demselben, die übrige'Zeit stets darü-.
ber. Dabei- versetzte der dichte, nasse, "Tag und
Nacht anhaltende Nebel vem g. bis ı7. das Fygro-
meter auf einen Grad der Feuchtigkeit, dergleichen,
nicht leicht, in den meteorologischen Annalen vor-
kömmt.. ‚Die Quantität des Begens war gleichförmig
mit dem vieljährigen Mittel; Schnee fiel'gar nicht.
(2... Ueber Schimmel im. thierisohen Körper.)
Herr Professor Heusinger im Jena hat im No-
vemher des verllofsenen Jahrs seitr Antrittsprogramm
geschrieben: de metamorphosi röstri Pisi et de ge-.
neratiöne Mucoris in: organismo. .animali
vivente, Zu den beiden:bekannten Beobachtuugen
von A,.C. Mayer (Verschimmelung im lebenden
Körper, in Meckels Archiv £.d. Physiol, BL H, IL.
$.310:).und von D, 6. F. Jäger (über die Ent-
stehung von Schimmel im Innern des thierischen
Körpers, ebendaselbst B IE H,U, S. ‚354.) liefert
Hr. Hensi nger hier die dritte, indem er bei einem
Storch, den er noch am Tage des Todes öffnete,
die Lnftsicke gröfstentheils degenerirt, und, so weit
die Degeneration sich erstreckte, mit Mucor Mu-
cedo überzogen fand. Hr. H, hält es für wahr-
scheinlich, dafs der Schimmel sowohl in dem von
124
Mayer, als auch in dem von ihm selbst. beobach-
teten Falle während des ‚Lebens im Thiere sich
gebildet habe, und erklärt sich sogar geneigt, den-
selben für eine thierische Afterorganisalion zu hal.
ten. Die Beobachiung ist wichtig, die Schlüfse
möchten wohl etwas zu rasch seyn. Schade, dal
in allen drei Fällen kein Pflanzenphysiolog beob-
achtete, oder zu Rath gezogen ward.
(3; Verzeichnis ausländischer naturhist, Werke betr.)
Das Magazin der auswärtigen Literatut
der Heilkunde u, s. w, von Gerson und Ju-
lius, wovon der erste Band 1871 zu Hamburg er-
schienen, liefert am Ende jedes Stückes ein Ver-
zeichnifs der im Auslande neu herausgekommenen
medicinischen Werke,. mit einer eigenen Bubrik
für rein naturbistorische Werke, die man hier woll
nicht erwarten sollte, Vollständig ist das Verzeich-
nils keineswegs, doch sind mehrere Werke hier
aufgeführt, von denen unsers Wissens noch kein
gelehrte Zeitschrift in Deutschland Meldung ge-
than. ‚Dies Magazin verdient daher, auch von Bo
tanikern beachtet zu werden. De
(4. "Beiträge zur Pilanzen - Geographie.)
Die Urwelt und das Alterthum, erlän-
tert durch die Naturkunde, vonLink. Erste
Theil. Berlin 1821, 8, enthält zwei für Geogra-
phie der Pflanzen sehr wichtige Abschnitie, näm-
lich den zweiten: Verbreitung organischer
Körper, und den fünften: die Heimath ge
zähmter Thiere und gebaueter Pflanzen
105
Im exsten Abschnitte, die Urwelt, findet man
das Hauptsächlichste, was wir über fossile Pflan-
zentheile wissen, nicht ohne eigenthümliche Be-
merkungen zusammen gestellt,
(5, Eine vermuthlich neue Oscillatoria.)
Hausmann in seinen Untersuchungen üben
die Formen: der leblosen Natur Bandl. Göt-
tingen 1821. 4. $. 22. Anmerk, #*%*) macht auf-
merksam auf einen pfirsichblüthrothen Absatz am
Rande hepatischer Quellen, welcher vom Hrn. Oe-
conomierath Dr. Fr. Meyer mit vieler Wahrschein-
lichkeit für eine neue Oscillatoria gehalten wird.
Da Hr, Hausmann diese Substanz nicht nur zu
Nenndorf und Eilzen, sondern auch in Italien be-
merkte, so ist zu vermuthen, dafs sie bei mehrern
Schwefelquellen sich finden werde,
I. Ankündigung.
Die ausgezeichnete Aufnahme, welche das in
unserm Verlage erscheinende Werk: Magazin der
aesıhetischen Botanik, oder: Icones et descriptio-
nes plantarum culiarum et colendarum, auctore
H. G. L. Reichenbach, Dr. et Prof,, schon im
Beginnen bei seinem Publikum fand, hat über des-
sen Fortsetzung sehr günstig entschieden, Die Hef-
te folgen nun schneller aufeinander. Wir gaben
‘jetzt das fünfte Heft aus, und haben diesem ‚den
Inhalt des ganzen ersten Bandes, von ı2. Heften,
beigefügt, da alle Platten gestochen, und wir schon
mit dem zweiten Bande beschäftigt sind. Der erste
‚Band enthält 100 Gewächse, worunter viele neue
126
und noch gar nieht abgebildete, alle aber Origi-
nalabbildungen, und nach der Natur colorirt sind,
Mit dem zwölften Hefte erscheint die Vorrede,
eine kurze Einleitung in die Gartenkultur, Zusätze
und Uebersicht der dargestellten Pflanzen nach dem
Linneischen und nach einem nalürlichen Systeme,
” Der Wunsch einiger achtungswerihen Botani-
ker, in dieser zweckmässigen, vollständigen ‘und
wohlfeilen Manier auch einheimische seltnere oder
neu enideckte Pflanzen beschrieben und abgebildet
zu sehen, veranlalst uns, mit dem neuen Jahre ein
neues Unternehmen für diesen Zweck, ganz in dem-
selben Plane, beginnen zu lassen. Der Titel, wel-
cher auch in lateinischer Sprache beigefügt wird,
ist folgender: Flora von Europa, oder: Abbil-
dung und Beschreibung neuer, wenig bekannter
oder schwer zu unterscheidender Gewächse Euro-
pa’s, von H. G. Lud. Reichenbach, Dr. et Prof.
' Dieses Werk: wird Anfangs vorzüglich auf
Deutschland Rücksicht nehmen, und oft neben der
weniger bekannten Pflanze, wo es hinreichend ist,
nur die charakleristischen Merkmale der bekann-
teren mit darstellen, so dals es noch mehr Gegen-
stände enthält, als das Magazin, welches, obgleich
wissenschaftlich und kritisch bearbeitet, doch: we-
nigstens vorzugsweise dem Liebhaber von Kultur-
gewächsen des Auslandes bestimmt bleiben soll.
Wir. werden ‚auch von unserer Seite nichts
fehlen lassen, durch diese beiden Werke die Zu-
friedenheit des botanischen Publikums in immer
höherem Grade zu exlangen, indem die getroffenen
127
Einrichtungen eine steigende Vollkommenheit in
.der Ausführung derselben zulafsen.. Wir wünschen,
dals die Bestellungen auf die Flora europaea zeitig
eingehen möchten, um die Stärke der Auflage un-
gefähr bestimmen zu können, auch ist es für jeden
Abnehmer leichter, wenn er sich die Hefte ein-
zeln, so wie sie erscheinen, anschafft. Der- Preils
& Heft in Quart ist wie bei dem Magazin, ı Rthlı,,
oder ı fl. 48 kr. rhein. Ein Heft enthält. 6 Platten,
jede gewöhnlich mit. mehreren Arten einer Gattung,
mit Zergliederungen, colorirt, und drei Bogen Text,
deutsch und lateinisch.
Leipzig, den 24. December 1821.
Baumgärtnerische Buchhandlung in Leipzig.
N.S. Es ist immer als ein sehr günstiges Er-
eignils zu betrachten, wenn man ein mit so man-
cher Mühe und nicht geringem Zeitaufwande aus-
gearbeitetes Werk, von einem Verleger herausge-
ben sieht,. welcher selbst Sina für die Sache .hat,
“und bei grofsem Aufwand für dieselbe, dennoch
einen liberalen Preifs zu Erleichterung des Ankaufs
feststellt. Ich kann nicht leugnen, dafs ich unter
-solchen Verhältnifsen mit Lust arbeite, und sollte
‘ich die Freude haben, durch diese beiden ange-
zeigten Werke etwas zu nützen, so habe ich diels
‘zunächst den mir vom Hrn. General-Consul und
geheimen Hofraih Dr. Baumgärtner erwiesenen
freundschaftlichen, Gesinnungen zu danken, mit wel-
nes überließ, und letztere dann nüt Thäyigkeit uns
128
terstützte, Auch von meiner Seite werde ich thun,
was ich vermag, und den Nutzen und das Bedürf-
nifs derjenigen, welchen die Gelegenheit fehlt, Bi.
bliotheken zu vergleichen, stets im Auge behalten,
Es werden sowohl Phanerogamen als Cryptogamen ;
-aller Familien berücksichtigt. Alle von mir oder
:andern aufgefundene, und mir freundlich mitge-
‚theilte Fehler werden nach Erscheinung von n
Heften in beiden Werken verbelsert. Beiträge für
‚das Werk, bestehend in getrockneten Exemplaren,
in Saamen und Bemerkungen dazu, werde ich j%
derzeit mit großsem Danke empfangen, und bei de
ren Gebrauch den Namen des Einsenders gewissen-
"haft nennen. Meine Vorräthe von drgl, stehen da
gegen mit Vergnügen zu Diensten,
Dresden, den 26. December 1821.
L, Reichenbach
-V. Bemerkungen
Ein aufmerksamer Botaniker will die Erfahrung
gewacht haben, dafs die Pilanzen im Herbario sich bet-
ser im unbeschnittenen als im beschnittenen Papiers °
halten. Da den getrockneten Pilanzen nichts nachthei-
Jiger ist, als Feuchtigkeit und Insecten, vorzüglich
Papierläuse, und diese durch den besser schlielsen-
den rauhen Rand des unbeschnittenen Papiers leich-
ter abgehalten werden mögen, so scheint diese Er-
fahrung auch in der 'Theorie richtig zu seyn.
Ein anderer Botaniker will die Erfahrung g«
macht haben, dafs die Pilanzen im Herbario sich
besser in weilsem ungeleimtem Druckpapier, als im
geleimtem Concept- oder Schreibpapier halten. Da
nun aber ersteres die Feuchtigkeit leichter als lelz-
teres anzieht, so scheint diese Erfahrung mit der '
Theorie nicht übereinzustimmen.
Flora
...oder ..' ner
Botanische‘ ‚Zeituh ng,
Nro. 9. Reseneharer am _ "1832. ö
ya.
Dre U PETRT un kun me
1. Auf @ Ü PIE tr] Hah f
Ueber botanische Gäreen ‚EA Sdchäth‘ "und
PL TIER ER TUNG |
“ Preufsen.
rt
( Vorgelesen in der “ 10 Noveniber zu Be,
gensburg gehaltenen Sitzung, der ‚k. botanjsehen | Be-
. sellschaft von J. A, Schultes, M, D. E baier, Hof.
rathe und Professor.) ln eh
Ar Se. Exec; Hr. Gisf‘ ue Brayy' ünder hoch
verehrte Herr’ Präsident, mir vor einigen 'T' agen die,
Ehre erwies, mich zur‘ heutigen Sitzung der k. bo
tanischen Gesellschaft, welcherich seil’einigen zwan-
zig Jahren anzugehören das Glück habe, 'inzuladen,
erlaubte 'es'mir weder die Kürze der Zeit, noch die
Menge meiner Berufsgeschäfte, einen rein böfani-
schen Gegenstand so zu bearbeiten, dafs er der Auf-
merksamkeit einer Versammlung 'so’ gelehirter und
gründlicher Botaniker entsprechen könnte. Ueber-
diefs wird das Neue, was’ich seit Erscheinung des
VI. Bandes der neuen Ausgabe des Systema Vegeta-
bilium aufgefunden habe, nächstens in einer ‚aur zu
leibigen 'Mantissa zu den bisherigen 6 Bänden it
getheilt werden, und auch in’dem VII. -Bäß, Bei‘
I +
130 0.
EL A Bu
de würden jetzt schon die Presse verlassen haben,
wenn nicht das harte Söhicksal, das mein Haus ge=
troffen ‚hat, «dem; „Vater von 8 Kindern auch nogh
dis Pilichten‘ einer Mutter-anferlegt und dadurch « die
Hälfte meines Lebens seit einem m Jahre verschlun-
gen hätt.
Un’ mich von meinem Janmer etwas zu "erho-
len, "ünd mich zu stärken Zur neuen "angehäuften
Arbeit, unternahm ich: diesen Herbst, gerade heute
vor, ‚sg ‚Woshen, eine, ‚Reise .nach dem, nördliohen
Deutschland, um die dortigen botanischen, Anstal-
ten deren ‚einige, ich ‚‚chon früher kennen "und eh-
ven. leinte, "wieder zu schen, ., und andere, die ich
noch" nicht‘ gesehen, ya tie‘, Kennen" zu. Yernen; woll
'ändh, ee u äöstehleh, um bei Gelegenheit
der von Hrn. Oken so pomphaft nach Leipzig aus.
geschriebenen Versammlung. der Aerzte und Natur
forscher „, aus welcher aber auf eine höchst lächepr
liche Weise, ‚nichts geworden ‚ist, die. verdiente
Männer,. die. ‚als ‚dort erscheinend. verkündet: wur
den, kennen. zu lernen, ah
Ich ‚bitte die hochansehnliche Gesellschaft, ‚mit
zu erlauben, ihr einige auf_dieser Reise gesammell
Bemerkungen, vorlesen, :zu, dürfen. ‘Vielleicht, dah
einige derselhen sie wenigstens-in so ferne interes-
siren könnten, als sie mehrere der angesehenstet
Botaniker Deutschlands, und einige der vorzüglich
sten, fast möchte ich sagen ersten, botanischen At
stalten in Deutschland betreffen. Es ist. herzerhe-
bend, die Riesenfortschritte zu sehen, welche pm
zero. ‚amabilis scientia in jedem Lande.;.nich
In
blefs mit ‚jedem Jahre; sondern beinahe. mit jedem
Take vorwärts thutyı- zu sehen, wie ‚unsere;. blofs
für: das.:reinste Menschenwiohl berechnete, :Wissen-
schaft täglich mehr aus den Studierstnben..in'.dag
Leben. der. Welt tsitt, und: den, genufsreiohen Gros-
sen eher: so. heseligt, wie, den fleilsigen: Landmann,
den: Bürger eben so reich ‚werden: lälst. an stets neu
erklüherklen; Schätzen, wie'den' ‘Herzog, «und.den
Herzogen : diem Reichthum von Königen und’ Kalsern
verleihet; !
‚Pilanzenkultur ist von den alten Assyriern.,
von Jen. hängenden Gärten der Semiramis an bis
zu den. Hellenen und: %is zur Wiedergeburt : der
Wissenschaften in Italien, und von dieser Epoche '
‚an bis. zu, dem Lichte, welches mit der Reforma-
tion über Europa aufgieng, atets der sicherste Mals-
stab der Kultur der Völker geblieben. Als die Hol.
länder (um nur hei Völkern deutschen. Stammes
stehen zu bleiben) das .klassische Volk in. Europa
waren, als ihre Gelehrten, ihre Künstler, Mahler
und Kupferstecher. ganz Europa mit ihren Meister.
werken erfüllten, da zahlten sie Ranunkeln, Ane»
monen und Tulpen mit 1000 Ducaten das Stück
und darüber, Jetzt übertrifft der Angelsachse auf
seiner Insel; an der hächsten Stufe von Kultur,
auf welcher er sich gegenwärtig befindet, jedes an-
dere Volk an Reichthum von Gewächsen aller Welt-
theile wnd an Liebe für dieselben. Und wenn Tu
gend und"gerade Ehrlichkeit mit dem unwandelba- .
ren Sinne: für alles Schöne und Gute ein 'armes
Volk, so wie einen armen Mann, weit über alle
‚Ia
| 138
Glückspilze ‘von Völkern;: wie von einzelnen’In
dividuen, erhebt; wenn ‘Tugend; Verstand und @&
schmack allein die Schöpfer wahrer. Kultur:'sind,
und 'so‘auch.ein armes: Volk, wie ein armer Main,
‚anf ‚der: Stüfe-höherer Kultur stehen känn,!so: din.
.fens winkier. eines der edelsten Völker: deutsche
Stammes, der Schweden, nicht vergelsen;:beil web
clien:nun schon fast durch zwei Jahrhunderte Bo
tanik ein Nationalgut. geworden ist, indem’ sie; zralı
zur National-Erziehung eines jeden schwedischu
Bürgers :gehörig, betrachtet wird, Wie wär essont
‚auch möglich, dafs dieses bei seiner geringen Ar
zahl und seinen geringen 'Mitteln stets großs .geklie
bene Volk so viele ausgezeichnete Botaniker, ul
nun, schon bald vor einem Jahrhunderte, den Schb
pfer ungerer Wissenschaft, den unsterblichen Linn
aus seiner Mitte hätte können hervorgehen sehe
‚Doch. wärum versteige ich mich so hoch geg®
Norden ‚.um einen Satz zu.erweisen, den kein Volk
kräftiger. bestätigt, hat, als wir Baiern selbst unte«
der glücklichen nnd segensvollen Regierung unsere
Königes und ‚Vaters, Mawimilian Joseph. W
war Baieen vor ihm,. und was ist .es. jetzt! Halt
Baiern vor'ihm auch hr einen einzigen Garten w
Bedeutung? Und gehören nicht jetzt der von ih
neu geschaffene botarische Garten zu München, i#
von ihm neu mit Gewächsen und mit Gewächshär
sern ausgestattete Garten zu Nymphenburg unter dt
vorzüglichsten Gärten Deutschlands? Auch der Ga
ten zu Landshut, den ich von nicht gar. 2000 ai
8100 Species. brachte, fing an ‚unter die vorzügl
1355
cheren Gärten Deutschlandes zu gehören; leider. ist
er. es ‚aber nicht mehr, seit die Universität nicht
mehr unter königlicher, sondern unter ihrer eigenen:
Verwaltung ‚steht, die ilın. in sein voriges Nichts
zurückwarf, ‚_War es .nicht. endlich Maximilian
Joseph, der die königl. botanische Gesellschaft;
vor!'.kaum., noch einem Viertel - Jahrhunderte am
‚Schutzfelsen. an; der „Donaa; gestiftet „yon; Ar, ‚Exc,
unserem Hrn, Präsidenten und von Hrn.. Direk-
tor. Dr. Hoppe, zur königlichen ‚Gesellschaft
erhob, und,seinem Volke hierdurch eine Ehre ver-
lieh, deren. noch kein anderes Volk, von seinen
königlichen Behersschern sich erfreut:.. denn wir
Baiern sind. bisker die einzigen, die..eine König.
liche botanische Gesellschaft besitzen.
Schmerzlich mulste es min,allerdings. fallen, zu
: Nürnberg, ‚wohin meine Route Ba führte;
keine Reste der Zeiten der alten Volckamer, der
alten Trew in dieser Stadt--mehr zu finden.: Ich
durfte mich ‚aber nur etwas rechts von Nürnberg
wenden, um. zu Heersbruck in dem Herbarium .deg
würdigen alten Doctors. Panzer mich. und jeden
Freund der Wissenschaft dafür zu trösten. Wenn
man sieht, was dieser thätige und geistreiche Ge-
lehrte, dem nichts im. Gebiete der Wissenschaft
Iremd ist, und der seinen. Virgil so gut wie aei-
nen. Linne auswendig. weils, an Gewächsen:. aus
allen Theilen der Erde, vorzüglich aus der. Familie
‚der Gräser, an einem so abgelegenen Orte, ‚wie
Heersbruck ,, zusammen. zu ‚bringen vermochtg;:: 30
gewinnt.man nicht bloßs Ehrfurcht vor diesem ehr-
134
würdigen Veteranen, sondern Vertrauen, dafs da
alte: „quid virtus et quid sapientia possit’
sich. auch noch heute zu Tage an unseren’ deutschen
Ehrenmännern ad oculum demönstriren läfst.. Mit
den herzlichsten Wünschen, dafs das Schicksal die-
sem lieben Manne seine 'Tage 'ncch lang zuzählen
wolle, verliefs ich Heersbruck, 'um nach Nürnberg
zurückzukehren, und dort den heutigen Ehret und
Rösler dieser alten Künstler-Stadt, den wackerer
Sturm kennen zu lernen, den wir alle eben w
sehr als feinen und richtigen Beobachter der Nattr,
wie als Künstler gleich hoch schätzen. Ich hof
eine erfreuliche Nachricht mittheilen zu können
wenn ich bemerke, dafs der älteste Sohn dies
braven Künstlers des Namens’ seines Vaters wärdit
zu werden xygrspricht, und auch unsere Nachkon-
men noch s Sturmischen Griffels sich erfrenu
können. .
Zu Erlaugen konnte ich leider an dem‘ se
wenigen Jahren doppelt verwaisten Garten, ein Mi
durch’den Verlust des Hrn. Präsidenten v. Sch rebei
dann durch die Uebersiedelung des Hrn. Ritiet
v. Martius, so wenig 'Trostreiches finden, als @
dem mir anvertrauten Garten zu Landshut; vorzlf
lich schmerzlich war &s mir aber, seit dem Abganf
des Hrn, Ritters v.Martius, "welchem dieser G#
ten seine letzte Zierde zu danken hatte, Schreber
Lieblinge, ‚die Gräser, so sehr verwahrlost zu seheh
dals jetzt wenige Species, mit Schrebers Auther
tieität versehen, aus diesem Garten mehr zu habt
seyn dürften. Ich fand mich für, diesen: Verl
455
indessen durch die Schöpfung eines neuen Gärtens
entschädigt, in ‘welchen Hr, Prof. Märting, ‘der
würdige Vater unseres’ Brasilianers, mich zwführen
die Güte hatte, Erlangen verdankt diese hetie Zierde
seiner schönen Stadt dem Besitzer 'einier grolsen
Tobakfabrik, Hrn. vLebenich, der auf eine sehr
glückliche Weise das Nützliche mit dem -Schönen
zu vermällen: verstekt;” und“ ttradiche Seltenheit. in
seinem’ Garten zieht. Ich meines Theils’ würde" den
Gatten - dieses Tobakfabrikanten ' dem botanischen
Garten’der Universität vorziehen, und dies, ausser
den vielen Gründen, die’ich für diese Wall ange-
ben könnte; Vorzüglich delswegen, weil sein Be-
sitzer 'mehr darauf. verwendet, als die Universität
auf den ihrigen, wofür äuch der Garteh des'Hrt,
v. Lebenich ihm; der Stadt; dem Läflde’ umher,
und folglich‘, Selönes ‘und Gutes überall verbrei-
tend; 'der.’ganzen Menschheit mehr Nutzen‘ Britigt,
als der Garten der Universität. :
Zu‘ ‘Bamberg fand ich, 'obschon ehemals’ ‘ine
Art von Universität daselbst gewesen‘ ist, zwar sehr
viele Mirakel, aber eben keine botanischen Wonder,
Obschon die Umgebungen dieser Stadt ziemlich pflan-
zenreich sind, so ist es doch auffallend, dafs’ ‚das
Bistum 'Bamberg, eines der grölseren und ältesten _
in Dentschland, auch nicht einen einzigen Versuch
einen Flora seines Gebiethes seit mehr denn iooö
Jahren ‘aufzuweisen hat, während alle protestänti-
schen Länder des ehemaligen“ fränkischen Kreise,
und selbst- -üie ‚kleinsten Bezirke desselben, melirete,
und sogar einige vortreffliche, Flören''besitzen, Ich
«
136
>
glaube dießs.nur. darum bemerken zu müssen, weil
man in den neuesten Zeiten so oft behauptet, Bis-
ihümer hätten zur Kultur der Wissenschaften und
des Bodens beigetragen.
‚ Durch einen kleinen Unfall kam ich zu spät
des Abends nach Coburg, und hatte zu selır Eile,
um Hrn. v, Röpert, der, wie ich hörte, sehr
thätig.für Deutschlands Flora sammelt, meine Ver-
ehrung ‚bezeigen, und die schönen Anlagen von
Freudenthal bewundern zu können. Man sagt, der
Herzog Leopold K. H. habe sehr viel Geschmack
für die Schätze Florens aus England mitgebracht:
möge dieser edle Fürst darin Trost für die Bitiar-
keiten des Verhängnisses finden, das ihn so unve-
dient, getroffen hat. Auch durch Rodach, unsers
Hornschuch Geburtsort, und durch Hildburg-
hausen mufste ich der Eile des Posthornes folgen,
und ‚konnte zu Meinungen nur so lang verwai-
len, als nöthig war, den hübschen-Park bei diesem
Städichen zu sehen. Die schöne Anlage des Mini-
sters des Herzogihumes Meinungen an der Strabt
nach, Weruhausen zeigt, von Verbreitung des .ß#
schmaokes an höherer Gartenkultur mitten im rauhen
Thüringer - Walde.
Bei meinem Eintritte in dns Grofsherzogtihun
Weimar .von dem freundlichen Badeorte Lieber
stein her wurde ich durch die gättlichen Anlage
zu Wilhelmsthal überrascht, ‘die stets. ein schö-
nes Denkmal deutscher Gartenkunst seyn, und, wit
man bei dem zarten Kunstsinne des Weimarer Hof#
es nicht anders erwarten kann, wohl. such bleihe
137
werden. Nur mit Mühe konnte ich mich davon
losreissen, da ich noch nicht wulste, dals ich atı
der Carthause zu Eisenach, der berühmten Wart-
burg gegen über, Ersatz dafür erhalten würde, ‚Die
Leitung dieser herrlichen Cextosa, in welcher. man .
mit Vergnügen Carthäuser werden könnte, ist dem
rühmlich bekannten Hrn, Dr. Dietrich anvertraut,
welchem Deutschland ein .Wark.zu verdanken hat,
wie das Ausland: {mit Ausnahme der Eneyclop&
die methodique) noch keines aufzuweisen ver-
mag. So tief. gebeugi dieser edle Mann durch den
frühen Verlust der Seinigen wurde, so vermochle
doch das, harte Schicksal nicht seine Thätigkeit zu
ermüden , und. wir werden nächstens uns eines neuen
Bandes seiner neuen Auflage des Wörterbuobes, so
‚wie des Supplemientes zu demselben erfreuen, ---
+ Unendlich -leid that es mir, so nahe bei Göt-
‘ fingen (nur ı4 Stunden ist von Eisenach bis zur
alma- Georg- Augusta) zu seyn, und Schrader'n
nicht meine Verehrung bezeugen zu können, Allein
wir sollten, so war es angeschrieben, bis ı5. Sept:
in Leipzig eintreffen, um dort auf das Lächerlichste
für unsere Erwartungen getäuscht zu werden. Möge
Flora diefs Hrn Oken nebst anderen Sünden gegen
sie verzeihen.
Zu Gotha hatte ich: das’ Unglück, den Hernn
Legationsrath von Bridel nicht zu treffen, und
ausser ibm war mir in dieser, der Venus Urania
geheiligten, Stadt kein anderer Botaniker bekanat.
In Erfurt bewunderte ich den Garten; des Hrn,
Professors und Doctors Berahardi, welcher sicher
138
der reichste Garten‘ an !aelienen Pflanzenarten ist,
‚den irgend ein. Privatmann auf dem festen Lande
besitzt: eı zählt an 9000 Arten, also mehr, als man
in: manchem. königlichen Garten nicht finden wird,
Es ist.schwer zu sagen, was man’an Bernhardi
mehr:bewundern :soll, seine trefen’und gründlichen
Kenntnifse als Arzt, als Mineralog, äls Botaniker,
oder seine kindliche Bescheidenheit bei so unend»
lichem Wissen; seine feurige Liebe für Wissen-
schaft, der er seit so vielen Jahren sein schöne
Vermögen opferte, oder die Kälte, mit welcher er
die ehrenvollsten Einladungen, selbst jene nach
Berlin nach Willdenow’&.Tode, ausschlug. Man
kann den Reichthum des Herbariums dieses würdi-
gen Naturforschers zum Theile aus. der Anzahl der
Gewächse seines Gartens (oder vielmehr seiner Gär-
ten, denn er besitzt deren zwei) wohl leicht er-
messen, Er vermehrt denselben aber nuch immer
durch Sammlungen nicht blofs aus allen Gegenden
Europens, sondern auch aus fremderi Welttheilen,
und hatte erst vor Kurzem das Vergnügen,‘ von
einem: Freunde .aus. Nordamerika ein sehr. reiches,
nordamerikanisches 'Herbarium zu erhalten, welche :
fast alle Species in Pursh’s Flora septentr.
Americae umfalst, Schade, dafs die Vorlesungen
dieses hochverdienten Gelehrten nur so wenigen
geniefsbar seyn können: seine Zuhörer- beschrän-
ken sich gröfsten Theils nur auf die Zöglinge des
chemischen Institutes: des Hrn, Ritters v. Trom#
dorff zu Erfurt, seit diese einst so berühmte
Universität, welcher die physischen Wissenschaf-
139
ten in Deuischland so vieles zu danken hatten,
nicht mehr ist.
Was auf dem festen Lande der Garten des Hrn.
Prof. Bernhardi zu Erfurt, als Garten eines Pri-
vatmannes, das ist unter den Gärten der Fürsten
und Könige, mit Ausnahme jenes zu Berlin, der
Garten Sr. k. Hoheit des‘ Grofsherzogs zu Weimar
in Belvedere, nicht sowohl an’ eitler Pracht, als an
Reichthum der kostbarsten und seltensten Gewächse
aller Welttheile, vorzüglich Nenhollands. : Wenn
der Garten der Kaiserin - Mutter unseres Herzoges
v. Leuchtenberg k, Hoheit zu Malmaison einst
unstreitig der erste Garten eines regierenden Hofes
anf dem festen Lande gewesen ist, so scheint der
Garten am Belvedere jetzt an. die Stelle desselben
zu treten, und höchstens melir "einen ‘schönen Ri-
valen an jenem des Fürsten Esterhazy zu Eisen-
stadt zu finden, der jenen zu Schönbrunn schon im
Jahre 1817 übertroffen hat. Selbst der Garten zu
Berlin übertrifft den Garten zu Weimar mehr durch
die ungeheuere Anzahl der Arten, als durch die
Kostbarkeit und Seltenheit derselben, und durch
‚die ausgesuchte Schönheit einzelner Exemplare. Ein
eng und klein gedruckter Katalog von 120 8. nebst .
„einem Supplemente von 20:5. von diesem Jahre,
von dem berühmten Hrn. Prof. Dennstedt redi-
girt, zählt die herrlichen Gewächse dieser wahr-
haft-königlichen Sammlung auf, welche nur unter
einem Fürsten, wie der gegenwärtige Grofsbef2og,
der nicht 'blofs Liebhaber; sondern selbst Könner
im Gebiethe der Flora ist, so herrlich gedeihen
x
140
konnten. Die Wartung und Pflege der Gewächse,
und vorzüglich die Einrichtung der: Gewächshäu-
ser, isi musterhaft: Die Sonnenkeller, wenn man
sie so nennen darf, in welchen der Grolsherzog
seine Kap- und andere exotische Gewächse, welche
wenig Wärme fordern, im Winter versenkt, und
die Er zuerst mit sehr glücklichem Erfolge im Gros-
sen versuchte (kleinere hatte man schon früher zu
Eisenach); das ungeheuere Palmen- Haus mit glei-
cher Temperatur au Boden, wie an der, mehr denn
20 Toisen hohen Decke; die schönen Sommerhäu-
ser, in welchen die Neuholländer - und mehrere
andere exotische Bäume in Riesengröfse im freien
Boden da stehen, und erst bei eintretendem Herbste
den Schutz von Glasfenstern bekommen; alles diels
nicht im Style des Luxus und eitler Pracht, ‚aber
in jener Gröfse, die eines Fürsten würdig ist, der
‘nur königliche Opfer der Wissenschaft zu bringen
pflegt, und mit der den Fürsten ziemenden Sorgfalt
das Schöne und Güte seines Gartens unter. seine
Untertbanen und Nachbarn spendet, erfüllt den
Fremdling mit Bewunderung, mit Freude und mit
Dank, Es sind zwei Brüder, die Herren Sckell,
die ursprünglich Schweden sind, welche die Auf-
sicht über die Gewächse in diesem herrlichen Gar-
ten führen.
Ich mufs, wo ich von Weimar spreche, noch
eines Gartens erwähnen, der der Aufmerksamkeit
eines jeden Fremden werth ist, sowohl in Hinsicht
seiner herrlich gedachten Anlage, als auch wegen
mancher seltenen Pflanze, die hier im Stillen blüht,
*
j 141
Ich meine den Garten des Uebersetzers des Bruders
Gerondio und des unsterblichen. Meisterwerkes
‚des Don, Miguel Cervantes, des Hrn. Ritters
v. Bertuch,. dem: Deutschland in so vieler Hin-
sicht so viel zu danken, und :der diesen "Gärten
mit eigener Hand geschaffen hat, 'Mancher Fürst in
Deutschland besitzt keinewwolchen- Garten. ©
Der verdiente Hr. PRE "Denndleat war, wie
ich mit Sehlherzen hörte, zu "Teidend, als "dafs ich
es hätte wagen 'können, ibn nit meinen’ "Besuche
zu bel lästigen,
Jena’s botanischer Gar ten ward lange Zeit über
beinahe vergessen unter den botanischen Gärten;
man kannte ihn höchstens als botanische Auligui-
tät, Jetzt steigt er aus dem ‚Schoosg. von Belvedere
verjüngt empor; sein Raum ward: ‚vergrölsert, und
“wird noch vergr :ölsert werden; seine Einkünfte wur-
den um ‚ein Nahmhaftes vermehrt, und bald wird
er unter seinem gegenwärtigen. Vorstande, Herrn
Prof. Vogt d. jüng., werth seyn, Weimar anzuge-
hören. Freiherr v. Göthe bewohnte, als ich zu
Jena war, das alte, den Einsturz drohende, Haus’
des botanischen Gärtners: wir wollen hoffen, dafs
man dasselbe, wenigstens zum Andenken, dals Gö-
the darin wohnte, frisch wird aufbauen lassen. -
Von Jena, oder eigentlich von Naumburg weg,
war wohl das ganze Land ein Garten; aulser einer
Anlage unfern von Weifsenfels, die mir. der Schwa-
ger Postillon aber nicht nennen konnte, fand ich
jedoch von Jena bis Leipzig nichts, was. den Bota-.
142
niker interessiren. möchte, der an den Lorbern um |
Lützen kein Behagen’ findet. B
Desto mehr ward ich zu Leipzig entschädigt,
wo mir die Tage zu Stunden ‚wurden.. Der Leipzi-
ger. botanische Garten, unter dem berühmten Bryo-
logen Schwägricken, ist buchstäblich der gröfste,
den eine Universität jemahls besessen hat, oder be*
sitzen wird, und in welchem drei Pariser Gärten
so ziemlich Platz finden dürften: die Teiche allein
in diesem Garten betragen mehr, als in den meisten
botanischen Gärten das Land, und in dieser Hin-
‚sicht kann man allerdings von ihm sagen, was einst
von dem’ römischen Staate gesagt wurde: mole la,
borat'suä, Diels gilt um so mehr, als der gegen-
wärtige Custos der Universität, wie es verlautet,
Keinen Sinn für Naturwissenschaften zu besitzen,
und wenig zu wissen scheint, wie sehr Menschen-
wohl von der Kultur derselben abhängt. Doch über
diese Vernachläfsigung eines der Menschheit so hei-
ligen Institutes haben die Herren v, Frege, Rei-
chenbach, hat Hr. Hofr. Keyl, hat selbst der
Handelsgärtner Breiter die Leipziger, und jeden
Freund der Wissenschaft getröstet, Hr, v. Frege,
der erste Banguier zu Leipzig, besitzt eine sehr
reiche Pflanzen - Sammlung in dem schönen Garten
seines Landgutes unfern von der Stadt; besitzt eine
ausgesuchte und kostbare botanische Bibliothek , und
ist nicht blofs Dilettant, sondern feiner Kenner in
unserer Wissenschaft, und benützt seine grolsen
Verbindungen mit Amerika nicht blofs zur Ehre des
deutschen Grolshandels, sondern auch. zur Förde- -
u 1143
zung’ unserer Wissenschaft, Hr, Hofr. Keyl; Ge-
'mähl der Enkelinn des berühmten'Banse und Töch-
‘ter .des’philantropischen Wechsleis Löhr, welcher
‚mitien in der.Hungersnoth.der siebziger Jahre, blofs
um die hungernden Armen zu nähren, den ersten
, D . Fa wert mn or L“ Fee)
englischen Gaiten im Geschmacke ‚der Schule ‚zu
Wörlitz ‚vor den ‘Thoren ‚seiner, Vaterstadt anlegen
ließs, : hat diesen, chemaligenböhrischen‘ Gärten
gegenwärtig at, ebsten Gatten vi n Leipzig" erhoben.
Die. grofsen ‚Gewächshäuser \dieses herrlichen Gar-
tens sind.so schön, so elegant, so. vollkommen rein
architektonisch, "das man’ beinahe fürchten sollte,
es wäre der Grazie des edleren Baustyles. zuviel von
dem Eigensinne der’ Gewächse geopfert‘ ‚Dafür ist
ihm aber :auf’ der lieblichen' Insel dieses, Gaftens
» . By ee TU re N
reichlicher Zoll gebracht, ‚Eine‘, Magn ölie. steht
dort am Ufer mit ‚schenkeldiokem Stamime: viele
Klafter hoch, und jährlich ihren Besitzer mit Blü-
then erfreuend.' Sie trug sogar in dem frostigen
diefsjährigen Sommer Saamen, den sie schon einige
Male brachte, und aus ‘welchem vor einigen, Jahren.
junge Pilänzöhen erwuchsen. Annona triloba steht
ihr als ditke felte Nachbarinn zur Seite, und ein.
Wald von nordanıerikanischen Sträuchen, von Spi-
räen, Kalmien, Azaleen, Vaccinien umgibt sie von
allen Seiten, Man g’aubt auf dieser Insel wirklich
auf einer Insel in einer Bucht des Erie oder Onta-
rio oder des Ohio zu stehen, Auch der Reichen-
bachische Garten enthält, manches Schöne, und hat
durch des tapferen Fürsten Poniatowski Tod,
der hier in diesem Garten ertrank, und dessen An-
denken in diesem Parke zwei Grabmäler errichtet
sind, eine traurige historische Celebrität erhalten.
‚Breiter’s’Barten ist, als Garten eines Handelsgärt-
ners, sicher der erste in Dentschland, und yerdient
‚144
di® Bewundernng eines jeden, der Kunstfleifs'.m
würdigen versteht. Der Genufs, den dieser Gaxten
den Bürgern Leipzigs in den Winter - Monaten ge
währt, die schöne Idee des Hru. Breiter, öffent.
-Jiche Glashäuser zu ‚erriehten, in welchen man mil.
‚ten im Schneegestöber unserer langen Winter im
Dufie blühender Kappflanzen und umrankt von
Tropengewächsen seine Tasse schlürfen und_ seine
-Cigarro Verglimmen lassen kann, ist; ausser zu Berlin,
‚noch in, keiner anderen deutschen Stadt dem Bürger
geworden.*) Solcher Genufs ward bisher nur det
Fürsten, in ihren Orangerien und Wintergärten den
Winter zu troizem, Zu Leipzig rl Berlin hat fhn
‚nun jerardsüuniger. Es'wird aber auolu wenige Sad
geben, wo der Bürger soviel Geschmack für, die Schör
heiten der Pflanzen-Welt besäfse, und wo Kaufleute,
"wie ler se}. Löhr, wie die Herren Frege und Rei-
achenbach und viele andere ebensoviel Gefalleriim
Pilanzen, als an vollwichtigen Lonisdors finden. Selht
für, Zoologie und Mineralogie interessiren eich einiie
der reicheren Kaufleute Leipzigs; Hr.laCarrierez.ß
besitzt.eine sehr ausgezeichnete Mineralien - Samn-
lung, und ist ein ebenso gründlicher Kenner der Ur
neralien, als derSeidenstoffe, mit welohen er imGrps-
sen handelt, SoicheCärten, wie diejenigen, deren ich
so ebeh erwähnte, mögen uns darüber trösten, da
jetzt keine Spur mehr von dem einst so berühmter
‚alten Hortus Boseanus zu Leipzig zu finden ist.
(Beschlufs folgt.)
*#) Ich kanı hier nicht umhin, einer nachahmungs wertke
’ Anwendung der Duchesnea fragiformis bei Um
Breiter zu erwähnen, die unter dem Namen Fri“
gariaindica geht, Er überzieht und bekleidet mit
dem herrlichen Laube dieser Pflanze die Stellen seine
Gewächshäuser, die dadurch und durch die schöne
scharlachrothen saftigen Früchte von der Grölse eine
kleinen Ananas-Erdbeere ein weit schöneres Ansehe®
gewinnen, als sie sonst in Gewächshäusern besitzt:
Diejenigen Botaniker, die dieser Pflanze trocken®
Fruchtboden zuschreiben (wie in den Hort. monagt!*
sis), scheinen nie reife Früchte derselben gesech?
zu kaben. on
F lor a
oder | |
Botanische Zeitung.
L
Nro. 10, Regensburg, am ı4, März 189%,
in
. j\ Meet :
Ueber botanische Gärten in Banhsen, und
‚ Preufsen. . eu
( Vorgelesen in def am 10. Notember zu Re-
gensburg gehaltenen Sitzung der k, botanischen Ge-
sellschaft von J. A. Schultes, M. D. k:. baier. Hof-
ralhe und Professor.) (Beseblufa,)
Ürser lieber Schwägrichen -ist unermüdet
thätig. Da die Universität kein Naturalien - Kabinett
besitzt,. so hat er aus seinem bedeutenden Privat-
vermögen diesem wesentlichen Mangel an einer Uni»
versilät, aus Liebe zur Wissenschaft und zu seiner
Vaterstadt auf eine sehr grofsmüthige Weise abge-
holfen, Der Zoologe und Mineraloge findet bei ihm
ebensoviel Interessantes zu bewundern, als der Bo-
taniker, Hr, Prof. Schwägrichen bereitet sich zu
einer Reise nach England, um seine Moose zu vol-
lenden, und sodann ein vollständiges Systema Mu«
scorum herauszugeben, welches hohes Bedürfnifs ist,
Auch der wackere Monographe der‘ Pyrolen, Hr,
Dr, Radius, wird gleichfalls, ehe die aurea praxis
ihn für immer in seiner Vaterstadt fesselt, eine
K
ı46 u.
Reise durch den Süden von Europa in botanischer
Hinsicht unternehmen, und einige junge Leipziger
Naturkistoriker fühlen Kraft genug in sich, es it
rem wackeren alten Landsmanne, Hebenstreit,
nach zu thun, und Reisen in fremde Welttheile
blofs in.botanischer Hinsicht zu unternehmen, . Möge
für. so .muthvolles Fördern der Wissenschaft. auch
ihnen der Rubm ihres ehrwürdigen Mitbürgers werden.
Zu Wittenberg ist, wie ich hörte, (denn ich
sah kaum die Häuser dieser berühmten Stadt, da ich
mitten in einer schwarzen Regennacht hin kam)
keine Spur’mehr von den Tausenden, die der alle
Leibarzt Heuicher auf den botanischen Garten die
ser Universität gewendet hat, :und. die der unsterb-
liche, Böhmer und der genialische, unermüdbare
Schkuhr mit so wahrhaft eisernem Fleifse ver-
walteieh. Jam seges est ubi Troja fuit. Dafür ‚sind
aber jetzt in'der Nähe von Wittenberg, $o wie an
vielen "Gegenden in Preussen, z. B. auch zwischen
Halle und Merseburg, sogar die Chausseen an eit-
zelnen Stellen um die Ruhebänke, die für “en
müden Wanderer meilenweise angebracht sind,
kleine botanische Gärten umgewandelt, und aus in
niedlichen, mitten in den Sand hingepflanzten Bos
quets sah ich noch im späten Herbste die nordame-
rikanischen Senecionen und Aster erblühen. Solch
Zartheit des Gefühles findet man nicht bei allen
Wegbaumeistern aller Länder; denn nicht alle scher
nen das bekannte: „Rosen auf den Weg gestreut,
und des Harms vergessen” von einer so praktische!
Seite aufgefalst zu'haben, "Wer hätte glauben sol-
D
147.
len,.'dafs Botanik und Gartenkunst jemals das 'stei-
nerne und langweilige Geschäft eines Weghaumei-
sters so sehr’ veredeln, und so schöne Ruhepunkte
in: dem: Leben eines 'müden Wanderers hätte 'her-
vorrufen :können? Hatte: unser lieber älter Vater
Linne nieht tief in das Herz des Menschen ges
blickt, und tief die -Alfgewält der Botanik gefühlt,
als er sie’ vorzugsweise ‘vor Wlen Wissenschaften
die amabilis"serenlia nannte ? Be u
‚Zu Potsdam konnte’ich nur einige Augenblicke
verweilön, ‘um den patriolischen Bemühungen der
mälkischen Gesellschaft, ‘welche auch für unsere
Wissenschaft- höchst -wohlthätig werden müssen;
herzlich alles Gödeihen zu wünschen, und rollt
aus diesem deutschen Versailles durch die vier $tuni
den lange Pappel-Allee, die noch so kolossalisch
da steht;' wie der unsterbliche Friedrich sie pflan-
zen liels, nach denı deutschen Paris, nach Berlin,
In wenigen Zeilen dasjenige, was seit Verpflan-
zung der Universität zu Frankfurt an der Oder nach
Berlin‘ für physische Wissenschaften überhaupt,
und insbesondere für Botanik in dieser Residenz-
Universität gethan wurde, nur im Umrisse 'anden-
ten wollen, heifst das Unmögliche versuchen, Den-
jenigen, dem es scheinen möchte, dals’ich zu viel
sagte, muls ich bitten, an die Spree zu kommen,
und seine Augen mit Spree-Wasser zu waschen,
damit ex klar schen kann, was Universitäten gewin-
nen, wert sie nach der Hauptstadt verlegt werden.
Die Schätze des botanischert Gartens zu Berlin,
der ungefähr so weit von der Stadt entfernt ist,
Ka
148
als Nymphenburg von München, kennen wir alle au
des sel, Willdenow Ennmeratio und Hork
Berol., aus seines hochverdienten Nachfolgers, des
Hrn. Prof. Link Eaumeratio altera, und ans
Links und Otto’s Abbildungen und Be«=.
schreibungen der seltenen Gewächse dieses Gar
tens. Doch aus diesen Werken allein, so trefllich sie:
sind, den Berliner Gaxten kennen wollen, ist eben.
so viel, als glauben, dals man einen Mann kenie,
dessen Silhouette man einige Male gesehen: hat.
Ein Umstand, der dem Berliner Garten und
der Wissenschaft und den Finanzen des preufsischeu
Staates, der so guf zu rechnen weils, zugleich
Statten. kommt, ist. der,. dafs dieser Garten zugleich
der Garten der Akademie, der Universität, des Ho»
fes und der Gartenfreunde überhanpt unler dem
Berliner- Publikum ist, also vierfaches Interesse in
sich vereint, wodurch auf der einen Seite ‚eben se
hoher Gewinn für den Staat hervorgeht, der seine
Kräfte nicht unnütz versplittert, als für die Wir
senschaft, deren Wohl hier mit vierfach vereinle
Kraft gefördert wird. Nur bei solchen Verhältnis
sen können hier 6000 Thaler hinreichen, um auf
einem Punkte alles zu vereinigen, was man sont
auf dreien oder vier mit derselben Summe nim-
mermehr zu leisten im Stande wäre; nur auf dies
Weise kann hier mit 6000 Thlrn. (und ein "Thaler
ist zu Berlin kaum soviel, als bei uns ein Gulden)
der exste botanische Garten auf dem Jesten Land
mit einem Reichthume von beinahe 15,000 Plan
zen-Species unterhalten, und, nebst dem Wohle,
149
der Wissenschaft (was die erste Bedingung einer
solchen Anstalt ist), zugleich das Bedürfnils einer
Akademie, einer Universität, eines königlichen Ho-
fes vom ersten Range und des Publikums einer der
gröfsten und gebildetsten Hauptstädte befriediget
werden. Freilich bedarf es zur glücklichen Errei-
chung dieses vielfachen Zweckes auch noch Män-
ner von den Verdiensten eines Link, eines Otto,
deren tiefe Kenntnifs, Erfahrung und Geschmack
allein einer solchen Anstalt jenen Glanz verleihen
können, den sie in so vollem Mafse besitzt, Link’s
hohes Verdienst ehrt jeder Kenner unserer Wis-
senschaft bereits seit mehreren Decennien, und
schwerlich wird irgend ein Garten sich einer Lei-
tung zu erfreuen haben, die jene des unermüdeten,
blofs für seinen Garten lebenden, Hrn. Inspektors
Otto überträfe. Vom frühesten Morgen bis zum
späten Abende ist Hr. Otto, man daxf wohl sagen,
die Sonne seines Gartens, die täglich über densel-
ben aufgeht, aber nicht immer mit’ dem Abende
untergeht, Nur dadurch, ‘und auch nur dadurch,
dafs er den Geist der alten Friedrich’schen Taktik
in sein Garten-Manoeuvre zu bringen verstand, ist
es diesem Manne möglich geworden, mit einem so
geringen Garten-Personale, wie das seinige, soviel
zu. leisten, Sechs Gehülfen, eben soviele Lehrlinge.
und Taglöhner unterhalten hier diesen ungeheueren
Garten. Bei diesem schönen Manoenvre hat Hr. Otto
allerdings, wenn ich in meiner militärischen Para-
bel fortfahren darf, einen General des Geniewesens
an Han, Prof, Link, "einen General der Artillerie
‚ıba
an Hrn. Dr. v. Schlechtendal, und einen Gene.
ral-Quartiermeister an Hrn. v.Chamisso als Freunde
zu seiner Seite, Man wird mir wohl erlanben, Will-
denow’s Herbarinm, und die vielen anderen Her-
harien der Berliner- Akademie als schwere Artille-
zie der Botanik zu betrachten. Dieses Willdenow’sche
Herbarium, welches, wenn man so sagen darf, den
Kern der grofsen Herbarien-Sammlung der Akade-
mie zu Berlin bildet, ist jezt, durch rastlose Th
tigkeit des Hrn. Dr. v.Schlechtendal, vollkom-
men geordnet; geordnet, wie es nur die zarteste
Freundschaft und Liebe für den unsterblichen Will-
denow, vereint mit den gründlichsten Kenntnissen
in der Kritik der Botanik, zu thun vermochte. Hr.
Dr, v. Schlechtendal ist der Sohn des berühm-
ten Hrn, Präsidenten v. Schlechtendal zu Pader-
born, des innigen und geprüften Freundes des se
ligen Willdenow. In bessere Hände also, als in
jene des innigsten Freundes Willdeno w’s konnte
dieser der Menschheit. so heilig gewordene Schals
nicht gelangen. Er ist jetzt so geordnet, dals jeden
Augenblick jede Pflanze, aus den vielen Tausenden,
die er enthält, hervorgezogen, geprüft und vergli-
chen werden kann. Auch die übrigen einzelnen Her
barien, angefangen von jenem des Gefährten de
unsterblichen Tournefort, Gundelsheimer, bis
zu den Sendungen des unglücklichen Bergius vom
Cap, und des Hrn, Sellow aus Brasilien, welch®
letztere ich noch unaufgestellt den Boden eines ge
räumigen Zimmers füllen sah, werden nach und
nach in Ordnung gebracht. ‚Auffallend war es mit;
25
dafs man zu Berlin allgemein sagte, ein 'Theil des
Gundelsheimer’schen Herbarinms wäre auf eine nicht
sehr erbauliche Weise durch einen Mann nach Mün-
“ chen gekommen, der nicht. mehr ist, von dessen
Frömmigkeit aber man jede Garantie gegen irgend
einen ähnlichen error loci hälte erwarten sollen.
Für nenen Nachwuchs zu dieser Sammlung, oder
vielmehr zu diesen Sammlungen, ans dem botani-
schen Garten sorgt der ‚geistreiche und liebenswür- _
dige Hr, v. Chamisso, der Weltumsegler, der
selbst eine reiche Sammlung von seiner Reise um
die Welt mitgebracht hat, und mit seltener Libera-
lität jedem Freunde der Wissenschaft spendet.. Diese
Herbarien, die jetzt noch im Gebäude der Stern-
warte der Akademie, weit von dem botanischen
Garten entfernt, aufgestellt sind, werden nächstens
nach dem botanischen Garten übertragen werden,
in dessen Nähe die Regierung ein Haus zur Auf-
stellung derselben, sammt der dazu nöthigen bota-
nischen Bibliothek, bestimmt bat. An diesen Her-
barien bilden sich unter der Leitung des Hrn, von
Schlechtendal mehrere junge Botaniker zu künf-
tigen. Reisen in die Tropenländer, so wie der bo-
tanische Garten selbst für die dortigen Zöglinge und
Gehülfen die schönste Pflanzschule für künftige .
Gartenmeister wird.
Ich würde Tage, nicht blols wenige” Augen-
blicke, die mir gegönnt sind, nöthig haben, um
die Zweckmälsigkeit der in dem Berliner Garten fin _
Pilanzen-Kultur getroffenen Anstalten zu beschrei-
ben, sowohl in. Hinsicht derjenigen Gewächse,
153
welche im Freyen gedeihen, als auch derer, die
in den verschiedenen Häusern gehalten werden
müssen. Sehr weise ist bei dem yröfsten Theile
‚dieser Häuser Luxus und eitle Pracht der Zweck.
mälsigkeit geopfert; indessen stehen dort, wo &
das Decorum der schönen Gartenkunst erfordert,
auch in diesem Garten Gebäude, welche beurkun-
den, dafs man königliche Pracht mit hoher Zweck-
mälsigkeit zu vermählen versteht. So ist z.B. das
herrliche Winterhaus, in welchem die seltenstet
Bäume des Auslandes im. Grunde, und den ganzen
Sommer über frei und unbedeckt da stehen, und
nur im Winter eine Decke von Glas utıd Glasfen-
sier erhalten, in dem edelsten und schönsten Style
erbaut, und würdig einen königlichen Garten zu
zieren; und eben so würde das erst jeizt ner er-
baute Palmenhaus, ein Glaskegel von einigen zwan-
zig Toisen Höhe und nalıe an zwanzig Toisen an
der Basis, in welchem die Palmen frei im Grunde
stehen, jedem kaiserlichen Garten zur Zierde ge
reichen. Wenn ich eben so viele Jahre. als Tags
an diesem Garten und an den Berliner- Herbarien
hätte verweilen können, so würde ich schwerlich
noch alle die Schätze, und all das Zweckmälsige,
das hier vereint sich findet, nach Mulse haben. stu-
dieren und bewundern können, Es scheint, dal
fortan, so wie der Muselmann zum Grabe des Pro-
pheten, so jeder Botaniker nach Berlin wird pil
gern müssen, wenn ex botanisch selig sterben will
Etwas, was ich jedoch zu Berlin nicht besse!
fand, als fast überall, und was die ewige Wahrheit
153
des nihil est ab ormni parte beatum selbst zu Ber-
lin bestätigt, ist, dafs auf der Bibliothek für bota-
nische Literatur nicht so gesorgt wird, wie es das
Bedürfnifs der Wissenschaft fordert. In dieser Hin-
sicht wird Göttingen alle andere Bildungs- Anstal-
‘ten noch immer so lang übertreffen, als es Göttin-
gen bleiben wird. *) \
Zu Berlin hatte ich auch das Vergnügen, Hra, '
Doctor und Prof, Hayne kennen zu lernen, der,
selbst bei seiner etwas schwächlichen Gesundheit,
und den nun anrückenden Jahren, unermüdet thä-
tig an der Vollendung seines classischen Werkes,
der wahrhaft „getreuen Abbildungen und Dar-
stellungen der Arzeneigewächse” arbeitet; eines Wer-
kes, das mir, leider, nicht blofs unter den Phar-
maceuten unseres Landes, sondern selbst unter uns
Botanikern weniger bekannt zu seyn scheint, als
es seinem hohen inneren Werthe und dem kriti.
schen Geiste nach, mit welchem es bearbeitet ist,
zu seyn verdiente. Der VIII. Band dieses vortreff-
lichen Werkes ist jetzt seiner Vollendung nahe.
Der berühmte Reisende nach dem Vorgebirge
*) Auf einer gewissen Universität, an welcher eine eigene
Bibliotheks- Kommission besteht, und bei welcher ein
Philosoph Beysitzer ist, wurde der Ankauf botanischer
Werke von diesem Hrn. Philosophen aus dem Grunde
verbothen , ‚, weil hotanische Werke sehr theuer sind.”
Wem fällt bei einer solchen Aeusserung eines Philoso-
phen nicht alsogleich das bekannte: nil tam absurdum,
quod non aliquis dixisset philosophorum, ein ?
154
der guten Hoffnung, Hr. Dr. und Prof. Lichten-
stein, ist leider der Botanik untreu geworden, und
hat einen Theil des grofsen Gebiethes der Zoologie
zum Felde seiner Thätigkeit gewählt, Dafs das
Berliner zoologische Kabinet mit dem botanischen
Garten an Vortrefllichkeit weiteifert, läßst sich von
einem Institute einer Akademie, die Friedrich der
Einzige gründete, nicht anders erwarten,
ich hatte nun, wenn ich so sagen darf, das
Herrlichste gesehen: es war indessen noch eine
Nachlese zu Halle und zu Dresden übrig. Ein Zu-
fall auf dem Wege von Berlin nach Wörlitz und
das Austreten der Elbe hinderte mich, die erste
Schöpfung auf deutschen Boden verpilanzter höhe-
rer Gartenkunst, den Garten zu Wörlitz, zu sehen,
indem ich einen weiten Umweg nelımen mulste,
um über die Elbe zu gelangen,
Zu Halle bewunderte ich. den unter dem Po-
Whistor Sprengel so schön aufblühenden Garten,
welcher, ausser seiner herrlichen Lage, auch sehr
viel Herrliches in seinen Beeten und, in seinen
Häusern besitzt, und auch dann noch die Aufmmerk-
samkeit reitzt, und selbst daun noch fesselt, wann
man von Berlin. her nach Halle gekommen ist.
Hr. Prof. Sprengel versteht die schwere Kunst
der Administration eines botanischen Gartens, der
sich selbst rentiren soll, eben so glücklich zu lö-
sen, wie ein guter Feldherr das Problem des alten
Hugo Grotius in jure belli el pacis, wo es heilst:
bellum se ipsum nutrit, Diese schwere Aufgabe
scheint aber auch nur in einem Lande der Lösung
ı55
möglich, wo jeder Bürger, ja selbst mancher Bauer,
so vielen Sinn für die Schönheiten aus Florens
Reiche besitzt, wie einst die Griechen, und wo
ohne Blumen kein Fest und keine Freude ist. Der
elhrwürdige Sprengel scheint unter seinen Pflan-
zen mit, neuer Jugendkraft seibst wieder zu er-
blühen; denn Niemand würde an diesem liebens-
würdigen Gelebrten die Last der Jahre und der
unendlichen Arbeiten erkennen, die seine Schul-
tern so kraftvoll ertrugen, Herr Dr. Kaulfufs,
der Kenner der Filices, war eben auf der Jagd,
wie man mir sagte, als ich ihm meine Verehrung
bezeigen, und auch Hr. Graf Henckel von Don.
nersmarck war abwesend, als ich ihm meine
Aufwartung machen wollte: für den Verlust, den
ich durch dieses Verfehlen zweier so würdigen
Botaniker erlitt, konnte ich mich nur dadurch
trösten, dafs sie mir, eben durch ihre Abwesenheit
den Beweis ihres Wohlbefindens gegeben haben.
Noch blieb mir Dresden übrig, wohin ich über
Leipzig eilte, um Herrn Grafen v. Hoffmannseg
die Huldigung meiner Verehrung zu bezeigen, und
Herrn Prof. Reichenbach’s sehnliech erwünschte
Bekanntschaft zu machen. Zu meinem grolsen Be-
"dauern war der Hr. Graf abwesend, Bei dem lie- .
benswürdigen und ungemein gefälligen Hrn. Prof,
Reichenbach fand ich aber mehr, als ich bei
den sanguinischsten Erwartungen zu finden hoffen
durfte, Die Sammlung seiner Aconiten, nicht so- .
wohl in dem botanischen Garten, als in seinem
Herbarium, übertrifft wirklich alle Erwartung; denn
'
156
die.Zahl der Exemplare, die er hiervon aufbewahrt, |
‚und die er sich von allen Orten her zu verschaffen
wulste, wird an die Tausend reichen. Eben so
‘reich ist auch verhältnifsmäfsig die Anzahl seiner
‚Myosotiden, mit deren Monographie er uns in
‚den nächsten Heften von Sturm’s Flora beschen-
ken, und seiner. Thymus, über welche er um
gleichfalls bald eine Monographie mittheilen wird,
Wenn man nicht Dutzende von Exemplaren einer
Pflanze aus allen Gegenden her vor sich liegen hat,
‚wird man bei dem Zustande, in welchem die Bo«
'tanik sich gegenwärtig. befindet, in zweifelhaften
Fällen, und gerade diese sind die dringenden ih
unserer Wissenschaft, nichts entscheiden können,
Nichts ist gefährlicher, als das Aufstellen neuer An
‘ten aus einzelnen Exemplaren. Wer daran zweifelt,
der durchgehe das Herbarium des sel, Bar, v. Wul-
fen, das ich noch bei Lebzeiten dieses gründlichen
Forschers salı; der durchgehe die Herbarien über
Potamogeton bei Hrn. Chamisso, über Pyrola
bei Radius, über Aconitum, Myosotis und
Thymus bei Reichenbach, und des wackeren.
Reguien zu Avignon Sammlung von Galien,
welche, wie mir mein Freund Balbis erst kür
lich schrieb, nicht weniger als 6000 Exemplare
falst, die er alle bei seiner jetzt herauszugebenden
Monographie dieser so sehr verworrenen Gattung
vor 'sich liegen hat. Nur durch Floren und Mo-
nographien läfst sich heute zu Tage das Wohl der
Wissenschaft fördern; aber weder die einen noch
die anderen lassen sich mit Glück und Nutzen be
ab7.
arbeiten,. wenn man nicht in Exemplaren: willen
kann, wenn man nicht aus. allen Ländern, wo man:
eine gewisse Pflanze angeblich gefunden hat, die
Exemplare vor sich sieht. Der Italiäner kann keine-
italiänische ‘Flora mit Sicherheit schreiben, -chne
die ‚gleichnamigen Pflanzen Deutschlands, ich meine
diejenigen, die unter gleichem Namen gehen, vor
Augen zu haben, und umgekehrt kein. Deutscher
- eine deutsche: Flora, ohne die italiänischen. Selbst
die homonymen Pflanzen verschiedener Provinzen.
Deutschlands ‚verdienen noch verglichen zu wer.
den: in diesem Geiste bearbeilet wenigstens: der
vortreflliche Dr. v».Schlechtendal seine Flora:
berolinensis, welche nicht‘ blofs eine bedeutende
Nachlese zu Willdenow ‚und Kunth, sondern.
auch manche lehrreiche Aufklärung über dieses und:
jenes bisher unvermeidliche quid pro quo enthalten
wird. „Auch Hr. Prof. Reichenbach bearbeitet
einen Theil der Flora des ehemaligen Deutschlands,
nämlich die Flora Sachsens, eines Landes, über
‘ welches, wie es mir anf meinem Durchfluge schien,
die Göttinn Flora. ein Füllhorn von Capricen ausge-
gossen zu haben scheint. Sachsen scheint durch die:
letzten Kriege, die es verheerten, vielleicht mit dem.
Heue, in welches die Heere ihre Bagage auf den.
Büstwagen packten, manche Pflanze des Süden und
des Westen wie. des Osten erhalten zu haben,. Sor
fand ich auf dem Schlachtfelde von Leipzig, in ziem-
licher Entfernung. von der Stadt, Chenopodium
ambrosioides selbst in diesem elenden Sommer
üppig wachsen. Da der nen angelegte botanische
”
158
Garten zu Dresden unter der Leitung des Hrn.Prof
Reichenbach für das Bedürfnils unserer Zeit viel
zu klein, wenigstens zehn Mal kleiner ausgefallen
ist, als man wünschen darf, so befolgt dieser Eh-
renmann die,. wie es mir scheint, sehr beifalls.
werlhe Idee, nur das Allerneueste, das Zweifel
hafte in demselben zu bauen, und das, was er zu
verschiedenen Monographieen bedarf, Ist diefs am
Reinen, so wird abgeräumt, und andere Schau
spieler irelfen auf. die Bükne, um neue botanischt
“Spektakel, bald lustige bald traurige, zu geben.
“ Auf meiner Rückreise von Dresden haite ich
nur zu Freyberg. noch .das Vergnügen, botanische
Schätze zu sehen; aber Schätze ganz anderer Art;
als wir gewöhnlich bewundern, Pflanzen der Vor
welt, welche Se. Exc., unser hochgefeierte Hr, Graf
v.Sternberg, dessen Ireigebige Hände über Berge
und Meere zu reichen wissen, wo sein erhaben®
Geist das Wohl der Wissenschaft zu fördern hof,
der geologischen Sammlung der dortigen k. Berg-
Akademie verehrte.
Zu Gefrees freute ich mich auf heimischen Bo-
den der glücklichen Heimkehr unseres unermüde-
ten Mitgliedes, des Hrn. Funck, der wieder man-
chen neuen Schatz von seiner dielsjährigen Alpen-
Reise heimbrachte, und beschlofs so meine Reise,
wie Linne sein System, mit der Kryptogamie.
U. Bemerkungen -
In dem zweiten Volumen des regni vegetab.
syst. naturale von Candolle sind die Cruciferae
oder Tetradynamisten im ganzen Umfange der neuern'
%
159
Entdeckungen entsprechend vorgetragen, und es giebt
‘daher eine interessante Uebersicht dieser merkwür-
digen, häufig auch in Deutschland namentlich auf
Alpen vorkommenden Gewächse. Indessen läfst die
Wahrheit, dafs Candolle die deutschen Schrift-
steller und ihre Entdeckungen zu wenig beachtet
ünd nicht immer aus den ersten Quellen geschöpft
habe, noch manche Zweifel zu nöthigen Berichti-
gungen über, davon wir nach und nach einige in
der Flora vortragen werden.
Nach dem Vorgange R, Brown’s ist Chei-
ranthus in mehrere Gattungen zerfallen, die früher
nicht einmal unter verschiedenen Abtheilungen stan-
den. So machen z.B. Cheir. incanus, annuus, fene-
stralis, sinuatus u. a. die Gattung Mathiola (Mat-
thiola) aus. Unter diesen möchte wohl die einzige
M. varia der deuischen Flora*) angehören, indem
Candolie unter diesem Namen den Cheiranthus
trislis Suffren! (Catal, friaul. pag. 162.) „habit, in
ägro Forojuliensi ad xipas Felae prope Amaro et
super Zellinas” angiebt. Diese Pflanze bat Stürm
im a2sten Hefte nach einem Wulfenischen am Tag-
liamento gesammelten Exemplare, (was Candolle
nicht ceitirt) ebenfalls unter dem Namen Cheiran-;
thus tristisabgebildet.— Die Anmerkung bei Sturm,
dafs sich diese deutsche Pflanze durch ungezälnte
*) Röhling (Dent. Flora 2, pag. 369.) führt zwar
“ Cheir, incanıs und fenestralis auf, aber mit einem *
als Zeichen von Gartenpflanzen, die billig nicht hie»,
her gehören.
ı60
Blätter und größsere Blumen von französischen und
spanischen Exemplaren unterscheide, ist interessant,
‚weil gerade daraus hervorgeht, dafs unsere Pflanzs
M. varia, nicht M. tristis sey. Zwar führt Can-
dolle bei M. tristis den Wohnort: „prope Venzone
in Carnia” nach Morxetti an, allein diefs ist wahr-
scheinlich auch M. varia, indem Carnien und Friaul
einerlei Landstriche sind. ( Fortsetzung Tolgt, )..
.. I, Beförderung.
Herr Dr, Eysenhart, der gleich beißchweig
gers Äbreise dessen. Geschäfte an der Universität
zu Königsberg übernommen hatte, ist nun als Pro-
fessor extraordinarius daselbst ernannt worden. _
VW Anzeigen
(Rochels Miscellen und Pflanzen - Umrisse betr.)
Von den in der Flora ı820 $, 601. angeküu-
digten Miscellen von Anion Rochiel ist der erste
Band wirklich.erschienen, und die folgenden, ‚wel-
che ‚vorzüglich die botanischen Exeursionen und
Reisen des Verfassers in den Karpathen enthalten,
werden unverzüglich nachfolgen. Dagegen können.
die ebendaselbst angekündigten Pflanzen - Um-
risse aus dem südöstlichen Karpath des Bannals
von demselben Verfasser, wegen Mangel an Prä-
numeration, nun nicht auf einmal erscheinen, son-
dern werden zur Erleichterung des Ankaufs hell-
weise herausgegeben. Wir haben einige Abdrücke
von den zu diesem Werke gehörigen Tafeln ge
sehen und können ganz dem Urtheil beipflichten,
welches darüber bereits in der Flora 1820 $. 685
gefällt worden ist,
Flora
oder
Botanis che Zeitung
Nro. ıu. Regensburg, am 21. März 1822.
- — u - yon —
’
LT Aufsätze,
Ueber die Gattung Zanonia Plumieri; von
Hrn. Grafen v, Sternberg. 2
D: Schicksale der Pflanzen haben- manchmal
grolse Aehnlichkeit mit jenen. der Menschen!‘ Durch
höhere Authorität oder Gewalt von ihrer Stelle ver-.
drängt, ihrer Würden beraubt, müßen sie sich oft
durch ein Jabrhundert als Prätendenten durch das
System schleppen, ohne ihre Ansprüche geltend ma-
* chen zu können. Dielfs war der Fall bei der Zanonia,
Plumier stellte diese Gatfung im Jahre 1707 1
auf; die Art, wie er diese und jene der Comme-
linen charakterisirte; der auflallende Unterschied
der Fruchtbildung, den er (nov. gen. pl. t,38) deut-
lich darstellte, schien sie für immer gegen jede Ver-
wechslung zu sichern. Allein Linne, gegen die .
Bestimmungen Plumiers etwas mifstrauisch, und
besorgt, nicht zuviel Gattungen seinem neuen Sy-
stem zum Grunde zu legen, verschmolz in seiner
ersten Herausgabe der Gen. plant. Lugg. PER
diese beiden Gattungen in jene der Commelinen,
162
Das gewaltsame dieser Handlung zu entschuldigen,
fügte er in den Monendis p, 379 die Bemerkung bei:
Zanonia Pl, parum recedit a congeneribus Comme-
linis, in illa enim tria petala exteriora germini in-
sident, pericarpii forma persistunt, tria interiora
aequalia sunt et absoluta florescentia reflectitur fru-
ctus coronatus tribus exterioris corolla partibus in-
aequaliter enati. Zum Ueberflufs nannte er diese
Pflanze in den nachfolgenden Sp. pl. Commelina
Zanonia, und bildete noch oben drein aus der Fı-
milie der Cucurbitaceen eine neue Gattung Za-
x
gg ;nonia. Dadurch wurde aber das erste Unrecht
!
nicht vergütet, weil eine Beere doch nie eine Kap
sel, daher die Zanonia Plumieri nie eine Com-
melina noch eine Tradescantia werden kant
Das Urtheil war indessen gefällt, keine Berufung
dagegen eingebracht und Zanonia blieb bis zu un-
seren Tagen bei den Fradescantien, wo sie nad
dem Gattungs- Charakter kein Botaniker suchen wird
Rue Persoon war davon überzeugt; er setzte ihr den
voll Cramer"ertworfenen Charakter bei, liefs sie
indessen doch bei den Tradescantien stehen, und
führte in der Folge die Linneische Gattung Z4-
nonia auf, wodurch zwei Zanonien in das Sysien
kamen. "
ul, (X. Max Dafs die Zanonia von Plumier, deren Gal-
tungs- Charakter folgender ist: Calyx 3 phyllus, e0
rolla 3 petala demum baccans, stamina 6. anthera
“ inenmbentes polline emisso sagittatae, fructus bac#
" pediformis bi-trilocularis, semina 2 ovato-subre-
tunda, von den Commelinenund Tradescantiet
265
getrennt werden mülse, unterliegt keinem Anstand,
es entsteht aber eine andere Frage: Nach den Grund-
sälzen der Priorität gebühret ihr der Name Zano=
nia, den ihr Plumier zuerst beigelegt hatte, und
die Linneische Gattung mülste einen nenen Namen
erhalten; man hat sich aber seit der Linneischen
Reformation angewöhnt, alle Pilanzen - Gattungen,
die Linne in seine Genera oder Species plantarum
aufgenommen hat, mit seinen Namen zu bezeich-
nen, ‘obgleich Linne selbst die Namen derjenigen
Verfasser, die schon früher Gattungs- Charaktere
entworfen hatten, die er blos erweiterte, stets
anführt. |
_ Wir wollen uns nicht anmafsen, hierüber et-
was zu entscheiden, wünschen aber, dafs sich die
Botaniker über den anzunehmenden Grundsatz ver-
einigen mögen. Von den Herausgebern der Syst.
naturae und Syst. vegetab. erwarten wir aber, dafs
sie die Pilanze, deren Rechte wir vertheidigen,
als Gattung aufstellen werden,
Schliefslich wollen wir nur noch erinnern, dafs
die behaarten ‚Staubfäden sowohl bei den Trade-
scantien, als bei der Zanonia in dem Gattungs-
Charakter weggelassen ‚werden sollten, weil diese
Bekleidung nicht standhaft ist, bei mehreren Tra-
descantien gänzlich fehlt, so wie auch unsere
Tradescantia bibracteata glatte Staubfäden und
weifse nicht blaue Blumenblätter zeigt, die Beere
'windet sich auswärts krumstabförmig, ist anfangs
Purpurroth, dann schwarz, ganz der Abbildung bei
Plumier ähnlich.
. L 2»
16%
I. Correspondenz.
Es ist zu bedauern,, dals die ‚Monographis
Specierum Asterum des Hrn. Prof. Nees v.
Esenbeck ins Stocken gerathen ist, und wahr.
scheinlich auch noch lange darinn bleiben werde
Diese schöne Familie prangt mit ihren zahlreichen
Arten als Zierpflanze in privat und botanischen
Gärten, ohne dafs sich einer daran wagen kam,
nur die von dem sel, Willdenow bestimmten atı-
. zumitteln, zumal da die Diagnosen von Neest
Esenbeck in der Synopsis mitjenen der vonWill-
denow nicht selten im "Widerspruch zu seyn unl
verschiedene Species anzuzeigen scheinen; diem
habe ich schon längst gefühlt, endlich aber in der
Flora Aufschlüfs darüber erhalten. Ich will Ihne
hier einen Vorschlag machen und zur Prüfung vor
legen, welcher die Absicht hat, über einen grofsei
Theil der in den Gärten Deutschlands aufzubringer-
den Arten geschwindere Kenntnils zu verbreiten,
Die königl. bot. Gesellschaft ladet zu dem Entt
jeden Besitzer von Aster-Arten ein, von jedt
Art, die ihm zu Gebot steht, ein instructiv eing®
legt getrocknetes Exemplar einzusenden, Jeder Eit
sender hat an der vegetirenden Pilanze alles, wi
während dem Trocknen entstellt, undeutlich gemaclt
oder verloren gehen könnte, zu notiren und be
zulegen. Z, B. Calyx adpressus, laxus, reilexe
squarrosus &e,, giebt der Pilanze den Namen, &!
er schon für anerkannt richtig zu wissen glanit
olıne, oder so ex noch Zweifel hat, mit ? den ®
beisctzt, Jene Arten, vun denen er. keine Beschie‘
165
bung erhalten kann, und die er für neu hält, bezeich-
net er mit einem willkührlichen oder mit Nro. und
seinem Namen. Die bot. Gesellschaft prüft die ein-
gegangenen Arten, vergleicht sie mit den Bemerkun-
gen des Einsenders und giebt jeder einen passenden
Namen, unbekümmert um den, welchen der Ein-
sender beigesetzt hat, lädet hieranf jeden. ein,. die
nöthigerachtete Anzahl Exemplare zu trocknen r
welche gegen billige Bezahlung Heft oder Deoaden
weis abgegeben werden, Die Einsender müssen,
wie billig, für die Mühe und Anpilanzung Entschä-
digung erhalten. Dieses kann mit den Decaden oder
Heften der Aster- Arten geschehen, Die königl.' ' bot.
Gesellschaft wird bestimmen, wie viel ‚jedem. für
das hundert gut getrockneter Exemplare verschie-
dener Arten zu Theil wexden soll. Für. kleinere
Lieferungen seltener Arien wird sich ein. jeder ent-
schädigt halten, wann sie iım durch die Flora
bekannt gemacht werden, wodurch jedem. wieder
der Vortheil zukommt, dafs er erfährt, woher er
eine ihm abgehende Art gegen Tausch erhalten kön-.
ne. — Die Aufgabe ist grofs, aber doch in der Aus-
führung möglich, Es steht zu erwarten, dafs da-
durch noch ein und andre unbekannte Art ans Licht
treiten werde,. welche bisher in einem verborgenen
Winkel gestanden hat; ihre Anpflanzung würde dem
Gärtner nicht mehr, wie bisher, lästig werden,
weil sie ohne Namen figuriren und Niemand sich
an sie wagen will. — Die Vermehrung der Syno-
nymie darf hier gar nicht in Rechnung gebracht,
werden, denn es ist besser ein Synon, weiter, als
166
gar kein Name! — Wann es endlich dem Hm.
Prof, Nees v. Esenbeck gefallen wird, die Sy-
nonymie der in den Heften vorliegenden Exem-
plare in seine Monographie aufzunehmen, so wäte
zur Kenntnifs dieser Arten schon ein grolser Vor-
sprung gemacht.
Zur Ausführung meines bier 'projektirten Plans
ist ein gemeinsames Zusammenwirken nöthig, denn
nicht von allen Arten kann ein Einzelner so vide
‘ Exempläre haben, noch, da sie gewöhnlich größ-
tentheils‘ $teichzeitig blühen, mit dem Einlegen
fertig werden, als für die Hefte nöthig seyn wer
den, manche kommen 'erst ganz spät, oder weit
frühe Kälte eintritt, gar nicht zur Blüthe. Dei
Aster grandiflorus habe ich im Ausgang vorigen No
vembers in der Blüthe gesehen, während die an-
derswo spät blübenden, wie tardiflorus, spectabili
schon im August neben ihm zu blühen anfiengen.
‚Ich habe defswegen oben vorgeschlagen, dals ein
jeder, der sich zu dem Unternehmen und Mitwit-
ken verstehen will, der königl. bot. Gesellschaft
Muster-Exemplare einsende, und dabei anzeige, wit
viele Exemplare er beiläufig für die Hefte zu lis-
fern im Stand wäre, Wo Concurrenten mit gleiche!
Arten zusammentreffen, so ertheilt die.bot. Gesell
schaft jedem einen Antheil für die nöthig erachlelt
Anzahl zu, damit das ewige Pflanzen - Etglege?
keinem übermälsig zur Last falle und andernthelt
die sparsam blühende Arten zusammen gebracl
werden können.
Die Gärten in Karlsruh, Schweringen und Heide-
167
berg enthalten eine bedeutende Anzahl Aster-Arten.
Meine dortigen Freunde: die Herren Zeyher, Hart-
weg und Mezger lassen mich, wie sie es bisher
gethan haben, alle Unterstützung hoffen, welswegen
ich jetzt schon das Anbielen zu dem Unternehmen
machen kann. Melırere Muster- Species kann ich
bereits jetzt schon abgeben. ZZ
‚ Wiesloch. u . Märcklin.
* ee
Es’liegt allerdings in dem Plane der K, b. Ge.
sellschaft, die Wissenschaft so viel als möglich und
äuf jede Weise zu fördern, und es können ihr
daher Vorschläge, die diesem Zwecke entsprechen,
nicht anders als angenehm seyn. Nur der gegen-
»wärtige scheint in seiner Ausführung einer grössern
Volikommenheit fähig zu seyn, wenn man 'ihn ei
ner andern Behörde überliefse. — Herr Präsident
Nees v‚Esenbeck hat bekanntlich Jahre: lang die-
sen Gegenstand sehon bearbeitet, ist bereits über
denselben mit allen botan, Gärten in Verbindung
getreten, hat selbst die gröfste Anzahl von Astern
in seinen Gärten gezogen, und seine Erfahrungen
darüber schon. zu Papier gebracht, ‘Es. wäre also
vor allen Dingen zu wünschen, dafs die vorge-
schlagene Anstalt, in so ferne sie mit der Heraus-
gabe der Monographie, an der wir doch noch nicht
ganz verzweifeln wollen, zu vereinbaren sey, auch
mit derselben in Verbindung gebracht würde, wenn
anders die dazu erforderliche Zeit (das kostbarste
Geschenk des Himmels für einen thäligen Betani-
168 °
ker) bei diesem geschäftsvollen Gelehiten, ausge-
mittelt werden könnte, ION
Königl. bot. Gesellschaft.
I. Botanische Notizen
Sitzung der königl. bot. Gesellschaft am 7. Januar.
Herr Direktor eröffnete‘ dieselbe mit hach-
stehender Rede: -
indem wir, verehrte Mitglieder! in unser er dich-
jährigen ersten Sitzung das Andenken unsers unver-
gefslichen Wohlihäters, des leider für den Flor der
botanischen ‚Gesellschaft und deren erweiterten Wir.
‚kungskreis viel zu früh verstorbenen Fürsten Carl,
Dalberg, feiern, thun- wir solches mit desto grös-.
serer Würdigung und höherem Muthe, als nun. die
Folgen seiner hochherzigen ‚Fürsorge sich: nach und
nach entwickeln und sich unsere gewagtesten Hofl«.
nungen zu glänzender Wirklichkeit gestalten.
Die. une. ällen unvergelsliche General- Versamm-
lung der :bot. G: vom 10. Nov. vorigen Jahres. hat
mehrern seit: Jahren gehegten Wünschen entspro-,
chen, manche: Unternehmungen "begünstigt, vielen
längst entworfenen Planen. das Siegel aufgedrückl,
und vor allein durch lebendiges Beispiel zu neue
Thätigkeit. geweckt. _ Möge. die auf so glänzende
Weise angefachte Aufmunterung- uns bei jeder Un.
ternehmung vor. Augen schweben, und die Erfül-
„lung der übernommenen Pilichten fortan der Wis,
” senschaft gedeihblich werden, on
Die erneuerte Herausgabe der Denkschriften
steht bei unseren literarischen Unternehmungen obgt-
169,
an, und der, seiner Vollendung nahe, dritte Band.
derselben ‚mit mehr als ı2 Kupfer-. und Steintafeln.
erhebt sich durch diegehaltvollen Aufsätze von Steu-
del;Schlechtendal, Tittmann, v,Schrank, v.
Martius und Nees von Esenherck zu den ersien.
Werken dieser Art, und wird der Botanik sichern,
Gewinn verschaffen; besonders da wir Hoffnung ha-
ben, sie durch, eine solide Buchhandlung allgemei-
ner. verbreitet zu sehen, on u
Die so, viele Theilnahme, geniefsende Flora
oder bot, Zeitung wird, den allgemeinen Wün-
schen zu Folge, sich mit diesem Jahre zu gröfse-
“ rer Vollkommenheit. erheben, die beigefügte Syl-
loge wird die neuesten Entdeckungen zusammen
fassen, und die vermehrten Beilagen werden die
bisherigen Lücken, in Betracht. der” Literatur aus-
füllen, und sonach als zweckmälsige Ergänzungs-
blätter dienen, Die Zusicherungen . mehrerer ach...
tungswerthen. Botaniker zu. fernerer Mitwirkung,
geben die besten Hoffnungen, diesen. Plan fortan,
ausführen zu können, und die vorliegenden schätz-
baren Beiträge sind nicht geeignet, unsern ar
und unsern Muth zu schwächen.
Aber indem wir auf diese Weise die Elora zu
einer der ersten Zeitschriften einzelner Wissenschaf-
ten erhoben sehen, muls unser vorzügliches Be-
streben auch. mit dahin gerichtet seyn, planlose
Beiträge zu beseitigen, und weder der Gemeinheit
noch dem Egoismus Eingang zu gestatten.
‚ Wenn wir nun. solchergestalt die Herausgabe
‚unserer Schriften mit. unverkennbarer Vorliebe zu
170
befördern streben, und dadurch das Eine tlun,
müssen wir durchaus Einseitigkeit vermeiden und
das Andere nicht lassen, vielmehr uusern Wir-
kungskreis auch anderweitig zu vermehren suchen,
um dem Zweck einer botamischen Gesellschaft ganz
zu entsprechen.
Die Kultivirung des botanischen Gartens, die
Vermehrung der Herbarien und der Bibliothek geht
hierans als unerläßsliches Bedürfnils hervor, und mür-
sen daher unsere ganze "Thätigkeit ebenfalls in An-
spruch nehmen --
Der botanische Garten, seit Anbeginn der Stif-
tung der botan, G. ausschlielslich nur der Kultur
und Beobachtung dubiöser Gewächse, besonders aus
‘den Alpen und denen der Flora germanica angehö-
rigen, bestimmt, verdient unserer Aller Rücksicht
und Beihilfe, da gerade jetzt die Erlänterung der
dubia dringendes Bedürfnifs geworden ist, und wit
zugleich Gelegenheit haben, ehrenvollen äffentli«
chen Aufrufen zu entsprechen, und uns sehr
zweckmälsig mit einem andern Institute dieser Art,
welches aus reiner Begierde, einzelne Zweige wie
senschaftlicher Gegenstände zu fördern, zu Münster
kräftig hervorgeht, in Verbindung zu seizen, und
so, durch wechselseifige Mittheilungen, unsere Zwe-
cke leichter zu begründen,
Da ein Herbarium mehr leistet, als alle Abbil-
dungen, und es’ am Ende nur die einzige Grund-
lage zu einer sichern Species plantarum ausmacht,
so müssen wir auf dem eingeschlagenen Wege das
tunsrige zu vermehren nicht ermüden, vielmehr neu®
171
Mittel aufsuchen, um das Ziel zu erreichen, min-
desters um unsern Nachkommen eine nicht unhe-
deutende Grundlage darzubringen.
Ueber den Plan zu einem Central- Herbarium
und einem Pflanzentausch-Büreau liegen die Akten
vor; wenn das Erstere noch keinen soliden Anfang
genommen hat, so ist das Letztere, längst schon
von der b. G. beabsichtigt, nun bereits durch das
lobenswerthe Unternehmen des Herrn Canzellist
Opiz in Prag zur Vollkommenheit gediehen, und
es würde für die Wissenschaft, der wir allein die-
nen wollen, zweckwidrig seyn, einem solchen In-
stitute ein zweites an die Seite zu setzen. Gleich-
wohl darf uns dieses nicht hindern, auf andern,
wenn auch ähnlichen, Wegen dieselben Zwecke zu
befördern und vielleicht noch befser zu begründen.
Die Klagen über schlecht und unvollständig einge-
legten Pilanzen, die man sowohl durch Tausch als
auch durch Ankauf erhält, sind eben so allgemein
ala wahr; die Nothwendigkeit, oft ganze Herbarien
‚kaufen zu müssen, wovon man die Hälfte selbst
schon besitzt, ist unangenehm; die Wahrheit, dafs
man zum Pflanzentausch selbst einlegen müsse, wo«
zu nicht jeder die erforderliche Zeit und Gelegen-
heit hat, lälst sich nicht verkennen; und endlich
kann man bei allen vorhandenen Anstalten nichts '
andres acquiriren, als was eben vorhanden ist und
angeboten wird.
Ich wünschte, mit der bot. G, ein Institut zu
verbinden, -welches alle diese Mängel zu beseitigen
im Stande wäre; ein Institut, welches Pflanzen und
172
Gräser nach, meiner Methode, Moose nach Horn-
schuch’s, und Flechten nach Laurer’s Methode
eingelegt, enthält, und gegen billige Bezahlung ab-
giebt. Dabei wäre insbesondere quf Desideraten-
Verzeichnilse einzelner 'Theilnehmer Rücksicht zu
nehmen, so dafs vor der Hand jeder Botaniker Ge-
legenheit hätte, sein Herbarium Florae germanicae
zur Vollständigkeit zu, bringen ; ein Umstand, der
‚bei dem eben. veranstalteten. Abdruck einer neuen
Flora und Bryologia germaniga Bedeutung er-
hält. Auch möchte ein. solches Institut wohl vor-
‚zuglich geeignet seyn, den Wünschen der ansüben-
den Botaniker, . den Florenschreibern und Monogra-
phisten, zu entsprechen, wenn sie in Stand gesetzt
werden, Exemplare einer und derselben Pflanze aus
verschiedenen Gegenden vergleichungshalber zu er-
halten, so wie es vielleicht der sicherste Weg seyn
dürfte, die in Funck’s Moostaschenherbarium brach
liegenden Felder anzupauen, Die Nützlichkeit ei-
nes solchen Instituts fällt in die Augen, aber die
Begründung ist nicht leicht;. sie erfordert Vorschuls
und Dotation, und vor allem die 'Theilnahme aller
Botaniker. — Ich habe Hoffnung, einen kenntnißs-
vollen und thätigen jungen Pharmaceuten als Rei-
sebegleiter zu erhalten, und wir werden ‚gemein-
schaftlich bemühet seyn, mit unsern übrigen Zwe-
cken auch diesen zu verbinden. So mag demnach
ein geringer Anfang statt finden, und die Gesell-
‚schaft aus dem Erfolg urtheilen, in wie fern der-
selbe für die Zukunft: ihre weitern Maafsregeln
begründe.
173
Für die botanische Bibliothek hat die Gesell-
schaft schon früher eine bestimmte jährliche Sum-
me ausgesprochen, die ihr auch in der Folge auf
keine Weise entzogen werden darf.
Aber vielleicht möchten wir bei allen unsern
Unternehmungen wohl am leichtesten zum Ziele
‘kommen, wenn wir insbesondere die verdoppelte“
Mitwirkung unserer auswärtigen Mitglieder in An-
spruch nehmen und es in Erinnerung bringen, dals
die Statuten der Gesellschaft einzig darauf begrün-
det sind, die Wissenschaft zu fördern. Jeder mag
nach Kräften beitragen, und die Gesellschaft wird
es für alle Zeiten zu würdigen wissen, — Wenn
die Denkschriften gröfsere Abhandlungen, Mo-
nographien u. s. w. aufnehmen, so ist die Flora
für kürzere Aufsätze, für bibliographische Nach-
richten, für botanische Notizen und Neuigkeiten
des Tages geeignet. Wollen andere blos unsere
Sammlungen vermehren, so wird ihr "Verdienst,
wie unser Dank, nicht geringer seyn, und indem
wir jedem einzelnen Geschenke den Namen des
würdigen Gebers beifügen, wird sich das Anden-
ken desselben nicht minder, wie bei jenen rulım-
würdig erhalten. :
Ich kann nicht schlielsen, olıne das Gänze noch
einmal in eine kurze Rekapitulation zu bringen, und
_ darzuthun, dals eine botanische Gesellschaft diesen
Namen nicht verdienen könne, ohne umfassend zu
seyn. Sie mufs vollständige Mittel und Wege in
Händen haben, um ihre Eleven ‘gründlich bilden
"zu können, "und selbst ilire Mitglieder müssen Ge-
174
legenheit finden, mit dem botanischen Geist der
Zeit, der in unsern Tagen sich so. mannigfaltig
ausspricht, fortzuschreiten, Die botanische Biblio-
ihek, die Sammlungen von frischen und getrock-
neten Gewächsen. sind hiezu das vorzüglichste Re-
quisit, und daraus wird der Stoff hervorgehen, um
unsern eigenen Schriften einen bleibenden Werth
zu geben. .
Dann erst, verehrte Mitglieder! dann erst kann
die Regensburgische botanische Gesellschaft, ohne
irgend einer Anmafsung, ein Centralpunkt werden,
‚in welchem sich die Ansichten, Darstellungen,
Wünsche und Hoffnungen aller Botaniker verei-
nigen mögen,
VW. Anzeigen
(1. Pflanzentausch, Vergl. Flora 1821. Beil. p. 83.)
Herr Bar, v. Welden befindet sich seit einem
Jahre in Italien, als Chef des Generalstaabs der dort
stehenden österreichischen Armee, und hat Gelegen-
heit gefunden, seine Vorliebe für Botanik vielfältig
zu befriedigen, indem er die Alpen vom Splügen
bis zum Mont Rosa, 12048 Pariser Fuls hoch, wel-
chen er am 25, Aug. glücklich erstiegen, und die
Appeninen von Florenz bis auf die Bochetta durch-
wandert hat. Im flachen- Lande besuchte er alle
botanischen Gärten, von jenem in Bacca di falco
bei Palermo, bis zu dem kleinsten des Lycacums
in Como. Man kann nach diesem auf die große
‚Ausbeute an seltenen Pflanzen schliefsen, welche
er zu machen Gelegenheit hatte,. worunter manche
in zahlreichen Exemplaren.
175
Eine Auswahl dersel-
ben wird er nächstens der botan. Gesellschaft vor-
legen.
Einstweilen sind mehrere geordnet, und
werden hiemit den Liebhabern zur Auswahl vor-
gelegt und gegen Tausch angeboten (wozu man sich
seiner Adrefse nach Mailand bedienen wolle).
Es
sind folgende in Ober-Italien gesammelte:
Scirpus mucronatus, ma-
ritimus.
Cyperus viridis, difformis,
“Potentilla caulescens, ni-
tida.
Suffrenia filiformis.
Melißa grandiflora.
Juncus nodosus, Inteus,
Jacquini. \
Hypericam humifusum.
Viola gracilis,
Phyteumacomosum,char-
melioides, humile, Ca-
restia.
Agrostemma flos-jovis.
Galium purpureum, py-
renaicum.
Cherophyllum hirsutum.
Buphthalmum speciosis-
simum,
Sedum spathulatum,
Aquilegia pyrenäica,
Centaurea phrygia (var).
Luzula albida, sylvatica,
Scabiosa graminifolia.
Campanula caespitosa
(var.), spicata, bar-
bata, Reineri, incisa.
Gentiana utriculosa, gla-
cialis, punctats, niva-
lis, imbricata,
Dianthus prolifer,
Pteris cretica, crispa,
Ononis Natrix.
Teucrium Scorodonia.
Bupleurum ranunculoi«
des, junceum, stellatum,
Astrantia minor,
Pedicularis gyroflexa, tu-
berosa, geminillora.
Selinum elegans.
Trifolium alpinum, sa-
xatile.
Anthericum serotinum,
Liliastrum.
Aretia alpina, rubra, to-
mentosa,
Myosotis nana.
‘176
Ranunculus gläcialis.
Iberis rotundifolia, pin-
nata.
-Primula vıllosa,
Horminum pyrenaicum,
Pinguieula grandillora.
Pyrethrum alpinum.
Saxifraga moschata, bi-
- 1lora, aspera, caespi-
- tosa, Vandeliü, lingu-
- lata, exilis.
Cerastinm campanulatum,
Staehelina dubia,
Raphanus landra,
Sisymbrium pyrenaicum,
orientale,
Barkhausia selosa,
Crocus albiflorus.
Phalaris utriculosa,
Festuca uniglnmis, phle-
oides,
Betula nana.
Pyrola rotundifolia,
Satyrium nigrum.
Silene dichotoma.
Arenaria grandiflora, bar
‘ varica,
Cerinthe aspera.
Lepidium alpinum.
Linnaea boreahs,
Eypochaeris helvetica,
Dracocephalum austria-
cum,
Senecioincanus,unilloras
Hordeum maritimum.
Artemisia spicala, gla-
cialis,
Veronica alpina.
{2. Sadler’s Nachträge zu den Icon. pl: rar. Hungar.)
Herr Dr. Sadler in Pest ist gesonnen, zu dem
Prachtwerke Icones plantar, rariorum Hungar
von Waldst. und Ritaibel Nachträge zu liefern,
welche heftweise in Uinrissen von Rochel ge
zeichnet herauskommen werden, Für das ers
Heft sind bestimmt: Lycopodium recurvum, As
pidium intermedium und angulare, Asplenium
Forsteri, filsum und obtusum, Orobus flaceidu
und pallescens, ein neuer Senecio, und ein neue
Aster aus Siebenbürgen,
Flora
oder
Botanische Zeitung.
Nro. 1%. Regensburg, am 28. März 1822,
en
L Aufsätze
FOR ua: oay?
Beiträge zur Characteristik der Flora
von Bonn und seiner Umgegend;
miigetheilf von Herrn Dr. Friedr.
Nees von "Esenbeck.
(Hiezu die Kupfertafel Tab. IIL)
nn
* Als einen vorläufigen Beitrag zur Charakteristik
der Flora von Bonn und seiner Umgegend, theile
ich den nachfolgenden Berichtüber eine, während
der Pfingstfeiertage in das aMeilen von der Stadt
entlegene, reizende darthal unternommene bo-
tanische Excursion aus der Feder eines meiner
jüngeren Freunde und Zuhörer ; Herrn Eber-
. maier aus Oleve, mit, und hänge demselben
ein Verzeichnifs derjenigen seltneren Pflanzen-
species an, welche an den sehr eifrig bemützten
Exeursionstagen neben den allgemeiner verbrei-
178
teten Pflanzen der Deutschen Flora aufgefunden
Arınden, :
Bonn im September 1821.*)
Dr. Fr. Nees v. Esenböck,
DB
Osgteich das vorhergegangene Regenwetter und
der fortwährend mit drohenden Wolken bedeckte
Himmel eben nicht den günstigsten Erfolg erwar-
ten Hefsen, so war doch die Hoffnung auf die
xeirhe Beute, welche uns die herrlichen, und
noch wenig durchsuchten Gegenden der Aar dar-
bieten. würden, zu grofs, um, die einmal beschlo-
sene Reise aufzugeben, weshalb wir denn am
zweiten Pfingstfeiertage d. S. unsere Wanderung
mit froher Erwartung begannen. Und wenn audı
der von Zeit zu Zeit wirklich uns überfallend
Regen zum Theil nur füchtige Forschungen zulich
so fand’ sich doch‘ maiicherley, welches. der Mit
theilung nicht ganz unwärdig schien.
Der Weg nach dem vier Stunden entlegenen Aut
weiler, als dem nächsten Ziele unserer Wanderung,
führt von Poppelsdorf an über eine Reihe mehr oder
minder zusammenhängender, an Pflanzen schr ar
mer Hügel, welche, da auch aufserdem die Zeit zu
*) Der verspätete Abdruck dieser musterhaften Ex
cursions - Beschreibung wurde durch den verzö
gerten Stich der Kupferplatte gegen unser
Wunsch und Willen veranlalst. Das angehäng‘
te Verzeichnils folgt in einem der nächste!
Blätter,
Redactiom
479
eilen nöthigte, unter andern nur Folgendes dar-
boten. u
Phyteuma ovale, Juncus albidus, maximus,
‚ Centaurea nigrescens Dec.
” (Diese letztere Pflanze ist mit Decandolle’s Be-
schreibung im Suppl. ‚Fl. franc. vollkommen über-
‚einstimmend; sie kommt häufig um Bonn vor und
zeigt deutliche Üebergangsformen zu C, pratensis
Thuill., die von Decandolle zu.C, Jacea gebracht
wird) _ 2
_ Die verfallenen Treppen eines ehemals sehr
schönen, jetzt gänzlich vernachläfsigten Gartens,
dem Dorfe Pech gegenüber, lieferten Aspidium
Fragile, Asplenium Adiantum nigrum und A,
septentrionale, Saxifraga tridactylites, Arena-
ria tenuifolia, irinervia und 'rubre.. Hinter
Fritzdorf stand der zierliche Schoenus com-
pressus und Scirpus Baeothryon am Wege; selt-
ner kam Veronica praecox und longıfolia vor.
Auf der letzten Höhe vor Aarweiler im Korn:
Melampyrum arvense, Adonis aestivalis, Bu-
nium Bulbocastanum L.; letztes ist auch überall
um Bonn in den Getreidefeldern äufserst gemein,
Da noch einige Zeit übrig blieb, wurde der hin-
ter . Aarweiler gelegene Calvariberg bestiegen,
welcher uns sowohl durch einige schöne Pilanzen,
als auch durch die entzückende Aussicht in das
enge und steile Thal, durch welches sich die Aar
schlängelt, sehr erfreute; die Schutthaufen und.
Mauern seines Klosters besassen in ausserordent-
licher Gröfse und Menge Conium maculatum, 4de-
Me
180
thusa Uynapinm, Sedum reflesum, S. album, und
Chenopodium ‘bonus henrieus, das um Bonn ganz
zu fehlen scheint. Tın nahen Walde fanden wir
Arnica montana, Asclepias Vincetoxieum, Seru-
pias exsifolia, Pyrola, rotundifolia und minor,
und zuleizt auch wenige Exemplare der schönen
Ophrys mıyodes, Die Aar war mit Ranunculis
aquzüilis (capillaceus, sowohl als heterophyllus),
und R, peucedanifolius, so wie mit Myriophyl-
lum spicatum, und Potamogeton erispus an ei
nigen Stellen ganz bedeckt, i
‘Am folgenden Morgen brachen wir in aller
'Frühe' zum eigentlichen Ziele unserer Reise anl,
"Der W eg führt dichl an deı Aar, am False hohet,
steiler, aus Grauwacke bestehender Felsen hin,
von denen die ersteiglichsten zum Weinbau be-
nuülzt werden. Oben auf den Felsen stand ziem-
- lich häufig Digitalıs ambigua; mehr unten Dian-
thus Carthusianorum , Armexia, und caesius, wer.
‘cher letztere mit. der Beschreibung von D. plune-
Tius einigermafsen übereinstimmt, so dafs man fast
glauben möchte, D. plumarius sey der eultivirte
D. caesius, Zychnis Viscaria, Bupleurum fal-
"catum, Mespilus Cotoneaster, Pyrus Amclanchien
Anthericum Liliago, welches häufig scapo ram0s0
beobachtet wurde. Neben diesen, und zwar nie
drig, zwischen den Weinstöcken an den Mauern,
wuchs eine Pflanze aus der Familie der Crucife
ren, und’ zwar, wie sogleich -crkannt wurde
verwandt mit Brassica, welche durch ihr fremd
arliges Aussehen gleich Aller Aufmerksamkeit auf
381
sich zog, und bei späterer Vergleichung von dem
Hrn. Dr. Nees von Esenbeck für einen neuen
Bürger unserer. ‚Deutschen Flora erkannt wurde,
nämlich für, Brassica cheiranthiflora Dec. regn.
vegel. II. pag. 6on,,, Es sey mir ‚erlaubt, folgende
Beschreibung dieser merkwürdig en Piianze beizu-
fügen:
\
‚Radix parum: raimdsa ‚ albida, Iignosa, ' Cau-
lis teres;- ramosus, superne glaberrimus ; : inferne
pilis albis sparsis ubsitus Ibiyne e vis, pürphra-
scens. Folia radicalia ‚sonlerta, patentia s, ‚petio-
lata, peliolig una cum, nervo mediv purpureis, pi-
lis densioribus rigidiusculis ‚albis tectis, pinnata,
pinnis oblongo-ovatis, obtusiuseulis inciso - denta-
tis, pilis albis ciliatis; dentibus marginis imferioris
majoribäs et erebrioribus; inferioribus pindis, ıni=
noribus, exiremis con!luentibus, ifa ut apex. foli
irilobus apparcat. Folia caulina inferiora pin-
natisecta et jinnalipartila, pinnis magis remotis
augustigribus, longioribus, lanceolatis, subintegerri-
mis, suprema integra, lanceolato - linearia, ihte-
gerrima, glabra. Flores mägni, venuste Davi, ra-
cemosi, Calycis foliola erecia, e Havo virescen-
ia, margine membranacea, apice barbata, ungui-
bus petalorum breviora. Petalorum limbus pa-
tens, suborbieulatus, integerrimus, Nlavus,. nervis
obscurioribus variegatus. Pedicelli 2 — 3 lineas
longi, patentes, glabri. Siliquae patentes, incur-
vae aut subincurvae, glaberrimac, subtetragonag,
parum torulosae ‚18-20 lin. lougae, rostro com-
!
2
182
_ pressiuscnlo, acuminato 3 ad 4 lin. longo, glabro,
intus monospermo, terminatae.
Obs. Occurrunt specimina vix pedalia, caule
simplici paucifloro, alia tripedalia, ramosissima. —
Die Pflanze findet sich auch auf Feldern auf
. der Höhe hinter den Weinbergen und sparsam im
Walde am Lacher - See.*) '
*) Ich gebe ein getreues Bild dieser Pflanze für die
Fl'ra hinzu, welches ich nicht für ganz über-
flüfsig halte, weiliselbst nach Decandolle’s
‚trefllieher Bearbeitung der Cruciferen immer
noch einige Schwierigkeiten übrig bleiben , diese
Art von Br, Cheiranthus zu unterscheiden,
die Decandolle selbst eine „planta polymor
pha“ nennt, Wir haben unsere Pflanze defswe-
gen für B. cheiranthiflora erkannt, weil die
Wurzeiblätter wirklich gefiedert, und nicht g«
‚fiedert zerschnitten sind, und weil die Schote
höchstens 3mal den Schnabel an Länge über
trifft; doch finden wir diesen auf die Länge des
Schnabels gegründeten Character weniger stand-
haft, Unsere Exemplare bieten Schoten von sehr
verschiedenen Verhältnilsen dar, deren Schal
',. stücke den Sclnabel hald kaum um das Dop
pelte, bald drei- ja drei ein halbmal an Länge
übertreffen. Das von Willdenow im Hort
Berol. gegebene Bild ist nach einer cultivirten
Pflanze entworfen. stimmt übrigens ziemlich gut
mit der unsrigen überein. Sollte nicht vielleicht
die im Elsals aufgefundene, von Decandolle
zu B. Cheiranthus gezogene, so wie die
von Koch und Ziz in ihrem Cat. plant. ange
führte Pflanze auch hierher gehören?
Fr, N, v E
185
Ferner fanden wir am Wege, der uns.zum
Theil] über die Felsen, zum Theil am Fufse der-
selben hinführte, Arabisarenosa, Trifolium ochro-
leucum, Geraniuim Incidum. (in Weinbergen),
Turritis glabra; Ranunculus nemorosus Dec. Der
heftiger werdende Regen zwang.uns zur gröfsern
Eile, und: durchnäfst erreichten. :wir. das Dorf Al-
tenaar, ringsum von. sielen Felsen umgeben.
Hier kommen noch Veronica spicata, dspidium
regium.und fragile, Asplenium nigrum, dthai
manta Libanotis, Cnidium Cervaria und Silene
Armeria vor. — Vom nahen Kreuzberge wur-
den noch Rosa spinosissima, Biscutella laevi=
gaia, und Dianthus- caesius im Regen aufgenom-
men. Beim Herabsteigen am Fufse des Berges,
der die Ruine Altenaar trägt, im Dorfe selbst
stand Malva nicaeensis. Auf dem Rückwege nach
Aarweiler zogen besonders einige Rosen. unsere
Aufmerksamkeit auf sich, Außer Rosa rubigi-
nosa, R. dumetorum, R.canina, und andern; fand
sich auch die R. villosa, am Ufer,. und dann sehr
häufig R. hispida Borkh.— Rosa villosa g vulgaris
Rau ist synonym mit R.villosa Roth, und beide
mit R. pomifera Borkh. Auffallend bleibt es,
dafs die R. hispida Borkh. so wenig. berücksich-
tigt worden ist, und sich in keiner Flora aufge-
führt findet; da sie wenigstens bei uns häufig vor-
kommt, und nur ein- oder zweimal die R. willosa
gefunden wurde. Dafs beide keineswegs Syno-,
nyme sind, sondern durchaus getrennt werden
müssen, liegt am Tage. Deutlich genug unter
184
scheidet sich die R. hispida durch ovalen Frucht-
knoten, gesonderte Haare der Blätter, Mangel der
Drüsen an den meisten Blättern, gekrümmte Sta»
cheln; dann bringt sie vorzüglich der ganz enige-
gengeseizte Habitus, die langen liegenden Zweige,
melir der: R. canina, als der R. villosa, nahe,
welche letztere mehr ein kleines Bäwnchen, mit
kürzeren stärkeren Aesten, auchı mehr einzelu vom
kommt, da die andere häufig Hecken liebt. Im
Herbarium des Hrn. Dr. Nees v. Esenbeck fan-
den sich noch Exemplare der-R. hispida aus der
Schweitz und von Hanau, welche in etwas ab-
. weichen, und noch zu folgenden Bestimmungen
veranlassen. Die an der Aar, bei Bonmn.u. s. w
sehr ‚häufig wachsende ist die wahre R. hispida
Borkh. receptaculo oblongo pedunculisque hispi®
dis, petiolis villoso-hispidis, Toliolis ellipiieis acım
tis, duplicato-serratis ufrinque villoso - tomenio-
sis. Diese varüirt in folgenden Formen:
: ß Die bei Basel gesammelte zeigt ‚folia magi
villosa, ‚ potius tomentosa, germina minus
hispida ;
'y. Die von Hanau hat folia villosa, sed pagina
inferiore glandulosa, gerinina glabra, vel basi
tantum hispida,
Bei der Vergleichung von Pood’s Beschrei-
bung der englischen Rosen zeigle sich, dafs seine
R. villosa von der unsrigen darch calycis Jacinies
simplices, bracieas ellipticas, und foliola rkom*
beo - elliptica durchaus getrennt ist, Wenn der
einfache Kelch würklich da ist, mufs dennoch diese
185
_R. villesa- W. als hesondere Species angesehen,
werden; dagegen. scheint R.. scabriuscula W.. zu,
unserer R. villosa zu gehören. . (Findet sich wohl
eme solche Rosa. villosa calyeis laciniis inleger-.
rimis. wild in Deutschland?) Mit Woods R,
tomentosa ist allerdings R, iomentosa Smith. La-
marck und Dec, flor. franc. synonym, indem
Smith’sund Decandolle's. Besshreibungen durch-
aus keinen Uuterschiel -zulassen;, "falsch! citirt
VVood aber. dazu noch die R. villosa "Roth., wel-
che doch offenbar germen globosum hat, .was.dem,
‚Character der R. tamentosa widerspricht. Ferner
wird mit Unrecht. R. villosa Lam. und Dec.ler,
Trance, 4. p..400, eilirt, und dadurch, Decandolle
beschuldigt, auf einer Seite in der R. villosa und
R. tomentosa dieselbe Rose als.. verschjedene Ax-
ten beschrieben zu haben. R. villosa Dec. ist
aber R, villosa Roth. Vergleicht man nun R,
hispida Borkh. "und R. tomentosa W. mit einan-
der, so mufs man gestehen, dafs beide Rosen
durchaus. synonym sind, und .dafs für die drei
Formen der R. hispida, welche wir besitzen, sich
eben solche aus denen der .R. tomentosa nachwei-
sen lassen; ‘auch ist nicht zu zweifeln, dafs sich
noch mehrere finden werden, wenn nur die bis-
her zu schr vernachläßsigte BR, hispida mehr Auf-
inerksamkeit erhalten hat. So ist die Hanauer R,
Jispida gleich der R, tomentosa W, var. n., wo
sich dann bei der Vergleichung dieser mit der R.
scabriuseula noch mehr die Synonymie beider er-
giebt, Die Schweitzer gleicht der var, o, und p.
Ä
186
der R. tomentosad Wd, Die Bonner gäbe dann
auch hier wieder ganz genau das Bild der Food.
schen Diagnose und Beschreibung, . Schultes
(observ. bot. in Lin. Sp. plauf.)' behauptet zwar,
dafs die R. tomentosa, praeter germina ovala caly-
eis 'lacinias integras habe; allein weder ‚Smith
noch Decand. noch PFood geben diefs an, und
es’ möchte daher die Bemerkung wohl in Zweifel
du ziehen seyn. Nun zeigt sich aber auch, wie
sehr Steudel, (nomentlator botan. pag. 708.), Un-
recht habe, wenn er zu der RB. tomentosa die R.
villosa: Dec. und villosaiminuta Rau ziehen will,
Auch ist die R. alba: der Wett. Flora die ächte
R. alba Lin., wie sie im Garten vorkommt. Bei
so bewandten Umständen möchte es aber’auch nicht
unbillig seyn, für unsre Rose den Nainen R. hi-
spida beizubehalten, und ihr die R. tomentosa als
Synonym ‚beizuordnen, da Borkhausen sie doch
zuerst von -R. villosa getrennt hat,
Am Ufer der Aar fand sich einzeln Hiera
cium eymosum L., Dec. Flor. franc, Suppl., häu
figer an den Felsen H. praealtum D, — H. fo
ventinum W,, welches zu dieser Pflanze gezogen
wird, begreift drei verschiedene Species, nemlich
2) H, praealtum Dec, Suppl. H: pilosclloides Deo,
Suppl, und H. fallax 'W,. — H, cymosum. Roth
und Poll., die sich auf das Bild in C. B. Prodr,
p- 67. beziehen, und wahrscheinlich das der mei-
sten deutschen Floristen, mit Ausnahme der Flora
Stargard. und der Flora von Dresden, gehören
teils zu H.praealtum Dec., theils zu N. fallax W-
‚
187
Die Exemplare, die in der Nähe von Basel ge-
sammelt wurden, gehören ohne Ausnahme zu EL:
Praealtum Dec., woraus sich schliefsen läfst, dafe
das Bauhinische' Bild zu dieser letzter Pflanze
gezohen werden müsse, ob es gleich‘ in der 'Be-
hasrung und in der Form des Blüthenstandes ab-
weicht und dem H. fallax; W, näher zu kommen
scheint. *) te
T
*) Wenn man die einheimischen verwandten Arten,
° scapo subnudo, multifloro, ohne künstliche Ver-
schmelzung, gesondert beibehalten will, könnte
man sich folgender Unterscheidungsmerkmale be-'
dienen, die wir von einer sehr grofsen Menge
von Exemplaren, aus verschiedenen Gegenden
zusammengebracht, abgeleitet haben,
H. dubium; flagelliferum, foliis lanceolatis '
ciliatis, costa glabra, scapo subplurifloro, pe-
duneulis simplieibus elongatis. — H. dubium
Sm., Roth., H. Aurieula ß- Fl. Fr.
H. Auricula; flagelliferum,, foliis spathu-
\ lato --landeolatis eiliatis, casta glabra,' scapo
paucifloro, pedunenlis subsimplieibus abbrevia-
tis, H, Auricula Sm,, H. Auricula &. Fl, Fr
H. Auricula V. & M. a. B, Fl. Cauc. Suppl.
H,Bauhini, flagelliferum, foliis lanceolatis
margine costaque ciliatis „'scapo multifloro, flo-
'ribus corymbosis glabriusenlis. —Schuült. Ob-
serv. P. 164. — H. Auricula ”y« Fl. Fr.
HM collinum, flagelliferum, foliis lanceo-
lätis setosis, costa hirta, scapo basi hirto mul-
tifl ro, floribus eymosis hirtis. — H, collinum
W. En. Suppl., Spr. Pug. 1,, Fl. Fr, Suppl.
188
An demselben Felsen wuchs noch cin Hiera
cium, welches wir. einstweilen für 1. pielym
Schl. bestimmt haben, dessen geheime Verwandt,
schaft mit HL. murorum, nicht zu verkennen is;
Caylis plus. minus ramosus, subnudus. Folia radi-
p. 440.— H, Auricula 8 M. B."Süppl,, W.
"8, pl Adv.) Sch’ältObss. p. 194,, Roth, Fl. 6
H. fallax; foliis lanceolatis setosis , -cosM
birta, scapo glabrinreulo multifiore, floribus
eorymbosis h hirtis, FI, Er. Suppl. p. 442. Willd
/Em
H, piloselloides; foliin. spathulato- "lan
ceolatis supra setusis, costa glabra, scapo gla
bro multifloro, floribus in paniculam brevem
? dispositis glanduloso -subhispidis.. — H. pilosel-
“ loides Dec, Fl, Fr. Suppl. p. 441., H, florenti-
num Fl. Fr.,— All. Ped. Nro. 775., H, praeal
tum Vill. voy. 62. .2. f. 1. secundun Salz,
H. praealtum; foliis anguste laugrolatis
“3 glancis subsetosis, margine costaque ciliatis,
scapo: basi subsetoso multifloro, floribus sub
corymbosis ramisque elungatis glanduluso sub
. hispidis. — H. praealtum Dee, Fl. Fr, Suppl
Pe .441., H. piloselloides Fl, Fr. Nro, 2916. —
‘ Variatur corymbo subeymoso; huius loci C. B.
.. , Prodr. p.67., nam in iisdem locis utramque tegit
.Frater dilectiesimus; — porro H, Florentinm
Wib, Werth,, H, cymosum Roth, Fl, Germ
willd, sp, pl, Culta, foliis latioribus magisqu®
sciosis apparuit, reliquis- omnibus congruens,
Folia inferiora in plerisque, quae florum c0°
rymbo subeymoso gaudent, breviora sunt ob
tusioraque, Tales in Monte Vo gelsberg et
prope Werthemum legi, plures etiam ad radi
189
calia petiolata, petiolis villosis, infima ex ovato sub-
rotunda, obtusa, subintegerrima, alia oblonga acu-
minala, basi denticulata, alia profunde dentata;
ces montis Schwabenberg, quibus ealyoos
magis flavescentes,
H. eymosum; foliis oblongo- lanceolatis
obtusiusculis scapoque multifloro molliter hir-
sutis, Horibus subeymosis confertis hispidis. —
Lin, Sp, pl., — H. cymosum Dec. Fl. Fr. IV.
24, Suppl, 440 -- Accedit H. collino, a quo di£
tert stolonum defectu, mollitie pilorum, floribus
majoribus, ..
ß- stolsniferum , in hortis.
H. paradoxum; scapis serioribus foliosis
decumbentibus, foliis Tanceolatis supra setosis -
margine costaque ciliatis, subtus subtomentosis,
scapis multifloris subtomentosis setisque insper-
sis, iloribus laxe corymbosis tomentosis glan-
duloso hispidis, — H. paradoxum Schult.
Obss, p. 164. H. fallax ße’ stoloniferum Koch,
Dee, Fl. Fr. Suppl. p. 442.?
Simile H. echioidi, a quo.differt: setis basi
haud adeo incrassatis, scapis minus ramosis,
calycibus glanduloso-hispidis, nec albido hir-
sutis. \
- H. echioides, scapis serioribus ramosis
foliosis decumbentibus foliisque lanceolatis sub-
tus subtomentosis eallosis hirsutisque, floribus
laxe corymbosis tomentosis hirsutis, W, et Ru.
pl. r, Hung. I. p. 87. 1.85., Willd. sp. pl. MI.
p. 1597. I. fallax hort, nonnull, (male i in syste-
mate inter longe alienissimas forma species ı rer
Yatum), M. B. II. p, 253: Suppl, p. 555. —
N. v B.
190
ommia rigidiuseula, supra glabriuscula, glauca, sat-
„pius maculata. Pedunculi et, calyces Slanduloso-
‚pilosi. "Flores magnı, speciosi ‚in aliis specimini-
bus soliterii, in alüis 3, 'et plures. Die kleineren
einblüthigen Exemplare sind dem H. pietum Schl.
und dem H. diversifolium. Hoppe sehr nahe ver-
'wandt; die gröfsern kommen dem H: pallescens
"unserer Gärten nale, zwischen beiden bemerkt
‚man zahlreiche Uebergarigsformen.
- . Die ungünstige Wilterung nöthigte uns, schnell
-zurlick zu kehren. Wir bemerkten noch am Wege
Aristolochia Clematitis, Galium hercynicum und
nahmen aus einem Mineralwasser die schöne 0s-
"cilläria Adansonü auf. Auf Rolandseck, Non
nenwertli gegenüber, trafen wir ein Chrysanthe-
. mum Leucanihemum von ganz abweichender Form,
. welches für das von Smith in der Engl. Flora
. beschriebene eıkannt wurde: foliis onınibus cu-
‚ neiformi - oblangis incisis longius petiolatis. eaule-
que glaberrimis, Meist nur Eine Blume, doch
kamen auch ästige Exemplare vor. ‘Von unserem
hier gewöhnlichen Chr. Leucanthemum V. syl-
vestre, unterscheidet es sich noch durch geringere
Gröfse und‘.hellere Färbung, durch die Form der
Blätter, die sich bei Chr. sylvestre fast gar nicht
gegen die Basis verschmälern,, durch den Mangel
- der Haare, und durch kleinere Blumen. Von die“
sen beiden Varietäten finden sich ım Bonn, be
sonders an Orten, die nicht sehr feucht sind, auf-
fallend deutliche Ueber gangsformen sowohlim gan
zen Llabitus, als auch in der Anheftung und Ge
v gi
stalt der Blätter. Nun ist jenes von Rolandseck
‚von der Beschreibung des Chr. atratum bei. Per-
.spon wenig unterschieden, die Exemplare dessel-
ben, welche sich, von den Alpen verpflanzt, im
bot. Garten zu Bonn finden, sind ihm überdiefs -
so ähnlich, dafs man es nur durch die hellere Fär-
bung der Kelchschnppen unterscheiden kann. Ein
ähnliches Verhältuifs ist zwischen Chr. sylvestre
und. Chr. montanum, wenn 'es eultivirt wird,
Darum scheint m: ın wohl annehmen zu dürfen,
dafs auch diese nicht als beharrende Species zu
unterscheiden wären, und es könnten dann, die
Formen etwa folgendermaafsen zusammengestellt
werden:
Chrysanthemum Leucanthemum.
x, sylvestre, caule piloso subramoso, Toliis am-
plexicaulibus lanceolatis, apicem versus pa-
rum dilalatis,
' B. montunum All. fol. inferioribus petiolatis
spailulatis, canle subunifloro piloso Decand,
for. frane. 4. p. 178.
ry. Smithii caule glaberrimo subsimplici, folüs
“ euneilormibus ın peliolum decurrentibus. Mit
Chr, atratum nahe verwandt.
Eine mit mehr Mufse und bei günstigerer Wit-'
terung in die reichen, und in so mannigfaltiger
Hinsicht: merkwürdigen, 'Thäler der Aar ange-
stellie Excursion wird olıne Zweifel reichere Beute
liefern,
» IE Botanische Notizen.
ı. Herr Dr. Carl, Kreisphysikus in Hungarisch
"Hradisch in Mähı en hat bei seinem Wohnorte, Tour-
'nefort’sIyihrum nummulariaefolium entdeckt, ei-
ne höchst seltene und höchst ausgezeichnete Pflanze;
“denn die obern Blätter sind lincaria und lanccolata,
‚die unfersten zwar suborbicularia, aber zugleich
cuspidata; die flores wie bei L. Salicaria aber axil-
lares. '
2. Die Lysimachia paludosa Baumg. (Flora
‘1818 8. 315.) ist nun auch in Westphalen gefun-
den worden; wenigstens scheint uns eine von dort-
"her zugesendete neue Art diese Species zu seyn.
_ Vermuthlich ist sie im nördlichen Deutschland gar
nicht selten, und wird nur für Lysimachia vulga-
ris augesehen.
3. Ornithogalum Haynii Roth ist im nördl-
chen Deutschland, namentlich bei Hannover ein®
gemeine Pflanze; im südlichen Deutschland wurde
"sie bisher noch nicht gefunden,
IL Todesfälle
Der trefliche Botaniker, Herr Dr. Benjamin
Heyne, welcher für die ostiudische Compagnie zu
“ London mehrere Jahre in Ostindien reiste und Pfan-
zen sammelte, darauf im Jahre 1814 eine zweite
unternahm, ist am 6ten Februar ı8ı9 zu Vappert
bei Madras mit Tode abgegangen, Von ihn hatle
Roth den grösten Theil der Pflanzen erhalten, wd-
che dieser in seinem Werke: Novae plantarum
species beschrieben hat.
Flora
oder
Botanische Zeitung.
Nro, 13. Regensburg, am 7. April 1822,
} ALDI
l. Aufsätze.
1. -Zur Beherzigung beim Eintritt des
Frühlings.
„ Botanische Excursionen sind vom höchsten In-
teresse; sie sind es um so mehr, je reicher der
Flor der Gegend überhaupt, und an Seltenheiten
zumal bei ‚möglichster Gedrängtheit, insbesondere
ist, Es hängt aber dieser Reichthum und diese
Seltenheit genau zusammen mit hohen Gebirgen
von der verschiedensten Form und Structur, be-
sonders häufßgen Flötzgebirgen — und unter die-
‚sen. wieder ganz besonders basaltischer Art, be-
gleitet von häufiger Abwechselung derselben mit
fruchtbaren Thälern, Seen, Flüssen und Mooren.
Wenn schon blofse Spaziergänge in einer solchen
Gegend, wenn das Ersteigen der Gebirge, das
'Ueberschauen der "herrlichsten Landschaft, der:
Genufs der mit tausend Düften geschwängerten,
von tausend lebenvollen Lauten und Accorden der
Natur und ihrer Geschöpfe in melodischen Schwin-
‚gungen erbebenden Lüfte mit Zaubergewalt unsere
N
9,
x
Herzen bewegen und sie zur Freude, ja zum Ent-
zucken stimmen, wie sehr mufs sich daun der
Genufs dessen erhöhen, der ibn mit den Iieblich-
sten und unschuldigsten Kindern der Natur, die
uns 'alljährlich als treue Freunde wieder erschei-
nen, zu theilen, der ibn von ihnen erst recht
zu empfangen wersteht ! Wenn wir’ befreundet
sind mit den um uns herum grünenden und blü-
henden Gegenständen; wenn wir die verbor-
genen Kinder der Flora zu entdecken und ihre
inmersten Reize zu würdigen vermögen ; wen
ein lieblicher, ein zarter Fremdliug uns über-
rascht, em noch nie geschener uns entzückt,
ein lang enthehrter Bekannter uns die Freude
des Wiedersehens gewährt !! Dazu die sür-
kende, Geist und körper, Sinne und Gemülh
erkräftigende Bewegung! In der That, es ist ft
unbegreiflich, wie ein gebildeter Mensch zicht
bloßs um defswillen die freundlichste der Wisen-
schaflen zur Gefihrtin seines Lebens machen, wie
er nicht gern. jede Gelegenheit ergreifen ınag, Ihr
anf den Uochallen der Natur zu huldigen. —
Wer an Beschwerlichkeiten dabei denken kann,
dem ist freilich zu rathen, zu Ilause zu bleiben
Zum Naturforscher ist er ohnehin, verderben
Der bessere aber mag sich besinnen, dafs Mühe
den Genuß erköhet. — Allein nicht blofs intere®
sant, nicht .blofs angenelım und vergnüglich sind
solche Excursionen; sie sind auch instruchti
fruchtbar, nicht bloßs Tür das eine, sondern fü
das gesammte und allgemeine Naturstudium, 3%
195
führen uns unmittelbar in das Heilisthum der Na-
iur, Nicht gezwängt in unsere Formen, nicht
verkrüppelt durch unsere Künsteleyen schanen wir
die Göttin in ihrer eigenthümlichen Gestalt. Wir
empfangen den Eindruck der Bilder rein’ und voll-
ständig und kräftig, und leichter und tiefer prä-
gen sie sich dem Gedächtnifs ein. Win bemerken
ihr Vorkommen, die Bedingungen ihrer Erschei-
nung. zugleich mit alle dem, was sie umgiebt,
und, es kaun nicht fehlen, die Auschauung und
die Erkenninifs wird lebendiger, vollständiger,
umfassender, fruchibarer als bei abgerissener, ent-
Ternter Betrachtung. — Darum hinaus in das Freye,
zu schauen, zu ahnen, und zu verstehn, mensch-
lich za empfinden und zu leben und einzustim-
men in den Plan der Schöpfung.“ Vergl, Wen-
deroth Lehrbuch der Botanik. $. 99.
2. Betrachtungen über die Witterung
des Jahres ı82ı und über ihren Ein-
£lufs auf.die Vegetation,
Die diesjährige ausserordentliche Witterung,
und die damit verbundene merkwürdige Vegela-
tion, verdiente wohl eine umstindliche Erörte-
‚rung, und ich bedauere daher, dafs ich nicht al-
les genau seit dem Beginn des Jahrs nach Zoll
und Graden aufgezeichnet habe. Im Gunzen war
der Winter .bei uus abwechselnd und gelinde,
‚nur wenige Tage zeigte sich cine Kälte von 16
Graden, und die Propheten, welche einen sieben-
Na
196
maligen Schnee verkiindeten, hatten so ziemlich die
Wahrheit auf ihrer Seite. Wenn der Februar ab-
wechselnd mit Frost und Schnee schon sehr hei«
tere Tage zeigte, so hielt dagegen der ganze Mär '
fast immer. mit Kälte und Nachtfrösten an, wo
durch "alle Vegetation gänzlich zurückgehalten
wurde. In. den botanischen Taschenbüchern be-
finden sich Angaben, dafs Galanthus nivalis, ‚Lew
cojum veraum, Alnus glutinosa, Corylus Avel-
lana und Erica herbacea, bei Regensburg oft
schon im Februar, immer aber im März zur Blü-
{he kommen. Aber dieses Jahr war bis zum leiz-
ten März keine Spur von offenen Blüthen zu »-
hen. Nur: Helleborus niger und Tussilago ni-
vea waren im Begriff mit noch geschlossenen
Bivthen die Erddecken im botanischen Garten zu
durchbrechen. Dies Verhältnifs scheint durch ganz
Deutschlind eingetreten zu seyn, denn Herr Pro-
fessov Hornschuch meldete aus Greifswalde un
ter dem 21. März, dafs an diesenn Tage Hellebo-
rus niger und foetidns zu blühen anfingen, Hel-
leborus viridis eben hevvorkamen, auch Gulan-
thus nivalis und Leucojum vernum mit ihren
Biutherspitzen die Erde durchbrachen.
In den ersten Tasen des Aprils konnte ich
bei Salzburg noeh Galanth, nival., Helleborus ni-
ger und viridis und Eriophorum vaginatum in
der schönsten. Blüthe einlegen; Gewächse, die die-
ser Monat selten noch im Blüthenschmuck antrift.
Aber diese Freude dauerte nicht jange. Nach eir
nigen YWageı Begenwettor trat eine zu dieser Zeit
197
ungewöhnliche Hitze von 20 Graden ’ein, die den
ganzen Monat foridauerte und noch bis im May
fortsetzte. Plötzlich waren nun alle Frühlings-
blüthen verschwunden und eben s0- schnell die
späten Maypflanzen 'hervorgekommen. Diese yrang:
ien in solcher Ueppigkeit, dafs man die schön-
sten Exemplare sammeln konnte, Es gab Specimina
von Gentiama verna mit inehf als: 20 Blumen,
G. acaulis mit 8 Blumen,’ davon eine -sogar"dop-
pelt,; das heifst mit 10''Staubgefäfsen und 10 Blu-
menabschnitten erschien. - Sisymbr. 'arenösum,
Lychnis diurna und Pisla teicolor bildeten auf al-
en Feldern dichte Rasen: und auf allen Wiesen
blüheten gefüllte. Cardamine pratensis "in der
schönsten Form von gefüllter Hesperis-matron.-
li. Das.Eriophorum alpinum „und; angustifo-
Yum *%), der Scirpus caespitosus **), Schoenus fer-
rugincus ) und einige Arten der Gattung Carexs
*) Dusch .Einflufs solcher feuchten und’ zugleich
‚heissen Witierung entstehen „- besonders bei
. zweckmälsigen Wohnorten sogenannte Riesen-
exemplare, die man.wohl nicht, eigentlich Va-
zietäten nennen sollte, (Vergl. "Wallkoth ann,
' "bot. p.15. Schultz Supp! Hoppe Gräser Dec.og.)
”) Von dieser Pflanze gilt dasselbe, was eben bei _
Erioph, angustifolium erinnert wurde. Roth.
-Fl, germ, und Schultz suppl Fl. Stargard
geben die grolsen im Walde wachsenden Esem-
‘ plare als 8 wemorosus an, während bei Salz-
‘burg durch geeignete Witterung alle Moore
Tausonde solcher Exemplare liefern.
””) Nachdem endlich die. Engländer von den deut
198
lieferten Exemplare, die. man mit Recht Wuh-
derexemplare nennen könnte... Unter leiztern zeich-
neten ‘sich besonders .Carex ferruginea, Mielich-
hoferi,. brachystachys und firma, aus, ‚Gewächse,
die sonst nur auf Alpen. wachsen, heuer aber schr
häufig in den Sümpfen von Salzburg vorkamen. !
. Auch ‚diese Freude. dauerte nur bis in die’Mitte
des Maimanats, wo wieder Regenwetter eintrat,
welches, sogar mit Schnee endete, ‘der am. a8ten
nieht nur.«]je,Berge , ‚sondern auch alle Ebenen um
Salzburg hedsckte,, ‚und sogar in der Stadt z Schuh
hoch lag Hicsem folgte anfangs ein paar, Tagelang
heiteres Wetter mit Kälte ‚verburnden,- dann aber
folgte, Rogenweiter, welches den.ganzen Juni, Juli
a. . BER
u:
scheh Botanikern belehrt worden sind, dafs
"Scheehnus:albus und fuscus sich. als wahre
. Arten unterscheiden, hegt nun Schultz die
Meinung, dafs Schoenus ftuscus und ferrur
" "gimeus.-in „einander ‚übergehen. Wahrschein-
lich ‚;ist ‘dies . als : ein rn Schreibfehler- 'anzuse-
„ ‚hen,;und soll statt fuscus, nigrieans heifsen, da
or der .V. unter Nr..55. den Schoenus. nigri-
„.„cans L. aufstellt und. als &. Sch, . ferrugineus
iv „binzufügt,. Aber. Auch in .diesem letzteru Fall
i." omuls.ich hier mit Hrn. Schultz durchaus in
- ‚Widerspruch gerathen, indem auch diese bei-
f den Arten, wie der Lateiner sagt, -toto .coelo
von einander verschieden sind. Insbesondere
aber erhellet aus der beigefügten Anmerkung:
, »nuces semper glabras nec setulas ohsitas vidis
dafs bei Stargard weder Schoenus fuscus
: nach ferrugineus wachse,
199
und August, mit weniger Unterbrechung fortsetzte,
und die anfänglich so‘ viel versprechende. Vegeta-
tion in den, Alpen sehr kümmerlich machte...
Ich hatte für diefs Jahr sebon auf die Richtig-
keit meiner gewöhnlichen Behauptung:. am Ende
April stehen alle Obstbäume in Blütlie, Verzicht
geleistet, als auf cinmal, wie durch einen Zau-
berschlag die Nacht des 24sten Aprils alle Kirsch-
bäume:. in Blüthe gesetzt halte, ein Umstand, der
‚ebenfalls in Hamburg beobachtet wurde, folglich
auch durch ganz Dentschland statt fand. Mit dem
ısten May hatten sich bei Salzburg die Kornähren
entwickelt, und das Wiesengras war so Jang gewor-
den, dafs man es hätte inähen können. Die Salz-
burger, welche Feld- und‘ Wiesenbau nach Art
der Engländer bestellen, die Wiesen fleifsig dün-
gen, und. 3 Heuerndien machen, Sragien bei die-
ser Gelegenheit, wie doch .wohl der Wiesenbau:if
Sachsen beschaffen seyn möchte, weil eben öffent-
liche Blätter meldeten, dafs bis. zum ısten Mai die
Wiesen daselbst mit Schafheerden. betrieben whr-
den.: —. Die Hoffnungen des Landınanns wurden!
fast vereitelt, als der Schnee am Ende dieses Mo-
nats’alles Korn und alles Gras niedergedrückt. halte
und wegen der Kälte alle Blätter der Gemüsepflan-.
zcn, Erdäpfel u. s. w. erfroren waren,
Der Anblick der Vegetation in den Gebirgen.
bei beständigem kalten Regenwetter war traurig,
kaum sah man einige Blütlhen, und in den Hoch-
gebirgen kamen die ersten Frühlingspflanzen, z. B.
Sesleria ooerulen, Draba aizoides, Gentiana ver
200
na, erst mit dem August: zur Blüthe. "Wir trafen
am ısten August noch Tussilago Farfara blühend
an, und manche Alpenpflanze, z. B. Aira subspi-
cata, Kobresia caricina, Hieracium Taraxaci ka-
men gar nicht zum Vorschein.
‚Eine Pflanzenfamilie machte indessen bei die-
sem fortwährenden kalten Regenwetter von dieser
Regel eine Ausnahme, nämlich die Saft - oder Dick-
Pflanzen. Seit einer Reihe von 20 Jahren habe
ich die Felsen um Heiligenblut nie so vollblühend
von Sempervivum montanum und arachnoideum,
von: Sedum dasiphyllam und annuum gefunden,
als gegenwärtig.
' Ich habe schon vor einigen Jahren der hotan,
Gesellschaft einen Aufsatz vorgelesen, der die Be-
merkung enthielt, dafs Ranunculus pyreneus auf
der: Pasterze bei Heiligenblut selten vollkommene
Blumen hervorbringe, ofigarkeine, oft nur ı, 2, 5,
4,'schr selten $ Blumenblätter habe, Frühere Bota-
niker. haben hievon keine Erwähnung gemacht, und
Traitinnick hat diesen Umstand in der Hinfällig-
keit der Blumenblätter gesucht, aber diels wider-
spricht. meinen Erfahrungen, indem die Blumen-
blätter fest. genug sitzen, und ähnliche Beobachtun-
gen bei Ranunc. Auricomus von Leers und ‚Linn.
gemacht worden sind. Auch diefs Jahr konnte
diese Beohachtung wiederholt und mit einem neuen
Beispiele vermehrt werden. Der.R, parnassifol,
bis jetzt in Deutschland nur allein auf der Kirsch-
baumalpe in Tyrol vorkommend, konnte eben-
falls seine Blüthen nicht entwickela, und kein ein-
201
ziges vollkommenes Exempl. würde gefunden, ‚Diese
Beobachtungen geben also abermals folgende aller-
dings nicht ganz neue Resultate: \WVärme ist vor
zügliches Requisit der Vegetation; Feitpflanzen
lieben, ungeachtet ähres trocknen Standortes, nnd
Tetten Laubes, dennoch Feuchtigkeit, Anwendung
davon auf die Kultur der Gewächse, und selhst auf
das gewöhnliche Semperviwum und andere, muls
allerdings von Wichtigkeit seyn, und vielleicht
könnte Agave americana, einige Cactus- Arten
dadurch häufiger zur Blüthe gebracht werden., - :
Im Kleinen babe ich wenigstens den Versuch
gemacht, Blymentöpfe mit verschiedenen Arten
von Sermpervivum während. des Winters im Zim+
ner zu ziehen, und sehr fleilsig zu begiefsen , wor
‘durch sie allerdings sehr üppig herangewachsen
sind, olıne die geringste Fäuluils zu zeigen.
Dr. Hoppe.
Ul. Botanische Notizen.
Bonn den 24. Febr. 1822.
1. Frühlingsblumen. "Seit 8 Tagen blühen
Veilchen, Trussilago, Döronicum laevigatum, Len-
eöjum, Crocus, Galanthus; Scilla. Centaurea mon-
tana hat im Garten nicht zu blüken aufgehört, so,
auch die Leucojen, Bellis, Taraxacum, Symphytum,
'Senecio vulgaris, mehrere Veronicae, Alsines,
Euphorbiae, Ende Jannar blüheten die Mandeln,
Corylus, Acer dasycarpum, Daphne Laureola,
die. Hellchori,
ı
20%
"n.nAms Mriest ist die Nachricht ein; gegangen;
äafı däselbst der Frühling mit dem ısten Februar
eingetreten und an diesen Tage Crocus variega-
tus, Galanthus nivalis, so wie Mandehı und Pfir-
sichbäume in Blütke geständen seyen : Wir hoffen
von ‚doriher ein vollständiges Verzeichnifs diesen
Gegenstand betreffend zu erhalten. ..
3. Bei Regensburg ist freilich der diesjährige
Frühling ebenfalls schr frühzeitig. aber er scheint
mit den "ängezeigten 'nicht gleichen Schritt zu hal-
ten.‘ Bist: am 28. Febr. fing Galanthus nivalis
“.ärbläken an, auch Helleborus niger, Tussilago
niver und paradoxaeaitwickelien an diesem Tage
im' botanischen Garten’ilire Blüthei , ‘aber von
Leuceojum verium, das doch oft an derselben
Stelle schon im Februar geblüht hatte, war noch
keine Spur zu sehen, Erica carnea war in un-
seru Wäldern den gauzen Winter über in voll»
kommenem Bluthenzustande.
De Pe
re SR ve
Par rg
IV, Correspondenz.
"Aug, aus einem Briefe des Herrn Dr. Kuhl.
‘ Thihabjavar am Fufse des Pangerango in
“ i Java: den 20, Juli 1821°
Der Reichthum einiger Pflanzen "Familien ist
ungeheuer. Es sind die Filices, Orchideae, Le-
guminosae, Urticeue, Tricoccae, Rubiacene,
Gramineae, Acantheae, Bignoneae und Mal-
vacege, welche unermeßslich reich an Arten sind,
#
205
Von Filices "besitzen wir schon 185 Arten: wir
glauben 8 neue gencra darunter gefunden zu ha-
beu. Unsere Baumfarren sind „dlsophyllae (3 Ar-
ten), Cyatheae (ı Art) und Polypodium (ı).
Nichts ist herrlicher, als ein Wald dieser wun-
derbaren Gestalten., Sie übertreffen an Schönheit
alle Palmen. Man kann sich wirklich nichts Herr-
licheres denken, als diese tausendfach zerschuitie-
nen Wedel, die von ihren 2a—60 Fufls hohen,
nackten Stämmen, wie Strausfedern herabhängen. —
Zur Mlertensia .dichotoma ‘haben wir noch 3
neue Artlon-kinzugefunden, wovon die eine erst
auf einer: Höhe. von 5400 Fufs über dem Meere
erscheint. .Die Polypodia,. Aspidia, Asplenia
und Dipldzid sind am reichsten in Arien. — Von
Lichenes: sind alle Biume, vom Strande von Ba-
tavia bis:zu den .‚Spilzen der: Berge, so hoch wir
gekommen sind (über 6000 Fufs), besprossen. wie
in Buropa;: ‚aber, (lie Moose. sind sparsamer. vor-
handen, Erst mit 5000 Fufs Höhe sind alle Bäu-
me mit dichten Mooshüllen überkleidet, und ulle
Reisen ‚sind mit, Moosen bedeckt, zwischen denen
herrliche‘ Hymenophyla und Trichomanes wach-
sen. Mit" den Moosen und Lichenen haben wir
uns noch‘ nicht beschäftigt: aber unsere Farren,
Lycopodien’ und Schwänme" haben wir, so viel
üls möglich, systematisch zu "bestimmen gesucht,
Veber die Indische Schwammenwelt schreibe ich
Ihnen ein andermal, Wir hoffen etwas Genügen-
des darüber leisten zu können. Ueber Ioo Spe-
eies von Fungi haben wir. schon meisterhalt ab-
204
bilden ‘Tassen, und gegen 150 :sind schon unier-
sucht und beschrieben. Mit Pilzen haben wir uns
noch. wenig beschäftigt; aber der Reichthum-ist
ungcbeuer, fast jedes Blatt in manchen Gegenden
ist witihnen bedeckt. Im Ganzen sind es die Eu-
roräischen Formen : wir glauben jedoch 4 neue Ge-
nera aufstellen zu dürfen. Auch unter den Schwäm«
men erscheinen ..viele Riesen, wie in der Farren-
welt. Wir haben Sphaerien von 6 — ı0 Zell
Länge, einen Boletus Apus von: ı$ Fufs Brei»
te, eine Thelephora Crepidopus von 8 Zo.lBreite
und 6. Zoll Länges Pezizen, Clavarien, Phallen
(ein nenes Genus) ‚bilden hier „ wie in Europa;
die Zierden der Schwammenwelt, Die läufigsten
Formen sind Boletus Apus; aber die Arten pran-
gen mit weil herrlicheren Farben, "als. die Euro-
päischen. Sp besilzen .wir eine, die ganz schar
lächroth ist. 2 en
Yon Marchantia habe ich 3 Arion ubge-
Hader
. Unsere Equiseta finden in Taya' nur einen
Repräsentanten, der , den hyemale“ ‚sehr ähnlich
sicht. "Er ersci: eint nie unter 2000 Fuls,
Wegen der grolsen Mannigfaltigkeit der For-
men gehören die Aroideen, Orchideen und Sey-
tamineen wunstreitig zu den inleressantesten Fa-
milien der Indischen Flora,
Die Arten von Piper und Pothos sind sehr
mannigfalig Wir glauben, 4 neue Genera, den
Calladien und Arums am nächsten verwandt, auf
205
stellen zu dürfen, und haben genaue Zeichnun-
gen verlertigen lassen,
Mit den Orchideen ist nicht fertig zu wer-
den. Fast niemals findet man dieselben Arten
wieder, sondern ewig neue. Die Arten sind fast
alle neu, oder von Reinwardt bestimmt, und
fast alle müssen cigne. Genera bilden. Wir las-
sen, so weit diefs thunlieh ist, von allen genaue
microscopische Zeichnungen der Struetur der Blu-
me und Befruchtungstheile verferligen. Wenn
man sich auf Sprengel’s Beschreibungen, und auf
Swartz (wie nicht zu zweifelu,) verlassen kann,
so müssen unsere Arten meistens eigue Genera
bilden, wenn man nämlich strenge zu Werke ge-
hen will, wie Brown und Richard; und wenn
man das nicht thut, so geräth man in einen ewi-
gen Wirrwarr. Professor Reinwardt hat viele
schöne Zeichnungen von Orchideen verfert'gen
lassen und uns dadurch viel Zeit gewonnen, denn
nun haben wir uns bei vielen nur mit der ge-
naueren Sirnktar der Blumen zu befassen. — Die
gröste Menge der Orchideen findet sich in den
undurchdringlichen Urwäldern, wo sie auf den
Taulen Bäumen leben. In den bekannten Theilen
der Insel sind es die alien Stämme der Gomutus:
Rumphii, welche wahre Träger der Orchideen
und Farren genannt werden können.
‚Von Ficus haben wir schun an die 70 Arten,
und von den meisten Blatt und Frucht nach dem
Leben meisterhult abbilden lassen,
”* *
x:
.206
Wenn die Leser vorstehenden und einen frü-
hern Bericht über die Vegelation von Madera in
der Flora 1821. nr. 15. wie wir höflen, mit Ver-
gnügen gelesen und dadurch Heren Dr. Kuhl als
einen keuntnifsvollen und thätigen Botaniker ken-
hen geleınt haben; so mögen sie nun auch mit
wus den unersefzlichen Verlust desselben tief be-
trauern, und innigst beklagen, dafs die Flora an
ibm einen. so höchst schätzenswerthen Correspon-
denten verloren habe, Wer wird uns nuu über
die indischen Farren, Moose, Flechten, Selwän-
me und Pilze ferner berichten und belchren, wer
unsere Sammlungen mit den grotesken Formen,
nach welchen wir durch obiges Schreiben schon
so lüstern geworden sind, bereichern ? Eben,
beim Schlusse dieses, geht ganz unerwarlet die
zuverlässige, für uns sehr niederschlagende, und:
für Erweiterung unserer Kenninisse sehr bekla-
genswerthe Nacheicht ein, dafs Herr Dr. Kuhl
am ı6, Septemb. v. J. auf Java mit Tode abgegan-
gen sey. Die nähere Anzeige davon, verbunden
mit Blumen von Freundes Hand auf das Grab
gestreut, folgt in einem der nächsten Blätter.
"Roedaction.
{
V. Berichtigung.
“Ich lese in Ihrer Flora IV, Jahrg, 2 B. 5. 636:
„in den Neuen Schriften dev G, N. F. in
Berlin 3 B, $. 435. bestimmte Pfilldenow
eine neue Pflanzengattung aus 'Tranquebar
207
und nannte sie „zum Andenken des Prof
Dr H. Hoppe in Regensburg“ Hoppea.
Römer und Schultes schreiben in ihrem
Syst. Veg., obwohl sie die besagte Schrift
vor Angen hatten, wiederholt Hopea. Fiat
emendatio!“
Erlauben Sie mir diese Emendalio hier. zu
machen. 2,
* Bekanntlich hatte Linne zu Ehren des höch-.
verdienten Prof. Hope eine Hopea getauft, die
aber eingehen mufste, da sie eine Symplocos
(Symplocos Llinctoria). wurde. Es mufste also
‚ vorerst der Name des schon: von Linne selbst
gefeierten Mannes wieder hergestellt werden, und
‚dazu schickte sich wohl keine Gatiung besser, als
‘jene, welcher PVilldenow einen Namen gab , der
in der Aussprache, auf welche iu der Botanik
doch. alles ankommt, von Hopea nimmermehr
deutlich zu unterscheiden ist. Eine zum Anden-
ken des Herrn Prof. IIoppe in Regensburg ge-
‘nannte Pflanzengatlung müfste zur deutlichen Un-
terscheidung, entweder Iloppana oder Hop
Pini 4 genannt werden.
Indessen kamen bei der von FFilldenow l.
c. sogenannten Hoppea sowohl der sel. Prof.
Hope als unser noch lebender licbe Prof. Hoppe
wieder zu kurz; denn FFilldenows Hoppea
ist, nach Roxburgh’s Flora indica ed. Car. et
Wall, nicht mehr ‚und nicht weniger als. eine
Cunscora.. Es muls also sowohl Hoppea
" ’
208
Willd. ae Hopea R. u, Sch. gestrichen wer« |
den. Facta est Emendalio.
Schultes, M. D.
VL Neue Schriften.
A natural Arrangement of British Plants according
to their relations to each other, as poinied out .
by Jussieu, De Candolle, Brown ete. etc
including those celtivated for Use, with the
. Characters, Differences, Synonyms, Places of
Growih, Time of Flowering, and Sketch oftheir
' Uses, with an Introduction to Botany in which
the terms newly introduced are explained.- By
Sam. Fred. Gray, Lecturer on Botany etc. cic.
with 2ı Plates, m 2 Vol, 8°,
Lectures on ihe Elements of Botany. Part, I. with
Plates. By Anthony Todd Thomson, FI«S.,
Member of ihe voyal College of Surgeons etc.
etc. In &
Pomarium britanicum, an kistorical and bötanical
Account of fruits gnown in Great Brilain. By
Henry Philips. Second edition. 8. .
Forisetzungen von Humboldts Werken. ı) Nova
Genera et Species plantarum etc. ete. Fasc, XIX.
2) Monographie des Melastoma et autres genres
du *m&me ordre, XXifetms live. 3) Relation
historique; IVems ivr. avec les N. 6, 23, 24 et
. 26 de l’Atlas geographigue,
Verbesserung.
In’der Sylloge p. 32. Zeile 18, ist das Wort quorum
auszustreichen,
Flora”
Botanische Zeitung.
Nro. 14, Regensburg, am 14, April 1802.
ech
“Abt...
1. Auszüge, u
1, Blüthen -Kalender von Deerfield*) in
Massachusetts, in den nordamerikan. Ver-
einigten Staaten, von Dr. St. W. Williams“),
{Aus dem Englischen ausgezogen von Beilschmied. )
März, ı 8 ı 8%
13. Spechte, Rothkehlchen, Amseln sind da,
14. Panicum latifolium zeigt sich an: einer gegen
Süden geneigten Stelle; ebendaselbst auch eine
. einzelne Scheide von Pothos foetida, wäh-
rend auf den Straßsen noch Schlittenfahrt. —
Ahornbäume angebohrt wegen des Zuckerxs.
46. Pothos foetida in völliger Blüthe,
25; Kätzchen von Populus tremuloides und Sa-
lix Mühlenbergiana entwickelt..
Nach dem ı. März war einige Tage Re-
gen gewesen, der sebr viel Schnee wegnahm;
dann bis zum 22. das Wetter sehr warm und
”) Geographische Lage von Deerfield‘ 420 Bat 5 Zatt nördl.
Breite, 72% Aut west). Länge von Greenwich,
*) Die bot. Benennungen der Gewächse in diesem Aus-
zuge sind die unveränderten aus dem Osigkiale,
0 |
4
210
April,
&, Blüthenknospen von Ulmus amer. und Blatt-
knospen von Syringa vulg. angeschw.ollen.
10, -Alnus :serrulata u. Populus americana in Bl.
11. Schönes Wetter nach langem Stürme und ı6
tägigem Regen. Frösche schreien. Garten-
erbsen gesäet.
13: Lerchen sind da. Saxifraga virginiensis in Bl,
16. Coimptonia asplenifolia und Betula populifo-
"Na in völliger Blüthe.
26, Uferschwalben sind da. Leontodon Tarax. u
Viola cueullata fangen an zu blühen,
22: Pflügen für Erbsen und Hafer. 20 (engl.) Mei-
‚len nördlich und. westlich von Deerfield viel
"Schnee, Frostwinde kommen von dorihen
35, Sanguinaria canadensis an einem nach Süden
‘gelegenen Hügel in Blüthe; Houstonia coe-
:tzulea blüht; — Gnaphal. plantagineum, Ra-
nunc, fascieularis, Dentaria laciniata, ‘Tha-
° "lietr. cornutum in völliger Blüthe.
26. Epigaea repens in v. Bl. Potentilla pumila,
'Erytlironium Dens canis, Hepat. triloba, Ane-
' mone nemorosa in Blüthe,
27. Früh-Kartoffeln gesteckt. \
29. Ulmus americana, Ranunc, sceleratus, Galtha
"" palustris in v. BL
30. Narciss, Pseudonareissus und Ancmone tha-
schön; nach diesem sehr stürmisch, trübe u,
das Wachsthum verzögernd.
lictroides in Blüthe,
211
Acer rubrum blühend. Blätter des Stachel-
beerstrauches, des Johannisbeerstrauches und
der Syringa vulg. fangen an sich zu entfalten.
Juncus sylvalicus blühend. Trillium thom-
boideum bl ühend.
"Blumen der Viola trieolor öffnen sich.
Mais wird gesteckt, obgleich es sehr kalt ist;
Zwiebeln gesäet; Spargel bricht durch,
-Fragaria virginiana in völliger’ Blüthe, Tussi-
lago Farfara blühend.
Laurus Benzoin in völliger Blüthe.
Coptis trifolia in völliger Blüthe.'
Viola primulifolia in v. Blüthe; Acer sacchar,,
Bellis per. in .v. Blüthe,
Spargel auf der Tafel.
Ribes Uva cer., Aronia Botryapium in Lv Bl.
Dirca palustris in Blüthe,
Ribes rubrum fängt an zu blühen.
Trillium cernaum, Pyrus comm. in Blütlıe,
Sehr warm. — Ansicht der Berge bunt. Gar-
tenbohnen, Gurken, Kürbisse gesteckt,
Prunus domest. und wilde Pflaume (P, Chicasa)
und Sambuc. canadens, in Blüthe. Sehr warm.
Thhermometerstand, Nachm. 2 Uhr, 86°. (Fahrn.)
Garten-Johannisb, und Geum .yiv. blühen.
Aepfelb. in völliger Blüthe; Eulen sind da,
Prunus serot,, Syringa vnlg. in v. Blüthe. —
Bis in die letzte Woche des Mai war es sehr
kalt gewesen. und trüber als je; nachher un-
gewöhnlich warm und schön.
O3
Kolibri. sind da. Azalea nudiflora in völli-
ger Blüthe,
Sisyrinchium anceps, Krigia virginica, Cra-
taegus coceinea, Rheum tataricum im Blühen,
Hesperis pinnatifida blüht,
Nuphar advena in v. Bl. — Iris virginica und
Gartenerbsen blühen. Das Wetter seit 12 Tagen
ungewöhnlich warm; das 'Thermom. in der
Mitte des Tages häufig 84°, Vegetation sehr
° vorgeschritten,
%
. I0..
12,
13.
14,
r67
m
28.
20.
21
22.
a3.
Hausfliegen sind da. Cochlear. Armoracia und
Päonien in völliger Blüthe.
Allium Schoenoprasum in völliger Blüthe.
Phlox maculata, Fumar, ofhc. in v. Bl,
Felderdbeeren (Frag. virginiana) werden reif,
Robinia Pseudacacia in völliger Blüthe.
Heuschrecken zum erstenmal wieder seit 180135
früher erschienen sie in den Jahren 1733, 1750,
1767, 1784; also periodisch; in ı7 Jahxen ein-
mal. Sie fallen zuerst die Blüthen der Quer-
-cus nigra an.
Rosa carolinensis in völliger Blüthe.
Salvia officinalis im Blühen.
Philadelphus coronar, blüht,
Liriodendron Tulipifera in Blüthe,
Dianthus Caryophyllus blüht.
Anfang des Heumachens, Eine unermeßli-
che Grasernte.
Sarracenia purpurea in Blüthe,
215
24. Hyperic. perforatum in völliger Blüthe.
27., Ausnehmend warm, 'Tilia amer. blüht.
30. Linum usitatiss. in v. Bl.
Thermometer 2 Uhr Nachm. im Schatten 100°.
Die Vegetation ist in diesem Monate schnel-
ler vorgeschritten, als irgend einmal bekannt,
‚ist, und so der Jahreszeit vorausgeeilt, ob-
gleich der Frühling sehr zurück war.
Juli.
* 2. Nymphaea odorata in völliger Blüthe,
3. Rothe und weilse Johannisbeeren reifen. He-
merocallis flava u, Lilium canadense in v. Bl.
4 Gurken blühen. Ruta graveolens, Sinapis ni.
gra, Leonur, Cardiaca, Verbasc, 'Thapsus in
voller Blüthe; Beeren des Vaccin. frondosum
reifen und die ies Rubus trivialis,
5, Papaver. somniferum blühend.
6. Cucurbita Melopepo blüht,
9. klimbeeren ganz reif.
ı2. Martynia proboscidea in voller Blüthe,
13. Datura Stramon, und Tagetes erecta in v. Bl:
15, Alisma Plantago, Txifol. arvense blühen.
17. Scutellaria lateriflora, Verbena hastifolia bl.
Seit 3 Wochen äufserst heifs, das Ther-
mometer oft 95°, zuweilen 98°. Die Lände-
reien verbrennen vor Dürre, die Grasfelder
sind ganz braun, man fängt an, den Roggen
zu schneiden.
19, Gurken auf der Tafel.
21, Ihymus vulgaris in völliger Blüthe.
30.
Scrophularia marylandica, und Lysimachia
strieta in Blüthe.
Convolv. sepium, “Orchis ciliaris in v. Bl.
Vaceinium resinosum reif. Sicyos angulata bl.
Gartensalat und Hopfen in völliger Blüthe,
Der Weizen wird geschnitten — erträgliche
Ernte, — Buchweizgn blüht,
Am 20, Juli fiel ein grofser Regen, der
das Verbrannte wieder herstellte. Ende des
Monats wieder warm und trocken.
Delphinium Consolida blühet.
. Helianthus annuus, Chenopodium album bl.
' Sorghum saccharatum, Lavandula Spica bl.
Ambrosia trifida, Cafsia marylandica im Bl.
. Melonen und Kürbifse auf der Tafel.
Ludwigia alternifolia blühet.
Erbsen- und Hafer- Ernte — mittelmälsig.
Buschklee (Lespedeza capitata) i in Blüthe,
Anfang der aten Heuernte; Chenopod. Botrys
‘im Blühen.
Sempervivum teetorum blüht. '
‚Salvia Sclarea in Blüthe.
Schwalben sammeln sich zu Tausenden zum
Abzüge. Cymbidium odontorrhizon in Blüthe.
Phryma leptostachya und Neottia pubescens
im Blühen.
" Lavatera thuringiaca u, Sölanum nigrum bl,
Sanguisorba canadensis und Lycopus euro-
paeus in völliger Blüthe.
—— EEE
215
2. Skizze einer einfachen, und folglich
künstlichen Reibe zur Anordnung der
natürlichen Familien des Pflanzen-
reichs *), 2
I. Plantae Vascoulares s, Cotyledonewe,
4. h. Pilanzen, welche aus Zellgewebe nnd. Gefäs-
sen bestehen, und. deren Embryo mit einer -oder
mehreren Kotyledonen versehen ist, | *
I. Exogenae s. Dicotyledonea'%;”
d, h, deren Gefälse in concentrischen. Lagen, die
jüngern nach aussen, geordnet sind, und deren, Em-
hryo entgegengesetzte oder wirtelförmige Kotyledo-
nen hat. 2
A. Perigonio duplici, d. h, bei denen Kelch.
und Korolle unterschieden sind, _
@, Thalamiflorae,, . >,
oder mit unterschiedenen, dem Fruchtboden in-
serirten Blumenblättern. on
Cohors ı. Carpellis numerosis, vel staminibus
oppositis petalis. _ u
1, Banunculaceae Juss, ‚gen. p. 281. [DC. syat. nat. I.
Pag. 22). “
*) Wörtlich übertragen aus: Theorie, elementaire de la
botanique ‚etc, , par De Gandolle. Edit, ade revue
et augmentde, Paris 1819. 8vo, — von pag. 245 — 250.
-— Was in [:] eingeschlofsen, hat der Einsender hin«
zugefügt. . . on
Da Herr Professor Sprengel in seinem neuen
Werke (Decandolles und Sprengel’s Grund-
zils u. 5. w.) dieser Anordnung der Familien nicht er-
wähnt, sondern statt ihrer die seinige (aus Spren-
ge®s Anleitung u. s. w. ate Ansg.) wiederholt hat:
so mag diese ihren Platz in der Flora finden nach
dem alten: suum cuigne tribuere.
216
er
'Dillenikceke DC, ayst. nat. I. [pag. 3951.
3. Magnoliaceae DC. ], c: [pag. 439].
&..
5.
6.
T-
8,
-Anohäadeae Juss. gen. p, 280. [DU L c. p. 463],
Menispermeae Juss. gen. p. 284. [DC. I. c. p. bog.
Berberideae Juss. gen. pag. 286. [DC. Voll. p.ı.]
Podophylleae DC. syst. nat. [Vol. 1, pag. 31.)
‚Nymphaeaceae Salisb. ann. bot. Il, pag. 69, [DC.
1, pag. 39.]
Cohors 2, Carpellis solitariis vel connatis,
placentis parietalibus.
. Papayerdceae Juss, gen. p. 2353. [DC. U. pag. 67]
. Furngriaseae. [DC. H. pag. ı05,]
. Cruciferäe Juss. gen. pag. 237. [DC. I, p. 139)
‚ Capparideae Juss, gen. pag. 242.
. Flacourtianeae Rich. mem, mus, j
. Passifloreae Juss, ann, mus. VI, pag. 102.
. Violaceae Vent. malm. 27. DC. 11, fr. IV,
. Polyg saleae Juss. ann, mus, XIV. pag. 386.
Besedaceae DU. tleor. ed, ı. pag. 214.
Ri Dröksradeae DC. he -
Frankeniaceae St-Hil. mem. [sur x les plantes aux-
'quelfes oh’ attribue un placenta central libre 1816],
. Cistineae DC. fl. fr. ed, 3. IV, pag. Sıı.
Cohors 3. Ovario solitario, placenta centrali,
. Caryophylieae Juss, gen. pag. 299.
Lineae DC. theor. ed. ı. pag. 214.
Malvaceae Juss. gen, ı71.
“ Chlenaceae Petit-Thouars gen, nov, ft. 9— 12:
Bueltneriaceae Brown general remarks [on the
botany of terra australis. 1814],
. Stereuliaceae Vent. malm, gı.
. Tiliaceae Juss, gen. pag. 289.
217
28. Elaeocarpeae Juss. ann. mus. XI. pag. 233,
Sapindaceae Juss. gen. p. 246. ann. mus, XVIU.
pag. 476.
30. Hippocastaneae. =
31. Aceraceae Juss. gen. p.25o. ann. mus, XVII. p. ur,
32. Malpighiaceae Juss, gen. pag. 252. ann. mus,
XVHL pag. 479.
33. Hippocraticeae Jass, Aırh. is, XVIH. p. 483,
34, Hypericineae Juss. gen. pag. 254. oo.
35. Guttiferae Jnss. gen. pag. 267.
36. Markgraviaceae Juss. ann. mus.
37. Sarmentaceae Juss. gen. pag. 267.
38. Geranieae Juss, gen. pag. 267.
39. Cedreleae Brown, gen, rem,
40. Meliaceae Juss, gen. 263.
41. Hesperidese Correa ann. mus, VI, pag. 376.
42. Camelliaceae DC. theor. ed, ı, pag, 214,
iS
KZ
. 43? Olacineae Mirb. bul. philom.
44, Rutaceae Juss, gen. pag. 296. s
Cohors 4. Fructu gynobasico,
45. Simarubeae DC. ann, mus. XVIl. pag, 422
-46. Ochnaceae DC. I. c. pag. 410, ,
ß- Caliciflorae, .
mit freien oder mehr oder weniger verwach-
senen Blumenblättern, welche stets perigynisch ,
oder dem Relch inserirt sind.
47. Frangulaceae DC. fl. fr. Rhamni Juss. gen. p. 376.
48. Samydeae Vent. mem. inst.
49, Zantoxyleae DC, theor, ed. ı. pag. 215.
50, Juglandeae DC, IL c
218
5ı. 'Terebinthaceae Jusg. ‚gen. pag. 368,
52.
‚ Rosaceae Juss, gen. pag. 334.
80.
81.
Leguminosae Juss. gen, pag. 545. _
Salicariae Juss. gen. pag. 330.
.. Tamariscineae Desveaux,
„‚Melastomeae Juss. gen. pag. 398,
. Myrtineae Juss. gen, pag. 322. .
„ Combretaceae Brown prodr. pag.; 3
. Cuourbitacene Juss. ‚gen. p. 393. (excl, Passifl.)
Loaseae Juss. ann. mus. V. pag. 21. _
Onagrariae Juss, ann, mus, Il. pag. 315,
, Ficoideae Juss. gen. pag, 315,
. Paronychieae St-Hil. plas. lib. et. Juss, ann. mus,
. Portulaceae Juss. ‚gen. pag..312.
. Nopaleae Juss, ined. ‚Cactoides Vent. tabl,
. Grossularieae DC. fl. fr. ed. 3. IV. ‚pag. 405.
. Crassulaceae Juss, gen. pag. 207.
. Saxifrageae Juss. gen, pag. 308,
, Cunoniaceae Brown. gen. rem.
Umbelliferae Juss: gen. pag. 218.
. Araliaceae Juss, gen. ‚pag. 217.
. Caprifolieae Juss, gen. pag, 210, (excl. gen.)
. Lorantheae Rich. et Juss. ann, mus, Xu, "p. 29%
. Rubiaceae Juss. gen. pag. 196.
. Opereulariae Juss. anıi. mus, IV. pag. 418.
Valerianeae DC. fl. fr, ed, 3. IV, pag. 408.
. Dipsaceae Juss. gen. pag. 194, (exel. $..2.)
Calycerea® Brown. — Boopideae Cassini.
Compositae Adans. fam. Il. pag. 103,
Campanulaceae Juss, gen. pag. 163. (excl, gen.)
Lobeliaceae Juss. ann. mus. XVIIL pag, 1.
219
‚82. Gefsnerieae Rich. et Juss, ann. mus. V, p. 428,
83. Vaccinieue DC. theor, ed, 1. pag. 216.
84. Ericineae Desveaux journ. bot, 1813. pag. 28.
7 Corolliflorae,
‚ deren Blumenblätter zu einer hypogynischen
Korolle verwachsen, oder’ dem Kelch nicht
angeheftet sind.
85. Myrsineae Brown prodr.' pi ‘530. = Ophiosper-
mae Vent, cels. p. 386. — Ardisiaceae Juss, ann.
mus, XV, pag. 350.
86. Sapoteae Juss. gen. pay. a1,
87? Ternströmieae Mirb. but, pliilom.
88. Eleenaceae Juss. gen. pag. 155. .
89. Oleineae Hofm, et Link. il. port. Brown prod,
pag, 522.
90. Jasmineae Brown prod. pag. 520,
91. Strychneae DC, theor, ed, ı, pag. 217.
92. Apocineae Juss, gen. pag. 143.
95. Gentianeae Juss. gen. pag. ı4ı,
94. Bignoniaceae Juss. gen. pag. 1357.
95. Sesameae Brown — et Pedalineae Brown.
96. Polemonideae Juss. gen. pag. 136.
97. Convolvulaceag Juss. gen. Pag. ı32,
98, Boragineae Juss, gen. pag. 128.
99. Solaneae Juss, gen. pag, 124.
100, Antirchineae Juss, gen, pag. 118.
101. Bhinanthaceae Juss. gen. 99.
102. Labiatac Juss. gen.‘ pag, 110.
103, Myoporinae :Brown prodr.' pag. 514.
104, Pyrenaceae Juss. gen, p. 106. ann, mus. VII, p. 63.
109, Acanthaceae Juss, gen, pag. 103.
220
106. Lentibulariae Rich, #. paris, I, pag. 26. Brown
prodr. p,4g92.— Utriculinae Hofm, etLinkil. port,
107. Primulaceae Juss. gen. pag. 95. .
108. Globularieae DC, il. fr, ed. 3. II. pag. 47.
.B. Perigonio simplici (Monochlamy-
_ deae), bei denen Kelch und Korolle nur.
eine Hülle bilden.
109, Plumbagineae Juss, gen. pag, 92.
110. Plantagineae Juss, gen. pag. 89.
zıı. Nyctagineae Juss. gen, pag. go.
112. Amaranthaceae Juss. gen, pag. 87.
113. Chenopodieae Juss, gen. pag. 83.
114, Begoniaceae Bonpl. Brown,
115, Polygoneae Juss. gen. pag. 82. _
116. Laurineae Juss. gen. p. 80, (excl, gen, ein)
117, Myristiceae Brown prodr. pag. 399.
218. Proteaceae Juss, pag. 78,
aıg, 'Thymeleae Juss. pag, 76.
120. Santalaceae Brown prodr, pag. 350.
ı21, Elaeagneae Juss, gen. pag. 75.
122. Aristolochieae Juss. gen. Pag. 7%
125? Euphorbiaceae Juss, pag. 385.
124. Monimieae Juss. ann, mus. XIV. pag, 132.
125, Urticeae Juss. gen, p. 400, (excl, Piper.)
126, Piperitae Humb. Bonpl, et Kunth nov. gen.
127. Amentaceae Juss. gen, pag, 407.
128. Coniferae Juss, gen, pag. Aıı,
II, Endogenae s. Monocotyledoneae, \
d. h, deren Gefäfse in Bündeln, die jüngern
nach innen, geordnet sind, und deren Embryo
129,
130.
131,
132.
133.
134.
135.
136.
137,
138,
139.
140,
141,
142,
143,
ı44,
345.
146,
247.
148,
249,
150,
221
mit einzelnen oder abwechselnd stehenden Ko-
tyledonen versehen ist,
A. Phanerogamae, mit sichtbarer, rogel-
mälsiger Fructification.
Cycadeae Pers. [Richard] ench, UI. pag. 630.
Brown. prodr. pag. 346,
Hydrocharideae Juss. gen, pag. er (excl. gen.)
Alismaceae. DC, fl. fr. ed. 3. III. pag. 181,
Orchideae Juss, gen, pag. 64.
Drymyrrkizeae Juss. gen. pag. 62.
Musaceae Juss. gen. pag. 61.
Irideae Juss. gen. pag. 57.
Haemodoraceae Brown prodr. pag. 299.
Amaryllideae Brown prodr, pag. 296.
Hemerocallideae Brown predr; Pag. 299.
Dioscoreae Brown prodr, pag, 29%
Smilaceae Brown prodr. pag. 292,
Liliaceae-DC, theor, ed, ı. pag. 249,
Colchicaceae DC, fl, fr. ed. 3. III. pag. 192,
Junceae DC, fl, fr. ed. 3. III. pag. 155.
Commelineae Mirb, hist. pag. 139, Brown prodr,
pag. 268.
'Palmae Juss, gen, pag. 37.
Pandaneae Brown prodr. pag. 340,
Typhaceae Juss, gen. pag. 25,
Aroideae Juss. gen, pag. 23.
Cyperaceae Juss. gen, p. 26,
Gramineae Juss, gen. 28.
ter oder unregelmäfsiger Fructificatiom,.
151? Najades Juss, gen, (excl. gen.)
B. Cryptogamae, mit versteckter, unbekanpt-
#
222
%
152. Equisetacese DC. 1. fr. ed. 3. II. pag. 580,
153. Marsileaceae Brown, prodr. pag. 166, — Rhi-
zospermae DC, fl. £r, ed. 3. II. pag. 577.
154. Lycopodineae BC. fl, fr. ed. 3. 1l. p. 571, Brown,
prodr. pag. 164.
155. Filices Juss. gen. pag. 14. (excl. gen.) Brown,
prodr. pag. 145,
11. PlantaeCellulares ». Acotyledoneaeg,
d. h. Pflanzen, ‘welche aus Zellgewebe, ohtie
Gefälsen, bestehen, und deren Embryo ohne
Kotyledonen ist,
A. Foliaceae, mit blattarliger Ausbreitung _
und bekannten Geschlechtern.
156. Musei Juss. gen. pag. Io.
157. Hepativae Juss. gen. pag. 7.
ß. Aphyllae, ohne wahre bjattartige Aus-
breitung und ohne bekannte Geschlechter.
158. Lichenes DC. il. fr. ed. 3. I: pag. 3aı.
159. Hypoxyla DC. ı. c. pag. a8o,
160. Fungi DC. 1. c, pag. 65.
161, Algae DC, ı. c, pag. ı.
U. Anfrage
wegen Oxalis cornieulata und stricta,
In Deutschland, besonders in dem nördlichen
Theile desselben .kommt in allen Gärten als Un-
kraut eine Oxalis- Art mit aufrechten ästigem
Stengel, gelben Blumen und einjähriger Wurzel
vor, die in den frühen Floren von Roth, Hoff-
mann, Leyser, Leers, Pollich uva w ab
Oxalis corniculata Linn. aufgeführt und auch in
Flora dan. und Sturm. germ, unter diesem Namen
223
abgebildet ist. Auf einmal wird in Willd, spec,
plant. Linn. die Pilanze aller dieser Schriftsteller
für Oxalis strieta L. eiklärt, und nun führen na-.
türlicher Weise spätere Schriftsteller, e. g. Wibel.
Werth, Spreng. Hal., nicht mehr O. corniculata,
sondern strieta auf, und so erklärt auch Sturm
in seiner Nachricht an Naturforscher seine O. cor-
niculata für strieta. Winterschmidt in seiner
Nürnberg, Flora B, 2. Hfı. 6. bildet dieselbe Pflanze
ab, giebt ilır unter dem Kupfer den Namen O. stricta,
im "Text aber sowob! den einen, als den andern,
Neuerlich führten Hoff. in Flor. german, Rö-
ling Flor, germ,, Schult. Fl, aust,. sowohl die
eine Pillanze, als auch die andere auf, und nun er-
klärt Hr. Dr. Schultz in seinem Supplem, prod,
Starg. die norddeutsche Pflanze abermals für O, cor-
niculata. Offenbar hat die norddeutsche Pflanze eine
einjährige Wurzel, dasie, wie Mercurialis annva,
überall aufSommerbeeten wächst, und sonach wäre
sie nicht Ö. strieta, sondern curnieulata. Anderer
Seits hat sie einen aufrechten Stengel, und in Folge
diesem wäre sie O. strieta. So führt sie, wie oben
gesagt, auch Sprengel auf, und bemerkt, dafs O,
. x
“cornieulata L. einen niederliegenden, wurzelspros-
senden Stamm habe, der bei seiner Pilanze nicht
vorkomme, Dagegen sagt Winterschmidt: der
Stengel steht aufrecht, ist zuweilen aber auch dar-
niederliegend und kriechend, So war also eine und
dieselbe Pllanze Deutschlands (!) anfangs Oxalis
corniculata L,, würde dann O, striela L,, endlich
beides, und nun nimmt sie wieder die erste Be-
224
stimmung au, Aus allem diesen ergehen nach-
stehende Fragen: /
Sind Oxalis corniculata und Ö.stricta zweier-
lei Pflanzen ? Wachsen beide in Deutschland oder
nur eine? Und, im letzteren; Falle, welche?
Fs scheint, als mülsten bei Beantwortung die-
ser Frage die ältern Linn. Schriften und Jacgq, Ab-
handlung De Oxalide so wie Smith britann. zu
Rathe gezogen werden,
IM Anzeigen.
In der Palmischen -Verlagsbuchhandlung zu
Erlangen hat so eben die Presse verlassen und ist
durch alle Buchhandlungen zu beziehen: 'Per-
soon, C. H., Mycologia Europaea, seu completa
omnium fungorum in variis Europaeae regionibus
deteclorum enumeratio, methodo naturali disposita;
descriplione suceinota, synonymia selecta et obser-
vationibos critieis additis, Sectio I. cum Tab, XII.
coloratis,. Preifs gebunden 5 Thlr, 8 gr. 8 fl.
Der Inhalt dieses Werks bedarf keiner weitern
‚Empfehlung, da der Herr Verfasser durch mehrjäh-
rige Anstrengung bemüht war, demselben die’ mög-
lichste Vollkommenheit zu geben, wozu des würdi-
gen Sturms Meisterhände in treuer Bearbeitung der
Kupfer und der Illumination das ihrige beigetra-
gen haben. "
W. Curiosa,
Alte Zeit und neue Zeit,
Frager: Was ist Botanik ?
Linnaenus: Est scientia naluralis, quae vegetabi-
lium cognitionem tradit.| (Philos. bot. 1. 1750.)
Das Jahr ı821: Botanik ist die photoskotochro-
mo?therm okryohydro geoaerooryktozoophyto-
anthropobiomorphostoechiogenimetriskopisch®
Plıytologie.
*
Flora
oder
Botanische Zeitung.
Nro. 15. Regensburg, am 21. April 1822,
We o.o4
- L Recensionen.
* Abbildungen auserlesener Gewächse
des botanischen Gartens zu Berlin,
von H. F. Link, Director, und F. Otto, In-
specior desGartens. Viertes Heft, Berlin ı821«
4, von 8. 45 — 56. mit. 6 col. Kupfert. : .
D.. Heft enthält: ı. Manulea tomentosa,
(Tab. 19.) — 2. Manulea augustifolia (Tab 20.)
(Manulea tomentosa. Botan. Magaz. I. 322}, gut un-
terschieden und letztere besser, als a. a. O, ab-
gebildet. — 3. Cactus salicornioides (Rhipsalis
salicornioides Haworih Suppl. p.83) (Tab. 21) Eine
der zierlichsten Pflanzen dieser Gattung, kaum
einer Spanne hoch, mit undeutlich kantigem, spros-
send-dreilheiligem Stamm, von der Dieke eines
schwachen Gänsekiels, und schönen gelben Blu-
‚men ‚Kam ı8ı6 aus England Haworth hatte,
bei der Herausgabe seines Supplementbands, die
Blumen noch nicht gesehen; in Berlin (anch im
Garten Sr. Durchlaucht des Fürsten von: Salm-
Dyk), blühte diese Species seit mehreren Jahren
reichlich, — 4 Mala anomala (Tab. 22.) M.
pP
226
foliis tomentosis trilobis, lobo ınedio producto in«
ciso, calyce exteriore cum interiore connato! Vom
Kap, aus Saamen, die Ber, gius im Jahr 1818 sandte,
Sie steit in naher Verwandtschaft mit M. fra-
grans, virgata, oxyacanthoides H, etc etc., unler-
scheidet sich aber, nicht nur von diesen ihren
nächsten Verwandten, sondern auch von allen
übrigen Malvenarten, durch den äufsern Kelch,
dessen drei Blättchen hier fast bis zum Saum des
innern hinauf mit der äufsern Fläche des leiziern
verwachsen sind. Die ansehnlichen purpurrotlen
Blumen stehen in den Blattwinkeln einzeln auf
Stielen, die den Blattstiel an Länge übertreffen. —
5. Pelargonium scutatum (Tab. 29.): P. umbel-
lis paucilloris, foliis quinguelobis integerrimis car-
nosis peltalis, ramis hirtis, Ebenfalls vom Kap,
aus Saanıen von Bergius. Steht neben Pel. pel-
tatum, hat aber gröfßsere Blumen und einen be+
haarten Stengel. — 6. Polyanthes gracilis (Tab.
24.) Link. Enum. hort. Berol L p. ı3ı., eine
zarle, der gemeinen Tuberose ähnliche, aber durch
das lange, dünne Blumenrohr und durch den viel
schlankeren Wuchs ausgezeichnete Aıt alıs Brasi-
. lien, die daher auch wärmer, als die verwandte
Pol. tuberosa gehalten werden mufs. Von Sello
gesandt. — Die 6 in diesem Hefte enthaltenen Ta-
feln sind von lIerrn Professor Guimpel mit gro”
{sem Fleifse gearbeitet und sehr geschmackvoll be-
handelt, so dafs man fast sagen möchte, das vierte
Heft habe in .dieser Hinsicht selbst seinen drei
"Vorgängern den Rang streitig zu machen gesucht
227
IL. Correspondenz.
Da ich es für Pflicht halte, bei der Bestim-
immung der Cryptogamisten, insbesondere der Schwän-
me, die als neme Arten erkannt werden, so ge-
wissenhaft und streng als möglich zu verfuhren, so -
habe ich den Hrn, Professor Sprengel und Hrn.
Präsid, Nees v. Esenbeck gebeten, mich bei dem
‘so schwierigen Studium derselben güligst zu unter-
stützen, und beide haben die große Gefälligkeit
gehabt, das an sie Uebersandie za berichtigen und
zu bestimmen, wodurch ich besonders in meiner
einsamen Lage aufserordentlich beglückt und auf-
gemuntert wurde. Sie mögen daher keine Zweifel
in die richtige Besiimmung meiner Cryptogamen
seizen.
Unter den seltenen nennt mir Hr Professor
Sprengel besonders folgende: Dietydium ver-
nuum Nees , Fusarium lateriium Nees., Cla-
"varia Ardenia Sowerb. et C. gyräns Perf. Lyco-
perdon utriforme P., Merulinus Weinmanni Spr.,
Coryneum Weinmanni Spr., Nephroma resu-
pinata Ach., Lecanora Turmeri Ach., Lecidea
viridesceons Ach., Parmelia hyperopta .ich.,
Stereocaulon pileatum A., Bryum Wahlenbergü
Schwägr., Leskea pallescens 8., Dieranum cxi-
spum Hedw., D.congestum Bridl., Jungermannia
‚Bprengelii Mart. J. Funckü w. el M. I, biere-
nata Schr. J. Weber Mart.
Unter den Phanerog inmen ist hier Jrollius
asjaficus L., (von Sobulewsky in der Flor. peirop,
Pa
228
p. 134. als T. europaeus aufgeführt) den schon
Decand. in seinem syst. natur. p. 313. freilich
noch mit Fragezeichen unter T. asiaticus L. eitirt,
wildwachsend, der auch durch Sprengel’s An-
sicht als solcher bewährt ist, Ferner Juncus lam-
pocarpus Ehrh., Carex mierostachya Ehrh., Py-
rola rosea Sw. und endlich eine nene Art der
Gattung Salix, die Hr. Prof. Spr. ebenfalls mit
meinem Namen als Salix WWeinmanniana belegte,
Sie wächst in der Nähe von Pawlowsk in einem
Fichtenvwralde. .
Mit der Gattung Salix habe ich vorzüglich
angefangen, sie zu sammeln und an einem eige-
nen von Sr. Raiserl. Majestät dazu bestimmten
Platz zu cultiviren, Da stehen nun schon fol»
gende im vollen Flor: Salix stylariis Ser., pro»
sirata $. grandifolia S. arbutifolia und prunifolia
S undulata Ehrh. Salix fragilis L. und acuti-
folia Willd. sind in unserm Garten Bäume von
ungeheuerer Gröfse, und von beiden blos männ-
liche Individuen. Aufserdem habe ich noch 8
zweifelhafte Arten in jener Planlation, darunter
noch wohl einige neue seyn mögen.
Nachstehendes wird Ihnen fast unglaublich
scheinen, und doch ist es durch mehrjährige Er-
Yahrung bewährt:
In unserm Garten blühen und überwintern
im freien Lande: Myosotis suaveolens Kit. Hyo-
scyamus orientalis M. B. Scilla verna L. dndro-
sace lactifllora Fisch, Iris pomeridiana Fisch.
‚Moraeu chinensis Thunb., Cassia marilandier
229
L. Tussilago fragrans Pilld., woran ohne Zwei-
feldie hohe, oft 3 Fufs dicke Schneedecke Schuld ist.
Noch habe ich Ihnen nichts von meiner Blu-
mengärtnerei erzählt, Auch da® will ich Ihnen '
sagen, wie ich diefe hier pflegen muls und wie
viel ich bedarf. — Da alles bier erst in Treibhäu-
'sern und 'Treibbeeten vorbereitet werden mufs,
um vom halben Mai bis zum halben Seplember
' Blumen zu haben, nämlich im freien Garlen, so
ange ich am ı5; Februar jedesmal an, meine er-
ste Aussaat zu machen. Die 2te am ı5. März, die
‚Ste am ıöten April. Die erste Verpflanzung be-
steht gewöhnlich in 8 bis 10,000 Töpfen, nämlich:
400 Töpfe mit Senecio elegans; 400 Töpfe Crepis
barbata; 600 Töpfe Scabiosa atvopurpurea; 300
Töpfe Pyrethrum Part':enium plenum; ı000 Töpfe
Reseda adorata; 300 Töpfe Keranthemum lıci-
dum ete,; die 2te Verpllanzung ist von ähnlicher
Art; nur kommen linzu: 800 Töpfe mit Lathy-
rus odoratus, 8oo Töpfe Lupinus luteus, 200 'Tö-
pfe Convolvulus tricolor eic. — Die dte Aus-
saat geschieht gewöhnlich unter 42 Mistbeetfen-
stern, deren Pflanzen dann im Freien, zum Theil,
aber auch wieder in Töpfe gepflanzt werden. In
der Regel werden jährlich 25 bis 30,000 Töpfe
mit Blumenartikeln besetzt, Dazu gehören auch
2000 Töpfe mit der Georgina variabilis. — Aber
hierzu gehören noch nicht: 2 — 3000 Töpfe mit
Nelken, 6 — 8000 Töpfe mit Primula Auricula
und veris, 4 — 5000 Töpfe mit Rosa semperflo-
rens, 800 Töpfe mit. Lychnis flos eneuli et viscaria
230
fl. pleno, 3 — 400 Hydrangea hörtensis und das
‚Heer der andern Rosenarten etc. — Im freien
Garten wird gleich mit dein beginnenden Früh-
linge aussesäet: 4 Pfund Reseda od rata; $ Pfund
Viola tricolor, 2 Pfund -Rittersporn - Varietäten;
6 — 8 Lotis Papaver Rhoeas fl. pleno; 6 — ı0
Loth Iberis amara ei winbellata, 15 Loth Centau-
rea Cyanısz 2 Pfund Lalhyrus odoratus, eben
so. viel Lupinus luteus etc. — Endlich kommen
noch ein EHcer ‚von: Alcea rosca, Dianthus plu-
marius ei barbatus, Agrostemma coronaria, Cam-
panula Medium, welche letztere Artıkel in einem
"besondern Garten vorbereitet werden, aber auch
öfters von den strengen Wintern sehr leiden. —
Gefüllte. Winterlevkojen und Goldlack werden
gewöhnlich zusammen 2000 Töpfe eingepflanzt. —
Ungefähr im halben Mai fangen täglich 25 — 30
Menschen an, diese aufgeführten Gegenstände ins ;
freie Land zu verpflanzen, eine Arbeit, die nie
vor dem 25. Juni geendiget wird. — Rechnen Sie
nun endlich in allen diesen eine Orangerie, eine
aus 5 — 4000 Töpfen bestehende Pflanzensamm-
lung; so haben Sie ein treues und wahres Bild
der hiesigen Gärtnerei, die mit sammt. dem Parke
107 Werste oder ı5 teutsche Meilen Wege, nÄttr
lich Fahr - und Fufswege hat. — Mancher teut-
sche Gärtner wird vielleicht geneigt seyn zu glau
ben, als sey meine Erzählung über die Hälfte un-
wahr; allein das Ihnen aufgestellte Bild ist noch
lange nicht genau bezeichnet, — Ein zweiter Gärt-
ner lat ebenfalls eine nicht unbedeutende Blumen“
231
zucht, der auch zugleich die Aufsicht über .den
grofsen Park hat. — Der kleine Lieblings - Blu-
mengarten der Kaiserin bedarf jährlich allein ge-
gen 12 — 15000 Töpfe, indem irotz des kurzen
Sommers manche Artikel dreimal ausgewechselt
werden, wie x. B. Nelken, weifse Lilien etc. ; mit
einem Worte: hier bin, ich erst ein Gärtner ge-
worden!-— Die ganze Woche wird. nun mit al-
ler Sorgfalt gearbeitet; aber an Sonn- und Feier-
tafen macht es mein höchstes Glück aus, wenn
ich oft ganz allein früh um 4 Uhr meine botani-
sche Wanderung antreten und so die friedlichen
Kinder der Flora aufsuchen kann, die mir dann
in den langen Winter - Abenden Stoff genng zur
Unterhaltung und zur angenehmsten Beschäftigung
gewähren,
Pawlowsk hei Petersburg,
A. Weinmann,
Kaiserl. Gärtner,
’
[1 (1)
I. Pflanzenverz eichnisse.
'* Verzeichnifs der seltneren Pflanzen,
die wir bis jetzt in der Gegendvon
Bonn aufgefunden haben; mitgetheilt
- von-Hrn. Dr. Fr. Nees v. Esenbeck..
Blitum virgatum. | Schoenus compressus.
Lycopus exaltatus, Scirpus caespilosus.,
Veronica longifolia. — oyalus.
I = praecox, Alopeceurus fulvus.
Cladium germanicum,. |Panicum Weinmanni.
\
252
Phleum Bochmeri,
Melica ciliata. .
— ' uniflora.
Festuca glauca.
!Myosotis intermedia,
Lysimachia nemorum,
Airopa Belladonna.
'FAtviplex nitens.
Andropogon Ischaemum., Drosera longifolia.
Galiım lucidum.
— saxalile.
— hispidum,
Dex. Aquifolium.
Exacum filiforme.
_ Carmpanula el iptica, ı)
Gentiana Pneumonanthe,
Sambuens Ebulus.
Athamanta Libanotis.
Sium Bunium.
— nodillorum.
Junenus spadicens.
" Yiula sylvestris, stipulae| — supinus.
longissime ciliatae, cal-] — maximus.
car coeruleum. 2)
Viola canina 3)
Myosotis versicolor.
en ne are
— squarrosus.
— Tenageia, \
Rumex memorosus (?) 4)
1) Die wahre C. glomerata scheint hier nicht vor-
zukommen.
2) Diese noch etwas zweifelhafte Pflanze blüht im
August. (Man sollte die Viola canina in ver
schiedenen ‚Gegenden genauer beobachten )
3) Var. .naına: subacaulis, foliis parvis cordato-
suhrotundis glabris, floribus pallide violaceis,
caleare erasso obtusp albe, In pascuis sterilibns
der Eiffel.
4) Unsere Pflanze ist mit R. Nemolapathum sehr.
nahe verwandt, und nur durch mehr aufrechte
Aeste, nackte Blüthenquirle mit einem , seltner
2 Körnern auf den Kelchblättchen unterschie-
den. Die Zähne an den Kelchen fehlen; äuch
kann ich keine Verwandtschaft mit R. Patiem
tia erkennen.
Allium sihiricum.
Erica cinerea,
— Tetralix.
Chlora perfoliata,
Epilobium palustre,
Silene Armeria.
Cucubalus bacciferus,
Viscago aspera.
: Euphorbia fallax,
Agrimonia odorata.
Prunus Mahaleb.
Potentilla .supina,
fragariastrum,
Ranunculus hederaceus.
— peucedanifolius.
Thalictrum "majus.
Hypericum montanum.
—
— dubium.
— pulchrum..
— _ elodes.
Hyssopus offieinali,
Seutellaria minor.
Limosellä aquatica.
Linaria arvensis,
spurla,
Pedichlaris palustris.
Betonica siricta,
— oficinalis Spr. (Mit
ganz glatten Kelchen u.
Brakieen kammt hier
keine Betonica vor.)
—
253
Orobanche major.
Digitalis purpurea.
Camelina austriaca.,
‚Dentaria bulbifera.
Brassica alpina.
— Eruca
—. cheiranikiflora.
‚]Arabis arenosa,
— Turita, : .
Sisymbrium tenuifolium.
— obtusangulum, (Wo
wächst die wahre Bras-
sica Erucasirum?)
Sinapis nigra,
-[Iberis amara. _ »
Lepidium Draba,
— graminifolium.
Biseutella laevigata.
Malva nicaeensis.
—. moschata.
Polygala vulgaris,
— B. minor, caule pro-
cumbente, foliis radi-
calibus parvis obova-
tis obtusis, caulinis in«
ferioribuso vativus, su-
premis lanceolatis , flo»
ribus, quamlinP. vul»
'gari, minoribus palli-
de violaceis| et albidis.
Zu dieser Form der P,
234
vulgaris, die, wie Ärehl
selten, auf Bergen mit
der ' gemeinen 'vor-
kommt, scheint P. au-:
striaca Crantz zu 'ge-
hören. —
Fumaria media. (Die wah-
re F, ofhicinalis D., ca-
Iycibus integerriniis ,
kommt hier nicht vor.)
“I parvillora.. _
Corydalis bulbosa. ,
— Halleri. 0"
Melilotus altissima,
Cytisus nigricans.
Tragopogon orientalis,
Lactüca virosa.
— perennis.
Chrysocama Linosyris.
Crepis virens. j
-— foelida,
Senecio aquaticus. (Elie-
her gehört Senecio Ja-
cobaea grandifolius De-
cand.)
Aster annuus.
Achillea nobilis,
Achilles‘ intermedla,
Centaurea montana,
— nigra.
— nigreseens.' !
Orchis bifolia.
j— pyramidalis,
— fusca. 2
— coriophora. '
— albida..
— yiridis.
Ophrys :myodes,
!q.»
4— monochis,
Carex pulicaris,
j— digitata.
— pendula.
— Schreberi,
— Ocderi.
— filiformis,
— collina.
Parietaria judaica. 5)
Alnus incana.
Calla palustris.
Myrica Gale.
Onoclca Struthiopteris,
Osmunda regalis.
st
Ceterach oflicinarum.
Aspideum Oreopteris.
5) Caulis diffusüs, zamosissimus, nec 'erectus
‚subsimplexz, Folia avalia nec elliptico - „Jane
ceolata, ut in P, offieinali; an Mauern in dert
Nähe des Rheins.
235
Aspidium regium, |Lyeopodium complana-
‚Polvpodium Phegopteris.| tum.
Blechnum boreale. Equisetum eburneum,
Pie
IWW. Botanische Notizen ..:
‘ (Botaniker und botanische Anstalten in Pesth.)
Unsteeitig ist Ungarn das Land, welches, wenn
wir bei Europa stehen bleiben, in der neuesten
Zeit, der Botanik den gröfsten Zuwachs verschaft
hat, denn während unsere Gärten und Herbarien
mehr als jemals mit ungarischen Gewächsen pran-
gen, ist das System selbst ansehnlich damit berei-
chert worden. Graf von FFaldstein und Paul
Kütaibel haben hier auf eine sehr lobenswürdige
Weise zuerst die Bahn gebrochen, und sich und
unserm Zeitalter durch die. Planiae rariores hunga-
xiae einen bleibenden Rulım erworben. Wenn auf
solche Weise Ungarns botanische Schätze vorläufik
bekannt wurden, so k.nnte es auch nicht fehlen,
dafs neue Theilnahme rege würde, die auf’ vor-
schiedene Weise das neu entdeckte Land zu bear-
"beiten suchte. FPPahlenberg, ein thätiger Bo-
taniker aus Schweden, wurde durch einen mehr _
als 200 Meilen weiten Weg nicht abgehalten, in
Ungarn seiner Wissenschaft zu huldigen, und hat
uns in seiner Flora carpatica nicht nur bedeutendd
botanische Nachträge geliefert, sondern auch hier
zuerst ein lebendiges Bild der geographischen Bo=
tanik. aufgestellt. .
256
Doch früher schon hatte Anton Rochel, ein '
Name, der keinem Botaniker unbekannt ist, einen
andern nicht minder wichtigen \Veg betreten, um
die Pflanzenschätze Ungarıs bekannt zu machen,
und die Herbarien der Botaniker damit zu berei-
chern. Rochel ist einer von denjenigen Männern,
die für Botanik geboren sind. Da sich jedoch ein
solches Talent nicht immer frühe genug entwickelt,
besonders wenn cs an Gelegenheit fehlt aufgeregt
zu werden, so widmete sich unser Botaniker der
Chirurgie, und Geburtshülfe; gewifs ein Stand, der
seinen Mann hinlänglich ernährt und hinlänglich
beschäftigt. Aber schlafende Talente können nicht °
unterdrückt werden, und Flora wirkt unwider-
siehlich auf ihre Lieblinge, und so finden wir un-
sern Rochel auf einmal als reisender Botaniker
in. den Carpaihen. Wenn derselbe auch Anfangs
nur bemühet war gelrocknete Pflanzen herauszuge-
ben, sokonute es ihm doch bei diesem rühmlichen
Geschäft nicht an Erfahrungen und Beobachtungen
über andere botanische Gegenstände fehlen, und
so himlängliche Materialien für seine Miscellen und
für seine Planzenumrisse, deren endlicher Erschei-
nungen gewifs jeder Botaniker schnsuchtsvoll ent-
gegensicht, zu sammeln,
Auch Hr. Dr. Joseph Sadler, zum "Theil in
Vereinigung mit }rn. Apotheker Pauer und Lang,
verfolgle den Weg, den Rochel so zühmlich ein-
geschlagen hatle, und wovon wir späterhin gewils
noch die Früchte erndien werden. Dies leuchtet
um so mehr ein, da sowohl Rachel als Sadler ge
237
genwärtig ganz der Naturwissenschaft erhalten, und
bei dem botanischen Garten in Pesth mit Gehalt
angestellt sind. Wie verlautet, wird auch Sadler
seine Reisen denmächst bis an das angränzende
Croatien, Dalmatien u. s. w. fortsetzen.
Auf solche Weise wird Ungarn wie bisher, so
auch in der Folge, das Land seyn, welches unsere
Wissenschaft vorzüglich bereichert, und Pesth mag
in den Annalen der Botanik fortan gleichen Rang
mit Wien, Gräz, Prag, München, Regensburg,
Berlin, Bonn, Dresden, Hal’e, Greifswalde, Ham-
burg, Münster u. s. w, behaupten. Die Seele von
diesem günstigen Ereignisse sind Se. kaiserl. Hoheit
der durchl. Erzherzog Joseph, Palatin von Ungarn
etc., welchem der erste Band von BRochel’s Mis-
cellen „mit unverlöschbarem Daukgefühle* gewid-
met ist, und wobei zugleich die Thatsache sich
bestätigt, dafs Se. kaiserl. Hoheit mit der Vater-
lands - Kunde innigst vertraut sind, und selbst
mehrere Hochgebirge jenes ausgezeichneten Lan-
des bestiegen haben. Aber auch andre edle Un-
gen, z. B. Sr. Exec. Baron von Fodmanitzky,
Baron von Medniansky, von Ocsfkow und meh-
rere, verdienen bei dem unermüdeten Bestreben der
ungarischen Botaniker, alsthälige Beförderer rühm-
lichst genannt zu werden. Winx freuen uns mit
Recht unseres Zeilalters, in welchem die Botanik
einer Seils so reichhaltige Unterstützung von ho-
hen Wissenschaft liebenden Personen, anderer Seits
Männer findet, die solcher Unterstützung würdig
sind,
238
\ I W. Todesfälle.
% Dr. Heinrich Eiuhl aus Hanau, slarb auf der
Insel Java am ı6. September 1321.
Unter den Schlachtopfern, die im verwiche-
nen Jahre durch die auf Batavia wuthende Cholera
ficlen, nennt eine officielle Nachricht auch den
trefflichen Kuhl, der, auf Kosten der grofßsmü-
thigen holländischen Regierung zu einer weilern
Reise durch Ostindien und besonders durch die
ostindischen Inseln bestimmt sich noch kein vol-
les Jahr in Batavia aufgehalten halte, um zu-
nächst die Insel Java naturhistorisch zu untersu-
chen und zugleich Anstalten zu seiner gröfseren
Reise zu treffen. Wer ihn kannte, wer die Zahl
gebaltvoller Schriften weils, die er vor seiner Ab-
reise und gleichsam unter den Einrichtungen der-
selben herausgab , wird einen Begriff’ haben von dem
Verlust, den sein Tod den Wissenschaften brachte
*”) Henriei Kuhl,. Math, et Phys. Stud. in acade-
miaGroningana, responsum ad (maestiounem
ab Ordine diseiplinarum mathemativarum et phy-
sicarum propositam: „Cum, licet n»turae com
„pora vario nodo inter se differant, ex huc us
„que cognitis observationibus tamen constare vi-
„deatur, ita cumparatam esse rerum naturam, UF.
„lento quasi passu ab una specie ad alteram pro”
„grediatur, atque sic continuam quari catenam
„efliciat ex variis quidem annulis, intinıe tamen
„junctis, compositam, haec catena in mammt
„lum classe demonstranda quaeritur,® Groninga®
1818. 4. Gekrönte Preisschrift. — Die deut
239
Sein Andenken lebt fort in den Herzen derFreun-
de, und der Gedauke an den Feucreifer für die Er-
weiterung der Naturkunde, der ihn beseelte, und
der, von ilım ausgehend, sich Andern unwidersteh-
lich mitiheilte, soll ihm in den Früchten ihrer uner-
müdlichen Nacheiferung zum Denkslein werden,
Kaum hatten wir unsern Lesern den letzten Brief
des Verstorbenen, der der schönste Zug seiner be-
geisterlen Thätigkeit ist, frendig mitgetheilt, als die
Todespost folgte, nur gemildert durch das Mitge-
fühl eines Freundes, das sich zugleich mit dersel=
ben aussprach. Es sey, wie die ersten Thränen auf
das Grab des Verstorbenen hier ausgegossen, mit
den eigenen Wortien des tiefbeweglen Briefs, Herr
de Haan schreibt aus Leyden unter dem 25. Febr.:
„Ihr Bruder wird den Brief von Tiukl empfan-
„gen haben, den ich ihm über Lüttich zuschickte,
„Er war noch so rüstig, so voll’ Eifer, als er
„diesen Brief schrieb! Ex hatte in den andert-
„halb Jahren, seiidem er abgereist war, so viel
schen Fledermäuse, in den neuen. Annalen
der Wetterauer Gesellschaft, 1. u. 2. Heft; auch
einzeln von dem Verfasser vertheilt, mit 2 Ru«
pfertafeln. Hanau 1817. — Beiträge zur Zoo
logie und vergleichenden Anatomie
Mit Abbildungen, gezeichnet vom Verfasser.
Frankf, a, M. 18%. 151. u, 212. S. 4. mit 7 Ku-
pfertafeln, — Conspectus Psyttacorum
etc, in Noy. Act, Acad. C. L, E. Natur. Curios,
Vol, X, P.ı, 1820. mit 3 Kupfertafeln. Vermuthlielk
sind uns noch mehrere Aufsätze des Verstorbes
men, die in’ dieser Zeit erschienen, entgangen.
N
!
240°
* „Wichtiges entdeckt und gearbeitet für alle
„Zweige der Naturgeschichte! Die Gegend um
‘ „Buitenzorg herum war ganz von ihm und sei-
- „nein Begleiter durchsucht worden. Diese Zeit
„ist schon vorüber. Die Erde hält ilın in ihrem
„Schoofs. Die Cholera, die in Java so lange ge-
„wüthet hatte, hatte ihn lange geschont; endlich
„wurde er aber doch von ihr überfallen, und
„das Ende der Krankheit war der Tod. Ach,
„er ist gestorben, dieser überall so geehrte junge
‚Mann! Welch ein Verlust für die Wissen-
- „schaften! Welch ein Verlust für seine Freunde!
„Welch ein Verlust für unsere‘ Museen! Liese
„schreckliche Nachricht ist in den letzten Tagen
: „bei unserm Ministerium ‚eingetroffen Am ı6.
„September hatte ihn Java unter den Todien“
Wir wollen diese Laute der Empfindung, die
wir innig theilen, nicht mit Worteu überläuben.
Gott gebe Trost den Seiuen,
Bonn den ı. März ı8a2.
L. G..u. Fr. Nees von Esenbeck.
V. Anfrage
In einem Buche betitelt: Der grofse Helve-
tische Bund durch David Funken, Kunst- und Buch-
händler in Nürnberg (s. a.) in 12°, heifst. es 8. 276.
bey Neuenburg (Neuchatel) „die Stadt liegt an dem
„sehr fischreichen See, der von der Stadt den
„Namen führt, und wächst in "der umliegenden
„Gegend der See-Leim, so denen Bernern und $0-
„lothurnern wohl bekannt. “— Was ist das für
eine Pilanze?
Y
1
{
Flora 2
:, oder \ KyEer Teen)
Botanische Zeicung
Neo. is, Regenebaigi"ah 58. "Apil 2
oa Safe et eating Sadoilatovran ah Far
a nersretAt, eite dar:
Nenmbindiseltene&ewächse; vontikil. Sieber.
. Eryngium‘ Hicrodephaltim Shr.
v
una god
Es Koliis vadicalibusi = == caukiaik pinnati .
i Adasspalmatis sessilibus,...caule strieiägpaniehlate;
‚ramis adpressis subdichptoing:- zaimasisr infvalurellis
pentaphyliis, capitulis: foiiimis 15 ap: floriıs”;
- Hab, prope. Salonam in Dalmatigus.Eloxet In-
nio, . Julio, POT UEEE FIRE
Von dieser seltenen Pflanze: ‚fand sich sawter
den Dalmatiner - Gewächserni bei einer «ganz, neuen
‚Art von.Ononis ein einziges Exemplär-vor,'es ist
aber. so ausgezeichnet,- dafs es ohnetalleı Gegen-
streit eine sehr bestimmte neue Art ausmechtr-. Es
steht mitten inne zwischen 'E. creticum. und..ame-
thystinum, welche beide. gleichfalls ‚unter den ge- .
nannten - Pflanzen yarkommen, und ‚untersoheidei
sich von beiden durch den’ doppelt so kohen Sten-
gel, die angepxelste verlängerte Blüthenrispe, und
durch die ausserordentlich kleinen Blüthenköpf-
chen, deren gröfste kaum .so groß als eine Erbse
sind, und dennoch vollkommen entwickelte Blüthen
Q
242 A >
. 33. 0* . .
besitzen. Die Hüllblätichen sind linienförmig und
so wie die übrigen Blüthentheile lasurblau ge-
erg Die, Wurzelblätter waren nicht vorbandeng
PR Clinopodium' plumosum Shbr.”
c. eapitulis cymosis, bracteis linearibus plumoso-
ciliatis;: foliis pilosis dentatis, ‚caule subramoso.
. Hab, prope Spalatrg..— in Dalmalia, .... ..
Von den gewöhnlichen unterscheidet es sich
durch stärkeren ‚Bau, lang "ud! weilsbehaarte Blät-
ter, und die Vederarlig'gewiniderten Nebenblätter.
‚de Gytisya namentaceus Sbr,
C. racemis ovatis ebracteatis, calycibus. trißdis
oblusis villedersericeis; - foliis.ternatis inaequdlibus,
tolidlisi:ehhjpticis. obtusier attenmatis, vamentis paii-
stentibirs.lignosis bicomibus.: ' : ben
Hab. 'prope -Bocche di Cattaro in Dalmatia, -
- Die: Stengel dieses Strauches sind linienförmig
gestreift, die Zweige einfach, an den Eıiden mit nur
eirfacherr:Blütsöntrauben versehen. Die Blatt und
Blumenstiele sind fein behaart; ‚die Seitenblättchen
gewöhultch:3: mal: kleiner, als: das Mittelblakt, fast
ganurandig! u Die Blättchen gelblich, etwas gestielt,
Hälseh’ waren nicht worhanden ; die. Aufschlag-
schuppd:ögekti: unmittelbar in die hervorstehende
Rinde über initzt Beat‘ auf, ist schwarz, holzig, ge”
spaltet, und: daher unten zusammen gewachsen, die
Fäden derselben hackenförmig und zugespitzt, : Diese
Pilanze steht mitten zwischeu:Ey trillorus und biflorus
4, Allium cireinnatum Sbr
A, pusillum pilosum, foliis linearibus subcanal-
enlatis circinnalibus pilosis, caule nudo mubquadri-
243
doro; petalis ohne, = staminibus simpligikus; stylo
subulato, Zee ER TPEReE|
. Hab, in aprieis saxosie maritime, Capitig; Yalc-
ca in Creta, floret Fehr. Marl, =, na! Bus:
"Ein ‚niedliches Gewächs,. welches, par im, rs
sten Augenblicke etwa, fir ein_Antbaricnm; oder
‚Oxnithogalum ‚bäl, ao „bsagtat itleing unhe-
graste ‚Plätzchen, und, ‚gatzlickinden, Finder, durch
die auf einge. äusserst manigfaltige . ‚zierliche,. „Weise
aul-- ‚und niedergerollten, ‚Blätter, die, ogii, Teingp
weißsen Haaren, besetzt: sind. Ende, März, Agt..es
schon yerblüht. en
di ‚beontodon daedaleum, Sbr. Bu
L squamis calycinis omnibus Ratgnjbug, Unen-
si - lanceolatis, scapo abbreviato, foliis glabris run
einnato »pinnatis, pinnk: runcinnatit- ‚Pöntörtuplica-
+
tis inaequalibus, - - De En
Hab, in pasenis 'montosis in omni Erotae caAmpo
Cydoniensi, Martio, Apr. '
"Jet mit DL; Taraxacum verwandt, der Schaft
wird ‘aber’ selbst nach 'der Blüthe nicht ‘verlängert,
und die schmalen und vielen Kelchsehuppen’ geben
dieser Pilanze ein eben so besonderes Aussehen, als
die untereinander völlig verworrenen Blätter.’ Sie
kömmt mit der Apargia tuberosa auf. Hügeln am'Ge- -
stade bei Usnea vor, landeinwärts findet sie sick nicht,
‘;@ Orchis Lindakeri Sba,
O. bulbis ihdivisis, scapo quadriflero, foliis
ovatis, kabio-.corollae subrotundo integerrimo, peta-
lis .conniventibus obtusig;- salyeinis Zoliolis- paismiis
simis obtusis, coran, crasso germine_ huaviause: am
O2
24a
Hab, in saxosis: montosis ad M. Rhodapen (m
Spada) in Creta, flor, Aprili.
Aa \ikänthümliche kaum spannenhohe Pflanze;
sie verdiente den Namen Orchis simplex; die einfa-
che slig' besitzt höchstens 3 Blüthen, und das Label-
Yun fr däs einfachste'äller Örchideen,: blos-eylörmig
zund' 'olild älle 'Kerben oder Einschnitte, - Die Detk-
blätter' sind 'nlit den schmutzig violetten Bllithen
von gleicher Länge, die Lippen hingegen pürptr-
roth;: d4"Horn dick ufld'beinake nur halb so lang
le Bertthlichtknoten." 'Ich” habe diese Pflänze H.
H. D, M. Presl in Prag zur ausführlichen Besehrei-
bung, für ibr treiliches Weik, „Deliciae pra-
geibes®‘ nitgetheilt, rn
Fa: Phlomis mierophylia. Sbr,.
Tournefort führt in seiner Reise Ay. AWie
schen, Retting und Candia habe er vor Daphnedes
eine eigene Art Phlomis ‚gefunden, welche .nir-
gende: weiter vorkomme, und nennt sie: Phlomis
oretiea fraticosa, folio, gubrotundo, Hlore Intep. ı0p-
zoll,,10,Linne beschreibt ‚die. Phlomis. frutjoga!
#olüs ‚ayhrotundis, camle. feuticoso, ‚und. versteht
Sliese ‚Doummefortische Pflanze darunter, : Fir jeden
Fall ‚bis: dieser Streit ‚durch das Linneische Her-
bax entschieden ist, bleibt des Name: Phlomis
mierophylla,. den ich.dieser Pilanze im, Herbarium
florae creticae gegeben, habe; unverändert. )
Diese: seltene Pilanzej welche strauchartig. und
5-—4 Fufs hoch ist, 'kömmt in Tenore?!s Prodio-
mus florae neapolitanae nicht von . -
— og
aud.
«Die D,E Med, Dr. Piresl beschreiben. in ih-
'rem Werke: „Deliciae pragenses® eine Phlomis,.
parvifolia, welche in Calabrien vorkommt,. gänz-
lich mit meiner P, microphylla übereinstimmt, nux.
sich in diesem unterscheidet, dafs sie. (die B. parvi-,
Tolig) bipfs ‚spannhoch ist; da bei diesex Pilanze
persönlichen. Beistimmung der "AH. Verigsser, die,
Phlomis, ‚parvifolia von der miorophylla. Pair,
"drum "strepsiceros Sbr ERRFREE
Ein veisender ‚Arzt, welcher lange Zeit in, der,
Levante ,g ‚gewesen war, suchte mich in Prag auf,, und,
theilte mir von einem. höchst eigenthümlichen Ge
wächse eine schr, interessante Nachricht mit. „Öb-
wohl seine ‚Pöschrefbing" Populär "war, 80 wär sie
mit Hüfte“ einer nicht un ndeütlichen- ‚Zeichnung voll-
kommen hiiiretchend, dieses Gewächs für eine Art!
von Aronwürz zu 'eiklären. ‘Die Wurzel”ist' Käse-
förntiß ; vägt einen Schaft und mehrere: ausi'detsel-
ber unmiltelbar entspringende Blätter. "Ihre Gestalt:
ist RATE Imerkwüirdig: sie sind 3lappig, am Grunde‘
herzförmig, der mittlere Lappen zugerundet und
scharf. gerähnt, beiderseits, mit einer Bucht, welche.
Ihra ein herzförmiges Ansehen giebt, versehen... Die
Seiteplappen sind aehr lang, spiralförmig gedreht, an:
der äussern Seite gekerbt gezähut, an.der innern.$ei-.
teabey,, welche ‚heinahe in, eine Sänle sieh verdipkt:
und ıqur eime geringe Wintlung. ‚besitzt, ganzıandig.,
Anfreeht gehalten, zeit ‚eine Kleine Exbse, win
fürmig. auf ‚den „mätfleiim Lappen. hexah, ‚Ebay; ;20
346:
ber werkehrt spiralförmig ist: der Blattlappe” der
gegenüherstehenden Seite. Das'Blatt ist etwas ilä-
schig, duäikelgrün, lichter und etwas geröthet an
der Unterseite; solcher Blätter entspringen 3— 4
aus einer! Wurzel. i Ze
"Die Düte oder Blume ist sehr Heischig, chen
zugespitzt; mit, ihrem Kolben verbirgt sie sich halb
unter‘ die Erde. Innerhalb- ist sie blutroth u Weile
gelb von Färbe aber auswendig. Selten entsprihptn
zwei Schäfte aus einer Wurzel, Die ‚Stellung “det
Befruchtungswerkzeuge Besehrieb der Reisende, ‚sehr
-geniau, diels entschied auch si" die Gattung, ft der
Bemerkung dafs der Saft einen äusserst bireniterideh
unauslöschlichen Geschmack äussere, Bu
Da es nun ausser allem Zweifel ein Arum ist,
so kann seine Diagnose einstweilen, bis diese äungenst
merkwürdige Pflanze ein Botaniker am Libanon, Ain-
det,.gnd näher beschreibt, folgender Gestalt gelien,
. „drum. foliis cordatis trilpbia 3 lobo üntermeiio
tortis, erlerne erenatis acuminalis; spadiee hypagaeo.
"ı Diede Pflanze fand der reisende Arzt "in Synen
aut ‘dem. ‚Wege zwischen Bayrut und Damasous
Wenn Bir -am Bten "Tage hinter Bayrut- naeh der
Passage den. Gebürgs auf die Fläche herabsteißt; #0
findet sich eine lange Stretke von Wiesen ‚und
Feldban; Nach 3 Stunden‘ Köhihit man an ein klei“
nes Städtöhen. - ‚Nördhiek gegen Tripoh’ vergätgt |
man ein Thal, in welchem’däs erste Dorf sin? Me-
zoniten' Kloster am Filfse der hohen Gebilrget'be-
|
247
sitzt, in dessen Hainen und Gärten diese seltene:
Pflanze im Monate Mai zu blühen beginnt.
"Auf: diese äusserst interessante Pflanze wurde
er.von den Einwohnern aufmerksam gemacht; und
seine Erzählungen zeugen von ihrer unzweidenti.
gen Existenz, so dal® es sich für einen anwesen-
den Botaniker in (der Folge der -Müke lohnte, diese
unvollständig beschriebenen Pflanze im’ ‚Wieser Ge«
gend aufzusuchen. .
9. Arbutus Andrachne ist vom A. integri-
folia am Ida in gar nichts verschieden, letztere da-.
her als Synonym des erstern anzuführen. u
10, Rosa glutinosa Sm. steht zwischen » zu-
biginosa und villosa mitten inne, 2.
11. Phyteume Jaoquini Shr
P. floribus capitato-comosis, pedunculis hracteo-
lstis approximatis, laciniis calycinis brevissimis ob-
tusis, foliis ovatis serrulatis, inferioribus cımeatis,
caule folieso simplici herbaceo, zadice perenni
exserta.
Hab, in saxogis praeruptis ad summ, M, Ida et
Sphakiottorum in Creta, _
Die Wurzeln hängen in den Kalkfelsenritzen in
siner Höhe von 6 — 700 Toisen über dem Meere,
Aus diesem holzigen Wurzelstocke entspringen melı-
rere stark beblätierte Stengel, Die Blätter nehmen
vor; der Mitte nach unten und oben an Grölse ab,
sind: eyfürmig fast aufsitzend, gekenkt und stumpf,
Die Aftexdolde ist. vielblütkig, mit Nebanhlättern'
versehen, die Blüthen blelsblau, Sie Ant ewat im
248
September ir: die Blüthe- und währt bis in den No-
vember fört. uch
Eine, eigegthümliche: Pllanze, welche ichy.dem
‚Hrn. Baron Jacquin an Ehren benannte.
12. Colchieum pusillum Sbr,
C, floribus ternis quaternisve minutissimis, lar
einiis lineari-subulatis, foliis flaccidis canalicnlatz
coexistentibus, capsulis cernuis,
Eine sehr interessante Pflanze, weil sie von
dem gewöbnlichen Charakter der Colchica abzu-
weichen scheint. Man trifft sie am Cap Meleca. im
Kreta auf dürren trocknen Stellen; sie blüht im
Oktober,
13, Asperula Tourn efortii Sbr.
Smith im Prod. Borae graecae führt bei Aspe-
rula lutea Tourneforts treliche Beschreibung
als Synonym, fälschlich an. Die Tournefortische
Pllanze sammelte Sibthorp auf Kreta nicht,
Dem Tournefort gehört daher diese Pflanse 3%,
wefshalb ich solche auch nach ihm benannte, - A
lein schon Barrelier nannte sie Rubeola oretioa
saxatilis,. Folid erasso incano., etc, und bildete sie,
jedoch ohne Blüthen ab, wefshalb sie dem Touwm
nefort zugeeigmet werden mußs, der ihre Blü-
the kannte: '
Il Correspondenz
(Herrn Siebers Reisen betreffend.)
Herr Sieber hat seine Reise nach Ostindien
am ı3. März angelreten; -er reiset über Dresden,
Leipzig, Nürnberg: und Karlsruhe, dann durch die
Schweiz nach Marseille, wo er sich nach. Isle de
249
France einschift, um seine beiden Gefährten Hil-
senberg und Bojer, welche bereits seit einem
dahr daselbst beschäftigt sind, zu besuchen, Nach- _
dem Isle. de France (auch wohl die Insel Mauritius
genannt) durchsucht worden, wird er einen min-
der ungesänden- Theil von -Madagescar wählen, um
mit einem andern Begleiter, eisom Gägtner; Hensel
ben zu hereisem Hilsenberg und: Bofer be-
schäftigen- sich indessen auf der überaus reichen .
und dorch Bory de St, Vincent in botanischer
Hinsicht berühmt gewordenen Insel Bourbon. End.
lich werden alle Schätze vereinigt und nach dem
Kap gebracht.
Hier vereinigen sich nun: such abermal die
. Kräfte aller vier Botaniker, 'kım. an ebeu -s0 viek
entgegengesetzien! Prnkten:isio der kapischen Flora
kräftig zu: bemeisters. Die Sammlungen werden
nun zusammen nach Europa gesendet, Hilsen-
berg bleibt‘ am Kap zurück, indem Bojer nach
Europe abreikt, Hr, Sieber aber seine Reise nach
Ceylon und Beugalen mit seinem Begleiter fortsetzt.
Dafs dieser wohl überdachte, die Privatkräfie
eines einzelnen :Mannes fast übersteigende Unter-
nehmung manchen Abänderungen unterworfen soyrk
werde, ist bei den mencherlei Umständen wahr«
scheinlich, in der Hauptsache wird sie aber wohl
ungeändert bleiben, da Hr. Hilsenberg und
Bojer bereits den 3, Julitw. d. daselbst glücklich
angekonffaen: sind. Vieles läßt sich. von dieses
wohlberechneten Unternelmtng - er wakten fi ton
Kosten nicht äudinge ind, | m late.
abo
” Die literarische Welt: Kann eines günstigen Aug-
genges lim sp gewisser 'seyn, als gegenwärtige Un.
' ternehmungian der Person des hochgeachteten Gra-
fen, Vincenz von. Kaunitz einen grofsmüthigen
Unterstützer gefunden hat, und durch seine; fast
ausschließliche Theilnahme die ungestörte Beendi»
gung dieser für Hrn, Sieber allzu energisch em
griffenen Unternehmung für jeden Fall garantirt
Sein Wuusch betrifft blos. lebende Gewächse und
Sämereyen, alle übrigen Gegenstände, bleiben mit
grofsmüthiger . Verzichtleistung das Higentium der
Reisenden. :, ”
Sogar der von Martinique a avıa Amerika Zi.
rückgekehrte Gärtner Franz Kohaut, welcher das
unlängst erschienene Herbarium florae martinicensis
gesammelt hat, ist so 'ben durch Regensburg mit
einem Gefährten. auf Kosten des Hrn. Sieber 9
zeiset, und schifft sioh in Marseille mach dem $e-
negal ein, Dort hält er sich ein halb Jahr, eben
: zo Jange in Sierva Leona. und zu Oware und. Benin
auf, wohin er Empfehlungsschreiben besitzt, Von
da geht er mit frauzösischen Schiffen nach Cayenne
und . Surinam und kehrt von: Paramaribo äber
Amsterdam und. Hamburg auf der Elbe binnen dvsi
Jahren wieder nach'Prag zurück. Fallen alle diese
Entreprisen glüsklich aus, ‘so wird Prag ein Stapel
platz der seltensten-Nairalien, Die Herbarien der
Floren, welche itzt ereaheinen sellen ‚sind zwöl-
fe! die Flora miauritiana ist bereits unter Wegs und
erscheint schon diesen Sommer.‘ ... .'.
Wie übrigens’ Hr. Sieh.er, bei den uns be-
- \
ebı
wußsten Verkürzungen sich an solche ausgebrei-
tete Plane wagt, verdiente im Falle des Gelingens
eine öffentliche Mittheilung von seiner Seite. _ Wir
hoffen, dafs ihm und seinen Gefährten das Glück
. auch diefsmal begünstigen werde, da sich die Berliner
Museen und die Person des wissenschaftliebenden
Grafen von.Ksunitz, auf eihe!.so ausgezeichnete
Art, um die" Durchführung: dieser Veranstaltungen
lebhaft'inter&ssiren,
.Präg im März. 1822.
I Botanische Notizen
(Aufbewahrung der Gewächse gegen Verheerung
der Insekten, )
Es wird den Lesern der Flora vielleicht. nicht
unangenehm :seyn, went ich sie: mit ineiner Me»
thode bekanıtt mäche, welche den. Verheerungen so
üie Insekten in den Herbarien anrichten, Gränzen
‚setzt. Nachdem ich Sublimat — selbst Arsenik-
Auflösung vergebens bei meinen Flechten, welche
auf Rinde und faulem Holse sitzen, angewendet
E halte, versuchte ich einen Qyiassiaabsud. Ich lege
&ie Rinde oder Hols, worauf die Flechten befind..
lich, gleich. nach dem Einsammeln in eine Schaale,
gielse so Viel Quassiaabsud, ohne die Flechte damit
%u befkuchten: zu, als eben die Rinde einsaugen
kann, ui dürch und’ durch feucht zu werden. Bei
Pilzsammlungen thut es ebenfalls vortrefliche
Diensteit. Ich-machte nämlich Versuche bei denen
die bereite mit Arsenik - Auilösung getränkt,; nad
wieder apHakt" worden waren, ' Seit: der Aweh-
dung von Oudssiadeooet'bleiben sie nıkk Keil meli«
v
aba
ern Jahren "unberührt. - .‚Gelrocknete seltene
Phanerogamen behandle ich auf folgende Art. Ich
lege die Pllanze auf mit Quassiadecoct 'vermittelst
eines gewöhnlichen Schwammes getränktes Lösch«
papier, lege ein einfaches Blalt auf die Pflanze, und
" befeuchte es, so weit die, Pflanze reicht, . ebenfall;
beschwere es leicht, lasse .es 4-— 6 Stunden liegen,
bis ich bemerke, dals die_Pflanze, .durchaus- feucht
ist, und trockne 'sie wied er, wie eine frische Pflanze,
Frische Pflanzen bei denen es angeht, m. B.
Scheiben .Pilanzen,Distel;Arten u, dgl. dürfen nur
in Onassia-Absud getaucht und zwischen. Löschpa:
pier wieder Luft trocken gemacht werden. Einen
Absud .von 2 Quentel fein. geraspelter Quassig mit
16 Unzen Wasser bis, auf..die Hälfte. eingekoeht,
habe iclı das ganze Jahr über vorräthig, Im vera
flossenen Jahr habe.ich mir atarkes Bruckpapiet
fürs Herbarium angeschafft und mit, Quassia- Ahaud
auf folgende Art: behandelt: . Acht -Unzen. Quassig
werden zweimal,. jedesmal mit. vier. Maas. Wasser
bis zur Hälfte eingekocht. In der geseiheten durch
Ablagern, wohl abgeklärten Flüfsigkeit ‚werden it
einer kupfernen oder erdenen Pfanne acht. Unzey
Alaun aufgelöst und in Krüge. gefüllt, ‚Die Menge
von 4 Maas Klüfsigkeit oder 64 Unzen, isk.-für ein
Ries Papier gr. Fowmat hinreichend, . Jeder Bogen
wird nun. wie er doppelt zusammen „gelegt ist, ‚anf
der obexn Seite vermittelst eifes rein ausgewasche+
nen Seeschwamms. durchaus. mit. dem vorberekleiat
Absud.befenchtet, ein zweiter aufgelegt. und. so.Tork
wie bei dem exsien, verfahren. .v. Sohald man auf
253
hört, legt mal din, Brett darauf, beschwert es wid läfst.
es über Nacht stehen, damit. sich die Feuchtigkeit
durchaus gleichförmig einziehe: Des andern "Tags
legt man 4-— 6 Bogen des befeuchteten Papiers Lagen-
‚weise zwischen.trockenes' Lüschpapier, wechselt so
jeden 'Tag.und verfäbrt &brigens: damit wie beim .
Pllanzen- trocknen; : bis : dag. Irunht gewesene- Papier
so viel.-Fasbikkeit: erkaltiizı hat, dafs keine. Fallen
mehr zuw:befürähten: sind. ..Man läfst es jetzt.in der
‚Luft! oder ‚besser aufı dem Bäckerofen gänzlich aus-
trocknen, ... Es: ist..nicht au’fürchten, dafs, wenn
ınan. nur zeinlich verfährt,..das Papier befleckt oder
verunstaltet "werde. :Die Erfahrung bei meinen
Flechten berechtigt wich auch: hier zur‘ Hoffnung
des glücklichsten Erfolgs.»
Wiesloch, «©: Wien N Möncklin
W-Ankündigung
einer Sammlung deutscher Flechten von Dr. Ernst
Meyer. der Medizin zu Göttingen.
Es ist in der That auffallend, wie sehr die Flech-
tenkunde ini Verhältnifs zur Mooskunde, vernach-
lässigt wird; und doch sollte man glauben, dafs
eine Pflanzenfamilie, welche vorzugsweise den Phyx
siologen und Geographen wichlig ist, gerade zu uns
serer Zeit,ein allgemeineres Interesse erregen mülste,
Iıre ich nicht, so liegt der Grund dieser Erscheis
nung weniger :in der Schwierigkeit des ‚Studinme
der Flechten an sich, — den dieses würde nur mehr
dazu anfeuern, — als in der Beschaffenheit der
vorhandenen Hülfsmittel. Nirgends zeigt sich deut=
licher ala kier der Nachtheil nicht nur zu ‚früh auf»
\
‘054
gestellter,. und daher wiedernatüülicher Systeme, als
‚auch zu feiner, und daher ins Unbestimmte zerflies-
sender. Unterscheidung der Formen, Zwar sehen
wir ‚jetst von mehren Seiten vielversprecherndeh
Werken für die Flechtenkunde entgegen;: sollen s®
aber in einem ausgedehutern Kreise Einfluß. gewin-
nen, 'so mülsen die Objekte,. auf. welche sie sich
beziehen werden, wenigstens zum ‚Theil schon im
Voraus allgemeiner bekannt seyn, .als..es bisher der
Fall war, Aus diesenrdGesiohtspunkt bitte ich die
Fleehtensammlung; welohe:ich hiermit zu Kauf und
Tausch ‚anbiete, su betrachten. - Elörke’s klasst
sche Sammlung würde auch diesem Zwecke voll
kommen entsprechen, wenn "sie nicht theils zu kost-
bar, theils schon zu weit vorgerückt wäre, um i#
die Hände recht vieler Botaniker zu gelangen, Eine
wohlfeilere Sammlung in grolsen gewählten Exem-
plaren, nach Art der Schleicherschen, darf sich da
her neben jener wohl eine günstige Aufnahme
versprechen,
Und keine Gegend eignet sich. vielleicht besset,
zu diesem Unternehmen, als die Umgegend des Har-
zes. Die meisten Arten werde ich genau von den»
selben Standorten liefern können, an denen schon
Weis, Weber, Ehrhart, Hoffmann, Viersoom
Schrader, Bernhardi, u,a, sie beobachteten und
sammelten. Auch. beritze ich von vielen Arten
entweder selbst Originalexemplare jener Männer;
oder hatte doch Gelegenheit, solche au sehen und
mit andern von Acharius zu vergleichen. Hier
durch bin ich in den Stand gesetzt, meiner Samın-
255
lung, wiewohl sie zunächst für Anfänger bestimmt
ist, zugleich einen. höhern wissehschaftlichen: Wertk
zu ertheiley — ©: har oe -
Sobald die dringendsten Kosten der’ Heraus-
gabe dıirch eine'mälsige Anzahl‘ von Subsotibenten
gedeckt seyn werden, ' sollen die’ Flechten in mögt
lichst schnell aufeinander folgenden -Deeaden: ort
scheinen. Jede ‚Ast! wird nit: NeimmtailNedmen,
und denjenigeh’Sjnonymen, deren Richtigkeit ich
verbürgen: Wahn, so ‘wie mi® genauer Angabe des
Wohnorts versehen werden; "So weit es thunlich
ist, ’soll' Atharii' Synopsis‘ methodica Lichenum,
1814, als. der neneste Versuch, einer allgemeinen
Aufzählung der. Flechten, zum Gunnde gelegt werden;
Der Kaufpreis für die’ ‚Srste halbe. Centurre]
welche ich in. der Mitte, lee Sommers Hefern ay
können gedanke, ist ı Dukaten Gold, Für. diesen
Preis wird”die Sammlung auch in Leipzig, Regens-
burg. und an mehrern künftig anzugebenden Orten zu
haben seyn.‘ Sehr gern werde ich auch Flechten
gegen Flechten austauschen, zumal gegen solche,
welche ind! nördlichen Deutschland selten oder gan
nicht vorkommen, undin solcher Anzahl der Exem-
plare von einzelnen Arten, dal ich davon für meine
Sammlung Gebrauch machen kann, Schließlich
wage ich noch die Bitte an alle Botaniker, mit
denen ich in Verbindung zu stehen die Ehre habe,
und unter-ihnen namentlich an
Herrn Professor Hornschuch in Greifswald.
on — . Reichenbach in Dresden...
m Hoppe in Regensburg,
PT 0
„Herrn Präsident, Naes v,.Esenbeck.in Bang
;, 7, Medizinalrath Ziz in Mainz. .. an
— Professor Brunner im Bern. oroys
ed en 0 Seringe in Gent, . :
dafs. sie durch. Anuahme von Subscription may
‚ Unternehmen geneigt, Au. befördern. ‚mix nicht, ver
‘sagen. wollen, , -. Fe!
Göttingen. den 1, "März 1800, mb nat
wohin" vu. ‚Erust ‚Meye: Ryan. ZW
2ua.n Doktor dem Medizin a Rriyatdomet
een ne Neara gene one
, ‚ (Botanisch - ‚orthographische üher, den tauschen
Mn von Filix.) .
‘Als älere' Behiker noch keins K&hninil von
Eike arboreae! hatten, unterschieden. sie durch. die
Benennung ‚Farrenkraut, eine Filix binlänglich, von
einem Farren, dem Thiere, Jetzt scheint hier an
eine bessere Unterscheidung eintreten Zu‘ mülsEh
da das Wort Kraut wegfällt, und. nun (die Bobs
ker ganz unübereinstinimend Farn, Faro, F Bann
schreiben. Adelung und Campe haben Farı-
kraut und verwerfen Farrenkraut. ® Englisch Te,
Farre, plur, Farreii, ein bekanntes vierfülsiges Thien
Die Botaniker erlauben sich zur Bezeichnung, AM
Pflanze, wie gesagt, das Wort Farren oder nahen
-(Plar.?) das die Wörterbücher gar nicht I en.
Wäre es nicht eine zweckmälsige Neuerung, gleioh-
förmig im Singular: der Farn, und im :Plural: die
Farne, ein für allemal anzunehmen ? oder wäre
es noch besser, das Wort als nentrum zu gebrau-
chen? — In Niedersachsen, wo man auf richtige
Aussprache viel mehr Rücksicht nimmt, als in Ober-
sachsen, hört man durchgängig das Wort Fahreu-
oder Faarnkraut, um es dadurch schon in der Aus
sprache von Farre, dem Thier, zu unterscheidet.
Auch Kirsch schreibt : Waldfahren. Wäre es da-
her wohl zweckmälsig das h mit einzuschalten ?
Flora
oder
Botanische Zeitung
Nro. ı7. Regensburg, am 7. Mai 1822. ‘
„u Reiseberichte
De winter hat denn endlich meine immer-
währenden Reisen und Exkursionen eingestellt, und
gönnt mir Mulse, um theils meine Beute zu ordnen,
theils meine. entfernten Freunde an: mich zu erin- _
‚nern. Ich habe Ende März vergangenen Jahıs Wien
verlalsen, und bin sehr schnell nach Mailand ge«
xeist, doch hatte ich so viel Zeit bei Tarvis den
Crocu s albillorus, bei Gemona Saxifraga hurseriana
zu pflücken, Dem ganzen April und Mäi nahm mich
Mars in Anspruch und ich konnte nur so hie und
da in den Umgebüngen von Allessandriaund an den
'Füfsen der Bochettä Floren einen Fröhlings Straufs
‚entreilsen; Mittler Weile aber sandte ich Herrn
Braun, der mir von Klagenfurt aus gefolgt war;
nach Genue, : Die Ausbeute die er gemacht, enthält
die Beilage A. Einde Mai’s besuchte ich Pavia, wo
ich an Hrn. Prof, Moretti einen sehr eifrigen Be-.
förderer. unserer Botanik, einen ziemlich reichen
Garten, utid manches interessante Pflänzchen in den
Umgegend.fänd, Von da gierig es nach Parma, wo.
ich-Hra, Jan im Sammeln und Ordnen begeiffen,
R
958
fand. In Modena traf ich Hrn, Brignoli mit der
Anlage des kleinen aber recht arligen Gartens bes
'schäftigt, sein Herbarium hatte etwas gelitten. lelı
gieng inuh über die Apeninnen, die ich. batanisir
xend durchzog, Den 3. Jun, war ich auf dem
noch ganz mit Schnee bedeckten monte Cimone, Üe- .
berraschend ist der Uebertritt von der nördlichen
Seite dieses Italien theilenden Gebürges in die süd«"
liche. Die ganze Vegetation ist verändert, und
wenn man gegen Pistoja herab kömmt, findet man
sich umringt mit südlichern Pflanzen; Campanula
medium.an allen Felsen hieng mir ihre prachtvelle
Glocken in den Wagen. . In Lucca war ich länge-
re Zeit. um die reiche Umgegend zu untersuchen;
am interessantesten fand ich die kalkigten Hügel
gegen.die Bäder von Pisa. Einen reichen Genuls
gewährte mir am letzten Orte die Bekanntschaft
des Hrn, Prof, Savi, der in einem der schönsten
botanischen Gärten, die. ich, ausgenommen Paris,
: kenne, der Flora auch würdig huldigt; seine Lieb»
lings- Familie die Trifolien, standen eben sehr ge»
pflegt in voller Blüthe. , Die Gegend um Pisa ist
sehr botanisch interessant, eben so das Seeufer bis
Livorno, wo ich manches Pflänzehen aus der Kre*
tischen Fler fand, Ich wandte mich ‚jetzt immen
“mehr sitdwärts, und glaube dals die noch so weniß
untersuchten Abruzzos die reichsten Ausbeäten lie
‚Tern würden. Endlich ‚mußte ich: mich. wieder
nordwärts drehen. Anfangs. Juli kam ich in flo-
renz an, wo ich an Hrn. Tarzony.- Tapetti. ei
nen äusserst gefälligen Mann, aber Eloren eban nicht
abg
gehuldigt fand; es ist, als wenn das ewige Früh-
jahr, das in diesen Gegenden herrscht, die Men«
‚schen minder empfänglich für Natur und ihre Unter-
suchung, machte. Zum zweitenmale’ übersetzte ich
die Apeninnen, jetzt schon sehr’ von, der Sonne
‚ausgebrannt, und fand den ersten ‚Sehatten ‚erst in
dem. freundlichen Bologna ‚wieder. -Han® Professat
Bertoloni wärkt und ıschafft da .ala..einer .der
gründlichsten ‚tbätigsten Priester der Blumengöttin,
und wir können grofses von ihm erwarten,. Zwär
wendet er sein Auge ‚selbst über die Meere, aber
vernachläfsigt defswegen nicht die heimische Flur,
— ‘Sehr gestärkt und getrögtet .eilte ich, um
meine Beute, die nebst einigen. mäneralogischen
Sammlungen für 2 Postpferde schon. zusschwer ge-
worden war, in Mailand abzuladen, : ;Naok' kurzer
Rast gieng.ich nach Novarra, wo ich Hrn. Biroly,
ehemals Professor der Botanik in Turin, kennen
lernte. Er beschäftigt. sich mit Beschreibung. eini-
ger neuen Phyteuma, einer Familie, die wirklich
recht nothwendig einer Revision bedarf.— In Tu-
rin wo damals eben Hr, Piottaz, Vorsteher des’
botanischen Gartens gestorben, war Herr Capelli
Professor der Botanik. Den Garten fand ich sehr
reich an Allions Pflanzen; auf der Superga und
den Umgebungen Turins ward auch mancher
Fund gemacht, und nun begab ich'mich längs dem
Val d’Aosta an dem Fulse des monte Rosa an den
Lago d’orta, ein viel zu wenig noch gekanntes Pa-
vadies, dann über den Lago Maggiore zurück nach
Mailand, Anfangs August untersuchte ich die Uma .
Ra
360
‚ "gebung. von Como am See aufwärts bis in die Val-
-seline, Destidg den B. August den höchst interessanten
Monte Legnone von Calico aus, und kam über Leces
:wieder nach Mailand zurück, Nur einen ‘Tag hielt
-es mich in den heifsen Mauern, dann gieng ich nach
!Varese und von dort an den Luganer See. Zu sehr
hatte mich der so wenig gekannte Monte Rosa Im:
'mer ‘angezogen, um jetzt wo er mir so nahe Ing,
nicht meine Nengierde aufs höchste zu steigern.
“Ich gieng nach Mailand zurück, dort mich mit
Hälfsmitteln und Instrementen aller Art zu vers
hen, umd. trat dann getrost meine Reise über Orts,
Varallo und das Thal der Sessia an. Den 25. Au-
gust um 5 Uhr Abends stand ich 12048 Pariser Fuß
hoch: auf einer Zinne des Monte Rosa, noch im-
“mer: hicht der höclısten, die ich aber nur um 5*
‚400! höher halte. Die Luft war hier so fein, dal _
es mir mein Blnt nach den fingerspitzen, das
Quecksilber aus der buxbaumenen Kapsel trieb,
mein Puls schlug ı05 in einer Minute, 2 Grade
noch ‚ober Null stand der Thermometer, Was ich
‚auf meinem beschwerlichen Wege der Flora ent
zissen, zeigt die Anlage B, was ich in mineralögl-
scher Beziehung gesammelt, konnte ich nicht mit-
fortbringen. In letzterer Beziehung halte ich den
Monte Rosa noch weit interessanter, als in botani- |
scher; seine Vegetation habe ich mit der von |
Legnone viel übereinltimmend gefunden, Ich hatte
lange Zeit zu thun, um mich von den wirklich über-
menschlichen Fatiguen zu erholen, die eine solch®
Reise nach sich zieht, dooh ist der Monte Rosa weit
36%.
leichter zu ersteigen als der Mont Blanc, ‚an, dem.
ich mich vor mehreren Jahren. vergebens versuch-
te 3.ungl. weit lohnendgr,in jeder Beziehung. Meine.
kleine.BReise wird mit;alten Beobachtungen, die sie.
veranlalste, in der Biblioteca italiana, sinem hiey,
von Hrg..Acerbi yeigierten Jourmale,. erscheinen
Ur. A, ist..durch seige. ‚Beige: nach, Bar Cap, Nardı
bekannt, und ihm ‚vordanke, ich eine, a, Aonr.
ländliacher. und norwegischer Origigal- Pflanfeyy, abe;
Bulbecodium bulbosum, Ruhus argtieus, Dia-,
pensia lapponica, Cornug suecica. ; Es jst auffal-, ,
lend, dafs Allion, der in seiner, Flovgı.pgdemon-,
tana ganz Piemont upterspobte, keine einzige ‚Pilan-; ,
ze in der Nähe des Malite Bosa aufähri;- die, ganze.
Gegend verdient einer noch. sehx ‚genaagp Upter-.
suchung, indem. diessg Alpenatock. wirklich. ‚von,
einer gang; eigenen Beschaffenheit ist. Ich. werde,
meine Reise dahin diesen Sommer bestimmt wie-.
derholen, wenn es meine übrigen Verhältnifse nur,
immer gestatten. Für dieses vergangene Jahr war,
die Ausflucht nach dem Monte Rosa meine letzte
großse; die nähern Umgebungen Mailands. und die
* Gärter von Desio, Monza, Affori, Cinisella und Lai-.
nate beschäftigten meine Aufmerksamkeit;.: meine,
zahlreichen Sammlungen und die Ordnung meiner.
Erndien. meine übrigen freyen Augenblicke. Ich
’
‚mufs nun auch meine Korrespondenz wieder an-
binden, und die entfernten Freunde an ‚mich erin-
nern., Mit Montpellier, Rom, Neapel und Palermo
bin ich in stelem Verkehr, nun habe ich denn auch.
einen Versuch gemacht mir von Sardinien, einiges
362
botahiidhe Wversöhaffen. Was ich bis jetzt ge-
orinetl, von dem theile Ich Ihnen eine Centurie
wit? ich stehe jedem Liebhaber der Botanik"mit
meindir Doublellen gegen’ Tausch zu Diensten, und:
wünsche‘ nur ‘alles’ portofrei ach 'Regensburg bei
linen 'zü'depöfffren, wohit ich dann auch meine
Sendung eböir’so will gelang&h lafsen.‘— Meire
Ihnen Getzt und‘ felner‘ noch mitzutheilenden
Planzeit wühschte ich zur‘ gelegenen’ Zeit mit’ Ih-
ren Bemerkunkeri"versehen!”Ü"'Wäs. wir bier im'Ita-
lien file "Botänik ’zu ehwärten haben, wird uns am
ersteii WINTARh" Feder der HH; Moretti und’ Ber-
tolomi züflielsen, Ersterer "arbeitet unausgesetzt
an einer Flora Italiae, und hat’ defshalb im vergar-
genen Snmmer eine botanische' 'Reise bis Neapel
gemacht; er ist ganz’ der Mann von dem wir ei-
was gründliches erwarten köndet.— Der zweite
ist"im Begriffe ‘eine Synopsis der Pilanzen Italiens
herauszugeben, in die er jedoch nur jene aufneh-
men will, die’ er selbst gesehen und untersucht hat;
die Amoenitates etc, werden ebenfalls. von ihm fort-
gesetzt, und es wäre sehr zu wünschen, dafs alle
die einzelnen Broschürefi und "Aufsätze, die Theil-
weise in 'Verschiedenen‘ italienischen Zeitschriften
erscheineii!' "auch besonders abgedruckt zu haben
wären.— ‚Ein Hr; Re hät ieue addenda ad floram
pedemontanam geschriebeh; aber das versauert al-
les auf dein Platze, wo' es gewachsen, denn elender
giebt es in der Welt nichts, als den Buchhandel hier
zu Lande.
Mailand. v. Welden, Ober
265
'Prodromus ‚der Mai-Flora um Genua,
(Beilage A.) “
j I, In 'muribus, .
Alyssum maritimum, Cineraria maritlina, ‚Arie
folium 'marilimum, Plantägo Coronopus,' Valetiana
rubra, Hyöseris foelida, 'At&naria maritima), Füina-
ria? Hy osciamus albus, Sedum maritfihukn. vv.
air ur m Ahle” Wieiajszere ET Br |
>
":Säloig Verbenata, Chelidonium geäReiten,. An- .
eusä’itallca, Arum, italicum (cum Fructibüs), Sero-
ir
ß
phularia canına,
Ju, In möntibus' Bocheita, "
* Lithospermum p Ppurpureö- -coeruleum, Echium. ita-
Iicum, Serapias cordigera, Ophrys Specnlum, Örchis
globosa, Artopogon Dälechampii, Rosa : sepium,, Ci-
stus fumana, Antheticum Eiliagd, ‘Aquilegia valgäris,
villosa, Asparagus acntifolius, Briza major, Cytisus
tillorus ? ‚sessilifolius, 'Labufnum, Coronilla Eme-
sus, Erica arborea, Satureja moütana, Orohahıche
ernenta, Ornithogalum' 'narbonense, Hyacinthus race-
mesus, comosus, Rosa? "Tamus communis, Trifolium.
angustifolium, incarnatum, stellatum, Globularia vul-
gäris, Ruübia tinetorum, Uerastium. semidecandrum,
Rösnjariklis oficinalis, Mespilus gexihahlea, Cyno-
glosssıum omphaloides, ‚Buscus aculealus, Cistus oe-
Sandiens,. Anemone:' "irolia, Orchis pallens, saıı-
bucina, "Helleborus' Toelidus, Dentaria buülbifera,
Quercus Bubescens, Castanea. sativa nana, Tussilago
hybrida, ' niyea, paradoxa, Saponaria ocymoides, Co-
tyledon umpbiculus, Asphodelus ramosıs, Saxifraga
bulbifexa, Spartium seoparium, Valantia glabra, Va-
264 — "
leriana coyonata, Luzula flavesgens, nivea, Achilles,
compacta, tomentosa, Astragalus monspeliensis, Cy-
noglossum oficinale ? ‚Genista? Melissa grandillora,
Orchis hifplia, pyramidalis, Plantago Payllium, Po«
tentilla rupestris ? Helleborus viridis, niger, Coch-
learia. Draba, Cheiranthus annuug, Arum macnlatum,
Allium ürsinum, un Zr
IV. In aquae ductis et monte Diamänte
Trifolium fragiferum, ruhens, Convolvulus.can-
tabriga, Soirpus Holoschoenus, Lonicera. efrusca,
Schoenus fuscus et maximus? Gentiana lutea}} Lo-'
tus hirsutus,. Potentilla ? Ophris insectifera, Orchis
variegata, Linum visoosum, gallicum, Dozyoujum
monspeliense ? Catananche ‚goerulea, -Blitum virge-
tum, Anagallis caerulea, Allium roseum, Adiantkum
capillus veneris, Psöralea bituminosa, Hyperieum
calyoinum, un :
V. In mari mediterraneo. . i
Fneng spiralis, ericoides, alatus, baceilerug, fog-,
nienlaoens, corneus, eristatus— ? ‚Ceramium rupeafte,
violaceum, Ulva lactuca, intestinalis, Ceramium f
lum, Conferva ? hellen
Hiezu füge ich noch meine späteren Acgnisitio-
nen aus der Riviera di Genua, nach Hrn, Prof,
Viviani bestimmt,
Santolina pinnata, ‚Lithospermum gramtaifo-
lium, Echium calycinnm, Potamogetom oblongum,
Orchis brevicorna, Tritieum ymnilaterale, Halleri,
Bellium dentatum, bellidioidis, Gnaphalium bellidi-
florum, Galium pyrenaicum, Phyllirea angustifolig,
Andxopogon distachion,, . Convolvulus Soldanella,
Wi
265
sltheoidee, Dancus Gingidium, 3 Myosotis.. ‚apala,
Daphne Gnidium, Cneorum, Tarton -raira, —.
Prodromus einer Flora des monte Rosa, gesam- .
melt am 24 und 25, "August 1821,
(Beilage.B,). ..
Primula villosa, farinoss, Cerastium carinthia-
cum, alpinum, Saxifraga oppgaitifelia, aspera,,ai-
zoides, ‚masehata, andrasaceq, gaespitosa, cuneifolia,
autumnalis,, ‚pyramidalis, ‚Seguiari,. brioides; ‚exarata
pedemontana, Valderii, Vandelik, Bellardi,. Mya-
sofis nana,; alpestris, Iberis rotundifolia, Lepidium
„alpinum, Achillea nana, moschata, macrephylia,
Pianthus superbus, plumarius, alpinus,; Chrysanthe-,
. mum montanum, alpinum, Silene rupestrig,' valle-
giaca, Aretia rubra, alpina, tomentosa, Phyteumg
humilis, Charestae, + erbieulanis,;. Charmeliniden »
Alliuy alpiomm, Carduus .transalpinus,. acanthoiges;
Gentiang germanica,. verna, imbricata, Ranuncen-
Ius glacialis, Columnae, montanus, Campannla.bar-
bata, incisa, 'Trachelium‘, 'Gnaphalium sylvaticum,
Leontopodium;, Astrantia’minor, Senecio incanus,
unillorus, abrofanifolius, parviflorus, linifolius,
Peditularis geminiflora, gyroflexa, tuberosa, hit
suta, ilammea, Trifolium alpinum, caespitosum, Apar-
gia crocea, Hieracium alpinum, sabaudum, Stachys
alpina, Phleum alpinum, Arabis pumila, alpina, Ve-
sonica alpina, Soldanella Clusii, Tussilago alpestris,
Statice aumeria, Artemisia glacialis, spicata, Ryc-
eoni, Adoxa moschatellina, Serratula alpina, Draba
‘ aizoides, pyrenaica, Juneus Jacquini, Dryas octope-
tala, Salix yetusa, Antirrhinum alpinum, Geum
266
montanıtm, Carlamine asarifolia, alpina, resedifos
lia, Bupleurum rantheuloides, junceum, Gerardi,
Valeıana Saliunca, Asperäla hexaphylia, Pinguicula
grandillora.
2 Pflanzenverzeichnisse,
‘ Nachtrag zu Hrn, M, D; Presl’s Flora cechica;
«
-" von Hrn. Canzellist Opiz*).
Veronica orchidea Crahz. In derScharka Benesch,
»— fruticulosa L.:daf'dein Riesengebirge Hackl."
-tenerrima Bekihridt,’ Auf der Hezinsel.
u: Ohrtrhaediryd biktümbrosa Opitz (W. Attermedin
+ Steritbeerg.) Um Caslan. °
Einoneit Ittetiana glabresoens 0) piz. Foltis ordati
"Bei. Pardubie;
Seine BHoloschönus L, Zwischen Bischkowie und
« Liebie, Lobkowiec, Kostelecky., j
# Panioum purpurascens, Opia. Um Prag, Töplir.
Poa pratensis L, vaginis pilosis, culmo- altissimo,
Semin,
ren rm glauca Opiz. Bei Semin.
‚,effusa:W. etK, Auf dem Dablizerberg bei Prag
Bromusmollismonostaolyos O piz. Bei Prag, Pardabis,
Avana sirigosaSchreber (non Vogler). Um Deutsch“
‚brod, Polna und im -Bunzlauer Krein,
* Agropyram mucronstum Opiz. Um Prag auf dem
. Laurenzberg.
Elymus arenarius L, Um Prag. Mann.
Vaillantia saccharata Gmelin. Vor dem Poricerior
‚bei Prag,
”) NErFuNen ist der erste Finder beigasetzt; die übrigen
sind von mir selbst zuerst gefunden worden. o
t
Pluntagö' niarftima L, J. Neumann.
o — dentata Roth, J, Neumann.
Alchemilla’HiYhrida Pers.
| — palmatifida Tausch.
ie multicaulis Tausch,
— truncata Tausch.
Potamogeton densum L. Auf der Hft. Pardubic.
%._ pancifolium' Oipiz, Ebendäselbst. °
* _. serrulatum Opiz. Ebendaselbst.
Sagina procumbens fl. pleno bei 'Semin.
* Myosotis verna Opiz, Um Prag, Semin.
— lingulata Schulz. An der sächsischen Gränze
auf Gebirgswiesen. *
Cynoglossum ofäcinale ff, albo. Spin ne,
Primula Columnae Tenote. ' Bei’ Prag. "Faso,
Solanım dulcdmara folis” omnilius integeirknis,
| "Schmidt." m
| — miniatum Bernhardi. Um Prag.
Cynanchum medium’ Brown. Bei Trubeschiz Ca-
« , . no.
! Jauer Kreises,
Campanula 'tenuifolia Hoffm. Um Prag,
— reniformis Lamark.
— Scheuchzeri Villars, Auf den Vorgebirgswie-"
sen des Riesengebirgs.
-— Trachelium' flöre albo. —
Chenopodium 'nurale L, In Prag herrschend,
"— acutifolium Kitaibel. Ebendaselbst,
Atriplex 5% (In Hrn. Dr, Presl’s Hexbar. als
“ Atriplök patula) Um Prag. Presl, u
Allium arenerium L, An der Stephansüberfuhr,
Kostelecky,
|
|
j
u
&
68
‚Rumex nemorofus- Schrader, In den, tnpadlan
Wäldern Caslauer Kreises. , . le. Mi
Arenaria heieromalla Pers. Um Stulwenz.: LER
» Cerastium brachypetalum Berg, In, „Auer. Pogbabn
auf dem Laurenzberg, OL Lee
Rosa elliptica Tausch, Be ln
j — humilis Tausch, > n
am albiflora. Opiz,;, Calicibus .ovatis. Hedunenlisque
glabris solitariis, petiolis cauleque aculeis adun-
cis, folialis langeolatis, subtus. glandulosa - pu-
bescgntibus, seryaturis incisis, duplicato - tenuis-
‚sime serratis.. Um Kuchelbad,. -
.- — coriacea. Opiz. Calicibus ovatis peduncnlisque
glabris, aculeis.canlipis:aduncis, foliolis ovatis,
‚glanduloseo - dnplivato. serratis, venis subius per,
‚„Biglisque villasis, Auf!dem Laurenzberg, :
Har — lanceolata. Opiz. Calicibus ovatig "peduncnlis-
que glabris, :aculeis eaulinis adungis,, foliolis
„.Janagplatis, glanduloso simpliciter acute serratis
glabris, petiolis pubescentibus, In Kuchelbad,
— pilosa Opiz. ‚Calieibus ovatis, peduneulisque
Br aculeis caulinis aduneis, foliolis lato.-
..,ovatis, subduplicato - serralis, pilosiusonlis, pr
tiolis pilosis, Um Kuchelbad.
* — pilosiuscula Opiz. Calicibus avatis pedungy-
lisque glabris, aculeis caulinis aduneis, foliolia
ovatis,. duplicato - serratis, pilosjuseulis, coria-
‚5 geis, petiolis pubescentihns, Um Kuchelbad.
+ — glaucifolig Opiaz. Galicibus ovatis pedungulis-
que ‚glabris, aculeis caulinis aduncis,, Loliolis
lato - ovatis duplicato - serratis glahris, syblus
>
“* * .
glaucis, petiolis pubösoontibus glandulisque ad:
“. gregatis.. Bei Kuchelbad. - - : einen
Rubus frulicosus L, (RB, candicans: Weihe) b bei Erg
”— coaesius agrestis Weihe i v3
— — 'palustris W,.
_ dumetorum w.
.—— .— foliis tomentosis’ m.. }
— rhamnifoliis-:W, Un Krummaı, Jungb: auer,
== praevox Jastigiatus W. ‚Auf. der Hf P Feräubie
alle ia ie -
— — plisatus W, .2.0.: eh,
-' velicaulis Köhler, . Um Hermannmeiter
Harant, ;
— heptaphyllüs Opiz. „Bei Pardubie. . Zu
Potentilla Lindackeri Tausch, . Ar
— collina?. Um Töplitz. : .
Aconitum gracile Reichenbach, Bei Seslan,
— rigidum R. Im Riesengrund.
— amoenum RB, Im Isergebirge, _ ed
—- Cammarum L, 2 Be
— Clusü BR Br
Hypericum Kohlianum Sprengel. Neumann. :
Ranunculus nemorosus DeCand, Um Töpliz. .. -
Ajuga foliosa Trattinnick, Um Töpliz, ’
% Thymus serratus Opiz. Im Riesengebirg.
Nepeta pannonica Jacg. In Choltic. Hackl.
Mentha rotundifolia L, Am Schmernbach. Gral’
Chotek.
rcitvata Ehrbi Um Krumman. Tungbauet.
* Capsella apetala Opizı Um Prag, Welting, Top-
liz, Bilin; Schlan.
— — simplicifolia Opiz Übendaselbst,
Corydalie albiflora:Kitaibel: Um Prag. .';
* Polygala montana Opiz (vide ‚Hesperus). Um
..tAumbnrg, Töpliz.. u 01
— amara L. Um Leitmeriz, Hackl.
Genista. germanica inermis Pers... Um Tupadl.
Vitia tenuifolia Roth. Um Prag.
— cordata Wulfen,. Ebendaselbst, -
. _—— acuta Schleicher. Ebendäselbst.
* Astragalus Pseudo - Cicer, Opiz, caulescens, pro-
‚stealus, foliolis glabriusculis lanceolatis acatis,
: ‚stipulis:lanceolalis, racemis: pedunculatis, folüis
breyioribus, Im Caslauer Kreis, ,
Cytisns canescens Maly. Um Melnik. Maly.
Hieracium decipiens Tausch.
Tragopogon orientale L. In Böhmen,
Cnieus heterophylius 'gazaniaefolius Opiz. Be
Adersbach,
Carlina acaulis et vulgaris. L,
. Jacobaea paludosa.. Um Podibrad Kostelecky.
Centanrea nigra L. Bei Glorgno, Mann.
Ophrys monorchis L. Um Hohenfurth, Nenning
Euphorbia lucida W. et K, Um Daschie,
Amaranthus Berehtoldii Seidel. Um Prag, Seid el.
* Salix hybrida Opiz (v. Hesperus). Am Glazer
Schneeberg,
— laxa Host.. u
IL Vorschläge
(Vorschlag zur Aufstellung einiger neuen Moos-
'Gattungen,)
In dem vortreflichen Werke Bridel’s, der
Muscologie viertem Theile, sind in der vorausge-
aqı
schickten Geschlechtstafel, unter der an Arten reich.
sten dritten Classe folgende drei Ordnungen aufge-
stellt: ı)Acrocarpi seu fruetü terminali, 2) Pleu-
rocarpi seu fructu laterali- und ‚3) Entophyllo-
carpi eu fructu in duplicatura folii. So reich
die erstern beiden Ordnungen an Gattungen sind
(es sind deren über 50 verzeiflinet), so unbedeu-
tend erscheint. die ‚dritte, die. nur Octodieerys-
und Fissidens umfalst. Beide standen sonst fieben
in mit dem jene, wie bekannt, im Pe-
ristom übereinstimmen; nimmt man jedoch auf den
Habitus Rücksicht, und in wiefern Gattungen in na-
türlicher Verwandtschaft zu einander stehen, so sieht
man wohl das Gezwungene jener, Zusammenstellung,
‚denn Fissidens und Octodiceras-schlielseh sich
weder an die mit Dieranurk "zunächst verwäntlen
Gattungen Coscinodon, Trematodon, Weissia,
noch auch an Racomitrium, Trichostomum
und Desmatodon an, es war daher gewils der
Natur sehr angemessen, diese’ Gattungen ats ihrem
vorigen Platz zu verdrängen, und in einer neuen
Abtheilung aufzustellen, sollten sie auch einstweilen
die einzigen seyn, die diese Ordnung zieren &e. -
Es dürfte vielleicht nicht schwer fallen, diese
Ordnung zu bereichern, wenn nicht zu fürchten
stünde, dals eine noclı gröfsere Theilung der Moos-
gattungen mehr nachtheilig als nützlich wäre; ein
nicht ganz unbedeutender ‚Gewinn würde übrigens
der seyn, dals die Gattungen dann immer weniger
heterogene -Arten unter sich vereinigen, und, die-
scm Ziel sind wir duxch Bridel’s neu aufgestellte
en
Kbtheilongen und Gattungen schon ziemlich" nal
‚gebracht worden, Vor allen andern, glaube ich,
wäre, das von den übrigen Gymnostomis so ganz
abweichende Gymn, pennatum aus dieser Gat-
tung zu ätreichen, wieder Zu einer eignen Gat-
‚tung zu erheben, und unter die Entophyllocar-
‚pi zu verseizen, welche Ordnung nun ebenfalls
in der zweiten Klasse, Gymnostomi nach Bridel
aufzustellen wäre. Da der früher von Weber und
Mohr für dieses‘ Moos ausgesprochene Gattungs-
name Schistostega nicht wolıl passend ist, so wäre
dafür ein anderer zu wählen. Hiedurch würde de
Gattung Gymnostomum von einer ‚Art befreiet,
‘die mit derselbeii äusser der Kapselmündung nichts
‚gemein bat, und von der man doch woll mit eben
dem Rechte, als bei Fissidens sagen kann, dals die
Frucht aus der Duplicatur des Blattes komme. Auch
‚unter mehreren andern Gattungen finden sich Ar»
ten, die diesen Entophyllocarpis zu entsprechen
scheinen, und vielleicht als eigne Gettungen aufge-
stelli zu werden verdienten, ich zähle Richer die
Neckerae complanatae, die Leskiae complänatae,
die Hypna fissidentoidea nach Bridel und dit
‚ganze Gattung Pterigophyllum Br. Wir hätten
demnach für die Ordnung Eutophyllocarpi fel«
gende Gattungen:
Cl. 1, Gymnostomi, Ordo II, Entophyl-
locarpi. Gymäost, pennatum. Cl I. Peristomi.
Ordo U, Entophyllocarpi. Octodiceras. Fis
sidens, Neckerae comp, Leskiae comp. Ple-
rigophyllum. Hypna fissidentoidea.
Eine Zusammenstellung von Gattungen, die der
Natur angemessen scheint und die unter sich viel
Analogie zeigen.: Den Eingeweihteren der Moos
kunde sey es überlassen, zu beuriheilen, ob diese
Skizze einer weitern Ausführung werih ist, ode
ob wir uns mit Bridels schöner Anordnung b#
guügen wollen,
Flora
Botanische Zeitung.
_Nro. 18. Regensburg, am ı4. Mai 1802.
u |
L. Aufsätze
Botänische Bemerkungen; von Herrn Max
von Üechtritz.
N ur die schaffende Natur vertheilte und be-
stimmte die Pflanzenspecies. Die Gesetze, nach wel-
chen sie hierbei handelte, kennen wir nicht; Ahn-
dung ist keine Gewifsheit; Mancher, der vormehm
herabschanend auf die Armen, denen .das innere
- Licht, verschlossen blieb, . die tiefere Entwickelung
des vegetabilen Bildungstypus .ergründet zu haben
glaubt, umarmt gleich Ixion nur eine -Nebelwolke,
Die Botaniker könrien in jenem Sinne keine Spe-
zies schaffen; denn diese sind schon vorbanden,
Und doch wird von 2 ı/2 Drittheil derselben nach
trocknen oder eultivirten oder gar nur abgebilde-
ten Pilanzen - Exemplaren rüstig fort specifizirt und
generirt, Umsonst giebt die Natur Fingerzeige, de-
ren besonnene Beachtung uns allein darauf hinfüh-
ren kann, dals wir die ächten Species von den fal«
schen zu erkennen und ‚abzusondern vermögen,
Dazu gehört freilich, dafs man beim Botanisiren im
Freyen die geistigen Augen eben so gut anstrenge,
Ss
> BE
. Pass ” ?
als die leiblichen. Zum Belege des Gesagten diene
folgendes Beispiel !
Das T eplizer Thal ( ein‘ Seitenarm des zofsen
Waagthales) im Trentschiner Comitat Ungarns ft
ein wahrer Rosengarten. Ich hätte mir getraut, we-
nigstens zehn Rosenspecies aus den Rosenbosguets,
die dort alle Kalkfelsen und Strafsenränder bede-
cken, herauszusnuchen. "Allein (was ich in nördli-
chen Gegenden in djegem ‚Grade nie fand) ein und
derselbe Strauch lieferte mir „zuweilen 2 Species
an verschiedenen Agsten, ‚der ‚Halbspezies zu ge-
schweigen, die fürs Herbarium oder für Momogra-
phien n. s, w. sich künstlich und botanisch - ge-
lehrt zubereiten lielsen. Am meisten änderten die.
Braoteen wie die Form der Blätter. So reduzirte
sich jene Summe auf Rosae caninae Varietates
(Rosa solstitialis Besser Paliz, schien vorzuher-
schen), Rosa rubiginosa.(hier zumal die Variet,
minor Rochel pl, sico, hung.) und obschon spa'-
sam Rosa cinnamomea (collincola Ehrh;), Hätte
ich nun trockene Exemplare jener Rosen mit eini-
ger hotanischer Auswahl an gründliche nordische
Botaniker (etwa an einen Rosenmonographisten)
versehdet; wer könnte es ihnen verargen, wenn sie
zumal. einige ihnen nie zu Gesicht gekommene ' ‚süd-
liche Rosengebildey:als gute Species sofort auf- und
annähment Auf diese Art wird das botan; Publi-
kum in unsern Tagen getäuscht und die Species-
verwirrung wergrölsert, ohne: dafs die Täuschendet
beides selbst beabsichtigen.
Willdenow hat - -in seiner ‚Enum.” 2. Hort.
'ur5
Berolinens, zumal" im erstän Bande einige sehrlehr-
reiclie Beibpiele’ ‘gegeben, wie wildwachsende Pflan-
zen im‘ "kultivirten "Gartenzustande’ 'abarten. Vor-
züglich' ist" 'diefs' Dei'der "Blatiförn der Fall, die
überhaupt zur ‚Feststellung der Speche’ thtäuglich
ist, da die Blätter 'atich’im Freyen nach dem Stand-
ort'bei vielen larvei värlireir; Di nun ‚detglei-
chen ih" Ahdsersi pebieshistigen Zeitch yöht genug
wiederholt 'werden kann, will ich &inige' der” auf-
fällendsten hieher ‚gehörigen Bemerkungen ‚aus je-
hen Werke auführen:
; NCorispermum squarrosum PERHREE EI sta-
tum faciem plane mutat, sficae enim valdle &lon-
gahtur” bäßteneque majoret' eVadunf‘ & Forkam do-
. Korakı Indauist. In Ho ra plahtd Höre: a!
zes "hubere "Hidetur. WiNd En. 1; PB" Weh’ver-
ma “> '&ieser Form das C. squarros. ‚wieder zu
eikentieii ? \ '
"Blitom capitatnm in locis arehosis folia quan-
doqne integerrima ‚In horto vero sermper dentata
pg. L Th; u
'* "Veronica spicata Planta spontanea caulem
habet monostachyum simplicissimum, "enlta vero
spicas plures profert, I. Th, p. 16.
Fedia uncinata. Planla spontanea a cülta val-
de (das ist schlimm ! da bleibt nichts übrig, als aus
letzterer eine neue Species zu machen; denn dann
spricht ja die Diagnose der wilden Species dem Gar- _
tenprodükte Hohn, was verdrüfslich ist und dem an-
gehenden Botaniker, der die Diagnose so abweichend
von dem ihm allein zugänglichen Garten - Exemplar
52
276 |
Sindet, das hatan. Studium, yerleidet oder gar verächkr
lich. macht) diversa. In spontanea folia radicalie
spathulata integerrima,. caulina pinnatifida, lacinüis
linearibus fere integerrimis; in culta radicalia folia
sunt' dentata, caulina pinnatifida, laciniis lineani-
lanceolatis copiose. grosse inaequaliter dentatis, sum-
ma ‚folia fere bipinnatifida sunt I Th. p. 51 51°
Heliotropium Chenopodioides. Planta spon-
tanea a eulta. hahitu diversa (möchte wohl bei den
meisten exotischen Geywächsen der Fall seyn). Fo-
lia culta oblongo - lanceolata obtusa basi valde af
tenuala .fere, pollicaria , in. spontanea duplp , bre-
viora 'ete, a, Th. p, 264.) . un ine.
. Draba hirta, Planta "oulta tria folin. sakpins
in caule ‚hahet.. (Th. 1l..p. 664.). Dagegen ‚heißt 28
in der ‚Speo pl, ed. Willd, Tom, UL P. 1 p..499
n. ı4,. von der wilden Pflanze: scapo unifolio..
Ärabis ciliaris, Plania spontauea Aigitalie,
eulta „fere spitbamaea, 'Th. II, p. 684, Das ist noch
nichts! Ich erhielt ein Exemplar von Arabis pr
mila Wulf. (nutans Autor.), die als Alpenpflanze
stets rauchhaarig und niedrig, in einem nahmhaf-
ien ‚botanischen Garlen, gezogen, völlig glatt, und
dabei so hochstenglig war, dals es getrocknet nicht
in einem ‚Foliobogen Platz fand.
D oronicum orientale, Planta spontanea eanle
unifloro, culta vero bi-vel tritloro gaudet (F. U
p. 898.)
Chrysanthemum. heterophylium; in span-
tanea planta superiora folia minutissima aubspathu-
lata sunt; in culta vero superiora parum minora
EN
277
observantur. (Dom. II. pP 902.) Da" "vernichtet der
Garten einen Hauptcharakter., 2
Diese neun Beispiele‘ ihögen genügen, "Sie sind
um 80 interessanter,’ ‘da’ ‚sie von einem Botaniker
aufgestellt wurden, ‚der sichtlich‘ ‚zur Bildung neuer
Species geneigt war 1, und sich‘ öft durch. die verschie-
Es’sei ferne von ie Aufch‘ dißie und rüher
gemachte Bemerkungen den Rulım und Ruf" bota-
nischer "Gärten schmälern zu wollen.’ Sie sind eben
so nützliche ; als für die „Verbreitung der Wis-
senschaft nnentbehrliche Institute, Allein der in
unsrer' geldarmen Zeit hei Universitätsgärten ge-
triebene Luxus mit T, ropenpllanzen ist übertlüfsig.
Man sollte ihn den 6ärten grolsei er "Heften “oder
akademischer Gesellschäften Abertäsgen? "Dabei
wird die Kultar der Landespilanzen ünverzeihlich
vernachläfsigt, und so kommt es, dals Studenten
eher die Sparmannia 'africana als Carum Cavvi
kennen lernen, ja dafs anerkannt tüchtige prakti.
sche Aerzte sich in ihren Schriften oft die gröb-
sten botanischen Blölsen geben. Bu
So wird es auch höchst nöthig, dafs man in
unsern botänischen Gärten genauer als seither die
Veränderungen ins Auge fasse, die wilde Pilanzen
durch die Kultur erleiden, ja dafs man diesen Ver-
suchen eigne ihrem Zweck gemäls eingerichtete
Garten -Abtheilungen widme und die daraus er-
wachgenen Resultate Heifsig im Batanischen Publi-
kum verbreite.' Nur müfs'man unbefangen, nicht aus
Vorliebe-fär den Satz; „culture pexstat® 'heobachten.
278
‚Da JR, der Botanik eja‘ Tag den andern
1ehrt, so ist "seit der Zeit, wa, ich schrieb : „bri-
ga. hepbacea. und D aphi n e. Cneorum duingen
nicht bi Schlesien östlich ‚yord © erstere bei Einsie-
del "ohnweit, ; Würbenthal in. östepreich. Schlesien
entdeckt und in, die eilfte Centurie der getrockng-
ten schles. Pflanzen von Günther und 'Schum-
mel aufgenommen worden, letztere hingegen zur
Zeit, noch nicht, — : B
Das: sogenannte Verhesgern des Linneischen
Systems. DM ein, ‚wahres ‚Verschlechtern desselben,
Zum ‚Lehayhlerricht das Beste bleibe es ‚wie ‚es, ist,
Man ändere, kein Jota. daran. und ‚selbst die, ‚aöste
Klasse wer de. ‚respektirt, Durch das Aendern. wird
die systematische Verwirrung nur vergrölsert, und
bald wird der. ‚Kenner gich nicht, mehr aus dem
dadureh €: entstandenen Labyrinth herausfinden, wenn
: er. nicht dessen Schranken kühn durehbeicht, ‚Der
Anfänger aber findet sich ‚nicht mehr zu Roche
wig noch. zu Linnes Zeit.
‚Ihm zur Seite stelle man nach höhern wissen-
schaftlichen Ansichten ein zweites System, zur Zeit
mit Unrecht natürliches. benannt, denn die, Natur
selbst ‚kennt, keine Systeme. „Man benutze J ussi-
eus 100 Familien, vorzüglich aber das carpologi-
sche Werk unsers unsterblichep. Gärtner, und 9%
stalte das daraus mit deutscher Gründlichkeit ent-
standene Ganze möglichst. einfach, gleich, fern von
gallischem terminologischen Wortschall., ‚wie. von
germanischer idealistischer Träumerei, f
Ehrwürdig ist die reine Natorphilgunfiei. gie
279
ist so alt, als der Menschehgeist; so alt als die Erde
selbst. Mer ächte verständig- vernünftige Natur-
philosoph ist der wahre-Weltweise. Die. Vernunft-
idee, wie die verständige: Erfahrung gleich beach-
tend, keinem von beiden das Uebergewicht einräu-
mend; ist sein höchstes Streberni das nach Wahrheit,
sein «Wirken Klarheit;nadin: geistiges 'Element das
Licht.. Gegensätze hierat'bislen sich in unsern Ta- _
gen in-allem Zweigen ’des menschlichen Wissehne, sc
auch In: der Botanik; 'von selbst da.—
: Unter die glänzendsten Erscheinungen am bo-
tanischen: Horizont gehört ohne Zweifel das geniale
Werk meines gelehrten Mifbürgers, Hrn. Dr, Hen-
schel, über die Sexualität der Pflanzen. : Olıne
‚ durch dieses Meieor- ‚ geblendot zu seyn, halte ich
grölste Ausmerksetnkett zu schenken‘ und mit’ imög-
lichstem Fleifs dureh‘ ‚genaue Beobachtungen an wild-
wachsenden Pflanzen {nur solche halte ich für gün-
‚stig au entscheidenden Resultaten) den deshalb er-
gangerren Aufforderungen: jenes fleilsigen Botanikers
zu entsprechen. Vorzüglich empfehle ich hierzu
die:Dioscisten und (doch weniger) die Monoecisten
und Polygamisten. Denn die scharfsinnigsten Theo-
vien {treten erst durch praktische Beweise ins Le-
ben. Wer wie Hr. Dr. Henschel seinen eigenen
geistigen Weg verfolgt, kann Irrthümern weit schwe- _
ver. entgehen, als der blolse Nachbeter. Ich enthal-
te mich jedes absprechenden Urtheils in einer An-
gelegenheit, die vor das Tribunal def Pflanzenphy-
siologie gehörf, in welchem ich mir. selbst aur
280
‘ Zeit keine entscheidende Stimme einräume, Indefs
ist mein hiehergehöriges Glanbensbekenntnils in
folgenden Sätzen enthalten. — Es giebt eine Sexua-
Yität ‚der Pflanzen, wenn auch keine aktive (thieri-
sche), doch eine passive (vegetabile). — Die Na
tur macht keine Sprünge; ihre Geschöpfe stehen
unter sich. in, einem kettenarligen Zusanımenhang
und in gegenseitiger Beziehung zu. einander ;. 'exi-
stirt. keine Sexualität der Pilanzen, entsteht eine
trostlose Lücke in jener zur. Aufrechterhaltung des
Ganzen nothwendigen Keite' und- ein finsterer'Ab-
grund, Willkühr, Zufall gehannt, zeigt uns seine
bodenlosen Tiefen. — Pflanzenabhildungen, in je-
em Werke so oft als Schiedsrichter aügefühit,
sind todte Repräsentanten der lebenden Natur. $ie
sind . völlig. neutral bei der. Frage: 'giebl es,.gine
Sexualität der Pflanzen? —— .Ich bekenne: mich’ zu
den von Hrn. ‚Dr. Henschel so benannten tkealo-
gischen Schwärmern, die eins Beruhigung in dem:
Gedanken finden: der Natur ist jede Zwecklesig«
keit fremd ;, jene künstlichen Werkzeuge der Blü-
then, deren Zweck wir seither in der Befruchtung
suchten, sind nicht umsonst vorhanden. — Das.ge
heime Stillleben der Pflanzenwelt im Gegensatz der.
unsern geistig - physischen Sinnen zugänglichers
Thierwelt erfordert, dals wir für seine Beobaol-
tung eine auf, Thatsachen gegründete feste Banın,
nicht eine erträumte. idealistische, anfstellen. Sonst
‚dürfte uns dasselbe ein ewiges Räthsel bleiben. —
Giebt es keine Sexualität der Pflanzen, ruhen un-
sere Meinungen über die Pflanzentkiere auf leexet
281
Präsumtionen. Die physiologischen Beobachtungen
sines Valisneri, Micheli u =. w. über die Be-
gattungsart der Valisneriäa 'spiralis sind dann
ebenfalls Selbsttäuschungen. Was schon die Alten
von.der Befruchtung der Dattelpalmen behaupte-'
ten, wie noch jetzt der gemeine Beduinenaraber, dem
nie ein Nachdenken über &ePflänzensexualität den
Kopf beschwerte; sondern Anr'der Tradition seiner
Vorfahren folgend männliche Palmen neben weib-
lichen ‘zieht, . (Gleditschens bekanntes Experiment
mit der weiblichen Dattelpaline in Berlin’ soll hier-
bei nieht in Anschlag kommen) und nur so Früch-
te zu ärnden hofft, ist mindestens, als auf tausend-
jährige Erfahrung gegründet, nicht zu verwerfen,
Im ersten Theil der Reisen des Prinzen von Neu-
wied durch ‚Brasilien wird-emäblt: dafs sich auf
einer -Fazemda-(Pflanzung) in. der Nähe von Caho
Frio a Dattelpalmen befanden, welche mehrere Jah-
re Früchte trugen, allein die eine ward abgehauen,
und seitdem trug die andere nicht mehr, War
* jene eine männliche Palme, in welchem Fall sie
freilich keine Früchte getragen, so wäre letzterer
Umstand nach der bisher angenommenen Art zu
erklären, — Die Insekten können gegen Konrad
Sprengels Behauptung so wenig, als die Winde,
unmittelbare Beihülfen zur Pilanzenbefruchtung
seyn, warum aber nicht bedingte mittelbare ? —
Die gründlichsten Resultate für einen Exrforscher
der Pilanzensexualität kann nur die Tropenwelt lie-
fern, wo die Vegetation in ihrer gröfsten Kraft und
Vollendung erscheint, wo Blüthen und Früchte zu-
282
gleichde gind, ‚selbst die wärmern ‘Theile Südeu-
zopas (wo. die Vegetation. fast das ganze Jahr hin
durch ia Thätigkeit bleibt,) eignen sich zu dem
gleichen Forschungen mehr, als unsere kältern no
dischen: Gegenden, — | . t
Es ist. eine erfreuliche Erscheinung der Zeits
dafs Deutschlands, Botaniker sich jrizt mehr .als je
hülfreich die Hand, leisten und minder als ehedem
in, pedantischer Ixelirung, vornehmer. Verachtung
fremder Meinung,. Aliskalbaftem Traum der Allein«
wissergi und kleigliekem, Handwerkaneid befangen
sind, , die sämmtlich nur zu oft als vergiftende Sa-
mümslauche die. Blüthen deutscher Wissenschaft
zum Verwelken brachten und das ‚wieder zerslör-
ten, was deutscher Fleißs, deutschex 'Tiefsinn und
Gründlichkeit rastlos schafften. Man sage nicht:
es sey ‚hierin noch nicht so. wie es seyn sallie
Rom erstand nicht in einem Tage. Die Ausnahmen
von der Regel werden sich in eben dem Maase
‚ verringern, in welchen Einigkeit, Friede und ge-
"meinsames Streben nach Wahrheit (diesem einzig-
‚ächten Stein der Weisen) unter Deutschlands Bota-
"nikerm. zunehmen. Ich habe in meinen seitherigen
Aufsätzen in der Flora nach eigener Ueberzeugung
Manches aufgestellt, was von vielen Botanikern uu-
beachtet, von wenigen schriftlick kaum angedentel,
von andern aber, die Rücksichten nehmen zu müs-
sen glauben, längst im Stillen gedacht, nicht abe
niedergeschrieben worden ist, Ich werde auch in
Zukunft mich botanisch freymülhig äussern, wo
ich es für nützlich halte, Dagegen fordere ich die-
285
jenigen Botaniker auf, die Erfahrungen gesammelt
haben, ‚welche den meinigen widersprechen, mich,
öffentlich in der Flora zu widerlegen, Denn wel-
cher Botaniker kann sich frey von Irrthum wäh-
nen? Durch gründliche vernünftige Widerlegun-
gen,. wobei ‚jeder seinen Namen ‚ehrlich‘,nennt,
gewinnt die Wissenschaft mpphzualt duxch. persönli«
ches Lob und, Tadel. Zy beklagen jaf..«s.Ieylich,
dals die deutschen Gelehrten sich- selten okne, ge-
häfsige Polemik ihre Meinungen gegenseitig berigh-
tigen. Diese sollte im schönen Reiche der sanften
Blumenkönigin gar nicht gelitien werden, ‚Doch
die Wissenschaft der Botanik erweitert sich immer
mehr; ‚unser. kurzes Leben steht mit ihrem Umfang
in Mifsverhältnißs. Deshalb mülsen bofanische Un-
bilden ‚ernshlich und bündig gerügt werden, selbst
auf die. Gefahr des Rügenden hin, von denen, die
sich j jene haben zu Schulden kommen lafsen, ver-
kannt, zu werden. Der Weise enischädige. sich
durch das Bewulstsein,. es redlich mit dem Besten,
der Wissenschaft zu meinen, Der Person Freund,
der üblen Sache Feind. ‘Nur von diesem Grund.
satz ausgehend, tadelt der Verfasser; und verlangt
selbst getadeli zu werden, wo er zu tadeln ist,
Lieber als alles Lob sind ihm botanische Rathschlä-
ge und, schriftliche oder persönliche Annäherung
der Gleichgesinnten zu gemeinschaftlichen botami-
schen ‚Arbeiten. .
u. Literatun
De Lessert, Icones seleclae plantarum,. quas
in systemate yniyersali_ ex herbariis Parisiensibus,
9384
praesertim &x Lessertiang, descripsit DeCandolle;
&2 archetypis. speciminibus a Turpin delineatae,
Volle exlibens‘ "Raruncenlaceas, Dilleniaceas, Ma-
gneliaceas, Amondoeas et Menispermeas. Parisils
1820. fol:' “ oo
Da’ dieses treffliche "Kupferwerk nar in die Hän-
de wehiger Botaniker" Kommen dürfte, so wollen
wir "wenigstens das Verzeichnils der darin abgehil-
deten Pflanzen den Lesern der Flora’ mittheilen.
Die "vorgesetzte Zahl’ bezeichnet die Tafel dienen
erstch Bandes,
"Ranunculaceae. "'| 20. Adonis wolgensis,
‘1. Clematis brasiliana.. |] 21. — pyrenaica
2! -— mauritiana. 22, Hamadıyas Magells-
3. — Hineariloba. nica,
4 — diversifolia. 23. Ceratophylium or-
5. — gentianoides. thoceras,
"6. Thalietrumclavatum, a4 Banunculus biterna-
37. —— longistylum. tus.
18. dioicum. 125 — ternatus.
'9. — petaloidenm, - | 26. — apiifolius,
20, — acutilobum. - 1 27. fig.a. — angustifolius.
11, — galioides. . - b.— pyrenaeus,
12. — Thunbergii, c,— amplexical-
15. Anemone pusilla. lis,
14. — ooerulea. 128 — pusillus.
15. — reflexa. "| 29: = bonariensis,
16. — multifida. 30. — 1alerillorus.
17. — Commersoniana | 3u — myriophylius
18. — umbellata . 32. — orientalis.
19. Kuowltonia gracilis. | 33. — ieptaleus. -
54. Ranunculus Guzmanni
35. — Krapfia.
56. — cortusaefolius,
37. — peruvianus,
38, — polyırhizos,
39. — sericeus, -
40. — rhoeadifolius..
41. —. recurvatns.
42. — peduncularis.-
43. Caltha appendiculata.
44. Trollius patulus, .
45. Nigella ciliaris,
46. — divaricata,
47. Aquilegia sibirica.
48, — alpina, oo
49. — dahurica, .
50, Delphinjum axilli-
Slorum.
5), — Oliverianum.
52. — rigidum,
55, — exsertum,
54. — dlayım,
De Yirgatum,
56. — macropetalum.
57. — obcardatum.
53. — albitlorum,
dg. .— tricorne.
60, —. azureum,
61, — cuneatum.
62. — speciosum.
63, — Requienü,
4
38.
‚87.
285
64. Aconitum barbatum.
65.2, — ciliare, _
66. Actaea podocarpa,
Dilleniaceae.
67, Teirarera oblongata,
68, ovalifolia.
69. — multiflora.
7% —, Euryandra.
,7ı Davilla brasiliana.
72. Delima hebecarpa.
7. Pachynema compla-
natum,
Hemistemma Com-
mersonül,
we Aubertii.
—— . .dealbatum.
— angustifolium,
Pleurandra bracteata,
gericen,.
80. — pürpnracea,
81. — hypericoides.
82. Wormia madagasca-
riensis.
‚ Magnoliaceae.
85. Drymis chilensis,
84. Tasmannia aromalica,
85. Michelia parviflora.
Anonaceae.
86. Anona senegalensis.
74.
Ah
77.
78.
7%
— uniflora,
88. Unona leptopetala:
286
89. Unoria duridd. *
90. Guatteria eriopoda.
'Menrispermeae.
91. Ländizabolatrifernata
92. — trifoliata.
95. Cocenlus Cotoheaster.
94. — ovalifolius.
95. — acumindtüs,
96. Coceultis domingenz
se
97. — laurifolius,
98, Cissampelas tropasc-
: “ ifolia,
99. — andrömorpha”
ı00. Menispermum dan
- riehm:
IL Reisende Botaniker '
‚ Hr. Dr. Joseph Sadler in Pesth macht auf Befehl
Sr. Kais, Höheif des Erzherzogs Palatinus eine
Reise nach Croation und Dalmatien, um ‘für das dor-
tige Naturalienkabinet Naturprodukte zu sammeln.
‚Diese Reise verspricht besonders in botan. ‚Hinsicht
grolse Ausbeute, und wird wahrscheinlich ein paat
neue Fascikel seltener Pflanzen jener Gegend zu Wege
bringen. Der Reiseplan ist über Warasdin, Agram,
Carlstadt, "Triest, Fiume, Zeng, dann über die Al-
pen nach dem Plittewiezer See, endlich durch Sla-
vonien, Syrmien und Fünfkirchen zurück berechnet,
wozu der ganze Sommer bestimmt ist. =
W. Bemerkungen
Ans der Gattung Arabis gehören folgende Anteil
nach DeCandolle zur, Flora Deutschlands.
ı.Arabis vernaBr. (Hesperis verna L.) Unsere
Exemplare, welche Hornschuch bei Pola und
v, Hildenbrand auf den monte santo' bei GölZ.
gesammelt hat, sind nur Fingerlang und meisten?
einfach und ohne Stengelblätter, in welcher Ge-
stalt sie nicht leicht Jemand nach der Lin n. Diagnose:
eaule ramoso, und nach der Cand,, wo die Stel-
287
gelblätter vorzüglich in Betracht kommen, bestim-.
men könnte,
2. Arabis alpina L. zu welcher auch Arabis
Clusiana Schrank flor. monac., als Varietät gerech-
net wird.
3. Arabis auriculata Lamarck, dahin werden
Turritis patula Ehr, Arabis recta Vill, und A.
aspera All.,geipgehnet: Wächst ausser Vagen wahr-
scheinlich in der untern Pfalz,
4. Arabis erispata Willd, enum, 684. Hab. in
Carniolia. Verdient weitere Aufsachung und. Erläu-
terung, da sie noch von keinem reisenden Botaniker
an Ort und Stelle neuerdings gefunden worden,
"5. Arabis sagiltata Cand, und
6. Arabis hirsyta Cand, .
Zu diesen, beiden Arten gehört Turritis hir-
sutaL. davon die A.sagittata folia caulina lanceolata
sagittato-cordata, die A, hirsuta aber, Tolia cau-
lina ovato-lanceolata hat,
7. Arabis 'Ihaliana L, »
8. Arabis petraea. Lam, wohin A. Crantziana
Ehr, A. hispida L. und Cardamine petraea L.
wohl mit Recht gezählt werden,
‚9. Arabis arenosa $cop.
ı0, Arabis Halleri L,
ıı. Arabis stolonifera Horn. Hieher gehört
Cardamine stolonifera'Scopoli aus Krain,
ı2, Arabis ovirensis. Wolf., ebenfalls aus den
Kärnthenischen Alpen.
13. Arabis Turrita L, Aus Oestreich und Krain.
14. Axabis pumila Wulf. Aus den sädl, Alpen,
‘
288
15. Arabis bellidifolia.L. Ebenfalls aus den
’ Alpen von Kärnthen, Tyrol &e. .
.1ı5. Arabis coerulea Wulf.- Aus den höchsten
‚Alpen, der Nachbarschaft der Gletscher,
16. Arabis vochinensis Spreng. Draba mol:
lis Scop, Sturm. die Gattung ist nach Candolle
noch zweifelhaft.
17. Arabis ciliaris Willd., aus den Kärntke-
nischen’ Alpen, nn
Auch diese neue Art hat Willdenow auf sei-
nem Durchfluge in Kärnthen gefunden und in der
Enumer. kurz angezeigt. , Sie verdient ebenfalls
neuerdings aufgesucht zu werden. Bei solchen Dar-
stellungen ist es allemal schr zu bedauern und setzt
fast faule Fische voraus, wenn kein Herbarium an-
gegeben wird, wo man die Pflanze nachsehen könnte,
oder der locus spec. verschwiegen wird, un die
Pflanze am natürlichen Standorte aufzusuchen. Can-
dolle hat sie daher mit Recht unter die Species
non satis notae versetzt, und sie verdient daher von
reisenden Botanikern beachtet zu werden.
Zu den Arabis- Arten, welche Candolle
unter die species non satis notae gesetzt hat, ge-
hört auch Arabis lucida L. fl.; er bemerkt da-
bei, dafs alle Pilanzen, die er unter diesem Namen
gesehen, Abarten von Turritis glabra gewesen
seyen. Fast scheint es, dafs Arabis lucida mit A.
bellidifolia dieselbe Pflanze -sey, denn die Diagnose:
„foliis amplexicaulibus Incidis” pafst genau auch
auf jene Art. Es ist zu wünschen, dafs die Bota-
niker, welche über so etwas bestimmt entscheiden
könnten, diefs in der Flora oder in Reichenbachs
Flora europaea thun möchten.
Flora u
‚oder.
Botanische, Zeitung,
Nro. 19. Regensburg, 'äm 21. Mai 1822. —
nes u
Pre u s- en [Or
I. Aufsätze een
Beiträge zur Flora dresdensis; vön’Heirn
Prof, Reichenbach: |
\
”
Si ve vermilsen jetzt. die anziehenden-Berichte.
über ‚die . botanische "Ausbeute. ‚unserer. ‚reizanden,
'Gegend,, wornit. früher diennenmüdsten und scharf,
blickenden Botaniker, die Hergen Bauer und Groh
die Klora zierten, bitten.mich um Aufschlufs dar-
über, und wünschen dieselben, wenn deren Fort-
setzung Nicht anders zu erlangen ist, durch mich
"ersetzt zu sehen. Kann ich auch letzteres nicht
gerade zu.leisten versprechen, so kann ich Ihnen
doch melden, dafs Hr. Baner diesen Sommer über
so dringend beschäftigt gewesen ist, dals ihm fast
keine Zeit zum Exeurriren übrig blieb, und dafa
Hr, Groh seit meiner, Ankunft in Dresden, meine
Bitten, Ihnen ferner Bemerkungen für die Flora
der hiesigen Gegend mitzutheilen, nach seiner Aeus-
seruhg darum nicht erfüllte, weil er dieselben gun-
mehr von mir zu lesen wünschte. So angenehm
mir dieser Wunsch, und die Einladung von Ihnen.
seyn mulste, so wenig wollte ich doch beiden bis
\
T
200 - Du
9 u Le:
jetzt entsprechen, da ich diese Sache nicht für un-
wichtig halte, Bedenken wir nämlich dafs die An-
sahe eines Ständorfes in einer speciellen Flora von
Verfasdern Äligemeihter Werke berücklicktigt wird,
und die darin aufgenommenen Standorte als Grund-
lage für, ‚Pllanzengeographie, ‚gelten , oder als mach
chen Standorten Ausgehen, ‚ um die angezeigten
ten Pflanzen wieder zu finden, ferner dafs andere
bei Besfimmyngen, ihrer, Gewächse und ‚bei Fertigung
ihrer Beschreibungen, ‚bei Läuterung der Synony-
mie, überhaupt bei literarisch speciellen Arbeiten,
nach: sölchen Angaben "gesammelte Exemplare be-
ricksichtigen, so erkennen wir die Grösse der Nöth-
wendigkeit; diese Angaben, urd, alles ‘was in: Bezie-
hung auf’die‘Flofa: einer’ Gegend steht, ‘nur nach
möglichst genauen: Weigleichungen ‚und-sichern Be-
stimriungen von-ums u geben, um die täglich
waäbhsende Verwirrung 'nicht zu steigern, und wie
schwielig heut zu Tage die richtige Bestimmung,
öfl'selbst der gemeinsten Pilanze ist, möchte wohl
keitier Erläuterung bedürfen, da die’ ungeheuren
Progreösionen welche die "Wissenschaft in unself!
Tagen’ gemacht hat, ‘und ferner macht; "in jeder-
manns Kenntnils sind. Unter dieser Voraussetzung
vergeben Sie mir, wenn ich Ihrer gütigen Auffor-
derung noch nicht entsprach, auch ferner nurtheil-
weise entsprechen werde, indem ich Ihnen nur von
Zeit zu Zeit die Angabe einiger, wie ich gern glan-
ben möchte, (jedoch errare humänum est!) richtig
bestimmter Pflanzen mittheile, Für diesmal leg®
-
!
291
ich Ihhen einen kleinen Anfang für Phaneroga-
men bei.” —
Erster Beitrag zur Flora Dresdensis,
‘von Reichenbach, ’
Anmerkung, Ausführlichere Bemerkungen über
alles finden sich in der Fortsetzung meiner Amoeni-
tates bot, Dresd..Drosd. b, Arnöldi und in mei-
ner Flora Saxoniae superioris (mox edenda).
Abbildängen aber von allen neuen, oder’ wenig be-
kannten, nur in kostbaren, dem Änfänger unzu-
gänglichen Werken vorkommenden’ Gewächsen, in
meinem mit diesem Jahre beginnenden Kupferwer-
ke: Flora etropaea, sive icones et descript. plan-
tarum'novarum, minus cognitarum et‘ ‚difieile distin-
guendarum Europae. Leipzig bei Baumgärtner.
Mit deutschem und lateftfischem Text; Überhaupt
Form und Preifs wie bei meinem Magazin {bei
demselben Verleger), nur mehr Gegenstände darin,
um die Abbildungen noch wohlfeiler zu machen,
da dies Bedürfnife der Zeit ist. —
'ı, Ranunculus illyricusL, (sericeus: Willd.
En.) Diese ächte Linneische Pflanze, nach Auswei-
sung genauer Vergleichung mit Exemplaren von der
Insel Oeland und aus Ungarn, also nicht R. mon-
speliacus Gouan, den man als R. illyricus in Gär-
ten cüultivirt, und dem man Auswanderungen zu-
trauen könnte, ist vor-'mehreren Jahren, wie ich
mich durch gesehene Exemplare überzeugt habe,
von meinem werten Freunde Dr. Schmidt (dem
Mykologen, jetzt in Hofwyl,) dem seel. Hofmedi-
kus Heise (als Entomolog durch Pselaphus- Heisei‘
Ta
2928
Hbst. bekannt), ferner durch meinen geschätzten
Collegen, den Hrn. Dr. und Prof. Ficinus, dem
ich manchen Standort verdanke, gefunden, aber in
den letzten Jahren nicht wieder gesehen worden,
2. Ran. nemorosus Dec. wurde bekamnilich
neuerlich von v. Schlechtendal mit R. polyam
themos vereinigt. Die Ansichten meines thenren
Freundes in allen Ehren haltend, mufs ich dach
hierin der auf vieljährige Beobachtungen gegründe-
ten Meinung der äufserst strengen Botaniker, dss
Hrn. Amtmann Bodig in Stolpen, und des Hrn.
Bock in Schwarzenberg beistimmen, deren leizie-
rer mir darüber meldet: „RB. nemorosus wächt
allenthalben im Ober -Erzgebürge, und lälst sich
ungeachtet v. Schl. Versuch, mit R. polyanthe-
m os nicht zu einer Art vereivigen, obgleich beide .
in einigen Punkten zusammenstimmen, Die ersis
Differenz ist unsichtbar, nemorosus hat nämlich
saporem mitem, polyanthemos acrem, die am
dern sind sichtbar u. s. w.” cf. Dec,
3. Ran, Steveni Andrzwsk. ap. Befe. Cat
h. Cremen. fand ich nicht nur in den Sudeten, son«
dern auch in der Gegend von Leipzig und in uns®
ren sächsischen Bergen, und man kann ihn, went
noch irgend ein Kennzeichen in der ganzen Familie
der Ranunculeen als specifisch diagnostisch ‚gel-
ten soll, nicht mit einer ‚äbulichen Art vereinig@l-
4. Ran, repens L. wurde schon vor vielen
Jahren vom. Hofined,. Kretzschmar mit den übri-
gen ihm neu und selten scheinenden Gewächsen der
hiesigen Flora unter dem Namen R.pontifex, vo?
299
dem brückenbogenartigen Stengel genannt, abgebildet.
Seine Arbeit blieb liegen, und das Mscrpt. kam auf
die Wittenberger Bibliothek, Ich verdanke eine Ab-
schrift davon der Gefälligkeit des hiesigen Hrn, Stadt-
physikus Dr. Erdmann, Die Kupfer waren schon
gestoeben, ein Exemplar besafs Schkuhr, ein an-
deres haben wir hier, sie sind zum Theil nicht
übel. Bals übrigens R. reptans als Form von R.
Flammula zu betrachten sey, zweifelt wohl Nie-
mand mehr, Er findet sich nar in warmen Som-
mern an ansgetrockneten Rändern des Elbeufers,
und scheint gleichsam dem Wasser zuzukriechen,
um dadurch auf mehr Berührungspunkte mit der
ihm. nothwendigen Erdfeuchtigkeit zu treffen, In
nafsen Sommern ist er Flammula.
5, Potentilla rupestris L. entdeckte ein
jünger Pharmaceut, Hr. Oswald, in der Gegend
vorm Kötschenbroda. Hr. Bauer war so gefällig,
mir segleich ein Exemplar zu bringen, und die
Herren Groh und Erdmann überzeugten mich,
dann durch starke Einsammlungen, dals die Pilanze
dort nicht selten sey. Ziemlich zu gleicher Zeit fand
sie der würdige Hr. Pastor Marcke nebst Hrn. Baron
v. Remer anf dem Lustberge bei Schieritz in der
Gegend von Meissen, und wunderte sich ebenfalls,
diese schöne Pflanze so lange übersehen zu haben,
doch war sie dort sehr einzeln.
6. Potent, canescens Bess. Diesein Deutsch-
land übrigens seltene aber auch in dem benachbar-
ten Böhmen wachsende Pflanze, entdeckte Hr. Amt-
mann Rodig und Hr. Bock bei Schwarzenberg.
294
7. Potent. norvegica L, Unsere Pflanze ist
vollkommen die der Fl. danica. Sie wäclıst'an mehr
als einer Stelle, und ist für die Geographie der Po.
tentillen zu berücksichtigen. Schon Schkuhr führt
sie bei Dresden an, und Bucher (pag, 116.) zählt '
dann noch mehrere Standorte auf, Der interessan-
teste Platz ihres Vorkommens sind die Umgebungen
des grofsen Teiches bei Lausa, wo sie auf einer weit
ausgedehnten Sandfläche in unsäglicher Menge mit
Gnaphalium Iuteoalbum, Illecebrum vexticil-
_ latum, Littorella laeustris (hunderte auf einem
Quadratfuß), Juncus Tenageja und dgl, wächst,
In der Lausitz Aindet sie sich wieder, Im Garten aus
Saamen erzogen wurden in gutem Boden die. foliola
intermedia foliorum radicalium sehr bald trifida und
tripartita, endjich trennten sie sich gar, und bilde-
ten ein folium quinato -pinnatum, so dafs also Har-
nemanns Vermuthung, dafs P. rutbenica aus ihr
entstanden sey, welcher auch Lehmann nicht ent-
gegen ist, bestätigt wäre. Ich: habe sogar: wilde
Exemplare im September gefunden, wo sich der
Anfang der Theilung zeigte, am auffallendsten ist
dies aber an einem von mieinem sel. Freunde Joach,
Kunze (aus Zittau) bei Hennersdorf in der Latsitz
1809 gesammelten Exemplare, an welchem, bei ei-
nem übrigens nicht eben, üppigen Wuchse, sogar
drei Stengelblätter so tief getheilte foliola interme-
dia haben, dafs die Blätter dadurch wie quinata aus-
sehen. Die wilde Pflanze ist © und o?, nach den
Umständen, bei Ver Cultur wird sie 22, DieP. dif-
fusa Willd, entsteht sehr leicht in fettem Boden
agb
aus.der norvegica, und’'man sollte dieP. ruth ex
nica nacl Willdenows Diagnose für verschieden
hälten, allein'wenigstens mir. hat es moch. nicht 'ge-
glückt, ein Exemplar uwiteridiesem Namen zu. er-
"halten, welches der Diagnose-in W, En. entspräche,
daher haben doch wohl ‚Niestler:und Lehmann
mit Recht diffusa als Varietät der ruthenlea'an-
gesehen, und es fehlt. nur bles noch ‚Gig Vereihi-
gung: beider mit norvegica,— Freund Kkhabdrt
sagt. mim, dafs die norwegischen Botaniker ihm rer-
sichert hätten, dals ihnen weder ein in’ Norwegen
' .gesammeltes Exemplar - dieser Pllauze‘, ‘noch: ein
Standort daselbst bekannt sey. Pa EEue ;
8. Pyrola rosea:Sm, im Sachsen. etwas’ häu-
figer als minor, mit welcher. man siezierhliäh all-
gemein verwechsslte. . Nauhı-Ensehtinungrder vor-
trefllichen Monographie meines Freundes. Radins,
kann man sie kennen, Auch über
g. Pyr. asarifolia Mich. selie man die kri-
tische Auseinandersetzung ‘daselbst nach. Sie kommt
zwar an: mehreren Plätzen, aber doch in geringer
Zahl vor.
16. Nasturtium anceps R. (Sisymbr. an-
ceps. Wahblb. Ups. pag. 223.)
Decandolle hat diese schon von Ehrhart
und Schkuhr als Sis. amphibium terrestre
wohl unterschiedene Pflanze ganz übergangen. Wahr-
scheinlioh hielt er sie für identisch mit Sis. ter-
restre Sm. welches aber jene trefflichen Deutschen
unter dem Namen $, palustre recht wohl kannten,
Bei’Schk, gehört die Abbildung: der Sohatin mit
296
dem Namen S. amphib. terr. bezeichnet, nicht
zu diesem, sondern wie er-im Texte sagt, zu einer
Abändernng. des 8, sylvestre (s. dies.) mit kün
zeren. Schoten, ‚welche Dec, eben so wenig als
Schkuhrs dritte Var, berührt, aber fälschlich jene
Figur bei keinem$S. amphibium citirt, zu welchen
vielmehr Schkuhrs $S,aquatiecum derselben Tafel
gehört hätte. S. amphibium Presl, cech. p. 337.
scheint N, anceps zu-seyn, sein $, stoloniferum
l. ce. ist nach Exemplaren von Hın. Opitz: Nast,
amphibium L. indivisum Dec, pag. 197. wo in
der Beschreibung auch die auricnlae erwähnt werden.
tı, Erys. Jacquinianum RB.
‚a2, Erys, virgatum, Roth. und
13, Eys. cheiranthoides sind die einzigen
mir als wirklich anwesenden bekannten Erysima
der Flora... E, officinale, Alliaria und Bar-
barea bilden bekanntlich eigene Gattungen. Ueber
obige drei Arten vergleiche meine Observationes
“ de Erysimo in der Sylloge.
ı4. Barbarea arcuata R. Es machte einen
eigenen Eindruck auf mich im ersten Maimonal,
den ich in. Dresden lebte, auf "mehreren Aeckern
diese schöne Pflanzen in ziemlicher Menge zu 3%
hen, und es wollte mir nicht einleachten, dals ich
sie in allen Herbarien als E. Barbarea fand.
Die Flora.cechica löfste bald das Räthsel, und
in meinem Herbario fand ich auch, dafs ich sie
schon, obwohl mehr einzeln, in den Gegenden von
Weimar und.Gotha gesehen, aber damals zu wenig
geachtet hate, um viel davon zu sammeln, Jch be-
+ 209
greiffe es hicht, wie Wahlenberg diese Pflanze,
denn gewils meint er diese, noch als Barbarea 8,
aufführen kann, da ihre doppelt so grofsen Blumen;
ihre abstehenden Aeste, abstehenden bogenförmi-
gen Schoten, und die Form der Blätter Unterschie-
de genug darkieten;. Ich entsinne mich diese Pflan-
ze gefülltblühend in Gärten mit dem Namen ’E.
Barbarea Pl. pleno gesehen zu haben, Ich
achtete. sie nicht weiter, weil ich den gefüllten
Blumen nicht eben zugethan bin, und glaubte da-
mals an die Möglichkeit eines solchen Kulturwun-
ders. Eine hinreichende Abbildung dieser Pflanze
nebst den folgenden habe ich Sturms Flora Heft
43. gegeben, Erys. patens H, Prag. war dieselbe
Pflanze.
15. Barbarea Yulgaris RBr. Diese Pflanze,
welche man in einer Entfernung von ungefähr fünfzig
Schritten von voriger unterscheiden würde, wenn
sie beisammen: wächsen sollten, was gie aber nicht
tun, ist hier selten, und ich habe auf allen mei-
nen Wanderungen in der Gegend nicht mehr als
zwei Exemplare am Ufer der Elbe gefunden. Bei
Leipzig ist sie häufig, dort fehlt dafür B. arcua-
ta gänzlich.
16. Camelina austriaca Pers. (nicht zu-
erst-RBr,) eine schöne Entdeckung von Hrn, Bauer,
die derselbe machte als. ich noch in Leipzig war.
Die Pflanze ist an den Elbufern ziemlich häufig, .
und würde wohl früher als 5. amphibinm über-
‚sehen.
17. Alyssum minimum Jacg. Dals wir A,
ur
ep
campestre gar nicht in Dentschlantl: haben, hat
sieh, „ayn- Aurel DeC, bestätigt, das an mehrern
Plätzen; vorkommende A. minimum. wurde bald
für A, calycinum, bald für:A, campestre bei
den ‚Floristen angegeben. Man mülste-Bogen’ voll
sehreiben‘, wenn man die Kritik dieser Pilanzen
entwickeln wollte. Warum eigentlich. Alyssum
minimum Clus. hist. V, p. CXXXII. (nioht«%
133, wie DeC. nach. Willd. unrichtig citirt) nicht
hieher gehört, sehe ich.nicht ein, Be
en. Be (Beschlufs folgt.)
u. Corzespondenz,
ober die hiesige Pilanzensammlung kann ich
Ihnen eimiges erfreyliche, aber auch viel nieder-
schlagendes sagen, — Erstlich war die Erfüllung
meiner Bitie an Ihre Kaiser], Majestät, mir aus
England eine kleine Sammlung Zwiebelgewächse
kommen zu lafsen, die auch alle gut angekommen
sind, sehr erfreulich, darunter befinden sich ı2 Ar
ten .der Galtung Haemanthus, von welchen Hı
albiflorus, tigrinus, quadrivalvis bereits hier geblüht
haben! ferner 32 Arten der Gattung Amarillis
woranter: A, Josephinae von hesonderer Größe
ist.— Von dem Kaiserl, Gärtner Hrn. Buck, so
wie von dem Handelsgärtner Hrn. Marseille habe
ich schöne Sachen durch Tausch und Freundschaft
erhalten. Unter diesen waren : Nyetanthes a
bor tristis, Pandanus reilexus, Ardisia cremü-
lata, länceolata, marilima; . Symplocos tinctoria,
Passiflora princeps, glauca, Aitonii; Anditesmä&
paniculata, Latothamus villosa et quadrilida, zU-
-
299
sammen. 364 Arten. Von dem Hrm; Prof, Besser
aus Kremenetz erhielt ich ebenfalls Sämereien so-
wohl,. als lebende Pflanzen, Von dem Hrn. Kapi-
tain von Billingshausen, der von seiner Raise -
um die Welt glücklich im verflassenen Sommer zu-
rück gekehrt ist, haben Ihre Kaiserl; Majestät eine
Sammlung Saamen aus Neuholland.und Brasilien,
so wie auch mehrere lebende Pflanzen ‚erhalten ;
unter letzteren. befanden sich Amaryllis principis
Salm gerade bei der Ankunft in der schönsten Blü-
the; Telopea speciosissima und andere. noch un-
bestimmte. Alles dieses zusammengenommen, wür-
de den hiesigen Garten sehr bereichert haben, hätte
ich nicht das Unglück gehabt, durch .den: äusserst
nassen Sommer und durch den eben so. schlech-.
ten Herbst und Winter, der fast' unnnterbrachen
nals und nebelig war, viele’ gute und. seltene
Sachen. zu verlieren. Pawlowsk ‚liegt sehr tief,
rund umher in einer Entfernung von 3 — 6 Wersten
liegen die Ortschaften 60— 80 Faden höher, durch
Pawlowsk Jliefst- ein kleines Flülschen, welches im
Sommer durch die hefligen Regengüfse so sehr an-
geschwollen ist, dafs der untere T. heil unseres kost-
baren Parks beinahe 2 Monate lang: unter Wasser
stand, wodurch viel Schaden ‚angerichtet würde,
Unsere botanische Aulage im Freien, obgleich in
‚der Nähe eines bedeutenden Ahbhanges liegend,
stund über 4 Wochen lang unter Wasser, :so: war
allenthalben die Erde durch und durch Wassersatt,
Es wurden hierauf nach allen Richtungen Abzugs-
Kanäle angelegt, wodurch dem Uebel einigermalsen
%
“
500 - =
Einhalt geschah. Dafs ich da viele Pflanzen verko-
xen habe, brauche ich Ihnen kaum zu sagen, kı
habe allein vom Septemb. bis heute über 60 Arten
Mesembryanthema, fast alle junge Eriken und
Proteen, alle älteren Pilanzen der Gattung Ci«
stus und noch viele andere Sachen ganz verloren,
wodurch ich in dem Pflanzenverzeichnifse des bie-
sigen Gartens, woran ich eben arbeite, viel aus-
streichen mulste, Bis zum Mai oder Juni gedenke
ich damit fertig zu werden.
Nun noch ein Paar botanische Bemerkungen:
Alopecurs nigricans Hornem. { Alopecurus ım-
thenieus Hort. Dorp, 1810.) ist keineswegs Varie-
tät, wie ich mich durch ıojährige Erfahrung be-
lehrt habe von Alopeeurus pratensis, sondern
unter allen Verhältnifsen des Bodens, der Trockne
oder Feuchtigkeit, gleichbleibend und selbstständig.
‚Valeriana pubescens Germ. (V. Flor. ı8al.
S. 288.) ist Synon. mit Fedia uncinata M. B.; ich
selbst habe die Pflanze damals zu Dorpat behandelt,
Polygonum viviparum Lin., welches bier
auf allen feuchten Wiesen eben so schön als Miu-
fg vorkömmt, liefert nie Saamen; ein Gegenstand,
den ich seit 8 Jahren jährlich wohl beachtete; nüf
die bekannten Bulbilli in Menge.
‚Im verflossenen Sommer hat Here Prescoft;
ein junger englischer Kaufmann, der mit vieler
Liebe und wissenschaftlichem Geiste die hiesige
Flora sammelt und studiert, bei Oranienbaum aM
Seeufer Salsola soda L. und an einem andert
Orte Eriophorum alpinum L. aufgefunden. Mit
301
ihm auch einmal botanisirend, haben wir 20 Wer«-
“ste von Petersburg an einem See Carex chordor-
rhiza, filiformis, limosa, Scheuchzeria palustris,
und andere seltene Pflänzchen. in Menge gefunden,
Bei Pawlowsk fand ich auch, aber nicht gar häufig,
Carex microstachya Lw. Carex’loliacea Schk.
und tenella Schknhr; letzteren halte ich vom er- .
steren einstweilen verschieden, bis künftigen ‚Früh-
ling an lebenden Pflanzen sich nochmals alles ge
nau. untershichen läfst, Der Habitus scheint mix,
etwas verschieden an den getrockneten Exemplaren,
Pawlowsk. . 4.4 Weinmann,
“ Kais. Gärtner.
„in. Anzeigen.
(Mutis’s Abbildungen nnd Beschreibungen süd-:
amerikanisgher. Pflangen betreffend.)
‚Man hat vor einiger Zeit, Nachrichten zufolge,
die man aus Neu-Granada’ erhielt, behauptet, dafs
alle botanischen Entdeckungen des berühmten Mutiss
welche er auf Kosten der spanischen Regierung
durch mehr als 40 Jahre in einer der schönsten Ge-
genden von Süd-Amerika machte, oder wenigstens
der gröfste Theil derselben, durch das. Zusammen-
treffen der kämpfenden Armeen gänzlich vernichtet
wurden. Alle Freunde der Wissenschaft mufsten
diels mit grofsem Bedauern vernehmen, Wir haben -
indessen das Vergnügen zu versichern, dafs Alles,
ausser einigen Katalogen, wohl erhalten in Madrid
angekommen ist, und sich gegenwärlig im botani-
schen Garten unter Aufsicht des Prof, La Gasca
befindet, der die Gefälligkeit hatte, Jemandem, dexr
Ä
302
neulich aus’Spmieht hier (in England) ankam, die
Zeichnungen zu zeigen. Die von Mutis gesammel-
ten Pfllanzen wurden an Ort und Stelle in dem
schönsten: Stile von Süd - Amerikanern gezeichnet;
welche, wie‘ man gestehen mufs, ein besonderes
Talent zum Zeichhen -und Malilen besitzen. Die
Exeinplare, : mehr als 4000 ‘an’ der Zahl, wurden in
weiten und entfernten Distrikten in einem 'heilsen
: Klima gesammelt, und in dem Augenblicke, wo sie
gepflückt wurden, gezeichnet, 'Dadurch haben die-
se Abbildungen: eine Lebendigkeit und Natürlich-
keit erhalten, die noch nie erreicht wurde. Es be-
finden sich’ darunter einige hundert vorher in Eu-
ropa noch nie bekannte Arten. Die Naturgeschich-
te der China (Cinehona), in vielen Zeichnungen,
welche das Genus und die zahlreiclien Arten um-
fassen, dargestellt, ist. besonders vorzüglich. Die-
ser kostbare Schatz fiel in die Hände des Generals
Morillo, als er Santa Fe einnahm, Er führte die
ganze Sammlung’ mit. sich fort, und liefs sie auf ein
Schiff bringen, aüf- welchem sie glücklich nach
Spanien gelangte. Die Beschreibungen zu diesen
Abbildangen befinden sich jedoch gegenwärtig noch
in- Amerika, und sind folglich nicht verloren, Da
die Finanzen jetzt in Spanien sehr zerrüttet sind,
so werden Jahre ergehen, bis diese Sammlung, der
. nicht leicht eine andere gleich kommt, dem Publi-
kum wird mitgetheilt werden können. Wir neh-
men uns aber die Freiheit vorzuschlagen, dals Ge-
nmeral Bolivar und die Regierung, deren Präsident
er ist, in den künftigen mit den spanischen Mini-
stern: zu schliefsenden Traktaten über die Urab-
hängigkeit Amerika’s die Verbindlichkeit ‘der Her-
ausgabe der Werke des Mutis nicht vergessen
möchten, Man ist diefs der:: Wissenschaft: über-
haupt,. so wie dem Andenken’ dieses alsgezeichne-
"ten Botanikers schuldig; wohl auch dem 'Antenken
seiner Mitarbeiter, deren. mehrere, namentlich der
so sehr 'beklagenswerthe Galdas, als Opfer jenes
Kampfes fielen, der jetzt seinem Ende so nahe ist,
(Aus Täilloch’s Philosophical Magazine amd
Journal, ‘December ı82ı, p. 460.)
VW. Lesefrücht«
Matihioli, welcher dem Theophrast folgt,
will es für ganz gewils behaupten, ‚dafs sowohl die
weibliche als die männliche Palme Früebte tragen, die
Landeseinwohner von Cypert; Syrien td Palkstind
versiehern jedoch das Gegentheil; .und wenn such
diejenigen Palmen, an denen ich Früchte gesehen
habe, zum Theil männliche, zum Theil weibliche
geweseh seyn sollten, so ist doch gewils, dafs, wenn
hicht in einer Weite, die man mit den Augen ab-
sehen Kann, einer von solchen Bäumen steht, die
diese Leute, weil sie niemals Früchte tragen, männ-
lich nennen, die andern, sie mögen von einem Ge-
schlecht seyn, von welchem sie wollen, keine Frucht
mehr bringen, wenn sie es auch sonst nach ihrer
Art zu thun pflegten. Ich weils dieses aus der Er-
fahrung, denn als im Jahre 1767 ein Palmbaum nicht
weit von Barnica abgehauen wurde, hörten alle.
die andern in dieser Gegend stehenden sonst frucht-
bar geweseren Palmbäume anf, Datteln zu bringen,
\
30%
Die Naturkündiger mögen nun diesen unfruchtbaren.
Baum männlich oder weiblich nennen, so ist en
doch. eine ausser allem Zweifel gesetzte Thatsache,
dals olne diesen die andern. keine Frucht tragen,
und wenn sie es vorler getban haben, aufhören,
nachdem, er abgehauen worden ist, auch wieder
von neuem Frucht _zu bringen anfangen, wenn wie-
der ein junger von der Art aus der Wurzel des al-
ten hervorgewachsen, oder ein anderer neuer an
eine solche Stelle gepflanzt worden ist, dals er
von den fruchttragenden Palmen aus gesehen werden
kann, indem ein einziger dergleichen männlicher
oder nicht fruchttragender Palmbaum genug ist, alle
diejenigen, von denen man dahin sehen kann, frucht-
bar machen kann. Vergl, Joh. Mariti Reise durch
Cypern, Syrien und Palästina, übersetzt von J. B,
Hase, Altenburg in der Richterischen Buchhand-
lung. pag. 408. |
‚Vv. Bemerkungen,
‚Erweiterung botanischer Gärten.
So wie die Lehrstühle der Botanik in frühen
Zeiten erstnach und nach von den medicinischen g9-
trennt, Selbstständigkeit erhielten, so scheinen jetzt
botanische Gärten zu beginnen, die anfangs nur of- j
ficinelle Gewächae berücksichtigten, dann das ganze
Gebiet derBotanik umfalsten, nun auf einzelne Zweig®
wie sie die Wissenschaft erheischt, zurückgeführt wer“
den. Während nemlich zu Münster und Regensburg
botanische Gärten für Deutschlands Flora und für eri«
tische Gewächse geschaffen werden, während Funck
in Gefrees Laubmoose cultivirt, benutzt „Ruchinger
in Venedig den seinigen um Wasseralgen anzubauen-
Vergl, Trattinnick bot. Taschenbuch 1821. $.51&
Flora
oder 2
Botanische Zeitung.
, Nro. .20, Regensburg, am a8. Mai aßaa.
1. Kateatsa Namen
Beytzäge zur Flora dresdensis; von Herrn
Prof. Reichenbach. (Beschlufs.)..
18. Eipitobium lanceolatum Sebast.- et
Mauri. fand ich in mehreren Gegendeht 'uhserer
Gebirge, in schattigen Felspartkieen, und ati Mau-
ern der Gebirgslörfer, - Men verwechselte es viel.
leicht mit montanum. Die Arten der ganzen Gat«
tung sind nicht leicht zu unterscheiden, und ich
fürchte, dafs manche Verwechselung 'statt findet,
weil es ebenfalls an guten Abbildungen fehlt; Ich
werde nächstens die deutschen Arten abbilden, und
bitte nur noch um E. simplex Txratı
19. Fedia auricula DeC. Ich fand sie in
nicht geringer Anzahl am Ufer der Elbe, Als ich
sie dem Herrn Amtmann Rodig mittheile, erfuhr
ich, dals er dieselbe Entdeckung gemacht hatte,
Den Beschreibungen bei DeC. Suppl; ad Fl, Franc,
pP. Ang, so wie bei R, und $. I. pı 365. möchte ich
toch hinzusetgen: scabrities caulis et ramorım in«
signis, Ueber die Furche an der Frucht sagt De6,
„son Fruit est muni d’un ldger sillon,” und R, et
Fi .
‚506 f; ki 1.5
S. „obsofete sulcata, ”. .da.nun aber die Furche an
unserer Pllanze ziemlich tief ist, höchstens im Ver-
UER Kiiti E, “Sarinata lehfalls flach zu Nenn
“ ist, so zweifelte ich dafs unsere auch DeCandol-.
le’s Pflanze sey. -Näeh Vergleichung mit Exempla-
ren; die ich der freundlichen Hand des Her Dr.
Koch" aus der-Gegend“vorr Iaubenheim verdanke,
bleibt kein Zweifel über unsere Bestimmung.
20. Fed. „düsyoatpa Stey.' MB, Sppl, hatte
Hr: Pick“ S pr nah, älso” dehr richlig al5’ Yal,
r* 3
u dentätä"NB. Fi r. TAAR- Cue: zu seiner F. Mo-
- wisomiig cHirt, so dals.diese weder ku hy mixta
‚Vahlnaclizu F,.eriocarpa hois. gehören "kom-
ke. 1a Hr. Dr, Kach theilte. mir die,F. dentata
seminibus. hirsulis. K. et Z. „Cat. plant, palat, aus
.der;Gegend ‚von Oiterbach mit, und ich bin dnrch
genaue, Vergkeichung:. übergeugt; dals diese die I
‚Morisengi Spr., mithin augh wohl die F. dasy-
carpa M®...ist,. Ich, sah, ‚aus Saamen gezogene
Exemplare die. auch nicht im geringsten verändert
waren; und: möchte. nicht ‚glauben, dafs, die Bede-
akung den Frucht, bei den Valerianeen wandel-
Bor styy. „An:E, dentatp sollte man der Vollstän-
Jigkeit wegen. Coklumna's Valeriangila, alterg
ande ushhikigato-et, laevi semine, Ecphr, pı 208. i4
209. 'eititen; wie Wilhd.;gethan hat, : Es ‚ist dooh
eine Freude, ‘vom Jahre: 1626 ein Werk. mit.so yoll-
ständigen. Zergliederungen. zu gehen, "während - wir
diese heut zu Tage in voluminösen und, kostbare
Prachtwerken vermilsen.
21. Echinospermum Lappula sw. "Myo-
307
sotis Lappula Linn. Wahlb. Diese seltene
Pilanze fand mein Brüder vor zwei‘ Jahren in’ der
"Gegend von Königstein. + Die - Auseiriändersetzung
"dieser Pflänze init‘ Myos. Lappula: :der- Aucloren
und ‘Floristen s. ap. Sturm. Heft 43. ferner kürz-
ich” in' 'der Sylloge yad,'6. 2
Beer Myolsdtis,; üanudfe : gänze Sat söweit
sie ; dei’ Heüitschen Fildrä gehört, ' Aebt uns die Mo-
nographie® 'ipelche "Sturms Heft Ag: "bildet: Auf.
schluift, "Waselbst ist auch , -auf die- hiesige: Gegerld
Rücksicht genomieh. ' "Die Diagnosen" ateinisch
finden ’sich ih der Sylloge: p53,
"23. Veronica Büxbaumii Ten. - Die Pllan-
ze ‚Sieht: mir" immer’ aa, als wäre siv"bei-hne ge-
schaffen, däher ich auch’ dan Naraen vor 'Poiret
nicht ‘gern vorziehen öchte. '- "Wahrscheinlich
wächst sie in ganz Europa, denn sie findet sich
auch im hohen Norden, Bemerkenswerth ist noch,
dafs der Habitus dieser Pflanze, sö wie ihrer näch-
‘sten’ Verwandten nach dem Alter so ändert ‚ dals
der Unkundige sie zu' unterscheiden veranlalst wer-
den könnte, In den ersten Tagen ihrer Blüthezeit
zeigt sie breite fast herzförmige Blätter, die Biu-
menstiele sind da wenig länger als :jene,' sobald
aber die ersten Blumen ziemlich reife‘ Früchte ha-
‘ben, so ändert ‚sich das Ansehn, 'und "alle Theile
"strecken ’sich in die Länge. Die Blätier erscheinen
nun viel kleiner, weit kürzer als die Blumenstiele,
und viel schmäler als früher. In dieser churakteri-
stischen Form bildet sie Hagenbach: ab. Auf fet-
tem Boden fängt um diese Zeit der Stengel an zu
Ua
508
wurzeln, er streckt sich dann zu einer bedeuten-
den Länge, und wird sehr ästig.
24 Veronica versicolor Fries Nov, V. p.
63. Ziemlich durch ganz.Sachsen. Bei der Kultur
aus Saamen nicht im geringsten geändert, ausser
dals ich rücksichtlich der Blumenfarbe auch Exem-
plare mit. blafsrother Korolle, deren breiter Ab-
‚schnitt, ‚ein wenig gesättigter xosenroth , war, be-
merkte, ohne so viel ich. weils von einer sa blü-
- enden Pflaxze, sondern blols von solchen mit. wie
gewöhglich., blafsblau Iykühenden Blumen .den Saa-
men genommen zu haben, Von einem weikblü-
henden Exemplare welches Hr. Groh fand, giengen
zwei, Saamen auf ‘und: gaben wieder weilsblühende
‚Exemplare, Die V. ve rei color, die ich von
Fries selbst habe, ist nach ibm selbst: V, agre-
stis-Lian., also wäre es besser ilır diesen Namen
‚zu lafsen.,. Die mit rosenrotlien Korollen scheint
V, pulchella Bernb. zu seyn, welche wabı-
scheinlich auch V. pulchella Bast. und De.
‚Suppl.' p. 388. (corrige in Link Enum, p. 26. nam
‚Veromea in indice desideratur.) welche bei den
„Schrifigtellern bei R, et $. nachzutragen sind. Bei
der Ver calycida Fries sollte man kaum glau- .
‚ben dafs plaginiis calyeinis incisis” für die Dia-
guose gelten -Könnte, da dies wohl nur als mon-
‚ströse Abweichung zu betrachten ist; auch sehe
ich, dafs an einem wnd demselben Exemplar
laciniae incisae et non incisae vorkommen, ®
sagt auch in der Beschreibung nur „calyx saep?
5-fidus.”
m _— m un _
309
25. Veronica opaca Fries. In einigen
Gegenden häufiger als vorige, in andern weniger
häufig,
26. Veronica polita Fries, Ebenfalls in
ganz Sachsen, jedoch einzelner als vorige Arten,
‘Im allgemeinen stimme ich Fries vollkommen bei,
wenn er sagt: „allafae, sub V. agresti commutatae
species magis quam plürimae e tribu V. latifoliaet,
longifoliae etc. differunt. Plantae annuae de ce-
tero minus variant, Mixtae, sed nunquam confluen-,
tes reperiuntur, indeque non varietates locales. —
Solo quoque diverso satae persistentes.” Daher finde
ich es unrecht, wenu man die Entdeckung dieses
überaus thätigen Botanikers, so sans fagon vernich-
ten will. Die Abbildangen dieser Arten werden
sich nicht übel ausnehmen,: Ich bemerke hoch,
dals man dem Umstande des Ausfallens der Korol-
len nur dadurch entgehen kann, wenn man sie früh,
wenigstens Vormittag einlegs Nachmittag fallen
alle ab.
"ar. 'Chenopodium opulifolium Schrad.
wächst in ganz Sachsen, am häufigsten bei Leipzig’
Ich hielt es ehedem für Ch, album, bis ich 1813
ein Exemplar aus dem Göttinger Garten erhielt.
Eine, wie ich glaube, nicht ganz unnütze Beobach-
tung machte ich im $ommer bei der Kultar. Die
Pilanzen brachten nämlich in den kalten und rau-
hen Tagen des Frühsommers sehr schlaffe Corym-
bi, ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit, an ilınen.
uur wenige Blumenknäuel, Nachdem endlich ei-
nige Wärme eingetreten war, fingen die Pflanzen
310
an, den Stengel:zur Seite dieser Corymbi hinans- ,
zutreiben, und wuchsen sa schnell, dafs jene bald
nur ı/3 von der Höhe der Pilanzen einnahmen,
Der obere Theil brachte: seine gewöhnliche Intlo-
reszenz, nämlich etwas grolsgeknauelte zusammen-
gesetzte, ziemlich gedrängte blättrige Trauben, . Man
sollte also wohl die Intloreszenz aus den Diagno-
sen, wenigstens in dieser Abtheilung der Goran
verlalsen.
28. Chenopod. acutifolium Kit. Nicht
blos in Ungarn und Sclavonien, sondern in ganz
Sachsen, und zwar häufiger als Ch. polysper-
mum, für welches es immer passiren muls. ‚Die-
ses blieb sich bei der Kultur auch unter wechseln-
den Verhältnifsen der Witterung vollkommen gJeigl.
29. Chenop, glomerulosum Fl. Sax, wahr-
scheinlich Ch. opulifolium Wulf, eine eigene Art,
nach Ausweisung der Cultur. Durch Wallrotk
werden unsere Chenopodia in den Schednlis
eriticis genauer unterschieden. \
30, Atriplex microsperma Waldst,. Kit
tab. a21. fand schon der sel, Ditmarsch am Uler
der Elbe bei Laubegast, Ich weils noch nicht, wie
es zu. verstehen ist, dafs in W. Kit, tab, 250. wie-
der eine, ganz 'andere A, microsperma, nämlich
die A. hastifolia Fl.Sax, (mit Wahrscheinlichkeit
A, laciniata Schk. t, 349.) abgebildet wird, Ueber
so etwas findet man bei andern Schriftstellern lei-
der keine Nachricht, und ich kann den Test zu
WK, nicht sogleich nachsehen. Was ich darüber
in Erfahrung bringe, will ich noch mittheilen, Die
m
Zıı
Valvıla sieht im Schk,, ein wenig anders aus, als
im WK, ‚ jedoch liefse sich dies durch eine bei der
folgenden beizubringende Bemerkung erklären,
51. Atripl. campestris Koch. et Ziz, Cat.
p. 24, übrigens auch nach einem mir ven Hrn. Dr,
Köch selbst freundsekaßllich mitgetheilten Exem+
plare ' bestimmt, fand .ieh siemlich häufig in der
hiesigen Gegend. In der Jugend. ist sie. sehr. sülber-
schuppig, späterhin wird sie. vollkommek wie A.
tararica Schk. t, 3äg. die ich unbedingt hier an-
ziehe, denn die eigentliche A. tatarica sieht ganz
anders aus, An der unsrigen habe ich nun noch
zu bemerken, daß die weiblichen Kelchblättchen
an einigem Blumen dorsa.muricata sandy. wiesjfetens
mit zwei kleinen Hervorregungen. Solche. Blumen
verhielten sich zu den darsa Isevibus m 2: 15, we-
nigstens ungefähr, Ich habe in meinem ösamen-
katalog den Saamen dieser Pflanze angeboten, und
mich gefreut, dafs schon einige botan. Gärten da-
von Gebrauch machten, wodurch. diese interessante
Species bald näher bekannt werden wird.
‚32. Orchis globosa L, Diese prächtige Pilan-
'ze fand ich in der freundlichen Gesellschaft der
Herrn Bauer und Hofmeister auf dem Geising,
‚in einer ziemlich hohen Gegend an der Gränze des
Erzgebirges, wo schon mehr Winter als Sommer
ist, Es herrscht dort. in den Niederungen das
. Melampyrum sylvaticum, in den Höhen zeigen
sich Wiesen mit Centaurea phrygia, Astrantia
major, Meum athamantinum, Trollius altissimus,
!
312 ’
Lilium bulbiferum und dgl, bedeckt, auch fand
Schub art in dasiger Gegend Hieracium alpinum.
32. Alopecurus paludosus Pal. Beauv,
Ich hielt ihn auch mit andern früher für A. Zul-
yus Sw., und fand nach Anzeige dieser vermein-
- ten Entdeckung in Deutschland, dafs das Gras bei
Leipzig beinahe hänfiger war, als A. genicnlatus
Hr. Dr. Koch hatte die Güte mir. zu melden, dals
meine Pilanze nach einem Exemplar von Pal.
Beauv, in: Mertens Herbario obige Bestimmung
erhalten müfse, sie hat nämlich nicht antheras sub-
rotundas, (solite' wohl subglobosas in der Diagnose
heilsen,) sondern oblongas, Meine Pflanze ist- voll-
komiien caesio . pruinosa. Die Farbe &er Anihe-
ten ist auch lebhaft rothgelb.
34. Zannichellia palustris L. Diese Pflan-
ze- stand früher in der Flora, sie war aber nach.
Versicherung des Finders mit Ranunculus penoe-
danifolius verwechselt worden, und ich freue mich,
sie nun wirklich als einheimisch aufführen zu kön-
nen. Sie wächst in Gräben am Brühlschen Palais.
Von daher wurde Erde in den botan. Garten bei
dem Bau einer Anlage für Wasserpflanzen geschaft,
und in den hierzu gebildeten Gräben erzeugte sie
sich nebst Hydrodyction utriculatum in Men-
ge. Als ich bei dieser Entdeckung mein Herbarium
nachsah, bemerkte ich dafs die hiesige Pllanze ein
wenig anders als die Leipziger aussieht; diese nicht
anders als die Hallische oder Mansfeldische, jedoch
ganz anders als die Pfälzische, diese anders als die
Neapolitanische, und diese wieder ganz anders ala
*
313
die vom baltischen Meere. Dieses anders Ausse-
hen besteht aber nicht etwa blos in der Größse und
Form der Blätter, obgleich. in dieser Hinsicht der
Abstand zwischen der sehr zarten und schmalblät-
trigen neapolitanischen und der am baltischen Meer
von Freund Kaulfufs gesammelten breitblätirigen
grofs ist; sondern wenn ich bemerke ‚dafs die An-
heftungen der Blumen und Früchte bei der Leip«
ziger sitzend, wie bei Schk.; bei der Kochischen |
gleichsam in einer umbella pedunculata stehend
‘(wie bei Micheli); bei der hiesigen einzeln ge-
slielt; bei der neapolitanischen und baltischen ver-
hältnifsmäfsig ausserordentlich klein und in der
ocrea versteckt; ferner das Verhältnifs des Fila-
ments zu den Pistillen aehr verschieden, ‚wo. beide
bei unserer Leipziger ziemlich wie bei Schk.; bei
der Kochischen ziemlich von gleicher Länge;
bei den neapolilanischen das Filament etwa 10 —
ı2 mal länger; ferner die Früchte an der Basis ab-
nebmend ziemlich bei allen; an der Basis abge-
stutzt bei der hiesigen; auf dem Rücken fast in-
tegerrimi, überhaupt fere laevissimi bei der Ko-
chischen; crenatö - dentati bei der Leipziger und
Mannsfeldischen, wie bei Gärtner t. ı9.; acute
denticulati bei der hiesigen, wie Schk. fig. e. je-
doch, im lebenden Zustande wenigstens, auch am
Innenrande mit 3 - 4 Zähnchen versehen sind, u, sw.
‘so will ich hierduxch blos den Wunsch angedeutet
haben, dafs jedermann seine Zannichellien nachsehen
möchte, und dafs dann einer, dem mehr Mitiel dazu
au Gebote stehen, als mir, worunter ich vollstän-
514
dige in allen Lebensperioden befindliche Exen-
plate” "aus‘ so vielen Gegenden der Weit als möglich
ist, und eine dazu ausreichende Bibliothek verste-
he,, die vollständigern Resultate seiner Vergleichun-
gen, vorläufig aber jeder wer Gelegenlieit hat, das
Gewächs zu beobachten, gründlich beobachten, und
seine Bemerkungen der Flora mittheilen sollte,
Würde es sich bestätigen dafs mehrere eigene Arten
hierunter vorhande wären, so dürften diese ge-
wils am schicklichsten nach ihren Autoren: Z, Mi-
cheliana,' Gärtägriana, Schkuhriäna zu be-_
hehnen s seyn. Noch erwähne ich, dals die meisten
Zannicheilien Zwitterblumen haben.
15 Pflanzen »- Verzeichniße
Verzeichnifs der seltuern nm Augsburg wildwach-
‘senden Pflanzen ; "ven Hrn, Dr. Dobler.
Der verehrl. Gesellschaft korresp. Botaniker
übersende ich hiebei ein Verzeichniss der bedeu-
tendern, sichtbar blühenden Pilanzen, welche in
der Gegend um Augsburg (etwa 3 Stunden im Um-:
kreise) wildwachsend vorkommen, Auf Vollstän-
digkeit kann dieses Verzeichnils keinen Anspruch
machen, da ich erst einige Jahre mich in Augsburg
aufhalte, und meine Berufsgeschäfte mir bisher nur
sehr wenig Zeit übrig liefsen, diese, in botanischer
Hinsicht so anziehende Gegend genau zu durchsu-
chen, Vebrigens hat Hr, Dr. v. Alten, Apotheker
zum Engel, eine Flora von Augsburg angekündigb,
von welcher zu erwarten ist, dals sie dieses kurze
Verzeichnifs an Reichhaltigkeit übertreffen werde,
Veronica spicata.
—_ serpyllifolia,
Pinguienla vulgaris,
— alpina,
Utricularia minor,
Salvia verticillata.
—_ glutinosa.
Circaea intermedia,
Cladium germanicum,
Gladiolus communis,
Iris sibirica..
Cyperus virescens.
I
Seirpus: earicinus,,
_ lacustris.£. minor,
‚ Eriophorum. vaginatum-
Andropogon Jschacmum.
Phlenmn nodosum.
»Molinia caerulea.
Aira caryophyllea.
— . flexuosa.
Holcus borealis.
Bromus inermis,
Sesleria caerulea,
Globularia vulgaris.
Scabiosa sylvatica,
Gallium sylvaticum,
— hercynieum, |
— boreale.
Asperula tinctoria.
— eynanchia,
Alchemilla vulgaris,
345
, Potampgeton perfoliatum,
— densum.
— gramineum,
— märinum,
— p usillum,
' Primula farinosa.. »
j Verbascum Lychnitis, .:
— ‚ Blattaria...
Chironia pulchella,
Vinca minor,
r
tin a
DR
Atropa, a E .
Phyteuma orbieulare,
Campanula caespitosa.
— latifolia. .
_ urticagfolia.. ni ,
— glomerata, . nu
— Cervicaria.
— Speculum.
Xylosteum vulgare,
Rhamnus saxatilis,
Impatiens Nolitangere,
Jasione montana. \
Thesium Linophyllum.. j
—— montanum.
Asclepias Vincetoxicum
Gentiana cruciata. .
— eiliata,
_ asclepiadea..
_ Pneumonanthe,
— grandiflora,
— verna,
5i6
Gentiana ntricnlosa,
— gerrmanica,
Chenopollium bybridum.
— glauenm °
— olidum,
Astrantia major,
Athamanta Oreoselinum,
Laserpitivm latifolium,
Pimpinella magna,
Seseli annunm.
Sium änkustifölium, '
— "nodiflorum,
— repens,
Scandix hirsuta,
Cancalis grandiflora.
Torylis 'Anthriscus,
Opulus 'glandulosa,
Viburnum Lantana,
Tamarix germanica.
Parnassia palustris,
Linum Yiscosum,
— Savum,
Drosera rotundifolia,
— longifolia.
Allium suaveolens,
— earinatum,
ConvallariaPolygönatum, |
Hyacinthus hotryoides,
Anthericum ramosum,
— Liliago,
Ornithogalum villosum,
:Lilium Bulbiferum:
— Martagon.
Veratrum album.
Tofielda palustris,
, Triglochin palustre,
| Rumex sanguineus,
— scutatus.
| Acer Pseudoplatanus,
Erita herbacea.
| Vaccinium uliginosum.
— Vitis idaea.
| Schollera Oxycoccos
Oenothera biennis,
Daphne Cneorum.
Polygonum Bistorta.
'— viviparum.
Adoxa Moschatellina.
Paris quadrifolia.
Butomus umbellatus,
Monotropa Hypopithys
Pyrola rotundifolia.
— minor.
— secunda.
— uniflora.
Arbutus Uva ursi,
Saxifraga Hirculus,
— granulata.
| Gypsophila repens,
_ muralis.
— Saxifraga,
Dianthus deltoiden.
Dianthus -superbus: . |
Silene conica. .
Sedum T elephium.
— dbum..
— sexangulare,
— villosum., ,..
Melandrium aalretee
— pratenggei,... a
Viscaria_ vulgaris,
Asarum europaeum,
Euphorbia duleis,
— helioscopia,
—. segetalis.
Philadelphus coronarius.
Spiraea Arungus,
— Filipendule, -
Rosa cinnamomea,
— gallica.
.— arvensis.
Rubkus saxatilis.
Potentilla argentea,
— alba.
Geum rivale,
— urbanum.
Comarum palustre,
Helianthemum Fumana
Nymphaea lutea.
— alba,
Aconitum Lycoctonum.
Thalictrum flavum,
— aquilegifolium,
d37
Pulsatilla vulgaris. _ .;
Ranunculus auricomus; .
— montanus.,
_ lanuginosus..
ge aconitifolius,
Adonis anetnmnalis.
Ajuga pyramidalis.
— .gpmevensig,,....
Teucrium monlanum,
Nepeta Cataria.
Thymus Acinos. Ka Bw
Melittis grandiflora. _
Orobanche GeToRNar
LEO ne
Lathraea squamaria,
Melampyrum sylvatieum,
Bartsia alpina,
Scrophularia aquatica,
Digitalis purpures, |
— media,
Pedicularis Sceptrum.
Antirrhinum majus.
Linaria alpina,
— minor.
Camelina deMata:
Alyssum calyeinum, .
Thlaspi alliaceum,
— montanum, '
Gochlearia ofkcinalis.
Biscutella laevigats.
\*
“
318
Myagrütli IRRFTERE, |
Tritiggtäbra 9°
— Hirt 0°
Sisymbkium aylvestie.
— teirestre”"
ei 'Barbarea: ein '
— Alliaria, 0°
Geranium pratense.
_ "&lambiniikt" '
—_ pasillam,
Polygala’ amafa.’"? i u
— " Chamaebuxik.
Spartiem scopariam, '
Genista sagittalis.
Ononis hircina.
Lathyrus tuberosüs.
— sylvestris.
— latifolius.
Cytisuz nigricans,
— $upimus, '
Tetragonolobussfiiguosus
Astragalus Cicer.
-—— giyciphyllos,
Trifolium hybridum,
— moptanum,
— robens.
— dJexuosum,
— alpestre,
Onobrychis spicata,
Coronilla varia,
Hypericumquadrangulare
Ran
Hypericum dubium,
-— humifusum,
— montanum,
Lapsana foetida.
Hieraciıfh alpestre,
— cyMosait.
"stäticaefolium.
Prenanihes purpurea,
Leontodon salinus.
Apargia hastilis.
incana.
Scorzönera lanata, ”
Hypochoeris maculats,
— glabra,
Serratula tinctoria.
Carlina acaulis
Cardnus crispus.
— deiloratus.
Cnicusa eriophorus. _
— heterophylius. 1
Tanacetum vulgare.
Conyza squarrosa. \
Gnaphalium sylvaticum.
. — montanum.
— Inteoalbum.
— uliginosum,
Pyrethrum corymbosuit.
Cineraria integrifolia.
Senecio tendifolius.
Tussilago Petasites,
Arnica montana,
[nn j
Arnica Bellidiastrum,
Asier Amellus. '
Inula dysenterica.
Achillea Ptarmica. :
Buphthalmum 'grandiflo-
‚rum. '
Centanrea 'phrygta. °
"month
— peidwlata.
Orchis .döriophora.
_ ustulata,
“mililäris,
bifolfa.
pyramidalis,
mascula.
sernbuciua,
'ddbrätissima.
— conopsea.
Oplırys Monorchis.
- ' myodes.
— arineifera,
— apifera,
Neottia spiralis.
— Tepens.
Iırt li
Epipactis 1stifolia,
— palusiris.
— Nidus avis,
—_ ovale’
Malaxis Loeselic.
Cypripedium Calceolus.
Carex Davalliana,
“N
%ı9
B Be en
Carex arenarig, ,
— intermedir....,
— ovalis,. rs, —
— brizoidegu
— remota, Ye!
“l curta,' '
11% \ m paradonär‘ zu
ra nabuıadet-
Er landchidar"" &
ot digitaii,! Pond
*. pilulifeta, "
collina.
eiliate,
tomentoldi "
ya," DE
"Dedert.
umbrosa,
pilosa,
panicea.
pallescens,
‚stricte,
sylvatica.
glauca, "
Aliformis,
acuta. ;
'Sparganium ralosum.
— natanı,
Myriophyllum spiektum,
_ vertieillatäm.
‚Ceratophyllum demersyun
Per TE}
PEN submersum,
D
Rltbocına
wu
%
—
Dap
Poterium Sanguisorba. . ‚| Salix Hoppean®
Pinus Lafix. — lanala.
Typha JetHolia,
eng: 4 — repens,
— angustifolia. i
—_— mnima : --
‚ Bryonia dioica ... Hippopha® rhamnoiden,
IL Bemerkungen
Linne, nannte_ eine 'Carex mit sehr entfernt
stehenden Achren, . ‚distans, welche bald. von den
Botanikern , erkaynt, in Deutschland überall aufge-
funden ‚und,in Flora dahica tab, 1049. abgebildet
wurde. „Inzwischen entdeckte Gooden. eine vel-
wandte neue Art, die er fulva nannte, und dazu
dıe angeführte Abbildung der Fl. dan, eitirte, Dar-
auf bestimmte Smith dieC. distans Ligtf. als neue
Art mit der Benennung binervis, wohin vielleicht
distans gehört. Inzwischen hatte Host eine Abbil-
dung unter dem Namen fulva Good. gegeben, die
aber DeCand, nicht dafür erkannte, sie daher Ho-
stiana nannte, Dann fand Gaudin eine Pllanas,
die er dureh einige, Kennzeichen von C, binervis
verschieden glaubte, und 'els punetata beschrieb, ob-
wohl Schkuhr sie für distans hält. Endlich be-
stimmten Sekuhr und Willdenow. noch ein« Art,
mit dem Namen Schraderi, die ebenfalls der.bi-
nervis ähnlich seyn soll, Endlich möchte wohl ©.
longibrapteata,Schlgich. "auch hieher gehören, Bei
so vielen Wiedersprüchen und Meinungen und Be-
sliimmungen wäre es wünschenswerth, dafs ein Bo-
taniker, der hievon genaue Kenntniß, und viel-
leicht selbst die Arten besitzt, das geeignete dar-
über in der Flora mittheilen möchte,
— rosmarinifolia,
|
Flora
;
oder
Botanische Z eitung
Nro. 21. Regensburg, am.7. Juti 1802, ..
Mi Byiemerere u. Ha:
a Fa : wmf; in 7
1 Recensionem.
1. Leipzig und Prag, in Commission im deutschen
Museum, in. Leipzig bei Fried. Fleischer 1821.
Versuch einer geognostisch botanischen
‚ Darstellung der Flora der Verwelt,
Von Grafen Kaspar Sterub erg. nles Hefit.
Fol. Mit ı3 Kupfertafelm. iadabnne.
De Herr Graf fährt in diesem Hefte fort,
- uns mit dem Reichthume seiner Bemerkungen über
die in den Steinkohlen - Flözen vorkommenden
Pilanzen - Abdrücke bekannt zu machen. Zuerst
widerlegt er die von Raumer und Krüger auf-
gestellle Meynung, dafs die Steinkohle so gut als
andere Flözarten mineralischer Natur sey, wovon
der letztere doch die Braunkohle ausnimmt ; der
Hr. Graf beweist aus den allenthalhen und überall
in etwas beträchtlichen Kohlen- Werken, nicht nur
von Braunkohle, sondern auch! von Schwarzkoble
vorkommenden ganz deutlich ausgesprochenen Pilan-
zen-Abdrücken, sogar Abdrücken von ganzen Baum-
stämmen, und aus Buchholz’s chemischer Zerle-
gung im Resinasphalte, in welchem dieser Scheide-
x
EP GE
künstler 91 Theile eines in wasserfreyem Alkohol
auflöslichen Pflanzenharzes, und nur 9 Theile ee
es ' -dartn® nicht auflöslichen Erdharzes gefunden
hat; er erinnert dann mit Gründen gegen ‚Link,
welcher auch die geschichtete Lage der Baumstäm-
me unter die Beweise für die Entstehung der Stein-,
koble .aufnimmt,.. und „das. Vorkommen thierischer
Stoffe in derselben ganz läugnet, dafs letzteres doch
öfter Platz habe, und erstere nicht allgemein sey,
. Dafs-der Schwefel, oder vielmehr seine Säure, sehr
größsch Binflußs auf die Steinkohlen- Bildung habe, -
beweist er unter andern aus einem Versuche sei-
nes sel, Hrn, Bruders, welcher frisches Fichtenholz
durch’ Schwefelsäure’ in eine dem Anthragite nahe
kommende Kohle verwandelt hat; diese Säure ver-
kohlt sogar mit noch weniger Substanz - Verluste
als Feuer, welches bei der Verkohlung nur 20 Thei-
le zurück läfst, da hingegen bei der Verkohlung
durch Schwefelsäure 45 übrig bleiben.
Von dieser ersten Betrachtung geht der Hr,
Verfasser zu den. die Steinkohle begleitenden For-
mationen fort, und zeigt ı) man habe Unrecht,
‚wenn man das Conglomerat nicht als nene Zusam-
mensetzung' früher zerstörter Steinmassen ansieht,
‚Ob der Mandelstein, der Porphyr und Basalt zum
rolhen Sandstein als Unterarten gehören, verdient
eine: Untersuchung in der Natur selbst, die gegen-
wärtig noch nicht weit genug fortgeführet worden
ist (und welche sich die Vulkanisten wohl ganz
ersparen, die diese. Gebirgsarten für vulkanische
auf nassem Wege mehr oder weniger umgebildets
a
593
Ausgeburten ansehen). Eben so fodern die ver-
schiedenen Kalkstein - Formationen noch länger
fortgesetzte Forschungen, . Dals aber die Vegeta-
tion, welche in dem Quadersteine gefunden wird,
von der verschieden sey, welche in Steinkohlen-
Formationen vorkömmt, wird durch vorgelegte Be.
obachtungen erwiesen werden. Diesen Beobach-
tungen werden noch andere aus verschiedenen an-
dera Schriftstellern nachgetragen und gewürdiget,
und endlich werden noch ein Paar Worte über die
Braunkohlen- Formation gesagt.
. Aus den Vergleichungen der versteinerten Pflan-
zen und Pflanzen - Abdrücke mit der wirklichen
' Natur ergiebt sich, und ergab sich schon seit lan.
ger Zeit, dals ein grofser Theil dieser Gewächse
viel wärmern Landstrichen angehöret haben, als in
. welchen sie jetzt begraben sind. Das ist eine That-
sache, welche sich nicht läugnen lälst,. welche auch
niemand bezweifelt, Aber wie kamen sie an ihre
jetzigen Lager? Das ist der Knoten, welchen man
verschiedentlich zu lösen gesucht hat, Die ältere
Meinung ist, sie seyen durch die Sündfluth ange-
schwemmt worden, Dieser Hypothese stehen aber
verschiedene, Erscheinungen entgegen, welche in
ihr keine Aufklärung erhalten, oder von ihr gar
unmöglich. gemacht werden, Hr. Link meint, die
Erde, welche in den uralten Zeiten weit mehr be-
wässert, und mit Sümpfen angefüllt gewesen ist,
sey darum auch in den nördlichen Gegenden wär-
mer gewesen, was unter anderm daraus exhelle,
weil viele Gewächse in, Norwegen gut fortkommen,
oo xX2
324
die in Schweden nicht mehr gedeihen, und übei-
haupt Wasserpflanzen aus den wärmern Landstri-
chen ‘viel weiter gegen die Pole hinauf gchen, als
Landpflanzen, Der Hr. Verfasser der Flora 'der
Vorweli erinnert dagegem,- wenn er auch‘ 'zugebe,
dafs die Erde, als ihre Flüfse noch gröfset waren,
das Meer tiefer in die Binnenländer eindrang, noch
weite Land-Seen und ungeheure Sümpfe das feste
Land bedeckten,: so konnte das doch denselben
Wärmegrad nicht hervorbringen, welcher zum Fort-
kommen der Palmen erforderlich ist. Wir setzen
aber hinzu, dafs, weit gefehlt, dafs diese den Polen
‚ nähern Länder, als noch viel Wasser da war, wärmer
gewesen seyn konnten, sie mulsten sogar kälter seyn,
schon darum, weil’Wadser einen viel geringern‘Grad
Wärnte annimmt, als feste Körper, und Afrika, wel-
ches sehr: wasserleer ist, unter denselben Breiten
ungleich viel heilser ist, als Amerika. Die Verglei-
chung ‘Norwegens mit Schweden beweist nichts:
denn ausserdem‘, dafs doch beide Länder in Osten
und Westen von Meeren umgeben sind, wird Nör-
wegen freylich von seinem‘ westlichen Meere .e-
‚ wärmt, aber nur mittels der Strömnng desselben,
die aus dem heissen Erdgürtel kömmt, Auch die
Wasserpflanzen beweisen nichts, Eben weil da
Wasser ‘schon bei Nullgrad oder doch gewils bei
— 2 oder — 3 friert, hält es da, wo es mit der
Atmosphäre zusammenhangt, die weitere Berührung
mit seinen tiefern Schichten ab, und da es im fe-
sten Zustande ein schlechter Wärmeleiter ist, raubt
es diesen tiefera Schichten nur-sehr langsam ‚ihre
325
Wärme, die daher immer noch über. Zero steht,
daher dann nicht gar zu empfindliche Wasserge-
wächse, die noch .dazu mit. ihren Wurzeln im,
Schlamme stecken,’ der höchst selten, ausgenommen,
"wenn nur wenig Wasser über ihm.steht, zufriert,.
auch kältere Landstriche, als ihre heimischen sind,
gut aushalten: daher dann auch unsere Fische in
den 'Flüfsen und Landseen nicht erfrieren, aber
wohl sehr kalt haben, nur nicht bis zum Eis-
punkte, Aber Fische und Pillanzen kommen sicher
um, wenn. auch der Bodenschlanmm, bei letztern
wenigstens bis auf eine gewisse Tiefe friert,
Die Hypothese, welche aus einem Hrn, Gelphe
angeführt wird, welcher einen unbekannten Him-
melskörper auf die eine der Erdhälften fallen, und
dadurch ihre Achse verrücken läfst, ist gewissernas-
sen dem Grafen von Buffon abgeborgt, aber noch
mehr aus der Luft gegriffen. Sogar haben wir sie
bei unserm Vortrage verbessert: denn er verrückt
den Südpol und Nordpol, will aber doch, dafs die
Richtung der Erdachse unverändert geblieben sey;
und doch ist die Erdachse nichts anders, als die
gerade Linie, welche die Pole verbindet!
Ohne sieh mit irgend einer Hypothese einzu-
lassen, wie dieselbigen Pllanzen in den verschieden-.” :
sten Landstrichen gleichgut leben konnten, bemerkt
der Hr. Verf., dafs wir noch nicht viele Beobach-
tungen haben, um die Vorfrage zu lösen, von wel-
chen Pflanzen denn eigentlich die Rede.sey. Die
ältern Abbildungen sind. meistens nicht mit aller
326
nöthigen Sorgfalt gemacht, und von den neuern
sind nur die von den Herın von Flurl und
Schlottheim (Recens. setzt hinzu: und die von
Hın. v. Nau, welche aber in ‘diesem Werke noch
nicht angeführtwerden konnten)vollkommen brauch-
bar, und mit gehöriger Sorgfalt gemacht,
ı3 Tafeln, deren fortlaufende Zahlen auf das
erste Heft Bezug haben, begleiten diese Schrift, und
für die Erklärung derselben ist alles das aufgespatt,
was bei den sonderheitlichen Pllanzen-- Abdrücken,
die sie vorstellen, gesagt werden konnte. Tab. XIV.
stellt .den Schaft eines aufrecht stehenden Baumes
vor, welcher im Steinkohlenwerke Wranowitz der
Herrschaft Radnitz in Böhmen vorgekommen ist;
_ er" gehört zu der vom Hrn. Grafen anfgestellten Gat-
tung Lepidodendron, und war ausser dem ab-
gebildeten Stücke noch 5 Fufs lang, ohne alle Ver-
ästelung, und ohne das oberste Stück, welches die
Krone hätte bilden sollen. Das Stück ist vorzüg-
lich wegen seines Fulses, welcher offenbar auf dem
Boden aufstand, als die Pflanze noch lebte, sehr
merkwürdig. — Niedlicher noch ist ein Stammstück
(Tab, XV.) das offenbar von einer ganz verschie-
denen Gattung seyn muls, welche der Hr. Verf,
also charakterisitt: Caudex axboreus rugi}
longitudinaliter striatus, scutis caudicem
spiraliter ambientibus, und nennt die vorlie-
sende Art Rh, ocellata, glaubt aber, dals die
Schlottheimischen Palmaciten variolatus und p%-
culatus benachbarte Arten seyen. — "Tabb, XV.
x
327.
und XVII. Fig. ı. sind Pflanzen- Abdrücke. vorge-.-
stellt, welche zu Lepidodendron des Hrn, Veit.
gehören, mit den Arten des Bärlapps grofse Aehn-
lichkeit haben, und. defswegen auch unter die
Schlottheimische Gattung Lycopodiolithes ge-
xechnet ‚werden könnten, Sie erhalten hier. die
Arten- Namen Iycopodioides (aus den Stein-
kohlengrubeni zu Suina in Böhmen), und sela gi-
noides (aus den Gruben bei Schazlar und Swina), —
Tab. XVII. Fig, 2. ist ein Calamites abgebildet,
aus den Radnitzer Gruben, wobei gesagt. wird, dals
es bei dieser Gattung schwer falle, die Arten zu
bestimmen, weil man so schwer Stücke, findet,
welche grofs genug wären, um 'nnterscheidende
Merkmale an die Hand zu geben (was wohl bei
allen Bruchstücken von Gräsern und anverwandten
Pilanzen der Fall seyn mußs). — Tab. XVII stellt _
«ine Fächerpalme, wie sie der Hr. Verf. einsweilen
nennt, aus dem Swinaer Kohlenwerke vor; er ist
aber noch ungewils, ob er sie zu seinem Lepi do-
. dendron oder zu Calamites rechnen solle, weil
von beiden Gattungen Stämme in der Nähe liegen,
aber abgesondert von diesen Blättern oder Wedeln. —
Fünf verschiedene paradoxe Gewächse füllen die
XIX. Tafel. Sie sind theils aus Böhmen, theils aus
Sachsen; an den ersten dreien stehen die schmalen,
auch wohl nur borstenförmigen Blätter um. den
Stamm oder Zweig wirtelförmig herum, an den
beiden übrigen stahen sie fächerförmig, und .schei- °
nen sogar in der vierten Figur zwo verschiedenen
Arten anzugehören, Die Gattung, unter welche der
308
Hr. Verf, die ersten bringt, nennt er Schlothe-
mia, die, der leiztern Annularia, — Den Namen
Noeggeraihia foliosa giebt er einem seltsamen
Pllanzen - Abdrucke, welcher sich im vaterländischen
Museum zu Prag befindet; ; zuverläßig ein böhmischer
Fofsil, und wahrscheilich aus dem Berauner--Kreise
ist; sie wird folgendermassen beschrieben: Caulis?
Grassitie pennae anserinae; folia alterna,
approximata, obovata, caulem basi sub-
anıplexantia, apice pectinata, dentata, cae-
terum integerrima. Abgebildet Tab, XX.
XXI. stellt den Abdrück einer Pflanze aus dem Kobl
lenwerke von Häring in Tyrol vor, und wird Fla-
bellaria raphifolia genannt, In einer kleinern
Neben-Figur wird eine, wahrscheinlich kryptoga-
wische ‚Pilanze abgebildet, die für ein Asplenium
angesehen wird. Der Charaker der erstern Gat-
iung wird so angegeben: Folia petiolata, #la-
belli instar divisa et expansa; und der Cha-
vakter der Art: Flabellis pedalibus et ulira,
ad bäsin usque divisis, et foliis ı2. et ultra,
basi sublanceolatis compositis — XXI.
Eine Osmunda, welche hier gigantea genannt
wird, mit der Diagnose: frondibus bipinnatis: pin-
nulis cordato - oblongis, obtusis, subfalcatis, inte-
gerrimis, Aus dem Werke bei Schatzlar. — Auf
der folgenden Tafel kominen viererlei Abdrücke
vor: 1. a und b scheineft Aspidien zu seyn; aus
den Gruben von Swina; a. a und b, aus ober
schlesischen Gruben, mögen tinem Becherfarn al-
gehören. — XXIV. Auf dieser Tafel erscheingn
a T
329
nur zwo Abbildungen, wovon die Eine’den Namen
Asplenium difforme erhält, dem Ceterach
der Offkcinen wirklich sehr ähnlich, aber doch
merklich verschieden; die andere scheint eine
kleine Pteris vorzustellen. Beide aus Böhmen, —
"Auf der XXV. Tafel stellt die erste Figur in a
und b den Abdruck eines Blattes vor, das wirklich
zwischen den Blättern von Platanus und Lirio-
dendrum in der Mitte steht, uns aber mehr
durch seine Nervenverästelung der letztern Gattung
nahe zu kommen scheint. Es ward in einem Qua-
derstein- Bruche bei Teschen unter Conchylien ge-
funden, Undeutlicher ist die Bildung eines andern
Blattes, welches Fig. 2. vorgestellt wird. Die dritte
Figur scheint wieder zu einer Pteris zu gehören. —
Sehr sanderbare Gebilde stellt endlich Tab, XXVf.
vor. Fig, 1. bält der Hr. Verf. für eine Art Engel-
süfs, was man kaum widersprechen kann; schwie-
riger ist das Rätlısel bei Fig, 2., aber doch scheint
so viel gewifs, dals die Pilanze nicht in die Kıy-
pfogamie gehört hat, Fig. 3. wird für ein Aspi-
dium gelalten, Uns fiel ein, ob es nicht eine
Art Mnium seyn könnte. In Fig. 4. glaubt man
anfänglich eine unbekannte Art von Galium zu
sehen; aber die Streifung der Blätter ist wie bei
den Farren, und auch in der Abbildung richtig
ausgedrückt, Eig. 5. scheint ein Acrostichum
vorzustellen; auch Fig. 6. ist eine gewifse Filix,
und der Herx Verfasser hält sie für eine Pteris. -
530
2, Beiträge zur Pflanzenkunde der Vor.
welt, Nach Abdrücken im Kohlenschiefer und
" Sandstein aus Schlesischen ‚Steinkoblenwerken,
Von. J. 6. Rhode, Zweite Lieferung mit drei
Steinabdrücken. Breslau bei Graßs, Barth und
Comp. 1822,
Die Pflanzenkunde der Vorwelt, unterstützt durch
die neueren Endeckungen im Gebiete der Pflanzen-
Physiologie und Anatomie, in Verbindung mit geogno-
stischen Ansichten über den Bau der Erdkruste ist
nun nicht mehr auf das enge Feld der Vergleichung
mit einzelnen Pflanzen beschränkt, die selten ge-
nügende Resultate gewähren; sie strebt vielmehr,
nach dem inneren Gewebe und der äusseren Zeich-
nung der fossilen Pflanzen, den Urtypus der vor-
weltlichen Pflanzen in grösseren Familien von Pilan-
zen der Jeiziwelt nachzuweisen, und auf diesem \
Wege die höhere Ausbildung des Pflanzenlebens in
der Vervielfältigung der Formen der gegenwärtigen
Vegetation anschaulich zu machen,
In diesem Geist hat der Verfasser in dem bereits.
von uns angezeigten ersten Heft: seine Untersuchun-
gen begonnen, und das. zweite rechtfertiget alle
Erwartungen, die jenes vorbereitet haite.
In den Vorbemerkungen wiederholt der Verfas-
ser den schon im ersten Heft: aufgestellten Grund-
satz: dals aus den vorliegenden Einzelnheiten auf
das unbekannte Ganze geschlossen werden müsse,
denn, wie er sehr richtig bemerkt, unterscheiden
sich die vexschiedenen Pflanzengattungen auch in
331.
der inneren und äusseren Gestaltung fast aller ein-.
zelnen Theile, daher ein Blatt von einer Eiche von
jenem einer Birke nicht blos durch die ganze Ge-
stalt, sondern eben so durch das innere Geflecht.
seiner Nerven, selbst in einem Bruchstück unter-
schieden werden kann, Diese Unterschiede, die
man bisher in der Botanik. nicht in besondere Er-
wägung gezogen habe, seyen aber von gröfster
Wichtigkeit bei Bestimmung fossiler Pflanzen, bei
denen gewöhnlich die wichtigsten Theile, Blüthen
und Früchte, fehlen. Schließslich verwahrt sich der
Verf. gegen den Miflsverstand, als habe er alle Schup-.
peripflanzen für Cactus gehalten, wohin die Ab-
drücke mit nadelförmigen Blättern nicht ıi gerechnet
werden können,
Die Beschreibungen der abgebildeten Abdrücke
nach der in dem ersten Heft aufgestellten Classihi-
cation sind eben so wie die Steinabdrücke äusserst
genau, aber keines Auszugs fähig, nur wollen wir
bemerken, dals auf der ersten Tafel ein Abdruck
mit zwei Blüthen an dem Stamm dargestellet: wird,
welche der Verf. später für Blüthen eines Caotus
erkläret,
In den nachfolgenden allgemeinen Bemerkungen
über die beschriebenen Abdrücke sieht sich der
Verf. veranlalst, nebst denen in dem ersten Heft. auf-
gestellten vier Klassen noch eine fünfte und sechste
Klasse anzunehmen, als: Abdrücke, bei welchen
die zwischen liegende Kohlenrinde auf dem Kern
liegen bleibt, und’ Abdrücke, welche über den
552
vorigen sich bilden, und die Schuppen selbst in dem
Hohldruck der zweiten Klasse hängen bleiben, In
diesen beiden Fällen möchten aber wohl zwei über-
einander liegende Abdrücke zu vermuthen seyn, von
denen ein jeder zu einer der früher bestimmten vier
Klassen gehören dürfte. Die. Fälle, dafs mehrere
Abdrücke in dünnen Schiehten übereinander liegen,
sind bei fossilen Pflanzen. sehr häufig, Referent hat
mehrmalen bei Hinwegräumung der Schuppen zwei-
ter Klasse, die nicht über 2 Linien betrugen, Ab-
drücke von Farnkräutern unter denselben entdeckt,
eben so können sich auch andre Schuppen darunter
befinden, dies sind dann doppelte Abdrücke, die,
wenn die schiefrigen Lagen nicht gar zu dünne sind,
sich wohl auch glücklich trennen und zu den er-
sten Klassen zurück bringen lassen, T.IV. 1,6. &c
möchte, wohl ein solcher Abdruck seyn.
Die Betrachtungen, mit welchen der Verf, die
Resultate seiner Beobachtungen begleitet, wollen wir
mit seinen eigenen Worten anführen: „Betrachten
wir nun die abgebildeten Abdrücke zusammen, und
vergleichen ihre künstlichen Zeichnungen unterein-
ander, so scheint es, die Natur babe sich bei ihref
Bildung in einem Schmuck gefallen, der jetzt aus
der Pflanzenwelt verschwunden ist. Wie regelmäs-
sig abgeiheilt, wie künstliche Gestalten bildendy
erseheint die äussere diese Pflanzen bedeckende Haut;
wie noch künstlicher gebildet ist. .oft die innere,
verborgene Seite derselben, oder selbst der Kern
‚der Pflanze, selbst in den Blumen finden wir zwei
\
353
Formen vereinigt, die jetzt nur noch getrennt vor-
‘zukommen pflegen, die Glocke und die Sterngestalt,
,
" Weilet man aber länger bei Gestaltungen wie
F.ı et 3 auf der V, Tafel, so drängt sich wiwider-
‚stehlich‘ der Gedanke auf, das Pflanzenleben: habe
damals noch mit: der. Kristallisation eine Art von
'Kampf zu bestehen gehabt! Ueberall enideckt man
'zwar ein Streben nach freien Formen, aber überall
'bringt noch die Kristallisation ihre an die Regel
gebundeneu mathematischen Formen, gerade Linien,
‚spitze und stumpfe Winkel, conische und pyrami-
dale Gestalten ‘zum "Vorschein ‚ unaufhörlich wıe-
derholen sich dieselben Gestalten und in jeder der.
selben, in jeder Schuppe, oder in-jedem- Viereck
ohne Schuppe, "scheint sich ‘das Verkältnifs zwi-
schen ‘dem Pflanzenleben und der Kristallisations-
kraft auszudrücken, bald scheint in dem bunten
Spiel das erstere, bald die andere vorzuherrschen.
Es scheint; als selie man das Streben der Pflanze
sich den Regeln der Kristallisation zu entwinden,
kier die geradlinigen Winkel in die freie Wellen-
form umzuwandeln, oder die durch Strahlen: oder
“ gerade Linien durchfurchte Haut auszuglätien, ‚Das.
‘Verschwinden dieser Formpracht bis auf wenige
Reste an einigen Cactus und Palmenarten, wie in.
‚den jüngeren Schölslingen der Nadelhölzer, wäre
daher wohl nicht als Verlust zu betrachten, da es,
in der höhereu Ausbildung des Pilanzenlebens selbst
seinen Grund zu haben scheinet,
334
3. Naturhistorische Miscellen über den nord-
westlichen Karpat in Oberungarn. .. Von Ant,
Rochel, Wundarzt und Geburtshelfer, Mitglie-
de der K. bötan. Gesells, zu Regensburg und
der, Gesells. corr. Botaniker u. s,w, Mit einer
Chatte, Pesth ı821. auf Kosten des Verfassers,
Man muß ‚es dem erweiterten, immer mehr
‚umfassenden Plane der Königl. botan, Gesellschaft
alles was nur immer der Botanik förderlich seyn
kann, in der Flora niederzulegen, zuschreiben, wenn
wir gegenwärtig ein Werk anzeigen, welches dem
-Tite] nach sich nicht ausschliefslich der Botanik
widmet;: aber doch diese Wissengchaft ‚vorzüglich
zum Gegensiande hat.
Derr Rochel, dermalen Gartenmeister im RK,
Universitätsgarten in Pesth hat in diesem ersten Heft
die allgemeinen Umrilse der Karpatischen Gebirge
dargestellt und durch eine Charte, die sowoaul die
Regionen im allgemeinen, als die besonders merk-
würdigen Berge im einzelnen darstellt, näher beleich-
tet. Das ganze Karpatische Gebirge wird in sechs
Pflanzenregionen eingetheilt, die 6 Komitate ein-
schliefsen, nämlich das Prefsburger, Neutraer,
Trentschiner, Tharozer, Torwaer und Lip-
tauer Komitat, i
"Nachdem der Verf, die ausgezeichnesten Ge-
birgszüge des nordwestlichen Karpat, so, wie die
‘Thäler, Flülse, Bäche, Seen, ‚Gebirgsarten angege-
ben, und einiges über das Klima beigebracht hat,
werden die Pilanzenregionen bestimmter auseinan-
der gesetzt, und die darin vorkommenden Bäume
‚335
und Sträucher 'angezeigt," worunter mehrere, die
Wahlenberg: in seiner Flora carpatorum übersehen
hatte, erscheinen, Die Gewächse welche in dieser
Gegend gebaut werden, finden. sich bereits angeführt,
s0 wie die Säugthiere, Vögel und Fische, die der
Verf, bei seinem ‚öfteren Besuchen da gefunden, hat.
Wir wollen den nenkteri‘$: der sich. vorzüg-.
lich auf Botanik bezieht, und die oben angegebe-
nen Regionen zum .Gegenstande hat, noch etwas
erörtern. Der-Verf. bemerkt, dafs die Angabe. der-
selben dem ohne physikalische Instrumente rei-
senden Botaniker viel unterrichtender sey, als An-
gabe der Standörter nach ihrer Totalhöhe. 1) Be-
gion des ebenen Landes. Man soll sie nicht zu
genau nehmen, und exrwägen,,. Rafs eine Ebene von
300 Toisen, wenn sie im "Gebir ge liege, noch im-
mer als solche zu betrachten sey. 2) Region des
erhabenen Landes. Sie nimmt den gröfsten Theil
des Landes ein, gränzt natürlich zunächst an die
vorige, und beschreibt oft nur dieselbe Höhe über
dem’ Meer, 3) Vorgebirgsregion. Enthält schon
ausgezeichnete Gebirge von beträchtlicher Ausdeh-
nung, wo zwar noch Kultur möglich, aber nicht,
vorhanden ist, obwohl deren positive Höhe nie 300
Toisen übersteige. 4) Hochgebirgsregion. Beginnt
etwa mit 300, endet mit 600 Toisen, Sie enthält
den gröfsten Theil hochstämmiger Bäume, die Zirbel-
nufs Kiefer ausgenommen, und wırd anderwärts noch
unter dem Namen Waldregion begriffen. 5) Alpenre-
gion. Zwischen 600 u, 1000 Toisen. Sie prangt mit
der Zirbelnuls Kiefer, und hat ausser dem Heer der
356
‘Alpenpflanzen nur noch Krumliolz und. Zwerg.
:wächolder zu Begleitern. 6) Hochalpenregion, Ber-
‘ge die 1000: Toisen übersteigen, gehören hieher.
:Der:üppige Wachsthum der. Alpenpllauzen zeigt
‘sich hier nicht mehr, nur kleinere Arten finden
-sich hier ‚noch angesiedelt, z. B. Cherleria sedoj-
des, Gentiana frigida, Geum reptans, Saxilraga
-bryoides, Ranunculus glacialis, Pedicularis
versicolor; Cnicus pygmaeus, Senecio incanus,
Gnapkialium 'carpalicum, Salix retusa und
herbadea, Bu '
Mit Sehnsucht muls jeder Botaniker dem fol-
genden Hefte entgegen selen, da.der Verf. selbst
aumert, dals er seine Alpenreisen und Exkursions-
besebreihungen, sp wie Bemerkungen über Verbrei-
tung und Vertheilung dex Gewächse, über ihr ge-
sellsehaftliches Leben, über Pflanzendauer, über sy-
stemalische Botanik, und über so manches was den
ernsten Pflanzenforscher angeht, für die nächslan
_ Bände zu bewahren habe.
Das zweite Werk, welches der Verf. bereits in
der Flora angekündigt hatte, nämlich Pilanzenum-
wisse einiger neuen, seltenen und. zweifelhaften Ge-
wächse aus den südöstlichen Karpaien im. Banat,
bat im Ganzen keinen Verleger gefunden, daher
gedenkt der Verf. solches nun Heftweise erschei-
nen zu lafsen. Das Heft zu 2 Bogen Text und
Tafeln Steinabdrücke zu 2 fl. Conv. Münze für die
Subseribenten, wenn deren nur hundert aufzubril-
gen wären. \
8“ BR
In Nro. 15. 8.238, Z. 2. am Anfang ist das Zeichen
der Anmerkung, *) in ein blofses Sternchen, * au verwau-
deln, dagegen aber die Note unter dem Text, auf derselben
Seite, Z. 17., nach dem Worte; herausgab mit einem
*) anzuzeichnen.
Flora
Botanische Zeitung
Nro. 22. Regensburg, am 1k uni 2822.
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ı .T Aufsätze Peer
Bemerkungen über Targionia; von Hrn,
Dr. Kaulfufs. “ . "
Diese p Pflanze ist so lange bekannt, und ihre
Theile aind so oft untersucht, dafs man "wohl. glau-
ben sollte, es sey endlich‘ einmal i ing "Keinen, wie
diese beschaffen seyen. . Leider sehe ich’äber, dafs
unser Wissen mit der Zeit nicht gleichen Schritt
hält. Hätte Fabius Columna nur ein Microscop
gehabt, wie wir es wohl als unbrauchbar auf die
Seite setzen, er hälte vor 230 Jahren seiner ge-
treuen Abbildung unserer Pflanze (Ecphras, p. 331.)
auch eine richtige Darstellung der Theile beige-
fügt. Freilich würde sie jetzt vergessen seyn, und
wir würden in neuen Büchern auch neue Darstel-
lungen finden, aber so eine Verbesserüng wäre al- .
lerdings sehr verzeihlich, ‚denn wer möchte so weit
zurück denken,
Glücklicher Weise hatte ich mir im Frühjahr
2805, ala ich die Pflanze zum erstenmale frisch
fand, so vigl davon eingetragen, dals ich, sobald
Y
&
38.
mir eine neue Beschreibung der Theile vorkam,
voll von Mistrauen gegen meine eigene Untersuch-
"ung, dieselbe immer wieder vorzunehmen im Standes
"war. So eben mufste ich wieder meine Schachtel,
mit Targionia gefüllt, hervorsuchen, als ich in
Sprengel’s ‚Grundzügen auf tab. 3. etwas. abge-
bildet, sah, was ich nicht kannte, Die Erklärung
suchend fand ich folgende Worte: „Fruchtkapseln
der Targ. hypophylla-von einem gegliederten
Ring, umgeben und mit Schleuderkeltchen: verse-
hen, wie man sie noch nie beobachtet hat.“ — Es
ist fast nichts schwerer zu vermeiden, und daher
auch nichts verzeihlicher, als Täuschung bei mi-
eroscopischen Untersuchungen, Das öftere Wech-
seln der verschiedenen Linsen, unterbrochen durch
Betrachtung des Gegenstandes mit der einfachen
Loupe, kann leicht dahin führen, dafs man in der
Eile den.$aamen für die Kapsel ansieht. Läfst man
- ferner, während des Zeichnens micrascopischer Ge-
genstände das Wasser uach und nach eintrocknen,
so verändert sich die Gestalt oft wunderbar; ein
Kugeliger an der Oberfläche grobzelliger oder war-
ziger Saame erscheint einem Kammrad ähnlich, und
ein ‚dünn "häutiger Schlauch, in welchem sich Spi-
ralfäden befinden, erscheint ketten - oder schnur-
förmig. Genaue mieroscopische Untersuchungen
sind allerdings bei der Zeit, welche aie erfodern,
oft wohl folgenreich, nie aber seegenreich.
So viel'Mühe ich mir 'nun immer gegeben ha-
be, Anderer Behauptungen zu bestätigen; 30 habe
ich mich doch noch nicht überzeugen können, dafs,
339.
. die Saamen der Lebermoose an den Spitzen der
Schleudern befestigt seyen, obngefähr wie die Kir-
sche an ihrem Stiel. Die unverhältnilsmässig
großse Anzahl der erstern gegen die letziern in ei-
sier Kapsel, spricht zwar schon von selbst ganz
gegen eine solche Verbindung, indessen ist es dock:
die gemeine Sage, und dagegen möchte ich nicht
gerne auftreten. Schmiedel hat die Saamen wohl
auch an der Seite der Schleudern angeheftet ge-
Tunden, allein auch. diels kann ich mit. gutem Ge-
wissen nicht nachreden. Bei den Jungerman-
nien ist es fast nicht denkbar, denn bald befinden
sich die Schleudern mit dem einen Ende an den
Spitzen der Klappen, oder an dem Mittelpunkte
des innern Kapselraums angeheftet, und haben glei-
che Länge mit dem. Durchmesser der Kapsel; die
Saamen mülsten also blos. auf dem Grunde der
Kapsel, oder im andern Falle, an den obern Thei-
len derselben sich befinden; allein die ganze Kap-.
sel ist damit erfüllt. Wenn sich die Fäden mit ih-
rem freien Ende auch umber. winden sollten, was
im natürlichen feuchten Zustande nicht zu vermu-
then, so bliebe die Anzahl derselben doch viel zu:
gering, um. alle die Saamen aufzunehmen. Hoo-
ker, der gewils viele Lebermoose untersuchte, fand
unter keinen Umständen eine Verbindung zwischen -
den Fäden der Jungermannien und ihren Saa=:.
men, bildet sie daher auch nirgends in Verbindung
ab, vermuthet aber, und wie mir scheint mit Recht,
dafs alle Saamenschleudern, wenn sie auch als blo-
fie einfache Spiralfäden erscheinen, in früherer‘
Ya
540.
Zeit. aus einer zarten häntigen Röhre bestanden.
Auch Treyiranus (verm. Schriften 4. B. S, 213.)
sagt, es fänden sich bei einigen Galtungen von Le-
bermoosen neben den Saamen in der Kapsel, spi--
ralförmige Fäden; allein sie seyen nur untermischt
und: dienen niemals, sie mit dem Fruchthälter-zu
verbinden. Endlich ist nach meinen Untersuchun-
gen der Bau des sogenannten Haargeflechtes -der
Trichiaceen ganz derselbe, wie man ihn an den
Saamenschleudern der Lebermoose findet, bei der
grolsen Länge und geringen Anzahl der einzelnen
Fädchen mehrerer Arten würden aber auch nur
wenig Saamen auf den Enden derselben Platz neh-.
en können.
Wie steht es nun aber ; mit den Schlenderkeit-
chen der Targionia?.— . Diese sind längst be-
kannt, und es wird sie Niemand läugnen. — Dal
sie lange schon hekannt' sind, thut nichts zur Sa-
che, eben darum können sie auch schon wieder
vergesaem ‚seyn. Und. diefs ist wirklich der Fall,
worüber man sich eben so wenig freuen sollte, als
über neue Ansichten gut beobachteter Dinge, Ich
lasse jetzt die in dep wenigen Schriften, die mit
sogleich zur Hand sind, enihaltenen Belehrung
über diesen Gegenstand folgen.
Im Jahre 1781 gab Schreber, im Naturfor-
scher (St. 15.) eine so vortreflliche Abbildung, nebst
Beschreibung von Targionia und ihren Theilen,
dafs die blolse Zuziehung derselben schon den Nicht-
untersuchenden über die wahre Beschaffenheit der
‚ Fäden hätte belehren können, Bis auf eine leidli-
34
che Kopie der Abbildung fin Sturms Flora (Er-
ster B. 3. A.) wurde die Schreberische Arbeit fast
nur als — Citat benutzt. j j
1797 sagte Schreber in den gener. plant.
— semina globosa filis tertis elasticis adhaerentia.—
1795 Hoffmann ‘in Deutschlands Flora
($. 93.) corpuseula Kilis ex duplici helice membrana
connexis toriis mebilibus adnexa,
ı800Roth Fl, german, (3, B. S, 424.) capsula
seminz demittens filis tortis, elasticis, duplici he-
lice capsulae parieli affixis adhaerentia.
180r und 1802 machte Sprengel seine Beob-
achtungen in zwei ausländischen Schriften bekannt,
die ich bis heutigen Tag noch nicht zu benutzen
Gelegenheit gefunden habe, was ich höchlich be-
.daure: Bullet, de la societ. philom, nr. 59
p. 27.1.2. 2, und Acta. holm, 1802. t. 4 In-
dels läfst sich vermuthen, dafs hier über meinen
Gegenstand gerade nicht besonders gehandelt ist,
denn einige Jahre nachher
1804 erblickt man in Sprengels Anleit. ıste
Ausg, Targionia in Gesellschaft von Riccia un-
ter. den Aftermoosen, mit der Bemerkung, dals die
Kapsel aine Menge kleiner Saamen enthält, die
durch ungemein feine Fäden mit einander verbun-
den sind.
1804 sagte Weber, (botan. Briefe an Herrn
Prof, Sprengel pag, ı00,) er wisse nicht: wie es
zugehe, dafs Spr. den weiblichen Theil dieser
Pflanze einmal für ein „einziges Saamenkorn® an- .
sehe, nachher aber auf die in demselben enthalte-
543
nen schon von Michelis Zeiten her bekannten, an
$ilis tortis sitzenden „Saamen“ komme, Wenn ich
nun auch mit Weber, was Sprengel’s Ansicht
anbetrifft, in demselben Falle wäre; so habe ich
doch im ganzen Micheli nur folgende hieher Be-
zug habende Worte gefunden : flore — filamentis
tenuissimus et pulverulentis repleto.
1806 stellt Sprengel in der Flora halen-
sis Targionia mit Riccia zu den Homallo-
' phyllis mid sagt dabei blos: semina flis nexa,
“ 1807 erwähnen Weber und Mohr (Deutschl,
Kıypt. Gew. S. 392.) der Fäden nicht besonders,
sondern tadeln nur Sprengel, dafs er Schxebers
Arbeit nicht benutzt habe,
Willdenow (Berl, Magaz. 1809, 3. Jahrg.)
nimmt keine Rücksicht auf die Fäden.
Schwägrichen (Prodr, hepat, 1814.) spricht
Targionia die Fäden ganz ab: seminum elatera
nulli,
Weber (Prod. hepat. 1815.) erwähnt der Fi-
den gar nicht.
‚Sprengel (Anleit. ate Ausgabe 1817.) wie'in
der orten Ausgabe, jedoch mit Bezug der mir lei-
der unbekannten Abbildungen,
Nees v. Esenbeck (Berl, Magaz. Ster Jahrg,
1818.) nimmt Targionia nicht unter die hepatic® |
elateratas auf, sondern rechnet dahin nur Junger-
mannia, Staurophora, Marchantia, Duvallia
Endlich giebt Sprengel ı820 die gleich er-
‚wähnte Abbildung der „Fruchtkapseln « (Saamen?)
„von einem gegliederten Ring umgeben und nit
543
Schlenderkettchen verschen, wie man sie nosk nie
beobachtet hat, #*
Die Körnchen, ‚ womit die Kapseln ‚der Tar-:
gionia hypophylia angefüllt sind, habe ich nach
gehöriger Anfeuchtung stets, wie Schreber, en ih- _
rer ganzen Oberlläche warzig zellig gefunden, und
daher scheinen sie ia jeder Lage von. einem geglie-
derten Binge umgeben zu seyn. Die Fäden haben
eine wurmförmige Gestalt, sind sehr:.dünnhäntig und
von zwei pegen einander laufenden feinen. Spiral-
Zäden durchzogen.
1. Correspondenz
Salzburg am Sten May 1322.
Die Witterung ist sich hier bisher: völlig
gleich geblieben, und der trockenie geliude' Winter,
so wie das warme sehr nditige Frühjahr, haben sich .
nun gleichermalsen in trockenes und. heilses Som-
merwetter verkehrt, indem es, 'ein paar nebelreis-
sende Tage, wie man sich hier auszudrücken pflegt,
ausgenommen, seit 4 Wochen nieht mehr geregnet
hat, und der Thermometer täglich 18 Gr, Wärme
bei völlig wolkenlusem Himmel .zeigt. Solcherge-
stalt ist der diesjährige Frühlingsflor sehr zeitig
'hervorgebrochen, und hat. sich eben so schnell ver-
‚loren, Am 25. Dee. blühete Helleborus niger
‚am Fulse des Untersbergs vollauf, und recht«
fertigte dadurch völlig den Namen, Christwurz.
Der Februar prangte mit Galanthus nivalis, und
Leucojum vernum, und den sämmtlichen Arten
von Tussilago. In Mitte des Märzen blüheten
auf der Alpenpartie, die Hr. Apotheker Bernhold
ww
344
in: ‘seinem Garten: sehr zweckmälsig von 'Kalktuff
angelegt hat, Soldanella alpina und montana,
Saxifraga Androsacea und. Burseriana, Primula
Auricula, Potentilla aurea und Brauniana, Draba
aizoides und Myosotis alpestris, Gegenwärtig ist
bereits der ‘ganze Alpenflor anf dieser Partie her-
vorgebrochen-und macht so Tüglich die Behauptung
wahr, Wals ‘alle Alpengewächse Frühlingspflanzen
seyen. . Im Gebärge ist es dagegen sehr schneereich,
und man müufs jetzt noch über viele Schneefelder
wandern, wenn man bis zur Schwaigmühleralpe ge-
langen, und Soldanella alpina, Draba aizoides,
Saxifraga 'androsacea, Primula Auricula, und
Potentilla Brauniana an ihren natürlichen Stand-
orten: pllücken will. Ze
' Wir sehen hier mit der gröfsten Wahrscheit-
lichkeit einem heilsen trockenen Sommer, und da+
mit einem sehr gesegneten Jahr entgegen. Alle Obst-
bäume haben verblühet und setzen reichliche Früchte
an, die Kornfelder vegetieren ausserordentlich, die
Aehren schielsen durchgängig hervor und werden
nächstens in Blülhe ausbrechen. Nichts gleicht der
Ueppigkeit der hiesigen Vegetation, davon ein Nord»
deutscher gar keinen Begriff haben kann. Ganze
Wiesen bilden gelbe Teppiche von Ranunculus
repfans und acris, rothe, von der Lychnis diurna,
violelle, von prachtvoller Viola Iricolor, weile,
von. Arabis arenosa, Grün sieht man fast gar
nicht, weil immer die Pflanzen vor den Gräsern
die Oberhand haben. Wann man, um sich an die-
sem Anblicke zu ergötzen, einen Spaziergang durch
"345
die nach Leopoldskron führende, jetzt mit Millio-:
nen «Blüthensträulsen prangende Kastanien „ Allee
macht, und von einem geeigneten Standorte aus, die
ganze Majestät der hiesigen, sich nirgends wieder-i
findenden, Gegend, die ringsherum mit Bergen um-
gränzt ist, von welchen alle an der südöstlichen
Seite gelegenerf,noch mit Soknee bedeckt sind,.mit
ungetrübtem Gemüthe- übersieht,‘ denn erlebt man
köstliche Augenblicke:
„Und wer einmal den Weg passirt,
Und ist darüber nicht charmirt,
‘Der hat kein Herz im Leibe,“
Tritt man.nun vollends als Botaniker auf den:
Schauplatz, und überzählt bei eitter solehen Gele-
genheit alle die schönen Alpenpflanzen, die anf die-
sen Bergen wachsen und überdenkt den mannigfal-
tigen Genuls, den ihm die einstige Aufsuchung der-
selben gewährte, so kommt man ebenmälsig in Ver-
suchung mit Baron Seenus auszurufen: *glück-
lich ist der Botaniker, der in ‚Salzburg. geboren
worden. #
Ausser Hm. Prof. Hoppe sind hier jetzt meh-
vere junge Pharmacenten, nämlich Hr. Laurer aus
Bayreuth, Hr. Bartenstein aus Ihildburghausen,
und Hr, Gruner aus Dresden anwesend, welche in
botanischer Hinsicht das Land durchwandern, und
wahrscheinlich das Hochgebirg bereisen werden,
Auch sind zwei botanische Gärtner aus München,
die Herren Schiede und Eubel hier angekom-
men, welche von hier durch Tyrol nach Verona,
Padua und Venedig reisen, von dort. aus ihren. Weg
346
zu Lande. nach Triest nehmen, Istrien besuchen;:
und sich dort vielleicht längere Zeit aufhalten wer-
den. .. Auf diese Weise möchte wohl Deutschland«
Flora noch immer nene Beiträge erhalten,
Ein: ireflliches Laubmoos, eine Timmia, liefer-
te der nahe Ofenlochberg, und die wunderschönen
diesjährigen : vollblühenden Alpenpflanzen geben ‘
Exemplare, davon man ‚bisher kaum Begriffe ge-
habt haben mag.
Herr Pfarrer Mich] meldet aus dem Lungau,
dafs die Crocus-Arten daselbst schon im Februar
geblühet haben, dafs der Cr, albillorus immer zwei, .
der. montanus aber immer drei Blätter treibe. Auch
macht derselbe die Bemerkung, dafs das Semper-
vivum, welches den Radstadter Tauern bewohnt,
(woher: bekanntlich Liune das S. hirtum erbielt,}
dasjenige sey, welches Sturm als $. hirtum abge-
bildet habe, (welches die sächsischen Botaniker fün _
globiferum halten,) dafs aber jenes von der Paster-
ze ($, globiferum Sturm) daselbst nicht wachse,
Herr Pfarrer Seits in Oberhofen will eine
neue Soldanella, die in Sümpfen wächst, ent-
deckt haben, Sein botan. carpologisches . Werk;
wovon in der Flora schon einigemale Erwähnung
geschah, ist hier jetzt unter der Presse,
Herr Baron von Welden berichtet aus Mai-
land, dals Hr. Prof. Moretti den Zweck hab%
seine Bemerkungen über nene und zu berichtigende
italienische Pflanzen Decadenweise herauszugeben ;
er will die botanische Welt durch diese Vorläufer
auf seine Flora italiana aufmerksam machen, #f
347
welcher er sehr eifrig arbeitet, Die. erste und
zweite der gedachten Decaden ist bereits erschie-
nen, und enthält meist neue Pflanzen aus Italien. *)
Noch fügt Hr. Baron von Welden bei: „Ich habe
meine Excursionen bereits begonnen, da das Früh-
jahr schon in voller Pracht eingetreten, Anfangs
März habe ich um Como Erytbronium Dens Ca-
nis, Tussilago alba, Daplıne alpina, Acrosti-
chum Maranta, um Mailand Crocus vernus, Cera-
rastium manticum etc, gesammelt. Ich lasse hier
die Abbildungen der von unserm so hoch erfahr-
nen Meister Franz von Portenschlag.auf seiner
in Dalmatien gemachten Reise als neu zu beschrei-
benden Pflanzen, 24 an der Zahl in ‚Kupfer: ste-
chen ; drei Blätter sind bereits fertig; Mein näch-
ster Ausflug geht nun Über die Bochetta nach
Genua. & *%)
Herr Trattinnick ist nun ernstlich daranf
bedacht, seine, bereits vor 4 Jahren in Anregung
gebrachte, und neuerlichst in dem ersten Jahrgange
seines botänischen Conservatoriums wieder: ange-
kündigte Species plantarum, in einzelnen Mono-
*) Sie werden nächstens in unserer Sylloge erscheinen,
Die Redaction,
**) Dem ünermüdeten Hrn. Baron v. Welden, welcher
bereits v. Braune’s Vorläufer seiner Flora von Salz-
burg zum Druck beförderte, verdient um so mehr für
‚ die Besorgung der noch zu Deutschl. Flora gehörigen
Dalmatiner Pilanzen, den Dank aller Botaniker, als lei-
der der wackere Portenschlag Krankheits halber
kaum selbst noch etwas zu leisten vermag.
j » Die Redaetion,
ZB "
r
grapbien und abgesonderten Blättern wirklich her-
auszugeben. Der Contract mit einer Buchhand-
lung in! Wien, die die Hauptcomrmission über-
nimmt, ist bereits abgeschlossen, und so ist zu
hoffen, dals die erste Monographie, die Rosen,
noch in diesem Jahre erscheinen werde, Herr
Trattinnick befolgt nemlich die Ordnung der
Familien, welche Curt Sprengel in seiner neuen
‘Auflage beobachtet hat, doch umgekehrt, so dals
er mit den Rosaceen anfängt und mit den Cry-
ptogamen endigt. Auch wird er sich wohl die Frei-
ikeit nehmen, zu trennen, zu vereinigen und zu er-
setzen, wo die Verwandtschaft es bei nähern Ein-
leuchten erfordern möchte. Die Gattung Rosa,
(und:wer kennt nicht die grofsen Schwierigkeiten in
Bestimmung von Arten und Abarten derselben?) ist
nach zuverlässigen Nachrichten ganz vollendet und
bis auf 200 Arten angewachsen; ihr folgen zu-
niichst: Bubus, Dalibarda, Sieversia, Du-
ch esnea, Potentilla, Fragaria, Tormentilla,
Comarum, Geum, Waldsteinia, Spiraeı
Keria u. s. w,, wornach die Pomaceen, Amy$-
daleen etc. folgen. In der That verdient dies
Unternehmen Beifall und daher Aufmunternng; und
es möchte wohl die Erscheinung unserm Zeitalter
Ehre machen, wenn es insbesondre erst den Nach-
kommen zu grölserem. Nutzen gereichen, und il-.
nen schon erläutert übergeben wird, Auch aus ei-
nem andern Gesichtspuncte betrachtet mufs die bal-
dige Erscheinung dieses Werks höchst erwünscht
seyn, da es eine Ordnung befolgt, die weder dem
549
Plan von Decandolle, noch Römer und Schul.
tes gleicht, und wir also hier mit Gattungen be-
kannt werden, die Jene noch lange nicht geben
können, und mancher. darüber zu Grabe gehen,
mag, elie eines vollendet wird. — Möchte sich doch
gleichermassen jetzt schon jemand an die Crypto-
gamie wagen, um auch hier baldmöglichst eine: vol-
lendete Uebersicht zu erhalten; ‚oder : möchte dex
Plan einiger berühmten Botaniker, das Willdenowi-
sche Werk ‚fortzusetzen, und die.- Familien ‚dabei
zweckmässig unter sich zu veriheilen, in wirk-
liche Erfüllung. gehen!
Nachschrift vom. :Sten May.
Heute hat. Hr, Laurer in den Sümpfen hinter
Elixhausen bei Salzburg das Cinclidium stygium
Sw, aufgefunden; zahlreiche alte Seteh zeigen,: daß
dies Moos hier im vorjährigen regnigen Sommer
in Ueberfluls fructificirt haben muls, womit es jezt;
erst den: Anfang macht. Dies diem docet,
IL Anzeige Be
Freunden der Mooskunde mache ich hiemit
bekannt, dafs bis Ende Juni wieder Exemplare vom
Moos - Taschenherbarium fertig werden, und für
den Preils von 4 Ducaten oder 32 il. welche ich
mir franco erbitien muls, bei mir zu haben
sind, Es wird diels Taschenherbarium nun gegen
360 bis 370 Arten enthalten, da die im worigen
Sommer mit Hın. Apotheker Laurer in Gesellschaft
‚des Hrn. Professor Hoppe in die Salzburger und
Kärnthner Alpen unternommene Reise eine ‚ansehn«
liche Ausbeute gab, und ich auch von meinen.hax
350
tanischen Freunden schöne Beiträge erhielt, unter
welchen. sich nan auch das Cinclidium stygium be-
findet, welches ich Hrn. Prediger Neuschild in Py-
riz verdanke, Da mir derselbe seinen ganzen Vor-
ratlı mitgetheilt hat, so kann er erst im künftigen
Jahr Exemplare an andere abgeben.
Denen xesp, Herren Abnehmern, welche die
im vosigen Jahr ausgegebenen Exemplare vom M.T.
H. erhalten haben, will. ich gerne die später er-
haltenen Arten unenigeltlich mittheilen, wenn sie
mir.in frankirten Briefen die fehlenden Arten an-
zeigen wollen. Zu Supplementtafeln liegt übrigeus
schon mehreres bereit,
‚Gefrees, ‘Funk, Apotheker,
V. Literatur
Neue englische Gartenbücher etc, welche im Febr,
1822 bei $. Harding, 36, St. James’s Street
‘ erschienen sind,
Maddock’s Florist’a Directory, a 'Treatise on
Flowers and bulbous Roots, New edition, enlar-
$ed, wirh an Appendix,on the Cultivation of Dah-
lia, Chrysanthemum, Lobelia etc. 8, with colou-
red Plates,
Emmexton’s Treatise on the culture and ma-
nagement of Auricula, Polyanthus, Carnation etc.
With particular directions for preparing the most
improved Composts, raising new varieties Srom
seed etc, Sec. Edit. Enlarged. Price ı0 »,
An Essay an Soils and Composts, and the Pro-
pagation and Culture of Ornanental "Trees, Shrubs,
Plants and Flowers, By Thomas Haynes, Nurse-
551
zyman, desoribing the nature and properties of
each, with directions for. procuring the ingredienis
of the mort perfect Composts and instrugtions to
make substitutes where the ingredients v: vaunot ‚be.
oblained. ı2. Price 5 s. . “
Directions fer cultivating the Crambe''nismitil
ma, or Sea-kale; forthe use of'tlie table. :By Wil«
liam Curtis. With a: Goloured Piste, Price au, 6.d.
A Practichl Treatise on the culture and matia-
gement of Potatoes, with a Catalogue on’ the best
Kinds and Hints on the use of Potatoes i in Feading
Stock. etc, Price 2 s
Harding’ s new Catalogue of Books on Agricul-
ture, Planting, Gardening aud Baral affafıs i in ge-
neral, 18 ° am
Treatise on Biflbouk, Roots, with Directiönd for
their Cultivation, By the Hon. et Rev. will. Her
bert, 85 =.
Botanical Register. By Sydenh. Edwards, N. -
82. & =.
Geraniaceae; or Natural Order of Geraniums.
By R, Sweet. N. 24.3 ;
The Botanical Coltiyator; or a practical Trea-
tise on propagating, regring, et preserving all de-
scriptions of. Plants, By R. Sweet. ı0 26 d. u
Rosarum Monographia; or a Botanical History
of Roses, with an Appendix .for the Use of Culti-
vators. By Sohri Lindley.-8. aı s.
A Monography on the genus Camellia. By Ss
muel Cuxtis, Allumin, 6 Pd. Stel, 16 & Ede»:
362
History: of eultivated Vegetables. By H, Phil
lipa, 2, Vol, ı Pd. aı 2.6. d.
N, Küszere Briefstellen.
u. «Wie wäre es denn? wenn wir durch die Flora
ein kleines Namens- und Ortsverzeichnifs (viele
isfekkı fürs erste ulır dort, wo man deutsch sprieht)
von. allen der Botanik Beflisserien erhalten könn
187, sowohl der Meister ala Dilettanfen. “Ein Bei-
sender könnte da von Königsberg bie Basel und von
Hamburg . ‚bis Triest, auf seinem Wege in dieser Lir
ste. alles finden, wyag ‚ihn wenigstens. schnell in die
L.okalitäis- Kenntnifse seines Weges setzt, und manch-
mal, (ich will nicht sagen immer) eine freundliche
Aufnahme gewährt, und so manche Acguisition m%»
chen, um die er sonst gekommen wäre, Brüten Sig
über das Ey, was ich gelegt, es. wird gewils dänn
kein böser Kukuck werden. -
Wir lesen hier mit Vergnügen das Co nsorVa-
. torium von Hrn, Tratiinnick, es kömmt dara
ein längst gehegter Wunsch, ein grofses Bedürfnils
unserer Zeit, in Anregung, die Herausgabe. einer
. Species plant, in fliegenden Blättern; jede Pflanze
auf ihrem Blatte, jede. wirklich neue den ältern
also nur beigefügt, nicht immer das Ganze wieder
aufgewärmt, wie jede der ı00 Linneischen ep, pl
Ich denke, diese Zeitschrift wird sich schwester-
lich mit der Ihrigen vertragen.
‚Würde denn eine kurze Zusammenstellung in
der Flora aller bis jetzt erschienenen Monographien .
nieht sehr interessant seyn? da sähe man, was noch
Noth thut, —
Flora
oder
Botanische Zeitung,
Nro. 33. Regenaburg, am aı. Juni 1822.
l. Aufsätze
Frage wegen der EIntwickelung von
Equisetum, .
D:. Bildung dieser Gattung zeigt soviel räth-
selhaftes, dals sich wohl jeder veranlalst fühlen
sollte, durch aufmerksame und zu allen Zeiten an-
gestellte Beobachtungen aller ihm vorkommenden
Arten, auf die endliche Lösung der bestehenden
Zweifel hinzuwirken, Mit diesem Gedanken be-
schäftigt, hatten wir im nun verflossenen März auf
einer unsrer Excursionen die Freude, in einem
schönen Thale. der Gegend von Loschwitz, das
obwohl auch sonst nicht seltene Equisetum sil-
vaticam im Zustande der Fructification zu finden,
Mehrere Exemplare, welche wir ausgruben, zeig-
ten nichts unbekanntes und wir setzten unsern Weg
fort, Wir kamen an eine Quelle, wo Mnium
punctatum dem Laufe des entstehenden Baches
folgte, und wo Jungermannia epiphylla tau-
sende ihrer Kapseln auf schlafen Stielen empor-
hielt, Hier stand am Rande des Baches noch eine,
Pflanze von Equisetum silvaticam, und wir
Z
554
konnten dem Verlangen nicht wiederstehen, auch
diese auszugraben, was, da sie in lockerem, fast
senkrecht abgeschnittenem Erdreich stand, ziemlich
leicht war, In Staunen versetzte uns der Anblick
der entblöfßsten Wurzel, denn sie zeigle uns ein
noch nie gesehenes Gebilde. Ein paar Zoll vom
scheinbaren Hauptstamm entfernt, befand sich an
einer Wurzel ein aufrecht stehender Körper, von
der Gröfse und ellipsoidischen Gestalt der Fracht
von Cornus masula.. Sein unterer Theil. war
eingeschnürt, und er safs ohne Stiel auf der Wur-
zel scheinbar nicht auf, sondern etwas vor, aber
genauer unfersucht, auf dem Gelenk. Die kurze
Gelenkscheide war nämlich unverleizt, und der
Körper hatte mit ihr einen und denselben Ursprung,
An der Spitze zeigte sich eine zitzenförmige Erhö-
hung, die ganze Oberfläche erschien ziemlich glatt
und war: braun, wie die Wurzel, Dem Gefühl
nach war der Körper solid und fest, denn ex Hiels
sich nicht zusammendrücken, Soviel beobachteten
wir an Ort und Stelle. Zu Hause wurde ein Ver-
ticalschnitt gemacht, und dieser zeigte, ‚dals die
_ innere Malse solid, weils und saflig, unter dem
Mikroskop zellig und körnig war, und dals vor
der Spitze sich ein Keim erhob, welcher sich in
der zitzenlörmigen Erhöhung kegelfürmig endigte
Seine ein wenig dunklere Farbe und gleichförmi-
gere Textur liefs ihn deutlich unterscheiden, Die
äulsere braune Haut hing fest an der weilsen Mas-
se, kaum liels sich eine äulsere Epidermis tron-
nen, welche unter der Linse eine Skulptur von
|
355
eingedrückteu regelmäfsig durcheinander laufenden
Linien zeigte. Aeufserlich sahen wir unter der
Spitze noch eine kleine einfache Wurzelfaser. Dem
Gebild entgegengesetzt, auf der. untern Seile des
Gelenks, entsprangen noch zwei gewöhnliche Wur-
zelfasern. Sollten wir diesen Körper deuten, so
würden wir durch die Mittelbildung zwischen Knol-
len und monocotyledoneischem Saamen, fast ver-
legen seyn. Denn obgleich weit entfernt, densel-
ben für etwas dem letztern entsprechendes ange-
ben zu wollen, so ist doch der Durchschnitt des
Saamens der Zamia bei Gärtner tab. Il. fig. g.
nur durch die Länge des Keimes von dem. an er-.
wähntem Körper unsers Egnisetums beobachte-
ten, ‚verschieden. Bedenken wir den Entwicke-
lungsort dieses Saamens, und die durch den Sitz
vergröfserte Aehnlichkeit mit dem Knollen, wel-
:che unser Gebild zeigte, so möchte jene Analogie
bald schwinden und Knollen und Saamen für einer-
lei halten, können wir noch nicht, An einem
Theile des abgeschnittenen Stücks versuchten . wir
den Geschmack, welcher dem der Erdmandeln (tu-
bera Lathyri tuberosi und Cyperi esculenti) ziem-
lich glich. An den grölsern Seitenwurzeln befan-
den sich ‚die gewöhnlichen, mehr oder weniger
entwickelten Spröfßslinge, ohne Spur eines solchen
Körpers an ihrer Basis. Wir bemühten uns gar
bald, mehrere Eqniseta auszugraben, doch wa-
zen wir weder bei E. silvaticum, noch bei E. hie-
male, welches wir einige Tage nachlıer in einer
andern Gegend antrafen, so glücklich, etwas ähnli-
VAR
356:
ches zu finden, Eben so wenig zeigten die Exem-
plare der kleinen nordischen und alpinischen Ar-
ien in unsern Hexbarien; etwas ähnliches.
Wir bitten nun alle, welche Lust haben, die
"langweilige, und freilich oft durch die Lokalum-
“ stände unmöglich werdende Arbeit, des Ausgra-
bens der unendlich verzweigten, und vielfach ver-
strickten Wurzeln der Equiseta zu übernehmen,
ihre Resultate in der Flora niederzulegen. Dals
etwas ähnliches irgendwo erwähnt sey, ist uns
nicht bekannt, auch darüber bitten wir um gefäl-
lige Mittheilung. In der sehr lehrreichen ‚Anlei-
tung zum Studium der kryptogamischen Gewächse,
von Kaulfußs, wird gesagt, dafs das Aufgehen die-
ser Gewächse aus Saamen, noch nicht beobachtet
sey, dals aber ihre Ausbreitung durch die Wurzel
schnell geschehe. In allen Beziehungen ist die Ana-
logie der Gattung Equisetum zu andern Gewäch-
sen, als die sind, mit denen man sie bisher zusam-
menstellte, sehr groß. Wir glauben: in dem Ver-
such eines natürlichen Systems, welcher einer von
uns jetzt den Anfängern übergiebt, dargetlan zu
haben, dafs ihr bisberiger Platz die Natürlichkeit
der Reihe, in welcher wir ihn finden, aufhebt, die
Gattung aber in einer höher stehenden Reihe eine
Lücke ausfüllt,
Dresden den a8. März ı8an. .
L. Reichenbach, C. Schubert
N.S, Bei unsern fernern Exkursionen gelang
es uns endlich, am 18. April auch an Equis. a-
vense ähnliche Knollen zu finden, als. wir von E
357
silvaticum beschrieben haben, so dafs: uns diels
schon zu der Vermuthung veranlafst, jene Bildung
sey nicht zufällig gewesen, sondern vielleicht ein
Hauptgegenstand der normalen Vermehrung dieser
'Gewächse. Ein kleiner sandiger und feuchter Wald-
hügel nährte das E, arvense in Menge, und erlaub-
ie das Nachgraben, Die: Verzweigung der Wur-
. zeln mochte wohl mehrere Ellen tief gehen, und:
wir gelangten nicht über die Tiefe, welche der
Länge eines ausgewachsenen Mannesarmes entspricht,
wobei wir die vielfachen Verzweigungen der Wur-
zeln, oder richtiger des ‚Mittelstockes beobachteten,
und doch:'im Ganzen zwei Knollen fanden. Sie
salsen in ‚grolser Entfernung von den Fruchtwe-
deln, waren vollkommen gleich, kugelig, von der
Grölse ‚einer ‚Zucketrerbse, mit ‚der papillenartigen
Erhöhung versehen, schwarzbraun und runzelig,
dabei ziemlich hart, und im Innern ganz so. wie.
jener von E, silvativum, aber fester gebaut, über-
haupt schienen sie in einem höhern Alter zu seyn,
‚allein der scheinbare Keim hatte die Hülle noch
nicht durchbohrt. Die übrigen mehr als ellen-
langen Wurzeln erneuerten sich ‚aus knieförmig
_ aufgesetzten, spindelförmig: ‚angeschwollenen holzi-
gen Knoten, und es ist nicht unglaublich, dafs diese
sich aus dergleichen Knollen entwickeln.
“ Dresden d. 30. April.
L. Reichenbach, C. Schubert;
U. Ausländische Literatur,
? Jos, Raddi, ein fleilsiger sorgfältiger Samm-
ler, früher Custos des Naturalienceabinets zu Elo-
358
renz, gegenwärtig wegen Streitigkeiten mit eini-
gen Männern von Ansehen ausser Dienst, haf von
seinem 6 monatlichen Aufenthalt zu Rio de Janeiro
_ mehrere interessante botanische Gegenstände zu-
rück gebracht, die in folgenden kleinen Schrif-
: ten beschrieben sind:
'ı, Quaranta piante nuove del Brasile,
Modena. Ato 1820, .
Bertolonia, eine neue Gattung aus der Fami-
lie der Melastomeae,. Calyx integer coslalo fo-
“ liaceus. 'Corolla 5- petala calyci inserta. Stamina
ıo declinata. Caps. triangularis- trivalvis, opercu-
lata, opereulo acute triangulari columellae.centrali
adhaerente in orbem dehiscente, Semina numerosa
angulato - cuneala,
Bertolonia nymphaeaefolia, c. ic. foliis
cordatis, 7 — g nerviis, ylabris, subtus albis reli-
culatis; racemis terminalibus dichotomis vel sim-
‚plicibus, iloribus ebracteatis subsecundis. Eine
perennirende Waldpflanze, —
Leandra, aus derselben Familie: Calyx sexfi-
dus campanulatus laciniae exterius munitae singu-
lae squama lineari speciem habente duplicis la-
ciniae, Petala 6 lineari - lanceolata,. cal. inseria,
Stam. 12. Bacca 3 — 4 locul. polysperma,
Leandra melastomvides c. ic. foliis longe
lanceolatis subdenticulatis subtriplinerviis. superne
papilloso muricatis, inferne tomentosis, racemo
terminali,: floribus capitalis bracteatis.
Leandra hirta foliis oblongo - lanceolatis,
acuminatis, erenulatis, trinerviis vel subtripliner-
äbg
vis, inferne pilosis; lloribus racemosis, terminal
bus, 'ebracteatis.
Rbexia alata: ramis alato-- quadrangulari-
bus: foliis oppositis-oblongis acutis integerrimis con-
jugato - quinquenervis, superne muricatis, inlerne
hixsutis; racemis terminalibus, ramulis trifidis,
Rhexia estrellensis: ramis subquadrangu-
laribus hirsutis, foliis oppositis oblongis abtusius-
enlis quinguenerviis, superne papilloso - muricatis,
inferne lomentoso. - -sericeis lloribus ‚terminalibus
paniculato - racemosis.
Rhexia uniflora: foliis lanceolatis, integerri-
mis trinervis vel subquinquenerviis; floribus ter-
minalibus subsolitariis calycibus 5 - fidis sericeo-
argenteis, laciniis obtusis bracteisgue emarginatis
caducis, .
Rhexia herbacea: foliis. oppositis ovato-
oblongis, subquinquenervüs serrulato - ciliatis, ra-
cemis axillaribus dichotomis, ramilicationibus. mem-
branaceo- quadrangnlaribus; floribus octandris sub-
secundis, capsula globosa hiloculari.
Matthisonia n. g. calyx 5 - fidus. Corolla
hypocrateriformis 5 - fida, laciniae lineares, exte-.
xius.ad' basim habentes singulae callositatem squa-
maeformem;. tubus longus. Stamina 4 eonnata' im
tudum. Capsula biloeularis: Semina angulata, re-
tieulala,
M, panieulata: foliis alternis cordato acumi-
natis pubescentibus integerrimis, floribus panicula-
tis. Mit Abb.
Daphne: brasilienais : Zolüs swbsessilibus:
560
lanceolatis utringne acuminatis, subtus tomen!oso-
sericeis; floribus axillaribus terminalibusque umbel.
Iulatis sericeis. Gehört zur Gattung Lageita.
Diospyros Apeibacarpos: folüis, lanceola-
tis acutis integerrimis superne glabris inferne vil-
1oso -.sericeis; petiolis brevissimis hirsutis: bacca
papilloso - setosa, subdecasperma.
Macroceratides, eine nene Gattung. Calyx
campanulatus, bilabiatus, labio superiore emargiriato:
bifido; inferiore trifido, lacinia intermedia pro-
ductiore. Vexillum emarginatum, basi unguieulato-
canalieulata:" legumen lato - oblangum, subtorulo-
sum. Semina reniformia hilo cincta, uno latere
cavo excepto. '
Macroceratides Pseudo - stizolobium:
subfruticosus, volubilis; foliis ternatis, foliolis ova-
tis superne glabris, inferne villosis; legaminibus
compresso - torulosis, dorso piloso, emarginatis,
seminibus renifornibus nigris. . Ist, von Stizolo-
bium generisch nicht verschieden,
. Meliconia farinosa: foliis basi apicegue
acutis, subtus albo farinosis.
Annona dolabripetala: foliis oblongo lan-
ceolatis, inferne petiolisque hirsutis; petala 3 con-
nata, Iateraliter compresso- dolabriformia, tomentosa
Gouania corylifolia: foliis subrotundo- car-
datis, vel subovato - cordatis acutis , subdenticu-
lato - glandulosis, subtus pubescentibns > zacemis
axillaribus terminalibusque, longissimis,
Gouania cordifolia: foliis cordato - oVä-
bı
is serrulatis pilosiuseulis, floribus axillaribus termi-
nalibusque: capitatis hirtıs,
Swartzia triphylla var, B grand iflora:
foliis ternatis, petiolo marginato, foliolis lato- lan-
ceolalis acuminatis undulatis, intermedio majore;
petalo magno Juteo. FERN
SwartziaLangsd arffil: ‚foliis pinnatis alter-
nis, foliolis ovatis, acutis integerrimis venoso- re-
tieulatis glabris, petiolis marginatis. .
Swartzia Flemingi: foliis Pinnatis alternis,
foliolis oblongis, inferne hirtis; , ovarium tomentoso
\
sericeum. _
Swartzia apetala: foliis pinnatis, oliolis lan-
“ceolato - oblongis acuminatis glabris,
Machaerium aculeatum: caule sarmentoso,,
foliis pinmatis, foliolis numerosis alternis, Petiölo
basi aculeis binis compressis subuncinatis, legumi-
nibus hirsutis, j
Cassia pentandra: caule subfruticoso, ramis
. prostratis pilosis longitudinaliter striatis, foliis con-
jugatis petiolisque pilosis, stipulis cordato - lanceo-
latis ciliatis, floribus pentandris, legumin. hirlis.
. Schinus terebinthifolius: foliis impari - pin-
natis, foliolis septenis subaequalibus subserratis, flori-
bus axillaribus racemosis, Arveira Marcg. p. 90,
Oxalis mandiocana: caulescens, foliis ovato
vel subcordato - acuminatis eiliatis, petiolis margi-
-nato - alatis pedunculisque florum ciliatis,
‚Oxalis primulaefolia: acanlis, folüs ob-
longis obtusis, basi angustatis, peduncnlis multillo-
zis, filiformibus, semierectis vel prosiralis..
362
Oxalis hedysarifolia: caulescens, foliister-
natis, foliolis ovatis utrinque acutis petiolisque hin -
tig, pedünculis terminalibus paucifloris, i
Oxalis fruticosa: frutescens, foliis terna-
tis, foliolis subrotundo - ovatis eiliatis intermedio
majore et longe petiolato universali foliaceo lan-
ceolato pilosiusculo et longitudinaliter striato ; pe-
duneulis axillaribus paucifloris,
Mayna brasiliensis: foliis alternis, oblon-
'gis, acuminatis, subdentieulatis, bası leviter attenua-
tis; Horibus axillaribus, pedunculis trifloris,
Gonrataria estrellensis: capsula oblongo-
cylindracea dura, semina sursum alata. .
Anda brasiliensis: foliis quinato - digita-
tis, foliolis oblongo - cordatis acuminatis integerri-
mis glabris longe petiolagis,
Catappa brasiliensis: foliis oblonge - lan-
.ceolatis, inlegerrimts, quandoque laeviter subere-
nato - repandis, pedunculis lateralibus paucifloris,
drupa compresso - quadrangulari alata. Mit ‘Abb.
Begania digitata: Toliis digitatis, Toliolis
‚3% lanceolatis inaequaliter serralis, capsulae alis
reiundatis aequalibus.
Begenia maculata: arborescens, foliis in-
aegualiter lalo - reniformibus acutis albo - macula-
tis, capsulae alis subaequalibus, angulis rotundatis.
Begönia angularis: frutescens, caule angl-
lato subtetragono, foliis inaequaliter cordato- ob-
longis erenulatis glabris, stipulis foliaceis integerti-
mis, capsulae alis undulatis, una maxima obtusangul&
Begonia plulchella: caulescens, foliis' semi-
cordatis acuminatis inaegualiter dentato - serralis
glabris, capsulae alis rotundatis subaequalibus,
Begonia arborescens: ramosissima, foliis
oblongis 'acuminatis dentato- serratis glahris, basi
inaegualiter subcordatis. nn
Begonia bidentata: caulescens, foliis ob-
longo -lanceolatis, acuminatis denticulato - sexratis,
glabris, basi inaequalibus, capsulae alis aequalibus,
angulis bidentatis,
Begonia sanguinea, caulescens, foliis inae-
qualiter cordatis acuminatis integerrimis glabris sub-
tus sanguineis, capsulae alis subaequalibus, angulis
zotundatis,
Solanum gilo: canle subinermi herbaceo,
foliisque ovato - elongatis repando - angulatis pilis
brevibus fasciculatis undique tectis, pedunculis fer-
tilibus unifloris cernuis , ealyce corollaque inferne
hirtis, fructu oblongo sulcato carnoso.
Schnella, eine nene Gattung neben Bauhi-
niaundHymenaea: Calyx coriaceus campanulatus,
sub 5 - dentatus. Petala 5 unguiculata subaequalia,
Stylus nullus. Legumen truncatum (Folia biloba).
S. macrostachya: foliis cordato - bilobis, lo-
bis rotundato - ovatis, floribus spicatis, spicis axilla-
ribus terminalibusque longissimis.
S. microstachya: foliis cordato - bilobis ; 1o-
bis ovatis obtusis, ramis eirrhiferis,
2, Piante del Brasile descritte dal D.
Bertoloni. Bologna ı8a0. 4.
Canna coccinen $,: corollae lacinüs inte-
N
564
I
rioribus‘ binis, undique -yivide coccineis; labello
ppice coccineo, basi luteo, maenlisque coccineis va-
ziegalp; rachi frigona. ’
Ryrnchospora pilulifera: spieis axillaribus,
compositis, pedunculatis, folio brevioribus, spiculis
parlialibus globulosis, nudis; foliis linearibus, elon-
galis, planis,
Seirpus latifolius: ‘corimbis compositis,
axillaribus, pedunculalis, spieulis solitariis, ovalis,
acuminatis, glumisque apice mucronato - setaceis ;
folits enstformibus. '
_ Cyperus nervoösus: spieis umbellatis$ spi-
eulis Iinearibus, dislichis, remotiusculis, 'erecto pa-
tulis; glumis corollinis obtusis, multinervibus; in-
volucröo pentaphyllo; radice tuberifera.
Panicum loliaceum; foliis lanceolato -H--
nearibus; supra_ pubescentibus ‚ eulmo, vaginisque
hirsutis; panicula racemosa, laxitlora, stiicta; ca
lyeibus unitloris, oblongis, hirsntis, mulicis, exgui-
site nervosis,
Panieum condensatum: glabrum decum-
bens; foliis cordato -lanceolatis, amplexicaulibus;
panicula racemosa, densiflora, strielissima; spienlis
unilloris, glumis lanceolatis, acutis,
Cassia biglandulosa: foliis multijugis, di-
slichis; peliolis biglandulosis; stipulis lanceolatis.
Raddia (Gram, Mon, 'Triand.) flores mascuk
in racemis distinolis superioribus, Calyx uniflo-
rus, biglamis, glumis acuminatis, muticis. Corolla
nulla. Filamenta hrevissima.. Antherae. lineares,
365
longae. Flores -faeminei in spieis distinctis, in.
ferioribus, Calyx unillorus, biglumis, patens, glu-
ma altera longiore, aristata. Corolla biglumis,
mutica. Stilus simplicissimus,
Raddia Brasiliensis,
Columbea angustifolia: Jfoliis lanceolatis,
mucronatis, patentibus, glaucis; Ist die schon längst
‚bekannte Araucarla excelsa,
Telephora Pavonia: membrariacea, tennis,
semicircularis, supra virens, sulcis concentricis, mar-
gineque involuto, subtus aeguabilis, farinoso - glo-
bulosa, alba,
3. Breve osservazione sull’Isola di Ma-
dera da G. Raddi,. Firenze ı821, 8. (aus dem
5. Hefte der Antologia,) Zählt alle von R. auf
Madera beobachteten Pflanzen und darunter als
neu auf: .
Arundo airaeformis: calyeibus bifloris, pa-
nicula patente, Horibus muticis, foliis inferioribus
distichis laevibns.
Arenaria alsinoides: foliis ovato - lanceo-
latis basi atlemnalis ciliafis, caulibus longissimis
xamosis prostratis glabris quadrangularibus, pedun-
enlis axillaribus ı — 3 Iloris, floribus apetalis.
Reboullia maderensis : fronde dichotoma
glaucescente, inferne obscure violacea et transverse
squamoso - ciliata extremitatibus subemarginatis,
fructibus numerosis epiphyllis. Mit einer schlech-
ten Abb. i
4 A. Bertolonii excerpta de ve herba-
ria. Bonon, ı820, 4. j
366
r
Avena villosa: foliis, vaginisgue glabrk;
culmo villoso; panicnla strieta; calycibus billoris;
Doseulis basi, stipiteque barbatis; arista dorsali spi-
culis longiore. Italia. — Gon olobus floccosus:
foliis cordatis, acuminatis, sinu clauso, corollis pla-
‚nis. Bras. c. ic. — Caötus pseudo - cochinillifer:
articulato - prolifer, articnlis oblongis, obovatis-
que, junioribus tenuibus; spinis fasciculatis, vali-,
dis, longis, sordide albis, pube brevissima— Del-
phinium velutinum (hybridum Y Decan-
dolle) petiolis basi dilatato - vaginantibus, fo-
liis quinquepartito - multifidis, segmentis linean-
ı bus; racemo laxo, tauleque mollissime villosis;
nectario onrvo; bracteis inferioribus flore longiori-
bus, — Ribiscus pernambucensis: foliis profun-
de cordatis, subrotundo-acuminatis, crenalis, seniori-
bus ntringne glaberrimis; stipulis magnis, lanceo-
lato - falcatis. Guadelupa , Brasilia. — Panicum
‚sulcatum: spica ‚composita, inferne interrupta;
involueris unisetis; gluma corollina externa trans-
verse rugosa; foliis lanceolalo- Jinearibus, aulcalo-
plicatis. Brasilia — Ausserdem werden in diesem
Werkchen abgehandelt Salvia clandestina, zu
der $, multifida Sibth. und polymorpha Hofl-
' mannsegg et Link gezogen werden; Valerianae
montanae var, Cinchona glabra Ruiz, wo
lanceolata & Röm. Schult, Viola alpina Al-
lium roseum 8 wozu A. ambiguum Sibth: und
Tenorii Spreng. Hernach Allium vineale, wozi
littoreum Bertolini. Hibiscus abuliloides, Musa
sapientum und einige Fuci. (Fortsetzung folgt.)
567
MW. Ankündigung .
1, Die Flechten in getrockneteti Exemplaren her.
ausgegeben von L. Reichenbach und C.
Schnbert. Dresden, zu haben bei dem Hof-
und academischen Gärtner Terscheck,
Es bedarf keiner Erläuterung, wie sehr das
Studium der Gewächskunde durch getrocknete
Sammlungen unterslützt wird, ja die Wissenschaft
wurde sogax selbst durch sie erweitert, Die Moos-
kunde sehen wir durch die zahlreichen Sammlun-
gen jetzt ziemlich allggmein verbreitet; die Kenat-
nils der Algen hat seit wenigen Jahren mehr Lieb-
haber gefunden, da die bekannten schönen Deca-
den zur: Vergleichung zu Gebate stehen: Die Pilz-
kunde, sonst nur auf enge Gränzen eingeschränkt,
fängt schon an, ein Gegenstand .der Untersuchung
für Anfänger zu werden, denn, wir haben eine
Sammlung, welche dieselben bei der Bestimmung
der Pilze treulich leitet. Nur an einer Flechten-
sammlung fehlt es noch, oder wenn wir dies nicht
eigentlich sagen können, so ist doch die vorhau-
dene, bei allen ihren Vollkommenheiten, 'keines-
. wegs den Verhältnifsen der Anfänger entsprechend.
. Wir waren auf Herausgabe einer hierzu geeig-
neten Flechtensammlung bedacht, und geben jedes-
mal 25 Arten in vollständigen, und svviel als mög- ;
lich elegant zubereiteten Exemplaren, in einem
Hefte, für einen 'Thaler (ı rthl. oder ı Sl, 46 kr.
zhein,) Wir schlielsen kein Vaterland aus, und.
schon gieng einer von uns nach Dänemark, Nor-
wegen, und Schweden, um Auskunft über einige
368.
Arten von Acharius, dem bisher so berühmten
nordischen Flechtenkenner, und von Fries, dem
Herausgeber eines neuen Flechtensystems, zu fin-
den, und um Exemplare zu sammeln. Das Glück
war ihm günstig, Neptun und’ Flora stimmten ein,
seine Hoffnungen zu erfüllen, und die anerkannte
Gefälligkeit der nordischen Botaniker überstieg
seine Erwartung. Zwar vernichtete nahe am Ziele
der Rükreise, unweit der Gränze des Vaterlandes
ein Stralsenraub fast den ganzen Vorrath- der von
ihm gesammelten Phanerogamen, allein die Cryp-
togamen wurden gerettet. Auch in andern Gegen-
den, nicht nördlich allein, sondern auch südlich,
sind Freundes Hände beschäftigt, für unsern Zweck
die Bäume ihrer Zierde, die Felsen ihrer schmü-,
ckenden Decke zu berauben, — Bald giebt unser
Commissionär, (deren wir vielleicht noch ein Paar
werden anzeigen können, wenn ihätige Männer die
Gefälligkeit haben wollen, sich dem Geschäft zu
unterziehen) das erste Heft aus; die Vollendung
der folgenden, wozu schon grolse Vorräthe bereit
liegen, beschäftigt uns jetzt.
Dresden den 22. März 1822,
L. Reichenbach. C. Schubert,
(Mit Vergnügen werde ich Bestellungen und
Versendungen für hiesige Gegend übernehmen. Dr.
Hoppe.) |
„ 2. Von meinen „Deutschen Lichenen“ sind
wieder vier Lieferungen erschienen, die 7te, dle,
9te und ıote. Jede derselben enthält 20 Nummern
in Fol. und einen Bogen Text, und kostet in Com-
mission bei dem hiesigen‘ Hof’buchhändler Herr
Stiller 2 xthl,
Rostock, im März ı8an,
A. G. Flörke,
Grofsherzogl. Professor: der Naturge-
schichte u. Botanik an der Universität.
Flora
oder
Botanische Zeitung.
Nro. 24. Regensburg, am 28, Juni 1822.
I. Aufsätze.
Ueber die Begriffe von Gattung, Art und
Abart in der Botanik; von Herrn A, E
Fürnrohr, “
IR unserm Zeitalter, wo mehr als jemals die
Beobachtungen der Pflanzenforscher die Begrün-
dung eines natürlichen Systemes beabsichtigen, wo
aber auch mehr als jemals neue Gattungen und Ar-
ten aufgestellt, und wieder gestürzt werden, wo
| der eine es für zweckmälsiger hält, die Zahl der
vorhandenen Galtungen zu vermindern, während
dem ein änderer das Ziel der empirischen Beob-
achtung dann erreicht zu haben glaubt, wenn wir
eben so viel Gattungen als Arten besitzen: da dürfte
es wohl nicht überflüßsig seyn, einige Ansichten
zur Sprache zu bringen, die das Ergebnils unmit-
telbarer Beobachtung der Natur sind, und die viel-
leicht dazu geeignet seyn dürften, jene sich schein-
bar widersprechenden Meinungen auf Einem Punkte
zu einigen,: Nach den frühern Ansichten 3ollten
die Gattungen dazu vorhanden seyn, um den Ueber-
Aa
570
blick über eine Reihe als selbstständig erkannter
Pflanzenarten zu erleichtern. Als Arten betrachtete
man diejenigen Pflanzen, die neben ihrem, in der
Blüthe und der Frucht begründeten Gattungscha-
rakter, in den andern Theilen von einander ab-
wichen, und diese Abweichungen selbst durch
die Cultur nicht verloren. Blieben sie sich bei
verändertem Standorte u. s, w. nicht getren, so
wurden sie als Abarten unter die ihnen zunächst
stehenden Arten gereiht, Diese Idee, im Geiste
eines künstlichen Systemes aufyefalst, kann nur.
modifizirt in einem natürlichen auftreten; da jenes
geschiedne Selbstständigkeit bezweckt; dieses aber
uns mit dem Ineinandergreifen der Pflanzen - Indi-
viduen zu einem geschlolsnen Ganzen vertraut macht.
Unter den verschiedenen Grundsätzen, die bei
‚der Aufstellung natürlicher Methoden bisher die
leitenden Principien waren, und von denen doch
nur eine natürlich seyn kann, ist wohl das Sy-
stem, welches Kieser zuerst dachte, Oken aber
realisirte, am meisten dazu geeignet, ein anschau-
liches Bild des Pllanzenreiches zu gewähren. Von
‘dem Grundsatze: „das Pilanzenreich ist in der Idee
eine Einheit, in der Erscheinung aber ein unend-
lich mannigfaches® ausgehend, legt es die ei,ızelne
reale Pllanze zur Basis der Eitheilung der großen
idealen Pflanze oder des Pilanzenreichs, und weist
so den Metamorphosengang der einzelnen Pflanzen
in. dem ganzen Pflanzenreiche nach. Demnach legt
es auch die verschiedenen Entwicklungspüuncte der
individuellen Pflanze der Eintheilung des Gewächs-
d71
reiches zum Grunde, betrachtet daher dasselbe als
eine gesonderte Darstellung immer höher entwi-
ckelter Organe, und theilt sohin die Pflanzen in
Klassen, die den verschiedenen Organen enispre-
chen. Da aber, einem in der ganzen Natur sich _
aussprechenden, unverkennbaren Geseize zu Folge,
alles nur stufenweise seiner Vervollkommnung ent-
gegenrückt, so mufs jede Klasse wieder in Ordnun-
gen zerfallen, in denen sie mehr oder weniger den
übrigen Klassen ähnlich wird. So zerfällt jede
Ordnung wieder in Zünfte oder Familien, jede
Zunft wieder fin Sippschaften oder Gruppen, jede
Sippschaft wieder in Sippen oder Gattungen. Da
- diese sich nothwendigerweise nach den in der ein.
zelnen Pflanze dargestellten Organen gliedern müs-
sen, so kann ihre Zahl durchaus nur eine
vermittelte, eine bestimmte seyn, Nehmen
wir daher mit Oken ı0 Organe an, so dürfen in
jeder Gruppe nur ı0 Gattungen anfgesiellt. werden.
Einen Widerspruch scheint der hier ausgespro-
chene Satz in den Bemühungen der vorzüglichsten
Botaniker unsers Zeitalters, eines de Candolle,
Robert Brown, Richard u. s. w., die doch‘
sämmtlich die Vermehrung der Gattungen bezwe-
eken, zu finden, Eben so wenig scheint hiemit .
jene Stelle in Nees von Esenhecks Handb. d.
Bot, I, Th. pag. 68. übereinzustimmen, wo doch
ausdrücklich ‚gesagt wird: „Vollendet, d. h.' eı-
schöpft wäre der Scharlsinn empirischer Beobach-
tung dann, wenn die verminderte Zahl der aus ih-
ver Wurzel erkannten Arten, mit der erweiterten
Aaa
372
Zahl der immer mehr gesonderten, d. b. in ihren
feinsten Merkmalen erkannten Gattungen zusam-
menfiele, und wir eben so viele (gemachte) Gat-
tungen, als (wahre) Arten hätten! — Der Verfolg
ussrer Ansicht wird uns hierüber die nöthigen Auf-
chlülse geben. j
Da mit den Gattungen noch nicht Realität der
Naturwesen hergestellt war, so müssen sich diese
nothwendigerweise noch einmal in Individuen thei-
len, in denen. die Idee in die Erscheinung tritt.
Die uns bisher leitende Idee von der bestimmten
'Zahl der Naturkörper verlälst nns hier; reihen wir
nämlich die Einen Gattungscharakter bezeichnen-
den Formen an einander, so werden wir öfters
eine sehr grolse Anzahl mehr oder weniger von
einander abweichender Individuen erhalten, und
das Abbild der einzelnen Pflanze scheint nur in der
Idee, nicht aber in der Wirklichkeit begründet zu
seyn. Aber genauere Beobachtung wird uns bald
wieder überzeugen, dafs mehrere derselben Eigen-
thümlichkeiten in dem Baue der edelsten Theile—
der Blüthe und der Frucht — mit einander gemein
haben, die bei andern wieder anders gestaltet sind,
So stellen sie sich aufs neue zu Untergattungen zu-
sammen, die wir Arten oder Species nennen wol-
len, und ihre Zahl muls daher den Organen ent-
sprechend, in jeder Gattung ı0 seyn. —, Oken
scheint dieser Ansicht beizutreten, wenn er in ei-
nem der leiztern Hefte der vorjährigen Isis sagt:
„wir werden einmal zu beweisen suchen, dals Gat-
‘ tungen von 100 Arten eine Ordnung sind, und dafs
973
in jeder Gattung nur ı0 Arten seyn können, Die
Natur facht nicht so im Nebel herum u,s, w.&
Und damit wäre denn auch jener scheinbare
Widerspruch gelöst. Die treffendsten Unterschiede
lafsen sich immer in den Blüthe- und Fruchtthei-
len auffinden; da sie die Wiederholungen der nie-
dern Organe sind, so ınafs auch der ganze Habitus
der jene Kennzeichen besitzenden Pflanzen von
andern Individuen verschieden seyn: sie bilden
demnach Untergattungen, oder nach unsern Be-
griffen Arten, und das. Bestreben, die Menge von
Arten, die jährlich gebildet werden, auf wenige
unwandelbare Formen zu gründen, die als Ueber-
sicht über eine Menge untergeordneter Varietäten
nur ideal seyn können, verschmilzt hier mit dem”
Bestreben die Arten als (ideale) Gattungen vorzu-
stellen, nur dürfen letztere nicht mit den ersteren
oder Urgattungen verwechselt werden, sondern
mülsen als Unterordnungen der primären Gattun-
gen auftreten.
So wenig verkennbar denmach das schöne stu-
fenweise Ordnen und Ineinanderschmelzen der
Pianzen ist; eben so wenig kann es geläugnet wer-
den, dafs sie in ihrem Wirkungskreise durchaus
nicht durch bestimmte Gesetze beschränkt werden.
können, Art war uns bisher die Summe der Eigen-
thümlichkeiten einer Pflanze, durch welche sie sich
von allen ihren übrigen Gattungsgenolsen unter-
scheiden sollte, sie galt uns als selbstständiges We-
sen, das als polarer Gegensatz den übrigen gegen-
über stünde, und wir suchten diese Selbstsländigkeit
37%
in den von einander abweichenden Formen des
Stengels, der Blätter u. s. w. zu begründen, Allein.
diese Ansicht wird uns um so mehr verlalsen, je
mehr wir die Pflanzen in der Natur selbst, nicht
aber aus den Beschreibungen in Büchern kennen
lernen, und es bedarf eben keiner grofsen Geübt-
heit im Beobachten, um sich zu überzeugen, dafs
selbst die scharfsinnigsten Diagnosen der Pilanzen-
arten nicht allen gleichnamigen Individuen zukom-
men, oline dafs sie im wesentlichen von einander
abwichen, Man glaubte diesen Umständen da-
durch vorzubeugen, indem man diese Abweichun-
gen als Varietäten, den ihnen zunächst stehenden
Arten unierordnete, und an der Pflanze wesentliche
und unwesentliche Theile unterschied, deren er-
stere die Art, letztere die Varietät bestimmen soll-
ten. Aber die Erfahrung sagte, dafs manche merk-
würdige Pilanzenform, die sich nur durch unwe-
sentliche Charactere von den andern unterscheide,
dennoch dieselben aufs standhafteste beibehielt, und
sich demnach als selbstständig — folglich als Art
charakterisirte. für diese errichtete schon Ehr-
hart und später Roth die beständigen Abar-
ten oder Ragen. Allein selbst in den Varietäten
erkannte man noch Unterschiede, und so mufsten
sich diese wieder in Modificationen gliedern,
Wer erkennt nicht in dieser gedrängten Darstel-
lung die Nothwendigkeit, unsre Begriffe über Gat-
tung, Art und Abart auf philosophische Grund-
sätze zu stützen, wenn wir anders "nicht bei den
raschen Schritten, womit gegenwärtig die systemä-
375
tische Botanik vorwärts schreitet, im Finstern her-
umirren wollen?
Das Bild der einzelnen Pflanze möge denn auch
hier, um uns consequent zu bleiben, der Spiegel
seyn, in welchem wir die Gestalten einer Pflanzen-
art (in unserm Sinne) zu betrachten haben. Wäh-
len wir-’ein selbstständiges Organ derselben, z. B,
das Blatt, so werden wir es doch nach-seinen man-
nigfachen Verhältnilsen zu dem Raum, ‚den es be-
schreibt, zu den andern Organen, zu seinem Rande, -
zu seiner Anheftung, zu der Vertheilung seiner: ana-
tomischen Gewebe u. s, w. wieder auf verschiedene
Weise betrachten können. 'In diesen verschiednen
Darstellungsweisen, wonach es der menschliche
Geist wahrnehmen kann, lebt und webt das Blatt,
jene alle verschmelzen, ohne sich als selbstständig
zu erklären, allmälig in einander und durch ein-
ander zum selbstständigen Ganzen. —
Damit wäre denn auch die Andeutung gegeben,
wie wir die untergeordneten Individuen einer Pilan..
zenart zu betrachten haben. Da sie es nur sind,
in denen sich der Typus der Pflanzenart ausspricht,
und sie alle zur Darstellung des Organes mitwir-
ken, welches der Art zu Grunde liegt; so können;
so dürfen sie nicht als selbstsländige Wesen auf-
treten, sondern mülsen nur als Aeusserungen einer
und derselben Pflanzenart betrachtet werden, wel-
che allmälig in einander übergehen, und so zu
einem Ganzen verschmelzen.
Aber auch hier spricht sich das stufenweise
Fortrücken aus, Es würde unstreitig sehr thöricht
376
gehandelt seyn, wenn wir annelımen wollten, eine
ausgezeichnete Pflanzenunterart (Subspecies, —_
so wollen wir die hier einschlägigen. Individuen
nennen) gehe unmittelbar in eine andere ebenso
ausgezeichnete Unterart über: wir mülsen uns viel-
mehr: die Pflanzenkörper: als eine Stufenreihe vor-.
‚stellen, in welcher jede Pflanzenart mit einer sehr
einfachen Nebenform,: in die sie sich. einkleidgt,
beginnt, diese Formen allmälig vervollkommt und
nene Nebentheile hinzufügt,.so' dals sie unvermerkt
von ihrer ersten Bildungsform abweicht, bei die-
ser Form aber nicht stehen bleibt, sondern sieh in
unzähligen Individuen heranbildet, bis dieses Bil-
dungsstreben in einer sehr hohen Stufe der Ver-
vollkommnung sein Ende erreicht hat, somit der
Wirkungskreis der Pflanzenart geschlolsen ist.
Für diese Ansicht sprechen nicht nur die Beo-
bachtungen mehrerer sehr ausgezeichneten Pflan-
zenforscher, sie wird sich auch jedem unbefange-
nen Beobachter der Natur bestätigen. Der allen-
fallsige Einwurf, dafs bei selır vielen ; ich möchte
sagen, bei den meisten Unterarten diese Uebergänge
noch nicht ausgemittelt sind, möchte seine Wider-
legung theils darin finden, dafs dieselben * bisher
nur wenig berücksichtigt worden sind; theils dar-
in, dafs wir bei weitem noch nicht zu einer voll-
kommenen Kenntnißs aller Pflanzenformen gekom-
men sind; theils vielleicht auch, weil verschiedene
Formen mehr verbreitet, andere aber nur an sehr
seltene Verhältnifse gekettet und durch dieselben
bedingt sind.
377
Um aber zu einer genauen Kenntnils dieser
Individuen zu gelangen, so mülsen wir, wie über-
all, zu Worten unsere Zuflucht ‚nehmen, und —
wenn anfangs auch nicht allen — doch wenigstens
den merkwürdigeren Formen passende Namen bei-
legen. Wir mülsen gleichsam in die Schule der
Alten zurückkehren, und gleich ihnen, jede merk-
würdigere. Pflanze beschreiben ‚ ohne damit den Be-
griff zu verbinden, als wäre sie nicht geneigt, in
andere höhere Formen überzugehen. Dafs die von
Linne eingeführten Trivialnamen uns dabei vor-
züglich zu statten kommen werden, bedarf kaum
einer Erwähnung, Der Erfolg hievon wird seyn,
dafs manche als & und ß herumirrende Pflanze der
Aufmerksamkeit der Botaniker mehr gewürdigt, und
dadurch eine gründlichere Kenntinils der Pllanzen-
arten bewirkt wird,
Die sogenannten Anomalien, Mifsgeburten,
Bastarde u, s. w. gehören nicht hieher. Sie sind,
kränkliche Zustände der Pilanzen, und bilden die
eigentlichen Abarten, d.i, Pflanzen, in welchen
die Natur von ihrer Bildungsform abweicht.
Das Gesagle werde nun durch einige Beispiele
nachgewiesen.
Die Viola palustris L., V. alba Bess., V. odo-
vata L, und V, hirta L. sind Pflanzen, welche die
Natur so bestimmt unterschied, und bei denen es
doch sehr schwer hält, standhafte Unterschiede auf-
zufinden. Nierenförmige und glatte Blätter sollen
die V, palustris characterisiren, man findet diese
aber auch sehr oft bei V, alba Bess. Viola odorata
\
378
soll kriechende Ausläufer haben, die aber auch
der Viola alba, und nicht selten der Viola hirta
eigenthümlich sind; Viola hirta wird durch haa-
rige und längliche Blätter von Viola odorala un-
”
ierschieden, obschon auch bei letzterer die ober- _
sten Blätter länglich, und fast immer mehr: oder
weniger "behaart sind, Selbst’der Unterschied, den
einige neuere Botaniker in dem Verhältnifse des
Anheftungsortes der Bracteen zu dem Biüthenstiel
gefunden haben wollen, "hat nach meinen Beob-
'achtungen seine Ausnähmen. Und doch würde. es
der Natür sehr zuwider‘ seyn, alle diese Formen
in eine Species zusammenzuwerfen. "Nehmen wir
aber an, dalsin der Yiola palustris durch die nie-
renförmigen und glatten Blätter die Grundlage ge-
geben sey, diese sich aber allmälig zur herzförmi-
gen Form in der Viola alba Bess. heranbilden,
endlich durch eine Menge von Uebergängen in der
Viola odörata berzförmig und in der Viola birta
länglich und haarig werden, ohne dafs eine Form
auf der ihr angewiesenen Stufe aufs standhafteste
stehen bleibe: so ist das Problem gelöfst, und der
Streit, ob sie Arten oder Abarten bilden müßsen,
beigelegt,
Lythrum hyssopifolium und L. Salicaria L.
sind Pflanzen, die jeder Anfänger auf den ersten
Anblick unterscheiden kann. Und doch fand ich
eine Form, welche zwischen beiden einen sehr
merkwürdigen Uebergang bildete. ‘Der ganze Ha-
bitus war von Lythr, Salicaria: allein die Blätter
derselben waren abwechselnd, statt gegenüber; der
379
Stengel war 6 eckig, statt 4 eckig, die Blüthenr
safsen in gedrängten Knaueln in den Blattwinkeln,
und bildeten so eine unterbrochene Aehre, statt
dafs sie bei der gewöhnlichen Form in’ dichten
Quirlen eine gedrängte Aehre darstellen. Ueber.
hanpt ist Lythr. Salicaria mit abwechselnden Blät-
tern, vorzüglich. den obern, keine Seltenheit,. und
genauere Beobachtung würde gewils noch mehr
und deutlichere Uebergänge: auffinden lassen.
Hr. Prof. Hoppe stellte vor einigen Jahren
den Ranunculus Traunfellneri als eigene Species
auf. Ein ungenannter Referent in der bot, Zeitung
1820. pag. 147. .entgegnete: „Jhren R, Traunfell-
neri kann ich nur für eine Varietät von: R.' alpe=
stris halten, und durch eine Reihe von Exempla-
xen den Uebergang beweisen. Die Exemplare): wel-
che ich von Ihnen erhielt, machen gerade die Ex-
treme,% Wer hat nun Recht? — Nach unsern An-
sichten modificirt, Beide! — Hr, Prof, von Vest
suchte schon vor mehrern Jahren in der Scabiosa
norica eine von $. columbaria verschiedne Art zu
begründen. Gegen vielseitigen Widerspruch war er
‚stets bemüht, sie zu vertheidigen, bis man nach
und nach die Sache dabei bewenden liefs. Erst in
der Flora ı8ıg, Nro, 8, wurde wieder angefragt,
ob sie sich als eigne Species bewährt hätte Herr
v. Vest gestand darauf, dafs er sie nun schon seit
längerer Zeit für eine blofse Varietät der $. colum-
baria halte; er habe Uebergänge gesehen, und es
wäre wirklich schwierig, allezeit Abweichungen, '
die zu Differenzen dienen können, zu bestimmen,
380 |
ob sie ‚veränderliche und Uebergangsformen sind,
oder beständige. Diese Art wird von uns aufs neue
Yindieirt, und ohne darauf Rücksicht zu nehmen,
ob sie. der Scab, columbaria um eine Stufe näher
stehe, als eine andere, als Unterart aufgestellt,
. Ich. begnüge mich mit diesen Beispielen, da je-
der leicht andere:dazu finden kann, und vielleicht
schon gefunden hat. Ich erwähne. nur noeh, dal
trotz diesem Widerstreben der Pflanzenunterarten
gegen bestimmte Gränzen, doch keine dieser Unter-
arten den Grundtypus verläugnen kann, der,in der
-Art,-welcher sie angehört, ausgesprochen ist: da
nun dieser immer ideal ist, so folgt daraus: dafs
alle nach Verhältnilsen und Zahlen bestimmte Pilan-
zen -Eintheilung ideal sey; die reale Natur aber
von diesen Grundsätzen abweicht,
Was endlich die Grundsätze anbetrifft, nach
welchen die Gattungen und Arten in den verschied-
nen Pflanzenfamilien entworfen werden mülsen, 30
behalte ich mir vor, auch über diesen Gegenstand
einst meine Ansichten mitzutheilen.
H Lesefrüchte
* Die dem vegetativen Leibe nächstverwandte
Substanz, sein irdischer Freund und Lebensgenofse,
kann nur die seyn, welche weder dem Cohäsions-
triebe und der Selbstabsonderung, noch der Auf-
lösbarkeıt und Vermischbarkeit geneigter ist, wel-
che vielmehr auf der irdischen Scale zwischen die-
sen zwei Extremen die unendliche Mitte hält, und
also aus der Mitte des ganzen irdischen Lebens ge-
holt ist. Diese ist ‚nicht die leichteste Auflösbar-
581
keit, denn dann ist sie nicht im gleichen Maalse
auflöslich, Sie charakterisirt sich aufs richtigste
dadurch, dafs sie brenubar ist, und dafs der äus-
serliche. Pflanzenleib die eigentliche Feuerkohle, das
Brennmaterial des Lebens ist, bezeichnet ganz seine
Eigenthümlichkeit. Denn was brennt, ist eben so
sehr Feuernahrung, also der Verzehrung Wider-
stand, als feuerfangend und der Verzehrung binge-
geben. Unter und über diesem Moment ist mehr
Wiedersetzlichkeit zur Produktionskraft oder mehr
Ueberwältigung von ihr, In dem Brennlichen sind
aber die Extreme zusammen gefangen, und ist in
sofern die erste Analogie eines Zustandes, wo die
Produktionskraft im gleichen Maalse ins Produkt,
wie dieses in. sie gesetzt und bezogen ist,
Demnach kann man im Allgemeinen symbo-'
lisch sagen, dafs das Pllanzenleben aus dem Innern
der Erde hinaufsteige, oder nur auf dieses sich be-
ziehe; — dals es seinen eigentlichen Stand auf der
Gränze des Festen und Flüfsigen, — des Conti-
nents und der chaotischen Salzilutk habe, dafs es
an dem Einsturz des festen Baues, an der Quelle
und dem Ufer des irdischen Lebens stehe. Wo der
Abgrund des äufsern Daseins sich öffnet, und die
grofse Thräne quillt, da ist auch unmittelbar der
nahrungsreiche Boden innerlicher Freuden,
Dex innerliche pflanzenarlige, in. sich selbst
bewegte, sich immer aus ‘seiner Erstarrung bekeh-
rende, in aeine Erzeugung vorschreitende Mensch,
spricht daher, sich dem irdischen Leben gegenüber
stellend: „Fürchte den festen, äußserlichen Bau des
382
„Lebens der vergeht! — Fürchte den irdischen Un- .
„bestand, und sey versichert, dafs in seinen iumer
„tiefer grabenden Strömen sobald keine Insel auf-
„erstehe! — Wage dich hinan an den Abgrund, —
„schaue hinab in seine Tiefen und dringe vor in
„die brennende Gluth!? — Hier schwindelt und
„stürzt der Starrsinn von seinen Höhen, hier er-
„weicht der Trotz, kier erglühet das Herz! hier
„indest du Stoff, in den du Saamen für die Ewig-
„keit streuen und ärndten kannst! — hier erhebt
„sieh das Leben aus der Finsternils zum ewigen
„Lichte und ‚formirt es sich in den Willen seines
„Schöpfer, — In dem schwarzen Trauerkleide
„grünet die Hoffnung; der irdische Staub und das
„irdische Wasser verwandlen sich ia Holz und Saft
„eines unsterblichen Lebens.“
Der mit der irdischen Bestimmung vertraute
weise Baumeister des Lebens spricht aber auch
rückwärts gegen die Pflanze: „Hier steht das Haus
„des alltragenden, stützenden Vaters! —— Wohl blü-
„het eine Blume, welche die auseıwählte, die ein-
„zige und schönste ist, weil sie nur in seinem Her-
„zen wurzeli, zu seinem Lichie gerichtet, von sei-
„uen Sternen bewegt ist: — sie verkettet die bei-
„den Fernen, und schwebt über alle Höhen und
„liefen, Doch der Allliebende hat selbst sein
„Herz gebrochen und die Geliebte verstoßen, Er
„selbst will sie nicht umschlingen und streckt die
„Arme hinaus; — er selbst ist das grofse Kreuz;
„an dem alle Pulse für sie exstarxen, — Durch
„alle Gefängnifse muls nun die Verlalsene wan-
„dern: auf allen Wegen muls sie ihn suchen; —
„alle Spaltungen tragen, — alle Härten und Her-
mbigkeiten schmecken; — alle Bürden finden und
„leben, — allen Mangel ‚erfahren und ergänzen,
„dals sie unzählige Wohnungen baue, ‘und darinn
„auferstehe, als die geprüfte und erzogene Kinder-
„welt seines wirklichen Himmels“ (Schelvers Le-
bens-.und Formgeschichte der Pflanzenwelt, ı. Bd,
Heidelberg 1822. S. 48. f.
Möge diese ideenreiche Schrift von Vielen ge-
lesen und aus ihrem wahren Geist verstanden werden!
Il. Curiosa
ı. Wem sind ‚folgende nach Decandolles
-Supplementum bibliothecae botanicae in Deutsch.
land erschienene botanische Werke bekannt?
Dehne: Spazierung von Leipzig nache dem Hanze.
Djiesbach: Flora Heidelberg und Handb. d.
Medic. pharmac. Botanik.
Götz: tabellarische uebersicht der vorzüglich-
sten Deutschen Gift planzen,
Guimpel: Abbildung der Freinden in Deutsch.
land anusdauernden Hutgarten,
Hayne: Botanisches Bilderbuch, für die Ju-
gendung Freunde,
Jager: Über die Missbildungen der Gewächse
ein bey-trag zur geschichte und Theorieder 'miss-
enwik lungen organisches Korper, -
Hoppe: Anleitung Gräser und. grasartige Grä-
zer eic.
. Opiz: Deutschlands eryptogamische gewächse
nach ihren natürlichen standarten geordnet.
%
584
Raimann: Bede zur Gedachtnifsfeyer des
hoch, etc. .von Jacquin,
Ritter: Versuck einer beschreibung der inden
Schleswigund Holstein wild wachsende ptlanze.
Sadler: Verzeichniss der in Pesth und Ofen
phanerogamische Gewachse.
Schrader, Sprengel et Link: Jahrbucher
der Gewachskundes.
Schultes: Gründniss etc.
Sprengel: Grundzage etc.
2.) Sollte es so schwer seyn, "Titel ausländi-
scher Bücher richtig abzuschreiben, auch selbst für
den Schüler, welchem vielleicht der Verf. diese
Arbeit zutheilte?
3) Würde man nicht kleinere Unrichtigkeiten
gerne übersehen, wenn jene nicht vorhanden wären?
4.) Giebt es ähnliche Mifsgestalten französi-
scher Büchertitel in deutschen Werken?
5.) Wäre es nicht nölhig, den Verf, hierauf
aufmerksam zu machen, um der deutschen Litere-
tur nicht ferner Nachtheil bringen zu lafsen? und
ist es nicht Pilicht eines Jeden, zur Verbesserung
und Vervollständigung eines so allgemein geschätz-
ten und für jeden Botaniker so unenibehrlichen
Werkes, eben um dieser Unentbehrlichkeit willen,
beizutragen ?
WW. Anzeige
‚ Wegen Abwesenheit des Hrn. Sieber werden
die bereits bekannten Herbarien seiner Floren einst
weilen nur durch Handlungshänser, Buchhandlun-
gen oder auch durch die Tanschanstalt des Hrn. Ph.
Max. Opitz, gegen baare Uebermachung der Be-
träge zugestellt werden, |
nn
Fi
Erste Beilage
zur Flora
oder
botanischen Zeitung 1823,
Erster Band.
Uebersicht der neuesten französischen
Literatur,
Anibert (J. L.) Nouveaux el&mens de Therapeuti-
que et de Maliere medicale, Paris 1808. 2 vol, 8vo,
„dmoreus (P, J,) Elat de la vegelation sous le
elimat de Montpellier ı809. 8vo. — Traite des
haies vives, ne Edition, Ibid, 1809. 8vo. — Dis-
sertalion sur Porigine du Cachou. Ibid. 1812, 8vo.
Opuscule sur les 'Truffes, traduction libre du la-
tin d’Alphonse Ciccarellus, avec des notes. Ibid,
2813. 8vo. ‘
AÄnnales du Museum dhistoire naturelle par
les professenrs de cet dlablissement. Ouvrage or-
n& de gravures. Paris 1802 —— 1813, 20 Vol, in
Ato, Vide Memoires,
„Innuaire de l’herboriste, Par un medecin bo-
taniste, Paris 1802, 8vo,
. „drachis hypogea L. Sur U’, in Millin Mag,
encyl. 1808, Il. pag. 267. und ı803. 1. pag. 109°
—— Recueil de memoires sur la culture de P’Arachi-
de ou Cacahuete, Mont-de-Marsan, 1802, 8vo.
3
Arbre (Antoine de IP’) Flore d’Anvergne, 28 edi-
on, Riom et Clermont, 1800, 2 vol. 8vo,
dubert du Petit-Thouars (Aubert)) Plantes des
$les de PAfrique australe formant des genres nou-
veaux, ou perfectionnant les anciens; accompagnees
de dissertations sur differens points de Botanigue,
Paris 180%. 410. — Histoire des vegetaux des les
de France, de Bourbon et de Madagascar. Paris
1804. 4to,,— Essais sur l’organisation des plantes
constdöree comine resultat du cours annuel de la
Vegetation. Paris 1805 — 1806, 8vo, — Essais sur
la vegetation des Plantes. XIII cahiers, Paris 1809,
— Notice historique sur le genre Caniram ou Strych-
nos de Linnaeus. Strasbourg, 1806, 8vo. — Gene-
ra nova Madagascariensia secundum methodum Jus-
sieuanam disposita, Paris 1810. 8. — Melanges de
Botanique et de vayages, Premier recueil avec une
carte et 18 plauches, Paris ı8ı11, 8vo. — Histoire
dan morceau de bois precedde d’un essal sur la
seve, Paris 1815. 8. — Reconeil de rapports et de
memoires sur Ja culture des arbres fruitiers, Paris,
1815. 8.— Observalions sur quelques especes de Cis-
sampelosim Journ. d. Bot, IL 69.— Observalions hota«
niques, &cononiques et medicales sur le nouveau gente
Canavali, Ibid. II. 77, — Notice sur le Manglier
Ibid. I, 27. — Revue generale des materiaux de
Bolanique ct aufres, fruits de trente-cing anndat
d'observations, dont dix passdes aous les tropiqueh
P aris 1819. 8vo. — Conrs de Phytologis ou de Bo»
tanique generale. ıe seance: Introduction, ae 3%
ance: Phytognomie, Paris, ı820. 8vo,
Y
3
Aubin (L, C. P.) El&mens succints de la Iangue
et des principes de Botanique & l’usage des dames,
Paris, ı803, 8vo,
Aubry (,..) Exercices d’histeire naturelle & ve
eole centrale du departement du Morbihan, pour
les annees IX. X. et Xl. Vannes, 3 Cahiers 4to.
. Audebart de Ferussae (...) Considerationssurles
Therebinthes et sur les exeroissances qu’y produi-
sent les pucerons, im Journ, d. Bot. Ill. 162,
dugier (Augustin) Essai d’une nouvelle classi.
fication des vegetaux conforme Al’ordre que la na-
ture paroit avoir suivi dansle rägne vegetal, Lyon,
1801. 8vo.
dzara (D, Felix de) Voyages dans PAmerique .
meridionale depuis _ 1781, jusqu’en 1801. publids
@apres les manuscrits de l’auteur, avec une notice .
sur sa vie et ses dorits par GC, A. Walckenaer, en-
richis de notes par G. Guvier, Paris, 1809. 4 vol. 8vo.
Barbier (l. B. G.) Prineipes generaux de Phar-
macologie ou de Matitre medicale. Paris 1808. 8vo.
. Barruel et Jsnard Memoire sur T’ extraclion
du sucre de betterave. Paris 1811. 8vo.
Bastard (T.) Essai sur la Flore du departement
“de Maine et Loire, Angers 180g, ı2mo. — Notice
sur les vegetaux les plus interessans du jardin des
plantes d’ Angers. Angers 1810, in ı2mo. — Sup-
plement & Pessai sur la Flore du departement de
Maine et Loire, Angers 1812, in ıamo. — Note
sur quelgues esp&ces nouvelles & ajonter & la Flore
de France, im Journal de Botanique. 1816. p. 17.
!
Bastien (1. F.) Dietionnaire botanique et phar-
maceufique, Paris..... 2a vol. 8vo. — Calendrier
du Jardinier ou Journal de son travail distribue par
chaque mois de l’annde, 2e Edition, Paris 1806, 12mo,
Beanvois (A. M. F, I, Pallisot de) Prodrome de
P Aetheogamie ou d’un trait& sur les familles des
plantes, dont la fructification est extraordinaire, in
Millin Mag, encyel. 180%. V, p. 289. — Prodrome
des cinquieme et sixieme famille de !’Aetheogamie
(les Mousses et les Lycopodes) Paris 1805. 8vo, —
Flore des royaumes d’Öware et de Benin en Afti-
que, Paris 1805. — 1818, Livraisons I, — XVil,
in fol. — Nonvelles observations sur 1a fructifica-
tion des Mousses et des Lycopodes, Paris ı811. 4to.
— Essai d’une nouvelle Agrostographie. Paris 1812.
8vo, — Premier memioire sur la disposition de la
moälle et des feuilles, Paris 1815. 4to, — Memoire
sur les Palmiers en general ef: en paxtieulier surun
nouveau genre de cette famille. in Journ, d. Bot. Il,
pP: 74. — Lettre ibid. III. p. ız.
Behare (I. B. I.) Tableau methodique du Sy-
steme corolliste de Tournefort, pour servir d’in-
troduction & la Botanique. Paris 1801. fol.
Benoit (Madame ,...) Herbier &l&mentaire ou
recueil de gravures au trait ombre, contenant la col»
lection complete des plantes utiles, agreables ei
usuelles, qui croissent sans aucune culture aux en-
virons de Paris dans. le tayon de 8 — 12 myria-
melres , soigneusement delsindes d’ apres nature »
classdes d’apr&s leSysteme de Linnd avec indication de
celui de Bernard Jussieu &o, Paria 1811. Livrais, infol:
5
Bergeret (1.) Flore des Bafses-Pyrendes, Pau-
1803. 2 vol, 8vo.
‚Berneaud (Arsene Thiebaut de) Sur le Phor-
mium tenax im Journ. d. Bot. IV. pag. 200. — Re.
cherches sur les plantes connues des anciens sous
ie nom d’Ulva, Ibid, IV. p. 144. — Coup-d’oeil
botanique sur le Monte Circello, Ibid. V. p. 86,
Billardiere (Jacques Jules de la) Novae Hollan-
diae plantarum speeimen. Parisiis 1806 — 1806,
2 vol. fol. — Icones plantarım Syriae rariorum.
Decades V. Parisiis 1791. — 1812. Ato.
Biographie de Jean Etienne Guettard, in Millin
Mag. encyel. 1803. II. p. 471. — 485,
Biria ({. A. L) Histoire naturelle et medicale
des Renoncules, preoedde de quelques observalions
surla familledesRenonculacees. Montpellier 1811.4t0,
Blasy (P. I. F.) Traitement des maladies vene-
ziennes par l’emploi des vegetaux, Paris 1817. Bvo,
Bobe-Moreau (...) Application de P’hygro-
metrie ä la plantation des arbres, in Bibl. brit. Agri-
“eulture. Geneve ı8ı2. XVII p. 274,
‚Bodard (P. H, Hipol.) Dissertation sur les plan-
tes Hypocarpogees. Pise 1798, 8vo.-— Me&moire sur
la Veronique eymbalaire. lu & la seance de l!’acade-
mie des Georgophiles de Florence. Pise 1798. 8vo.
— Proprietes medicales de la Camomile noble, em-
ploy&e comme febrifuge. Paris 1810. 8vo.— Essai
sux les proprietes du Tussilago Petasites, 2e edition.
Paris 1809. 8vo. — Voyages de M. le D. Santi au
Montamiata et dans le Liennois, contenant des ob-
servations nouvelles sur — la Botanique de celte
6
partie de Y’Jtalie; avec figures, Lyon ı8o2, 2 vol,
8vo. — Conrs de Botanique medicale comparee,
ou expose des substances vegelales eXotiques com-
pardes aux plantes indigenes&e. Paris 1810. 2vol,8vo,
Boissieu (C, V. de) Flore d’Europe, contenant
les deiails de la floraison et de la fructification des
genres europdens ef une ou plusieurs expeces de
chacun de ces genxes, dessindes et gravdes d’apres
nature, Lyon 1805. — 1807. ı2 Cahiers in Sto.
Bonnet (...) L’amour vegetal ou les noces des
plantes. ze edition. Paris 1816, ı6mo.
Bonpland (Aime) Deseription des plantes rares
cultivees & Malmaison et & Navarre, Paris 1813. —
1816, Livraisons in fol. — Monographie des Me-
lastomes et autres plantes de cet ordre. Paris 1809,
Livraisons fol. V, Humbold.
Bornut (A.) Praligue raisonnde de la culture
du 'Trefle et du Sainfoin. Paris 1817, 8vo.
Bory dt St, Pincent (I. B. M. A,) Essai sur les
Isles fortundes ou precis de Phistoire generale de
Canaries. Paris 1813.40. — Voyage dans les qualxe
principales iles des Mers d’Afrique, fait par ordıe
du gouvernement pendant les anndes ı8or —2. Pa-
ris 1804. 8vo. — Sur les Foräts sonterraines ef suf
le bois bitumineux de Wolfseck dans 1a Haute-Au-
triche in Malte - Brun Annal. d. voy, IV. pag. 1. —
Leitre relative au voyage de M, Ledru, Ibid. 1808.
DI. p. 376, — (mit Denin und Drapier) Annales g6-
neralesdessciencesphysiques. Bruzellesseit1818.8V%
Bose (Louis A, G.) Exposition du plan de tra
vail adopt& pour &tudier et classex les. vignes eul-
7
tivdes dans les pöpinieres du Luxembourg, Paris
8vo. — Memoires sur les diflerentes especes de .
Chenes, ‚qui croissent en France. Paris 1808,
4t0, — Memoire sur quelgues esp&ces de Champi-
gnon d’Amerique, Paris 1814. 4to. — Voyage en
Espagne ä travers les royaumes de Galice, Leon ect.
Paris8vo. Die bot. Artikel im Dictlionnaire d’hist.
nat, bey Deterville. x
‚Botanique des Enfans, ou histoire naturelle ge-
nerale et particuliere du regne vegetal, contenant
2.) les letfxes dl&mentaires de J. J. Rousseau sur la
Botanigque; 2.) une Introduction supplementaire &
Petude de cette science et la description de plus
de 4000 especes de plantes d’Europe distribudes
W’apres Linne avec la table latine et frangaise des
genres, celle des familles naturelles et des noms
frangais vulgaires, et un Vocabulaire complet de
tons les termes techniques. Paris 1803. gvo.
Bottin (...) Sur la distillation des Pommes de
terre, 2e edition, Paris 1818. 8vo,
Boucher (l. A. G.) Extrait de la Fiore d’Ab-
bevilleetdud&partementdelaSomme. Paris 1808, 8vo,
Boulard 5. Pulteney.
Bourgoing (,..) Botanique pour les femmes
par Batsch, traduction libre avec ıcı, fig, color. Pa-
tis 1801. 8vo,
Broussonet (Auguste) Elenchus plantarum horti
botaniei Monspeliensis. Monspelii, 1805. Appendix
2806. 8vo,
Buchoz (Pierre Joseph) Manuel tinctorial des
plantes, 5te &dition, Paris 1800, 8vo, — Manuel
8
cosmetiqgue et odoriferant des plantes. Paris 1800,
8vo. — Manuel &conomique des plantes ou traite
de toutes les planfes, qui peuvent ötre utiles aux
arts. Paris 1800. 8vo. — Relexions sur le genre du
Robinier, 2e edition Paris 1805. 8vo. — Memoire
sur la Melaleugque — YIxora — le Camara — Ile
Fuchse, le Calicantlıe ect, Paris 1805, 8vo, — Me-
moire sur l’Hortensia, le Cestreau, la Hagoerstroem
et Ja Fotergile. Paris 1805. 8vo. — Memoire sur
- le Lin de Siberie, sur le Chanvre et sur la mani-
&re de rendre sa filasse semblable an plus beau lin,
sur ’Apocin ect. Paris 1806. 8vo. — Avantages qu’on
peut tirer des plantes m&me les plus suspectes, Pa-
ris 1806. 8vo, j
Bulliard (...) Herbier de la France, Secon-
de division. Histoire des Champignons de la France,
Tome ll. ze partie. Paris ı8ı2. fol,
Cadet (Ch. Louis} M&moire sur Y’Arbre eirier
de la Lonisiane et de la Pensylvanie. Paris 8vo.
Cadet de Yaux (A.A.) Traite de la culture du
Tabac, Paris 1810. 8vo. — Plantation des gexmes
de Pomme-de-terre. Paris 1817. Bvo.
Calvel (E.) Traite des arbres fruitiers pyrami-
daux vulgairement appeles Quenouilles. Paris 1802.
8vo, — De la Betterave ct de sa oulture, Paris
1811. 8vo. :
Candolle (Augustin Pyrame de) Plantaram ki-
storia succulentarum. Histoire des plantes gralses
avec leurs figures en couleurs dessindes par P..Re-
doute. Paris 1799, — 1803. 28 Cahiexs in fol. und
rn
Me m ni
9
in 4to, — Astragalo (lo) gia, nempe Wstragali, Bi-
serrulae et Oxytropidis nee non Phacae, Coluteae
et Lessertiae historia, iconibus illustrata. Paris 1802.
fol.4und in 4t0.— Essai sur les proprietes medica-
les des plantes compardes avec leur classification
naturelle, Paris 1804. 4to, — ze Edition, Paris
1816. 8vo. — Prineipes El&mentaires de Botanique.
Paris 1805. 8vo. — lIcones plantarım Galliae ra- .
ziorum, nempe incertarum auf nondum delineata-
zum, Paris 1808, 40. — Eloge historique de Mr,
Auguste Broussonet, Montpellier 1809. 4t0. — Rap.
ports sur les Voyages botaniques et agronomiques
faits dans les departements de Vempire frangais,
Paris 1813. 8, — Catalogus Plantarum horti botanici
Monspeliensis addite observalionum circa species
novas aut non satis cognitas fasciculo, Monspelii
1813, 8vo, — Recueil de me&moires sur la Botani-
que, contenant} Observations sur les plantes com-
posdes ou Syngeneses, la description du Chailletia
nouveau genre de plantes; monographie des Och-
masdes et Simaronbees; monographie des Biscutelles
ou Lunatidres. Paris 1813. 4, — Theorie &lemen-
taire de la Botanique, ou exposition des principes
de la classificalion naturelle et de Part de decrire
et d’etudier les vegetaux. Paris 1813. — 2e Edition,
Paris 1819. 8vo,— (mit la Marck,) Flore Frangaise,
vu deseriptions suceinetes de toutes les plantes qui
eroissent naturellement en France, disposees selon
une nouvelle methode d’analyse, et precddees par
un expose des principes elmentaires de la Botani-
que, Txoisieme edition. Paris 1805, — 1815. 6 vol,
30
8vo. — Synopsis plantarum in Flora Gallica descri.
ptarum. Parisiis 1806. 8vo. V. Redoute,
Cassini (Henry) Precis des observations sur le
Style et le Stigmate des Synantherdes, im Journ, d.
Bot, III, p. 145. — Precis d’un second memoire sur
les Synantherees im Jour, d, Bot. V, pag. 231. Meh-
rere Arlikelim Levraultischen Dietionnaire d’hist. nat.
Castel (Rene Richard) Les Plantes, po&me,
Onatrieme £dition, ornde de cing figures, Paris
1811. ı2mo. .
Catalogue des livres de la bibliotheque de feu
C. L, V’Heritier de Brutelle. Avec un extrait de
P’eloge de Mr, I’Heritier par M. Cuvier. Nouvelle
edition. Paris 1805. 8vo. — Catalogue des livres
de la bibliotheque de fen M. E. V. Ventenat. Suivi
de la description de differens Herbiers, Graines
Fruits etrangers. Paris 1808. 8vo.— Catalogue rai-
sonne des plantes cultivees a P’&cole de Botanique
de Brest, Brest 1811. 8vo. — Catalogus plantarım
horti Nanceiensis, Nanceii 1812, 8vo,
Caylus (... de) Histoire du vapprochement des
vegdtaux, 1806, ı2mo.
Cazeau (‚...) Catalogue des plantes qui crois-
sent dans le departement du Gexs, in Annuaire du
departement de Yan XII. Auch, 4to,
Chantrans-Girod (.,..) Recherches chimiques
_ et microscopiques sur les Conferves, Bysses et Tre-
melles, Paris 1802, 4to. — Essai sur la Geographie
physique du departement du Doubs. Paxis 1810
a vol. 8vo, .
11
Chaptal (I. A.) Trait& theorique et pratique
sur la culture de la Vigne et Yart de faire le Vin...
‚Paris 1801. 2 vol. 8vo,
Chastenet- Lenty (Vietorine de) Calendrier de
Flore, ou Etudes de Fleurs d’apres nature. Paris
13803. 3 vol. 8vo,
. Chaumeton (P. F.) Flore du Dictionnaire des
sciences medicales, decrite par C., Chamberet et
Poiret; peinte par Me. E, Panckoucke et par P. F.
1. Turpin. Paris 1814. — 1820. L— VII. Vol. 8vo.
Chavassiem d’Audebert (....) Expos& des tem-
peratures de l’air et de leur influence surla Vegeta-
tion. In fol. \
Chevalier V. Sonnini.
Chomel (Jean-Baptiste) Abrege de Phistoire
des Plantes usuelles. Septitme edition par L B, N.
Maillard. Paris 1803. 2 vol, gvo.
Chortet (1. F.) Trait& de la propriete stimulante
de l’Opium. Luxembourg 1804. 8vo.
Clairville (. ... de) Le Botaniste sansmalire, on
manidre d’apprendre seul la Botanique au moyen
de Pinstruction commencee par J. J. Roufseau, con-
iinnde et compleide dans la m&me forme. Paris et
Winterthour 1805. ı2amo.— Manuel d’herborisation
en Suisse et en Valais, redig& selon le systöme de
Linne, corrige par ses propres princeipes. Avec l’in-
dication d’un nouveau systeme derive ögalement des
principes de ce grand maltre, Winterthour 1811. 8vo,
Clarion (l.) Observations sur Yanalyse des ve-
gelaux, Paris 1803. 8vo.
12
Clemente: (Simon Roxas) Essai sur les varietds
de la Vigne, qui vegetent en Andalousie, traduit
de Pespagnol par L. M. Caumels. Paris 1803. 8vo.
Cloquet (I. U.) Dissertation sur les Odenzs. Pa-
‚ris 1815. äto,
Colladon (Frederic) Histoire naturelle et medi
cale des Calses et parlicluierement de la Calse et
des Sends employes en medecine, Montpellier
1816. 4to.
Constant-Dubos {E.) Les Fleurs: idylies, si«
, vies de poödsies diverses. Paris 1817. 18vo.
Correa de Serra (. ...) Observations et vues
earpologiques. 2 Cah. Ato. 1.
Couret de Pilleneuve (Louis Pierre) Description
de toutes les plantes qui se cultivent dans le Jardin
botanique de l’ecole centrale du deparlement de
VEscaut, a Gand. Paris et Gand ı800, 8vo. Auch
unter dem Titel: Hortus Gandaviensis centrali acade-
miae annexus, juxta Linnaei methodum distributus.
Crocg (A. — 1.) Tableau synoptique du Jardin
des plantes de Bruxelles, Bruxelles (1800,) fol.
Cruchon (....) Lettre sur Saint- Domingue
im Journ, d. Bot. V. p. 79.
Cubieres (.... de) Memoire sur le 'Tulipier.
Versailles 1803. 8vo. — Memoire sur l’Erable &
Teuilles de fröne on Acer Negundo, Versailles 180%.
8vo, — Memoire sur le Cypres de la Louisiana.
Versailles 1809. 8vo, — Memoire sur le Magnolier
articule, Paris 1813, 8vo.
Curvier (Georges) Rapport historique sur les
progres des Sciences naturelles depuis 178g. et sur
13
leur &tat actuel, Presente le 6, Fevrier ı808, par
la Classe 'des sciences physiques et mathematiques
del’Institut, Redige par, etc. Paris ı8ı0. 4to. Eloge
‚historigue de Mr. Broussonet, in Millin. Mag. encycl,
1808. Il. p. 1. — Eloge historique de Jacques-Mar-
‚tin Cels, in Millin. Mag. encycl. 1806, VL, pag, 65.
D. (E,) Les metamophoses des Fleurs. Paris
3818. in 16mo,
Darwin (Erasme) Les amours des plantes, po&«
me en quatre chants traduit de Yanglais par I. P;
F. Deleuze. Paris 1800. 12mo. — Zoonomie ou lois
‚de la vie organique, trad. de Y’anglais,Gand, 1800. 8vo,
Dauphin (...) Avis aux peres de famille et
aux insliluleurs de campagne, Lons-le-Saulmier
12mo,
Decerfz (I. Ph, Em,) M&moire. sur la Ganpröne
des vegetaux, im Journ, d. Bot. I. p, 2ı2,
Dekin (A.) et Passy (Ant. F,.) Florula Bruxel-
lensis s. Catalogus plantarum eirca Bruxellas sponle
nascenlium, Bruxellis 1814, 8vo,
‚Deleuze 5. Darwin.
Delille (Jacques) Les trois x&gnes de la Nature
avec des noles par M. M, Cuvier et Le Fövre-Gi-
neau. Strasbourg ı809. 2 vol. Ato, — Les Jardins;
on art, d’embellir Iss paysages. Ibid. 1809. Ato.
— L’Homme des Champs ou les Georgiques frangai-
‚ses, Ibid. 1809, Ato.
‚Desfontaines (Rene Louiche) Tableau de !’&cole
de Botaniqgue du Museum d’histoire naturelle de Pa-
zis. Paris 1804, 8vo, — Tableau de P’&cole de Bo-
‚tanique du Jardin du Roi, Seconde edition. Paris
14
1815, 8vo. — Choix de plantes du Corollaire des
Instituts de Tournefort, Paris 1808. 40. — Histoire
des Arbres et Arbrisseaux, qui peuvent dire culti-
ves en pleine terre sur le sol de la France. Paris
ı8og. 2 vol. 8.
Desgeneties (....) Eloges des Acad&miciens de
Montpellier. Paris 1811. 8,
Deshaies (C.) Carte botanique de la melhode
de Jussieu redigee d’apres le tablean du Regne ve-
getal de Ventenat, Paris ı801. 8vo.
Desmasitres (1. B. H. I,) Agrostographie des
departements du Nord de la France, ou analyse et
description de toutes les Gramindes qui croissent
naturellement ou quel’on cultive generalement dans
ces departemens. Lille ı8ı2. 8vo,,
Destremx (1, I.) Elenchus Plantarum horti sul,
Nimes 1806, 8vo,
Desvaux (N. A.) Journal de Botanique. Paris
1808 — 1814, 5 vol, 8vo, worin von ihm selbst? No-
tice sur un nouveau genre de la famille des Cyp&-
racees I, 17. Observalions sur le genre Lagasca I.
25. Memoire sur une monographie du genre Luzu-
la I. 139, Observations sur trois nonveaux gentea
de la famille des Joncindes 1.321. Memoire sur le
geure Varronia I, 257. Sur les genres Thorea ei
Lemanea ], ıaı, Note sur un phenomene de vege-
tation observ& dans le Sonci cultive I. 85. Notice
biographigue sur Mr. Ventenant ]. 39. Observati-
ons sur quelques genres & dtablir dans 1a famille des
Champignons II, 88, Plantes trouvees dans le Haut-
Poitou Il. 307. Essai sur la geographie botanique du
ı5
Haut - Poitou II, 290, Notice biographigue sur
Jean Senebier 11. 378. Quelques observations sur
le danger d’employer les Champignons comme
aliment, et moyens de prevenir les accidens quwils
peuvent occasionner. Ill. 5. Sur un usage singu-
lier etabli dans ja Haute - Bretague relativement
au Houx ll. 49. Des plantes de prairies naturel-
les, presumedes les plus convenables aux animanx,
1II. 51. Note sur le Saule (Salix alba L) IL 8a.
Sur le Sain-Bois III. 85. Observation sur la ma-
niere dont on fait les Nattes dans la Bretagne II.
133. Observalions sur quelques nouveaux genres
de Fougeres, et sur plusieurs esp&ces nouvelles de
la me&me famille IL ı6. Qnelques observations bo-
taniques faites dans la Haute-Bretagne UI. 16. ME&-
moire sur les Gramindes, et sur quelques genres
et esp&ces nonvelles de cette famille II. 63. Espe-
ces de Fongeres nouvelles Hl. 266. Observations
sux la famille des Ahodoracedes et sur celle des Bru-
yeres II. 28. Precis des caracteres de plusieurs
genres de la famille des Legumineuses. III. 118.
Remarques sur les differens genres qui ont dt€ nom-
mes Poirelia et Turpinia et discussion sur ceux
qui doivent conserver ce nom III 228. Sur les
Noms que Linne a donne & plusieurs plantes Ill, 28.
Methamorphose singuliexe d’une Flosculeuse en Ra-
dide III. 62. Observations tendant ä prouver, quil
n’existe point des Graines nnes daus les vegetaux
II. 134. De 1a force vitale consideree dans les ve-
getaux Il. 1735. Observations et experiences sur le
mouvement des fleurs des Ficoides III, 230. Obser-
v i
ı6
valion sur Yanalyse de ’Hederee IH. 185. Obser-
vation sur linfusion de la poudre de graine lorxe.
fie de Fragon ou Petit-Houx, (Ruscus aculeatus L.)
IV. 241. Description de cing especes de Fongsres
apparlenant aux genres Darea ei Cheilanthus IV. 4a,
Observations criliques sur les especes de Rosiers
propres au sol de la France. IV. 104 Observations
botaniques et agrieoles, faites pendant un voyage
sur la Loire IV. 146. De la structure generale du
fruit des Gramindes IV. 97. De la pretendue Gan-
grene humide, ä la quelle les vegetaux sont sujels,
IV. 250. Coup-d’oeil sur les divers objets dont le
botaniste doit s’occuper et classification de ces ob-
jets IV. 9. Essai sur les differens genres de Fruits
des plantes phanerogames, IV, ı61. Description et
usage d’un Necelsaire de botanique, V. Essai sur
Ihistoire botaniqne medicale et &conomique des
Bananniers V. 5, Description d’une Jungermanne
placde dans les Lycopodes V, 5g. Me&moire sur les
Treiles vesiculeux par Savi, traduit et angmente de
la description d’une nouvelle esp&ce du m&me groupe
V. 61. Sur un nonvean Calebafsier dont le fruit
est comestible, V. 112, De Y’Illip& & larges Teuilles
V. 118, Sur la Belvisia V. 128. Sur une nonvelle
espece du genre Myoporum V. 141. Description
de plusieurs esp&ces de Polypode V. 257. Notice
biographique sur I. E, Gilbert V. 280. — Phyllo-
graphie, on histoire naturellle des Fenilles decrites
par —; peintes par M. M. Bonnet pere et fils. Pa-
zis 1809, 8vo, — Programme du Cours de Botanique
. pro-
17
professe au jardin des plantes d’Angers en ı8ı7.
Angers 1818. 8vo. Diclionnaire raisonne de Bota-
nique, contenant tous les termes techniques, tant
anciens gie modernes, consideres sous le rapport
de la Botanique, de Yagriculiure, de la medecine,
des. arts, des eaux et for&ts, par $. Gerardin; revu
et augmente de plus de trois mille articles par —,
et ornd d’un portrait, Paris 1817, Bvo,,
Dietionnaire botanique et pharmacentique par
une Societe, Paris 1802. 2 vol. 8.— Nouveau Di-
ctionnaire d’histoire naturelle applique aux arts, &
Yagrieulture, & l’&conomie rurale et domestigue, &
la medecine etc. Paris Deterville 18012 —— zBıg,
56 vol. 8vo, — Dictionnaire des Sciences naturel-
les, etc. par plusieurs Professeurs du Jardin du Rei
et des principales Ecoles de Paris, Paris (Levrault)
ı8 — 1820, 8. bis jetzt ı6 Bände von A, bis Fik. —
Dictionnaire raisonne et abrege d’flistoire naturelle,
par d’anciens Professeurs, Paris (Fournier) 1806,
2 vol. 8vo,
Divnis du Sejour (...) De la maniere de mul-
tiplier le Murier blanc par greffe, Pariq.ı8ı2. 8vo,
Dralet (...) Description des Pyrenndes. Paris
1813. 2 vol. 8vo,
‚Draparnaud (Jacq, Phil, Raim.) Discours re-
latifs & Phistoire naturelle et sur les avantages de
P’histoire naturelle sur les Moeurs des. plantes.
Montpellier 1801. 8vo, — Discours sur Yutilite de
Phistoire naturelle dans la medecine, Montpellier
1808. svo
2
18
‚Dru (Andre Pierre le) Voyage aux iles de
Teneriffe, la 'Trinite, Sainte-Croix et Porto-Ricco,
Paris 1810, 2 vol, 8vo. — Lettre & Mr. Malte-Brun
-in Annal. d. Voy, I, p. 417.
‚Dubois (.....) Methode &prouvee avec laquelle
on peut parvenir facilement et sans maltre & con-
naitre les plantes de l’interieur de la France et en
particulier celles des environs d’Orleans. Orleans
ı803. 8vo.
Dubois (I, B.) Notice historique sur Chretien-
Guillaume de Lamoignon de Malesherbes. $e &di-
tion. Paris 1806. 8vo.
Dubois (Louis) Du Pommier, du Poirier et du
Cormier consideres dans leur histoire, leur physio-
logie et les divers usages de leurs fruits, Paris
1804. 12mo,.
. Dubuisson( J. 3.) Essai sur les proprieies de la
Torce vitale dans les Vegetaux..... .
Dubuisson (J.) Plantes usuelles indigenes et
exotiques au nombre de 650. Paris 180g. 3 vol, 8vo.
Duburgua (...) Memoire sur la culture du
Tabac. Agen 1805. 8vo,
Duclußau (J, A. P.) Essai sur P’hisloire natu-
relle des Conferves des environs de Montpellier
1805, 8vo.
Dufresne ( Pierre) Histoire naturelle et medi-
cale de la famille des Valeriannees, Montpellier
ı8ı1. äto,
Dumarchais (+) Fiore du departement de
YAin im Auszuge in Statistigue du departement de
YAin. Paris 1806, Ato,
19
Dumont de Courcet (...) Le Botaniste - eulli-
vateur, ou description, culture et usages de la plus
grande partie des plantes eirangeres naturalisdes et
indigenes cultivees en France et en Angleterre .ran-
gees suivant la methode de Jussien. Paris 1802,
5 vol. — 2e edition. Paris 1811, 6 vol, Supplement
ou Vol, VII. ‘Paris 1814, 8yo. — Leitre im Journ.
de Bot, V. ı0.
‚Dunal {Michel Felix) Histoire naturelle medi-
cale et &conomique .des $olanum et des genres qui
ont et& confondus avec eux. Montpellier 1813, 4to,
-— Solanorum generumgue affinium synopis s, So-
lanorum historia editionis secnndae summarium,
Monspelü 1816. 8vo. -—- Monograpliie de la famille
des Anonacdes avec 85 planches. Paris 1817. 4to.
Dupin (...) Expe6riences sur la force, la flexi-
bilite et V’elastieite des bois. Paris 1813, Ato,
‚Dupont (1. D.) Double Flore Parisienne, ou
description des plantes, qui croissent naturellement
aux environs de Paris, distribudes suivant la me-
thode naturelle d’une part, et suivant le systeme
de Linne de Vautre, avec Lindication de leur em-
ploi dans la medecine, les aris, P’&conomie dome-
stique. Paris 1805. zamo.
Dupuy (;..) Memoire sur la possibilit& de cul-
tiver en France la Batate douce, Bordeaux. 8vo.
Durand (Philippe) De quibusdam Chlorilis
speciebus. Monspelii 1808. 4to.
‚Durande (...) Carte botanique d’apres le sy-
sttme de Mr. de Jussieu, 7 feuilles.
20
Dureau de la Malle fils (A.) Dissertation sur
les especes de Frenes connues des anciens in Mil-
lin Mag. encycl. 1805. I. p. 100.
, Duval (H. A.) Demonstrations botaniques, ou
Analyse du frmit consider en general par M.L,
C}. Richard publiees par etc. Paris 1808. 8vo.
Eimiger (Joseph) Histoire naturelle et medi.
cale des Digitales. Montpellier 1812. 4to.
Encontre (Daniel) Additions ä la Flore biblique
de Sprengel. Montpellier ı813. 8vo, (und mit de
Candolle.) M&moire sur P’Aconit des anciens, Mont-
pellier 1813. 8vo. .
Egypte: Description de ’Egypte ou recueil de
observations et des recherches qui ont ee faites en
Egypte pendant leexpedition de P’armee francaise,
Histoire naturelle, Paris 1813. Sol.
Faujas de Saint-Fond (...) Memoire sur le
Phormium tenax. Paris 1810. 4to.
' Feburier (.....) Essai sur les phenomenes de
la Vegetation. Paris et Versailles ı8ı2. dvo. —
Notice sur la mo&lle et 1’6tui medullaixe des Ar-
bres dicotyledons. Paris ı812. 8vo.
Fiore de Boston ou Botanique &ldmentaire aret
50 cartes in 3amo, Paris 1820.
“ Flore Parisienne, ou description des plantes
des environs de Paris, snivant la methode du jar-
din’des plantes. Paris 1801. in ı6mo.
Forsyth (William) S, Pictet (L P.).
Foucault (Emanuel de) Description d’une nau-
velle esp&ce de Robinier im Journ. d. Bot. IV. 204.
2i
. Pragmens sur les jouissances que procure l’diude
de la Botanique im Journ. d. Bot. I, p. 341.
Francoeur (L. B.) Flore Parisienne.
Frangois de Neufchätean (.....) Lettres sur le
Robinier, connu sous le nom impropre de Faux-
Acacia avec plusieurs pieces relatives & la culture
ef aux usages de cef: arhre. Paris 1802. ‚12mo.
Fray (f. B.) Nouvelles experiences sur Porigine
des substances organisees. Berlin 1807. 8vo;: .
Frement (L. C. A.) Note sur P’Arachide.: Poi-.
tiers 1806. 8vo.
FPreycinet (Casimir) Catalogue raisonne des. ar-
bres, arbrisseaux, Valence ... 8vo. _
Gellesio (Georges) S, Flora. Dritter Jahngang
1820. 1. Erste Beilage, p, 12.
Gandy (Ch. L.) Essai botanique et Imddicale sur
les plantes Omhelliferes, Strasbourg 1812. ,4to.
Gase (1.-P.) Discours sur les avantages de
Pdtude des sciences, surtout de celle de la nature,
et sur la Botanique, considerde en elle-möme et
dans ses rapports avec la medecine. Paris 1810. ı2mo.
Gaudin (1) Etrennes de Flore Nro. ı. Pour
Pan de grace MDCCCIV. Lausanne, in ı8vo.
Genlis (Mde. la Comtesse de) La Botanique his-
torique et litteraire, contenant tous les traits, tou-
tes les anecdotes et tontes les guperstitions relati-
ves aux fleurs dont il est fait mention dans l’hi-
stoire sacrde et profane, et des details sur quel-
ques plantes singulieres, ou qui portent le nom
de personnes celehres etc. Paris ı8ı0. Svo.
22
Gerard (Louis) M&moire eoncernant deux plan.
tes dont la fruclificalion s’execute dans Jinterienr
et & l’exterienr de la terre. ‚Paris ı800. 8vo.
Gerard Description d’une esp&ce de Lichen,
auguel ‘on attribue la degradation des states en
marbre exposees ä P’humidite de Yair im Journ, de
Bot. III 167. — Reflexions eritiques sur un passage
de Pline l’ancien et sur Yinterpretation & laqvelle
il a donne lien. Ibid. II. 275. — Lettre & Mr. A,
L. Millin in Mag. encyel. 1807... V. p. 354.
Gerardin de Mirecourt (Sebastien) Table
&l&mentaire de Botanique. Paris 1805. avec fig. —
Memoire sur la proprieid qw’ont certaines espdca
de Graines de conserver longtemps leur veriu ger-
minative. Wieder abgedruckt in folgendem Werke .
desselben Verfassers: Essar de Physiologie vege-
tale, ouyrage dans lequel sont expligudes toutes
les parties des vegätaux: accompagnd de planches
‚et de tableaux methodiques, representant les trois
sysiömes de Tournefort, de Linne et de Jussien.
Paris 1810. 2 vol. 8yo, — $. Desveaux,
Giboin (N. 1. B.) Fragmente aus der Physiolo-
gie der Pflanzen. Aus dem Französischen überselzt
(von I. F. Schweighaeuser). Strafsburg 1803. 8v0.
Gilibert (Jean Emanuel) Histoire des plante
d’Europe ou Elemens de Botanique pratique. 2e edi-
tion. Lyon ı806. 3 vol, 8vo. — Calendrier de
Flore pour Pan 1778. autour de Grodno et 1808.
autour de Lyon. Lyon ı80g. $vo.
Giobert {...) Traite du Pastel, Paris 1813. 8v0.
23
Gochnat (Fred. Charl.) Tentamen medico-bo-
tanicum de plantis Cichoraceis. Argentorati 1808. Ato,
Godefroy (. .} Catalogue des plantes, ar-
bres ect, cultives dans les Pepinieres & Villedavray,
tenant a Sevres pres Paris. ı2mo.
Godefroy (FE. F.) Essai sur la formation des
substances vegetales. Strasbourg 1818. 4to.
Gondinet (....) Dissertation sur les plantes
nuisibkes aux bestiaux. Limoges 1808. 8vo.
Gouan (Antoine) Traites de Botanique et de
matiere medicale. Montpellier 1804. 8vo. — Dis-
cours sur les causes du mouvement de la Söve dans
les plantes. Montpellier 1804. 4to. — Description
du Gingko biloba dit Noyer du Japan. Montpellier
1812. 8vo. — Lettre & Mr. Delenze en reponse &
Particle botanique inser& dans le Moniteur du 27e
Octobre 1811, Montpellier ı8ı2. 8vo.
Goube (...) Txaite de la physique vegetale des
Bois. Paris 180g. 8vo,
Graffenhauer (Jean -Philippe) Traite sur le
Camplıre considere dans les rapports avec P’histoire
naturelle, la physique, la chymie et la m&decine.
Avec une planche en taille douce du Laurus Cam-
phora. Strasbourg 1805. vo.
Grateloup (1. P.A.G.) Observations sur la con-
‚stitution de l&t& de 1806. avec un Appendix sur les
Conferves, Montpellier 1806. A4to,
Graullau (...) Essai sur cette question: Com-
‚ ment les engrais agissent-ils? Bordeaux 1807. 8vo.
34
Guenard Baronne de Merd (Mde....) Les en-
fans voyageurs, ou les pelils Botanistes, orne de
vignettes. Paris ıdıg. & vol. in ı8vo,
Guerin (1.) Fragmens d’une topographie phy-
sique et medicale du departement de Vaucluse,
Montpellier .... 4to. — Description de la Fontame
de Vaucluse. Avignon 1804. (Vergl. Regensb. bet,
Zeitung 1807. 8. 176.) — ze edit. Avignon 1813. Iamo.
Guerrapain (F.) Notice sur la culture du So-
phora, du Platane et de l’Aune. Paris ı80g. 8vo.
Guersent (L. B.) Quels sont les caracieres des
propridtes vitales dans les vegetaux? Paris 1813. 8vo,
Guiart (D. L.) Classification vegetale ou expose .
d’une nouvelle Methode calqude sur celle de Tour-
nefort, d’apres laquelle sont rangees les plantes
du jardin special de pharmacie de Paris, Paris
1807. ı2mo.
Guillemeau (I. L. M.) Histoire naturelle de la
Rose, ol Pon deerit sea differentes esp&ces, aa cul-
ture, ses vertus et ses propridies, suivie de la Cor-
beille de Roses, on choix de ce que les anciens et
les modernes ont &crit de plus gracieux sur la
Rose; et de P’histoire naturelle des insectes, qui
vivent sur le Rosier. Paris 1800. 8vo, — Calen-
drier de Flore des environs de Niort, precede d’un
abrege el&mentaire de Botanique. Niort ı801. 12mo.
Guyetant fils (....) Catalogue des plantes &
Aeurs visibles qui croissent dans les montagnes du
Jura, Besangon (1808?). 8vo,
Haldat (...) Eloge de Remi Villemet in Mil-
lin Mag. encyel. 1807. V, p. 11%
25
ZAlamel du Monceau (Henri Louis du) Traite
des Arbres et Arbustes, que I’on eultive en France
en pleine terre. Seconde &dition considerablement
augmenide; publiee par Michel et Loiseleur des
Longchamps; les figures peintes par Redoute. Paris,
Cahiers in fol. Von 1801 an. — Traite des Arbres
fruitiers. Nouvelle edition, augmentede par A. Poi-
teau et P. Turpin. Paris, Cahiersin fol. Von 1808 an.
Hammer (Jos. de) Sur le langage des Fleurs in
Malte-Brun Annal. d. Voy. IX. p. 346.
Hammer (l. L.) et Dietrich Memoire sur les
Arbres qui peuvent former les planlations le long
.des routes, suivi d’un tableau contenantl’indication
de quatre-vingt- neuf esp&ces de ces arbres, le mode
de leur propagation etc, Strasbourg 1802.
Hanin (L.) Cours de Botanique et de Physio-
logie vegetale, auguel on a joint une deseription
des principaux genres dont les especes sont eulti-
vees en France, ou qui y sont indigenes. Paris
1811, 8vo,
Hartig (G. L,) Instruction sur la Culture du
Bois & usage des forestiers, tradnite par I. I, Bau-
drillart. ne edition. Paris 1805. 8vo.
Himly (K.) De la paralyse de Tiris, causee par
Yapplication de la Belladonna. Paris 1802. 8vo.
Hoequart (...) Flore du departement de Jem-
mapes, ou definitions des plantes qui 'y croissent
sponlanement, faites d’apres le systeme de Linne
& l’usage des eleves en Botanique. Mons. 1814. 8vo.
Hommage rendu & la Rose par les poötes an-
ciens et modernes; preceld de Y’histoire de cette
36
reine des fleurs chez tous les peuples; orme de ı3
planches colorides. Paris 1818 in ı6mo.
Huber (EFrangois) et Senebier (Jean) M&moires
sur Vinfluence de Pair de diverses substances gazeu-
ses dans la germination de differentes graines, Ge-
neve et Paris 1801 8vo.
‚Hulthem (Charles Van) Discours sur Vetat an-
cien ct moderne de V’agriculture et de la Bolanique
dans les Pays-Bas. Gand 1817. 8vo.
Humboldt (Alex. de) Essai sur la Geographie
des Plantes, ou tableau physique des regions &qui-
noxiales, fond& sur des observations et des mesures
faites depnis le ıoe degre de latitude boreale, en
1799, ı800, 1801, 1802 et 1803. Paris 1806. 4to.—
(mit A. Bonpland.) Plantes &quinoxiales, recueil-
lies au Mexique, dans l’ile de Cuba, dans les pro-
vinces de Carracas, de Cumana et de Barcelome,
aus Andes de la Nouvelle-Grenade, du Quito et
du Perou, et sur les bords du Rio-Negro, de ’Ore-
noque et de lariviere des Amazones, Paris, livrai-
sons in fol. — (mit A. Bonpland und C, 5. Kunth.)
Nova genera et species plantarum, quas in peregüi-
natione ad plagam aequinoetialem orbis novi colle-
gerunt, descripserunt, parlim adumbraverunt. Ex
schedis autographis A. Bonplandi in ordinem di-
gefsit C, S. Kunth, Accedunt tabulae aeri incisae
et A. de Humboldt notationes ad geographiam plan-
tarım spectantes, Paris seit 1815. in fol. — Tr
bleaux de la nature, on considerations sur les dE-
serts, sur la Physionomie des Vegetaux et sur les
cataractes, traduit de P’allemand par J. B.B. Eyries.
Paris 1808. 2 vol, in ı2mo, .
Jardin, le, des Fleurs celebrees. par les po#-
‚tes anciens et modernes, suivi des embl&mes des
Rleurs et des plantes, orne de 33 gravures colorides.
Paris 1818. 2 vol. ıdmo. _
Jardinier, le bon, Almanach, der seit einer
langen Reihe von Jahren zu Paris jährlich in 12mo’
herauskommt, =
Jaume -Saint.- Hilaire (....) Exposition des
-Familles naturelles et de la Germinalion de plan-
tes. Paris 1805, 2 vol, 4to und eine Ausgabe in
8vo. — Plantes de la France, ou. natnralisees et
cullivees en France, decrites et peinies d’apres na-
tire Paris 1805 —9. & vol, 4fo. «- _Memoire sur
la durde de la faculte germinalive ‚des Graings
in ‚Millin Mag. enceyel. 1811. Il. p..89. — Me-
moire sur les Orobanches im Journ. :de: Bot. I. 282.
Memoire sur la Germination et les Familles natu-
relles, Ibid, I. 95. Me&moire sur les genres Hedy-
sarum ei Aeschinomene de Linned,. Ibid, IL 57, —
Voyage dans les departements da Vaucluse, des
Bouches = du - Rhone, du Var, des Alpes mariti-
mes et des Basses- Alpes, Ibid, IV, 193. — Catalo-
gue raisonne des plantes employdes en medecine
dans Y’Inde avec la liste des noms, qu’on leur don-
ne dans Y’Indonstan ainsi que dans la langue
sanscrite par Sir John Flemming, traduit et aug-
mente d’apres les relations de plusieurs autres voya-
geurs, Ibid,.V, 136, — Memoire sur Vadmini-
station et sur Vamenagement des Foräts. Paris 1813.
28
Julian (..,) Bapport.sur la plantation d’Anil
ou Indigo frangais. Paris (1804?) 8vo,
Koeler (Georges-Lonis) Lettre & Mr, Vente-
nat, sur les Boutons et Ramifications des planies,
la naissance de ces organes ef les rapports organi-
ques existant entre le tronc et les branches, Mayence
1805. 4to.
- Kicks (Jo.) Flora Bruxellensis, exhibens cha-
racteres generum et specierum plantarum circam
-Bruxellas erescentium secundum Linneum dispo-
sita, cum synonymis auctorum, cui additur Lexi-
con botanicum, in quo termini breviter exponun-
tur, Bruxellis 1812, 8vo,
Kunth (Charles) Observations sur. quelques
genres de la famille des Valeriandes im Journ, d,
Bot. V, ıyı, $. Humboldt,
L’* (....) Nouveaux el&mens de Botanique &
Pusage des &leves qui suivent les cours du jardin
des planies et de l’&cole de medecine. Paris 1809.
ae edition revue et corrigee avec soin par M, C**
ı8ı2. 3e edition 1815.
L*** (F.) Abrege el&mentaire des. prineipes
de Botanique contenant Pexplication du systeme
de Linne, avec un Catalogue de differens vegd-
1aux Efrangers, les moyens de transporter les ar-
bres et semences, la maniere de former un her-
bier ect, Paris 1807. 8vo.
Ladoucette (...) Notice sur le Monte Viso in
Millin Mag. encycl. 1811. II. p, 241.
Lair (Pierre-Aime) Description des Jardins
de Courcet situds anx environs de Boulogne sur
29
Mer in Millin Mag. encyel, 1815. IL p. 11%. und
im Journ. d. Bot, III. p. ı02.
Lalos (J.}-De la composition des Paros et Jar.
dins pittoresque ect. orne de planches gravdes par
Reville. Paris 1817. 8vo.
Lambry (‚..) Expose d’un moyen mis en pra-
tique pour empeächer la Vigne de couler, et häter
la maturit& du Raisin, Paris 1817. 8vo.
Lamoureus (Justin) Memoire pour servir &
Phistoire litteraive du departement de la Meurthe.
Nancy 1803. 8vo. — Notice biographique sur P,
A. Villemet, Bruxelles ı808. 8vo.
Lamouroux (Julien) Dissertation sur plusieurs
especes de Fucus peu connues et nouvelles avec
leur deseriptions en latin et en Irancais, Agen,
1805, 4to, — Rapport sur le Bl& Lammas. Caen.
1803. 8vo. — Exposition de caracleres du genre
Dieiyata in Journ. d, Bot. II. 38. — Memoire sur
trsis nouveanx genres de la famille des Algues
marines, Ibid. II, ı2g. — Memoire' sur les Cau-
lerpes, nouveau genre de la famille des Algues
marines Ibid, IL. 156.
Langage (le) des Fleures, ou les Selems de
P’Orient, ouvrage orne de douze bouguels des plus
jolies fleurs, avec leur signification, Paris 1818
in ı8vo.
Langlös (R) Becherches sur la decouverte de
VEssence de Rose. Paris 1807 in 4lo,
Larreateguy (Joseph Denis) Description bote-
nique du Cheiranthodendron arbre du Mexique nou-
vellement connu et remarquable par son aspect ef
30
sa beaute, Traduction de l’Espagnol avec 2 planches
“colorices, Publice par Lescallier. Paris 1805. 4to,
Lasteyrie (Charles Philibert de) Du Cotonıer
et. de sa eulture, ou trait& anr les diverses esp&ces
de Cotonniers, sur la possibilite et les moyens d’ac-
climater cet arbuste en France; sur la culture dans
difförens pays, prineipalement dans le.midi de l’Eu-.
rope, et sur les proprieids et les avantages &cono-
migques industriels et commercianx du Coton. Avec3
planches. Paris 1808. 8vo. — Du Pastel, de !’In-
digotier.
Latterrade (...) Flore Bordelaise. Bordeaux
ı8ı1. ı2mo,
Latour {Charlotte de) Le langage des Fleurs,
Paris ı8ıg. in 8vo.
Launay (Mordant de) Einige Jahrgänge des
Almanach du bon Jardinier. — Herbier general de
Vamateur: conlenant les figures faites et colorides
d’apr&s nature de tous les vegetaux utiles ou qui
peuvent orner le jardin et les serres d’un ama«
teur, servir de modeles aux artistes ect. avec Phi-
stoire et la description de chaqug plante, Paris
von ıdız an, in Livraisons in 8vo. (Vom aten
Theil des II, Bandes an ist Loiseleur des Long-
ahamps Herausgeber.)
Lauth (‘Ihomas) Vitam Johannis Hermanni
scripsit,. Argentarati 1802, 8vo.
Leblond (Jean-Baptiste) De la culture du Co-
tormier, Gayonne 1801. Ato.
Lefebure (BE, A.) Experiences sur la Germina-
tion des plantes. Strasburg, 1301. 8vo.
IV. 216.
51
Lefebure (Louis) Methode signalementaire pour
servir ä Petude des plantes, ou nouvelle maniere
d’apprendre les noms des plantes & leur premiere
inspection sans qu’il soit besoin d’avoir etudid au-
cun systöme. Paris 1814, 3 Cahiers 8vo,
Lefebure (...) Atlas botanique, ou clef du
jardin de l’univers, d’apres les principes de Tour.
nefort et de Linne, reunis par. Paris 1817. 8vo.
Lefebure (...) Le vrai systäme des Fleuss.
‚ Po&me. Paris 1817. 8vo. -
Lejeune (A. L. S.) Flore des environs de Spa,
ou distribution selon le systeme de Linnaeus des
plantes qui croissent, spontanement dans le depar-
tement de !’Ourte er dans les departemens eircon..
voisins, Liege 1812 — 1813. 2 vol. Bvo.
Le Joyand (....) Notice sur Michel Adanson in
Millin Mag. encyel. 1806. V. p, 392.
Lelieur de Pille - sur - Arce, (... Comte) La
Pomone frangaise, ou trait& de la culture et de la
taille des Arbres fruitiers. Paris 1817. 8vo.
Lemaire - Lisancourt (,..) Quelques idees sur
la theorie de la Vegetation, im Journ. d. Bot,
Lestiboudois Sls (Fr. Joseph) Botanographie
Belgique. 'Troisitme edition corrigee, augmenide
et divisde en deux partie, Paris et Lille 1804.
2 vol. 8vo.
Lille (Alire Rafeneau de) Dissertation sur les
‚effets d’un poison de Java, appell& Upas-Tieute et
sur la Noix vomique, la feve de St. Ignace, le
Strychnos et la Pomme de Vontac qui sont du
32
meme genre de plantes que l’Upas-Tieute. Paris
180g. 4to. — Memoires botaniques extraits de la
Description de l’Egypte. Paris 1813. fol.
Lintz (Louis )Dissertations forestieres, 'Treves
1808. 8vo,
Loiseleur des Longehamps (1. L. A.) Flora Gal-
lica, seu enumeratio plantarum in Gallia sponte
erescentium, Parisiis 1806, — 1807. 2 vol. 12mo. —
Notice sur les plantes & ajouter ä la Flore de France,
avec quelques correctious et observations. Paris
1810. 8vo. — Recherches historiques, botaniques et_
medicales sur les Narcilses indigenes pour servir &
Yhistoire des Plantes de France. Paris 1810. 4to. —
Recherches historiques , botaniques et medicales
pour servir & P’histoire des Plantes de France. Pa-
ris 1813. 8vo. — Observations sur la possibilite de
remplacer V’Ipecacuanha par les racines des Euphor-
bes indigenes im Journ. de Bot. I. 332. — Obser-
vations sur quelques Purgatifs indigenes, Ibid, I. 63.
— Nouveau voyage dans l’empire de Flore, ou
Principes &el&ementaires de Botanique. Paris. 1817.
8vo. — 5, Launay, Hamel.
Lucot (Alexis) Emblemes de Flore et des Ve-
getaux. Paris ı8ıg. in 8vo,
Zullin (Charles) Instruction pratique sur la Ca-
zie ou Pourri des Bl&s, et sur les moyens de com-
battre ce fldan, extrait de Pouvrage de Mr. Prevost
de Montauban. Paris et Geneve ı8ı1. 8vo.
M...(....) Tableau de Pecole de botaniqu®
du Jardin des plantes de Paris, ou Catalogue en
ra
33
ral des plantes qui y sont cultivdes et rangdes par
clafses, ordres, genres et espe&ces, d’apres les prin-
cipes de la metliode naturelle de A. L. Jussieu,
suivi d’une table alphabetique des noms vulgaires
des plantes les plus frequemment employees en m&-
decine, dans les arts, la decoration des jardins etc.
Paris 1801. 8vo.
Magnien (....) et Deu (...) Dictionnaire des
productions de la nature et des arts qui font l’ob-
jet du commerce de la France soit avec l’dtranger,
soit avec les colonies. Paris 1809. 3 vol. 8vo. .
Marck (Jean-Baptiste Monet de la) 8. de Can-
dolle, Poiret und Mirbel. — Recherches sur Por.
ganisation des corps vivans. Paris 1803. 8vo.
Marquis (....) Du The ou nouvean traile sur
sa culture, sa recolte, sa preparation et ses usages.
Avec planches color. Paris 1820. 8vo,
Marquis (...) Essai sur les harmonies vegetales
et animales du Chöne in Millin Mag. encyclop.
1814. V. p. 252.
Marquis (A. L.) Plan raisonne d’un Cours de
Botanique speciale, ou de la meilleure maniere
d’etudier et d’enseigner cette science, disconre.
Rouen ı815. 8vo,
‚Marsillae (,..) Sur la pröparation des Orchis
qui croissent spontandment en France in Bibl. uni-
vers, Gendve 1817. U. p. 181.
Marthe (Fr.) Catalogue des plantes du jardin
medical de Paris. 1802. ‚8vo.
Martin (...) Note sur quelques plantes de
Coxse in Bihl, physico- on. an X. no. V.
54
Maulny {...) Flore du Mans. Avignon (...)8vo,
Maunoir (J. P.) Eloge historique de Mr. Jean
Senebier. Paris et Geneve 1810. 8vo.
Memoires du Museum d’histoire naturelle par
les Professeurs de cet instit. Ouvrage dedie au
Roi. Paris, S. Annales.
Menne/son (J.,B. A.) L’observateur rural de la
Marne, Epernai 1806. 12mo.
Merat (F. V.) Nouvelle Flore des environs de
Paris suivant le ‚systeme sexuel de Linne, avec
Pindication des vertus des plantes usildes en me.
decine, des details sur leur emploi pharmacenti-
que. . Paris 1812, 8vo,
Merlet de la Boulaye (Gabriel El&onor) Her-
borisations dans le departement de Maine et Loire,
et aux environs de 'Thouars publiees par Mr. Davy
de la Roche, Angers 1809. ı2mo.
Metherie (J, C. de la) Considerations sur les
Etres organises, Paris 1804. 2 vol, 8vo, — Jout-
nal de Physique, ou Observations sur la Physiqus,
la Chimie et I’Histoire naturelle, Paris 4to,
Michaux (Andre) Histoire des Chönes de I’A-
merique septentrionale. Paris ı80r, fol. — Flora
Boreali- Americana sistens caracteres plantarum quad
in America septentrionali collegit et detexit; tabu-
lis aeneis quingue ornata,
Michaus (Andre- Frangois) Memoire sur la na
turalisation des arbres forestiers de ’Amerique seP-
tentrionale, Paris 1805. —- Voyage & FOnest de
x
35
monts Allighanys. Paris ı804. 8vo, — Notices
sur les iles Bermndes. Paris 1806. äto. — Histoire
des Arbres forestiers de 1’ Amerique septentrionale,
consideres principalement sous les rapports de leur
emploi dans les arts et de leur introduction dans le
commerce, ainsi que d’apres les avantages quwils
peuvent offrir aux gouvernemens en Europe et aux
personnes qui venlent former de grandes planta-
tions.Paris 1810 — 1813. 5 vol. 4to.
Millin (Aubin - Louis) El&mens d’histoire na-
turale, 3e edition, Paris 1802, 8vo. — Magasin
encyclopedique.
Mirbel (C. F. Brisseau—) De Yinfluence de
V’histoire naturelle sur la civilisation, Paris 1801,
8vo. — Hssai sur l’Auatomie des Vegetauix, Pa-
vis 1800, 4to, — Histoire naturelle generale ek
particuliere des plantes, ou 'Traite de Physiologie
vegetale. Paris 2 vol, gvo, — Histoixe naturelle
generale et particuliere ‚des Plantes, genres xeunis
en familles d’apres A. L, de Jufsieu. Paris 1803.
2 vol. 8vo, — (mit la Marck) Histoire naturelle
des Vegetaux clalses par familles avec la citation
de la clafse et de l’ordre de Linne et de Y’indica-
tion de Iusage que Yon peut faire des plantes
dans les arts, le commerce, Yagriculture, le jar- .
dinage, la medecins ect. des figures defsindes d’a-
pres nature, et un Genera complef: selon le syste-
me de Linne, avec des renvois aux familles de A,
J. de Jnßieu, Paris 1803. ı7 Vol, in zamo. —
Traite d’Anatomie et de Physiologie vegetale, suivi
de la nomenelature methodique ou xaisonnde des
56
parties exterieures des plantes, et d’un exposs
suceinct des Systemes de botanique les plus gene-
ralement adoptes, ouvrage servant d’Introduction &
Petude de la Botanigue, Paris 1802. 2 vol, 8vo,
— (mit Bilderdyck) Exposition et defense de ma
Theorie de l’ Organisation vegetale. Amsterdam
1808: 8yo. — Exposition de la theorie de I’ Orga-
nisation vegetale, servant de reponse aux queslions
proposdes en 1804. par la Societe royale de Goet-
tingue. Deuxieme &lition revne ef augmentede, avec
‚9 planches. Paris 1809. 8vo, — Elemens de Phy-
siologie vegetale et de Botanique. Paris 1815, 3 vol,
8vo. — Leitre & Mr. Desvaux sur l’organisation
des plantes & feuilles opposdes et verticillees in
.Journ. d. Bot, IV. 130.
Montbrisson (L. B. D,) Lettres de Mad. de
C*** sur la Botanique et sur quelques sujets de
physique et d’histoire naturelle, suivies d’une M&-
thode &lementaire de Botanique, Paris 1802, 2
vol, ı2mo,
Morel (J. M.) Theorie des Jardins ou Yart des
Jardins de la nature. Paris ı802. 2 vol. 8vo.
Morel (J. F, N,) Catalogue des plantes du Jar-
din botanique de Besaugon, Besangon 1805. 8vo,
Morel de Vinde (..,) Pourquoi est - ce que
les plantes n’Epuisent laterre que par la fructification?
Question de physiologie vegetale in Bihl. Brit. A-
grieulture 1809, XIV. p, 229,
Morelot (Simon) Histoire naturelle appliqueo
ala chimie; aux arts, aux differens genrea de J’in-
57
dustrie et aux besoins personnels de la vie. Paris
1810. 2 vol. 8vo, — Nouveau dietionnaire des
Drogues de Lemery revue et augmentie. Paris 1807.
2 vol, 8vo,
Mougeot (J, B.) et Nesiler (C.) Stirpes crypto-
gamicae Vogesb -Rhenanae, -quas in Rheni superio-
ris inferiorisgue nec nom Vogesornm praefectu-
zis collegerunt. Brugerii Vogesorum ı810 — 16,
5fasc. Ato,
‚Mouton- Fontenille de la Clotie (J.P.) Tableau
des Systemes de Botanigne, generaux et particu-
liers; contenant: ımo le plan de chaque Syste-
me; 20 les Principes sur lesquels ils sont fondes;
30 leurs avantages et leurs desavanlages; 4o ap6-
cialement le developpement du Systeme sexuel de
Linnaeus. Suivi de deux memoires, dont le pre-
mier a pour objet une suite d’observations et d’ex-
periences sur la desiceation des plantes, et leur
conservation dans les herbiers. Le second renfer-
me des observations sur les differentes esp&ces de
vegelaux propres aux montagnes calcaires et gra-
nitiques des environs de Grenoble. Lyon 1801, 8vo.
— Dictionnaire des termes techniques de Botani-
que & lusage des’ dieves et des amateurs, Lyon
1803, 8vo, — Systeme des plantes, contenant les.
elalses, ordres, genres et esp&ces, les caracläres
naturels et elsentiela des genres, les phrases ca-
racteristiques des especes, la citation des meilleu-
ves figures, le climat et le lieu natal des plantes;
Ve&pogue de leur floraison, leurs propridtes et leurs
usages dans l’&conomie zurale et la medecine, ex-
2
38
trait et traduit des onvrages de Linnaeus, Lyon
1804 — 1805. 5 vol. 8vo. — Nouveau Pinax de
toutes les Plantes europdennes. Prospectns, Lyon
1805, 4to. — Conp d’oeil sur la Botanique, 1812,
8v0o. — Tableau de concordance des genres d’un
Pinax de plantes Europeennes, Paris et Lyon‘
1815. 8vo.
Murrith (‚..) Le guide du Botaniste dans le
Valais. Lausanne ı811. Ato.
Mussche (Jean-Henry) Catalogue des plantes
du Jardin botanique de la ville de Gand, Gand
ı8r0. 8vo, Premier Supplement ı8ı1. 8vo,
Naviere- Laboifsiere (...) Botanograplie du
departement de la Haute- Vienne im Auszug in der
Statistique du departement de la Hante - Vienne,
Paris ı808, 4to,
Nectoux (H.) Voyage dans la haufe Egypte au
delsus des cataraotes, avec des observations sur les
diverses especes de Sen& qui sont r&pandues dans
le commerce, Paris 1808, fol.
‚Nestler (C, G.) Monographia de Potentilla, Pa-
risiis et Argentorati 1816. 4to,
Noisette (Louis) Le jardin fruitier, contenant
Vhistoire, la description, la culture et les usage
des arbres fruitiers, de fraisiers et des meilleures
especes de vignes qui se trouvent en Europe. Pa-
ris 1815 — 1820, 4to, Von livraison 5 an redige
par L. A, Gautier,
Notice biographigve sur J. E, Gilibert in Mil-
lin Mag, encycl, 1805, U. p- 249. |
59
Oberlin (Henri Gottfried) Propositions geolo-
giques pour servir d’introduction & un ouvrage sur
les el&mens de la chorographie avec l’expose de
leur plan et leur application & la description g&ogno-
stique &conomique et medicale du Ban de la Roche,
accompagndes de cartes et de gravures, Strasbourg
1806. 8vo,
Paris (...) Memoire sur la culture compara-
tive des esp&ces de Cotonniers. Paris 1810. gvo, —
Me&moire sur la culture de la Soude. Paris ı810. 8vo,
Parmentier (Antoine- Auguste) Instruetion sur
les moyens de suppl&er le Sucre. Paris 1808, 8vo.
-— Appergu des resuliats obtenus de la fabrication
du sirop de Raisins, Paris ı8ı2, 8vo. — Le Mais
ou Ble de Turgnie apprecie. 20 edition. Paris
1812. 8vo, 0
Parmentier (Joseph) Catslogue des plantes cul.-
tivees dans le Jardin de Mr. D, a P’epoque du ze
Mai, 1812.
Parterre de Flore avec ı2 gravures colorides
Paris. 1820,
Paulet (Jean-Jacques) Planches du Traite des
Champignons, Paris 1812. fol.
Peron (F.) Obsexvations sur la dyssenterie
des pays chauds, et sur Yusage du Betel, Paris
1804. vo.
Fersoon (Christ. Henry) Icones pictae specie-
rum rariorum Fungorum in synopsi methodica de-
scriptorum. Perisiis et Argentorati 1803 — 1805
3 Sasc, 4to, — Synopsis plantarum s, Enchuidium
40
botanicum complectens enumerationem syslemati-
cam specierum hucusque cognitarum, Parisiis 1805
— 1807. 2 vol. in 12mo.— Novae Lichenum spe-
cies, 1811. 40. — Memoire sur les Vesse-Loups
ou Lycoperdon im Journ. d. Bot, II. 5.5, — Traite
sur les Champignons comestibles, contenant P’in-
dication des esp&ces nuisibles, d’une introduction
& V’histoire des Champignons, avec 4 planches. Pa-
ris 1818. 8vo,
Peschier (Jean) L’axt de faire le Pain, et ob-
servations theoriques et pratiques sur l’analyse et
la synthese du Froment, — precedees de quel-
ques recherches sur Vorigine et les maladies du
Ble par Edlin, traduit de l’anglais, Paris 1811. 8vo,
Petit - Radel (Phil) Les mysteres de Flore,
ou Coup d’oeil sur la naissance, les amouıs, le
mariage et la mort des plantes: extrait de l’ouvra-
ge intitule: de amoribus Pancharitis et Zoroae,
po&ma, Paris 1813, — Les amours de Zoroas ei
de Pancharis, traduit du latin avee des notes, Pa-
zis 1802. 3 vol, 8vo.
Peyrilhe (Bern.) Tableau methodique d’un cours
d’histoire naturelle medicale. Paris 1804. 2 vol. 8vo:
Feyrouse (Philippe Picot de la) Figures de Ia
Flore des Pyrenees. Paris 1795 — 1801. fol. —
Histoire abregee des plantes des Pyrenees et It-
neraire des botanistes dans ces montagnes, Tou-
louse 1813. 8vo. — Kurze Uebersicht der Mono-
graphie über die in den Pyrenäen wachsenden
Steinbrecharten in Schrader Journ. f. d, Bot, 3 „Bot
S. 199. —
4)
Philibert (J, C.) Exercices de Botanique & V’u-
sage des commengans. Ouvrage el&mentaire, orne
de 57 planches. Paris 1801, 2 vol, 8vo, — Le-
Sons &l&mentaires da Botaniqgue & usage des cours
publies et particuliers. Paris 1802. — Diction-
naire abrege de Botanique faisant suite aux Exer-
eices de Botanique, Paris 1803, — Dictionnaire
universel de Botanique,. ‚Paris 1803. 3 vol. vo.
Pictet (Charles) Traite des Assolemens, Gentve
1801, 8vo, Bu
Pictet (M. A.) Resultats singuliers d’une ex-
perience sur la Vegetation dans Y’eau in Bibl, Brit,
Agriculture. Tom. XIX, p. 176.
Planehe (....) Maniere d’obtenir la Resine
de Jalap in Journ, d. Bot. V. 124.
Plee (Francois et; Auguste) Herborisations arti-
ficielles des environs de Paris, ou recueil de ton-
tes les plantes qui y eroissent naturellement, des-
sindes et gravdes d’apr&s nature de grandeur na-
turelle, avec les details anatomiques en couleur
an bas de chaque espece, Paris seit 1810. Livrai-
sons 8vo.
Plee (Auguste) Le jeune Botaniste ou Entre-
tien d’un pere avec son fils sur la botanique et la
physique vegetale. Paris 1812. 2 vol. 12mo.
Plenck (Joseph Jacob) Physiologie et Patholo-
gie des plantes trad. du lalin par P. Chanin. Paris
1802. 8vo,
Poederl& (..... de) Manuel de Yarboriste et
du forestier.. ne edition, Bruxelles, ... 2 vol. 8vo.
42%
Poinsot (....) Lami des Jardiniers ou me-
thode sure et facile pour apprendre & cultiver aves
le plus grand succes les Arbres fruitiers, les Le-
gumes et les plantes potageres. Avenches 1803.
8v0,
Poiret (J. L. M.) Encyclopedie methodigue:
Dietionnaire de Botanique continue par, Paris
1814. 4to. — Supplement, Paris seit 1810, 40 —
Lesons de Flore,. Cours complet de Botanique,
suivi d’une Iconographie vegetale en 56 planches
coloriees par P. I. F. Turpin. : Paris 1819, 8vo.
Poiteau (A.) et Turpin (P. J. F.) Flore Pari-
sienne contenant la description des plantes gni
croilsent naturellement dans les environs de Paris,
ouvrage orme de figures et dispose suivant le sy-
steme sexuel. Paris seit 1808, Livraisons in fol.—
S, Hamel und Rifso.
Pouplin (....) Recherches et observations sur
la Nomenclature des plantes im Journ. de Bota-
nique.
Precis d’un voyage, fait & la Berarde enOy-
sans dans les grandes montagnes du Darpliine en
2786, in Millin. Mag. eneycl. 1810. II. p. 82.
Prevost (Benedict) Mdmoire sur la cause im-
mediate de la Carie ou Charbon des Bleds et de
plusieurs autres maladies des plantes et sur les pre-
servatifs de la Carie, Montauban 1807. Ato.
Pronville (Auguste de) Nomenclature raisoN-
nde des especes, varidtes et sonsvarieids du gente
Rosier, observees au jardin royal des plantes, dans
. IL BE
43
ceux de Trianon, de Malmaison et dans les pepi-
nieres aux environs de Paris. Paris 1818, 8vo,
Proust (....) Observations sur P’&crit de Mr.
Parmentier relatif aux moyens de xemplacer le Su-
cre, (Paris) 4to.
Pjoulz (3,B.) La Botanique des jennes -'gens,
contenant! ımo des nofions abregees sur les diver-
ses parties des plantes, V’explication des denomi-
nations qui leur ont &i& donnees, et des principa-
les methodes, qu’on a adoptees pour les clafser.
2. sur les caraciöres des vegetaux les plus uliles,
les plus interessans & connoftre, avec des details
sur leurs productions, leurs usages dans l’&cono-
mie, les arts, Y’industrie, la medecine et de» rap-
prochemens entre les plantes les plus rares et cel-
les qui sont admises dans les jardins d’utilite et
@d’agrement. Paris 1810. 2 vol. 8vo. — Promena-
des au Marche aux Fleurs, ou le Botaniste du se-
cond age, contenant quelques observations sur cer-
taines parties des plantes, les phenomenes quelles
presentent, et des notions succinctes sur les vdge-
taux apportes au Marche aux Fleurs ou cullives
par les amateurs avec Yindication de ceux des
diverses contrdes qui sont employes dans Y’&oo-
nomie domestique, les arts et l’industrie. Orne de
figures. Paris 1811, 19mo.
Pulteney (Rishard) Esquisses historiques et bi-
bliographiques des progr&s dela Botanique en Angle-
terre, depuis son origine jusqu’ä P’adoption du sy-
st&me de Linne, Ouvrage traduit de Y’anglais par
Boulard. Paris 1809. 2 vol, 8vo,
44
Puymaurin (..:. de) Notice sur le Pastel,
sa culture et les moyens d’en retirer Y’Indigo. Pa
ris 1810. 8vo,
Pylaie (.... Bachelot de la) Tableau du genre
Phascum im Journ, d. Bot, IV. 269. Quelques oh-
‚servations sur les Mousses et genres nouveaux de
cette famille. Ibid. V. 70. Monographie des Mous-
ses rangees parmi les Hypnum de Linn et que les
auteurs modernes ont tantöt. dfablies comme un
‚genre partieulier sons le nom de Fifsidens et tan-
t6t raportees ou genre Dieranum, Ibid. V. 130,
Quenin (D, J.) M&moire sur les Prairies artifi»
cielles, Aix ı812. 8vo.
‚Ramond de Carbonnieres (Lonis Frangois Bli-
‚aabeth) Voyage au mont Perdu et dans la partie
‚adjacente des Hautes-Pyr&ndes, Paris ı811. 8vo.
Rauch (F. Q.) Harmonie hydro-vegetale et
DEE Ta
meterdologique, on Recherches sur les moyens de
secreer avec nos Toräts la force de la temperature
et la regularite des saisons par des plantalions
raisonndes. Paris 1802. 2 vol. 8vo. — Regenera-
tion de la nature vegetale, on recherches sur les
moyens de recreer dans tous les climats les an-
ciennes temperatures et l’ordre primitif des saison#
par des plantations raisonndes, Paris 1818. 2 e01.8v0,
Bauwolff. Notice sur la vie et les onvrages de
Rauwolff in Malte-Brun, Annal, d. Voyages xDL 95.
Redoute (P.1.) Les Liliacdes. Paris 1802— 1817,
Livraisons fol, Der Text.von der I. —— IV. Livraison
ist von A, P. de Candolle; von V. bis Yıl. von
F. de la Roche, und von VIIL bis XI. von 4.
}
\
|
45
R. de Lile. — Les Roses, Prospectns: 1816 Ato.
—.Les Roses, Paris seit 1817 in Livraisons fol. —
De Viconographie appligquee a la Botanique en ge-
neral et aux Roses en partienlier in Millin, Annal,
eneycl. 1817 Il. aı5,
Renault (P. A) Flore du departement de l’Or-
ne, onvrage &@lementaire de botanique, compos6
de la reunion des syst&mes de 'Tournefort, de Lin-
ne et de Jußsieu, avec une description exacle des
plantes, lindication des lieux od elles se Irou-
vent, et une notice sur leur usage et leur utilit&
dans les arts, Alencon ı814, 8vo,
Benault (...,) Notice sur la nature et la cul-
tare dı Pommier, la qualit& des Pommes et leur
vraie combinaison pour fäire un Cidte delicat et
bienfaisant. ' Paris 1817. 8vo.
‚Reynier (, ..) Considerations sur Pagrieulture
de /’Egypte, et observations sur le Palmier - Dat-
tier. Paris 1ı802' 8vo,
Riboud (Thomas) Observations sur quelques ob-
jets d’agrieuliure du departement de Y’Ain. 1806. 8vo.
Richard (Louis Claude) Analyse du Fruit, con-
sidere en general, publice par Duval, Paris 1808°
$. Duval. — Analyse botanique des Embryons en-
dorhizes ou Monocotyledones, et particulierement
de celui des Gramindes, suivi d’un examen eriti-
que de quelques Memoires anatomico - phıysiologi-
co - botaniques de M. Mirbel. Paris 1811. 4to. —
Dictionnaire &ldmentaire de Botanigne par Bulliard
revu et presqu? entierement refondu et augmente .
de l’exposs et du tableau de la Methode de Jus-
46
sieu, Paris 2e edition 1802. 3e edition 1812 foL—
Commentatio de Convallaria japonica,L. novum ge-
nus constituenle. Praemifsis nonnullis circa plan-
tas Liliaceas observationibus in Schrader m, Joum.
£. d, Bo, IL 2. p. 1.
Richard (Achille) Nouveaux eldmens de Bo-
tanique appliqude & la medecine, a l’usage des dle-
ves qui suivent les cours de 1a facnlt& de mede-
eine et du jardin du Roi. Avec huit planches re-
Presentant les principales modifications des orga-
nes des vegetaux, Paris 1819. 8vo,
Rifso (A.) M&moire sur les ätres organises nvi-
‚sibles aux Oliviers, Nice... 8vo, — Mit Poiteau
(A.) Histoire naturelle des Orangers. Paris 1818 —
1820, 2 vol. 4to,
‚Robin (C. C,) Voyage dans Yinterieur de la
Louisiane, de la Floride occidentale et dans les les
de la Martinique et de Saint. Domingue pendant
les anndes 1802, — 1806. Suivi de la Flore Loui-
sianaise. Paris 1807, 3 vol. 8vo.
‚Roche (Frangois de la) Eryngiorum nec noll
generis novi Alepideae lıistoria. Paris 1808. fol.
-$. Redoute,.
Rohard (Ludovicus) Botanicon libros quatuot,
-e carmine gallico R. R, Castel in latinos versW
transtulit, Paris 1819. ıamo.
Rohr (Jul. Philip.) Observations sur la cul-
ture du Coton, Traduit del’Allemand. Paris, 1807. 87%:
‚Roland (...) 'Trois lettres du Bostangi-Bacht
de F, sur les Pepinieres, Carcalsone 1805, 8V9.
47
‚Roques (Joseph) Plantes usuelles, indigenes et
exotiques, delsindes et colorides d’apr&s nature avec
. la description de leurs caracteres distinctifs et de
leurs proprietes medicales. Paris 1809, ae ddition,
2 vol. 4to,
‚Rostan (Casimir) Instruction sur la {abrication
du sirop de Raisin, Marseille 1808. 8vo.
‚Roucel (F.) Flore du nord de la France, ou de-
scription des plantes indigenes et de celles culti-
vees dans les departemens de la Lys, de P’Escaut,
de la Dyle et des Deux-Nöthes, y compris les
plantes qui nailsent dans les pays limitrophes de
ces departemens. Paris 1803, a vol. 8vo,
Boucher de Hatte (...) Lesons physiologico-
metereologiqgues sur l’&conomie animale et vege-
tale. Montpellier 1804. 8vo.
Rougier de la Bergerie (J.B,) Georgiques fran-
gaises, po&me, Paris 1804.°2 vol. 8vo. — Les
For&ts de la France, leurs rapports avec les cli.
. mats, la temperature et Pordre des saisons, Paris
1817. 8vo.
‚Roufseau (J. 3.) S. Botanique des Enfans.
‚Roussel (H.F,) Flore du Calvados. Caen 1806,8vo.
- Rumford (Benjamin Comte de) Recherches sur
le Bois et sur le Charbon. Paris 1812 4to.
Saint- dmans (...) Notice sur les plantes ra--
zes ou peu connues du departement de Lot et Ga-
xonne, in Recueil des travaux de Societe d’agri-
euliure, sciences et arts d’Agen. ır cabier. An
48
XI, — Catalogue des plantes observdes dans le de.
partement de Lot et Garonne, in Annuaire de ce
departement 1806. p. 109. — Voyage agricole et
botanique dans une parlie des Landes de Lot dt
Garonne et de celles de la Gironde in Malte-Brun
Annal. d. Voyages XVI. p. 347. XVII p. 145.
Saint- Hilaire (Auguste de) Notice sur 70 esp&-
ces de plantes phandrogames trouvees dans le de-
partement du Loiret. Orleans 1812. 8vo. — Re
ponse aux reproches des gens du monde, Orleans
ı8ı1. 8vo. — Observations sur Ja nouvelle Flore
des environs de Paris, Orleans 1812. 8vo, — ME-
moire sur les plantes auxquelles on altribue un
Placenta central libre. Paris 1816, 4to, — Obser-
vations sur le genre Hyaecinthus, Orleans 8vo.
Saint - Pierre (J. Henri Bernardin de) Etudes
de la Nature. Paris ı800, 10 vol. in ı8vo. Auch
in der von Martin besorgten Ausgabe der Oeuvre
completes de B. de St. P, Paris 1818. 8vo.
Salon d’hiver. XiVe exposition publique de la
Societ& royale d’Agriculture et de Botanigue de la
ville de Gand, 6, 8, et g, fevrier 1816. Gand 81%
Salverte (... Dufour de) Description d’une
Digitale partieuliere in Journ, d. Bot, IV. 158.
Santi S, Bodard,
Saufsure (Theodore de) Recherches chimiques
sur la Vegetation. Paris 1804. 8vo.
Schwilgue (C, 1, A.) Trait de matiere medi-
eale, 2e edition, Paris 1809. 2 vol, 8vo.
Segur S. Wakefield,
Senebier
49
Senebier (Jean) Physiologie vegetale. Gendve
1800, 5 vol. 8vo. — Rapport de J’air atmospheri-
que avec les ätres organises tire des journaux d’ex-
periences de L. Spallanzani. Geneve 1807. 3 vol.8vo,
— Essai sur Part d’observer et de faire des exp6-
riences., Geneve ı802. 3 vol, 8vo. — S, Huber,
Seringe (Nicolas Charles) Herbier portatif des
Alpes. Berne 1812 — 1814. 5 Centuries. 8vo. Hie-
racia exsiccate, Bernae r fasc, in 4to, — Saules
de la Suifse. Cahiers in fol, seit 1805. — Elsai
d’une monographie des Saules de la Suilse, Berne
1815, 8vo, — Melanges botaniques ou Recueil d’ob.
servalion, memoires et nolices sur la Botanique.
Berne ı8ıg. ıe Volume. 8vo.
Serres (Olivier de) 'Theätre d’agrieulture, Pa-
zis 1804-1805. 2 vol. 4to.
Sismonde de Sismondi (J.. C. $.) 'Tableau de
Pagriculture Toscane. Geneve 1801. 8vo,
Sonnerat (P.) Voyage aux Indes orientales et ä
la Chine, ae Edition, Paris 1806, 4 vol. 8vo in
a Atlas.
Sonnini de Manoncourt (Charles Sigisbert) Cul-
ture de la Jülienne. Paris ı804. 8vo. — Traite
des Asclepiades parliculiretment de Y’Asclepias de
Syrie. Paris 1810. 8vo. — [Mit Veillard et Che-
valier] ‘Vocabulaire pörtatif d’agrieulture — de Bo-
tanique ect. Paris 1810, 8vo — [und Tollard (...)]
Cours complet d’agrieulture de Rozier, Nouvelle
edition, Paxis 180g. 6 vol. 8vo,
4
an
50
Spallanzani 5. Senebier.
Stols (Jean Chr.) Flore des plantes qui crois-
sent dans les departemens du Haut - et Bas-Rhin
formes parla eidevant Alsace. Strasbourg 1802. 8vo.
Sucre, ‚De Yintroduction du Sucre en Europe
in Malte-Brun Annal, d. Voy. XIII. p, 86.
Suffren (Palamede Marguis de) S. Flora Illter
Jahrgang.. L Erste Beylage. S. 28.
Swediauer (E.) Parmacologia seu Materia me«
dies. Paxrtsiis 1803. 2 vol, Iamo,
Tablsau pour la plantation et Pordre du Jam
din de botanique de l’ecole de medecine de Skrai
bourg, d’apres la methode de Mr, de Juin
Strasbourg ı806, 8vo ablong.
Tassin (L. F.) Rapport sur les dunes du Galplk
de Gascogne. Mont de Marsan 1802. 8vo.
Tefsier (Henri Alexandre) Instruction sur 1%
eulture du Coton en France, Paris 1808, 8vo, —
Instruction sur la culture de la Beiterave. Paris
2
Theis (Alexandre de) Glossairg de Botaniqus,
ou Dictionaire &tymologique de tous les noms et
termes relatifs & cette science. Paris ı810. 8v0. l
Thors (J,) Kosai d’une Chloris du departemenk,
des Landes, Dax 1803, 8vo, — Promenade dans
les Landes du. golfe de Gascogne in Malte - Brus.
Annales des Voyages. p. 344. — Note contanant
la description de quelques plantes nouveller des
environs de Dax in Journ. d. Bot, 1808. 193. und 196,
. 51
ZRory (€. A.) Rosa Candolleana seu descriptio
novae speciei generis Rosae, dicatae Pyr, Aug, de
Candolle; addito Catalogo inedito Rosarum, quas
Andreas Du Pont in horto suo studiose colebat an_
no ı8ı3. co. fig. aen. pieta, Parisiis 1819, 8vo. —
Prodrome de la monographie des especes et varie-
tes connues du genre Rosier; divisdes selon leur
ordre naturel, avec la synonymie, les noms vul«
gaires, un fablean synoptigue et denx planches
gravdes en couleur. Paris 1820. in ı2mo.
Thowin (Gabriel) Plans raisonnes de toutes les
especes de Jardins, Paris seit ı8ı9. in livraisons
in fol.
Thuillier (J. L.) Le Botaniste voyageur aux en-
virons de Paris & I’usage des personues qui ont la
Flore, ' Paris 1807, ı2mo.
Tollard aind (...) Traitd des vegetaux, qui
composent Yagrieulture du Royaume de France,
Paris ı805, 8vo.
Tournon (D. 3.) Discours prononee & Pouver-
ture d’un Cours de Botanique vo. — Flore de
Toulouse ou description des plantes qui croißsent
aux environs de Toulouse, avec Jindication de
leur station, l’&poque de leur floraison, des observa-
tions sur leurs proprietes en medecine, en Econo-
mie rurale et les tables des nams latins, frangais
et patois, ‘Toulouse ı8ı1. 8vo.
Truches (Jules de) Memvire sur les Aigrettes
des fleurs Composdes et sur Ie Zinnia. Oxleans
ı8ı1. 8vo.
%
53
Truchet (Michel) 'Traite complet du Kermds
(Quercus coceifera L.) Paris 1811. 8vo.
Turpin S, Poiret.
Tussac (G. Richard de) Flore des Antilles'ou
bistoire generale botanique, rurale et &conomique
des vegetaux indigenes des Antilles et des exoti-
ques qu’on est parvenu & ynaturaliser, decrits d’a-
pres nature et classes selon le systeme sexuel de
Linne et la methode naturelle de Jussien, enrichie
de planches defsindes, gravdes et colorides avec le.
‚ plus grand soin, Paris seit 1818. Livraisons in fol,
— Histoire du Brosinum alicastrum in Journ. d,
Bot. I. 202. — Notice importante sur deux especes
du genre Calebafsier (Crescentia) des Antilles. Ibid.
I. 226. — Sur une nouvelle plante alimentaire.
Ibid. II. 41. — Observations botaniques et me-
dicales sur le Mansenillier, Ibid. II. ı1ı2. — Sur
Y’Opalisation de certaines macdrations vegetales,
{bid. III. 961. — Notice sur PAristoloche & gran-
des fleurs Ibid. IV. 5. — Notices sur le Manguier
de Y’Inde. Ibid. IV. 102. — Notice sur les. gen-.
res et expeces de differens vegetaux dont les ra-
eines sont on peuvent dire employdes comme Eine-
tignes, sons le nom d’Ipecacuenha. Ibid. IV. 244.
— Notice sur une plante, dont le suc palse pour
avoir la propridt€ de neutraliser le poison de tot-
te esp&ce de Serpens. Ibid. V. ano. — Moyen de
rapprocher les Familles natnrelles des plantes el
de reconnoltre les rapports qu’elles ont. entr’elles,
par l’observation du genre et de V’espece d’in-
secie auquel elles servent de nourriture Ibid. V. 87.
53
YFade-mecum (Le) du botaniste voyageur aux
environs de Paris, & P’usage des personnes qui ont
la Flore de Mr. Thuillier, contenant la Carte bota-
nique portative d’E. P, Ventenat, et Petymologie
des genres pnblies par cet anteur dans son Tableau
du regne vegetal. Paris 1803. ı2mo,
Pallot (1. N.) Observations entomologigues tra.
duites. Pars prima: Flora hospilans insecta — in
Millin. Mag, eneycl, ı8ı=. p. 318,
Faucher (Jean-Pierre) Memoire sur les grai-
nes des Conferves, Paris 1800. 4to, — Histoire des
Conferves d’ean douce, contenant leur differens
modes de reproduction et la description de lenrs
differentes esp&ces, suivies de l’histoire des Tremel-
les et des Ulves d’eau douce. Geneve et Paris
1803. Ato, |
Yauquelin (.....) Essais comparatifs sur le Ge-
nista Scoparia et l’Orobanche major in Journ. d. Bot.
Pentenat (Etienne Pierre) Tableau du Regne
vegetal selon la methode de Jussieu. Paris 1699 —
1800. 4 vol. 8vo. — Description des plantes nou-
velles et peu connues, cultivees dans le Jardin de
J,. M. Cels. Paris 1800 — 1814. Livraisons L— X.
in fol. — Dissertatio de genere Arum in Roemer.
Archiv. £ d. Botanik. I. S. 346. — Jardin de la
Malmaison. Paris 1805, — 1805. 2 vol. fol. —
"Choix de plantes dont la plupart sont cenltivees
dans le Jardin de Cels, Paris 1803. — 1808. ı0Li-
vraisons in fol. — Monographie du genre Tillenl.
Paris ı802. Ato, — Note sur P’Aya-Pana in 'Millin
b4
Mag. encycl, 1802. III. 76. -— Decas generum novo-
vum. Paris 1808. 4to.
Vigneus (A.) Flore pittoresgue des environs-.de
Paris, contenant la description de toutes les plan-
tes qui eroissent 'naturellement dans un rayon de
18. & 20. heues de cette capitale; la figure coloriee
de celles qui sont employees en medecine, dans les
arts, dans Y’economie rurale et dans Y’&conomie
domestique; enfin des notices detaillees et raison-
ndes sur leurs diverses proprietes, sur les principes
quelles fournifsent & P’analyse chymique, et sur les
phenomenes de physiologie vegetale quwelles offrent;
renfermant en outre des Elemens de Botanigue, un
Vocabulaire ect. Paris 1812, 40. Supplement 1814.40.
Yiguier (L. G. Alex.) Histoire naturelle medi-
cale et &dconomigue des Pavots et des Argemones,
Montpellier 1814. äto.
Yillars (D.) Catalogue des substances vegetales
qui peuvent servir & la nourriture de l’homme.
Grenoble 8vo, — Me&moire sur la decouverte d’une
nouvelle esp&ce de Hieracium. 8vo, — Catalogue
methodique des plantes du jardin de l’&cole de m&-
decine de Strasbourg, Strasbourg 1807, 8vo. —
Memoires sur la topographie et P’histoire naturelle,
suivis @observations statistiques sur la nature des.
monlagnes, sur les animaux et les plantes micros-
copiques, sur le sang, et sur la fibrine. Lyon 1802.
(5. Regensb. bot. Zeit. 1807. $. 192.) — Memoire
sur les moyens d’accelerer les progres de la Bota-
nique, Paris 1800, 8vo, — (mit Lauth (G,) und
55.
Nestler (A.) Preecis d’un Voyage botanique fait en
Suifse, dans les Grisons, anx sources du Rhin, au
Saint-Gothard, dans le departement du Telsin, le
Milanais, le Piemont, autour du Lac Majeur, sur
le Simplon, au Valais eet. en Juillet, Aott et Sep-
tembre ı811. preced& de guelgues teflexions sur
Putilit& des voyages powr les naturalistes; avec 4
planches. Strasbourg, 1812. 8vo. — Abhandlung
über einige in Frankreich einheimische Arten der
Gattung lllecebrum in Schrader’s Journ, f. d. Bot.
1810. $, 406,
Fincens (Jules Cesar) et Baumes ('T’him.) Topo-
graphie de la ville de Nimes. Nimes 1802. Ato.
Pirey (J. 3.) Dissertation sur la nature des
Philtres et sur Paction des Aphrodisiagies in Millin
Mag. encycl, 5e annee Il. p. 300. — Sur le Du-
daim in Bulletin de Pharmacie 1803.
Vitet pere et fil. Matiere medicale. Lyon
1803. vo. ,
Folney (©. F.) Tableau du climat et du sol
des Etats - Unis d’Amerique, Paris 1803. a'vol. 8vo.
Foyage agronomique en Auvergne. Paris 1803. 8,
Foyage dans l’empire de. Flore; ou El&mens
@histoire naturelle vegetale. Ouvrage alı Von
trouve P’analyse des legons de P’anteur de Ia,Flore
atlantique. Paris 1800. 2 Parties 8vo, (S, Desfon-
taines Erklärung in Schrader’s Journ. f. d. Botanik
1800. I, S, 213.)
Wakefield (Mifs P.) Lettres el&mentaires sur la
Botanique traduites par Octave Segur. Paris 1801.
12mo.
56
Watel (J. H.) Lettre & Mr. le Redacfeur da
Journal de Botanique sur de 'Tussilago in Journ,
de Bot. nl. 171
Wauters (.,..) Essais pratigues sur la Digi.
tale pourpree, sur la Douce - Amere, les fleurs de
Camomille et Pecorce du Chene. Gand 1807,
Willemes (Bemi) Catalogus plantarum horti
botanici Nannetensis, 1809, 8vo. — Phytographie
encyclopedique ou Flore de Pancienne Lorraine et
des departemens eirconvoisins. Nancy 1805, 3 vol,
8vo,—— Fragment sur la Neckeria et la Willemetia 4to.
Yuart (Victor) Coup d’oeil sur le sol, le cli-
mat et V’agrieulture de la France. Paris 1807. $vo.
Zea (...) Sur les moyens de transporter les
Graines des Vegetaux par des semis in Journ, dı
Bot. V. p, 139,
N
Tnaem wit diesen reichhaltigen Beitrag der franzö-
sischen Literatur dem sehr thätigen und kenntnils-
vollen Herrn Reichsgrafen Henckel von Don-
nersmarck, wirklichem Mitgliede der k.. b.
botanischen Gesellschaft, verdanken, bitten wix
zugleich ergebenst um die künftigen geeigneten
Nachträge,
' Die Redaction der Flora.
Zweite Beilage
zur Flora
oder
botanischen Zeitung 1822,
Erster Band
—e
L,Recensionem
1. Monographia generis Potentillarum, Seripsit
Joh. Georg, Christ, Lehmarn, Hamburg |
apud Hoffmann et Campe. Paris apud Treu.
tel et PPürtz, London apud J. H. Bothe, 1820,
4. (301 S. und 20 tabulae aeneae.)
Keitiken über gute Monographien sind immer
eine schwierige Sache. Der Monographist hat Jah- '
ze lang für. die Bearbeitung seines Gegenstands alle
ihm zu Gebote stehenden Hülfsmittel, Beobachtun-
ben; Verbindungen mit Freunden, Reisen, Kor-
respondenz, Bibliotheken u. s. £ benützt, während.
der Kritiker den Gegenstand gewöhnlich nur in der
Verbindung zum Ganzen bearbeitet hat, und daher
höchstens im Stande ist, einzelne Beobachtungen,
Behauptungen oder Vermuthungen zu hestättigen,
selten zu vermehren, oder zu bezweifeln, selten zw '
widerlegen oder zu berichtigen. Es hält sich daher
‚gewöhnlich auch die Kritik an das Allgemeine,
Welches leichter einem begründeten Lobe oder Ta-
3
58
del Raum giebt, und sie verfährt bei dem speciellen
ınchr referirend, als kritisirende Ob nun. gleich
Referent das genus, welches hier abgehandelt wird,
schon längst mit vorzüglicher Aufmerksamkeit stu-
dirt hat, so muls er sich doch hauptsächlich, darad£
beschränken, einen Umrifs des Werkes zu geben und
gelegenheitlich einige Bemerkungen einfliesen zu lassen.
In der kurzen Vorrede vertheidigt sich der Verf.
gegen den Vorwurf, dafs seine Monographie. so bald.
auf das Nestlersche Werk folge. Er habe aber bei
näherer Vergleichung gefunden, dafs auch jetzt noch
die Bekanntmachung seiner Arbeit nicht überflissig
seyn dürfte; und in der That ist seine Schrift keine
Ilias post Homerum, da sie an Vollständigkeit, Kri-
tik und Schärfe der Beobachtungen die seines Vor-
gängers weit übertrifft. i
Die Einleitung erwähnt des Ursprungs des Na-
mens Potentilla und entwiekelt.die Gründe der Ver-
einigung der generum Comarum, Tormentille und
der Fragaria sterilis mit Potentilla, gegen welche
sich um so weniger einwenden läfst, als dieselbe
schon von vielen andern Botanikern angenommen
worden ist. — Es folgen nun weitere allgemeinere
Bemerkungen über die Potentillen; zuerst über den
‘Wohnort und ihre Verhreitung auf der Erde. Sie
lieben vorzüglich die Alpen,sowohl des mittlern, als
anitternächtlichen Europa’s, besonders des östlichen
Asiens; sie springen aber von der niedrigsten Fläche,
wie die Salices, bis auf die höchsten Berge. Eigen
thümlich sind in Europa 26 Arten, in Asien 24, in
Amerika nur 9 und nyx schr wenige sind mehreret
I
Erdtheilen gemein; nur zwei sind in Afrika, und in
Neuholland_noch gar keine gefunden worden, Der
medicinische Nutzen, der früher sehr hoch angeschla-
“gen wurde, beschränkt sich in neuern Zeiten nur
auf die Anwendung der adstringirenden Kräfte der
Tormentille, Etwas ausgebreiteter ist ihr Gebrauch
in der Oekonomie, doch hauptsächlich bei unkulti-
virten Völkern und in pflanzenarmen Ländern. Ue-
bergangen ist der Nutzen der Potentilla anserina
und argentea zur Bindung des Flugsands (efr. Viborrg
Sammlung von Abhandlungen etc. T,UL. p.202. Suc-
kov ökonom. Bot. p-417.) — Die Zahl der Arten
betreffend, so kannte Linne nur 26, MWilldenor 45,
Persoon 57, Nestler 68, Lehmann führt, unerach-
iet er viele von seinen Vorgängern als eigene Spe-
cies angenommene auf andre zurückführt, 88 und
33 zweifelhafte Arten an. In Steudels Nomenchı-
tor sind 106 Arten aufgeführt, zu welchen immer
noch einige angeführt werden können, — Lebens-
dauer, Gröfse, allgemeine Form, Form der Blätter,
und darauf gegründete Abtheilung, Ueberzug der
Blätter, Blattstiele, Blüthe und ihre Theile werden
nun im Allgemeinen durchgegangen. . Seltenheit der
gefüllten Blumen — (auch Hopkirk flora anomala
führt Aur die Tormentilla als gefüllt an) — sie wer-
den es bei den heifsen Quellen von Island, wo
Olafsen die P. anserina und Tormentilla mit vielen
andern Pflanzen gefüllt fand. Der Verf sah nur
die P. pedata zum Theil gefüllt, Doch fand Gagne-
bir (vid. Hall, Hist, U. p-49,) die P. aur&s L. auch
mit gefüllten Blumen auf dem Berg Chameralen.
5 * n
60
Endlich über die Verwandtschaft mit verwandten
generibus Trichothalamus, Fragaria gDuchesnea,
Geum, Sibbaldia, Waldsteinia,
Nach dieser allgemeinen Beschreibung des genus
erwartet man nuu einen kürzern diagnostischen ge-
nerischen Character Der Verf, geht aber darüber.
hinweg, indem er sagt: der generische Character
erhelle von selbst aus dem über die einzelnen Blu-
men und Fruchttheile Bemerkten, wenn es mit den
zunächst verwandten Gattungen verglichen werde, |
deren Unterschiede von einander selbst und von den
Potentillen hinlänglich in den botanischen Schriften
angegeben seye; und es folgt nun blos eine Synony-
mie des genus Potentilla, jedoch ohne Angabe des
generischen Characters der angeführten Schriftstel-
ler; so dafs man nun im ganzen Buche keinen kur-
zen generischen Character von Potentilla findet.
Diese generische Synonyme gehen bis Tournefort,
sind jedoch nicht vollständig. Angeführt sind: Ri-
chard ap. Nestler, Linn& ed, Schreber , Jussieu,
Ventenat, Schkuhr, Lamarck, Gärtner, St, Hi.
laire, Tournefort, Gefsner; zugesetzt können wer-
den: Fragaria, Haller hist.II. p. 44. (vielleicht
‚absichtlich übergangen, da dieser alle Fragarias Lin
und Sibbaldia Lir. mit einrechnet.) Potentilla.
Ludw, gen. 807. Potentilla. Tormentilla. Trido-
phylium. Comarum. Necker*) elem. bot. Il. p 93»
*) Warum wird und, wurde überhaupt dieser wenn
‚gleich paradoxe, aber geniale und scharfsichtige
„Beobachter. 50 ganz nicht beachtet? Gewißs mit
Unrecht, '
m.
6r
‚ Es folgt nun eine. Synopsis speeierum mit der
gewöhnlichen von der Theilung der Blätter herge-
nommenen Ahtheilung. Es ist aber schon früher i in.
der Blora ‚bemerkt worden, dafs diese Abtheilung‘
nicht mehr genügt, um so mehr, da einige fünfblätt-
zige in dreiblättrige Arten überzugehen scheinen
In dieser Synopsis sind 88 Arten aufgezählt, welche
fortan näher beschrieben "werden mit folgender Be.
handlung: ‘Name, Diagnose, Synonyme, Varietäten,
Abbildungen, Wohnort, Beschreibung, Kupfer neuer
noch nicht abgebildeter Arten.
Bei der Benennung ist auf die Priorität der Ent-
deckung die billige Rücksicht genommen. Die Diag«
nosen sind fast alle gänzlich umgearbeitet, so wie
es die Verschiedenheiten und Verwandtschaften der
Arten erforderten. Als hauptsächlich unterschei-
dende Momente sind benützt: die Beschaffenheit des
Stengels (sogar die Farbe, rubens hei obscura, pedata,
laciniosa), der Blätter, der Blumen- und Kelch-
blätter, besonders ihre verhältnifsmäfsige Gröfßse,
selten der Blumenstand,, nie die Beschaffenheit der
Frucht, welche doch ‚bie und da ein gutes Unter-
scheidungsmerkmal liefert. Die Synonyme sind sehr
umständlich bis auf Linne angezeigt, weiter rück«
wärts gehen sie nicht, Es kann diese Angabe der
Synonyme auf der einen Seite zu kurz auf der au
dern äber zu weitläufig scheinen. Jenes ist 'sie,
wenn sie auf Vollständigkeit Anspruch macht; denn
in diesem Falle kann sie sehr bedeutend vermehrt
werden. Es sind z, B. bei P, supina L. angeführt:
Nestler, Hornem, hort: Hafn., Pürsh, Wahlbg. carpı,
62°
Clairville, dit, ‚ Hella, mi a, En., Besser, "Bie-
berst., Pers., Spreng. fl. hal., Dec. fl. fr., Smitk
prod. Gmel. fl. b., Poir. Enc. Mich. ‚Moench meth.,
Suter , Wild. spec. Host syn. "Schrank (Abh. einer
Privatges. etc.) Hoffm. fl. g, Lumnitz, Roth’ lg;
AU. A. p. Pollich, Forsk. Lin. spec- Wenn aber.
diese, warum nicht auch folgende: Reyger fl. ged.,
T. p- 133. nr 2. und II. p. 91, Aetz prod. nr 634. —
Yitm. summa pl. IL. p. 265, Fl. Wett. U. p-245.,
Schultes östr. fl. II. p- 84 Loisel, fl. gal. II. p 300,
Roehl. 2. ‚geEI ‚Pı 298. , Wibel prim, fl. Werth,
p- 352. Noch beirächtlicher könnten die fast zwei
Seiten füllende Citate für,die P. anserina vermehrt
werden, z. B, mit folgenden: Müller il, Fridr. pP 93.
Gmel. fl. Tub. p. 155, Reyger.fl. gedan, p. 91. Wei-
geld. pom. zug. p:95. Gilib, exerc. phyt. pl. Tith«,
7.365. (sub P. argentina.) V/ilm, summ. plant. I
P.263. Huds. Sl. ang. pı222. Wither. brit, pl II.
p-473. Wibel prim. Werth, pı 267, Fl. Weit. II.
p 244, Loisel, A. gal. I. p. 299. Roehl. fl. germ-
pP: 297. Schweig. et Koerte fl. Erlang. T. p 124
Engelberg Flora der Gegend um den Ürspr. der
Donau und des Neckars IV. p 276. *) Schultes.
östr FL 9.83, Henckel von Donnersm, Enum pe
Regiom. p. 1352. Man sicht keinen Grund ein, war“
am jene Synonyme angeführt und diese übergangen
> . “. Pi i ’ .
"N. Unsers Wissens ist seit 1814 von dieser schon
1804 angefangenen Flora nichts mehr erschienem
"Warum ?
63
sind. Haft man mit vollständiger Angabe der Syno-
nyme nicht zugleich den Zweck, die Standorte anzu-
geben, an welchen eine Pflanze gefunden ist,‘ so
wäre es wohl zweckmäfsiger, sie gänzlich zu überge-
ken und nur einige bedeutende Autoritäten anzufük +
ven, Dagegen sollten die Diagnosen derjenigen
Schriftsteller mit aufgenommen ‘seyn, welche eine
abweichende Form" als eigene Species beschrieben
haben, “ pesönders wenn, wie es doch auch in dieser
Monographie der Fall seyni dürfte, nicht so ganz ent-
schieden ist, ob ein angeführtes Synonym blofse Va-
rietät oder eigene Species iste Nehmen wir zB.
gleich die erste P. fruticosa, so kommen hier als’
Synonyme vor I. P. prostrata Lapeyr. 2. P: da-
vurica Poir, 3. PD, glabrata Filld, Hıb. 4 D,
tenuifollia FPilld. Hrb. 5. P. Hloribunda' Pursk,
Sicher würde es aber angenehmer und belehrender’
seyn, die Charactere zu kennen, durch welche die
angeführten Schriftsteller ihre vermeintlichen neuen
Species tom der fruticosa unterscheiden zu müssen’
glaubten, als über eine Seite blofse Citate zu haben,
welche, wenn man ‚die Bücher zur Hand hat, auch
ofne Citate leicht "nachgeschlagen werden können,
im entgegengesetzteh Falle aber ‚von keinem ‘Werth
sind. Zwar äussert der Verf in der Vorrede, dafs
& absichtlich die Diagnosen andrer Schriftsteller
weggelassen habe, weil die Merkmale derselben in“
der Beschreibung vorkommen ünd un den Raum zu
sparen ;'weelthe letztere Rücksicht aber nicht die vom '
herrschende war, wie die vielen halb und Yast gan"
lerten "Seiten bewißlen: 4 wi me nor malt
64
. Dafs bei den Citaten der-Beschreibungen..auf die
Litteratur vor Linne keine Rücksicht genommen ist,
mufs freilich, da man sich gewisse Gränzen setzen
zuufs, wo nicht Billigung doch Entschuldigung fin-
den. Da übrigens gerade die Nachweisungen in den
ältern Schriftstellern ‚mehr Schwierigkeit haben, sp
dürfte die Angabe derselben wenigstens in so weit
von Monographisten am ersten erwartet werden, als
sie mit Sicherheit gegeben werden können, Die Ab- "
bildungen sind vollständig auch mit Berücksichtigung
der. Litteratur vor Linne angegeben und meistens
noch ein kurzes Urtheil über den WVerth, derselben
(icon optima, bona, mediocris, mala) beigefügt,
‘ Die Standorte sind vollständig angegeben, die
Beschreibungen nach der Natur entworfen, und eige-
ne 'schätzbare observationes machen noch auf die
Verschiedenheiten und Abweichungen aufmerksam: .
Was endlich die Kupfertafeln betrifft, ‚so sind
auf deren 20 eben so viele Arten vorgestellt. Sie
sind von Guimpel gestochen, der Stich ist rein und
deutlich, mur sind einige Tafeln in des, Referenten
Exemplar zu hlafs ausgefallen, z. B. tab..2. 10: 18,
über deren Treue er übrigens nicht urtheilen kann 4,
da, ‚er. blofs die P, Güntheri und hirta kennt, welche
nichts zy wünschen übrig lassen _ ne
Was Druck und Papier betrifft, so, , sind sie, gut,
letzteres. übrigens (wie ‚bei fast allen deutschen
‘Werken), wenn es mit dem Papier, welches die
französischen und’ die, in diesem. Stücke, ‚zu, "ver-
schwenderischen ‚ englischen Verkeger wählen, 2» vo
glichen wird, zu dünn, Ausser, den auf zwei, Seitgn.
a uno
65
angezeigten Druckfchlern sind, besonders in den Ci-
taten, sehr viele stehen geblieben, wir wählen
2. B. zufällig p.42. wo: Lı3. Tr, statt Pr. 1.15. be-
real. — statt boreal. Am. 1.16. Maench statt Moench.
117. P. statt P.2. 1,20. H. statt Fl, 1,23. Pl, statt
El. stehen .
So viel im Allgemeinen über diese in mancher
Hinsicht ausgezeichnete Monographie. "Weiter ing
Einzelne zu gehen, verbietet der Raum. Die be-
kannten Species sind vollständig aufgeführt, nur hät-
ten zu den zweifelhaften noch folgende gefügt wer-
den können: P. groenlandica und P. pulchella A.
Brorn in Ro/s Entdeckungsreise. P. heptaphylia
Mill. ar. 9, Foliis septenis quinatisque, foliolis pin-
nato-incisis, taule erecto,ramoso mit dem Synonym:
Quinguefolium quod pentaphyllum seu potius hepta-
phylium rectum caule rubro hirsuto. Hort, Cathol.
Diese kurze Beschreibung würde auf P. laciniosa
W, et Ei. passen. Sollte sie diese. nicht seyn, so
möchten wir die Vermuthung wegen, dafs sie die,
auch in Gärten vorkommende, von Hrn. Prof. Hoppe
bei Triest gefundene und mit P, pedata verwechselte
Art ist, Müller giebt Italien und Sieilien als Wohn-
ort der seinigen an. — P. Lindackeri Tausch, P.
thuringiaca Bernh. sind dem Referenten nur den
Namen nach bekannt. Von Schleichern besitzt er
eine P. debilis, welche er auf keine der in dieser
Monographie beschriebenen Arten zurückführen kann.
Die Diagnose würde seyn: Foliis quinatis radicali-
bus et caulinis infimis, superioribus ternatis, folio-
Us cuneiformibus, ad medium inciso serratis, ad
66
basin integerrimis, simplieiter pilosis , caule adscen-
dente piloso , petalis cordatis calycem superantihus.
Man kann diese Art als eine größere Varietät der
P. erocen Schleich (efr. Fl. p. 705.) ansehen. Die PB
Haäynei Roth nova plant. species p- 255, konnte dem
Verf. noch nicht bekannt seyn. P. umbrosa Stevere
Sin Sten Theil der fl. tauf. cauc. von Bieberstein war
38i4 schon bekannt und fehlt ebenfalls noch. '
id 3
2. To be continued monthly: Cöllectanea botanica;
. or figures and botanical illustrations of rarg
and eurious, exwotic plants, chiefly ecultivated
in the gardens of Great Britain. By John.
Rindley, F.L. 5 ‚et S., London 1821. . 3
"Unter diesem Titel erscheint, seit dem Monat
April von dem, durch seine Monographie der Gal-
tungen Rosa und Digitalis, so wie durch seine mit
treflichen Bemerkungen bereicherte englische | Ueber-
setzung von Richard’s Analyse du Fruit etc , auch’
den deutschen Botanikern rühmlichst bekannten Ver-
fasser, ein neues hotanisches Prachtwerk, wie es
nur England hervorzubringen im Standeist,.
Nach einer auf dem Umschlage « eines jeden He
tes ahgedruckten Anzeige ist es der Plan des Verk,
seltene, schüne oder merkwürdige Pflanzen, welche,
gegenwärtig in den englischen Gärten cultivirt wer-.
den oder die doch in dieselben eingeführt zu Wer“
den verdienten, durch mözlichst treue Abbildun-
gen bekannt zu machen, Die Zeichnungen "macht
67
_ der Verf. selbst und die Abbildungen sollen eine
möglichst vollständige Zergliederung der Fruchttheile
enthalten f wodurch der Verf. hofft, seinem Werke
einen ganz besonderen, es vor Ähnlichen Unterneh-
mungen auszeichnenden Werth zu geben. Jeder Ab-
bildung soll eine Seite Text beigegeben werden, wel«
cher die Beschreibung der ahgebildeten Pflanzen, so
'wie ausführliche Erläuterungen über Vaterland,
Standort, Cultur und sonstige merkwürdige Eigen- \
schaften derselben enthalten und zugleich als Einlei-
lung zur Kenntnifs der Organisation der Pflanze die-
en soll. Es sollen nur solche Pflanzen abgebildet‘
werden, die entweder noch gar nicht oder doch nur
‚ wnvollkommen abgebildet sind, und der Verf. hofft
durch die bereits gesammelten Materialien‘, so wie
durch die Versprechungen seiner zahlreichen Freun-
de im Stande zu seyn, eine ununterbrochene Reihen-'
folge zu versprechen. 0
Monatlich erscheint ein Heft in grofs Regalfolio
mit fünf Kupfertafeln und eben so viel Seiten Text;
zehn Hefte machen einen Band. Der Preis eines je-
den Heftes mit schwarzen Abbildungen ist 8 Schill.,
eolorirt ı2 Schill. '
Diefs der Plan, — Wir haben die fünf ersten
Hefte gegenwärtig vor uns liegen "und kölnen dem’
gelehrten Verf. das Zeugnifs geben, dafs er nicht
hinter den durch seine Versprechungen erregien Er-
wartungen zurückgeblieben, sondern dieselben eher
noch übertroffen hat, indem dieses Werk alle ähn-
lichen Erscheinungen an Treue der Zeichnung, Schär-'
Te des Stichs und Sauberkeit der Hlumination so-
68
wohl, als durch Genauigkeit der Beschreibungen,
Reichhaltigkeit interessanter Bemerkungen und Ele-
ganz des Drucks und Papiers weit hinter sich zurück-
läfst, durch die zahlreichen und genauen Zergliede-
rungen aber einen wahrhaft elassischen Werth er-
hält. "Wir hoffen dieses Urtheil am befsten dadurch
zu bestätigen, indem wir den Inhalt, wenn auch für
diefsmal nur des ersten Heftes, im wesentlichen mit
theilen. _
. Tab. ı, Bromelia fastuosa Lindley *).
. „Diese wegen der herrlichen rothen Farbe der in-
‚nern Seite.der Blätter und der zahlreichen schön ro-
senrothen Blumen, weiche sehr lange immer durch
frische ersetzt werden, äusserst prächtige Pflanze,
wurde vor 8 Jahren von Arn. Lambion in Mexico
gefunden, in dessen Treibhaus dieselbe im Herbst
2820 zum erstenmal Blumen brachte. Die herrliche.
rothe Farbe der innern Seite der Blätter geht erst
mit der Pflanze selbst zu Grunde. Der Verf glaubt,
dafs diefs dieselbe Pflanze sey, welche durch vor
Humboldt auf der 41. Tafel des Atlas pitloresque
abgebildet ist und wenn sich diese Vermuthung be-
stätigt, so wäre dieselbe also auch in Neugranada.
gefunden worden. Die Blüthentheile sind durch 6
Figuren dargestellt. Früchte hatte die Pflanze noch
nicht angesetzt, der Verf. glaubt aber , dafs sie nur
zur Zierde derselben gereichen würden.
2. Trizeuxis faloata Lindley.
Diese niedliche Pllanze blühte zuerst im Juli 1820
*) Con& Sylloge pag. 37. seg.
69
in Hra. Grifins Garten, unmittelbar nach ihrer
Ankunft von Trinidad.
Nachdem der Verf. die Vorzüge der Orchideen
“gehörig gewürdigt, verspricht er in jedem Hefte we-
nigstens eine Species dieser Familie zu liefern und
sugleich Mittheilungen über die Kultur derselben,
wodurch "jede Schwierigkeit sie au erziehen ver-
schwinden soll, und man sie in Zukunft eben so leicht
würde erziehen können, als die gemeinsten Pflanzen
unserer Treibhäusen. .
Die vergröfserten Blüthentheile sind in 8 be-
sonderen Figuren vortrefflich dargestellt.
T. 3. Rhaphiolepis rubra Lindley.
Der Verf. macht beiläufig auf die trefflichen
leider! zu sehr vernachläfsigten beiden goldnen Re-
geln Linne’s aufmerksam, dafs man die Charactere'
der Gattung von der Gattung, nicht aber die Gattung _
nach einer Anzahl willkührlicher Charactere bestim-
men müsse. Diesem Grundsatze zufolge sonderte er
mehrere Arten der Gattung Craiaegus Linn. ab,
welche sich sehr wesentlich von Cratacgus unter-
scheiden. Unter andern stellte derselbe die Gat-
tung Rhaphiolepis aus Crataegus indica Linn. ge-
bildetauf. Den Namen C. indica scheint man seit-
her auf sehr verschiedene Pflanzen angewandt zu ha-
ben, welche so hinreichend verschieden sind, dafs
man sie als eigene Species betrachten kann, und es
ist jetzt, nach des Verf. Meinung, nicht so leicht zu
bestimmen, welches die Art ist, die Linne als
Crataegus indica aufstellte, Loureiro unterschied zu-
erst 2 Arten, und Exemplare von seinem C., indica
70
finden sich in Banks Herhario aus Macao, aber
nicht in den englischen Gärten. Die gegenwärtige
Abbildung ist von einem Exemplar in dem physika-
lischen Garten zu Chelsea genommen und ein Exem-
plar findet sich in Banks Herbario aus China,
Ausser diesen giebt es noch verschiedene Pflan-
gen unter diesem Namen in den Gärten um London,
welche verschiedene Species bilden; zu diesen ge»
hört ein Strauch, welcher durch die Gartengesell-
schaft eingebracht und vorläufig, als Crataegus in-
diea mit einer guten Abbildung von Ker in dem
Botanical- Register bekannt gemacht worden ist,
Diese Pflanze, welche der Verf. Rhaphiolepis phae-
ustemon zu nennen vorschlägt, unterscheidet sich
von Rhaphiolepis rubra, indem sie ausgebreitete
zothe Stamina, welche länger, als der Kelch sind
hat, und durch viel längere Blätter. In derselben
Sammlung findet sich eine 4te Species mit laugen
weidenartigen Blättern, welche der Verf vorschlägt,
Rh. salicifolia zu nennen.
Die Abbildung der Frucht auf dieser Tafel ist
nach einem Exemplar in Banks Herbario gemacht,
es ist aber vernachläfsigt worden zu bemerken, von
welcher besondern Species.
In den englischen Gärten werden diese Pflanzen.
‚nie höher, als kleine Sträuche, Loureiro beschreibt
sie aber als grofse Bäume und.erzählt, dafs das Holz
seines C, indica wegen seiner Zähheit zu Rudern
und Sparren, bei welchen Festigkeit und Elasticitäl
erfogdert wird, benützt werde,
.-
‘ ‚
71
‚ Die Blüthen- und Fruchttheile sind theils ver-
gröfsert, theils in natürlicher Gröfse durch ı4 Figu-
ren dargestellt,
T. 4 File muscosa Lindley.
Gleicht.so wenig der Parietaria, zu welcher
sie Linne, als Urtica, zu welcher Gattung sie
Swariz zog. Der fleischige, höckerige innere Ein-
schnitt der weiblichen Blume, verbunden mit. eini-
gen andern Eigenheiten des Baues, bestimmte den
Verf., diese Species als Typus einer neuen Gattung,
zu welcher Urtica Herniarioides nnd Trianthemoi-
des, nebst einer Aten Species, welche durch vor
Rohr aus Westindien gebracht worden ist und sich in
dem Banksischen Herbario befindet, gezogen werden,
Herniaria lucida aguatica von Sloane scheint dem.
Verf. mit Bestimmtheit zu P. Trianthemoides zu
gehören.
Der Verf. bemerkte die hier abgebildete Art
zuerst in dem Treibhaus des Grafen de Vandes at
Bayswater, Swartz sammelte sie auf Wällen in
Westindien häufig. — Es ist diese Pflanze die Parie-
taria prostrata Hort. berol. Spreng. in Nov, pro-
vent. p.30,, welohes Synonym der Verf, nicht au-
"geführt hat.
Der 2te Punct der Anheltung des Ovulunzs, von
‚ welchem man annimmt, dafs erin dem reifen $aa-
zen durch das Micropyl' angezeigt werde, ist bei
dieser Pflanze an dem Ende des Ovulums, welches
am weitesten vom Nabel entfernt ists Dadurch wird
eine zuegst von St, Hilaire gemachte Bemerkung bes
72
stätigt, dafs nämlich, wie das Würzelchen immer
gegen das Micropyl gedreht ist, seine künftige Rich-
tung wahrscheinlich durch den sten Anheftungs-
_punct des Ovulums bestimmt wird. i
5. Pterospora Andromedea Nutall,
Nutall, der diese Gattung zuerst beschrieb, scheint
schr unvollkommene Exemplare vor sich gehabt zu
haben, denn er beschreibt seine Pflanze, als gänzlich
. blattlos, da doch allerdings Blätter, welche in Ge-
stalt von Schuppen den Stamm umfassen, gegenwär«-
tig sinde — Die gegenwärtige Abbildung ist nach
Exemplaren gemacht, die von John Gouldie in der
Nähe von Quebeck gesammelt wurden. Die Pflanze
kömmt auf Torfboden vor, und ihre niedlichen Blu-
men, so wie der eigene Habitus machen sie zu einer
nicht zu verachtenden Zugabe unserer Reichthümer
aus jenem Welttheil. Nutall rechnet sie zu den Mo-
notropeen, welche man, nach des Verf, Meinung,
„besser Pyroleen nennen könnte, zugleich mit Mono-
tropa, Hypopitys und Schweinilzia, schliefst aber
Pyrola ohngeachtet ihrer offenbaren Verwandt-
schaft mit diesen Gattungen und besonders mit Pie-
Tospora, von dieser Familie aus, Nutall hat aber
den Saamen nicht beschrieben, welcher gerade die
nahe Verwandtschaft mit Pyrola bestimmt und aus-
ser allen Zweifel setzt, dafs sie bei einer natürli-
chen Anordnung neben einander stehen müssen,
Der Embryo ist sehr klein und anscheinend unge-
theilt, wie Gärtner ihn bei Pyrola beschreibt,
auch findet er sich wie bei Pyrola auf der Äusser-
sten
73
x
sten Seite des Heischigen Albumens; aber die Beob-
achtungen des Verfs. über den Saamen der Pteros«
pora weichen in mancher Hinsicht von denen, die
der gelehrte Gaeriner über Pyrola bekannt gemacht
hat, ab. Dieser hat den Embryo der letztern be=
schrieben und abgebildet, als an dem Ende des Saa-
mens liegend, welches dem Hilum zunächst istz
nach einer besonders genauen Untersuchung des
Saamens der Pierospor@ die der Verf vorgenom-
men, scheint ihm der Bau derselhen gerade enige-
gengesetzt zu seyn und der Embryo auf der äusser-
sten Seite des Albumens®, welche von dem Hilum
am weitesten entfernt ist zu liegen. Nichts desto=
weniger ist aber der Bau des Saamens der Pyrola
dem der Pierospora in anderer Rücksicht so ähnlich,
dafs bei dem Verf. kein Zweifel über die völlige
Achnlichkeit ‚des Saamens obwaltet und er ist des=
‚halb geneigt, eher die Richtigkeit seiner und Gärk«
rers Beobachtungen zu bezweifeln, als die Aehnlich-
keit der beiden Genera, besonders da er seine Um«
gewilsheit durch die ausserordentliche Kleinheit dex
Theile, von welcher der hoch kleinere Character
abgeleitet ist, gerechtfertigt glaubt, Er bekennt mit
empfehlungswerther Bescheidenheit, dafs die be-
wundernswürdige Genauigkeit Gaeriners und die
Achnlichkeit zwischen Pyrol& und den Ericeen ihn
fürchten läfst, geirrt zu haben; aber da er den Saa«
men von Pierospora zu wiederholten Malen auf das
sorgfältigste untersucht, und nie Gelegenheit gehabt
hat, den Saamen von Pyrola zu zergliedertn, so glaub
“w seinen Zweifel, so wie sein Bedimem, der Ge
Ö
74
genstand des Streits unentschieden lassen zu müssen,
freimütlig bekennen zu können.
Die Monotropeen unterscheiden sich nach dem
Verf, leicht und hinlänglich, durch ihren eigen-,
thümlichen Habitus, durch ihre geflügelt geschwänz-
ien Saamen und durch den feinen Embryo, welcher
auf der äussern Seite eines Heischigen . Albumens
sich befindet.
Die Blüthen- und Fruchttheile sind durch ı9
Figuren vergrößsert und vortrefflich dargestellt.
« Dr, Hornschuch
3, Siystema mycologicum, sistens fungorum or«
dines, genera et species, quas ad normam
meihodi naturalis determinavit , disposuit 'al-
que descripsit Elias Fries, Acad. Carol,
‚Adjunetus, etc, etc. Volumen I. Lundae 1821,
LVIL et 520 pagg. in 8, Sumit. aut,
* Je mehr der Rez. mit einer gewissen Vor-
liebe einst seine Studien dem Reich der Pilze zuge-
wandt halte, um so näher und erfreulicher berührt
ihn das eben erschienene \Verk des gelehrten Schwe-
den, der mit anderen gleichgesinnten und thätigen
Männern, Thunberg, Agardh, Wahlenberg, MWik«
siröm und Vielen, die vielleicht nur dem Rez
minder bekannt geworden sind, seinem Vaterland
kräftig das schöne, von Linne ererbte Vorrecht
‚schirmt, durch Kraft der YYahrheit und innere Trei-
en
75
lichkeit seiner Gesetzgebung auf dem Gebiete der
Pflanzenkunde die zwanglose Gellung des Vater-
rechts zu verleihen. Lange hatten wir uns der Em
wartung dieses Werks gefreut, sein Auftreten hat
die Erwartung überboten und das Verlangen nach
den heiden folgenden Theilen gesteigert, die, wie
dieser Erste die Hut- und Keulenschwämme be«
schreibt, sich in die übrigen Hymenomyeeten und
Gasteromyceten einerseits, andererseiis in die Hy«
phomyceten und Coniomyeeten theilen sollen.
Da eine ausführliche Analyse und Beurtheilung
des ganzen vorliegenden Bandes.bei dem Reichthum
des Inhalts alle Grenzen einer Rezension zersprengen
würde, so wollen wir uns für heute nur auf den
Plan und die Einrichtung des Werks und auf die
LI Seiten lange Einleitung beschränken. Ueber
Einzelnes der systematischen Ausführungen mag der
tägliche Gebrauch, (den wir Jedem angelegent-
lichst empfehlen,) so wir leben, auch Einzelnes zu
Tage fördern.
Der Leib des Werks ist eine systematische Be«
schreibung aller bekannten Pilze der Erde, durch
Diagnosen scharf gegründet, — durch eine kritisch
gesichtete Synonymik, deren Verdienstlichkeit Jeder
bald fühlen wird, wenn er versucht, ihr nachzuge-
hen, historisch augeknüpft, — durch genaue nicht
wortreiche Beschreibungen anschaulich gemacht. $o
ist der Leib schon für sich das bequemste und wohl-
gerathenste Handbuch. Bei einer streng methodi-
schen Gliederung gröfserer Gattungen konnten die
Merkmale, welche die Stelle bezeichnen, aus dem
6*
76
Definitionen weggelassen werden; daher sind diese
kurz und auf wenige Momente beschränkt, alle sind
neu. Aber die Klarheit und Consequenz der glie-
dernden Prinzipien ist jedem bald so gegenwärtig,
dafs er keine Definition lesen kann, ohne jene zu«
gleich mit aufzuschauen. So ist ein wichtiges Mo-
ment der Kürze gewonnen. Die Wahl der Synony-
me, die Form der Beschreibungen, der compen-
diöse, doch wohlgefällige, nur, leider! nicht ganz °
correcte Druck, die möglichste Kürze des lateini-
schen Ausdrucks vollenden, was Bequemlichkeit und
Sparsamkeit der Leser fordern können. Für die Sy-
nonymik hat der Verfasser alles Bekannte benutzt;
er ist auf die bisher vernachläfsigten Alten 'mit Er-
folg zurückgegangen, und kann sich in Hinsicht auf
die ‚Spätern rühmen: „Nullam pro nova venditatam
speciem, apud Schäffer, Bulliard, Batsch, Bolton,
Sowerby, Holmskiöld, in Flora Danica etc, nisi
lapsu ealami, omisi. Reliquorum auctorum species
plurimas extricavi, Schumacheri aliorumgue ex au«
ctorum iconibus ineditis cognosco, Tantum species
Fillarsü et Oltonis oh mancas descriptiones parum
eurare potui.“ Ein Mangel scheint das Uebergehen
der Synonyme im Register, den der Verfasser aber
dadurch entschuldigt, dafs eine solche Erweiterung
des Registers dieses fast auf zwei Drittheile des
‚Werks. selbst ausgedehnt haben würde. Fr ver
spricht dafür, (und möge es doch ja erfüllen!) einen
in chronologischer Ordnung abgefafsten kritischen
Commentar über alle mykologischen Werke, der
die Stelle einer Bibliotheca mycologica vertreten
77
und bei dem Gebrauch jedes Kupferwerks zur Hand
genommen werden könnte. Den Reichthum des
objectiven Inhalts zu erweisen, führen wir aus dem
Paragraphen, der das Geschichtliche der Gattung
dgarieus begreift, Folgendes an: C. Bauh. nennt
60 Arten, — Tournefort hat 2 Gattungen und 87
Arten, Micheli 6 Gattungen und fast 800 Arten, —
Linne zählt 3 G. 50 Ar, — Gleditsch 2G. 44A,—
Persoon in der Synopsis 9 G. 685 A., — Link
15 G. — Fries 4 Gattungen des ersten, 4 des zwei-
ten Rangs, über 1000 scharf bestimmte Arten und
eben so viele noch zweifelhafte, die vorläufig aus
Mangel hinlänglicher Beobachtung zu, anderen be-
kannten Arten gezogen wurden.
Durch diesen wohlgenährten Leib zieht sich
aun, wie eine unsichtbare Seele, ohne den, der
sich des Systems nur als Register bedienen will, im
geringsten zu stören, der darin verkörperte Geist
des natürlichen Systems, der sich bei der Eröffnung
der Einleitung mit Linne’s Worten ankündigt:
Systema naturale Botanices Finis. Die Einleitung
selbst giebt ihn auch als das Principium Botanicks zu
erkennen, und wenn sich die Abtheilungen des Sy-
stems einerseits auf zufällig scheinende Formen und
Theile der vorhandenen Pilze gründen, so fliesen
diese auf der andern so unmittelbar mit gleichen
aus einer höheren Naturanschauung geschöpften Ur-
differenzen zusammen, dafs man eben so gut sagen
könnte, das System des Verfassers selbst sey aus ei-
ner philosophischen Construction, als, es sey aus
einer empirischen Abstraction hervorgegangen, ‚Die
76
Einleitung ist bestimmt, den Leser hierüber zu
orientiren, und wir wollen nun versuchen, ihr in
einigen Hauptzügen zu folgen- Da sie selbst aber
nur ein, fast mit Wortkargheit geschriebener Aus-
zug aus der ideenvollen Naturanschauung des Ver-
fassers ist, so müssen wir im Voraus für manche
fühlbare Lücke dieses Versuchs die Nachsicht unse-
rer Leser in Anspruch nehmen.
I. Von dem Bau des Systems.
‘Wenn die künstliche Methode einfache Reihen
sucht, so mufs dagegen das natürliche System sich
bewußt seyn, dafs es nicht blofs auf die Differenz
des einen Besonderen vom andern Besonderen füh-
ren, sondern dafs es vielmehr durch die Stelle jedes
Einzelnen zugleich seinen ‘Character oder die Art,
wie es im Ganzen ist, ausdrücken solle. Da jedes
Besondere, als Besonderes, nur durch seine Form
ist, das Ganze aber nur als alle Besonderheiten Exi-
stenz hat, so muls die Stelle dadurch für das Beson-
dere charakteristisch werden, dafs sie zeigt, wie
die besondere Form des Einzelnen die Verhältnisse
desselben zu allen andern Besonderheiten, oder zur
Existenzform des Ganzen, ausdrücke, So ist die
“ Species die einzige fixe Idee der Natur und für sich
ein Besonderes und Gesondertes, Was aber dem
System angehört, als Sippe, Ordnung, Classe, ist
zur in seinem Centrum geschlossen, durch die Pe-
ripherie aber in der harmonischen Berührung mit
dem Ganzen, indem es dieselben Relationen, durch
welche das Einzelne seine Form erhält, wieder in
79
mehr oder weniger hervorgebildeten Einzelnheiten
(Individuen) ausstrahlt.
Die wesentlichen Lebensverhältnisse eines Orga-
nismus sind aber in demselben dargestellt als Orga-
ne, woraus folgt, dafs sich die Glassen des natürli-
chen Systems in ihrer Sonderung verhalten müssen ,
wie die Organe. Jedes Hauptorgan, ein Grundver-
hältnifs des organischen Reichs andeutend,, bestimmt,
eine Classe,
Da aber in jedem Einzelwesen eines Reichs alle
Organe, nur in einem relativ verschiedenen Maalse,
der Ausbildung (in quantitativer Differenz,) sind, so
drückt sich in dem so gestellten Ganzen der Classe
wieder das individuelle Ganze durch die relative
Stufenleiter der Herrschaft der übrigen Organe un«
ter dem Grundeinflußs des waltenden Organs aus;
das nächst diesem mächtige Organ bestimmt die
Ordnung, das dritte eine dritte Stufe, u, s. w. So
stellt das natürliche System in jeder Classe alle an«
deren, in allen zusammen die „allgemeine Harmos
nie der Charactere , d. i. die Ferwandtschaft“ dar
Durch die Stelle, die jedes Einzelne in seiner Classa
einnimmt, wird sein Verhältnifs zu allen übrigen
bezeichnet, und hätte man z. B. in einem Reiche 4
Hauptorgane, Ar B. C. D., so würde durch die
Formel ArC D B in der Classe A die Ordnung G
die Eigenschaften der dritten Classe, die Stufe D
wieder in dieser Ordnung die Qnalität der 4. Classe,
endlich die Stufe B dieser Siufe wieder die der %
Classe hervorbilden, so, dafs A A A A die 4 ersten
Stufen in ihrer Unterordnung bezeichnete. - Wir
. Bo
‚mufsten an diese Bestimmungen, worinn der Ver
fasser Okens Vorgang folgt, ausdrücklich erinnern,
‚weil die Art, wie er an die hier allgemein bezeich-
‚neten Stellen bestimmte Zeichen setzt, eine derschön-
sten Seiten seines Systems ausmacht.
Ein Hauptsaiz, welcher aus dieser. Gonstruelion
des Systems folgt, ist, dafs jede Classe, und so jede
weitere Abtheilung, in derjenigen Unterabtheilung,
die ihren eignen Charakter ausdrückt, ihr Centrum
habc. Hier sondert sie sich am schärfsten von den
anderen Classen, hier ist der geringste Wechsel der
Formverhältnisse im Einzelnen, weil das herrschen+
de Organ sich gleich bleibt, bier sind die artenreich-
sten Gattungen zu Hause, hier siud die Arten einan-
der am meisten ähnlich. Die peripherischen Stufen
zeigen sich dagegen immer differenter,, artenarmers
bestimmter. So bilder Agaricus das Centrum sei
ner Classe, Daedalea schwankt im Ucbergang,
jene Gattung ist berühmt wegen der Achnlichkeit
ihrer Arten, kaum aber lassen sich in ihr, bezogen
auf das Hauptorgan, das Hymenium, so viele subal«
terne Gattungscharaktere auslesen, als in der letzte-
zen, die nur wenige Arten zählt. Klar ist, wie die
Vebergänge und Vergleichungen in diesem System
anzustellen sind. Nicht gehen nämlich die oberen
Stufen einer relativ tieferen Classe in die unteren
- der nächsten höheren über, sondern umgekehrt, die
höheren jener in die höheren dieser, und das W&
sen des Systems beruht‘ sonach auf der Darstellung
der Parallelen. Folgendes dient zum Beispiel. In
der Classe der Hymenomyeeten sicht die Ordnung
81
der MZymenom. Hymenini im Ganzen höher, als
die der Hym. Uterini, Darans aber folgt nicht,
dafs die Gattung Clavaria, welche auf der tiefern
Stufe der H. Zymen, steht, für sich vollkommner
sey, als die Gattung Helvella, die auf der Höhe der
H Üter. vorkömmt, sondern es Äindet vielmehr das
Gegentheil statt: Wohl aber ist Agaricus, auf der
Höhe der Aymenini, in sich vollendeter, als Hel-
vella. Es ergibt sich hieraus von selbst, dafs der
Begriff der Gattung streng genommen werden müsse,
aus Prinzipien nämlich, nicht nach dem Bedürfoils
der Zahl des Systems, wie leider! nicht selten der
Fall ist. Müchtig unterscheidet der Verfasser vier
Moditicationen des Gattungsbegriffs von verschiede-
ner Geltung: 1. Gen. originarium, das ein wesent-
liches Organ zum Grunde hat, wie Agaricus die
Lamellen, Ross den Kelch als Fruchtboden etc.
2. Gen, intermedium,, das 2 reine Genera verbin-
det, wie Daedalea Agaricus und Polyporus, Ro-
bresia Carex und Seirpus etc, 3. Cen, subordi-
nantia, die den wesentlichen Character einer reinen
Gattung durch Rücksicht auf Nebeneigenschaften
weiter abtheilen. So gehen aus Parmelia Leca-
nora, Borrera, Cetraria hervor, aus Anemone
Hepatica, und Pulsatilla ete.; der Verf nennt die-
se Stufen Tribus. 4. Gen, aberrantia , die sich auf
Vermehrung oder Verminderung der Normalzahl
oder auf andere, der Ordnung heterogene Merk-
male stützen, -
82
II. Bestimmung der Begriffe: Verwandtschaft
und Analogie.
Die Natur. drückt in jeder nothwendigen Evo-
- Iutionsstufe, durch welche sie erscheint, dieselbe
: Einheit der Idee, welche ihr Wesen ist, au» Der
"Wiederschein der Idee, wodurch wresentlich ver-
schiedene Stufen einander abspiegeln, gibt die Rei-
hen der Analogien, aber die Gliederung, durch
welche sich innerhalb eines wesentlichen Kreises
dieselbe Idee entfaltet, erscheint als Ferwandi-
schaft (aßinitas). Die Hauptsonderung selbst aber
ruht äuf kosmischen Grundverhältnissen, die sich
in den wesentlichen Differenzen der Substanz selbst,
fixirt, enfgegentreten. Wollten wir mit Linne das
natürliche System einer Landsharte vergleichen, so
könnten wir die Ferwandischafien als Grade der
geogr. Länge, die Analogien als Grade der geogr
Breite betrachten, So sind Sphaeria und Hyste-
rium verwandt, Sphaerie und Perrucaria aber
anulog, eben so sind Uredo und Puceinia, Melan-
conium und Stilbospora verwandt, aber Uredo
und Melanconium sind analoge Auch bei höheren
Vegetabilien fällt dieser Unterschied in die Augen:
‚Verwandt sind
Calieiflorae Thalamiflorae
Rosavese Pa Banunculaceae
Salicariaeı v0.» analog Papaveraceae
Leguminosae . , mit . . Crueiferae
Frangulaceae . . ee. . Berberidese
Portulacceae, Cras-| . ._ Caryophyliacese
sulaceae. et Droseracene ec
83
III Fon der Verwandtschaft und Verschieden-
heit des Pilzreiches,
Hier bricht überall die schönste Durchschau-
ung Ues Gebiets hervor. Wir dürfen nur Weniges
ausheben. Wie dasganze Gewächsreich in 2 Haupt-
gruppen, Cotyledoneae und Acotyledoneae, zer-
fällt, so trennt sich die der letzteren wieder in
zwey Hauptglieder, von denen das tiefere die dnan-
drae Link, — Pilze und Algen, — begreift. Nie-
mand aber wird durch dussere Merkmale der
Form beyde, Pilze und Algen, zu sondern vermö-
gen, so wenig als wir im Stande sind, die vegeta-
bilische und die animalische Monas der Form nach
zu unterscheiden. Der allerdings sehr bedeutende
äussere Unterschied , dafs bei den Algen der Thallus
wesentlich, die Fructilieation aceidentell, bei: den
Pilzen aber das Ganze selbst, Frucht und Thallus,
aur accidentell sind, ist selbst doch nur relativ und
vergleichungsweise zu verstehen. Aber das wesent“
liche innere Moment .der Vegetation bestimmt den
Unterschied: die Algen (Protophyta) bedürfen der -
Dammerde nicht, Wassergeborne, steigen sie als
Flechten, erstarrend, ans Land. Algen und Flech-
ten sind unter sich wandelbar. (Wir möchten auch
hier die ursprüngliche und prästahilirte Wandelbar-
keit behaupten, die sich recht gnt mit dem Gesetz
der Aflinität verträgt, dagegen wir die zeitliche und.
endliche Verwandlung in Zweifel zichen, nicht, in
so fern sie in der Erscheinung beobachtet wird,
sondern in wiefern wir das Uebergchende fälschlich
04
für ein Fixirfes nehmen und den UVebergang für zu-
fällig halten, da doch das Uebergehen mit zu seinem
"Wesen gehört, ‘obwohl es durch äussere cosmische
Einflüsse gehemmt werden kann, wie ja viele Saa-
men im Keimen sterben, viele Pflanzen vor der
Blüthe, — viele Mooskotyledonen nicht zum Moos
aufsteigen, sondern als Conferven ausgehen u, s. w. —
Die Pilze, (Hysterophyta) setzen die Vegetationen,
voraus und gehen aus dem Untergang derselben her-
vor; sie heben alsa eine neye Reihe an, wie die En-
tozoen unter den Thieren, und wie sich die Infuso-
rien zu jenem verhalten, so verhalten, sich die Mu,
cedines zu den übrigen Pilzen, Wo der mit Liche«
nen besetzte Ast fault, stirbt der Lichen, keimt den
Pilz. Aber zwischen Algen und Pilzen bildet die
Natur, nach dem gleichen Gesetz vor und rüickschrei-
tend, eine Analogieenparallele. Wir wollen diese
Reihen ausziehen:
Fungu Algas
Epiphytae, Mucedines, ı Chlorococcum,
Gymnosporangium, Nostoec,
Geotriehum, Diatoma,
“deremonium, Waucheria,
Syzygites Ehrenb,, Zygnema,
Byssus, - Öseillatoria ,
Dematium, Seytonema;
Alternaria, Lemanee,
Plegmatium, - | Ceramium ,
Arlosiroma , Codium,
Antline, Zonaria,
Rhizomorp ha, Fucus,
3
Lichenes
Tonisporium, Lepraria,
Apiosporium, Coniangium Fr,,
Tubercularia, Calieium,
Sulbum, Coniocybe,
Thelebolus, Pyrenotea Fr. (Verrur,
leucocephala),
Sphaeria, Verrucaria,
Hysterium, Graphis,
Phaeidium, Limboria,
Peziza, Biatora Fr, (Lecideue
Apothec. coloratis),
Clavaria, Basomyces,
Tremella. Collema etc
| IV. Hauptabtheilungen der Pilze,
‚Mit dem Untergange der Vegetation beginnt der
Pilz als Exanthem ; die höchste Evolution seiner
"Bildung ist da, wo die Form der früheren Vegeta-
tion, in Dammerde gelöst, untergeht, Wasser und
Erde, vereint, sind sonach, wie die Grundlage der
Vegetation überhaupt, so auch das reproduelive
Moment der Pilzbildung, Die determinirenden Ein-
flüsse sind Luft, Wärme, Licht, und durch diese
vier Momente der Bildung werden aus dem inzer-
sten Grunde des "Werdens hervor 4 Pilzklassen ange-
legt, die sich wie die reproductive Erde, Luft,
Wärme, und Licht zu einander verhalten, und
zwar nicht blofs symbolisch, sondern wesentlich,
indem jeder vorherrschende determinirende Einflufs
in harmonischen Verhältnissen mit den dadurch
86
nicht ausgeschlofsnen übrigen, ein Organ der Fru-
ctification,, die das Wesen des Pilzes ist, zur cha-
rakteristischen Form bestimmt: die ursprüngliche
Reproduction der Erde die Sporidie, als monadi-
sche Blase oder Pflanzenatom (Pollen), — die wal«
tende Luft den Faden, das Pflanzenhaar, die frey
wachsende und gesonderte Zelle, die Faser endlich
des Byssus, als bestäubtes Pistill, — die Wärme
dehnt und vervielfältigt das Wachsthum zur Peridie
(Uterus), die mehrere Sporidien und auch wohl
Fäden einschliefst. (Die Pilze dieser Form wachsen
gröfstentheils aus dem gelösten, milchigen Safte der
Fäulnifs, sie entsprechen auf tiefer Stufe den Drü-
sen, auf ihrer Höhe Kapseln), — das Licht erzeugt
das Hymenium, den offnen Saamenboden, dem die
Frucht eingesenkt ist, die Einheit des Blumenbo-
dens, der Blume und der Frucht, oder ein freyes
Saamensystem.
Wie nun aber Sporidie, Fäden, Peridie und
Hymenium die ursprünglichen bildenden Momente
darstellen, so sprechen selbst wieder die Standör-
ter die Form der vier Hauptorgane aus. Die Epi-
phyten treten, als Sporidien, aus kranken Pflanzen-
leibern hervor, — mit der nassen Fäulnifs hebem .
sich Schimmelfäden in die Luft, — Peridien wach-
sen, wo die Fäulnifs erwacht und ‚wieder, durch,
Austrocknen; Äxirt wird (Xylari), — die Erd-
schwämme bilden an der Erde, wo die Dammerde
wird, das Hymenium (Geogenii). Die höhere Stufe
jeder Classe steigt tiefer zur Erde herab, die tiefere
uähert sich mehr dem Parasiten und dem Exanthem-
87
So durchdringen sich demnach die Classen, wie
man auch den Standpunkt nchme:
A. B. C D.
Nach kosmischen Momenten :
Protomyce- |Fungi agrei,|Fungi calo-|Fungi lucis,
tes, ris, |
Nach Hauptorganen:
Coniomy- |Hyphomy- \Gasteromy-| Hymeno- ,
cetes, ceies, cetes, mycetes,
Cellulis dis-
Nach dem innern Bau:
Cellulis dis-
Cell, concre-
Cell, concre-
eretis solu-| eretis con-|tis, discretis] tis, Ffrueti-
tis, tiguis, centrahibus, | feris super-
‚Fleialibus.
Nach der Bedeutung der Organe:
Pollinares, |Pistillares, |Capsulares, |Reccpiacu-
lares.
Nach dem Standort:
Epiphyti, ]|Mueedinei, IXylarii, |Geogeniz,
Für die Richtigkeit dieser Vergleichung spricht
noch, dafs die höheren Gebilde in ihren verschiede-
nen Alterszuständen alle Formen der tiefern durch-
laufen, Die Sporidien der Hymenomyceten sind
an sich Coniomyceeten, (entophytische), — 'erschei- -
nen keimend als Hyphomyceten (Mucedines), glei-
chen geschlossen den Gasteromyeeten, und ireien,
nachdem sie aufgegangen, endlich als Hymenomy-
eeten hervor. Mit Grund wird hiebey, gegen
Nees von Esenbeck erinnert, dals er geirrt habe,
85
wenn er die Seleromyeeten (seine Kernschwämnme)
wegen ihrer Analogie mit den höheren Lichener
von den Gasteromyceten trennt und sogar über die
Hutschwämme stellte Wie von den Gasieromyce«
ten nur die Mucedines mit ihren dussern Sporidien
eingeschlossen würden, so: seyen dagegen die Sole-
romyceten nur Hüllen entosporischer Byssen, d.i.
Schläuche; Gasteromyceten und „Scleromycetem
fallen sonach in eine Reihe,
N. v. E. wird dagegen vielleicht noch erin-
nern: ı) die Existenz innerer Sporen bei Byssen,
die er jetzt nicht mehr verwerfen, aber auch noch
nicht behaupten möchte, sey ihm damals, als er
seinen Versuch aufstellte, noch ganz unbekannt ge-
wesen, 2) Er habe daher keine Bildung vorausse-
tzen, sondern aus dem Stroma eben so die Entlul-
tung einer die Sporidie innerlich zeugenden Reihe
aufsuchen wollen, wie ihm aus der Blase des freyen.
Sporidiums eine fast stetige Evolution bis zum Bauch-
pilz, (der die Sporidie nicht aus sich, als Theil sel=
nes Leibes, hervorbringt, sondern nur als gleich-
reitiges Gebilde umschliefst,) vor Augen gelegen
habe, 3) So habe allerdings wieder die Entfaltung
des Hutschwamms durch die Pezize zur Verschlos-
senheit des Kernschwamms geführt, So wenig aber
der Fruchtknoten an sich höher zu achten sey, als
die Anihere, oder als die Blume in ihrer Entfaltung.
sondern wie er vielmehr für die Wirklichkeit der
Entfaltung, seiner Verschlossenheit wegen ; tiefer
stehe, als jede peripherische Bildung, und nur in
der Möglichkeit, ein vollständiges Pflanzenleben
. neu
ee)
neu anzuheben, vor allen früheren Knospen etwas
voraus habe, so sey ihm auch der Kernschwamm
als ein Endglied einer anderen Wachsthumsrichtung»
und mehr als ein Analogon der Bauchpilze, als in
Verwandtschaft mit demselben, erschienen; daher
auch die Vergleichung der letzteren mit Fruchtknor
ten, der ersteren mit Staubbeuieln nahe gelegen
habe. Nahe liegt da allerdings auch die von Herrn
Fries aufgefalste Verbindung beider Extreme zur
Einheit, und mehrmals schon hat selbst Nees »,
Esenbeck von der Eintracht dieses Gegensatzes aus
die an seiner Eintheilung vermilste Symmetrie zu
vertheidigen gesucht, ob er gleich keineswegs der
Meynung ist, dafs die Varstellung numerischer Sym-
metrie da, wo die Producte sich zur Einheit ansglei-
chen können, mit in das Prinzip der Classification.
eingehen dürfe, wenn sich diese nur wieder in die
elementarischen Momente gesetzlich auflösen läfst.
_ "Wenn der Herr Verfasser das Mierologische des
Characters der Schläuche bei den Kernschwänmen,
die Leichtigkeit, sich bei mikroskopischen Untersu-
chungen zu täuschen und zu sehen, was man sucht,
als Gründe gegen die Geltung dieses Characters mit
in Anschlag bringt, so liefse sich dagegen bemerken ;
jedes wesentliche Organ und. jedes wesentliche Bil«
_ dungsmoment eines solchen Organs sey durch seine
blofse Existenz mit in die Bestimmung der Stufen
cs Systems aufgenommen; da sich nun die Bedeut»
samkeit der Organe nicht wie die Massen verhalte,
vielmehr der.Natur überlassen bleibe, ob sie ihre
wesentlichen Organe, grofs oder klein bilden könne,
7
59
so dürfe auch die Schwierigkeit der Beobachtung
hier nicht in Anschlag kommen ; überhaupt werde
gewifs der Verfasser mit dem Rez denen entgegen-
treten, die da behaupten, man dürfe, aus subjecti-
ven Gründen, etwa um das Gedächtnifs nicht mit
Namen zu belasten, oder um mit dem Auffinden
der Charactere leichter wegzukommen, gewisse sub-
tile Gattungen und Arten nicht aufstelleg. Nur das
Princip entscheidet, und hier gilt buchstäblich : fiat
jüstitia et pereat mundus! dafs man durchs Mikro-
skop leicht seine eignen Mucken sieht, ist wahr,
aber wer einmal in ein System festgerennt ist, sieht
sie ohne Mühe auch in dem Elephanten. Wichtiger
scheint uns dagegen die Bemerkung, dafs die
Schlauchbildung bei tiefen Kernschwänmen hei
Bostrychia , Sphaeronem« etc, fehle, oder dach
nicht zu bemerken sey, bei höheren dagegen sieh
verdoppele. Nees v. Esenbeck hat. dieses. früher ir-
gendwo selbst anerkannt, aber es mag ihm, dabei
noch die Erwägung aufgestiegen seyn, wie die tick
sten Grenzen nicht mehr auf der Form heruhen, wie
sich in den Kernschwämmen das Reich der Thece-
tue gleichsam auf das Atom eines. Fruchtkanotens. zu- .
zückzieht,. und dafs es hier, wie die Pflanze in der
Bildung des neuen Keims, an die tiefste Grenze 01
ganischer Lösung intensiv hinabsteigt, Extensiv SsB-
hen wir etwas Aehnliches „ wenn die aufgelöste ho-
mogene Masse des modernden Holzes zum zarten
Bauchpilz gerinnt.
Nach der Idee einer fortschreitenden Entwick-
Jung theilt sich das Centrum jeder Glasse „während
91
die Peripherie in Stralen die Beziehung zum: Ganzen
herstelit, selbst wieder in zwey Reihen, — eine
uniere, die zur vorhergehenden Classe hinabsteigt,
eine obere, die zu der folgenden hinanstrebf.
1, Die Coniomyeeten spalten sich in, die Einto=
phytender lebender und der erstorbenen Pflanzen,
(und drücken eben durch die erstern aus, dafs sie,
als der Anfang und das relative an sich. dieses Ge-
hiets, nicht mehr zu einem Anderen desselben Gebiets
zurückgehen, sonderz, in ein fremdes Reich, in ei-
ne andere Welt ursprünglich versunken sind, auf
die der ganze Stamm. des, Pilzzeichs, als ein. verzeh-
render Brand, ausgesäet ist, Anm. des Rez,)
2. Die Hyphomyceten tgennen sich abwänts. als
Mucedines oder H. solnsport, aufwärts als Byssı
oder H. entöspori.
3. Die Gasteromy.celen sind abwärts, mit eis
nem Rerertaculum partiale astosporum, (Capilli-
tium Plocci, Pappus), Trichomyei Parsı, Gasten
romyci,sensu strieliori, — aufwärts, mit recepfacus
culis proprüs entosporis (asci, thecae,) — Scleromyci,
4. Die Hymenomyceten endlich erblioken wir
ubwärts mit gestüigtem Träger, als Keulenschwäm“
me, (elavati) — aufwärts, mit deckendem und
waagerechtem Träger, als, Hutschwämme, (pileäti)s
Die Gebilde der unteren Reihen sind weicher und
yärten, sie stehen mehr unter dem Einflusse desjeni-
gen kosmischen Moments, dem die vorbergshende
Classe gehoxcht, Z. B, die IMuesdines unter der
reprodustiven Erde, die Triehomgreetes. unten dem
Rinfiusge der Ipik, m. m we; m die der oberen
7 E
02
Reihen sind fester und hbleibender, aber schneller in
Auflösung ersterbend (wobei ja die Form zum Theil
bestehen kann), Sie drücken das eigenste Wesen
des kosmischen Moments ihrer Ordnung aus,
Aus dem nun folgenden Conspectus systemalis
wollen wir die vierte Classe, Eiymenomycetes ,
‚ausheben, weil sie zugleich den gröfsten Theil des
Inhalts dieses ersten Bandes, der mit der Gattung
Pistillaria schliefst, vor Augen bringt. Der Verf
verfolgt nämlich in dem Werke selbst den umge-
kehrten Weg seiner Disposition, die vom Einfach-
sten und Tiefsten zum Höheren hinansteigt- —- Wenn
wir im ersten Abschnilte eines allgemeinen Aus-
drucks für die Parallelismen der Classen, Ord-
nungen u. 8. w, gedacht haben, so können wir nun
bier mit Herrn Fries den Buchstaben der Formel
ABCD andere substituiren, die für sich eine
der 4 Classen bezeichnen. C. heifse Coniomyeetes,
M.. Hyphomycetes (Mucedines), U. Uterini, seu
Gosteromycetes, H. Hymenomycetes. E, (Ento-
phyta) sey mit C. gleich, X. (Xyjaria) mit einem
Theil von U, — G. (Geogenii) mit H, so wird jede
Combination dieser Buchstaben ein Verhältnifs aus.
drücken, in welchem der erste Buchstabe den Cha-
zacter der Classe, der zweyte den der Ordnung etc.
ete, angibt. Stufen innerhalb der Ordnungen wer-
den’ durch die Zahl ı (oder auch durch den Strich
zB. MM!), und 2 bezeichnet. Wir hätten ge-
wünscht, dafs sich der Herr Verf nur an die 4
'Normalbuchstaben gehalten und die Buchstaben E»
X, und G. ganz weggelassen hätte, denn was die
letzteren, als eigenthümlich, hinzubringen,, bezeich-
net schon die Stelle der entsprechenden Hauptzei-
chen zur Genüge.
Classis IF. Hymenomyeetes,
Char. Hymenium, h. e. Fungus mox apertus,
sporidiis in superficie nidulantibus, in perfectiori-
bus ascis inclusis. Sporangium componitur fere ,- ut
in Gasteromycetibus, sed cellulae discretae (Spori-
dia) ad lucem tendentes superficiales; hinc hyme-
nium nunquam rumpitur *).
. Repetuntur primo antecedentes classes, prius
quam ad centrum attingimus.
Ord, I. Sclerotiecet (HE) Hymenium cum
recepfaculo carnoso sporidiisqgue confu-
sum **). Asei nulli.
*) Inter Protophyta Filices Hymenina et Musei
Uterina vel capsularia. Ulterius non adscen-
dit analogia fungorum. Numerus vero fun-
gorum reliquorum plantarum verosimile ma«
jor derivatur ex unius cujusvis organismi nisu
reproduetivo ejusque multipliei modificatione
ex elementorum varietate. 5, Sphaeriae Sorbo
Propriae, 5, Pyrenomycetes Vaceinio vitis ide-
aepivriesp. i
*) In Systemate nafurali construendo nil anti-
quius erit, quam observare, utrum parties
discretae, an concretae, Apud inferiores ea-
dem oecurrere solent organa, modo nondum
94
Ord. HI, Tremellin! (HM) Ey. eu 'receptaculo
‚gelatinoso confasum. Sporidia disereta. Asci
nulli,
— II. Ulerini (H U) Hymexium-distineium, su-
perum märginatum. (Feceptaculum urceo
latum vel reflexum semper inferum).
— IV. Hymenini (H H) Hymenium_ distinetum
superum immarginatum velinferum. (Re-
cöptaculum elöngatum 'vel 'expansum 'sü-
perum).
Drd. 4. Selerotiacei. Semina terrae Nees!
Genera: 1. Erysiphe Dec. (HE E).
— 2, Rhizoctonia Dec. (H EM).
3. Scelerotium Tod. (H E X).
— 4 Tuber. Mich. (H E o.
Forma subglobosa, polis nullis discretis, inde
Ulmnes parles conlusae.
Ord. II. Tremellini. Fungi aörei. Nees p. 15%
Genera: 1. Agyrium Fr. (H ME). |
0 2. Daoryomyces Nees. (H M M).
= 3. Tremella Roth. (EM X)
— 4 Hygromiüre. Nees (H MG)
“nk da
explioala. E parfibüs Goneretis ‘omnes Irre“
gularitates oriuntur, v. g. Corollarum e. 5 P-
An Compositae sint Umbelliferse coxeretae?
08
Typus Apyrii est Trem. cinnabarina, Restant
genera intermedia.
Ord. II. Üterind — Uter, ealyeini, Nees p. 258,
. Genera: ı. Cyphella Fr. (H U E).
— 2. Solenia Hoffm. (H UM)
— 3. Peziza (H U U)
— 4. Mürati (H U HM). GE p. 598.
Düo priora genera ascis destituta *), Pezizk
abit in duas series, ascis fixis et liberis, etlam sub
genera ndmittit: Stidtis est Epiphytum (Of, Acci-
dium) Byssisedae (M), centrum (X) Aleuria (6)
es p. Sie et Mitrati.
Ord. vH ymen, ini. Regnimycetoidei fastigiunng
-Subordo I. Clavati» Fries Syst, P: 461.
Genera: ı, Pistillaria Fr. (u u E)
— 3. Spathularia P, (H H! U),
un ke Clavaria Yaill (HH! GC)
Suhordo, It.. Pileati Fr, Syst. P. 8. ABb. 461,
Genera: 1. Thelephora Ehr. (H H* E). Lejostromat
2, Hydnum L. (8 H* M). :Diopogon!
— —
*) Non tauten separo, "Eodem Miodo inter platı-
tas Vasculares, quarum ‚singula series e pläli-
tis äquaticis ascendit, infhmae vasis subde-
stitutae. a
6
«
Genera: 3. Polyporus Mich, (H H* X). Apus!
— 4. Agaricus L, (HH? G).
Vor der speciellen Ausführung jeder Classe geht
‘die kurze wesentliche Charakteristik derselben her,
erläutert nach ihrer entwickelten und nach ihrer
worbildlichen Forih, ferner durch Hervorhebung
der Differenz von den übrigen und durch Bestim-
mung ihrer auf- und ihrer absteigenden Reihen,
Dann folgt ein Conspeetus ordinum. Jede Ord-
nung wird durch folgende Rubriken eingeleitet:
A. Status naturalis; B. Status aberrantes ; C. Af-
‚Finitates; D. Historia; E. Patria; F. Vires ef
Usus; G, Synopsis generum; H, Dignitates; I,
Critica. Alles dieses kurz, aber ungemein reich-
haltig, so dafs man z. B. auf den 5 Seiten, die der
Einleitung in die erste Ordnung der Hymeriomyce-
ten, die Pileati, gewidmet sind, schwerlich eine
wesentliche Seite oder Thatsache vermissen wird.
Man sieht aus Allem, dafs Decandolles treffliches
Tegnum vegetabile hier nicht unerreichtes Muster
gewesen ist, Auf ähnliche Weise, wie die Ordnun-
gen charakterisirt werden, haben auch die Gattungen
selbst vortreffliche Entwicklungen ilfres natürlis
chen Characters, ihrer Abweichungen , ihrer Ge-
schichte, Unterabtheilungen u 6, ws, welche gleich-
falls ein kritischer Blick auf das eigne wie auf das
fremde Verfahren in Bezug auf diesen Gegenstand
schliefst.
Nachdem alle Species einer Ordnung abgehan-
delt sind, folgt noch eine „Hevisio Ordinis,“ wel
"97
che iheils von den Gründen und Grundsätzen man-
cher Anordnung ausführlich Rechenschaft gibt, theils
.in das innere Verhältnifs des Ganzen leitet, theils
Ideen zu möglicher Verbesserung anknüpft. ı Bedarf
es noch mehr, um zu zeigen, wie reich und voll
hier der Quell der Belehrung überströmt ?
NvE,
% De plantarum classificatione naturali, disqui-
sitionibus anatomicis et physiologicis stabilien-
da, Commentatio qua valedicit Dr, Aug.
Fr.Schweigger. Med. et Bot. Prof. Regio-
mmonti 1820. (32 Seit. 8. und 3 Tabellen.)
Der letzten literarischen Arbeit des unglückli-
chen Reisenden wollen wir seinem Andenken- zu
Ehren eine weitere Aufmerksamkeit schenken, wie
sie es auch wirklich ihrem interessanten, nur zu
kurz durchgeführten Inhalt nach verdient. Schon
längst, sagt das erste Kapitel, haben die Zoologen
als Fundament der natürlichen Anordnungen der
Thiere die vergleichende anatomische Beschaffenheit
der Organe angenommen. Nicht so die Botaniker;
' hieran seye der Mangel phytotomischer Beobachtun-
.gen und namentlich monographischer Untersuchun-
gen einzelner Ordnungen und Familien Schuld. Auch
befolgte man hei der natürlichen Anordnung der
Pflanzen in der Hinsicht ganz andre Grundsätze;
dafs man einzelne für vorzüglich wesentlich gehalte-
ga
ne Theile zum Eintheilungsprinzip der Ordnungen,
und Familien und dieselben wieder zum Anord-
nungsprinzip- der Unterahtheilungen wählte, da '
hingegen die Zoologen mit Recht für einzelne Ord«
nungen ganz verschiedene Organe zum Eintheilungs-
grund wählen. Würde man es nicht für Verirrung
nehmen, wenn ein Zoologe die natürliche Anord-
nung des Thierreichs auf die Structur der Genita-
lien und die Art der Schwangerschaft bauen wollte;
und doch nehmen es die Botaniker fast als Gesetz
an, dafs der Grad und die Charactere der Verwandt«
schaft der Pflanzen von Blume und Frucht herge-
noinmen werden müssen. Die Entschuldigung, dafs,
von der Structur eines Theils die Entwicklung dern
übrigen abhänge, und dafs Blume und Frucht aol-
che Haupttheile der Pflanze seyen, gilt eben so we-
zig, als wenn die Zoologen aus ähnlichem Grunde
Wirbelhäute und Kopf als 'Haupteintheilungsgrund
in Hem ganzen Thierreiche betrachtet wissen wollten
Unstatthaft seye auch der Grund, dals Blume und
Frucht vorzüglich unwandelbare Charactere liefern,
deun Eben so heständige lassen sich von der Aus-
theilung der Gefäfse, der Vernation und dem,
Wathsthum hernehmen. Während die Zoologen
vorsüglich die'Uebergänge der Bildungen aufsuchen,
suchen die Bdtäniker nur unterscheidende Merkmale»
Die Botaniker vernachlässigen tiher ihrem Mühen,
das Aufiiäden der Pflanzen im Systeme zu erleich»
tern, die anatomische und physiologische Untersu“
chung als für diesen Zweck zu schwierig, aber et
was anders seye ein Index, etwas auders ein Sy-
!
L2
95
stem; jenen habe die Linneische Anordnung geliefert
und mehr seye zu jener Zeit nicht nöthig gewesen,
jetzt aber seye ein Repertorium der anatomische...
ünd physiologischen Beobachtungen (aber dafs es
Jaran fehle, darüber klagt ja eben der Verf.) Be-
dürfnifs, und dieses werde ein natürliches System
geben. Endlich seye es kein Einwürf gegen ein
neues System, dafs die Genera nach Blume und
Frucht bereits gebildet seyen, denn wahrscheinlich
würden Pflanzen desselben genus auch bei anatomi-
scher Untersuchung ihre Verwandtschaft zeigen;
sollten sich aber Abweichungen ergeben, warum .
wolle man Untersuchungen scheuen, aus welchen
hervorgehen müsse, nach welcher Methode die nä-
heru Verwandischaften zu konstruiren seyen. — Das
zweite Kapitel beschäftiget sich mit einer kurzen
Kritik der angenommenen Systeme. Zuerst, von der
von den Cotyledonen hergenommenen Eintheilung ;
so natürlich diese seye, so giebt es doch eine Menge
Ausnahmen, welche sie mangelhaft machen ; es wer-
den die zahlreichen Untersuchungen von Mirbel und
Richard angeführt, nach welchen z. B. Cuscuta
unter die Acotyledonen, Triticum Avena und 4s-
paragus unter die Dikotyledonen, Cyclamen unter
die Monocotyledonen und einige Cöniferae unter die
Polycotyledonen versetzt ‘werden mülsten. Einige
Nebenunmstände z. B. die verschiedene Lage der Ge-
fifse in den Cotyledonen nach Desfohtaines, die
Unterscheidung in Synorhizen und Arhizen nach
Richard, die Beobachtung, dafs plumula und radi-
vula in den Monbcotyledonen vor der Keimung nicht,
100 3
leicht aber in den Dikotyledonen sich unterscheiden
lassen, sind, so wenig als einige andre, constante
Nebenerscheinungen, wodurch die Eintheilung nach
den Cotyledonen gerettet werden könnte. Es wird
nun ferner aus den bekannten Thatsachen gezeigt,
dafs auch die auf Zahl und Lage der Staminum, auf
die Verhältnisse der Corolle und des Kelchs, oder
des Albumens zur Lage des Embryo gegründete Ab-
theilungen ungenügend seyen. Man sieht daher,
wird im dritten Kapitel gesagt, nicht ein, warum
nicht eine auf Anatomie und Physiologie gegründete
Methode sollte in Anwendung gebracht werden kön-
nen, bei welcher die Pflanzen nach Bildung und
Function aller einzelnen innern und äussern Theile
verglichen würden; die nach diesen Rücksichten ge-
fundene Verwandtschaft lieferte die Norm der Clas-
sifikation; die Charaetere, nach welchen die Ver-
wandischaft geschätzt würde, könnten aber in den
. verschiedenen Glassen und Ordnungen verschiedene
seya und dürften keineswegs von Blume und Frucht
allein hergenommen werden. Solcher bisher ver-
nachläfsigter Merkmale gebe es viele; so könne man
z.B, Musa und Cannz auch Crinum durch die
viereckigen Zellen von den verwandten Arten leicht
unterscheiden. Schon in zartem Alter lassen sich
Nymphaea, Nelumbium, Euryale, Alisma, Sa-
gittaria und Aponogelum an Blättern erkennen,
welche von beiden Seiten in zwey mit dem mittlera
Nerven der obern Blattfläche parallele Cylinder ein-
gerollt sind; eben solche nach der untern Fläche
gewundene Cylinder zeigen Rheum, Rumes, Poly-
101
gonum, Coccoloba und verwandte; einen einfa-
chen Cylinder haben drum, Calla, Dracuneulus,
Fothos. Kurz es gebe so vielfache-und constante
“ Charactere, welche zu einer natürlichen Classifika-
tion benützt werden können, dafs mau nicht nöthig
habe bei Blumen und Frucht stehen zu bleiben, und
durch Benützung derselben erhalte man ein leben-
digeres Bild der Pflanze, auch können durch dicsel-
ben, Pflanzen ohne Frucht und Blume leichter zu ih-
zer .Classe nnd Familie gebracht werden. |
Auf drei Tabellen giebt nun der Verf. einen
Versuch der Eintheilung der Pflanzen nach den bis-
her entwickelten Grundsätzen, welcher keines Aus
zugs fähig ist. Auf diesem Umrisse fehlt nun frey-
lich der schwierigste Theil, die Classification der Di-
cotyledonen: Mangel an Zeit und an Beobachtungen,
welche der Verf. nach seiner Zurückkunft anzustel-
len im Sinne hatte, liefsen eine weitere Ausfüh-
zung nicht zu,
So wahr es nun ist, dafs um ein genügendes
natürliches Pflanzensystem zu erhalten, die Auflin-
dung der Bildungsgesetze das sicherste Fundament
seyn würde, und dafs hiezu vergleichende anatomi-
sche und physiologische Untersuchungen unerläfsli-
che Bedingung sind, so ist doch kaum zu hoffen,
dafs wir so bald im Stande seyn werden, nach die-
sen Grundsätzen ein natürliches Pflanzensystem
durchzuführen, und zwar aus folgenden Grün«
den: die ganze Physiologie der Pflanzen wird. —
wenn man sie nicht überhaupt sehr einfach nennen
will == durch einen viel einfachera Appärat und
102
durch minder individualisirte Organe bewerkstelli-
get, als bei den Thieren; fast das ganze Leben der
Pfllanze beruht auf Reproduktion; diese spricht sich
aber nicht sowohl durch Individualisirung der Or-
gane und Functionen aus, als vielmehr dadurch,
dafs sie allen Theilen innwohnt, ja selbst die zwey
Hanpfrichtungen der Reproduction: Erhaltung des
Individuums und der Gattung, sind sogar bei den
vollkommensten Pflanzen weit weniger geschieden,
als bei den Thieren ,„ dena Wurzel, Stamm, Zweie
ge, Blätter, Zwiebel, Knollen, Gemmen dienen, ob
sie gleich zu den Reproductions - Organen des Indi»
viduums gehören, oft, mehr zur Reproduction der
Gattung als Frucht und Blume. Auf der andern
Seite bleibt die Reproduction der Pflanze, wenn sie
sich zur Individualisirung erhebt, mehr an der For-
zaung äussrer Organe stehen, ohne auf gleiche Art
Verschiedenheit innrer Organe hervorzubringem
Man ist daher bis jetzt auch blos im Stande grofse
Haufen durch anatomische Merkmale zu unterschei-
den, nicht aber diese selhst wieder in Gruppen
und Familien zu theilen; und wenn gleich anzuneh-
men ist, der Saame, welcher sich zum Baum enls
wickelt, werde auch selbst angtomisch verschicden.
seyn und durch anatomisch verschiedene Organe
gebildet, als der Saame, welcher sich zur niedera
Pflanze entwickelt, so. fragt sich doch, ob unsre
Sinne und Werkzeuge hinreichend scharf sind, die=
sen Unterschied zu entdecken, — Wir sind weit ent«
fernt, durch diese Bemerkungen von dem Verfolgen
des von Schweigger eingeschlagenen Wegs abschre-
10%
cken zu wollen; nur mögen, ehe man an solche
Untersuchungen geht, die Schwierigkeiten wohl
ins Auge gefafst werden, damit man nicht zu frü-
he stehen hleibe. In jedem Falle müssen die Re-
. sultate solcher vergleichend. anatomischen Untersu-
chungen belohnend ausfallen, denn wenn sie auch
nicht so bald für den Zweck eines neuen Pflanzen-
systems werden benützt werden. können, 30 missen,
sie in physialogischer Hinsicht schr wichtig seym
5. Icones et Descriptiones noyarum et. minus. con
gnitarum Stirpium; Auctore J. G. Ch. Lei.
mann, Med, et Plil, Da ee. eio, Bars I,
Hamb. ap, Perihes et Besser. ı821. ı Bog. Texiis x
und ı0 Kupfert, in grofs Folio,
Bekanntlich gab der Verf im Jahr 181% eimen
: Prodr. plantar, e familia Asperifoligrum: nucifera-
zum, Berlin, P. 1.2, heraus, worauf später eine
ausführliche historia Asperifoliarum folgen sollte.
Allein der schlechte Gang des Buchhandels in un-
sern Zeiten machte ein gröfseres Unternehmen die-
ser Art allerdings bedenklich. Der Verf. entschloßs
sich daher blos die neuen und weniger bekannten
Species aus dieser Familie heftweise erscheinen zu
lassen, was allen Besitzern seines früheren VVerkeg
gewils sehr angenehm seyn wird. Die zu dem vor
uns liegenden Hefte gehörigen ı0 Kupferteleln, wek
che vielmehr den Haupthestandtheil desselben aus-
machen, indem blos ı Bogen Text mit Definitionen.
und Citaten aus den oben angeführten -prodromus,
104
aus Schultes, Robert Brown, Humboldt ete, etc,
beigegeben ist, sind von J. BE, Schröder in Leipzig
in schwarzen Abdrücken trefflich gearbeitet und ent»
halten folgende Arten: Tab. ı. Echium spicatum.
T,2. E, acutifolium. T. 3. E. laeyigatum. TAB
Mertensii« T.5. E. aculeatum. T.6. Tieridium elon® .
gatum. T.7. Heliotropium erosum. Ts 8. H. polyphyl-
lum. T.9. Onosma trinervium. T. 10,0. sericeum.
Zu T. 7. gehört sowohl H. plebejum Herb. Banks,
welches von v. Buch und Smith erwähnt worden, als
auch H. canariense Herb, Filld, Zu T. 9. eitirtder V.
O. strigosum Jumb. so wie auch Lithospermum Jon-
gifolium Schult: syst. veg. — Anhangsweise werden
aus Ledebour Commentatio plant. nov. Rossiae meri-
dien, ex. Asperifol, familia, nachstehende drey neue
Arten beigefligt:
. 1, Onosma rigidum; fuberculato -hispidum , caule
‚ Sesi ramosissimo, foliis lanceolatis eaulibusque
„stectis, “
Habit, in lapid, siccis Tauriae meridionalis inter -
Jursuph et Nikitam mense Augusto florens. %.
2. Onosma setosum; tubereulato-hispidum, setis
patentissimis, caule superne ramoso, foliis sublus gla-
bris, ad costam hispidis ; inferioribus superne dilatatis,
superioribus oyatis, nucibus reticulato - rugosis.
Hab. in planitiebus caucasico caspieis, et prope,
Astrachan, unde a cl. Blum M, D. accepit Lede-_
bour 2%. 2
3. Onosma polyphyllum; sericeum, pilis prostra-
tis, caulibus simplieibus eaespitosis, foliis laneeolato»
linearibus enerviis, margine revolutis, corollis clavar
tis ore quinque dentato,
H. in Tauriae merid. rupestrib. praesertim cal-
caveis. Florens legit ad finem mensis Julii el. Ze«
debour.
Driite Beilag
zur Flora
oder
botanischen Zeitung 1820.
Erster :Band. ; >
'L Botanische Notizen
1. Hr. Dr. Weihe: schreibt in einem Brief. aus
Mennighüffen unterm 25..Mai d. J.: „Ich habe eine
nene deutsche Pflanze entdeckt, ein Lamium, .das
äaR'Lämium wesiphalicunm:genawnt und auf folgende
Art benshntein "habe: Lamium westphalicum; foliis
eordatis, ineiso - dentatis, basi. cuneatis, in petiolum
brevem abenntibas, verticillis remotioribus, corollis
majoribus calycem longe superantibus. ,
Es muls dieses Lamium im System ‚zwischen
Lamium purpureum und incisum stehen. :
Es unterscheidet sich von-dem ihm ‘ähnlichen
Lamio‘ purpureo durch kleinere, kürzer gestielte,
an der Basis keilförmige, in den kurzen, breiten
‚Blattstiel übergehende, am Rande eingeschnitien -
gezähnte Blätter; durch etwas entferniere Quirle,
die öft bis zur Basis des Stengels herunter gehen.
. Von Lamium ineisum unterscheidet es sich
"durch die kürzer gestielten Blätter und die gröfse- .
ren Blumenkronen; ‘der: Habitus und die.Art des
Wachsthums kommen bei allen dreien überein.: Ich
habe diese Pflanze im April dieses Jahrs anf einem
8
106
Acker zu Steinlake im Kreise Bünde des Bezirks
Minden auf einem Kleefelde in grolser Menge ent-
deckt, und biete jedem Liebhaber der Pflanzen-
kunde instructive Exemplare davon an,
Nachschrift.
So eben erhalte ich ein Päckchen Pflanzen von
Herrn Landrath, Freyherm von Bönninghausen zu
Coesfeld bei Münster, unter denen sich ebenfalls
mein neues Lamium westphalicum unter dem Namen
Lamium Cosfeldiae befindet. Der Herr Landrath
hat diese Pflanze gleichzeitig mit mir auf Aeckern
um Coesfeld in Menge entdeckt,
2. Herr Sieber hat in seinem Pflanzenkataloge
in.der Flora germanica eine Apargia angeführt, die
er für nen hielt, und dieselbe unter. dem Namen
A, canescens Sbr, seinen Tauschfreunden mitgetheilt.
Hr. Dr. Bartling beschreibt aber dieselbe Pilan-
ze schon unter dem Namen A. Berinii in der Re-
gensburger botan, Zeitung 1820; ı. B, 5, 345. Ich
habe die Diagnose und ireflliche Beschreibung dea
Hrn, Dr. mit den mir von Hrn. Sieber mitgetbeil-
ten Exemplaren verglichen, und dieselhe so voll-
kommen anpassend gefunden, als wenn sie nach
. meinen Exemplaren gemacht worden wäre, Der von
Sieber gegebene Name ist, als der jüngere, für ein
Synonym anzusehen.
Hr, Sieber fand diese Pflanze ebenfalls wie
Hr, Abb. Berini am Littorali, so dals also auch
der Standort übereinstimmt,
Prag amı ıg. März ı822.
Joseph Maly, Md. Cand.
107
I. Neue Schriften,
ı) Beiträge zur chronographischen Kenntnils.
des Flulsgebiets der Innerste in den Fürstenthü-
mern Grubenhagen und Hildesheim, mit besonde-
rer Rücksicht auf die Veränderungen, die durch
diesen Strom in der Beschaflenheit des Bodens und
in der Vegetation bewirkt worden sind, — Eine
Anlage zur Flora des Königreichs Hannover, von
G FE. W. Meyer, ı, und 2. Theil, mit ı illumi-
airten und ı schwarzen Tafel in Steindıuck, Göt-
tingen ı822. 8, ’
2) Augsburgische Blumenlese, oder systemali-
sches Verzeichnifs der in der Gegend um Augsburg
wildwachsenden Pflanzen, als Einleitung zu einer
Flora von Augsburg. Von Joh. Wilh, von Alten.
Augsburg ı822. 8®.
Beide Werke sind der k. botan, Gesellschaft
als Geschenke für ihre Bibliothek übersendet'‘, und
das letztere ilır noch besonders dedieirt worden,
_ wofür sie hiermit öffentlich ihren Dank abstattet
und sich vorbehält, das weitere, was in wissen-
schaftlicher Hinsicht über beide. zu sagen seyn
wird, besonders nachzutragen.
.3) Magazin der ästhetischen Botanik, von Rei-
chenbach, 5. Heft enthält Billardiera scandens Sm.
B. mutabilis Salisb. Myoporum insulare R. Br., Vis-
cago stellaia R. Gomphocarpus arborescens Rob.
Br, Glieine sinensis Curt. Psoralea verrncosa W,, Ps,
aphylla L.
4) Cryptogamische Gewächse, besonders des Fich-. j
8*
108
}
“
telgebirgs, gesammelt von H. C, Funck, 28, Heft.
Unermüdet führt der rühmlichst bekannte Hr. Verf.
fort, neben seinem herrlichen Moostaschenbuch,
das. besonders reisenden Cryptogamensammilern gar
trellich zu Statlten kömmt, auelı an diesem schon
‚ Früher angefangenen Werke, dessen Einrichtung
hinlänglich bekannt ist, mit unverkennbarem Fleifse
zu arbeiten, und in dem vorliegenden Hefte fol-
gende schöne und zum Theil seltene Bürger der
niedern Pflanzenwelt, in wohlgewäblten Exempla-
zen dem Pnblico vorzufülren. 566. Polypodium
calcareum Sm. 567. Gymmostomum sepincola F,
568. Splachnum Froelichianun Hedw. 569. Grim-
mia atrata Mielich. 570, Trichostomum sudetieum
F, 571. Dieranım montanum Hedw, 572. Orthotri-
chum Sturmii Hopp. et Hornsch. 573. Neckera pu-
mila Hedw. 574. Timmia austriaca ledw, 575. Bryum
Zierii Hedw. 576. Jungermannia implexa Schl, 577.
Batracbospermum Myurus DeCand, 578, Solorina
crocea Achar. 579. Lecanora rubra Aclıar. 580,. Par-
melia speciosa Achar, 583. Sphaeria Gnomon Pers.
584, Xyloma salieinum ‚Pers, 585. Xyloma fli-
eis Fries,
W Anzeigen.
Während der Abwesenheit des Hrn, Sieber,
welcher neuerdings eine. Reise unternimmt, wird -
Hr. Max. Opitz die Mitiheilung und Verbreitung
seiner Herbarien an Liebhaber der Pllanzenkunde
uniernehmen, an welchen sich in portofreien Brie-
fen mit Einsendung der Beträge jezt schon zu wel-
den ist.
u
"I
Inhaltsverzeichniß.
. An die Lesen de
Sylloge Plantarum betreffend. 64, En
U. Anfragen nn
Filix, über den deutschen Namen desselben, ‚256,
Hallers Moose betreflend. zıı.,
Methode schlecht getrocknete Pflanze zu Werben.
sern, 48,. :
Oxalis corniculata und strieta betreffend, ; ‚aaa.
Schnee, über rothen,. zLı. \ ;
'Seeleim betreffend. 240.
Spaltöffnungen und Schraubengänge der Moose. 18,
Sphaerocoeens Helminthechortos, . 110:
HL Ankündigungen und Anzeigen:
Flörke’s 'Wenttsche Licherreit "368. DE
Funk’s Meostaschenherbarium betreffend. Big.
Meyers Sammlung deutscher Flechten. 253..
Mutis Abbild. u. Beschreib, südamerikanischer Pflan-
zen betreffend, 301.
Oekonomisch - technische Flora von Böhmen; ELTA
Persoon Mycologia europaeä. ' 22%.
Reichenbach Flora von Europa. 135, 2 ‘
Reichenhach und Schubert Flechten in geirockne-
ien Exemplaren. 367. .
Rochels Miscellen und Pilanzenumrisse, 160,
Sadlers Jcon. plant. rar. Hungariae. 177.
Sadler und Paner seltene Pilanzen aus Ungarn, Croa-
tien und Siebenbürgen 64.
Sieber’s Heibarien seiner Floren werden durch Hand-
lungshäuser, Buchhandlungen und die Tausch-
anstalt des Hra. Opitz zugestelt. 384. .
Verbesserungen in der Flora und den Horae phy-
sicae berolinenses, 29.
Verein zur Beförderung nalurwissenschaftlicher Rei-
sen. 79.
Welden v., Püanzentausch ‚beireifend, 17i
I1O
IV. Aufsätze:
Beinert, über Verschiedenheit der Gattungen Se-
dum nnd Sempervivum. 1123.
Fürnrohr, A: E,, über die Begriffe von Gattung,
Art ünd Abart in der Botanik. 369.
Hoppe, Betrachtung über die Witterung des Jahrs
1821 und ihren Einflufs auf die Vegeration, 195.
Kaulfufs, Bemerkungen über Targionia. 337.
Kaulfußs, über die Entwikelung der Wedel der
Ophinglosseen, 97: j
Meyer, über Genesis und Metamorphose der Spi-
zalgefälse. 1, ı7.
'Nees v. Esenbeck , Beiträge zur Characteristik der
Flora von. Bonn.. 177..
Reichenbach, Beiträge zur Flora dresdensis. 289. 305.
Reichenbach und Schubert, über Entwiklung: von
Eduisetum. 353.
Schrank, über das Geschlecht der Pflanzen. Ag. 65.
Schultes, über botanische Gärten in Sachsen und.
Preulsen, 129. ı45.
Sieber, neue und seltene Gewächse. 241.
Sternberg v., über die Wichtigkeit eines Einver-
ständnilses zwischen den Botanikern, bei Bear-
beitung neuer Herbarien, 23.
Sternberg, über Plumier's Gattung Zanonia, 161.
Uechtritz, M. D. Botanische Bemerkungen, 273.
Wenderoth, zur Beherzigung beim Eintritt des
Frühlings. 193.
B V. Auszüge.
Skizze einer einfachen Beilie, zur Anordnung der
natürlichen Pflanzenfamilien. 215. . l
Williams, Blüthen - Kalender von Deerfield, in
Nordamerika, 209, j
VI. Beantwortungen,
Carex gracilis, Mönch betreffend, 97.
Haselnufsholz, türkisches ist Corylus Colurna. 45.
Herbarium, das Römerische, betreffend. 46,
A en m er rn
ıı1
VIL Befördernngen, Belohnungen und Eh-
xenbezeigungen.
Dietrich, Dr, , in Eisenach betreffend. 06.
Eysenhart, Dr. betreffend. ı6o.
Langsdorf, Staatsrath von, betreffend. ı12,
VIII Bemerkungen und Berichtigungen.
Aconita, über oultivierte. 96. °
Arabis, Arten die zu Deutschl. Flora gehören, 286;
Aufbewahrung getrokneter Pflanzen betreff. 128,
Cruciferen, über einige, in Candolle Systema, 158.
Erweiterung: botanischer Gärten. 304,
Hopea und Hoppea betreffend. 206,
IX. Briefstellen, kürzere.
Namen - und Ortsverzeichnißs, von allen der Bo-
tanik Beflilsenen, wäre zu wünschen. — Trat-
tinik Conservatorium beirefi — Zusammen.
siellang aller erschienenen Monographien in
der Flora wäre interessant. 382.
Siebers Reisen betreffend. 63.
X. Correspondenz,
Hornschuch, Blühezeit der Frühlingspflanzen, 78.:
Kuhl, Schreiben aus Java. 202.
L«hmann, über Potentillen. 117. - \
Märklin, getrocknete Sammlung von Asterii beiref-
“ Tend, ı6%. \
Nees v, Esenbeck, Zergliederung männlicher Blü-
then von Spagnum capillifolium, 33.
Reichenbach, über Myosotis., 76.
Schreiben aus Salzburg vom 5. Mai 1822, Die dor-
tige Flora betreff. — Dort anwesende junge
Pharmaceuten. — Boron v. Welden, Nach-
sichten aus Mailand. — Trattinik’s species
plantar. in einzelnen Monographien und abge-
sonderten Blättern. — Laurer findet Cineli-
dium stygium bei Salzburg. 343.
Siebers Reisen betreffend. 248.
Weinmann, über Schwänme und über Pflanzenkul-
tar in Rufeland, a2yı 296. mi mi‘
«
ia
un
re XL.-Cüriosa 0."
Alte und neue Zeit: ‚übten‘ die Frage, was ist Bo-
tanık. 224. ur
Correa betreffend. a
Werke deutscher Botaniker fehlerhaft, angezeigt, „in
Decandolle’s Supplementum biblioth, bot. 383.
xiL Lesefrüchte,
Befruchtung der. Palmen in Palästina etc. 303.
Keimen und Polarrightung der Planzen.
Leuchten, das, von, Polyantlıes tuberosa. 4%,
Schelver’s Lebens- ‚und Formgeschichte _ der Pflan-
zenwelt. Stellen daraus, 380,
Wenderoth’s und Poirets Schriften, über dieselben.
‚ Aus der Isis v. Oken. 95.
Bi Literatur und neue Schriften,!
Gartenbücher, neue Englische. 350,
Lessert, de, Icones, seleotae quas in system. univer-
sali ex herbariis parisiensibas, praes. ex Les-
serliano descripsit Decand, fol. Vol. prim. 283,
Raddi, Jos. kleine Schriften. über botan. Gegen-
stände aus Brasilien. 357.
Sehriften, neue. 31. 32, 110.,208.
Transactions of the Horlieultural Society of Lon-
don. Vol. il, 37,
Uebersicht der neuesten französischen Literatur.
‚Beilage ı.
XIV, Notizen, botanische.
Bedeutung der Gattungsnamen überhaupt und über
Acrostichum insbesondere. 27.
Beiträge zur Pilanzengeographie. 124. f
Botaniker und botan. Anstalten in Pesth. 235.
Carl, Entdeckung von, Lyihrum nummulariaefo-
lium in Mähren, 192. .
Frühlingsblumen. a01,
Gewächse, blühende, zu Ausgang des Jahrs 1821. 121,
Herbarium Norae germanicae, 16.
Hoppe, Rede in der Silzung der botan. Gesell-
schaft. 168,
118
Hornschuch, botanische Nachrichten ais England
und Schottland, _
Lysimachia paludosa, in Westphalen 'eutdeckt, 192.
Märklin, Aufbewahrung der Gewächse, gegen Ver-
heerung von Insekten. .a51.:
Oken, Pflanzensystem, 8g.
Ornitbogalum Haynii, ‚gemein im nördl, Deutsch-
land. 192.
Öscillatoria, eine vermuthliche neue Art dewselben
beireffend. 125.
Schimmel, über den’ im thierischen Körper. 123,
Schrank, v,, über den Reisbau, &ı. . 2
Sicher, "Bemerkungen über Genchrus frutescens,
Eryugium trifolium und Campanula pelvifor-
mis, ı%.
Werke, ausländische naturhistorische betreff, 124.
XV. nn
Fries aystema mycologicum. Beil.
Lehmanni, icones et descriptiones Aoraram et mi-
nus cognitarum stirpium. Beil. 103.
Lehmanni, monographia g generis Potentillarum. Bei-
lage, 57.
Lindley, collectanea botanica. ‚Beil, 66,
Link et Otto, ‚Abbildung auserlesener Gewächse
des botan. Gartens zu Berlin. &. Heft 225.-
Rhode, Beiträge zur Pfllanzenkunde der Vorwelt, 330,
Rochel, naturhistorische Miseellen, 334. _
Schweigger, de plantarum classificatione naturali
commentalio. Beil. 97.
Sternberg, Gr. v., Versuch einer geognostisch- bo-
tanischen Darstellung der Flora der Vor-
well. 322,
Wenderoth, Lehrbuch der Botanik. 82.
XVI. Pflanzenverzeichnilse
Dobler, Verzeichnifs der seltenen um Augsburg
wachsenden Pflanzen, 314.
Nee v. Esenbeck, Verzeichnils der seltenen bei
Bonn wachsenden: Pflänzem - 21... 2
114
Opiz, Nachtrag. zu Preis] Flora cechica. 266.
Welden, v.,*Pllauzen um Genua. 263,
: Welden. v., Pflanzen vom monte Rosa. 265,
xXVIL, Reiseberichte und reisende
-.. Botaniker
' Sadler, Dr, Jos. in Pesth. 286.
Welden, v., botanische Reisen in Italien. 258.
XV Todesfälle
Heyne, Dr. Benjamin. 292.
Kulil, D, Heinr. 206. 238,
Schweigger, Professor. 30.
XXL Vorschlag.
Aufstellung einiger neuen Moos - Gattungen betref-
fend. 270.
XX. Verzeichnifs der Schriftsteller.
Beilschmid 209, Beinert 113, Dobler 314. Flör-.
‚ke 368. Fürnrohr 369. Hoppe ı7&,, ı95..
Hornschuch 78. Kauliuls 97, 337. Kuhl 202.
Lehmann 117. Märklin 16%, 251. Meyer ı, 17.
Nees v; Esenbech 33, 60, .ı77. Opiz 266. Rad-
. di 357, Reichenbach 76, 289, 305, 354, 367.
Schrank 354, 367. Schultes 64, ı29, 145, 231.
‘Sieber ı4, 241. Sternberg 23, ‘161. Uechtriz
273. Weinmann 227,298. Welden 25g. Wen-
‘ deroth 94, 198, oo .
XXL, Vorzüglichere Pflanzennamen.
Aerostichum 27. Allium eircinnatum 242. — To-
seum — vineale 366. Alopecurus nigricans 300.
paludosus 312. Alyssum minimum 297. Anda
brasiliensis 362,°° Annona dolabri petala 360.
Arabis 286, ciliaeis 276. Arbutus Androchne
247. Arenaria alsinoides 365, Aram strepsice-
xos 245. Arundo airaeformis 365. Asperula
Tournefortiana 248. Atriplex campestris 311,
miecresperma 310. Avena villosa 366.
115
Barbarea acunata 296. vulgaris 297. Begoniae 262
— 263. Bertolonia 353. Blitum capitatum 275.
Botrichiam Lunaria 101. Brassica” cheirantli-
flora 180, Bromelia fastuosa. Beilage 68.
Cactus pseudocochinillifer 366. salicornioides 225.
Camelina austriaca 297. Campanula ellipticd 232.
pelviformis 14, Canna coceinea 363. Carices
301. 302. Carex gracilis 95. Cassia biglanda-
losa 364. pentandra 361, Catappa brasiliensis
362. Centaurea nigrescens 179. Cenchris fru-
tescens 14. Chenopodinm‘ acutifolium, 'glome»
ratum 310. opulifoliami ‘309.' 'Cheirantlüs iri-
stis ıör. Chrysauthemum' heterophylium: 276,
leucanthemum — sylvestre — montanum —
Smithii ıgı. Cinchona glabra Buiz 366. - Cin-
clidium stygium 349. ‚Clinopodium plumosum
242. Cotobioum-pusillum ‘248, Columbea'an-
gustifolia 365. Corispermum squarrosum 275.
Correa 94. Corylus Colurna 45, Courataria
estrellensis 561. Grocus 346, “ Cyperus nervo-
sus 364, . Cytisus ramenfaceus 242. no
Dapbne brasiliens. 559. Delphiniam velutinum: 366.
- Diospyros Apeibacarpos 560. Doronicum orien-
tale 276. Draba hirta 276, -
Echinospermum Lappula 306. Epilobium lanceola
tum 305. Equisetum 353. : Erynium microce-
pbalum ı4ı. trifolium ı4. Erysimun chei-
ranthoides — Jacquiniannm — virgatun 296.
.. Fedia auriculata 305, dasycarpa 306. tncinata 275.
“ Gonolobus tloccosus 366, Gouaniae 360,
Heliconia farinosa 360. Heliotropium chenipodioi-
‘des 276, Hibiscus abuliloides — pernambu-
censis 3566. Hieracinım auricula — Baulini —
collinum 187, 'cymosum ıödg. dubium 187.
echioides 189, fallax, piloselloides, praeallum
188. stoloniferum ı89.
Leandrae 358,
Machärium aculeatum 361. Macroceralides pseu-
.... dostifuolium 360, Malva anomala 225. Ma-
nulea angüstilolia, tomentusse 426, Mathiola
&
116
varia ıög. Mathisonia paniculata.559. May-
"nd brasiliens 562: Musa sapientum, - 366.
Myosotis 307. ; -
Nasturtinm anceps 295.
Opbioglosseen 97. Ophioglossum vulgatnm 101.
Orchis globosa 311. Lindackeri 243. Oscillato-
ria 125. Oxalis corniculata, frulicosa, hedy-
. sarifolia 562. mandivana, primulaefolia 361.
Panicum coundensatum,. loliaceum 364. , falca-
. tum 368. .Parietaria Judaica 234. Pelargo-
ainm scutatum 226. Phlomis microphylla 244.
' Phyteuma Jacguini 247. Pilea muscosa, Bei-
lage 71. Polyanthes gracilis 226. tuberosa 44,
Polygonum viviparum 300, Potentilla .canes-
cens 293. narvegica 294. rupestxis 230. Pieros-
pora Andromedea Beil. 72; " |
Raddia 364. brasiliensis 365. Ranunculus illyri-
cus 291. nemorosus 292. yparnassifolius 200,
pyrenaeus 200. Tepens 292, Slevenil 292. Re-
haulina maderensis 365. Rhaphiolepis ruhra
Beil. 69. Rhexiae 559g. Rosae 185. 268. 274.
.. albillora 268, cosiacea, glaucifolia, lanceolata,
pilosa, pilosiuscula 268, Rumex nemorosus 232,
Rynchospora pilulifera 364.
Salix. Weinmanniana 228. Salvia clandestina 366,
Schinus terebinthifolius 361. Schnellae 363.
Scirpus latifolius 364. Scedum ı3. Sempervi-
: vum 13. 200. Solanum Gilo 363, Soldanella
346. Sphaerococeus helminthochortos 110,
Spagnum capillifolium 35. Swarzial 361.
Yargionia 337. Thelephora pavonia 365, Trizeuxis.
. Jalcata Beil, 68. Trollius asiaficus 227.
Valeriana montana 366, pubescens 300, Veronica
‚ Buxbaumii 307. opaca, polita 30g. spicata 275.
‚versicolor 308, Viola alpina 366. silvestris 252,
Zannichellia palusiris 312.